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Full text of "Zentralblatt fuer allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie, Volume 5"

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UNIVERSITY OF CALIFORNIA 

SAN FRANCISCO MEDICAL CENTER 

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, Z ^ENTRALBLATT 



für 



Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie. 



T. Band. 



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^ENTRALBLATT 



fQr 



Allgemeine Pathologie i Pathologische Anatomie. 



Prot Dr. E. Ziegler 

In Freibarg I. B. 



Redigirt 

von 

Prot Dr. 0. t. Eahlden 

in Freiburg i. B. 



Verlag von ttustav Fischer in Jena, 



Y. Band. 



Jena, 2. Januar 1894. 



No. 1. 



Das Centralblatt für Allgemeine Pathologie u. Pathologische Anatomie erscheint in 
Nummern von zwei bis drei Druckbogen ; zweimal monatlich gelangt eine Nummer 
zur Ausgabe« Der Umfang des Jahrgangs wird 65 Druckbogen betragen. Das 
Abonnement für das Centralblatt kostet 24 Mark für den Band (24 Nummern). 
oG*& Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten. >Sy&^ 



Originalmlttheilungea 



Ueber das Verhalten des Embryo gegen Infectionen. 
Von Prof. Dr. A. Jffaffucci. 

(Aas dem Institute für pathologische Anatomie der Kgl. Universität in Pisa.) 

I. 

Die wissenschaftliche Richtung in der modernen Biologie besteht vor 
allem darin, die genaueste Entwicklung eines pathologischen und physio- 
logischen Processes in der gesammten Thierreihe kennen zu lernen. 
Es scheint mir nun von gleicher Wichtigkeit, die Pathologie des embryo- 
nalen und des entwickelten Lebens eines und desselben Individuums zu 
kennen. 

Während wir über die Anatomie und Physiologie des Embryo um- 
fangreichere Kenntnisse besitzen, wissen wir wenig über die Pathologie 
des Embryo im Allgemeinen und besonders über die Infectionen desselben. 

Ich möchte hier nun zunächst eine kurze Mittheilung machen über 
die Art, wie der Embryo sich den Infectionen gegenüber verhält, wenn 
«r schon entwickelt ist und andererseits wenn seine Entwickelung beginnt. 

Bisher haben alle Arbeiten über Infectionen des Embryo vorzugs- 
weise sich darauf beschränkt, nachzuweisen, ob die Mikroorganismen 
durch die Placenta übertragen werden oder nicht, und ob sich die Mikro- 
organismen im Sperma vorluden (Tuberkelbacillen). 

Man hat, soweit es die Placenta angeht, die Uebertragung der Mikro- 

tatnKktt f. Auf. Pftthoi. V. 1 



— 2 — 

Organismen zugegeben, wenn die in dem Blute der Matter enthaltenen 
auch gleichzeitig im Fötus sich vorfanden; in Bezug auf das Sperma 
wurde das Vorhandensein von Bacillen zugestanden, aber die Möglich- 
keit der Infection verneint, und dennoch schliesst die klinische Wissen- 
schaft eine syphilitische Ansteckung von Seiten des Vaters nicht aus. 

Meiner Ansicht nach beruht der Irrthum der Forscher über die 
Uebertragung durch Vererbung vor allem darauf, dass sie dem Mecha- 
nismus in der Uebertragung der Keime zu grosse Bedeutung beigelegt 
haben, wobei sie ausserdem noch die Folgen der Embryonalinfection mit 
demselben Maasse wie bei der Infection des Erwachsenen gemessen haben r 
während doch der Embryo sich durch seine anatomischen und physio- 
logischen Eigenschaften wesentlich von dem Erwachsenen unterscheidet; 
es muss deshalb die Reaction desselben verschieden sein, soweit sie die 
Infection betrifft im Vergleich zu derjenigen, welche den Erwachsenen 
befällt Denn thatsächlich beweisen uns die klinischen Untersuchungen, 
dass, während der Vater an virulenter Syphilis leidet, das Kind die 
gummöse aufweist, welche nicht virulent ist. 

Da die Nichtauffindung der Mikroorganismen in den Geweben des 
Fötus nicht beweist, dass dieselben nicht durch die Placenta gegangen 
seien und mit dem Sperma auf das Ei übertragen wurden, so handelte 
es sich darum, zu wissen, welches das Schicksal dieser Mikroorganismen 
ist im Contact mit den Geweben des Embryo. Von diesem Fundamental- 
gesichtspunkt ausgehend, kann ich heute Thatsachen anführen, die sich 
wesentlich von dem unterscheiden, was bisher über die embryonalen 
Infectionen mitgetheilt wurde. 

Bei der Wichtigkeit, welche die Lehre von den Infectionen des Embryo 
an und für sich hat, und bei der Bedeutung der klinischen Frage über die 
erbliche Uebertragung habe ich eine Reihe von Versuchen über die directe 
Wirkung der Embryonalgewebe auf verschiedene lebende Bakterien aus- 
geführt ; ich wählte dafür den Hühnerembryo, indem ich ihn der Infection 
mit Milzbrand, der Hühnercholera, dem Pneumococcus von Fried- 
länder, der Hühnertuberculose, der Säugethiertuberculose und den toxi- 
schen Producten der Säugethier- und Hühnertuberculose aussetzte. 

Nachdem ich wusste, wie sich der Hühnerembryo verhalte, habe ich 
auch noch untersucht wie sich der Kaninchenembryo gegenüber der 
Tuberculose von Seiten des Vaters und der Mutter verhält. 

II. Hühnerembryo. 

Meine Untersuchungsmethode war sehr einfach. Ich habe die ver- 
schiedenen Virus in das Eialbumin eingeimpft, bevor die Eier in den 
Brütofen gebracht wurden, und zu verschiedenen Zeiten der Brutperiode 
habe ich Untersuchungen angestellt ; indem ich die Eier zu verschiedener 
Zeit öffnete, habe ich die Virus im Albumin, in den Geweben des Embryo,, 
sei es durch histologische Untersuchung oder durch Culturen, oder auf 
die Reaction auf Thiere hin untersucht, indem ich denselben Albumin 
und Embryonalorgane einimpfte, und indem ich die verschiedenen zu Anfang 
oder Mitte der Brutzeit inncirten Embryonen zum Ausbrüten brachte. 

Dabei muss ich hinzufügen, dass die Virus in den Geweben des Hühner- 
embryo, welche zu Anfang der Brutzeit eingeimpft wurden, erst am 
10. Tage dort anlangen, weil die Aufnahme durch die AUantoisblase: 
stattfindet und nicht durch die Area vasculosa. 



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— 3 — 

Sobald die Infection der Eier nach dem 14. Tage stattgefunden hat, 
findet sich nach wenigen Stunden das Virus in den Embryonalgeweben vor. 
Ich kann hier nicht weiter darauf eingehen, wie sich die verschie- 
denen Gewebe des Embryo und besonders die Leber dem Virus gegenüber 
verhalten. Ebensowenig kann ich die Resultate angeben, welche je nach 
der Menge und der Beschaffenheit des Virus und des Impftermins ver- 
schieden sind. Ich kann nur im Allgemeinen sagen, welches meine Er- 
«ebnisse sind und werde weitere Einzelheiten mittheilen, sobald meine 
ntersuchung so weit abgeschlossen sein wird, um eine umfassendere 
Publication darüber veranstalten zu können. 

Resultate. 

1) Das befruchtete und ausgebrütete Ei weiss ist, wenn es den Eiern su 
verschiedenen Zeiten der Brutperiode entnommen wird, ein günstiger Boden 
für die oben genannten Mikroorganismen. 

2) Solange der Embryo lebt, vermehren sich die genannten Virus weder 
im Eiweise noch in den Geweben des Embryo. 

8) Die Gewebe der lebenden Embryonen können so viel Virus enthalten, 
um eine ausgewachsenes Thier zu tödten. Jedoch sind die Embryonen für 
eine Infection nicht empfänglich. 

4) Die Virus können zerstört oder abgeschwächt werden in den Embryonal- 
geweben, was jedoch in der umgebenden Albuminschicht nicht vorkommt. 

5) Viele Embryonen sterben unter der Einwirkung der pathogenen Virus 
des ausgewachsenen Huhnes. 

6) Die Embryonen können zur Ausbrütung gelangen und wenige Tage nach 
der Infection sterben, oder sie können am Leben bleiben, weil sie das Virus 
vollständig zerstört haben; sie zeigen sieh aber marantisch, können jedoch 
später vollständig genesen (Hühnercholera). 

7) Die Infection kann sich bedeutend später als die Ausbrütung ein- 
stellen (Hühnertuberoulose). 

8) Die Hühnertuberoulose kann sich lange Zeit nach der Ausbrütung 
in der Leber entwickeln, hier jedoch heilen, und sich dafür wesentlich später 
in der Lunge einstellen. 

9) Der Embryo kann den Bacillus der Hühnertuberoulose zerstören, 
kann marantisch geboren werden und unter dieser Form längere Zeit nachher 
sterben, ohne jedoch Tuberculose in den Organen zu zeigen. 

10) Dasselbe Resultat kann man erhalten, wenn man den Eiern an 
Stelle der lebenden Bacillen toxische Producte der Hühnertuberoulose ein- 
impft. 

11) Der Embryo kann endlich das Tuberkelvirus des Huhnes zerstören; 
kann marantisch geboren werden und im weiteren Verlauf seiner Entwicklung 
ein gut genährtes Wesen werden. 

12) Die Zerstörung der Virus von Seiten der Embryonen macht sie 
nicht unempfänglich gegen die gleiche Infection, sobald sie lange Zeit nach 
dem Ausbrüten wieder eingeimpft wurden (Hühnercholera). 

18) Wenn der Embryo auch nioht die Kraft hat» den Bacillus der 8äuge- 
ihiertuberculose zu zerstören, so wird andererseits diese Tuberculose nioht 
in HühnertuberouloBe umgewandelt! so dass ich niemals bei meinen Unter- 
suchungen das ausgewachsene Huhu an Säugethiertuberoulose sterben sah. 

14) Die Embryonen, welche dem Einflüsse der nioht pathogenen Virus 

1* 



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— 4 — 

des ausgewachsenen Hahnes unterworfen waren, leisten Widerstand, bis das 
Virus in ihre Gewebe eingedrungen ist, und können sterben, sobald eine 
grosse Menge davon eingedrungen ist (Milzbrand, Pneumobaoillus). 

15) Die Art und Weise, wie das Virus in den Geweben des Embryo zerstört 
wird, habe ich bei der Leber untersucht, und zwar wird das Virus von 
den Leukocyten der Leberzellen und den Endothelzellen verzehrt, wobei es 
sich anfangs frei im Blutserum zeigt, und man kann es auch in den rotheu 
Blutkörperchen, jedoch in geringerer Quantität vorfinden. 

Dieses Einschliessen in den enteren oben genannten Zellenelementen 
tritt nur in den letzten Tagen der Brutzeit ein, wenn das den Organen ent- 
nommene Virus abgeschwächt ist und wahrscheinlich dasjenige, welches jene 
Elemente enthielten, schon im Serum abgestorben war, so dass das Virus von 
der abgeschwächten Phase zum Tode im Blutserum überging (Hühneroholera). 

16) Während alle diese Veränderungen sich in den Geweben des Embryo 
zeigen, bewahrt das Virus, welches in dem Albumin zurückblieb, sein patho- 
genes Vermögen. Die Thiere, welche mit diesem Albumin geimpft werden, 
sterben. Diejenigen, welohe mit Geweben geimpft werden, bleiben am Leben, 
wie gleichfalls diejenigen, welche mit den Culturen geimpft wurden, die aus 
den Organen der lebenden Embryonen^gewonnen wurden. 

17) Die Abschwächung der Hühneroholera tritt nioht 14 Tage nach der 
Brutzeit ein, denn dann ist das Virus in dem Albumin und in den Geweben 
des Embryo virulent; sondern stellt sich erst 118 Tage nach der Brutzeit ein. 

18) Nach dem Ausbrüten des Embryo enthalten seine Gewebe noch ein 
abgeschwächtes Virus, weil die Culturen und die Organe der Hühner nicht 
mehr das Eeaotdonsthier tödten. 

19) Nach 5 oder 10 Tagen nach der Ausbrütung findet man in den 
Organen der Hühner kein Virus mehr, und das läset uns annehmen, dass es 
ganz vernichtet sei, aber die marantischen Folgen zeigen sich dennooh bei 
den Hühnern und verlieren sich erst mit der Zeit 

HL Embryo des Kaninchens. 

Auf Grund der Art und Weise, wie sich die Virus im Hühneermbryo 
verhalten haben, habe ich eine Methode versucht, um den Embryo des 
Kaninchens zu studiren; das heisst, es handelte sich darum, eine mög- 
lichst grosse Menge von Virus in die Gewebe des schon entwickelten 
Embryo gelangen zu lassen und sicher zu sein, dass in dem männlichen 
Sperma genügend Virus vorhanden sei vor der Paarung, bei gesundem 
Hoden. 

Ich habe in die Jugularvene männlicher Kaninchen starke Dosen Tuberkel- 
bacillen eingeimpft und habe das Sperma naoh 24 Stunden, nach 4, 9, 24 
Tagen und naoh 3 1 /, Monaten untersucht. Beim mikroskopischen Examen 
habe ich naoh 24 Stunden, naoh 4 Tagen und naoh 9 Tagen keine Bacillen 
vorgefunden, weder im Sperma noch in den Samenkanälchen. Dagegen wurde 
dasselbe Sperma gesammelt, so dass kein Blut in die Spermabläschen ein- 
dringen konnte. Dieselben wurden dann mit Glüheisen geöffnet, das Sperma 
durch Aufsaugen gesammelt und auf Meerschweinchen geimpft. Diese wurden 
dann tuberoulö's durch die Impfung des Hodens desselben Thieres, und nach 
26 Tagen erhielt ich das Resultat, dass sich in dem Sperma der Bacillus 
vorfand. 

Ich habe diese verschiedenen '^Zeitabschnitte gewählt, weil von den 
Männchen, welohe in die Jugularvene geimpft wurden, einige weibliche Thiere 



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— 5 — 

nach 48 8tunden, andere nach 4, 9, oder 26 Tagen trächtig wurden, dann 
habe ich mioh anf Grund des vergleichenden Studiums hei einem Kaninohen, 
welches nicht mit einem Weihchen in Berührung trat, überzeugen können, 
daas thatsäcblioh Tuberkelbaoillen, welche sich in voller Virulenz befinden, in das 
8perma gelangen können, ohne tuberculöse Verletzungen des Hodens hervor- 
zurufen, und bei den tuberoulösen Eltern habe ich nicht nach 1, sondern 
nach 3 Monaten die Tuberculöse des Hodens und eine grosse Anzahl von 
Bacillen in dem Sperma nachweisen können. Die Bemerkung, dass in den 
Bläschen nach 36 Tagen sich Baoillen und keine Organtuberkeln vorfanden, 
dass aber nach 4 und 9 Tagen Baoillen in dem Sperma, nicht in den 
8amenkanälchen zu sehen waren, brachte mich zur Annahme, dass nicht der 
Hoden die Bacillen abgebe, sondern dass die Schleimhaut der Bläschen dies 
besorge; deshalb unterband ioh erst die kleinen Samenstränge und impfte 
darauf Bacillen in die Jugularvene. In diesem Falle habe ich nach 2 Monaten 
keine Baoillen in dem Sperma vorgefunden ; auch wurden die Meerschweinchen, 
welche damit geimpft wurden, nicht tuberculös. 

Ans diesen Beobachtungen erhellt also, dass der Tuberkelbacillus, der 
sich in den ersten 24 Stunden in dem Blutumlauf vorfindet, in das Sperma 
gelangen kann ohne Verletzungen des Hodens, dass er sich vielmehr in dem 
8perma duroh die fortgesetzte Absoheidungsthätigkeit des Hodens ansammelt 

Danach war es von Interesse, zu wissen, was mit dem Embryo, welcher 
unter solchen Bedingungen geboren wurde, im Uterus und nach dem Aus- 
tritt aus demselben geschehe. So viele Impfungen von Fötusorganen von 
tuberculösen Vätern ich an den Meerschweinchen, sei es gleich nach der 
Gebort, sei es dass ioh sie dem Uterus während der Trächtigkeit entnahm, 
ausführte, kaum eines der Meerschweinchen wurde tuberculös. 

Wenn einige von diesen Fötus längere Zeit am Leben gehalten wurden 
und dann starben oder getödtet wurden, so habe ioh nach 2 Monaten be- 
merken können, dass sich in ihren Organen eohte Tuberkeln entwickelten, mit 
allen anatomischen Eigenschaften eines käsigen Gentrums mit Bpitheloidzellen, 
Biesenzellen und peripherischen lymphoiden Infiltrationen. Solange ich Unter- 
suchungen über die Histologie der Tuberculöse anstelle, habe ich niemals so 
charakteristische Fälle von Tuberkelstructur vorfinden können, wie ich sie 
hier in diesen Fallen habe beobachten können. Jedoch hat eine genaue 
bakteriologische Untersuchung keine Tuberkelbaoillen nachweisen lassen, noch 
hat die Impfung soloher Knötchen die Meerschweinchen tuberoulös gemacht, 
sondern diese sind entweder geheilt, oder starben zum Theil an Marasmus, 
wie wenn ihnen Culturen von todten Tuberkelbaoillen eingeimpft wären. 

Bei den Kaninohen von tuberoulösen Bitern habe ioh Tuberkelläsionen in 
der Leber und in der Lunge gefunden. Ferner habe ioh echte käsige Lungen- 
entzündungen beobachtet, mit der Form von Pneumonia desquamative, welche 
der käsigen Form vorangeht, ganze Lungenfetzen ohne andere Mikroorganismen. 

Wenn diese käsigen Massen den Meerschweinchen eingeimpft wurden, 
wurden dieselben marantisch, aber nicht tuberculös, und manchmal fand ich 
in den käsigen Massen Uebertragungen von Eiterungsorganismen. 

Die jungen Tuberkeln der Leber haben die oben genannte Struotur 
■©wohl nach 2, nach 3 und auch nach 5 Monaten; nach 8 Monaten können 
jedoch die Läsionen auf die Leber beschränkt bleiben und zeigen die Ten- 
denz zu fibröser Umwandlung. 

Bei den tuberoulösen Bitern habe ioh einen Fall von Spina bifida vor- 
gefunden bei einem Fötus, der 5 Tage nach der Geburt starb. Die weib- 



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— . 6 — m 

Hohen Thiere, welohe mit den tuberoulösen männliohen in Berührung kamen, 
gaben folgende Resultate. Entweder zeigte sich Tuberoulose der Scheide 
und Lungen- und Lebertnberoulose zusammen, oder einfache Lungen- und 
Lebertuberouiose, oder endlich starben sie marantisch ohne Lungen- und 
Lebertuberoulose. Wenn sie dann duroh den Contaot mit den Männchen 
nicht trächtig wurden, so haben die weibliohen Kaninohen Leber- und Milz- 
tuberculose ohne Tuberculose der Soheide aufgewiesen. In Kürze habe ich bei 
diesen letzteren Fällen kaum ein einziges Mal Scheidentuberoulose, nur zweimal 
Lungentuberoulose, meistens aber Leber- oder Milztuberoulose beobachtet 

Die Tuberoulose der weibliohen Thiere wurde lange nach der Nieder- 
kunft beobachtet, und die Jungen wurden nach einer Ernährungszeit von 
einem Monat, sobald sie frassen, yon der Mutter getrennt. Einige dieser 
Mutterthiere wurden einen Monat naoh der Niederkunft getödtet und zeigten 
keine Tuberkeln in ihren Organen. 

Es ist mir nicht gelungen, Tuberkelformen bei den Fötus kurz naoh 
ihrer Geburt zu entdecken, welohe von Mutterthieren stammten, die Tor 
oder während der Träohtigkeit tuberoulös gemacht wurden. 

Die wichtigste Frage hinsichtlich der Uebertragung mütterlicherseits bei . 
den Infeotionen war die, ob die Plaoenta als Filter wirke und ob bei dem 
Uebergang yon Mikroorganismen von der Mutter auf den Fötus dieser 
Filter eine Veränderung erlitt. loh habe in die Jugularvene träohtiger 
Kaninohen naoh 90 oder 25 Tagen Culturen yon Säugethiertuberoulose 
eingeimpft. Ich habe diesen Zeitpunkt gewählt, weil die Untersuchungen 
yon Duval über die Plaoenta der Kaninchen bewiesen haben, dass die 
Fötalgefasse mit denjenigen der Mutter yon jenem Zeitpunkte an bis zum 
Ende der Träohtigkeit in innigem Zusammenhange stehen, und dass das Blut 
der Mutter yon demjenigen des Fötus nur duroh die einfache Endothelschioht 
der Capillaren getrennt ist. 

Deshalb ist hier eine sehr günstige Gelegenheit für den Uebergang der 
Mikroorganismen yon der Plaoenta der Mutter auf diejenige des Fötus, ohne 
dass grosse Läsionen hinterblieben. Ausserdem wurde ioh nooh in dieser 
Anschauung bestärkt durch Fälle, in denen sich Tuberkelbaoillen in den Ge- 
weben des menschlichen Fötus vorfanden bei der Miliartuberculose und gegen 
das Ende der mensohlioben 8chwangersohaftsperiode. 

Die Kaninohen wurden 1 '/*, 3, 6, 12, 24, 48 Stunden, 3, 6, 8, 11 Tage 
nach der Impfung getödtet. loh habe die Plaoenta in diesen verschiedenen 
Zeitabschnitten in zahlreichen mikroskopischen Schnitten untersucht und 
habe wenige Bacillen in der Plaoenta naoh 48 Stunden gefunden und 
beobachtete erst naoh 1 1 Tagen baoilläre Thrombose. loh wollte noch einen 
Fall einer Plaoenta yon 15 Tagen naoh Impfung in die Jugularvene unter- 
suchen und habe weder Bacillen nooh Tuberkeln gefunden, während die 
Lungen der weiblichen Kaninohen seit dem 3. Tage naoh der Impfung 
eine Entzündungsreaction um die baoilläre Thrombose aufwiesen, welohe 
sioh in den Capillaren entwickelte. 

Eine genaue Untersuchung der Organe des Fötus, des Blutes, der Leber, 
der amniotischen Flüssigkeit; der Lunge, der Nieren, des Mageninhaltes und 
der Galle hat niemals Bacillen aufgewiesen, während ioh sie bei dem Hühner- 
embryo 6 Stunden nach der Impfung (am 16. Tage der Brutzeit) im Blut, 
in der Galle und in der Leber bemerkt habe. 

Es wurden zahlreiche Meersohweinohen mit Organen des Fötus, vor- 
zugsweise mit der Leber, der Lunge, dem Mageninhalt, der amniotischen 



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— 7 — 

Flüssigkeit, mit Knochen und Nieren geimpft. Nor in 3 Fällen habe ich 
Tuberkelbaoillen bei den Meerschweinchen beobachten können nnd zwar bei 
denen, welchen die Leber eingeimpft wurde, 3, 24 und 48 Stunden uaoh der 
Impfung. Im letzteren Falle handelte es sich um einen Fötus yon einem Abortus. 

Die grosse Mehrzahl der geimpften Meersohweinohen starb an Marasmus, 
wie wenn ihnen eine Coltur yon todten Tuberkelbaoillen eingeimpft wäre. 
Bin anderer Theil der Meerschweinchen zeigte keinen Erfolg der Impfung. 
Die grösste Sterblichkeit an Marasmus zeigten jene Meerschweinchen, welche 
mit der Leber des Embryo geimpft waren. Bei denjenigen Eaninohen, 
welche am 25.» 20, 15. Tage der Träohtigkeit geimpft wurden, habe ich 
lebende Fötus erhalten, welohe ioh bis 20 Monate am Leben liess. Dann 
wurden sie yon mir getödtet, und da sie gut genährt waren, Hessen sie mioh 
keine Tuberoulose yermuthen. 

loh habe jedoch dabei dieselbe Methode wie beim Hühnerembryo befolgt, 
indem ich die tuberoulösen Hähnchen in verschiedenen Epochen nach dem 
Auskriechen tödtete. Keines der Kaninchen, welohe 3 Monate nach der 
Geburt getödtet wurden, hat Spuren der Tuberoulose in der Leber oder in 
«nderen Organen aufgewiesen; dagegen habe ioh 6 Monate später die 
Tuberkeln nicht nur in der Leber, sondern auch in der Lunge vorgefunden, 
Allerdings nur in geringer Anzahl yon fibrösem Aussehen an der Peripherie 
und mit käsigem Gentrum. 

Wenn die Leber yon Kaninchen derselben Serie yon 3 Monaten, da 
«ich in jenem Organe weder Bacillen nooh Tuberkelknötchen vorfanden, und 
wenn die Knötchen der Leber von einem einjährigen und 16 Monate alten 
Kaninchen auf Meersohweinohen geimpft wurden, so wurden diese niemals 
tubereulös, höchstens marantisch. Die histologische Untersuchung dieser 
Knötchen ergab die olassisohe Struotur des Tuberkels, Biesenzellen, welohe 
in um so grösserer Anzahl und mit zahlreichen Knötchen sich vorfanden, je 
frischer der Tuberkel war (6 Monate). Ferner zeigten sich Epitheloidzellen, 
käsige Massen, welohe im directen Verhältniss zum Alter des Tuberkels zu- 
nahmen (20 Monate), lymphoide Infiltrationen um so reiohlioher, je junger 
der Tuberkel war und peripheres Narbengewebe um so kräftiger, je älter 
der Tuberkel war. Bei dem jungen Tuberkel zeigten sich vorwiegend Biesen- 
seilen, lymphoide Infiltration und Epithelzellen, beim alten Tuberkel käsige 
Masse nnd die Vernarbungephase. 

Niemals haben selbst die allergenauesten Untersuchungen, sowohl bei 
-den alten, wie bei den jungen Tuberkeln, klare Formen von Bacillen ergeben. 
Auch wenn ioh in den letzten Tagen der Träohtigkeit den Kaninchen in die 
Jugularvene Hühnertaberoulose einimpfte, gelang es mir nicht, seihst bei 
den Tuberkeln, welohe ich im 6. Monate nach der Geburt vorfand, deutliohe 
Formen von Bacillen nachzuweisen, und die vorgefundenen waren spärlioh, 
hatten die Form und die Grösse des Tuberkelbaoillus, nahmen ' aber bei der 
Behandlung mit Gentianaviolett eine dunkle Farbe und kein Hellviolett an. 

Das Kaninchen ist bekanntlich für Hühnertuberoulose sehr empfänglich, 
«her der Embryo desselben hat als Fötus, wenngleich er den Keim in sieh 
trägt, auf dieselbe eine wenig günstige Einwirkung, wenn man jene Tuberkeln 
für baoillären Ursprungs ansehen will. 

Es ergab sich nun vor allem die Frage, ob jene Tuberkeln, welche 
«ich in der Leber des Kaninchens nach 6 Monaten vorfanden , intraute- 
rinen Ursprungs oder durch die Ernährung entstanden seien. Ich impfte 
also ein Kaninchen, nachdem es 6 Fötus geboren hatte, in die 



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— 8 — 

Jugularvene mit einer starken Dosis Säugethiertuberculose. Es über- 
lebte die Impfung 3 Monate und blieb immer in Berührung mit seinen 
Jungen, welche etwas abgemagert starben. Ich habe aber in seine» 
Organen keine Tuberculose vorfinden können, deshalb ist auch die 
Ansteckung durch Paarung und Säugung ausgeschlossen. Wenn diese 
Tuberkelformen sich auf wirkliche Tuberkel beziehen, so muss man an- 
nehmen, dass der Bacillus in die Organe des Embryo durch das Sperma, 
oder durch die Placenta gelangt sei, dass aber die Embryogewebe für 
seine Vermehrung wenig empfänglich sind, dass er abgestorben sei, und 
dass seine Substanz eine entzündliche Reaction hervorgerufen habe, wie 
es Prudden bei den todten Bacillen beobachtet hat. Dabei wiederholt 
sich in diesen Fällen die wahre Structur des Tuberkels bis zum Ver- 
schwinden des todten, eingeimpften Bacillus, während sich die tuber- 
culose Form erhält, welche zur Vernarbungsphase neigt. Ebenso ergiebt 
sich aus meinen Beobachtungen, dass, je älter der Tuberkel ist, er unv 
so mehr vernarbt. 

Dass das Blut und die Gewebe des Embryo die Kraft besitzen, das- 
Virus zu zerstören, ergiebt sich aus den Versuchen über den Hühner- 
embryo, weil der Tuberkel in den Hühnern sich nicht vorfand, wenn- 
die Dosis der Tuberculose gering war. 

Dass die Embryonalgewebe und für eine gewisse Zeit auch die Gewebe- 
der Hühner, welche den Keim aus der Embryozeit übernommen haben v 
sich der Entwicklung des Keimes widersetzen, ergiebt sich auch aus 
der Thatsache, dass ich bei den Hennen, welchen in die Achselvene 
*/ 10 ccm. Gultur von Hühnertuberculose eingeimpft wurde, vom 5- 
Tage an den Tuberkel in der Leber habe finden können ; nach 15 Tagen 
zeigte er sich in classischer Form, während die Hühnchen, denen 
während des Embryolebens zur Hälfte der Brutzeit */io ccm Cultur 
eingeimpft wurde, vor einem Monat nach dem Auskriechen keine Tu- 
berkeln in der Leber aufwiesen. Ich kann deshalb endgültig schliessen^ 
dass thatsächlich das Gewebe des Embryo des Kaninchens dieselbe Kraft 
besitzt, das Tuberkelvirus zu zerstören, weil ich es nicht in den Tu- 
berkeln gefunden habe. Dass die Meerschweinchen nicht tuberculös ge- 
storben seien, kann ich nicht unbedingt behaupten, weil die Tuberkeln 
sich spärlich vorfanden und der Bacillus der Untersuchung entgehen 
konnte, und weil die Meerschweinchen deshalb nicht tuberbulös wurden,, 
weil die Zahl der eingeimpften Bacillen gering war. 

Es handelte sich also darum, zu beweisen, dass, wenn sich der Ba- 
cillus im Blute vorfindet, derselbe in das Sperma und in die Placenta 
und demnach in die Gewebe des in der Entwicklung befindlichen oder 
schon entwickelten Embryo gelangen kann, und dass diese Gewebe 
sich für eine gewisse Zeit dem todten oder lebendigen Bacillus wider- 
setzen , so dass er keine entzündliche Reaction am Impfpunkte hervor- 
rufen kann. 

Diese Thatsachen stehen mit denjenigen in Einklang, welche beim» 
Hühnerembryo beobachtet wurden, und mit den Beobachtungen am Secir- 
tisch, da man bis jetzt keine Tuberkeln im menschlichen Fötus beobachtet 
hat. Dagegen hat sich viele Monate später bei den Kindern von tuber- 
culösen Eltern die Tuberculose entwickelt. 

Man fand nur in den Fötus von tuberculösen Kühen den gut ent- 
wickelten Tuberkel mit Tuberkelbacillen ; aber man weiss nicht, ob diese 



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— 9 — 

Bläuen am Leben waren, weil sie nicht auf Thiere, welche für Tuber* 
«dese empfänglich sind, übertragen wurden. 

Thatsächlich bat es sich jedes Mal, wenn man die Tubereulose in 
des Fotos der EQhe und die Toberkelbeeillen in den Fotos von tuber- 
«dfisen MOttern gefunden hat, am diffuse Miliartabercalose der Eltern 
gebandelt Deshalb nähern sich die von mir angeführten experimentellen 
Fülle den klinischen Beobachtungen , bei denen sich die TuberkelbaciUen 
im mütterlichen Blute vorfanden. 

Ob nun die chronische Tuberculose der Mutter TuberkeUumen ihres 
Fötas während der Schwangerschaft oder lungere Zeit nach der Geburt 
hervorrufen kann, kann ich nur dahin beantworten, dass die chronische 
Tuberculose der Kaninchen mir bis jetzt noch keine sicher tuberculösen 
FötoB gezeigt bat, einen Fall ausgenommen, in dem sich jedoch wie ge- 
wöhnlich nur Tuberkelknötchen ohne Bacillen zeigten; ich habe aber 
noch eine grossere Anzahl von Kaninchen unter der Probe, von der ich 
mir bald eine Aufklärung darüber verspreche. Ehe ich in der Frage in 
Bezug auf die Experimente an Säugethieren zu einem Resultat komme, 
du» man, wie mir scheint, vor allem das Vermögen des Embryolebens 
bei den verschiedenen Infectionen und das Verhalten des Embryo in 
sauen verschiedenen Entwicklungsstadien, in denen er inficirt werden 
kann, in Beobachtung nehmen, denn die zu halber Brutzeit geimpften 
Hühnchen haben eine verlangsamte Tuberculose im Gegensatz zu der- 
jenigen gezeigt, welche ich bei Hühnchen erhielt, die am 16. und 18. Tage 
der Brutzeit geimpft wurden. Ausserdem ist auf den Embryo der ver- 
schiedenen Säugethiere Rücksicht zu nehmen; denn w&hrend sich kn 
Fötus der Kuh der Tuberkel mit Bacillen vorfindet, wobei es jedoch 
nretfelhaft ist, ob diese noch virulent sind, kann man beim Menschen den 
Tuberkel in der Leber des Fötus jedoch ohne Bacillen vorfinden, während 
letztere aber in den Placentarknötchen sichtbar waren (Lehmann). Diese 
Beobachtung hat eine grosse Wichtigkeit, weil von zwei Embryogeweben, 
der Placenta und der Leber, die erstere Knötchen mit Bacillen, die letz- 
tere Tuberkelknötchen ohne Bacillen enthält 

Die Frage nun, ob die Tuberkelknötchen von Kindern tuberculöser 
Eitern, welche sich nur sparsam in den Geweben ohne Bacillen vorfanden, 
ganz heilen können oder später andere Tuberkeln hervorrufen können, 
weil sie lebendige Bacillen, welche meiner Beobachtung entgingen, ent- 
halten könnten, und weil sie bei der Reaction der Meerschweinchen sich 
mr spärlich zeigten, die Lösung dieser Frage wird von dem Ausgange 
abhängen, welcher sieb bei den Thieren neigen wird, welche längere Zeit 
m Leben blieben. Jetzt kann man nur von localisirter Tuberculose 
ohne sichtbare Bacillen bei den Kindern von tuberculösen Müttern nach 
20 Monaten sprechen, bei den Kindern von tuberculösen Vätern »ach 
8 Menaten. Dazu kommt, dass jene Tuberkeln sich auf dem Wege der 
Befluag befanden mit der Tendenz zur Vernarbung, je mehr sie vor- 
geschritten waren; denn auch in den Hühnchen habe ich den Tuberkel 
dar Leber heilen und viel später denjenigen der Lunge sieh entwickeln 



Was die von mir beobachteten Tbatsachen angeht bei Kaninchen 
ven tuberculösen Eltern und bei Hühnerembryonen, welche dem Einflasse 
der Hühnertuherculese unterworfen wurden, so kann ich bis jetzt nur 
die einfache Thatsache anführen, ohne ihr einen Werth als unmittelbare 



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— 10 — 

sichere Folge der tuberculösen Infection beizulegen, wenngleich ähnliche 
Thatsachen bei den Menschen beobachtet wurden (Congress für Tuber- 
cülose, Paris 1803). 

Der Weg, welcher noch zurückzulegen ist, ist lang, aber die Kennt- 
nisse, welche wir bis jetzt gesammelt haben, sind zwar nicht zahlreich,, 
können aber als Bahn dienen für die zukünftige Lehre der Pathologie 
des Embryo. 

Vorläufig kann ich in Bezug auf die Embrjronen der Kaninchen 
folgende Schlösse ziehen, welche jedoch, wie ich wiederhole, noch nicht 
als definitiv anzusehen sind: 

1) Die Jungen yon Mutterthieren, welche während <fcr Trächtigkeit 
tubereulös gemacht wurden, können den Bacillus 4 Standen, nach der Impfung: 
in die Jugularrene der Matter aufweisen. 

2) In der Placenta zeigt sich die Tuberkelentwicklung nach 15 Tagen, 
noch nicht Das "Virus circulirt in ihrem Blute und es ist schwer, Bacillen 
In den PI acen tage fassen yorzufinden, denn überhaupt finden sie sich in um- 
schriebenen Herden nur selten. 

3) Die Organe des Fötus von tubereulös gemachter Mutter enthalten» 
in den ersten 48 Stunden nach der Impfung lebende, spärliche Bacillen und 
können die Meerschweinchen tubereulös maohen. Nach dieser Zeit ist es 
mir nicht möglich gewesen, die Versuchsthiere tubereulös zu maohen. 

4) Die grosse Anzahl der mit den Organen des Fötus geimpften Meer- 
schweinchen, welche aus dem Uterus entnommen waren, machten die Kanin- 
chen tuberoulös und starben an Marasmus, als wenn ihnen der todte Tuberkel- 
baoillus eingeimpft wäre. ' 

5) Die yon tuberculösen Müttern geborenen Kaninchen zeigen keine 
Tuberkel bis zu 6 Monaten nach der Geburt, aber nach dieser Zeit können 
sie anatomische Formen mit allen Gharaoteren des Tuberkels in der Leber 
und in der Lunge enthalten, ohne den Baoillus, soweit er mit unsera 
Mitteln der Untersuchung zu beobachten ist. 

6) In Ausnahmefällen habe ich beobachten können , dass ein Junge* 
yon einem tuberculösen Vater gleich nach der Oeburt die Meerschweinchen 
tubereulös gemacht hat, welchen seine Organe eingeimpft wurden. 

7) Aber auch bei den Kindern yon tuberculösen Eltern kann naoh $ 
Monaten der Tuberkel in ihren Geweben mit allen anatomischen Eigen- 
schaften sich zeigen, jedoch ohne Bacillen, die unserem Auge mit unseren 
Hülfsmitteln sichtbar wären. 

Allgemeine Schlüsse. 

So lange der Embryo lebt, gestattet derselbe die Entwicklung de* 
pathogenen Mikroben, welche sich in seinen Geweben befinden, nur unter 
besonderen Umständen, er kann jene aber zerstören, abschwächen, aufbe- 
wahren, um sie dann später in dem extrauterinen Leben zur Entwicklung 
kommen zu lassen. • Die nicht pathogenen Virus des ausgewachsenen Huhnes 
können pathogen für seinen Embryo sein. 

(Dieser allgemeine Bohluss gründet sich mehr auf die Embryounter- 
suohungen des Huhnes als der Säugethiere.) 

Bis jetzt begnüge ioh mich damit, dem Leserkreise diese meine Unter- 
suchungen mitzntheilen, welche sioh auf etwa 1000 Versuche am Hühner- 
embryo und 150 Verauohe am Kaninohenembryo beziehen; es ist meine 
Absicht, die Untersuchungen fortzusetzen, weil sie die ganze Aufmerksamkeit 



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— 11 — 

Twdienen, weil das Embryoleben wenig bekannt ist in seinen physio- 
logitthen Erseheinungen und weil man noch weniger über eine Reaction 
gegen die pathologischen Agentien weiss. 

loh stehe der Frage der erbliehen Uebertragung vornrtheilsfrei gegen«» 
Iber; sie ist eine Folge der Reaotion des Embryo gegen die Mikroben. 
Bei der Fortsetzung meiner Untersnehnngen über die Sängethiere wird es 
Dottarendig sein, dieselbe anf die zoologische Gasse zum Studium der 
Eabryonalpathologie ans ludehnen , wie ioh es beim Hühnerembryo gethan 
habe, bei dem ioh die meisten neuen Resultate erzielt habe. loh hoffe, 
»och zu weiteren zu gelangen, glaube aber, dass die vergleichenden Ana- 
tomen und Zoologen eher zum Ziele gelangen werden als ioh, und auf diese 
Weise die Wissenschaft mit mehr Autorität bereichern werden als ioh, der 
ieh mit geringen Untersuchungsmitteln und ohne Aquarium arbeiten muss. 



Die parasitären Sporozoen in ihren Beziehungen zur mensch- 
lichen Pathologie, insbesondere zur Histogenese und Aetiologie 

des Carcinoma. 
Zusammenfassendes Referat von Dr. H. Stroetoe, 

Priratdocenten und Assistenten am pathologisch-anatomischen Institut in Freiburg i. B. 

1) Adaiüdewiea, Untersuchungen über den Krebs und das Princip seiner Behandlung. Experi- 
mentell u. klinisch. Wien u. Leipzig, Braumüller, 1893. 

S) Derselbe, Zur Krebsfrage. Fortschr. d. Median, 1898, No. 18. 

I) Derselbe, Noch einmal der Krebs. Fortschr. der Medic, 1898, No. 15. 

4) Derselbe, Zu Herrn Paltauf's Referat (Wiener klin. Wochenschr., 1898, No. 87) 
meiner Krebearbeit Wien, 1898. 

I) Hand Button f Cysten in der menschlichen Ureterschleimhaut, durch Coccidien bedingt 
Laoeet 1889, 8. «78. 

D Beeek, Vier Fälle yon Darier* scher Krankheit. Arch. fQr Dermatol. u. Syph., Bd. 98, 
1891, 8. 857. 

7) Derselbe, Ueber Psorospermosen (D a r i e r). Verhandlungen des II. internst dermatol. 
Congressee au Wien. Arch. f. Dermatol. u. Syph., 1899, 8. 1000. 

t) Bereu, Brolution eellulaJre et parasitaire dans l'epithtlioma. Montpellier 1899. 

t) etoley, Thirteen cases of Paget 's diseas« of the nipple. Brit Med. Journ., March 
1891, p. 1070. 

10) tarenardt, Ueber ein Coccldium im Schleimkrebs des Menschen und seine Danersporen- 
cysten. Yirchow's Arch., Bd. 181. 

H) laaml u. Miethke, Ueber die Dar 1 er 'sehe Dermatose. Monatsheile für prakt. Dermatol., 

Bd. 19, 1891, 8.9 t. 59. 
Ifj Caain, Kauriee, La tbeorie parasitaire du Cancer. Arch. gen. de Medecine, Jan. 1899 

(etort n. Ruffer u. Walker). 

11) flh seien , Bin Beitrag aur Frage Aber die in Carelnomiellen gefundenen Einschlüsse. 
Ziegler's Beitrage, Bd. XIV, 1898, 8. 1. 

U) Oarka, Paorosperms in an adenoma of a eatfs lip. Brit Med. Journal, 8. May, 1898, 

8. 951. 
H) Oeats, An address on certain considerations in regard to the infecüre nature of Cancer. 

Brit Med. Journ., Jan. 14*, 1898. 
M) Oernlly Modes de la multiplication des noyäuz et des cellules dans l'epithelloma. Journal 

de rAnatomie, 1891 (dtirt nach Boreil, 8. 11). 
1*) Derselbe, 8ur les greif es et inoculation de Cancer. Ballet de PAc. de mW., No. 95. 

Bef. Centrelbl. f. psth. Anat, 1899, Bd. m f S. 164. 
1») IsliptlS), CuMvation of Fsorospennla. Brit Med. Journ., May 1891, 8. 1196. 
!•) Derselbe, Protoaoa and Carcinoma. Brit. Med. Journ., 1899,. Vol. II, 8. 674. 



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31) Sb 

99) ▼. 



16)' 
97) 



— 1» — 

90) Bucrey u. 0», Beitrag rar pathelog. Histologie, Aetiologie und PitbagMie 4m Condy- 
loma acuminatum. (Bei. in Monaten, f. prakt Dermetol., Bd. XV t 1898, B. 647.) 
Sberfa, Ueber Einschlüsse in Epithelsellen. Fortschr. d. Medicin, Bd. Vffl, 1890, Ho. 17. 
Xiselsberg, Ueber einen Fall Ton erfolgreleher Transplantation eines fibrosaricesnen 
bei Balten. Wiener Ufa. Woeheneehr. , 1690, Ho. it. Bei Centralhl. f. path. Anas., 
1899, 8. 164. 

83) rabre-Domergue, 8emaine medicale, 1899, 8. 199. 

94) Telsenthal o. Stamm, Verandeningen der Leber u. des Darmes bei der Cooddienkrank- 

belt der Kaninchen. Vlrebow's Aren., Bd. 189. 
96) Meehal, UebertregangSTersuche mit 8arkom and Krebeanwebe des Mensehen auf Thlera. 

Fortschritte d. Medic, Bd. X, No. 1. 

Tai, Ueber Krebsparasken. Centralbl. für Bakteriol., Bd. XI, 1899, No. 6. 

Derselbe, 8nr les parasites et snr l'histologie pathologiqne da eaneer. Arch. italiennea 

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16) Qaleetti, Ueber esperimentelle Erseugung von Unregelmissigkelten des karyokinetischen 

Proceeees. Z leg ler 's Beitrage, Bd. XIV, 1808, H. 9. 
99) Galiowa? , The parasitism of Protosoa in Carcinoma. Brit Med. Joarn., February 4, 

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80) Hadden, Psorospermose beim Mensehen. Laneet 1889, 8. 1980. 

81) Hansemann , Ueber asymmetrische Zelltheilong in Epithelkrebsen and deren biologische 
Bedeataog. Virchow's Arch., Bd. 119, 1890. 

89) Derselbe, Ueber pathologische Mitosen. Virchow's Arch., Bd. 198, 1891. 
SB) Derselbe, Ueber Anaplasie der Gesehwolstaellen and die asymmetrische Mitose. 
Virchow's Arch., Bd. 199, 1899. 

84) Derselbe, Stadien über die Specifieität, den Altroismas and die Anaplasie der Zellen. 
Berlin, Hirschwald, 1898. 

84a) Hang, Eine neue Farbungsmethode der Gregarinen des MoUoscom contagiosum. Zeitschr. 
f. wissensch. Mikroskop., Bd. VII, 1890, 8. 159. 

85) Heidemann, Ueber Entstehung und Bedeutung der kldnselligcn Infiltration bei Careinomen. 
Virchow's Aren., Bd. 199, 1899. 

86) Hutchinson, On Pagefs disease of the breast Brit Med. Journ., 1891, Vol. I, 8. 1071. 

87) Israel, 0., Epithelioma foUieulare cutis. Festschrift für Rudolf Vlrchow (1891). 

88) Karg, Das Carcinom. Deutsche Zeitschr. f. Chirurgie, Bd. 84. (Festschrift für Thierse h.) 

89) Kiener, X. Internat Congress in Berlin , Verhandlungen der Seetion für allg. Pathologie 
und patholog. Anatomie. 

40) Ellen, Ueber die Besiehungen der- Bus sei' sehen Fuchsink8rpereben au den Alt- 
mann'schen Zellgranulis. Ziegler's Beitrage, Bd. XI, 1899, 8. 195. 

41) Korotneff; Sporosoen als Krankheitserreger. I. Heft: Untersuchungen ober den Parasitismus 
des Cardnoms. Berlin, Friedlander u, Sohn, 1898. Mit 4 Tafeln in Farbendruck. 

49) KoeJnsky, Zur Lehre der 8chleimmetamorphose der Krebsaellen. CentralbL f. patb. 
Anat., Bd. III, 1891. 

48) Kroeslng, Beitrage aar Kenntniss der Dar! er 'sehen Dermatose. Monatshefte f. prakt. 
Dermetol., Bd. XV, 1899, 8. 488. 

44) Kromayar, Die Histogenese der Molkiscum-Körperchen. Virchow's Aren., Bd. 188. 

45) Derselbe, Ueber Molluscum contagiosum. Verhandlungen der Berliner Dermatolog. 
Vereinignag. Area. f. DermatoL u. Syph., 1898, Heft 5, 8. 877. (Auch Blasehko.) 

46) Karsteiner, Beitrage sur pathologischen Anatomie der Papillome und papUlomatösen 
Krebse der Harnblase und des Uterus. Virchow's Arch., Bd. 180. 

47) Lindner, Die künstliche Eraeugung Ton Haatkrankheiten am Thlarkorper durch eine 
speeiflsche Protoaoenart Monatshefte Ar prakt DermatoL, Bd. XVI, No. 1, 1889. Hot 
Arch. für Dermatol. u. Syph., 1898, 8. 901. 

48) Mslsises, Notes sur la psorospermose du foie efaes le lapin domestique. Arch. de Med. 
exp., T. H, 1891. 

48) Derselbe, Sur les parasites du Cancer. Comptes rend. de la 8oc de Biologie, 189*, 
8. 448. 

50) Kananroff, Psorespenneee der Haut, MoUneaum und Paget 'sehe Krankheit Hei 
MonaUhefte für prakt Dermatologie, Bd. 19, 1891, 8. 898. 

51) Marchand, X. internst modle. Congress an Berlin, Bd. II, 8. 117. 

59) Metchnikoff, Note an sujet du Memoire de M. Soudakewitseh. Ann. de llnstitut 

Pasteur, T. VI, 1899, 8. 158. 
58) Derselbe, Bemerke on Carcinoma and Coecldia. Brit Med. Journ., 10. Dec, 189t. 
54) Morau, Einimpfung von Epitheliom auf Mause. 8oc de Biologie, 1881. Bat C. B. Ar 

pathot Anat, II, 1881, 8. 888. 



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- 13 — 

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8. 51». 
M) Maser, Ueber den gegenwärtigen Stand der Peorosperneienlehre. Aren, flb* Dermale!» 

■. 8yph. f Bd. 14, 18»», Ergfosungsh. 8. 81. 
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8. 1001. 
M) Botel, leums;, Xaxmaan etc., Ueber MoUaaenm contagiosum* Verbandlttngen der Wiener 

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0) fteserd, Coeddial tasaears fron tbe smaU intestine of thc sheep. Joamal ef Patb. and 

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•0) lugtarstb , Beitrlge aar fttruetur and Entwicklung des Gareinoms. Wiesbaden 188». 
II) OeJenecfcsr, A aeenliar naelear safimain-reaetion and ita relation to tbe eareiaoasa and 

escddia qnestion. Tbe Journal ef tbe American Medieal Association, 18»8, Ho. 8. 
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Dsnaatol. n. Syplu, 18»8 y Erglmmngabeft 8. 185. 
U) Petersen, Ueber die sogen. Pserospennlen der Darier'sebea Krankheit CentralbL f. 

bukt, 1883, No. 16. 
U) ffttfar, L. v Die Protonoen als Krankheitserreger. Jena, Fiscber, 1891. 
CS) Dtrselbe, UntersnebaDgen Über den Krebs. Die Zellerkranknngen and die Oe- 

idrvalatblldangen dareb Sporosoen. Atlas mit 80 Mikrophotographien, Text mit 8» Ab« 

bOdangen. Jena, Fischer, 1898. 
H) Derselbe, Die bisherigen Versuche aar Belnaucbtang des YseeineconUKiams and die 

Aatiseptik der Kuhnoekenimpieng. Zdttebr. t Hygiene, III. 
It) Derselbe, Beitrage aar Kenntniss der pathogenen Gregarinen. I. Die Mikrosporidlen 

and die Fleekenkreakheit (Pebrine) des Seidenspinners. Zeitsehr. flb* Hygiene, HL 
•8) Weifer, X, Beitrage sar Protoaoeaforscbang. I. Heft. Die CoecMienkrankheit der 

Kaninchen. Berlin, Hirschwald, 188». 
II) Piek, Ist das Molluscum contagiosum contsgioe? Arch. für Dermatol. u. Syph., Bd. »4, 

189», aVgftnungaheft 1, 8. 88. 
TO) Derselbe, Ueber den Befand ron Psorospermien In einem Falle ron Paget 9 scher 

Krankheit an der Glans Penis. Prager medic. Wochenschrift, Juni 1881, 8. »82. 
71) HBiet, Cocddienihnliche Gebilde in Epitheliomen. 8itsung der Anatom. Gesellschaft au 

Paris. Bei. Centralbl. für path. Anat, Bd. U, 1891, 8. 780. 
71) fHmmer , A Note on parasitic protosoa lately foand in canecr. Brit. med. Journ., 

10. Des. 188». 
W) Pe dwya a oak i, Stadien »her Cocddien. I. Ueber das Vorkommen der Coccidien in 

Blhnereiarn tan Eussmmenfaang mit der Frage Aber die Aetiologle der Psorospermosls. 

Centralbl. f. path. Anat, Bd. I, 1890, 8. 164. 
74) Derselbe, Studien Aber Coccidien. 11. Enter Befund von schmarotsenden Sporosoen 

hn Graarschen Follikel and im thierischen Ei (beim Kaninchen). Centralbl. für pathol. 

AasL, Bd. 111, 189», 8. 877. 
74) Po d w y ssj onk i a. Sawtsehonko , Ueber Parasitismus bei Carcinomen , nebst Beschreibung 

einiger in den Krebsgeschwülsten schmarotaender Sporosoen. Centralbl. f. Bakteriologie, 

Bd. XI, 189», Ho. 16—18. 
71) Tower , Borne efleets of chronic Irritation upon living tissues , being first steps in a 

rational study of Cancer. Brit med. Joarn., 14. Oct. 1898. 
77) Saum, Ueber granuläre Einschlüsse In Geschwulstsellen. Arch. f. mikr. Anat, Bd. 89, 

1898, 8. 187. 
74) Hebert, Heaere Arbeiten sur Aetiologle der Carcinome. Deutsche medlc Wochenschr., 

1891, Ho. 1. 
79) Derselbe, Ueber Einschlüsse tan Epithel bei Carcinomen. Deutsche med. Wochenschr., 

1991, 8. 1179. 
Styltest, Ueber Molluscum contagiosum. Nord, medidnskt arkir, XXIV, 1898, citirt 

nach T5r«k, Monatsh. f. prakt DermatoL., Bd. XV, 1892, 8. 119. 
II) Safer, A second note on parasltie protosoa in cancerous tamours. Brit. med. 

Journ., 5. Not. 1898. 
48) Befer and PUarmer, Farther reeearches on some psrasitle protosoa found In cancerous 

tamoara. Journal of PamoL and BaeterioL, June 1899 u. Oct 1898. 
tt) Küfer and Walker, Preltanlnary aote on some parasltie protosoa foand in cancerous 

tamoara. Brit med. Joarn., 189», Vol. II, 18. Juli. 
41) Dieselben, On some parasitic protosoa foand in cancerous tumours. Journ. of Pathol. 

and Bacteriol., Oct 189». 



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— 14 — 

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80) Schlmmelbnsoli, Referat über Adamkiewies'e Krebsarbeit. Fortsehr. d. Hediein, 

1898, No. 9. 

87) Derselbe, Erwiderung anf die Bemerkungen des Herrn Prof. Adamkiewies in 
No. 12 der Fortsehr. d. Mciicin. Fortsehr. d. Med, 1898, No. 18. 

88) Schwimmer, Fsorospermoeis cutanea vegetans. Aren, für Dermatol. n. 8yph., Bd. 84, 
1892, Ergänsungsheft, 8. 70. 

88a) 8hattoek nnd Ballanee, Negation resolts of psorospermial inoenlation in animals. Brit« 
med. Jonrn. 1891, Vol. I, p. 1127. 

89) Büeoek, Parasitismus by psorospermia. Laneet, 1889, Vol. II, No. 23, 8. 1278. 

&0) Soudakewitoh , Recherche« sur le parasitisme intracellulaire et iatranueleaire che* 
l'homme. Annales de l'Institut Pastenr, 1892, T. VI, No. 8. 

91) Derselbe, Parasitisme intracellulaire des neopUsies cancereuses. Aon. de l'Institut 
Pasteur, 1892, T. VI, No. 8, 8. 646. 

92) Steinhaus, Karyophagus 8alamandrae, eine in den Darmepitheliellkernen parasitisch 
lebende Coccidie. Virchow's Archiv, Bd. 115, 1889, S. 176. 

98) Derselbe, Ueber parasitäre Einschlüsse in den Pankreassellen der Amphibien. 

Ziegler 's Beitrage, Bd. VII, 1890, S. 865. 
94) Derselbe, Ueber abnorme Einschlösse in den Zellkernen menschlicher Qsireb). 

Centralbl. f. pathol. Anat., Bd. II, 1891. 
96) Derselbe, Ueber Careinomeinschlusse. Virchow's Aren., Bd. 126, 1891, 8. 538. 

96) Derselbe, Weitere Beobachtungen Aber Csjrcinomeinschlusse. Virchow's Arch., 
Bd. 127, 1892, 8. 175. 

97) Derselbe, Bemerkungen mm Aufsatie „Ueber Carcinoma Ton Dr. Karg in der Zeit- 
schrift für Chirurgie, Bd. 84. Centralblatt f. path. Anat., 1892, 8. 900. 

98) Steven and Brown, On the so-called parasitie protoioa of eaneer. Journ. of Pathol. 
and Bakteriol., Bd. II, 1893, 8. 26. 

99) Stroebe, Zur Kenntniss verschiedener cellnl&rer Vorgange und Erscheinungen in Ge- 
schwülsten. Ziegler 's Beitrage, Bd. XI, 1892, 8. 1. 

100) Derselbe, Ueber Vorkommen und Bedeutung der asymmetrischen Karyokinese etc. 
Ziegler's Beiträge, Bd. XIV, 1893, 8. 154. 

101) Thin, Ueber Paget'sche Krankheit Brit. med. Journ., 1891, Vol. I, 8. 1071. 

102) Tördk, Die neueren Arbeiten über die Psorospermien der Haut. Monatsh, für prakt. 
Dermatol., Bd. XV, 1892. 

108) Derselbe, Die protosoenartigen Gebilde des Carciooms und der Paget'schen 

Krankheit Monatshefte für prakt. Dermatol, Bd. XVI, 1893. 
,104) Touton, Ein durch Arsen geheilter Fall von sog. Hautsarcomatose etc. Protoioen- 

annliche Gebilde in den Hanttamoren. Manch, medic. Wochenschr., 1893, No. 2 u. 8. 

105) Derselbe, Ueber Bussel' sehe Fuehslakörperehen und Goldmann' sehe Kugel - 
zellen. Virchow's Arch., Bd. 132. 

106) Derselbe, Discussion Über die Psorospermienlehre. Leipziger Dermatologen-Congrcss, 

1891, Arch. für Dermatol. u 8yph., 1892, Ergäninngsheft 1, 8. 94 (Molluscum). 

107) Unna, Zur Kenntniss der hyalinen Degeneration der Carcioomepithelien. Dermatolog. 
Zeifechr., 1893. 

108) Virchow, Bemerkungen Über die Carclnomiellen-Einschlasse. Virchow's Arch., 
Bd. 127, 1892, S. 188. 

109) y. Wasielewski, Herpes zoster und seine Einreibung unter die Infectionskrankheiten. 
Ref. Centralbl. für pathol. Anat., 1893, Bd. IV, 8. 71. 

110) Woodhead, The Morton Leeture on cancer and cancerous diseases. Brit. med. Journ., 

1892, Vol. I, S. 954. 

111) Wright, The pathogenic Sporosoa. Formal opening of the biological Department of 
the University of Toronto, Dec 1889. 

112) Ziegler, Lehrbach der Allgemeinen patholog. Anatomie, 1892. Epithelioma contagiosum, 
S. 618. 

Seit im Jahre 1891 in diesem Centralblatt l ) eingehend yon mir über 
den damaligen Stand der Forschungen bezüglioh der Histogenese und Aetio- 
logie des Carcinoma berichtet worden ist, sind auf diesem Gebiete eine be- 



1) Stroebe, Neuere Arbeiten ftber Histogenese und Aetiologie des Carcinoms, Cen- 
tralblatt für path. Anat., 1891, No. 10 und 11. 



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— 15 — 

JrJchtliohe Zahl Ton Arbeiten erschienen, welche tioh meist mit der Suche 
lieh einem Caroinomparasiten beschäftigen, bezw. für und wider die 
oporosoennatur der von Thoma, Sjöbring, Malassei, Rassel, 
Dinier, Wiokham ni (vgl. mein genanntes früheres Referat) ans 
bebten und andern Epithelerkrankungen beschriebenen Zeileinschlasse ein- 
treten. In Folgendem sollen die , wesentlichen Arbeiten, welohe seit dem 
Ineheinen meines ersten Referates aber die Caroinomfrage pubücirt 
worden sind, einer Besprechung unterzogen werden. Entsprechend der 
jüshiang, welche die Forschung in den letzten Jahren eingehalten hat, 
werden sich die folgenden Zeilen ganz vorwiegend mit den Zelleinsohldssen 
is Krebsen, den fraglichen Sporozoen des Garoinoms zu beschäftigen 
kben; die Sporozoen der Malaria werden nicht weiter berührt werden. 

Vorausschicken will ich dem Theil dieses Berichtes, welcher vom Para- 
sitismus bei Garoinom handelt, einige Bemerkungen einmal aber Unter- 
suchungen, welche sich mit Sporozoenerkrankungen bei Thieren 
beschäftigen, sodann über einige Erkrankungen besonders der äusseren 
Hut des Mensehen, welohe von manohen Autoren auf parasitische, intra- 
zellulare Sporozoen zurückgeführt werden, während andere von einer para- 
sitären Natur der fraglichen intraoellulären Gebilde sieh nicht überzeugen 
können, — ioh meine die Darier'sche Krankheit, nach der Angabe ihres 
Entdeckers als „Psorospermose follioulaire vege*tante" bezeichnet, das Mol» 
lssenm contagiosum d a s Epithelioma follioulare (0. Israel) 
sad die Paget'sche Krankheit der Brustwarze. 

Die Untersuchungen über die Sporo 10 enerkrankungen bei Thie- 
ren sind für die mensohliohe Pathologie deswegen von Wichtigkeit weil das 
Stadium ihrer morphologischen und biologischen Verhältnisse Anhaltspunkte 
für die Erkennung und Beurtheilung etwaiger Sporozoenbefunde beim Menschen 
liefern kann; freilich darf hier von vornherein hervorgehoben werden, dass 
feesfiglieh des Vorkommens von Sporozoen in menschlichen Geweben (ich 
nähme hier die wohl als siehergestellt zu betrachtenden Sporozoen der Ma- 
kria aus) Schlüsse auf Grund bloss morphologischer Uebereinstimmung 
einzelner Erscheinungsformen nur mit grösster Vorsioht gezogen werden 
dürfen. Auf eine vollständige Wiedergabe der ziemlioh zahlreichen Arbeiten 
aber Sporozoenerkrankungen bei Thieren muss hier verziohtet werden. 
Wer sich in dieser Hinsioht genau zu informiren wünscht, findet in den 
isrsohiedenen Arbeiten (64 — 67) L. Pfeiffer'a, besonders in dem von diesem 
Autor herausgegebenen vorzüghoh ausgestatteten Atlas (65) eine ausführ- 
liche Darstellung der betreffenden Verhältnisse. Pfeiffer behandelt in 
2 Theilen, deren einer den Text mit 62 erläuternden Figuren, der andere 
einen Adas mit 80 Mikrophotogrammen enthält, fast ausschliesslich auf 
Grand eigener Erfahrungen und Untersuchungen die Sporozoeninfeotionen, 
▼ie sie bei Mollusken, Würmern, Insekten, Fischen, Amphibien, Vögeln und 
Siogern vielfaeh vorkommen. Bemerkenswerth ist, dass manche dieser Er- 
krankungen epitheliale Gewebe betreffen, und dass die in den Epithelzellen 
schmarotzenden Sporozoen häufig eine Hypertrophie und Hyperplasie dieser 
Zellen nach sioh ziehen. Indes kommen auch Erkrankungen der willkür- 
lichen Muskulatur durch Sporozoen vor» besonders bei Fischen, wo sieh die 
IaCsetion manchmal auch im Verlaufe der Nerven ausbreiten, als eine „Poly- 
■saritis parasitica" auftreten kann. Infection der rothen Blutkörperchen 
durch Sporozoen kommen bei Batrachieren, Vögeln und Säugern vor (beim 
Menschen bei der Malaria). Biologie, Nomenolatur und Systematik der 



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- 16 — 

Sporozoen weißen noch viel Unaufgeklärtes and manche Unsicherheiten auf ^ 
nach Btitsohli werden sie eingetheilt in Gregannen, Goocidien nnd Spo- 
rictien; aus der 2. Ordnung ist das Coocidium oviforme, der Pararit der 
Leber und Darm-Psorospermose des Kaninchens, wohl bekannt; auf diese Er- 
krankung soll später noch näher eingegangen worden. Die Sporidion mit 
ihren Unterordnungen der Sarkosporidien, Mikrosporidien und Mykrospori- 
dien sind Torwiegend Muskelparasiten bei Kalt- und Warmblütern (Sporidien- 
tumoren in der Muskulatur Ton Fischen« Mies che r 'sehe 8ehläuohe bei 
Schafen, Schweinen, Pferden). Als eine weitere Unterordnung, die Himesperi- 
dien, fuhrt Pfeiffer die Blutparasiten bei Fröschen, Vögeln und beim 
Menschen (Malariaplasmodien) an. Die beiden} lotsten von P. unterschiede- 
nen Gruppen, welohe die Amoobosporidien, nach P/s Ansicht die intracelra- 
lären Parasiten beim Spithelialoaroinom, ferner die Blut- und Epithelsell- 
parasiten bei acuten Exanthemen des Menschen betreffen, sollen spfiter an. 
entsprechender Stelle ausführlichere Erwähnung finden. 

Bezüglich der Entwicklung der Coeoidien und Sporidion hat sieh bei: 
einer grösseren Anzahl von Arten feststellen lassen, dass auf eine prote- 
plasmatische Jugendform, welohe etwa einer einfachen hüllenlosen Zelle- 
gleioht» nach Zunahme des Volumens eine Bnoystirung erfolgt. Hierauf 
tritt in der von der Kapsel umschlossenen protoplasmatisohen Masse de» 
Psarasiten eine Segmentirung in eine Anzahl von Körperchen, Sporocysten,. 
Sporoblasten oder 8poren 1. Ordnung ein; im Innern dieser Sporoblasten 
entwickeln sich sodann die eigentlichen Sporen, kleine sichel- oder nari- 
celleniörmige Gebilde, und es hat sieh gezeigt, dass die Sporenzahl, welohe 
in einem Sporoblasten entsteht, für einzelne Arten eine constante ist, somit 
als charakteristisches Merkmal der Art gelten kann. Aus der Spore ent- 
steht sodann wieder die protoplasmatische Jugendform. Nicht immer kommen 
saamtliche Stadion zur Ausbildung, Abkürzungen kommen häufig ^or 9 bei 
vielen Arten werden einzelne Stadion übersprungen. Manche der Eot- 
wieklungsphasen werden von den parasitären Sporozoen im Innern thieri- 
scher Wirthe, meist in Epithel- oder Muskelzollen derselben durch- 
gemacht, während andere wieder sieh nur ausserhalb des Wirthes vollziehen, 
können. 

Wright (111) giebt eine kurze, naoh Art einer Vorlesung gehaltene Ueber- 
sieht über das bezüglich der bei Thieren und Menschen vorkommenden 
parasitären Protozoen bekannte Material unter gleichzeitiger Demonstration 
entsprechender Präparate. Steinhaue (92) beschreibt aus den Darm- 
epithelsollen von Salamandra einen Parasiten, der sich im Innern des Zell- 
kerns entwickelt und dabei die Kernsubstanz aufzehrt. Er glaubt, den 
Schmarotzer zu den Coeoidien zählen zu müssen, und belegt ihn, entsprechend 1 
seiner kernzerstörenden Eigenschaften, mit dem Namen des „Karyophagu* 
Salamandrae". 

Es handelt sich nach Steinhaus bei den Jugendformen des Parasiten 
um eine kleine, scharf begrenzte, mit Kern und Kernkörperehen ausgestattete- 
Zelle, welohe im Innern des Kernes der Darmeptthelzelle liegt, mit zu- 
nehmendem Waohsthum die Kernsubstanz der Wirthszelle immer mehr,, 
manchmal ohne Bückstand verbraucht. Die Vermehrung des Parasiten wird 
durch eine mehrfach wiederholte Theilung seines Kernes eingeleitet, welche 
nach einem der Karyokinese zwar nicht gleichen, aber doch ähnlichen Typue 
erfolgen soll. — Das den einzelnen jungen Kernen zufallende Protoplasma. 



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nimmt sichelförmige Gestalt an und es bilden sioh anf diese Weise regel- 
mässig angeordnete sichelförmige Körperchen, Sporen, welche Anlass zur Bin- 
reihnng das Parasiten unter die Sporozoen geben. Aus den Sioheln gehen 
sodann wieder amöboide Formen hervor, welche dem intranuoleären Anfangs* 
Stadium gleichen. Naohdem dieselben die zerstörte Wirthszelle verlassen 
haben, wandern sie in andere Epithelzellkerne ein, wo sodann dieselbe Ent- 
wieklungsreihe von Neuem beginnt. 

In den Pankreaszellen verschiedener Amphibien hat sodann Stein- 
haus (93) kleine wurmförmige Gebilde beschrieben, welohe von früheren 
Beobachtern theils als „Nebenkerne 41 besehrieben worden sind, theils auch 
anderweitig zu Secretionsvorgängen in der Drüsenzelle in Beziehung gesetzt 
worden. St hält diese Zelleinsohlüsse für Parasiten und ist geneigt, ohne 
jedoch ihre Entwicklungsgeschichte näher verfolgen zu können, sie zu den 
Sporozoen zu rechnen. 

Dem gegenüber erklärt Eberth (21), dass die von Steinhaus im 
Kaltblüterpankreas beschriebenen Körperchen mit Parasiten, speeiell mit 
Sporozoen nichts zu thun haben, auch nicht in Beziehung zu den Zellkernen 
stehen, sondern dass sie durch eine Art von Verquellung und Verklumpung 
der Zellgerüstfäden entstehen und vielleicht als „Pseudokerne" bezeichnet 
werden können. 

Etwas genauer mag hier nooh auf die Sporozoenerkrankung der 
Kaninohen eingegangen werden, welche ja für den Medieiner ein beliebtes 
Objeet zu Sporozoenstudien bildet 

Malaaaea (48) hat die Psorospermose der Kaninchenleber eingehend 
studirt Bekanntlich führt dort die Infeetion der Gallengänge mit dem 
Ooceidium oviforme (Leukart) zu einer hochgradigen hyperplastisohen 
Wucherung des auskleidenden Epithels dieser Kanäle, welche zur Bildung 
^ reichlich dendritisch verzweigter papillärer Wucherungen ins Lumen der 
GaUengänge hinein führt. Diese mit stark proliferirendem Epithel über- 
zogenen Papillen dehnen die Gallengänge stark aus, indem sie das einfach 
röhrenförmige Cavum in einen vielfach verzweigten Hohlraum verwandeln, 
so dass jetzt die knotenförmigen Goocidienherde der Leber ein mikroskopisches 
Bild bieten, welches an ein papilläres Adenom oder Adenokystom erinnert 
(Vergl. auch die Abbildung bei Ziegler, Lehrbuch d. Allgem. pathologischen 
Anatomie, 1892, S. 617.) Bezüglich der Coccidien der Kaninohenleber kommt 
Malasses zu dem Ergebnis«, dass manche der intraoellulären Ent- 
wiekelungsstadien dieser Parasiten die grösste Aehnliohkeit besitzen mit den 
Gebilden, welche von einer Anzahl französischer Autoren als Sporozoen bei 
Darier'soher Krankheit (Psorospermose follioulaire vegdtante) bei Molluscum eon- 
tagioenm, bei Pag et 's Brustwarzenkrankheit und bei Garcinomen beschrieben 
worden sind. Besonders betrifft diese morphologische Uebereinstimmung die 
jugendliehen protoplasmatisohen Formen der Oocoidien, welche als kleine 
rwndTiehe, theils homogene, theils auch granulirte Körperchen mit mehr oder 
weniger scharf differenzirter, umhüllender Bandschioht im Zellprotoplasma der 
inncirten GnUengangsepithelien eingeschlossen liegen. Malassez betont, 
das» durch aolohe nachweislich parasitäre Einschlüsse wie die Jugendformen 
der Keninohen-Coocidien, Zellbilder erzeugt werden können, welohe manch- 
mal eine gro sse Aehnliohkeit mit solchen Zellen haben, in denen die Produete 
und degenerativer oellulärer Vorgänge zur Ausscheidung gelangt 
Es gleichen die eingeschlossenen Coccidien oft auffallend den Körnern 

OaMMatt t Aflf. FiümI. V. 2 



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— 18 — 

und Kugele, welche bei hyaliner Degeneration, bei Verhornung und Verfettung 
im Zellprotoplasma auftreten. 

B. Pfeiffer (68) hat eine ausführliche, durch 12 photographische Tafeln 
mit 24 Photogrammen illustrirte Bearbeitung der Cocoidienerkrankung der 
Kaninohenleber und des Darmes geliefert. Auch im Darme äussern sich, 
ähnlich wie in den Gallengängen, die durch die Cocoidieninfeotion bedingten 
histologischen Veränderungen hauptsächlich in einer hyperplastisohen Wuche- 
rung der erkrankten Epithel- bezw. Drüsensohioht Den Leber- und den 
Darmparasiten hält Pfeiffer für dieselbe zoologische Species, entgegen 
früheren Ansichten, welche dem Coccidium oviforme der Leber das Coccidium 
perforans des Darmes entgegenstellten. Die Untersuchung des Entwicklungs- 
ganges der Coocidien ist mit einigen technischen Schwierigkeiten verknüpft, 
da manche Stadien äusserst labil und vergänglich sind; Pfeiffer untersuchte 
sowohl frisches als auoh in Osmiumsäure fixirtes Material, letzteres nach 
Färbung in Saffranin oder Hämatoxylin. Die Jugendform des Parasiten prä- 
sentirt sich als rundliches Protoplasmaklümpchen etwa von der Grösse eines 
rothen Blutkörperchens, mit einem vaouolenartigen Kerne, der sich mit den 
gewöhnlichen Kernfarben nicht färbt, während ein nucleolenartiges Gebilde 
Tinotion annimmt. Diese Körperchen finden sich theils frei im Inhalte der 
dilatirten Gallengänge, theils im Protoplasma der Cylinderepithelien ihrer 
Wand. Eigenbewegung Hess sich an ihnen nicht feststellen. Bei der weiteren 
Entwicklung, welche sich ausschliesslich intracellulär su vollziehen scheint, 
drängt der Parasit mit zunehmendem Wachsthum den Kern der Cylinder- 
zelle an den Fuss derselben, dehnt die Wirthszelle stark aus, nimmt körniges 
Protoplasma an und umgiebt sich mit einer doppelt contourirten Sohale. Die 
reife Cyste ist oval, ihr protoplasmatisoher, kernhaltiger Inhalt hat sich etwas 
von der Kapsel wand retrahirt Pfeiffer 's Verdienst ist es, neben der bis- 
her allein bekannten exogenen, ausserhalb des Wirthsthieres sich vollziehenden 
Vermehrungsweise des Cocoidium oviforme die schon längst vermuthete 
endogene, im Körper des Kaninchens ablaufende Sporulation als erster nach- 
gewiesen zu haben. 

Die exogene Sporulation läset sich nach 4 — 5 Tagen an den encystirten 
Exemplaren im hängenden Tropfen beobachten, nachdem dieselben ihre Wirths- 
zelle zersprengt und mit den Ezorementen oder auf andere Weise aas dem Thier- 
körper hinaus befördert worden sind. Das Protoplasma der Cyste theilt sich dann 
unter Zurücklassung eines Bestkörpers in 4 erst pyramidal gestaltete, sodann 
kuglige, hierauf ovoid werdende Gebilde, welche sich mit einer Membran 
umgeben. Der Inhalt dieser encystirten seoundären Ovoide zerfallt nun 
in je 2 sichelförmige Keime mit dickerem, keulenförmigem Kopftheile und zu- 
gespitztem Schwanztheile. Eine Weiterentwicklung der Sicheln war ausser- 
halb des Thierkörpers nicht zu beobachten. 

Die von Pfeiffer entdeckte „endogene" Sporulation vollzieht 
sich an den jungen protoplasmatisohen, membranlosen frei oder .intracellulär 
liegenden Coccidien im Innern die Krankheitsherde. Die jungen Parasiten 
segmentiren sich ohne vorherige Encystirung durch Ausbildung radiärer 
Scheidewände in eine unbestimmte Zahl von Sicheln derart, dass das seg- 
mentirte Cocoidium einer ihrer Sohale beraubten Orange gleicht. Die 
Sicheln, an welohen sich weder Eigenbewegung noch Bewegungsorgane 
(Geissein) mit Bestimmtheit nachweisen Hessen, sind äusserst vergängliche 
Gebilde; sie wandeln sich im Thierkörper wahrscheinlich wieder in die proto- 



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plssmetieehen Jugendformen um. Einige experimentelle Thatsaohen sprechen 
dtf&r, daas Bauen toff und niedrigere Temperatur die Bedingungen für die 
exogene Sporulation sind, während die höheren Wärmegrade des Thierkörpers 
snd der fast yöllige O-Mangel in demselben das Zustandekommen der endo- 
genen Sporulation ermöglichen. Die Infection der Kaninchen kommt wohl 
in Stande durch Verschlucken reifer, zur exogenen Sporulation gelangter 
Cysten, deren Schale sodann durch die Verdauungsfermente aufgelöst wird. 
Die freigewordenen Sporen entwickeln sich hierauf in der Darmsohleimhaut 
oder in der Leber weiter, in welch letztere sie nach P.'s Meinung durch 
den Ductus choledochus gelangen. 

Der Nachweis eines doppelten Sporulationsmodus beim Coooidium 
oriforme veranlasst F. die Hypothese auszusprechen, dass vielleicht auch 
den ßporozoen der Malaria ein von besonderen Verhältnissen der Luft und 
des Bodens abhängiges exogenes Stadium zukomme, das etwa im Leibe 
niederer Thiere sich abspielen könne, um dann mit der Luft, dem Wasser, 
rieHaicht auch durch den Stich blutsaugender Insecten (R. Koch) in den 
menschlichen Körper zu gelangen. 

Nach den ausfuhrlichen Untersuchungen Ffeiffer's kann über die 
Arbeit von Felsenthal und Stamm (24) über die Leber- und Darmer- 
krankung der Kaninchen durch Coocidien kürzer berichtet werden. Die 
Autoren bestätigen das ablehnende Verhalten der Kerne des Coccidium 
oriforme gegen Kernfarben. Sie finden die Parasiten, soweit sie intraoellu- 
Ür liegen, nur im Innern der Epithelzellen der Gallengänge und des 
Darmes, niemals im angrenzenden Bindegewebe; wo Malassez sie in der 
Leber beobachtet zu haben angiebt Die von Coccidien inficirten Lebern 
besitzen neben den von Coccidien bewohnten auch solche erweiterte Gallen- 
ginge, welche frei von Parasiten sind; dieselben verdanken ihre Erweite- 
rung wohl einer Verstopfung tiefer gelegener Kanalabschnitte durch Coccidien- 
snhaufungen. Die in Folge der Verstopfung eintretende Gallenstauung setzt 
in der Leber besonders im Umkreis um die knotenförmigen Erkrankungsherde 
Yeranderungen, welche als eine Art biliärer Cirrhose zu bezeichnen sind 
und u. a. reichliche Neubildung von Gallengängen aufweisen. Die Epithel- 
wucherung in den Gallengängen halten die Verff. nur für eine indirecte 
Folge der Coccidien; sie wird durch den einfachen ohronisohen mecha- 
nischen Reiz, den die Parasiten ausüben, hervorgerufen. Es sollen nach 
ihrer persönlichen Anschauung nicht infectiöse Ursachen, welche in den 
Beziehungen der Coccidien zu den Epithelien oder in ihren biologischen 
Eigenschaften zu suchen wären, die Veranlassung zu den papillären oder 
tdenomatösen Neubildungen in den Gallengängen geben. 

Podwysaoski (74) glaubt im Ovarium eines an acuter Cocoidiose der 
Leber leidenden Kaninchens sowohl im Graafschen Follikel als auch in 
dar Eizelle selbst parasitäre Sporozoen, wahrscheinlich zum Coooidium ovi- 
fenae gehörig, nachgewiesen zu haben. 

Delöpine (18) hat Coccidien in Kaninohenleber in der verschiedenen 
Nsnrböden weitergezuohtet, und dabei an ihnen Erscheinungen der Proli- 
fenüon und Vermehrung beobachtet, welche er genauer beschreibt 

Shattook und Ballanee (88a) berichten negativ ausgefallene Impfver- 
ssche, welche sie mit frischen Lebercoecidien des Kaninchens bei Kaninchen, 
Aura, Hunden, Ratten theils cutan, theila subcutan, theils intravenös aus- 
fuhrt hatten. 



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Nocard (59) fand in dem Darm eines jungen Schafes mehrere ge- 
stielte, erhsen- bis haselnussgrosse glanduläre Polypen, welche aus einer 
Btarken Wucherung der Drüsensohicht mit Papiilenbildung hervorgegangen 
waren. Die Epithelzellen sowie auch die Drusenlumina der Polypen ent- 
hielten zahlreiche kleine, runde oder ovale Körperchen, welche nach ihrer 
Lage sowie nach ihrem Aussehen den Coccidien der Kaninchenleber in 
mancher Beziehung sehr ähnelten und von N. auch als Sporozoen, wahr- 
scheinlich zur Gattung Klossia gehörend, aufgefasst werden. 

Clarke (14) beschreibt eine 2 — 3 Jahre bestehende haselnufsgrofse 
adenemartige Geschwulst von der Unterlippe einer Katze; in den Cysten- 
säumen des Tumors glaubt er verschiedene Entwicklungsformen von Gre- 
garinen zu finden, ein Befund der von Buffer und Boioe bei Betrachtung 
von Clark e's Präparaten nicht bestätigt wird. 

Wenn ich hiermit das Gebiet des Sporozoen-Parasitismus bei Thieren 
verlasse, so ergeben sich aus dem Studium desselben als wichtige Gesichts- 
punkte für die Beurtheilung der Sporozoenfrage bei menschlichen Erkran- 
kungen folgende: 

1) Parasitäre Sporozoen können eine hyperplastisohe Wucherung des von 
ihnen inficirten Epithels hervorrufen ; diese Wucherung kann Bildungen erzeugen, 
welche mit echten Geschwülsten im mikroskopischen Bild die grösste Aehnlioh- 
keit besitzen (Veränderungen der Gallengänge beim Kaninchen, des Darmes 
beim Schaafe, weiteres diesbezüglich im Atlas von L. Pfeiffer). 

2) Gewisse Formen der Coccidien (beim Kaninchen) stimmen morpholo- 
gisch auffallend überein und könnten verwechselt werden mit Gewebszellen, 
in welchen die Produote regressiver und degenerativer Vorgänge (Körner und 
Kugeln bei hyaliner Degeneration, Verhornung und Verfettung) im Proto- 
plasma zur Ausscheidung gelangt sind (Malassez). 

Wenden wir uns nun zu der umfangreichen neuen Literatur, welche die 
Beziehungen parasitärer Sporozoen zum Menschen behandelt, 
so darf im Voraus bemerkt werden, dass wir uns hier, abgesehen von den Hämato- 
zoen der Malaria und von ganz wenigen anderweitigen, anscheinend sicher 
gestellten Fällen, in denen Sporozoen beim Menschen nachgewiesen werden 
konnten, noch auf der Stufe der grössten Unsicherheit und im Lande der 
Vermuthungen und Annahmen befinden. Es gilt dies von einer Reihe von Er- 
krankungen epithelialer Gewebe, deren Ursache von vielen Autoren in Sporo- 
zoen gesucht wird, und unter diesen Erkrankungen in erster Linie vom 
Caroinom. Bevor ich auf die Caroinomliteratur übergehe, mögen die Arbeiten 
Erwähnung finden, welche anderweitige Erkrankungen des Menschen auf 
Sporozoen zurückführen. 

Zunächst noch eine Bemerkung über parasitäre Sporozoen im Thier- 
reioh, welche einen möglichen Weg der Infeotion des Menschen mit diesen 
Parasiten zeigt. PodwyBsoaki (73) fand im Biweiss frischer Hühnereier, 
welche aus Südrussland stammten, nicht selten bis stecknadelkopfgrosse graue 
Pünktchen, die sich bei mikroskopischer Untersuchung als dichte Anhäufungen 
von Coccidien erwiesen, in denen alle Stadien der Sporenbildungen, auch er- 
öffnete Sporooysten und freie 8poren sioh vorfanden. 

Was nun die Sporozoenerkrankungen des Menschen be- 
trifft, so hat, wie ich schon in einem früheren Referate erwähnte, eben- 
falls Podwyssozki (Central bL für Bakteriol. u. Parasitenk., 1889, No. 2) 



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darauf hingewiesen, da«s in der Leber knotenförmige oder mehr diffuse 
Coeddieninfectionsherde vorkommen und daas vielleicht bei manchen Formen 
der Lebercirrhose nach diesen Parasiten zu suchen wäre. Steinhaus (94) 
beichreibt ebenfalls in den Leberzellen einer biliären Girrhose intranueleär 
gelegene kleine rundliche Körperchen, deren degenerative oder parasitäre 
Katar er nicht iu entscheiden vermag. 

Bland Button (5) beschreibt einen Fall mehrfacher Cystenbildung in 
der 8ehleimhaut des oberen Unterabschnittes beim Menschen, welche er auf 
Coecidieninfection zurückführt. Die Cystenräume, etwa von der Grösse einer 
Erbse, lagen submucös und enthielten kleine, ovale Körperchen, welche mikro- 
skopisch identisch mit dem Cocoidium oviforme der Kaninchenleber waren. 

Silcock (89) berichtet über meinen Krankheitsfall mit typhusähnliohem 
Verlauf, bei welchem sich bei der Section in der vergrösserten Leber und 
Milz Stecknadelkopf- bis erbsengrosse, zu Gruppen stehende käsige Herde mit 
entzündeter Randzone fanden ; im Ileum und im Dickdarm fanden sich papu- 
losa Erhebungen in der Schleimhaut mit entzündlichen Erscheinungen; in 
der linken Lunge ein kleiner pneumonischer Herd. Die makroskopischen 
Veränderungen erinnerten an Tuberoulose. Das Mikroskop wies in den Käse- 
herden Ooceidien nach, welche sich im Körper des Menschen nicht weiter 
zn entwickeln schienen; wohl aber erfolgte die weitere Entwicklung der 
eingekapselten Formen in Wasser und in schwacher Lösung von chromsaurem 
Kali, wie sie zu Härtungszweoken gebraucht wird. In der Leber betraf die 
Coecidieninfection die Gallengänge; in die Milz waren die Parasiten nach der 
Annahme von Silcock auf dem Blutwege gelangt. 

Ein dem vorstehenden ähnlicher Fall wird von Hadden (30) erwähnt; 
die Goccidien fanden sich im Herzen, dem Herzbeutel, den Pleuren, dem 
Peritoneum, der Leber und der Milz. 

Hiermit verlassen wir diejenigen Fälle menschlicher Erkrankungen, bei 
welchen die relative Einfachheit und Klarheit der histologischen Verhält- 
nisse die zoologische Erkennung parasitärer Sporozoen mit ziemlicher Ge- 
wissheit zu ermöglichen schien und begeben uns auf das vielumstrittene 
Feld des Sporozoen-Parasitismus bei verschiedenen Erkran- 
kungen der Epithelien. 

(Schluss folgt.) 



Referate. 



Hildebrand, ©•, Weitere Beiträge zur Lehre yon den durch 

abnorme Zahnentwicklung bedingten Kiefertumoren. 

(Deutsche Zeitschr. f. Chir., 1893, Bd. 35, Heft 6/6.) 

H. hat früher einen Fall publicirt (Referat 8. dieses Gentralbl., 1892, 

No. 11), in dem einem 12-jährigen Pat. aus den Körpern beider Ober- 

und Unterkiefer ca. 150—200 Zähne exstirpirt worden waren. 



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— 22 — 

1 Vi J&hre später waren der rechte Oberkiefer und beide Unter- 
kiefer von Neuem stark aufgetrieben und aus ihrem Innern wurden aber- 
mals ca. 150 zu (Konglomeraten verbackene Zähne entfernt und ein 
zwischengelagertes weiches Gewebe mit 2 erbsengrossen glasigen Körpern« 
Letztere stellten sich als Zahnanlagen heraus, in denen 2 in Entwicklung 
begriffene Zähne mit allen Bestandteilen, Papille, Dentinkeim, Schmelz- 
organ, in normaler Anordnung vorhanden waren und ausserdem Häufchen 
und Züge von Epithelien, die denen des Schmelzorgans glichen. 

Es war also eine Menge überschüssigen Epithels im Kiefer vor- 
handen, welches weit über den normalen Endtermin hinaus zur Zahn- 
bildung führte, desselben Epithels, welches andere Male die Grundlage 
für Adenokystome und Carcinome geben kann. 

M/p. Schmidt (Strauburg). 

Haberern, Daten zur Lehre von den Callus tumoren. 
(Langenb. Arch., Bd. 43.) 

Bei einem 54-jährigen Manne entwickelte sich 9 Monate nach einer 
Comminutiv-Fractur am Ende des unteren Drittels des Humerus, die 
normal geheilt war, ein grosses, schnell wachsendes Chondrosarkom an 
der Bruchstelle. Der Tumor umgriff den ganzen Knochen, entbehrte 
jeder knöchernen Hülle, drang in die Musculatur des Tricep3 ein ; da- 
neben war deutlicher Gallusrest vorhanden, in den die Neubildung 
überging. 

Aus der Literatur kann H. nur 16 ähnliche Fälle von Callustumoren 
zusammenstellen, in denen Sarkome, Osteome und Enchondrome gebildet 
waren. 

Eine genaue Prüfung des Materials rücksichtlich der Entstehung 
der Tumoren ergiebt nur, dass in einigen Fällen eine mechanische 
Reizung, besonders mehrmalige Fractur an derselben Stelle als Ursache 
angesehen werden kann. Bei seinem Pat. bringt H. die Tumorentwicklung 
mit einer durch einen Rosenkranz angedeuteten abgelaufenen Rachitis in 
Zusammenhang und hält für den Ausgangspunkt Knorpelpartieen, die im 
knöchernen Callus zurückgeblieben waren. m. b. Schmidt (Str*$$iwrg). 

Leydhecker, Otto, Ueber einen Fall von Oarcinom des 
Ductus thoracicus mit chylösem Ascites. (Virch. Arch. 
Bd. 134, S. 118.) 
Verf. giebt zunächst eine kurze Uebersicht der Erkrankungen der 
Chylusbahnen , dann ausführliche Anamnese, Krankengeschichte und 
Sectionsprotokoll eines Falles von Cylinderzellenkrebs des Magens mit 
Metastasen in Leber, Lungen, Peritoneum, Ovarien und den verschie- 
densten Lymphdrüsen, carcinomatöser Infiltration und Thrombose des 
Ductus thoracicus mit Lymphstauung, chylösem Ascit, fetthaltigen Pleura- 
transsudaten. Letztere führt er theils auf carcinomatöse Pleuritis, 
theils auf vielleicht eingetretene Berstung eines mediastinalen Ghylus- 
gefässes zurück. Er geht genau den causalen Zusammenhang der Er- 
scheinungen und anatomischen Bilder durch, citirt die übrigen 5 bisher 
beobachteten Carcinome des Ductus thoracicus ausführlich und verbreitet 
sich über das Vorkommen von Ascites chylosus im Gegensatz zu Ascites 
adiposus. Er kann Bedenken gegen die Auffassung, dass es sich bei 



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— 23 — 

letzterem ausschliesslich um fettige Degeneration der Epithelien handle, 
in keinem der bisher angegebenen Fälle ganz unterdrücken und „findet 
die einfachste Erklärung in der Annahme pathologischer Veränderungen 
an den feinsten Wurzeln der Chylusgefässe." Auch das Fehlen von 
Zucker (Senator) spricht nicht gegen chylösen Ascit, wie Senator 
selbst zugiebt, da v. Mering und Andere Resorption des Zuckers auf 
dem Pfortaderwege nachwiesen. Deshalb glaubt L. auch in einem Falle 
von fetthaltigem Ascit bei Nephritis, Endocarditis, Herzdilatation etc. 
trotz negativen Ausfalles der anatomischen Untersuchung eine Berstung 
eines kleinen Chylusgefässes durch die allgemeine Stauung oder eine 
Tran8&udation durch die abnorm durchlässige Chylusgefässwandung an- 
nehmen zu dürfen. An die Möglichkeit von Ascites adiposus darf man 
nur denken, wenn hochgradige Fettdegeneration des Bauchfells, und für 
die chylöse Natur des Ascites keine Ursache zu finden ist. Aber auch 
da muss man an die Möglichkeit eines gemischten Ascites denken, da 
durch die hochgradige Afiection des Peritoneums sehr wohl an einer 
Stelle Chylusgefässe arrodirt oder entzündlich gereizt sein können. Eine 
Bestätigung seiner Ansicht sieht er endlich in dem Versuche Strauss', 
der nach einer Punction, bei der milchiger Ascites entleert wurde, dem 
Patienten eine Emulsion von viel Butter in Milch gab und bei der 
folgenden Punction eine viel milchigere und opakere Flüssigkeit erhielt. 
Bei der Section war der Ductus selbst normal, aber bedeutsame (wohl 
carcinomatöse) Veränderungen an den Wurzeln der Chylusgefässe. 

Ooebel (Zürich). 

Newmann, D., Malignant disease of the tonsils, with ten 
illustrative cases etc. (The Am. Journ. of the med. sc, Vol. 103, 
S. 487.). 
Verf. beschreibt zunächst 2 Sarkome der Mandeln, das eine war 
ein Spindelzellensarkom, wuchs langsam und liess die Lymphdrüsen un- 
behelligt; es wurde mit Erfolg operirt, doch es entstand ein gleicher 
Tumor an der anderen Mandel, der schnell Lymphdrüsen, Gaumen und 
Pharynx mit erfasste; das zweite war ein Lymphosarkom, gefolgt von 
eitriger, acuter Entzündung, welches ebenfalls rasch um sich griff. 
Hierzu kamen 8 Carcinome, von denen 2 deshalb hervorstechen, weil 
sich das eine an ein syphilitisches Gumma der betr. Mandel etc. an- 
schloss, und das andere bei einem Patienten auftrat, der vorher eine 
Ingusche Kehlkopfulceration durchgemacht hatte. Im Uebrigen war die 
Tendenz, die Nachbarorgane zu ergreifen, verschieden bei den verschie- 
denen Fällen. H. Starke {Freiburg t. B.). 

Bis, F., Ein Fall von Cyste des grossen Netzes. (Bruns, 
Beitr. zur klin. Chirurgie, Bd. 10.) 
Krön lein hat eine kleine Cyste des Netzes exstirpirt mit grau- 
röthlich- schmierigem Inhalte. Die mikroskopische Untersuchung der 
dicken Cystenwand, von Prof. Bibbert durchgeführt, ergab einen be- 
merkenswerthen Befund. In dem mit Spindelzellen durchsetzten verfilzten 
Gewebe fanden sich Riesenzellen mit eigentümlichen, strahlig gebauten 
Einschlössen, die an unvollkommen entwickelte Theile von Schimmelpilzen 
erinnerten. R. glaubt denn auch, dass primär eine umschriebene Mykose 



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— 24 — 

des Darmes vorgelegen hätte, die, durchgebrochen einen localen Ent- 
zündungsherd bewirkte, der unter cystenartiger Abkapselung ausheilte, 
während die im Granulationsgewebe eingeschlossenen Pilze solch ver- 
kümmerte Formen zeigten. Oarri (iMmic*). 

Tietze, Beitrag zur Kenntnis 8 des Rankenne uro ms. (Langen - 
beck's Arch., 1893, Bd. 45, Heft 2.) 

Bei der 27-jährigen Pat. wurde ein seit 20 Jahren entwickelter und 
als Bankenneurom imponirender Tumor, der an der Seite des Kopfes, 
über und hinter dem Ohr inserirte und als lappige, 20 cm lange Haut- 
falte herabhing; ferner eine ähnliche kleinere, hinter dem Kieferwinkel 
angeheftete Geschwulst der anderen Halsseite und 2 der zahlreichen, 
über den ganzen Bumpf verstreuten Knötchen der Haut exstirpirt. Letztere 
stellten Fibrome der Nervenscheide dar. Im Haupttumor lag ein starker, 
sonst normaler, vielfach verzweigter Nervenstamm, der nur an einigen 
Stellen kleine Anschwellungen, reine Fibrome trug und eingebettet war 
in succulentes Gewebe, welches zahlreiche mikroskopisch nachweisbare, 
bindegewebig degenerirte Nervenfasern enthielt. 

Also handelte es sich um eine vom typischen Bankenneurom mit 
dem Geflechtwerk starker bindegewebig entarteter Nerven abweichende 

Form. M. B. Schmidt (Stnuttorg). 

Schimmelbusch, Das Cystadenom der Mamma. (Langenb. 
Arch., 1892, Bd. 44.) 

Scb. fasst unter dem Namen des Cystadenoms die Maladie kystique 
von Beclus nach eigenen und fremden Beobachtungen in ihren klini- 
schen und anatomischen Merkmalen zusammen, um sie scharf gegen 
andere Erkrankungen, Garcinom, Fibroadenom und chronische Mastitis 
abzugrenzen. 

Charakteristisch ist die fast ausnahmslos doppelseitige diffuse Er- 
krankung der Brustdrüse unter Bildung reichlicher bis bohnengrosser 
Cysten ; das Fehlen jeder Verwachsung mit der Nachbarschaft. 

Der histologische Ablauf des Processes gestaltet sich folgender- 
maassen: Wucherung des Epithels, die zuerst zur Vermehrung der Acini 
innerhalb eines Läppchens führt, dann zur Vergrösserung derselben and 
Ausfüllung des Lumens; durch centrale Degeneration der gewucherten 
Epithelien entstehen Zerfallscysten, die unter Schwund des bindege- 
webigen Zwischengewebes zu grösseren Bäumen confluiren. An manchen 
Stellen geht das interstitielle Bindegewebe sklerotische Veränderungen 
ein, eine wesentliche active Theilnahme am Neubildungsprocess zeigt es 
nirgends. 

Das Cystadenom ist eine gutartige Neubildung, doch wurde unter 
43 Fällen 3 mal späterer Uebergang in Carcinom beobachtet 

M. B. Schmidt (Straisharg). 

Schimmelbusch, Das Fibroadenom der Mamma. (Langenb. 

Arch., 1892, Bd. 44.) 

Scb. sammelte 37 Exemplare der abgekapselten, vielfach als Sarkome 

oder Cystosarkome beschriebenen Fibroadenome der Mamma, welche er 

in ihren klinischen und anatomischen Eigenschaften zusammenfassend 



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schildert. Aus der histologischen Untersuchung ergiebt sich, dass trotz 
des verschiedenartigen makroskopischen Aussehens, des bald glatten, 
homogenen Schnittes, bald lappigen oder blättrigen Baues, welcher den 
Eindruck eines cystischen Tumors mit nachträglicher Ausfüllung der 
Räume durch Proliferationen der Wand hervorruft, doch alle eine über- 
einstimmende Wuchsform besitzen : Bei der Wucherung des periackiösen 
Bindegewebes und der Drüsen zeigen die letzteren nicht Tendenz zur 
kegligen Erweiterung, sondern bilden Spaltcysten dadurch, dass sich die 
Wuchsrichtung in die Länge ausdehnt und verzweigte Kanäle mit da- 
zwischenliegenden Blättern entstehen. Cystenbildung mit encystischer 
Wucherung kommt nirgends vor. 

Die Fibroadenome gehören durchaus zu den gutartigen Neubildungen, 
können aber multipel auftreten und so Scheinrecidive machen. 

M. B. Schmidt (8*a$*vrg). 

Chrttmann, Paul, Mehrfache angeborene Missbildungen am 
Herzen. [Aus dem städtischen Krankenhause Moabit in Berlin.] 
(Deutsche medicinische Wochenschrift, 1893, No. 4) 
Verf. beschreibt einen seltenen Fall von mehrfachen Missbildungen 
am Herzen bei einem 2-jährigen Kinde, das an fieberhafter Bronchitis 
starb. Während des Lebens war Cyanose und verstärkter Herzschlag 
vorhanden, Vergrösserung der Herzdämpfung, lautes systolisches Geräusch 
in der ganzen Herzgegend und an den Endphalangen der Finger die 
sogen. Trommelschlägerbildung. — Die Section ergab folgenden Herz- 
befund: 1) grosser Defect im Septum ventriculorum , die zwei oberen 
Drittel einnehmend, 2) Transposition der grossen Arterienursprünge (Aorta 
aus dem rechten, Pulmonalis aus dem linken Ventrikel), 3) Ostium und 
Conus der A. pulmonalis ausserordentlich verengt, 4) die Tricuspidal- 
klappe fehlt vollständig, 5) der Ductus arteriosus Botalli ist offen. — 
Das ganze Herz war hypertrophisch (92 g). h. st % 6 da (FrtS^rg). 

Venturl, Torquato, Quatre cas de 16sions cardiaques rares. 
(Rev. de m&l., 10 juin 1893, S. 608.) 

Von Interesse ist der letzte der mitgetheilten Fälle, eine Missbil- 
dung. Die durch ein vollständiges Septum getrennten Vorhöfe mündeten 
durch ihre gut ausgebildeten, gleichfalls völlig getrennten Ostien in den 
linken Ventrikel Aus demselben entsprangen Aorta und Pulmonalis, 
waren aber transponirt, so dass die Aorta mit den Goronararterien 
rechts vorn, die verengerte Pulmonalis links hinten zwischen Aorta und 
Vorhöfen lag. Ueber das Verhalten der weiteren arteriellen Verzweigung, 
des Ductus Botalli ist nichts gesagt Der rechte Ventrikel war bedeu- 
tend verkleinert Er communicirte mit dem linken Ventrikel nur durch 
eine Oeffnung im Kammerseptum, die sich gerade unter dem Aorten- 
ostium befand. Weder Tricuspidalis noch Pulmonalis standen mit ihm in 
Zusammenhang. 

Die beiden ersten „seltenen" Fälle sind gewöhnliche complicirte 
Herzfehler bei 2 Schwestern. 

Der dritte Fall betrifft eine 22-jähr. chlorotische Frau, die unter 
den Erscheinungen von Herzinsufficienz starb. Bei der Section fand sich 
ein hypoplastisches Hers von 145 g Gewicht, 18 cm Umfang in der 



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— 26 — 

Atrioventricularfurche, 10,5 cm Durchmesser in derselben Höhe. Die 
Form des Kammertheils war fast cylindrisch. Es bestand Pericarditis 
and schwielige Myocarditis. Die Klappen waren normal. 

Bomberg (Leipmg)- 

Josserand et Roux, Note sur nn cas d'endocardite infectieuse 
expärimentale. (Arch. de m6decine expär. et d' anat patbologique, 
1892, No. 4.) 
Eine 19-jährige Haushälterin stirbt an einer 4 Monate lang dauernden 
infectiösen, ulcerösen Endocarditis der Aorta und Mitralis. Etwa 5 Wochen 
nach dem Krankheitsbeginne wird ein Blutstropfen aus der Fingerspitze 
auf Agar verimpft. 3 1 /, Wochen später wird ein Kaninchen mit dem 
gezüchteten Spaltpilze intravenös geimpft: nach 4 Wochen Tod, Endo- 
carditis der Aorta und Mitralis. Der Spaltpilz steht dem Staphylococcus 
citreus nahe, ohne mit ihm völlig übereinzustimmen. Zwei weitere Blut- 
proben Waren Steril. 0. Nauwerei {KGnigtberg i. A».). 

Krehl, L., Ueber fettige Degeneration des Herzens. [Aus 
d. med. Klinik zu Leipzig.] (Deutsch. Arch. für klin. Med., Bd. öl, 
Heft 4 u. 5, S. 416.) 

Da makro- und mikroskopische Untersuchung kein hinreichend genaues 
Urtheil über den Grad der Verfettung eines Herzens gestatten, hat K. 
bei einer grösseren Reibe von Herzen den Fettgehalt chemisch bestimmt 
und ist dabei zu überraschenden, den bisherigen Anschauungen vielfach 
widersprechenden Resultaten gelangt. Bei der zur Bestimmung des 
Fettes verwendeten Aetherextraction des Herzmuskels werden nicht nur 
die mikroskopisch sichtbaren Fetttröpfchen, sondern auch die das Licht 
ebenso wie die Eiweisskörper brechenden und deshalb nicht sichtbaren 
Fettverbindungen, Lecithin und Seifen, extrahirt. Letztere sind in ver- 
schwindender Menge oder gar nicht vorhanden, können also vernach- 
lässigt werden. Das Lecithin wurde vielfach isolirt bestimmt. Es er- 
gaben sich dabei meist so geringe Schwankungen des Lecithingehalts 
der verschiedenen Herzen, dass auch bei den Fällen, in denen das 
Lecithin nicht gesondert bestimmt wurde, der Gesammt-Aetherextract 
einen ziemlich sicheren Rückschluss auf die Menge des Fettes gestattete. 
Gegen den Fehler, zwischen den Fasern liegendes Fett mit zu bestimmen, 
schützte sich K. durch besondere Vorsichtsmaassregeln. Ueber die 
Methoden siehe das Original. 

Die Untersuchung lieferte zunächst das interessante Resultat, dass 
der Wassergehalt des Herzens, der normal durchschnittlich 79,5 Proc. 
beträgt, in allen pathologischen Zuständen etwas zunimmt, so 'durch- 
schnittlich bei Anämieen um 12 Proc, bei chronischer Nephritis um 2 
bei Klappenfehlern um 6, bei Muskelerkrankungen des Herzens um 
2 Proc. Da gerade die Fälle mit starken allgemeinen Oedemen eine 
geringere Zunahme des Wassergehaltes zeigten als die ohne Oedeme, so 
scheint es ein Oedem des Herzens so gut wie nicht zu geben, sondern 
sich nur um vermehrte Quellung der Muskelfasern zu handeln 

Die Menge des Gesammt-Aetherextracts und des Fettes in den 
Herzen Gesunder und Kranker geht aus nachstehender Tabelle hervor, 
die ausser den Untersuchungen K.'s auch die der früheren Autoren ver- 



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— 27 — 

werthet. Der Lecithingehalt des gesunden Herzens schwankte zwischen 
4$ nod 4,6 Proc. der Trockensubstanz , bei Krankheiten meist zwischen 
3-4,5 Proc., bisweilen von 1,1—6,8 Proc. 



A etherex trac t 


Fett 


in Prooenten der Trockensubst*!» 


Gwmdes Hera 8,3—18,4 


4,1-9,2 


PbosphorytrglftnDg 38,8—80,2 


— 


8diw«re Animie 11,1—24,2 


7,2—19,8 


Bfcutig« Tumoren 7,2—18,6 


2,7 1 7,2 


LuDgtntabereoloM 8,6 — 28,2 


— 


meist anter 15,0 




Henkleppenfehler 6,7—12,8 


4,4; 7,1 


Hypertrophie n. DiltUtion, chronische Myoearditis 6,5 — 16,8 


8,2—12,1 


Chronische Nephritis 10,5—18,5 


— 


Infsctionskrankheiten 8,9 — 17,1 


— 


Alkoholismos 11,6—15,8 


8,5— 12,1 



Die Zahlen der Tabelle geben nur die Grenzwerthe. Die Einzel- 
heiten müssen im Original eingesehen werden. Es geht daraus hervor, 
dass der stärkste Grad der Verfettung sich bei der Phosphorvergiftung 
regelmässig findet, dass die Verfettung in einzelnen Fällen von schwerer 
Anämie ihr am nächsten kommt, dass aber alle anderen Afiectionen sich 
äusserst wechselnd verhalten und ihr Fettgehalt die Norm meist gar 
nicht oder nur unbedeutend übersteigt. Namentlich findet sich bei den 
Herzklappenfehlern ein völlig in der Breite des Normalen liegender Fett- 
gehalt im Gegensatz zu der vielfach vertretenen Anschauung, dass die 
Herzen mit Klappenfehlern häufig stärkere Grade von Verfettung zeigen. 

K. bespricht dann die Ursachen der fettigen Degeneration. Seine 
eigenen UnterBuchungen und die kritische Durchsicht der Literatur er- 
gaben, dass weder Sauerstoffmangel noch Kohlensäureüberladung, weder 
Fieber noch locale entzündliche Processe als Ursachen der Verfettung 
anzusehen sind. Mehr Wahrscheinlichkeit hat die Hypothese für sich, 
dass die Verfettung durch die Einwirkung gewisser Gifte oder abnormer 
Stofiwechselproducte zu Stande kommt. 

Endlich untersuchte K. die Beziehungen zwischen fettiger Entartung 
und Leistungsfähigkeit des Herzens. Die experimentell erzeugten Ver- 
fettungen sind in dieser Beziehung schwer zu beurtheilen, da die die 
Herzveränderung herbeiführenden Schädlichkeiten auch tiefgreifende Ver- 
änderungen im übrigen Organismus hervorrufen. Bei den anatomisch 
gefundenen Verfettungen ist nicht zu erkennen, wie lange sie schon be- 
stehen, welche der im Leben beobachteten Herzerscheinungen also auf 
ihre Rechnung zu setzen sind. Hochgradige Verfettungen können in 
recht kurzer Zeit entstehen. Setzt man sich über dieses Bedenken hin- 
weg, so ist es klar, dass Alles auf die quantitativen Verhältnisse an- 
kommt Es ist sehr wahrscheinlich, dass höhere Grade von Verfettung, 
wie z. B. bei der Phosphorvergiftung, die Leistungsfähigkeit des Herzens 
beeinträchtigen. K. war aber nicht im Stande, in seinen Fällen ein 
direktes Abhängigkeitsverhältniss zwischen Stärke der Verfettung und 
Verminderung der Herzkraft zu constatiren. Bombig (i*y«y). 



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— 28 — 

Meiss, A. V., Cystic degeneration of the muscular fibres 
of the heart (The Am. Journ. of the med. sc, VoL 103, S. 513.) 

Unter diesem Titel beschreibt Verf. einen Zustand der Herzmuskel- 
fasern, bei welchem dieselben mehr oder weniger ausgehöhlt erschienen, 
von einem Grade an, bei dem sich der Hohlraum schwer vom Lumen 
der Capillaren unterscheiden liess (nach Verf. dringen die Blutcapiüaren 
in die Herzmuskelfasern selbst ein), bis zu einem solchen, wo dann die 
Muskelfaser als Röhre mit dünnen Wänden auftrat. Verf. fand solches, 
wenn schon fiberall im Herzmuskel, jedoch vorwiegend an den Fasern 
der Mm. papilläres des linken Ventrikels und weiter in der Nähe von 
Endo- bez. Pericard, also am Anfang bez. Ende der Fasern. Die Muskel- 
kerne lagen dann oft lose in der Ca vi tat, ohne sichtbaren Zusammen- 
hang mit dem restirenden Fasergewebe. Den Inhalt solch hohler Fasern 
bildete nicht Blut, sondern vielmehr amorphe körnige Massen oder 
auch irregulär gelagertes gelbliches Pigment. 

Die Herzen, die das betr. Material lieferten, entstammten manchen 
Fällen von sowohl parenchymatöser wie interstitieller Bright'scher 
Krankheit, manchen Fällen von fibröser Herzentartung (dann zeigten die 
nichtfibrösen Stellen die cystische Degeneration am besten), von orga- 
nischen Herzerkrankungen, Typhus, ulceröser Endocarditis, endlich von 
jungen Kindern; bei einem der letzteren, das an Wassersucht, Amyloid 
von Leber, Milz, Nieren etc. litt, waren die hohlen Muskelfasern wie 
etwas bulbös ausgebuchtet. 

Methode: 70 Proc. Alkohol, meist Paraffin, Boraxcarmin. Ob die 
betr. mikroskopischen Schnitte der Oberfläche oder der Tiefe der betr. 
eingebetteten Stücke entstammten, blieb sich gleich. 

Die Art des Inhaltes, die Thatsache, dass durch die Capillaren ge- 
wissermaassen Hohlräume in den Herzmuskelfasern präexistiren, endlich 
die Balken und Brücken von Fasermasse, die häufig noch die Hohlräume 
durchsetzten und den Verf. an die renalen Cysten erinnern, lassen Verf. 
hier am ehesten auf eine Art Retentionscystenbildung schliessen, wenn- 
schon er als EntstehungsgrQnde primäre Erweichung der Fasermasse 
oder auch Blutaustritt aus den Capillaren in letztere (Hämatocele) nicht 
ganz abweisen kann. h. Btmru {Freiburg %. b.). 

Schulz, CK, Experimentelle Untersuchungen über das Vor- 
kommen -und die diagnostische Bedeutung der Leuko- 
cy tose. [Aus d. med.-klin. Institute zu München.] (Deutsch. Arch. für 
klin. Med., Bd. 51, Heft 2 u. 3, S. 234) 
Die auf zahlreiche Thierexperimente gestützte, sehr lesenswerthe Ar- 
beit kommt zu dem Schlüsse, dass die Leukocytose nicht in einer Ver- 
mehrung der weissen Blutkörperchen besteht, sondern auf einer anderen 
Vertheilung derselben im Gefässsystem beruht, ein Ergebniss, das aus 
Zählungen der Leukocyten im Blute von Oefässen verschiedener Körper- 
regionen hervorgeht. Die verschiedene Vertheilung ist zunächst uner- 
klärlich. Die bei der Leukocytose in gewissen Bezirken, speciell den 
peripheren Oefässen neu auftretenden weissen Blutkörperchen befinden 
sich nach dem Befund an gefärbten Präparaten und dem Resultat der 
Zählungen von Blutproben aus verschiedenen Gefässen schon länger in 
der Blutbahn, nur an anderen Stellen als nachher. Sie werden nicht 



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— 29 — 

erst voo den blutbereitenden Organen prodncirt und aus denselben fort- 
geschwemmt Unter Leukozytose ist also nur eine locale Aenderung des 
Blutbefundee zu verstehen. 

Seh., der unter der Leitung von Ried er arbeitete, kam zu seinen 
ScMussfolgerungen durch Versuche über Verdauungs- und entzündliche 
Leukocytose. Es ist unmöglich, alle Details hier zu berichten. Nur 
einige Punkte können berührt werden. Eine Verdauungsleukocytose 
findet sich fast immer bei erwachsenen Menschen und Fleischfressern, 
die an eine durch längere Zeitabschnitte getrennte, regelmässige Nahrungs- 
aufnahme gewöhnt sind. Sie ist am stärksten innerhalb der ersten 1 */, 
Standen nach der Mahlzeit Sie fehlt bei Pflanzenfressern und jungen 
Fleischfressern, die wie erstere fast stets in der Verdauung begriffen sind. 

Eine entzündliche Leukocytose findet sich sowohl nach Injection von 
Mikroorganismen als nach der von Proteinen (von Bac. pyoeyaneus). 
Auch die Resorption des Wundsecretes aus aseptischen Wunden (z. B. 
einem uncomplidrten Knochenbruche) führt eine Leukocytose herbei. Eine 
der Leukocytose vorangehende Verminderung der weissen Blutkörperchen, 
die von Löwit so genannte Leukolyse, konnte auch Seh. mehrfach in 
dem Blute einzelner Gefässe beobachten. Er stellte aber bei einer der- 
artigen Beobachtung fest, dass die Leukocyten in den Ohrvenen ver- 
mindert, in den Venen des Magens, der Nieren, der V« cava infer., der 
V. portae aber beträchtlich vermehrt waren. Es handelt sich also auch 
hier nur um eine andere Vertheilung, nicht um einen Untergang der 
weissen Blutkörperchen. Das Wort Leukolyöe bezeichnet nicht den wirk- 
lichen Vorgang und ist deshalb besser zu vermeiden. Bomberg (Le^mg). 

OHmtoehltz, EL, Ueber die Zahlenverhältnisse verschie- 
dener Arten weisser Blutkörperchen bei vollständiger 
Inanition und bei nachträglicher Auffütterung. (Arch. 
f. exper. Pathologie etc^ Bd. 31, S. 383—397.) 
Im Anschluss an die Ehrl ich' sehen Aufstellungen unterscheidet 
Verf. die bekannten 4 Haupttypen von Leukocyten bei Kaninchen. Bei 
vollständiger Entziehung von Nahrung und Wasser wird die relative 
Menge der Lymphocyten und der Blutkörperchen mit polymorphen Kernen 
kleiner, wogegen der Gehalt an eosinophilen Zellen und der grossen rund- 
kernigen Elemente ansteigt. In den verschiedenen Hungerperioden ist 
die Zu- und Abnahme der Leukocytenarten nicht die gleiche. Nur die 
Lymphocyten und die rundkernigen Leukocyten zeigen gleich in den 
initialen Hungerperioden die oben erwähnten Veränderungen, bei den 
eosinophilen und den Leukocyten mit polymorphen Kernen sind aber die 
ereten Veränderungen jenen entgegengesetzt, welche in den spätem Hunger- 
zeiten auftreten. Besonders veränderlich erweist sich beim Hungern der 
Gehalt an Leukocyten mit polymorphen Kernen. Beim Auffüttern der 
Thiere stellen sich die entgegengesetzten Verhältnisse wie beim Hungern 
ein, so dass allerdings mit mancherlei Schwankungen im Verhalten der 
einzelnen Leukocytenarten sich schliesslich wieder nahezu normale Ver- 
hältnisse einstellen. Thiere, welche ihren Gewichtsverlust fast vollkommen 
ausgeglichen haben, zeigen immer noch eine geringe Abnahme an Lympho- 
cyten, an eosinophilen und an Leukocyten mit runden Kernen, hingegen 
~- Zunahme der Leukocyten mit polymorphen Kernen. Sowohl bei der 



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Gc^le 



Inanition als bei der Auffütterung erleiden einestheils die Lymphocyten 
und die polymorphkernigen Leukocyten, anderntheils die eosinophilen 
und die rundkernigen Leukocyten analoge Veränderungen. 

Läwit (hmibruek). 

Müller, H. F., Ueber die atypische Blutbildung bei der 
progressiven perniciösen Anämie. [Aus d. med.-kRn. Institute 
in München.] (Deutsch. Arch. für klin. Med., Bd. 61 , Haft 2 u. 3, 
S. 282.) 
Durch anatomische, speciell embryologische und daran anschliessende 
theoretische Erwägungen ist M. zu einer Anschauung über das Wesen 
der perniciösen Anämie gelangt, die der neuerdings z. B. von B\rch- 
Hirschfeld vertretenen Auffassung diametral gegenübersteht Er erblickt 
in der progressiven perniciösen Anämie eine primäre Erkrankung des 
blutbereitenden Apparats, speciell des Knochenmarks, deren Wesen in 
dem Wiederauftreten embryonaler Zellen (der kernhaltigen Megaloblastäre) 
in diesem Apparat besteht Dadurch werde einerseits — ähnlich wie bei 
dem Wachsthum von Geschwulstzellen — die schwere Kachexie erzeugt, 
andererseits werden Bezirke der blutbildenden Apparate der normalen 
Blutbildung entzogen. Die durch diese Veränderungen entstehende Anämie 
lasse erst secundär jene Veränderungen der blutbildenden Apparate zu 
Stande kommen, welche, wie bei anderen Anämieen, der Ausdruck ge- 
steigerter Blutbildung in seinen nicht ergriffenen Abschnitten sind. 

Bomberg (Ldpsrig). 

Werlgo, Les globules blancs comme protecteurs du sang. 
(Annales de Tlnstitut Pasteur, 1892.) 

Verf. machte zufällig die Bemerkung, dass bei einem Kaninchen, dem 
er eine Prodigiosuscultur in die Ohrvene gespritzt hatte, unmittelbar 
nach der Injection fast sämmtliche Leukocyten aus der Blutbahn ver- 
schwunden waren. Systematische Untersuchungen hierüber zeigten, dass 
ganz allgemein nach der Injection lebender oder todter Bacillen (Pyocya- 
neus, Hog-Cholera, Hühnertuberculose, Milzbrand), sowie nach Injection 
von Carmin in die Blutbahn oft eine sehr beträchtliche Verminderung 
der Leukocyten eintritt; namentlich betrifft diese Verminderung die 
grösseren, mehrkernigen Formen, während die kleinen Leukocyten weniger 
abnehmen. Bleiben die Thiere am Leben, so folgt meist nach 15 Stunden 
eine Zunahme und später eine Steigerung der Leukocytenmenge über 
die Norm. 

Weitere Untersuchungen zeigten nun, dass die injicirten körperlichen 
Elemente sofort durch die Leukocyten aufgenommen und in diese ein- 
geschlossen in inneren Organen, besonders in der Leber und Milz abgelagert 
wurden. Bei den Kaninchen, die sofort nach der Carmininjection getödtet 
wurden, ergab die Untersuchung der Leber, dass in den CapQlaren massen- 
haft mit Carmin beladene Leukocyten abgelagert waren. Letztere treten 
in innige Beziehung zu den Endothelzellen , und es scheint, als wenn 
letztere die mit Carmin erfüllten Leukocyten in sich aufnehmen; es 
fanden sich nämlich nicht selten riesenzellenartige Gebilde, deren Ent- 
stehung kaum anders als durch Aufnahme von Leukocyten in die Endo- 
thelzellen erklärt werden kann. In verhälnissmässig geringer Menge 



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— 31 — 

wird der Carolin in der Milz abgelagert, wo er grösstenteils in den 
grossen und kleinen Zellen der Pulpa angetroffen wird. 

Ganz ähnliche Befunde erhält man unmittelbar nach der Injection 
Ton MilzbrandbacUlen. Meist schon nach 10 Minuten finden sich sehr 
reichliche in Endothelzellen oder Leukocyten eingeschlossene Bakterien 
in der Leber, Milz und Lunge. Nach Ansicht des Verf. erklärt sich 
die Schnelligkeit, mit welcher die Bakterien von den Zellen aufgenommen 
werden, durch die von den Bakterien ausgeübte Chemotaxis. 

Diese Beobachtungen sind zunächst nur an virulenten und abge- 
sehwachten MilzbrandbacUlen angestellt worden, wahrscheinlich handelt es 
sieh aber um eine allgemein gültige Erscheinung: die in das Blut in- 
jicüten Bakterien werden sofort von Leukocyten aufgenommen und in 
innere Organe transportirt. Diese Thatsache steht im Widerspruch mit 
der Lehre von Metschnikoff, wonach die Leukocyten nicht befähigt 
sein sollen, virulente Bakterien wegen der von denselben producirten, 
negativ chemotactisch wirkenden Toxine aufzunehmen. Dieser Wider- 
spruch ist aber trotzdem nicht im Stande, die Phagocytentheorie Metsch- 
Dikoff's zu erschüttern, da Metschnikoff seine Beobachtungen über 
Phigocytose an tödtlich verlaufenden Infectionen auf der Höhe des Pro- 
cessi gemacht hatte, während hier die allerersten Anfänge der Erschei- 
nungen beobachtet wurden, wo der Einfluss der Toxine auf den Orga- 
nismus sich noch nicht geltend gemacht haben konnte. 

Sehmorl (Ldpmg). 

Dutil et Lamy, Contribution ä l'6tude de l'artärite oblitä- 

rante progressive et des nävrites d'origine vasculaire. 

(Arch. de m6d. exp6r. et d'anat. pathol., 1893, No. 1.) 

Fall von Arteriitis obliterans (Friedländer) mit Gangrän der 

Ffisse bei einem 40-jährigen Manne; die Erkrankung erstreckte sich auch 

auf die Gefässe der Nerven, und D. und L. fassen demnach die gefundene, 

gegen die Peripherie zunehmende Degeneration und Atrophie von Nerven- 

CnerD als iSChämiSChe auf. 0. Nauwereh (KOnigAerg i. fV.). 

Itehhans, H., Beiträge zur Gardiographie. (Arch. f. experim. 
Pathologie etc., Bd. 31, S. 405—431.) 
Verf. schliesst sich dem Ausspruche von Marey an, dass es eine 
bestimmte äussere Gestalt der Herzstosscurve nicht giebt. Am häufigsten 
finden sich zwei Formen vertreten, von denen die eine auf dem Höhe- 
punkte der systolischen Erhebung ein meist wellenförmiges Plateau 
(pUteau systolique, Marey, Edgreen) besitzt, während in der anderen 
der Hebel von dem erreichten Gipfel sofort, also nach Verzeichnung 
eines spitzen Gipfelpunktes herabsinkt (Ziemssen-Martius). Der 
erste Herzton fällt in den Beginn des Anstieges, zuweilen etwas vorher 
oder nachher. Der zweite Ton fällt entweder in den Anfang des ab- 
steigenden Schenkels oder meist auf oder hinter die sogenannte Klappen- 
leMosszacke, die daher ihren Namen mit Unrecht fahrt Das Ende der 
Tenchlusszeit des Herzens markirt sich nicht im Gardiogramm, sondern 
Begt in verschiedener Höhe des ersten Anstieges. 

Den Werth der Gardiographie für Diagnose und Prognose der Herz- 
knakheiten erblickt Verf. nicht darin, dass man eine Gruppe von Herz- 



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fehlem durch eine schnell erkennbare Curve charakterisirt findet, sondern 
darin, dass man bei jedem Herzkranken Systole, Diastole und Verschluss- 
zeit, also die einzelnen Abschnitte der Herzcontraction zeitlich genau 
bestimmen und fortlaufend beobachten kann, wie sich im Krankheits- 
verlaufe diese Verhältnisse unter verschiedenen Bedingungen weiterge- 
stalten. Löwit(InMbruck). 

Mayer, C, Beitrag zur Kenntniss der aufsteigenden Dege- 
neration motorischer Hirnnerven beim Menschen. (Jahrb. 
f. Psych., Bd. XII, Heft 1/2, S. 138.) 

M. hat den centralen Facialis untersucht in einem Falle, bei welchem 
durch eitrige Mittelohrentzündung dieser Nerv in seinem Verlaufe in der 
Paukenwand auf eine längere Strecke vollkommen zerstört war. Er 
fand nach Marchi eine schwere Degeneration im ganzen Facialisverlauf 
bis in die feinsten Verästelungen im Kerninnern. Auch die extramusculäre 
Facialiswurzel zeigte sich degenerirt. Anatomisch interessant ist, wie die 
genauere Untersuchung ergeben hat, dass beim Menschen entschieden 
Fasern von der aufsteigenden Facialiswurzel zur Raphe ziehen. Diese 
Fasern decken sich jedoch nur zum kleinsten Theil mit dem, was bisher 
auf Grund von Oarmin- und WmGERT-Präparaten als absteigende Wurzel 
des Facialis aufgefasst wurde. Jene ziemlich reichlichen Faserzüge, 
welche die aufsteigende Facialiswurzel auf der Hauptstrecke ihres Ver- 
laufes an ihrer ventralen Seite bestreichen und scheinbar aus ihr ent- 
stehen (die absteigende Wurzel der Autoren), sind in vorliegendem Falle 
fast ganz intact geblieben, nur ganz vereinzelte Fäserchen innerhalb 
dieses dichten Bündels entstammen dem Facialis. Dagegen treten Fa- 
cialisfasern vom allervordersten Theile des Eniees, wo dieses bereits sich 
zu erschöpfen beginnt, zur Mittellinie, ja einzelne Fasern streichen noch 
eine kleine Strecke centralwärts weiter, um sich unter jene Theile des 
grauen Boden zu versenken, welche die Innenfläche des hinteren Längs- 
bündels umkleiden. Nur die wenigsten dieser aus dem Hauptstamm des 
Facialis heraustretenden Fasern geht auf die andere Seite über, von jener 
kleinen Anzahl der zur Mittellinie ziehenden Fasern, die vom austretenden 
Facialisschenkel nach aussen vom Knie abzweigt und längs der Fibrae 
arciformes gegen die Raphe zieht, scheint es wahrscheinlich, dass sie ihr 
Ende noch vor Erreichen der Mittellinie finden und dass sie vielleicht 
mit jenen grossen multipolaren Zellen der Formatio reticularis zusammen- 
hängen. 

In einem 2. Falle, den Verf. untersuchte, war der Oculomotorius 
durch eine comprimirende Geschwulst total zerstört, trotzdem fand sich 
keine Veränderung im centralen Verlaufe. Es scheint also, dass der 
acut entzündliche Process im 1. Falle auch zu einer Entzündung der 
Nerven in seiner Totalität geführt hat, während im 2. Falle eine ein- 
fache Querschnittläsion besteht, die an und für sich noch nicht auf- 
steigende Degeneration zu bewirken scheint. a. Oramer (EhemotMe). 

Sottas, J., Gontribution k l'6tude des dägänärescences de 
la moelle consäcutives aux läsions des racines post6- 
rieures. (Rev. de m6d., 10 avril 1893, S. 290.) 
Die Lehre von den Degenerationen der Hinterstränge bei Affectionen 



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— 33 — 

der hinteren Wurzeln wird durch die sorgfältige Arbeit S.'s in dankens- 
werter Weise bereichert. 3 einschlägige Fälle werden beschrieben. 

Im ersten Falle waren die rechten Sacralnerven vollständig, die 
Unken nur unbedeutend durch eine Garcinommetastase comprimirt. Die 
Nerven waren rechts fast vollständig degenerirt. Das Rückenmark zeigte 
id seinem Lumbaltheil eine deutliche Verkleinerung der rechten Hälfte, 
»gesprochene Degeneration im rechten Hinterstrang, welche sich nach 
oben and unten fortsetzte. In der Höhe des Eintritts der Sacralnerven 
war der ganze Hinterstrang mit Ausnahme einer schmalen medianen 
Zone und einzelner Fasern im Degenerationsfeld selbst degenerirt Er- 
rtere sind wohl als aufsteigende, letztere als absteigende Bündel zu deuten. 
Sich abwärts setzte sich die Degeneration in einen schmalen dreieckigen 
Strang an der hinteren Fläche fort. Nach aufwärts zogen die degene- 
rirten Fasern im GolTschen Strange, rückten dabei mehr und mehr 
nedianwärts und bildeten im Halsmark nur noch ein kleines Bündel an 
der hinteren inneren Ecke desselben. Die Clarke'sche Säule zeigte 
bot unterhalb des 10. Dorsalnerven deutliche Atrophie. S. schließet dar- 
aus, dass bis zu dieser Stelle die Ausläufer der hinteren Sacralnerven- 
wvzeln in die Clarke'sche Säule eintreten. Auf der linken Seite 
waren die Veränderungen nur andeutungsweise vorhanden. 

Der zweite Fall war eine Tabes mit lancinirenden Schmerzen, Sensi- 
bilitftsstörungen, Ataxie in den Armen, Opticusatrophie, Abducensparese 
ohne Erlaschensein der Patellarreflexe, ohne Ataxie oder Sensibilitäts- 
stflrungen an den Beinen. Bei der anatomischen Untersuchung erwiesen 
lieh die hinteren Wurzeln der Gervical- und oberen Dorsalnerven völlig 
atrophisch. Die Atrophie nahm in den unteren Wurzeln ab, war aber 
im Lumbaltheil noch nachweisbar. Die Degeneration der Hinterstränge 
betraf gerade die Stellen, die im ersten Falle verschont waren. Dem- 
entsprechend waren im Gervicalmark fast die ganzen Hinterstränge mit 
Ausnahme der längs der hinteren Gommissur verlaufenden Fasern und 
der hinteren inneren Ecke der Goll'schen Stränge degenerirt. In den 
unteren Abschnitten des Rückenmarks rückte das Degenerationsfeld immer 
weiter nach aussen. 

Der dritte Fall zeigte im Leben die Symptome der Klumpke'schen 
Plexuslähmung mit ganz unbedeutenden Störungen der Sensibilität. Das 
Loden war durch einen spondylitischen Abscess verursacht, welcher das 
Rückenmark fast gar nicht in Mitleidenschaft zog, sondern hauptsächlich 
die austretenden Gervicalnerven afficirte. In der Höhe des 7. und 6. 
Cervicalnerven fand sich an der Spitze des Hinterhorns ein schmales 
Blndel degenerirter Fasern. Nach oben zog es, sich immer mehr ver- 
Ktaäternd, nach innen, war aber noch in der Höhe des 3. Gervicalnerven 
erkennbar. 

Die mitgetheilten Fälle bestätigen in ausserordentlich instruetiver 
Weise die Anschauung, welche zuerst Kahler auf Grund der Singer- 
adien und eigenen Versuche ausgesprochen hat, das sog. Kahler' sehe 
Gesetz, dass in einem bestimmten Querschnitt der Hinterstränge die auf- 
steigenden Fasern der einzelnen Wurzeln um so näher dem hinteren 
Ende des Septum med. stehen, je tiefer die Eintrittsstelle der Wurzeln 

ftllL Bomb er g {Leipzig). 

GataUWl L ADf. P»thol. V. 3 



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— 34 — 

Ralmond, Contribution ä l'6tude des tumeurs nävrologi- 
ques de la moelle 6pini6re. (Arch. de neurolog., Aug. 1893.) 

Der klinisch und anatomisch sehr genau untersuchte Fall betrifft 
einen Mann von 40 Jahren, bei welchem erst 3 Jahre nach Beginn der 
Erkrankung Sensibilitätstörungen überhaupt und speciell die partielle 
Empfindungslähmung (dissociation syringomy&ique) sich zeigten. Bereits 
nach weiteren 3 Jahren starb der Kranke nach einer Operation (Eröff- 
nung der Rückgratshöhle), die hauptsächlich zu seiner Beruhigung unter- 
nommen war. War der klinische Verlauf durchaus nicht ein typischer, 
so stellte auch der anatomische Befund sich als ein ungewöhnlicher her- 
aus. Es liess sich in der ganzen Länge des Rückenmarks ein Tumor 
nachweisen, der, im Lendenmark zwischen den Vorderhörnern beginnend, 
nach oben zu immer mehr anschwellend, im Cervicalmark seine grösste 
Ausdehnung erlangte. Das Cervicalmark erschien in Folge dessen auch 
schon makroskopisch aufgetrieben und verdickt In dem oberen Theil 
des Rückenmarks, namentlich im Cervicalmark, fand sich in dem Tumor 
eine Höhle. 

Dieser Tumor war gegen seine Umgebung gut abgegrenzt durch eine 
Schicht mit ausgesprochen fibrillärer Structur und liess nirgends Reste 
von nervösen Elementen erkennen, aber an der Peripherie fand sich noch 
eine diffuse Infiltration des umgebenden Nervengewebes, welches sich 
zwischen die Fasern und Zellen eindrängte und offenbar dieselben 
# mehr oder minder zur Usur gebracht hatte. Ein Theil des Tumors 
bestand aus (einem fibrillärcn Gewebe, das mit einer hyalinen, mit 
Garmin sich leicht färbenden Masse erfüllt schien. Auch Zellen, die 
mehr oder weniger an Gliazellen erinnerten, fehlten nicht, und waren an 
der Peripherie des Tumors am häufigsten. Die in das Nervengewebe 
sich eindrängende Masse (Infiltration) machte an vielen Stellen den Ein- 
druck eines echten Glioms, wie es im Gehirn vorkommt. Der gesammte 
Tumor war stark vascularisirt. Ein Zusammenhang zwischen dem Tumor 
und dem Centralkanal wurde nicht gefunden. a. Gramer (Eb*r$waide). 

Achard, Note sur les 16sions des nerfs dans le tätanos. 
(Archives de m6d. exp6r. et d'anat. pathologique, 1892, No. 6.) 
In Bestätigung früherer Angaben fand Achard in vier tödtlich 
verlaufenden Fällen von Tetanus degenerative allerdings verhältnissmässig 
unbedeutende Veränderungen an den Nerven des Verletzungsgebietes sowohl 
als der weitern Nachbarschaft. Er ist geneigt, diese Neuritiden als 
centralen Ursprungs anzusehen, umsomehr, als er in zwei Fällen an den 
entsprechenden Stellen der Medulla leichte entzündliche oder degene- 
rative Veränderungen nachweisen konnte. Nach Achard's Hypothese 
würde der von der Peripherie auf das Centrum übergegangene Reiz 
reflectorisch sowohl die Muskelspasmen als auch durch die gestörte trophische 
Thätigkeit die erwähnten Nervendegenerationen hervorrufen. 

C. Nauwereh {Königsberg i. iV.). 

Marx, F., Fremdkörper in der Orbita als Erreger von Te- 
tanus. Inaug.-Dissertat. Berlin 1893. 
Marx stellt in seiner Arbeit die bisherigen, allerdings nur ver- 
einzelten Beobachtungen von Tetanus bei Augenverletzungen, speciell 



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durch Fremdkörper in der Orbita hervorgerufen, zusammen und fügt 
einen einschlägigen Fall aus der Berliner Universitäts-Augenklinik hinzu, 
wo die Verletzung bei einem Knaben durch eine Bohnenstange verur- 
sacht war und zwei Holzsplitter aus der Augenhöhle entfernt wurden. 
3 Tage nach der Verletzung und am 2. Tage nach der Operation traten 
die ersten Symptome des Tetanus mit Kiefersperre auf; ausserdem wur- 
den Nackenstarre, Facialisparese und Oculomotoriuslähmung auf der ge- 
sunden Seite beobachtet, die vollständig wieder zurückgingen. Sehr 
interessant ist die Oculomotoriuslähmung, die bei Tetanus ungemein selten 
beobachtet ist, ebenso selten wie spastische Gontractionen im Gebiete des 
Ocutomotorius, wofür die Belege aus der Literatur angeführt werden. 

Voss tu» (Oiesten). 

Baas, Klinisch-anatomischer Beitrag zur Kenntniss der 
Orbitalphlegmone. (Zeheuder's klin. Monatsbl., 1893, S. 75 
bis 99.) 
Baas liefert einen interessanten Beitrag zur Erkrankung des Orbi- 
talzellengewebes bei Affectionen der benachbarten Körperregionen. Die 
beiden Fälle wurden in der Freiburger Augenklinik beobachtet. In dem 
ersten Falle schloss sich die Orbitalphlegmone an eine längjährige Er- 
krankung des Thränensackes an und war vermuthlich durch Perforation 
der hinteren Thränensackwand in die Orbita und Uebergreifen der Ent- 
rundung vom Thränensack auf das Periost der benachbarten Knochen zu 
Stande gekommen. Die Kranke erblindete fast vollständig in Folge 
Sehnervenatrophie. — In dem zweiten Falle trat die Orbitalphlegmone 
zu einer eitrigen Parotitis der rechten Seite hinzu und war zuerst rechts-, 
später linksseitig. Der Tod erfolgte an multiplen Gehirnabscessen. Bei 
der mikroskopischen Untersuchung faudcn sich viele kleine isolirte Abscesse 
im Orbitalzellgewebe, besonders in der Adventitialscheide der Venen der 
rechten Augenhöhle. Dieser Befund weist mit grosser Wahrscheinlichkeit 
darauf hin, dass die Venen, was auch frühere Beobachter in ähnlichen 
Fällen vorausgesetzt haben, die Uebertragung des eitrigen Processes von 
der Parotis auf die Orbita vermittelt hatten. Vo» 8 iu$ (Gieuen). 

Hoppe, Julius, Beitrag zur Kenntniss der Erkrankungen 
des Sinus frontalis. (Zehender's klin. Monatsbl., 1893, S. 160 
bis 175.) 
Hoppe beschreibt einen Fall von Empyem des Sinus frontalis, 
welcher in der Göttinger Augenklinik behandelt wurde, anfangs eine 
Besserung, später eine Verschlechterung des Augenbefundes (Exophthalmus) 
zeigte und unter Hinzutritt eines Gesichtserysipels letal endigte. Die 
Section ergab einen kleinen, mit Schleimhaut bedeckten Defect der Decke 
des Sinus frontalis nach dem Cavum cranii zu und eine umschriebene 
eitrige Meningitis des rechten Stirnlappens, die vermuthlich per continui- 
tatem entstanden war, da keine Communication der Schädel- und Stirn- 
höhle an Stelle des Knochendefects nachweisbar war. — Die zweite 
Beobachtung betraf einen 72-jährigen Mann mit Carics des Orbitaldachs 
and Eröffnung des Sinus frontalis. ro8$iu$ (Oüaen). 



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— 36 — 

Walter, 0., Ein Fall von primärem Melanosarkom der 
Orbita. (Zehender's klin. Monatsbl., 1803, S. 357—369.) 
Unter den primären Orbitalsarkomen sind amelanotische Tumoren 
sehr Belten und deshalb ist die Beobachtung, welche Walter bei einer 
48-jährigen Patientin angestellt hat, von grossem Interesse. Der Tumor 
entwickelte sich innerhalb 6 Jahren mit allmählicher Protrusion des 
Bulbus ganz schmerzlos, ohne nachweisbare Veranlassung. Wegen wenige 
Tage vor der Untersuchung eintretender heftiger Schmerzen in der Stirn 
wurde die Operation bewilligt, zumal das Sehvermögen fast ganz er- 
loschen war. Der Bulbus wurde zuerst enucleirt und dann die Exentera- 
tion der Orbita vorgenommen. Schon bei der Entfernung des Bulbus 
entleerte sich aus der denselben umgebenden Geschwulstmasse eine grün- 
lich-graue, zähflüssige Masse. Der Tumor selbst befand sich in dem 
Muskeltrichter; die schwarz verfärbten Muskeln zogen darüber hinweg. 
Er hatte eine weich-elastische Consistenz und in seiner Mitte eine ca. 
haselnussgrosse Höhle, aus welcher jene grünlich-graue, zähflüssige Masse 
ausgeflossen war. Die letztere war 22—25 mm tief, 13—15 mm hoch 
und umgeben von einer derben, ca. 1 mm dicken Kapsel. Der Tumor 
war 42—45 mm lang, 27—30 mm hoch und 35 mm breit. Er bestand 
in der Hauptsache aus rundlichen, ovalen und spindelförmigen Elementen; 
Das Pigment lag entweder in Zellen oder frei zwischen den Bindegewebs- 
bündeln. Die periphersten Partieen enthielten noch reichliches Fett- 
gewebe und in den Maschen desselben ein pigmentreiches und kleinzellig 
infiltrirtes Bindegewebe; gegen die eigentliche Geschwulstmasse grenzte 
sich dasselbe durch eine Schicht pigmentirten Bindegewebes ab. Es war 
ein Fibrosarkom mit erweichtem Centrum. Das Pigment gab eine posi- 
tive Eisenreaction nach Perls, war also ein Derivat des Blutfarbstoffes, 
ähnlich wie es Referent für Melanosarkome der Choribidea und Conjunctiva 
zum Theil auch nachgewiesen hat. v $8%u$ (Qüsten). 

Kies, Emil, Ueber die Atrophie des Uterus nach puer- 
peraler Erkrankung. (Zeitschr. f. Geb. u. Gyn., XXVII, 2.) 
Die puerperale Atrophie des Uterus kann durch allgemeine Kachexie 
und durch Erkrankungen der Genitalien selbst bedingt sein. Für die 
erste Form bringt R. einen Fall von spontaner Frühgeburt im 7. Monat, 
welcher in Folge allgemeiner Tuberculose am 8. Wochenbettstage letal 
endete. Hier zeigte die Schleimhaut des im übrigen unveränderten Uterua 
nicht das Stadium der Rückbildung, welches dieser Zeit zukommt. Im 
ganzen Bereiche war überhaupt nur etwas Decidua vorhanden, keine Spur 
von Drüsen, sonst massenhaft blossliegende Thromben, nirgends Ober- 
fl&chenepithel. Der zweiten Form der Atrophie sind 4 genau untersuchte 
Uteri zuzurechnen, welche von Puerperalfieberleichen stammen. Die beiden 
ersten derselben, vom 17. und 22. Wochenbettstage herrührend, Hessen 
eitrige Endometritis und Metritis erkennen (massenhafte Rundzelleninfil- 
tration in der Musculatur, den Gef&ssen von der Innenfläche des Gavum 
aus folgend , stellenweise auch in ihnen). Die Schleimhaut ist völlig 
puriform zerfallen, von ihr ist nichts mehr zu entdecken, keine Drüsen, 
kein Epithel Thromben verschiedenen Alters und nackte Muscularis 
bilden die Innenfläche des Cavums. Die Dicke der Uteruswand beträgt 
1,1—1,8 cm. (Da die Höhle in dem einen Falle 11 cm, der ganze 



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— 37 — 

Utero« im anderen Falle 13,5 cm lang war, so kann man hier eigentlich 
nur von einer Zerstörung der Schleimhaut, nicht Atrophie des Uterus 
redeo. Ref.) In einem 3. Falle, welcher 2 Monate nach einem Abortus 
in Folge von Peritonitis tödtlich endete, war der Uterus nur 6,5 cm lang. 
Seine Muskelbündel sind unentwirrbar; spärliches, von stark gewundenen 
Geftaes durchzogenes Bindegewebe liegt dazwischen. Auf grössere 
Strecken hin findet sich eine richtige Mucosa, doch fehlt sie auch an 
uaachen Stellen völlig oder ist ersetzt durch ein zellenreiches Binde- 
gewebe mit reichlicher Rundzelleninfiltration. Die Drüsen verlaufen zum 
Theo senkrecht und schräg zur Oberfläche, zum Theil aber fast parallel 
diso, wie bei seniler Atrophie. Manche sind cystisch erweitert und haben 
bald eylindrisches, bald cubisches Epithel. Dicke der Uteruswand 1,5 cm. 
Die Atrophie ist hier die Folge einer Entzündung, das anatomische Bild 
diB der vorzeitigen Klimax. 

Fall 4 (Tod 2 Monate nach der Geburt, Parametritis, eitrige Goxitis) 
list eine Atrophie der Musculatur und der Schleimhaut erkennen. Der 
Hanpttheil der Uteruswandung ist gebildet von alten Thromben und 
Ausserordentlich dickwandigen Ge&ssen; Musculatur findet sich nur spär- 
lich. Keine Spur einer Schleimhaut wird entdeckt. Thromben und nackter 
Muskel umschliessen die Uterinhöhle. Dicke der Wand 1,0—1,4 cm. 

B. nimmt an, dass diese Form der Uterusatrophie stets einer auf 
entzündlichem Wege entstandenen Zerstörung der Schleimhaut ihren 

UapniDg Verdankt SL W. Freund (8tras$burff). 

Zedel, J., Zur Anatomie der schwangeren Tube mit beson- 
derer Berücksichtigung des Baues der tubaren Placenta. 
(Zeitschr. £ Geb. u. Gyn., Bd. 26, S. 78.) 
Auf Grund einer mit grosser Sorgfalt an 4 schwangeren Tuben (2. Monat) 
ausgeführten Untersuchung stellt Z. das mikroskopische Bild der Graviditas 
taharia zusammen. Seine Untersuchungen sind besonders werthvoll, weil 
sie jeden Abschnitt der Tube auf Serienschnitten einbegreifen. — Im 
aterinen, nicht erweiterten Theile der Tube ist die Schleim- 
haut nur massig verändert; Einwachsen ihrer Falten in die Muskulatur 
fand Z. zweimal Epithel und Flimmern gut erhalten. Muscularis hyper- 
trophisch und hyperplastisch. Zahlreiche, stark gefällte Gefässe finden 
«eh besonders in den äusseren Schichten der Tubenwand ; in ihrer Um- 
gebung herdweise kleinzellige Infiltration. Im ganzen sieht man das Bild 
der Salpingitis catarrhalis, deren Entstehung vor dem Eintritte der 
ünridität Tu annimmt Das Fimbrienende zeigt nur unbedeutende 
histologische Veränderungen. Der vom Ei nicht eingenommene abdomi- 
nale Abschnitt der Tube ist oft durch Blut ausgedehnt, wodurch 
das sonst hohe cylindrische Epithel abgeplattet sein kann. In der Nähe 
des Fruchtsackes macht sich eine Proliferation des Epithels bemerkbar, 
au sieht 3 und mehr Schichten, die Epithelien sind vergrftssert und 
vielgestaltig. Im subepithelialen Stratum herdweise kleinzellige Infiltration. 
Die Wand kann verschmälert, manchmal aber auch stark hypertrophirt 
sein. Die Gefässe sind meist vermehrt Der Fruchtsack ist bis auf 
die Placentaretelle von einschichtigem Epithel ausgekleidet, welches an 
den Polen hochcylindrisch, dann allmählich cubisch und platt zu werden 
pflegt Es kann an den Polen ansehnlich hypertrophiren. Das sub- 



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— 38 — 

epitheliale Bindegewebe der Macosa zeigt massige kleinzellige Infiltration 
und nimmt nach der Mitte zu an Breite ab. In der Nähe des Placentar- 
randes beginnt seine Umwandlung in Decidua. Nur in der Nähe der 
Eiinsertion fand Z. eine Decidua vera, selten vollkommen ausge- 
bildet, wenigstens in den ersten Monaten. Keineswegs geht die ganze 
Schleimhaut deciduale Veränderungen ein. — An der Stelle der Pla- 
centa fehlt im Fruchtsacke das Epithel vollständig, wie dies auch für 
die Einbettung des Eies im Uterus gilt. Das Ei (resp. Blutmole) hängt 
stets mit der Tubenwand zusammen. 

Decidua serotina: Hier ist die Tubenschleimhaut bis in die 
tiefsten Schichten in eine ausgesprochene Decidua verwandelt, deren 
Zellen dieselbe Beschaffenheit zeigen wie bei der uterinen. Peripher ist 
die Serotina besser ausgebildet als in den mittleren Partieen, wo sie in 
Folge des Druckes verändert wird (kleinere Zellen, Uebergang in kanali- 
sirtes Fibrin). — Die Zellschicht Langhans': Fötalwärts von der 
Decidua liegt, durch einen Fibrinstreifen getrennt, eine zweite Gewebs- 
schicht mit kleineren, durch Anordnung und stärkere Tinctionsfähigkeit 
ausgezeichneten Zellen, die bald in einer, bald in reichlichen Zelllagen 
auftritt. Z. nimmt an, dass die obere Lage der Serotina von der unteren 
Zellreihe des Zottenepithels, der Zellschicht Langhans', herstammt und 
durch Ueberwuchern von den sich anlagernden Zotten aus entstanden 
ist. Nach seinen Untersuchungen entsteht die Decidua tubaria überhaupt 
zum grössten Theil aus dem perivasculären Bindegewebe der in der 
Schleimhaut verlaufenden Arterien und Venen. — Gefässe der Pla- 
centarstelle: Z. theilt zuvörderst mit, dass ihm der Nachweis des 
Zusammenhanges der Arterien und Venen mit dem intervillösen Räume 
schon bei einer Tubengravidität der 5. Woche gelungen sei. — Eine 
besondere Neubildung und Erweiterung der Capi Haren fand er nicht. 
Die Venen nehmen erst nach dem Eintritte in die Decidua bedeutend 
an Weite zu und bilden grosse, mit einander communicirende Bluträume. 
Sie bestehen nach kurzem Verlaufe in der Serotina nur noch aus einer 
Lage Endothelzellen, welche dann meist bedeutende Wucherungsvorgänge 
zeigen, an denen sich auch die bindegewebigen Wandelemente betheiligen. 
Verläuft eine solche Vene nahe dem intervillösen Räume, so steht dem 
Blute kein grosses Hinderniss entgegen, die dünne Wand zwischen Gefäss- 
lumen und Placentarraum zu durchbrechen. Daher ist vielfach jede 
Decidualzelle von Blut umgeben. Der Verlust der bindegewebigen und 
muskulären Schichten und die Auflockerung der Wandung begünstigen 
den Eintritt der Verbindung zwischen Vene und intervillösem Räume, 
als deren Ursache Z. den Blutdruck ansieht. — An einem grossen Tbeile 
des Placentarumfange8 ist ein Randsinus gebildet, welcher zahlreiche 
Venen aufnimmt, ähnlich wie bei der uterinen Placenta. — Die Arterien 
sind im Gegensatze zu den Venen in der Mitte der Placenta viel zahl- 
reicher als in deren seitlichen Partieen. In der Muscularis sind sie 
massig geschlängelt, in der Decidua sehr stark. Sie münden meist frei 
in den Zwischenzottenraum. In der Muscularis findet sich eine Hyper- 
trophie aller Schichten der Arterienwand, besonders aber der Media; in 
der Serotina aber schwindet die Muscularis allmählich, die Wand besteht 
dann nur aus Bindegewebe und Endothel, schliesslich nur aus letzterem. 
Damit erweitert sich das Gefäss und giebt hier keine Aeste mehr ab 



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- 39 — 

fie in der Muscularis. Das Endothel proliferirt sehr häufig. Der Blnt- 
strom durchbricht die serotinalc Trennungsschicht und stellt die Com- 
■uoication zwischen Geftsslumen und Placentarraum her. Nach Z.'s 
Befanden bildet sich schon im Anfange der 5. Woche der intervillöse 
Kreislauf aus und kreist schon mütterliches Blut frei im Placentarraume. 
Die gesammten Kreislaufverhältnisse gleichen bei tubarer Schwangerschaft 
vollkommen denen bei intrauteriner. 

Eine Decidua reflexa fand Z. unter 4 Fällen zweimal. Sie be- 
steht ans grossen Deciduazellen, zwischen welchen schmale Bindegewebs- 
zellenliegen ; eine zweite Lage kleinerer, vom Zottenepithel stammender Zellen 
legt sich ihr an. Die Tubenfalten liegen der Reflexa zum Tbeil an, zum 
Theil sind sie, decidual verändert, mit ihr nach Verlust des Epithels fest 
verschmolzen (entsprechend der Vereinigung der Decidua vera und reflexa 
im Uterus). 

Das Chorion war nur in einem Falle völlig erhalten. Die Zotten 
besitzen eine innere Reihe grosser polyedrischer Kerne und eine intensiv 
gefcrbte äussere, ebenso das Epithel der Membrana chorii. Ein Theil 
der Zotten ragt frei in den intervillösen Raum, ein Theil verläuft in den 
sie umgebenden Decidualerbebungen, ein Theil verbindet sich mit der 
Serotina, mit welcher sie eine zusammenhängende Gewebslage darstellen. 
Die tieferen Schichten verwandeln sich in kanalisirtes Fibrin. — Den 
Placentarraum fand Z. bestehend aus dem ursprünglichen Zwischen- 
zottenraume und den in der oberflächlichen Schicht der Decidua stark 
erweiterten und breit eröffneten mütterlichen Gefässen. 

Am Schlüsse kommt Z. zu der Ansicht, dass in der Tube das Ei 
gun in derselben Weise wie bei der Implantation im Uterus eingebettet 

Wird Und 8ich entwickelt. H. W. Freund {Strasburg). 



Haberda, Mittheilungen aus dem Institute für gericht- 
liche Medicin in Wien. (Vierteljahrsschrift für gerieb tl. Medicin, 
1893, 3. Folge, Bd. V, Heft 2, S. 221.). 

L Atypische Lage der Einschussöffnung beim Selbst- 
mord durch Schuss in den Kopf. 

Die Einschussöflnung liegt beim Selbstmord durch Schuss in den 
Kopf meistens an ganz bestimmten Stellen, besonders an der Schläfe, 
u der Stirn, im Mund oder am Kinn. 

Haberda berichtet nun über einige Fälle von atypischer Lage der 
Enschnssöffhung am Kopfe beim Selbstmord. 

Id einem Falle hatte der Selbstmörder den Schuss gegen das Hinter- 
tapt abgefeuert Die Einschussöffnung lag an dem Vereinigungspunkte 
der Pfeil- und Lambdanaht. 

In einem anderen Falle sass der Einschuss im vorderen oberen 
Winkel des rechten Scheitelbeines, 1 cm nach aussen von der Pfeilnaht 
öd 3 mm hinter der rechten Kranznahthälfte ; in einem anderen Falle 
gerade am rechten Tuber parietale; in einem weiteren Falle gerade 
«aiter der Basis des rechten Warzenfortsatzes; in einem anderen Falle 
h Stirnbein, 1 V, Querfinger nach rechts von dessen Mitte und 1 Quer- 
hger vor der Kranznaht. 

Diese Fälle beweisen, dass bei einer Kopfschusswunde die Stelle 



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— 40 — 

des Einschusses allein kein Kriterium zwischen Mord und Selbstmord 
abgiebt. 

Daher wird in einem concreten Falle, wenn auch die Zeichen des 
Nahschusses beispielsweise durch Fäulniss verschwunden sind und nur 
die Knochen zur Begutachtung vorliegen, selbst bei für Selbstmord ganz 
ungewöhnlichem Sitz der Verletzung immer die Möglichkeit eines Selbst- 
mordes zugegeben und mindestens ein unbestimmtes Gutachten abgegeben 
werden müssen, ausser wenn die Umstände des Falles oder Erhebungen 
zu einer anderen Deutung zwingen. 

Im Anschlüsse berichtet H. über einen sehr interessanten, ganz 
eigenartigen Fall von Schussverletzung. 

An einem bestimmten Tage des dritten Dienstjahres pflegen sich die 
Soldaten in Wien so in ihre Betten zu legen, dass sie mit den Köpfen 
am Fussende ihrer Betten ruhen. Je nach der Stellung der Betten 
können dann die Köpfe der Soldaten alle gegen das Innere des Zimmers 
gerichtet sein. 

Unter derartigen Umstanden erschoss sich in der Nacht ein Ober- 
kanonier mit einem Werndlgewehr von 11 mm Caliber, indem er es unter 
4er linken Clavicula ansetzte. Der Schuss tödtete ihn sofort Das 
Projectil verliess seinen Körper am Innenrande des linken Schulterblattes, 
traf dann einen gegenüberliegenden Unterkanonier in den Kopf und ver- 
letzte schliesslich noch dessen Nachbar am Arm. Der Unterkanonier 
starb nach 6 Stunden. 

Bei der Section des letzteren fand man am behaarten Kopf auf der 
Scheitelhöhe eine vierstrahlige Hautwunde. Unter derselben fand sich 
im Scheitelbein ein 5 cm langer und 2 cm breiter Substanzverlust. Im 
Ganzen stellte die Verletzung ein Rechteck dar, dessen lange Seiten- 
ränder ebenso wie der kurze Hinterrand nach aussen scharf, unregel- 
mässig gezackt und deutlich nach innen terrassenförmig abgeschrägt 
waren, während der Vorderrand innen eher scharf war und nach aussen 
sich etwas abschrägte. Die hintere Begrenzung des Defectes war von 
einem haarfeinen Riss in der äusseren Glastafel fast vollständig um- 
säumt 

Unter der Knochenverletzung fand sich die harte Hirnhaut zerrissen, 
das linke Stirn- und Schläfehirn zertrümmert, ebenso die linken Stamm- 
ganglien. Alle diese Theile stark mit Blut unterlaufen. Basis cranii 
unversehrt. Von dem Loch im Scheitelbein gingen fünf Fracturen des 
Schädeldaches strahlig aus. 

Die aus der grossen Knochenlücke ausgeschlagenen Stücke fanden 
sich, bleigrau verfärbt, in den zertrümmerten Hirnpartieen. 

Der Schuss hatte also den Schädel nur tangential von vorn nach 
hinten getroffen und gleichsam rinnenförmig aufgeschlitzt 

An der Knochenlücke sah man neben einander die Merkmale von 
Ein- und Ausschuss, die Zeichen des letzteren am Vorderrand. 

IL Selbsterdrosselung eines Alkoholikers. 

Der Selbstmord wurde durch die Umstände des Falles sichergestellt; 

Kurze Zeit nach Ausübung desselben fand der Arzt eine deutliche, ganz 

frische, offenbar von einem breiten Umschnürungsmittel herrührende 

Strangfurche. Weitere Erhebungen ergaben, dass der Kranke als Strangu- 



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— 41 — 

ktaswerkzeug einen ans seinem Spitalshemd herausgerissenen breiten 
Strafen benutzt habe. 

Bei der 2 Tage später vorgenommenen Section war eine deutlich 
tugesprocheoe 8trangfarche nicht mehr wahrzunehmen. 

Man fand Suffusiooen unter der Haut und in den MuskekcheideD 
m Halse, im Perichondrium des Ringknorpels, sowie einen Doppelbruch 
der Yorderen Ringknorpelspange, somit Veränderungen, die hier nur 
dorek die mit dem Hemdstreifen erfolgten kräftige horizontale Con- 
Btrietion des Halses erklärt werden konnten. Dittrieh (Prag). 

Blton, Ueber die Wunden des Herzens. (Vierteljahrsschrift ftr 
gerichtl. Median, 18»S> Dritte Folge Bd. V , 8. 9.) 
E. hat zu dieser umfangreichen Zusammenstellung die meisten m 
der deutschen Literatur vorhandenen Angaben Ober Herzwunden benutzt. 
Dk Ergebnisse der auszugsweise nicht wiederzugebenden Arbeit fasst 
der Antor in folgenden 11 Thesen zusammen: 

1. Entgegengesetzt der alten Auffassung von der unbedingten Tftdt- 
Hdikat aller Wunden des Herzens bestätigen auch die neuesten 
Forschungen die von Fischer 1868 aufgestellte Lehre, dass viele Herz- 
winden heilen können. 

2. Die einzelneu Herzwunden liefern charakteristische pathologisch- 
inrtwnische Befunde; namentlich gilt dies von dem Aussehen der 
Thmxwunde und der Herzwunde. Ausnahmen kommen vielfach vor. 

8. Bei den verschiedenen Herzwunden beobachten wir gewisse, mit 
Begelmässigkeit auftretende Allgemeinsymptome. Unter 
nehmen die Folgen der Blutung, die Ohnmacht und nervöse Sym- 
ptome die erste Stelle ein. 

4. Die Diagnose und die Differentialdiagnose der Wunden des Herzens 
kl trotz der Vervollkommnung der heutigen Untersuchungsmethoden 
steh immer als eine äusserst schwierige zu bezeichnen. 

5. Ein pathognomoni8ches Symptom für die Verwundung des Her* 
«m existirt nicht Erst eine Summe von Symptomen ermöglicht die 
Diapose. 

& Die Prognose der Herzwunden ist verschieden. Die beste Pre- 
p*e liefern die Nadelstichverietzungen. Dann kommen die Stich-, 
Schnitt- und Schusswunden. Die schlechteste Prognose ist bei den 
Quetschungen und Rupturen. 

7. In der Praxis ist es rathsam, eine unter allen Umständen ernste 
Prognose bei jeder Herzwunde zu stellen. 

8. Der Verlauf und Ausgang der Wunden ist ein sehr verschiedener. 
In Allgemeinen richtet sich derselbe nach dem Grade der Blutung, nach 
to Frage, ob penetrirend oder nicht penetrirend, nach der Localisation 
fcr Wunde am Herzen und nach der Schwere der etwaigen Com- 
pGcatumen. 

9. Die Therapie der Herzwunden hat sich gegen früher ganz be- 
fciteid vervollkommnet. 

10. Die Haupterfordernisse einer guten Therapie sind Stillung der 
Bhtmig, antiseptischer Verschluss und Verband der Thoraxwunde, Re- 
izung der äusseren Verhältnisse des Kranken, operatives Einschreiten 
Pgsn eine Anzahl gefährlicher Complicationen. 



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— 42 — 

11. Jeder Patient mit einer Wunde in der Herzgegend ist als Hera- 
verletzter zu betrachten und zu behandeln. Bichttr (frag). 

v. Bergmann, Superarbitrum der k. wissenschaftlichen 
Deputation für das Medicinalwesen, betreffend Körper- 
verletzung mit tödtlichem Ausgange. Skrzeczka. 
(Vierteljahrschrift f. gerichtl. Medicin, 1893, 3. Folge, Bd. V, S. 1.) 

Ein 8 / 4 Jahr altes, früher gesundes Kind war, nachdem es abends 
einige Schläge auf den Kopf und das Gesäss erhalten hatte, unruhig 
geworden, gegen 3 Uhr früh in Krämpfe verfallen und um '/s? Morgens 
gestorben. 

Bei der Obduction fanden sich sugillirte Hautabschürfungen am Kopfe, 
Halse und an beiden Schultern. Schädeldecken und -knochen unverletzt, 
ohne Blutaustritte, desgleichen die blutreichen Hirnhäute und das blut- 
reiche Gehirn. Ekcbymosen unter den Pleuren. Im Dünndarme wenig 
dünne, gelbliche Flüssigkeit, Schleimhaut blass ; Einzeldrüsen und Pey er- 
sehe Haufen deutlich sichtbar. Im Dickdarme breiiger gelber Koth, 
Schleimhaut graugelb, zeigt vielfache Gefässzeichnungen, einzelne punkt- 
förmige Blutungen und zahlreiche, bis hirsekorngrosse Follikel. 

Die Obducenten erklärten den Tod für einen Erstickungstod, erfolgt 
in einem von der erkrankten Darmschleimhaut ausgelösten Krampfanfalle 
und hielten einen Zusammenhang zwischen den zugefügten Schlägen und 
dem Tode für unwahrscheinlich. 

Die königl. wissenschaftliche Deputation, um ein Obergutachten an- 
gegangen, hielt die Darmveränderungen für unwesentlich, den Blutreich- 
thum des Gehirnes und der Hirnhäute für die Folge einer Gehirner- 
schütterung, welche auch die Krämpfe und dadurch den Erstickungstod 
herbeigeführt habe, und schloss in Beantwortung der vom Gerichte ge- 
stellten Fragen mit grösster Wahrscheinlichkeit, dass die dem 
Knaben versetzten Schläge gegen den Kopf Ursache seines Todes waren 
und dass sie mit grösster Wahrscheinlichkeit die alleinige Todesursache 

bildeten. BiehUr (Prag). 

Corin, Ueber die Ursachen des Flüssigbleibens des Blutes 
bei der Erstickung und anderen Todesarten. (Vierteljahrs - 
sehr. f. gerichtl. Medicio, 1893, Dritte Folge, Band V, S. 234.) 
Die jedem pathologischen Anatomen geläufige Thatsache, dass das 
Blut plötzlich Verstorbener, namentlich Erstickter flüssig ist, machte G. 
im Berliner Institute für Staatsarzneikunde zum Gegenstande anatomi- 
scher und experimenteller Untersuchungen. Die in das erwähnte Institut 
eingelieferten Leichen sind gewöhnlich 3 oder mehr Tage alt. Bei der 
Section Erstickter oder sonstwie plötzlich Verstorbener fand G. das Blut 
in den Herzhöhlen flüssig oder lockere, weiche, rothe Blutgerinnsel da- 
selbst; aber auch bei protrahirtem Todeskampfe fand sich neben grossen 
weissen Blutgerinnseln mehr oder weniger flüssiges Blut. Dieses flüssige 
Blut war niemals gerinnungsfähig; drei Ausnahmsfälle scheinen G. nur 
die Regel zu bestätigen. Im Gegensatze dazu giebt bekanntlich von Hof- 
mann an, dass Leichenblut ebenso gerinne, wie dem Lebenden entnom- 
menes; der Autor meint, dass dies vielleicht nur bei frischen Leichen der 
Fall ist. 



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— 43 — 

Ab erste Frage stellte sich G. die, ob im flüssigen Leichenblute bei 
langsamen wie bei acuten Todesprocessen die zur Gerinnung (nach A. 
Schmidt) nöthigen Factoren vorhanden sind. Bezüglich des Fibrinogens 
bejaht er diese Frage, da er beim Erwärmen des Plasmas auf 57° C Ge~ 
rininng eintreten sah — eine weitere bei 65° eintretende Gerinnung be- 
zieht er auf die Anwesenheit fibrinoplastischer Substanz (Paraglobulin)* 

Daraus schliesst der Autor: „Bei sämmtlicben Leichen findet niemals 
vollständige Blutgerinnung statt; neben mehr oder weniger entwickelten 
Gerinnseln kann man immer flüssiges Blut, in welchem Fibrinogen und 
Pfcraglobulin vorhanden sind, beobachten. Dieses Blut ist bei späteren 
Obdacüonen, wie es z. B. die gerichtlichen zumeist sind, gerinnungsun- 



Die weitere Frage, ob eine genügende Menge fibrinogener und fibrino- 
plastischer Substanz vorhanden ist, hat für die fibrinogene Substanz keine 
Bedeutung, da selbst zehnfach verdünntes Blut noch gerinnt. Dagegen 
ist die Frage, wieviel fibrinoplastische Substanz vorhanden sein muss, 
licht entschieden. Um die Annahme, dass überschüssige Kohlensäure 
die fibrinoplastische Substanz niederschlage und also unwirksam mache 
(A. Schmidt), zu widerlegen, leitete G. reichlich Luft durch seine Blut- 
foung — es trat keine Gerinnung ein. Da dieser Versuch natürlich 
nichts beweist, isolirte G. das Paraglobulin durch Magnesiumsulfat und 
letzte es asphyktischem Blute zu. Auch jetzt entstand keine Gerinnung. 
Infolge dieses Befundes hält sich Autor für berechtigt, „dem Paraglobulin 
oder vielmehr seiner Abwesenheit eine Rolle bei dem Flüssigbleiben des 
Blutes zu versagen". 

Die Anwesenheit des dritten, zur Gerinnung nöthigen Körpers — des 
Fermentes — konnte G., der dazu das Schmidt' sehe Verfahren der 
Alkoholfällung anwandte, zwar nicht direct beweisen, doch ist er weit 
entfernt, das Fehlen desselben zu behaupten, meint vielmehr, die An- 
wesenheit von, wenn auch spärlichen, Gerinnseln in jedem Blute beweise, 
tas es wenigstens in der ersten Zeit nach dem Tode nicht fehlt. Auch 
hält er es für möglich, dass durch das angewandte Verfahren gleichzeitig 
gerinnungshemmende Körper extrahirt werden, die dann natürlich die 
Wirkung des Fermentes aufheben. 

Der Frage nach der Entwicklung „gerinnungshemmender" Körper, 
die sich möglicherweise im Leichenblute entwickeln, sucht G. durch das 
Thierezperiment beizukommen. Da bei einem erstickten Thiere sofort 
nach dem Tode entnommenes Blut binnen 2 Minuten, nach 24 Stunden 
entnommenes binnen 10 Minuten, nach 48 Stunden entnommenes binnen 
l ! /i Stunden gerann und bei der Section 96 Stunden post mortem sich 
Hben lockeren Gerinnseln eine röthliche ungerinnbare Flüssigkeit findet, 
schlieft G., dass nicht die Erstickung an sich das Blut ungerinnbar mache, 
»ädern in der Leiche ein Körper entstehe, welcher die Blutgerinnung 
verhindert. 

Nach einer Kritik der Gerinnungstheorieen von A. Schmidt, 
Freund, Arthus und Pagös versucht Verf. die neuere Schmidt- 
«che Theorie, wonach die Entstehung des Fermentes (Thrombin) aus der 
itt kreisenden Blute befindlichen Vorstufe desselben (Prothrombin), durch 
verschiedene, namentlich in den Leukocyten, aber auch in anderen Körper- 
leweben vorhandene Körper (Cytoglobin und Präglobulin) verhindert 



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— 44 — 

werden kann, zur Erklärung der gefundenen Thateachen heranzuziehen. 
Das» das Prothrombin im flössigen Leichenblute vorhanden ist, nimmt C. 
an, weil er mit der Schmid fachen Methode — Fällung mit Alkohol 
(siehe dagegen obenl) — eine geringe Menge einer Substanz bekam, die 
ein kleines Quantum asphyktischen Blutes zur Gerinnung brachte. Dana 
eine gerinnungshemmende Substanz im Erstickungsblute vorhanden sei, 
will der Autor dadurch bewiesen haben, dass er aus dem Rückstände 
nach der eben erwähnten AlkoholfiUlung einen dem Schmidt'schen 
Cytoglobin analogen, gerinnungshemmenden Körper isolirte; weiter da- 
durch, dass asphyktisches Leichenplasma (s. w.) die Gerinnung dea 
lebenden Kaninchen entnommenen Blutes durch 4 Stunden aufhielt 

Die Frage nach der Herkunft dieses Cytoglobins beantwortet Ver- 
fasser dahin, daßs es wohl kaum aus dem Blute, sondern aller Wahr- 
scheinlichkeit nach aus den Geftsswandungen stamme. Die Resultate 
seiner Untersuchung fasst C. dahin zusammen, dass im Leichenblute 
Gerinnung eintrete nur insofern, als in demselben schon während dea 
Lebens Ferment vorhanden war und dass die Ausdehnung der Gerinnsel 
direct von der Menge des vitalen Fermentgehaltes abhänge; dass eine 
weitere Erzeugung dieses Fermentes nach dem Tode nicht stattfinde,, 
auch wenn im Blute die unwirksame Vorstufe desselben vorhanden ist; 
dass später im Blute — u. z. aus den Geftsswänden — ein gerinnungs- 
hemmender Körper, wahrscheinlich das Schmidt'sche Cytoglobin, ent- 
stehe; dass es demnach zwischen dem Blute dea Erstickten (plötzlich. 
Gestorbenen) und dem der langsam Gestorbenen nur einen relativen^ 
durch den verschiedenen Fennentgehalt bedingten Unterschied giebt und 
dass in keinem Falle nach dem Tode in den Gefässhöhlen eine so voll- 
kommene Gerinnung eintrete, wie dies der Fall ist bei aus dem Körper 
gelassenem Blute. Immer bleibe noch ein Ueberschuss gelösten Fibrino- 
gens. Dieses wird später ungerinnbar, nicht weil es selbst verändert, 
sondern weil die Fermenterzeugung unmöglich wird. 

In praktisch-gerichtsärztlicher Beziehung schliesst C: dass der flüs- 
sigen Blutbeschaffenheit keine Bedeutung für die Diagnose der Todesart 
einzuräumen sei und dass die geronnene Beschaffenheit von Blut in Extra* 
vasaten für die vitale Entstehung der letzteren spreche, insofern bei 
Verletzungen, die erst einige Zeit nach dem Tode erzeugt werden, eine 
Gerinnung des ausgetretenen Blutes nicht mehr stattfindet 

Richter (Prag). 

Schilling, Bedeutung der Zeichen für wiederholte Geburt. 
(Vierteljahrsschr. f. gerichtl. Medicin 1893, Dritte Folge Bd. V. S. 89.) 
Bei einer 30-jähr., mit Vergrösserung und Knickung des Uterus be- 
hafteten Frau fand S. während einer fast fünf Monate dauernden Be- 
obachtung constant rachlichen Milchgehalt in den Brüsten, trotzdem die 
letzte Entbindung vor 10 Jahren stattgefunden hatte. Da dasiVorhaa- 
densein von Milch in den Brüsten vielfach, so ; namentlich auch von 
Casper-Liman,al8 Zeichen einer kurz vorher überstandenen Entbindung 
angeführt wird, macht der Autor auf die forensische Wichtigkeit seiner 
Beobachtung aufmerksam und warnt vor Irrthümern in der Begutachtung 
ähnlicher Fälle. Richter (Pra^y 



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Berichte aus Vereinen etc. 



BocUii de* hopitaux. 

8itsung Tom 17. Man 1893. 

JTerklen tprioht über die Inoubationszeit des Mampt. 

jTthel-Binoy theilt einen Fall Ton mit Matern oomplioiriem Ty- 
phut mit. 

Galliard theilt einen Fall ron Mediastinalemphysem bei einem 
an Cholera Verstorbenen mit; es hatte kein Hautemphysem am Halse be- 



Chantameeae und B. Marie maohen auf das Vorkommen aocesso- 
ritcher 8ehilddrüsen in der Kapsel der Sohilddrüse und ihrer Um- 
gebung aufmerksam. 

Bandu und Ohaillon theilen einen Fall Ton AHgemeininfeetion mit 
8tsphylooooons pyogenes aureus mit. Eiterung fehlte im ganzen 
Korper, mit Ausnahme der r. Lunge, in dieser fand sich ein Absoess, dessen 
fiter jedoch ausser dem Staphyloeooous den Diploooocus Fraenkel- 
▼ eichselbaum enthielt. 

Sitzung vom 24. Man 1898. 

Ferrand theilt eineu unklaren FaD mit, wo sioh bei einem moribund 
Kagebraehten ein subeutanes Emphysem der rorderen Bauohwand. 
mnd, für welches die Section, die auoh die Todesursache dunkel liest, keine 
Dräsche erkennen Hess. 

Bendu berichtet über eineu Fall ron eitriger Gonitis bei einem 
Ifftdehen, das 8 Jahre yorher eine Osteomyelitis des betreffenden Femurs 
gehabt hatte und in letzter Zeit an Leukorrhoe litt Die bakteriologische 
Untersuchung des Gelenkeiters anriet in demselben das ausschliessliche Vor- 
tob Gonokokken; nach Injection ron Sublimat (1:4000) trat 
Heilung ein« 

La Oendre sah bei einem 20-jlhrigen Manne im Ablauft eines Typhus 
(bis 61 Tage) noch ein soarlatinif ormes Erythem schubweise auf* 
treten, das später in Schuppung tiberging, wobei später auch die Haare und 
die (Slien ausfielen. Tod nach l 1 / t Monaten an Lungentuberoulose. Dia 
8setion ergab neben der Tubereulose das Vorhandensein eines Lungenabsoesses 
■owie dreier kleiner, noch nicht ganz abgeheilter Geschwüre im untersten 
fieum. Dia bakteriologische Untersuchung der tou der rorderen Thoraxfläohe 
entnommenen Schuppen ergab in Beineultur das Vorhandensein von Baoterium 
coli commune. Le Gen dre möchte das Erythem als Folge einer Seeundir- 
urfeetion ansehen, deren Eintrittspforte vielleicht die noch nicht vernarbten 
Btn a goaohwur e bildeten. Bendu weist darauf hin, das* die Differential- 
(bagnose iwiaehen typhösen und tuberculösen Geschwüren makroskopisch oft 
ksam au stallen sei. 



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Sitzung Tom 81. März 1893. 

Gomby berichtet über zwei ihm Ton Guelliot mitgetheilte Fälle von 
Mumps, in deren einem zugleich eine analoge Sohwellung der Schild- 
drüse, im zweiten verschiedenartig localieirte Oedeme auftraten. 

Hanot theilt drei Fälle von Icterus gravis mit, die mit Temperatar- 
erniedrigung (bis 85,4 °) einhergingen ; die den Ikterus bedingenden Läsionen 
waren verschiedenartig, in den ßtühlen sowie bei den zwei letzten Fällen 
in den inneren Organen fand sich Baoterium coli. 

Gauoher berichtet über einen Fall von Cholera aus seiner Be- 
obachtung. 

Galliard sah bei einem Tuberculosen, der vorher 2mal aoute Gieht- 
anfälle gehabt hatte, kurz nach dem Auftreten einer schweren Pleuritis einen 
acuten Gichtanfall, worauf späterhin Polyurie mit enormem Harn- 
säuregehalt eintrat. 

[Sitzjung vom 7. April 1898. 

Du Cazal berichtet über einen Fall, der klinisch-typisch das Bild des 
Abdominaltyphus dargeboten hatte, und unter Hinzutritt einer Pneu- 
monie gestorben war, bei dem aber bei der Section keinerlei Darm- 
1 ä s i o n nachzuweisen war j in der Milz fanden sich Typhusbaoillen 
in Beincultur; er meint, dass es sich hier um eine Art von 8eptikämie, be- 
dingt duroh den Typhusbacillut, gehandelt habe und theilt ferner einen Fall 
von Pneumonie im Anschlüsse an Typhus mit, wo die Reinzüchtung von 
Typhusbaoillen aus den Lungenherden gelang. 

Bouroy, Gomby, Boger, Becker und Huohard besprechen die in 
ihren Abtheilungen beobachteten Fälle von Typhus exanthematicus, 
der um diese Zeit epidemisch in Paris auftrat 

Huohard berichtet über einen letal verlaufenen Fall von acuter Endo- 
oarditis bei einem an Pneumonie Erkrankten; in den reichlichen, an 
den Aortenklappen sitzenden Vegetationen Hessen sich Pneumokokken nach- 
weisen. 

Sitzung vom 19. April 1893. 

Iie Gendxe theilt drei Fälle von Typhus exanthematious mit; 
in einem derselben gelang es, aus dem intra vitam entnommenen Blute eine 
anscheinend bisher noch nicht beschriebene Bacillenart zu züchten, die auch 
nach der Section in den inneren Organen nachweisbar war. 

Wetter spricht über die Diagnose Mes Flecktyphus, Biohardiöre 
theilt eizen günstig verlaufenen Fall dieser Art mit. 

Catrin berichtet über einen Fall von rapid zum Tode führender Diph- 
therie, die bei einem Typhuskranken schon gegen das Ende des Abdominal- 
typhus im Spitale aufgetreten war. 

Sitzung vom 28. April 1898. 

Hanot und Boix berichten über einen Fall von hysterischem 
Fieber. 



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Sitzung Tom 5. Mai 1893. 

Dupuy theilt vier Fälle von Flecktyphus aus seiner Praxis mit. 

Chanfferd stellt einen Fall von geheilter Ischias vor, hei dem eine 
mit dieser gekreuzte Skoliose zurückgeblieben ist. 

Variot berichtet über einen Fall von eitriger Pleuritis bei einem 
5-jährigen Kinde, bei dem sich ein fluctuirender Tumor am Sternalansatze 
der S. Kippe zeigte, über dem, als nach der zweiten Thoraoooentese Pneumo- 
thorax eintrat, eigentümliche sausende Geräusche zu hören waren, die, wie 
die Section erwies, darauf beruhten, dass der Rippenknorpel zerfallen war 
md die Abscesshöhle mit dem lufthaltigen Pleuraräume oommunicirte. 

Babinski spricht über „o r g a n i s c h e und hysterische Contrac- 
Ureu", namentlich über die Frage, ob zwischen diesen beiden Formen der 
Contractur essentielle und diagnostisch verwerthbare Unterschiede bestehen,. 
wu er bejaht. 

Faiaans beriohtet über mehrere Fälle von meist halluzinatorischen De- 
lirien nach Coffein darrei ohung, ein Zusammenhang, der von 
Juhel-Renoy bestätigt, von Raymond aber bezweifelt wird. 

Hillard theilt einen Fall von Variolois mit* die bei einem vor 
10 Tagen geimpften und deutliche Pusteln zeigenden Mädchen auftrat 

Sitzung vom 12. Mai 1893. 

Laveran demonstrirt die Photographie eines Patienten, der an Ischias 
litt und eine Skoliose nach der gesunden Seite hin zeigte; er hat 
diesen Befund öfters erhoben. 

Moizard berichtet über zwei Fälle von hypertrophischer Osteo- 
Arthropathie „p n e u m i q n e" im Verlaufe von eitrigen Pleuritiden, welche 
beide Kinder betrafen. Die Knochenveranderungen nahmen nach der Heilung 
des Empyems rapid ab. 

Marfan hat drei analoge Fälle bei Kindern gesehen, von denen zwei 
mit Lungenprocessen, einer mit Pyelonephritis und Gystitis oomplioirt war. 

Hayexn berichtet über die Resultate seiner Untersuchungen betreffend 
die pathologische Anatomie der hyperpeptisohen parenchymatösen 
Gastritis: Die histologischen Veränderungen bei chronischen Gastritiden 
können entweder die Drüsen oder das interstitielle Gewebe oder beide zu- 
sammen betreffen. Die Zellen der Pylorusdrüsen vermehren sich unter dem 
Einflüsse formativer Reise und 'nehmen das Aussehen der Hauptzellen an, 
vekh letztere Epithelialform einen gewissermaassen indifferenten Charakter 
hat, cL h. es können aus ihr sowohl Belegzellen — oellules peptiques — al» 
snch mehr den Zellen der übrigen Schleimhaut analoge Elemente entstehen. 
Ebenso können sich die Hauptzellen der Drüsen des cardialen Antheils — 
der region peptique — vermehren und zu Zellen analog denen der Schleim- 
haut umwandeln ; ob auch an Belegzellen/ erscheint zweifelhaft Letztere 
stigen nur Vermehrung*- oder regressive Vorgänge. H. will je nach dem 
Usberwiegen der einen oder der anderen Art der Drüsenveränderungen drei 
Arten der chronischen parenchymatösen Gastritis unterschieden wissen t 
Die hyperpeptisoh e Gastritis, die charakterisirt ist durch Ver- 



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— 48 — 

mehrang der Belegsellen and das Auftreten solcher an Stellen, wo sie de 
norma fehlen ; dabei kommt ee in manchen Fällen auch an Wucherungen an 
den Hauptrollen und dem interstitiellen Gewebe, so dass verschiedene Misch- 
formen entstehen y die H. sodann näher beschreibt, ebenso wie die ver- 
schiedenen Phasen des von ihm genau studirten Prooesses, der endlich in 
Sklerose der Schleimhaut übergeht Die weiteren Formen der Schleimhaut« 
affeotion, auf die er jedoch diesmal nicht näher eingeht, bezeichnet IL als 
„Gast rite muqueuse", wo die Epithelien in den Elementen der Schleim* 
haut analoge Formen übergehen, nnd die „G. atypique", wo eine Ter« 
mehrnng der Hauptzellen das Wichtigste ist 

In der Discussion vertritt Mathieu die Anschauung, dass die Yer- 
änderungen der Magenschleimhaut, wie sie Hayem beschreibt und auch er 
sie beobaohtet hat, seeundär seien in Bezug auf eine durch nervöse Einflüsse 
hervorgerufene Dyspepsie, wogegen Hayem seinen Standpunkt vertheidigt. 

Rendu theilt einen Fall mit, wo im Verlaufe einer Pneumonie auf- 
getretene Delirien unter Coffeindarreiohung bedeutend gesteigert worden waren. 

Sitzung vom 19. Mai 1898. 

Oomby beriohtet über einen Fall von Mumps mit Orchitis, Pro* 
«tatitis und Hämoptoe, worauf Merklen und Oatrin Fälle mit 
ähnliehen Complioationen mittheilen. 

Juhel-Bänoy spricht über die Localbehandlung des Gesichteerysipels. 

Sitzung vom 26. Mai 1898. 

Goftdachmidt beriohtet über einen Fall von Zoster ophthalmicus 
mit Strabismus und erörtert die Aetiologie dieser Affeotion, welche er für 
infeotiös hält 

Falaana weist daraufhin, dass bei Influenza die Zunge öfters eine eigen« 
thümliche porzellanähnliche, „opaline" Farbe zeige. 

Hanot theilt einen Fall von starken Bronohiektasieen mit oonse- 
outivem Hirnabscess bei einem jungen Mann mit; für das Zustande- 
kommen der so hochgradigen Bronohieotasien will er eine gleichzeitig vorhan- 
dene allgemeine Arteriosklerose heranziehen. 

Iittveran beriohtet über einen Fall von primärem Spindelzellen- 
aaroom des Gehirnes. 

Sitzung vom 2. Juni 1898. 

Jubel -Bänoy spricht über die Symptomatologie der Ter* 
giftungen duroh Genuss von Schweinefleisch und theilt vier 
einschlägige Fälle seiner Beobachtung mit 

Sitzung vom 9. Juni 1898. 

P. Maria beriohtet über eine Beobachtung, betreffend eine aeoosso* 
risohe Mamille, die sich bei einer Familie in vier Generationen vorfand; 
zugleich zeigte diese Familie grosse Fruchtbarkeit und M. erörtert die Frage, 
«ob nicht zwischen diesen zwei Befunden analog wie bei gewissen Thierarten 
•ein Zusammenhang anzunehmen sei. 



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— 49 — 

Btndu theilt zwei rapid zum Tode führende Fälle von Influenza- 
fsenmonie mit. Beidemal erfolgte der Tod unter aephyk tischen Er- 
uaooungen schon nach der Entfieberung. Die Section ergab in beide» 
FiDaa nur wenig ausgebreitete pneumonische Herde und sonst keinerlei den 
Tel erklärenden Befand. R. ist geneigt, eine Lähmung des Vagus als Todes- 
ansehe anzunehmen. 

Ballet berichtet über einen günstig verlaufenen Fall von Delirien mit 
Yerfolgongsideen bei einer Frau, die ausserdem noch Fieber und Yerdauungs- 
tfSraagen zeigte und in deren Urin sich ein für Kaninchen sehr giftiges 
Ptomain nachweisen Hess. 

Nenne theilt zwei Fälle von Delirien nach Coffei'ndarreiohnng- 
■m der Praxis Tergely's mit 

Laveran sah bei einem jungen Mann im Ablaufe eines acuten Gelenks- 
iheinatismns (2. Attaque) eine acute eitrige Peritonitis auftreten, die 
steh durch die Öection bestätigt wurde, ohne dass irgendwo ein Ausgangs- 
jraakt sieherzustellen war. Im Eiter fand sich Streptococcus pyogenes in 
Bemcaltur. 

Sitzung vom 16. Juni 1898. 

Comby stellt richtig, dass schon vor ihm J. Oailhard zwei Fälle von 
Hiaoptoe bei Mumps beschrieben habe und theilt diese kurz mit. 
ßodjnn spricht er über die angebliohe Erbliohkeit der Rachitis,, 
die er leugnet; es handle sich in solchen Fällen immer nur um Fehler in 
der Ernährung, eine Anschauung, der Ben du entgegentritt 

La Gendre und Beauasenat sprechen über die Behandlung des Ery- 
•ip eis mit Bädern (20°), mit subcutanen Injectionen von schwefel- 
saurem Cinohonamin und mit looalen Injectionen von Milchsäure 
(1 Prot,). Die besten Erfolge hat er von der Bäderbehandlung gesehen, für 
üe neb auch Juhel-Blnoy ausspricht 

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Mathen, Oldenbourg, 1896. kl. 8«. 192 88. 
lenü, Adolf; üeber eine neue Construction für Mikroskope. Mathem. u. naturw. Berichte 

sv Ungarn, Band 10, Hälfte 1, p. 49 - 54. 
IM, 0. et Biapal, A., Colorisation du bacille de la tuberculose dans les tissus. Oasette 

a^co-eUrurgicale de Toulouse, 1892, Annee XXIV, 8. 288. 



Inhalt. 



Originale. 

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Ea\bryo gegen Infeetion. (Orig.), p. 1. 

Itreebe, IL, Die parasitären Sporosoen in 
iann Beaiehungen aar menschlichen Patho- 
legfe, insbesondere aar Histogenese und 
iettologie das Careinoms. (Zusammenfass. 

**X * u. 

Beferate. 
Htberern, Daten aar Lehre Ton den Callus- 

»»srea, p. 91. 
Ltyeieeker, Otto, Üeber einen Fall von 

Carehiom das Ductus thoracicus mit ehyloeem 

iKitei, p. St. 
'•vaaan, D-, Malignant disease of the ton- 

■Ts, wHh tan illustrative cases etc., p. 22. 



Bis, F., Ein Fall Ton Cyste des grossen« 

Netses, p. 28. 
Tietse, Beitrag sur Kenntnis» des Banken- 

neuroms, p. 28. 
Hildebrand, O., Weitere Beiträge aar Lehre 

▼on den durch abnorme Zahnentwicklung 

bedingten Kiefertumoren, p. 24. 
Schimmelbusch, Das Cystadenom der 

Mamma, p. 24. 

, Das Fibroadenom der Mamma, p. 24. 

Guttmann, Paul, Mehrfache angeborene 

Missbildungen am Hermen, p. 25. 
Venturl, Torquato, Quatre casde lesions 

cardiaques rares, p. 25. 
Josserand et Bouz, Note sur un eas d'endo- 

cardite infectieuse experimentale, p. 26. 



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Kr «hl, L., üeb«r fettig« Degeneration des 
Hertens, p. 86. 

Meigs, A. V., Cyttic degeneration of the 
mnseaUr fibres of the heart, p. 28. 

Schul«, G n Experimentelle üntersnehangen 
über des Vorkommen and die diagnostische 
Bedeatnng der Leukoeytose, p. 18. 

Okintschits, E. t üeber die Zahlenverhält- 
nisse verschiedener Arten weisser Blutkör- 
perchen bei vollständiger Inanition and bei 
nachträglicher Auflutterung, p. 99. 

Müller, H. F., üeber die atypische Blut- 
bildang bei der progressiven perniciösen 
Anämie, p. 80. 

Werigo, Les globales blancs comme pro- 
tectears da sang, p. 30. 

Dntil et Lamy, Contribotion h l'etade de 
l'arterite obliterante progressive et des 
nevrites d'origine vaseulaire, p. 51. 

Hochhaus, H., Beiträge sor Cardiographie, 
p. 81. 

Mayer, C, Beitrag sor Kenntniss der auf- 
steigenden Degeneration motorischer Hirn- 
nerven beim Menschen, p. 89. 

Sottas, J., Contribution k l'etade des dege- 
nerescenees de la mobile consecutives aaz 
leslons des meines posteneares, p. 82. 

fitlmond, Contribotion k l'etade des tamears 
nevrologiqaes de la moelle epiniere, p. 84. 

A c h a r d , Note sor les lesions des nerfs dans 
le Atenos, p. 84. 

Marx, P., Fremdkörper in der Orbita als 
Erreger von Tetanas, p. 34. 

Baas, Klinisch -anatomischer Beitrag sor 
Kenntniss der Orbitalphlegmone, p. 85. 

Hoppe, Julias, Beitrag sur Kenntniss der 
Erkrankungen des Sinus frontalis, p. 85. 

Walter, O., Ein Fall von primärem Melano- 
sarkom der Orbita, p. 86. 

Ries, Emil, üeber die Atrophie des Uterus 
nach puerperaler Erkrankung, p. 86. 

Zedel, J., Zur Anatomie der schwangeren 
Tube mit besonderer Berücksichtigung des 
Baues der tubaren Piacenta, p. 87. 

Haberda, 1) Atypische Lage der Einschuss- 
dffnuog beim Selbstmord durch Schuss in 
den Kopf. 2) Selbsterdrosselung eines Alko- 
holikers, p. 39. 

E 1 1 e n , üeber die Wunden des Hertens, p. 41. 

v. Bergmann, Körperverletzung mit tödt- 
Uchem Ausgang, p. 42. 

C o r i n , üeber die Ursachen des Flttssigbleibens 
des Blutes bei der Erstickung und anderen 
Todesarten, p. 42. 

Schilling, Bedeutung der Zeichen rar wieder- 
holte Geburt, p. 44. 

Socilte* des hopitaux. 
Merklen, üeber die Incnbationsieit des 
Mumps, p. 4 5. 



Juhel-Renoy, Typhös nebst Masern, p. 45. 
Galliard, Mediastinalemphysem, p. 45. 
Chantemesse und Marie, Accessorisehe 

Schilddrusen, p. 45. 
Ren du und Chaillon, Staphylococeus 

pyogenes aureus, p. 45. 
Ferrand, Subcutanes Emphysem, p. 45« 
Ren du, Eitrige Gonitis, p. 45. 
LeGendre, 8earlatiniformes Erythem, p. 46. 
Comby (Guelliot), Mumps, p. 46. 
Hanot, Icteros gravis, p. 46. 
Gauch er, Cholera, p. 46. 
Galliard, Gichtanfall nebst Polyurie, p. 46. 
Du Caaal, Abdominaltyphus, p. 46. 
Bourcy, Comby, Roger, Mecker und 

H u c h a r d , Typhus exanthematieus, p. 46. 
Huchard, Endoearditis, p. 46. 
Le Gendre, Typhus exanthematieus, p. 46 . 
Netter und Riehardiere, Flecktyphus, 

p. 46. 
Catrin, Diphtherie, p. 46. 
Hanot und B o i x , Hysterisches Fieber, p. 46. 
Dupuy, Flecktyphus, p. 47. 
Chauffard, Ischias, p. 47. 
Variot, Eitrige Pleuritis, p. 47. 
B a b i n s k i , Organische und hysterische Con- 

tractionen, p. 47. 
F a i s a n s , Delirien nach Coffeindarreichung, 

p. 47. 
Miliard, Variolois, p. 47. 
Laver an, Ischias, p. 47. 
Moisard, Hypertrophische Osteo-Arthopa- 

thie, pv 47. 
M a r f SxU', Analoge Fälle mit Lungenprocenen, 

Pyelonephritis und Cystitis, p, 47. 
Hayem, Parenchymatöse Gastritis, p. 47. 
R e n d u , Steigerung von Delirien durch Coffein, 

p. 48. 
Comby, Mumps mit Orchitis, Prostatitis und 

Hämoptoe', p. 48. 
Juhel-Rtfnoy, Localbehandlung des Ge- 

sichtserysipels, p. 48. 
Goldschmidt, Zoster Ophthalmie«, p. 48. 
Faisans, Die Zunge bei Influenae, p. 48. 
Hanot, Bronchiektasieen mit consecutivem 

Hirnabscess, p. 48. 
Laver an, Primäres Splndelaellensarkom des 

Gehirns, p. 48. 
Johel-Renoy, Symptomatologie der Ver- 
giftungen durch Schweinefleisch, p. 48. 
Marie, Accessorisehe Mammilla, p. 48. 
Ren du, Influensapneumonie, p. 49. 
Ballet, Delirien, p. 48. 
Laver an, Acute eitrige Peritonitis, p. 49. 
Comby, Erblichkeit der Rachitis, p. 49. 
Le Gendre und Besessenst, Behandlung 

des Erysipels mit Bädern, p. 49. 
Ferrand, Hysterische Hemiplegie, p. 49. 

Literatur, p. 49. 



Frommmmche Bnchdrooksrel (Hermann Pohl«) In Jena. 



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CENTRALBLATT 



für 



lOpeine Pathologie u. Pathologische Anatomie. 



Herausgegeben 



von 



Prof Dr. E. Ziegler 

in Freiburg i. B. 



Redigirt 

von 

Pro! Dr. C. t. Eahlden 

in Freiburg i. B. 



T.Btnd. 



Verlag von ttustav Flacher in Jena. 

^^^ No. 8. 



Jena, 81. Januar 1894. 



D» Centnlblatt für Allgemeine Pathologie u. Pathologische Anatomie erscheint in 
Nummern von zwei bis drei Druckbogen ; zweimal monatlich gelangt eine Nummer 
ar Ausgabe. Der Umfang des Jahrgangs wird 65 Druckbogen betragen. Das 
Abonnement für das Centralblatt kostet 24 Mark für den Band (24 Nummern). 
■^&Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten. ^^^ 

Die Herren Verfasser werden gebeten, besondere Abdrücke ihrer Arbeiten 
m die Redaction des „Centralblatt für Allgemeine Pathologie und Putho- 
bgitcke Anatomie 11 in Freiburg i. B., AJbertstrasse 28, Arbeiten in russischer 
Sprache an Herrn Professor Dr. Lukjanow, Pathologisches Laboratorium der 
Neuerlichen Universität in Warschau, solche in polnischer Sprache an Herrn 
Dr. J. Steinhaus, Warschau einzusenden. 



Originalmittheilungen. 



Die Bereitung eines festen, undurchsichtigen Nährbodens für 
Bakterien ans Hühnereiern. 
Von Prof. Dr. F. Wesener in Aachen. 

Unter den festen undurchsichtigen Nährböden fQr Bakterienculturen 
uat zur Zeit die Kartoffel, zumal in der Bereitung nach Esmarch, 
fa ersten und fast alleinigen Platz ein. Die Versuche, andere derartige 
Kulturboden (Mohr- und Zuckerrüben, Kartofielbrei, Milchreis, Hühner- 
ei Kiebitzeier, Fleisch, Brod und Oblaten, Aepfel etc.) in die bakterio- 
fagtehe Technik einzufahren , haben die Anwendung der Kartoffel nicht 
R beeinträchtigen, geschweige denn zu verdrängen vermocht, trotz ver- 
miedener Mingel, die diesem Nährsubstrat anhaften. 

Wts speciell die Verwendung von Vogeleiern anbetrifft, so hatte 
Koch zuerst einfach hartgekochte und dann in zwei Hälften zerschnittene 
jUtaräer als Nährboden verwendet, eine Methode, die wohl wegen der 
Cngietchmäagigkeit der Wachsthumsfläche — Eiweiss in der Peripherie, 

1 1 AUf . Pathot V. 5 



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— 58 — 

Dotter im Centrum — keinen ausgedehnten Eingang fand. Spätere For- 
scher erstrebten ein Durchsichtigwerden der Eiweisssubstanz, sei es dass 
sie Hühnereiweiss mit Kalilauge behandelten (Tarchanoff, Moura- 
woff und Kolessnikoff, J. Rosenthal und Schulz 1 )), sei es dass 
sie Kiebitzeier verwendeten (Schenk, Dal Pozzo 1 )). Das flüssige Ei 
wurde von Hüppe 1 ) zuerst zur Bakteriencultur verwendet. 

Der oben angeführte, dem Koch 'sehen Verfahren anhaftende Debel- 
stand lässt sich nun leicht vermeiden, wenn man Dotter und Eiweiss vor 
dem Kochen innerhalb der Eierschale gleichmassig mischt. Da über diese so 
einfache Procedur in der bakteriologischen Literatur bisher meines Wis- 
sens nichts publicirt ist, so erlaube ich mir in Folgendem die Methode, 
die sich mir bei verschiedenen Versuchen als die beste bewährt hat, 
mitzutheilen. 

Bekanntlich gelingt es leicht, durch länger dauerndes heftiges Schüt- 
teln eines Hühnereies die Dotterhaut zum Platzen zu bringen. Man 
nimmt zu diesem Zwecke das Ei derart in die hohle Hand, dass das eine 
Ende am Kleinfingerballen, das andere am Daumenballen liegt, und schüttelt 
ruckweise; anfangs fühlt man den Dotter als Kugel an die Schale an- 
schlagen, bis nach einiger Zeit diese Wahrnehmung aufhört, als Zeichen, 
dass die Dotterhaut gerissen ist Man schüttelt nun noch einige Zeit 
gleichmässig, um die beiden Bestandteile vollständig zu mischen, und 
bringt dann das Ei in Wasser von circa 75—80°, in dem es Vi — •/* 
Stunde verbleibt — in kochendem Wasser platzen die Eier leicht — . 
Darauf legt man es behufs Abkühlung und Sterilisirung der Oberfläche 
auf einige Zeit in Sublimatlösung und entfernt nach Herausnahme und 
Abtrocknen mit sterilisirter Watte die Schale und das das Eiweiss um- 
schliessende Häutchen. Ist die Procedur gelungen, so präsentirt sich der 
Inhalt von der Beschaffenheit und Consistenz von hartem Eiweiss, aber 
hellgelb bis goldgelb gefärbt. Man fertigt hiervon mit sterilisirtem Messer 
3—4 Scheiben an, die man in Esmarch'sche sterilisirte Glasdosen 
legt und gerade wie Kartoffelscheiben noch entweder im Dampfkochtopf 
oder auch discontinuirlich nachsterilisirt , und der Nährboden ist 
fertig. 

Auf so zubereitetem, gemischtem Ei wachsen fast alle Spaltpilze und 
Sprosspilze gut, und oft in charakteristischer Weise. Im Folgenden sei 
das Verhalten einiger wichtigerer Arten kurz angeführt. 

Der Kommabacillus der asiatischen Cholera wächst stets, 
sowohl bei Zimmer- wie bei Bluttemperatur. Bei letzterer ist nach 
24 Stunden bereits ein hellbräunlicher, 2—4 mm breiter homogener 
Streifen vorbanden, der sich rasch verbreitert, während zugleich die 
Färbung immer dunkler wird und schliesslich in Dunkelrothbraun über- 
geht. Bei Zimmertemperatur erfolgt das Wachsthum ebenso, nur lang- 
samer, indem z. B. nach 24 Stunden die Golonie erst 1 mm breit ist. 
Andere Spirillen zeigen deutliche Differenzen. So wächst z. B. der 
Finkler- Prior' sehe Kommabacillus viel rascher mit anfangs grau- 
bräunlicher, später deutlich grünbrauner Färbung ; SpirillumMetsch- 
nikovii ist anfangs hellgelblich, später wird das Gentrum orange, glatt, 



1) Citirt nach dem Sammelreferate von Heim im Centralblatt für Bakteriologie and 
Parasitenkunde, Bd. X, p. 395, 396 und 430. 



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— 59 — 

etos eingesunken, der wallartig erhabene Rand bleibt gelb ; Spirillum 
tyrogenum wächst starker, die Colonie ist chamois, granulirt; 
XfiDer's Spirillum zeigt ein erhabenes, glattes, schleimig aus- 
sehendes Centram von bräunlichgelber Farbe, während die Peripherie 
sehr flach und fast farblos ist 

Der Typhusbacillus wächst gleichfalls ziemlich schnell; die 
Coltar ist — im Gegensatz zur Kartoffel — deutlich sichtbar, be- 
sonders bei schiefer Beleuchtung, hell, farblos, mit gelappten Rändern; 
nach einiger Zeit zeigt die Peripherie mehr oder weniger deutliche 
radiäre Streifung, während das Centrum mehr gekörnt aussieht. Bac- 
terium coli hingegen — wenigstens die mir zu Gebote stehenden 
folteren — erlangt bald eine mehr oder weniger deutliche braune Farbe, 
die immer dunkler wird. Bacterium lactis aerogenes ist milch- 
weiss. 

Streptococcus pyogen es wächst ziemlich langsam und zeigt 
einen ganz schwachen, aus feinsten Körnchen bestehenden farblosen Belag, 
der bei schiefer Beleuchtung jedoch gut zu bemerken ist. Staphylo- 
eoceus pyogenes aureus wächst mit goldgelber Farbe, während 
der St albus anfangs milch weiss erscheint, nach etwa 3 Tagen in der 
Mitte einen Stich ins Hellgelbe zeigt, der dann immer deutlicher und 
aasgedetmter wird. 

Der Löffler'sche Diph theriebacillus wächst am besten bei 
28—30°, jedoch sehr langsam, so dass nach 1—2 Tagen die Cultur erst 
1-2 mm breit ist; sie ist anfangs farblos und wird später hellgelb- 
brianlich und granulirt. Den Pneumococcus und den Tuberkel- 
taeillus zum Wachsthum zu bringen, gelang mir bisher nicht. 

Einzelne Spaltpilze verflüssigen allmählich die Eierscheibe, so der 
Bacillus fluorescens liquefaciens. Viele zeigen Geruchserschei- 
nngen, so die Choleraspi rillen, Milzbrandbacillen, Proteus 
Blaser o. a. Alle Farbstoff producirenden Spalt- und Sprossenpilze 
beben sich ausgezeichnet von dem hellgelben Boden ab. 

Ich glaube, dass der Gebrauch des eben beschriebenen Nährbodens 
« willkommene Ergänzung zur Kartoffelcultur bilden kann. Mit letzterer 
teilt er leichte, billige und schnelle Bereitungsmöglichkeit, leichte Sterili- 
örbarkeit und lange Haltbarkeit, da die Eischeibe in der Olasdose nur 
lehr langsam austrocknet; voraus hat er stets gleichmässige alkalische 
Baetion, glatte, spiegelnde Beschaffenheit der Oberfläche, die eine be- 
peme Sichtbarkeit der Culturen bedingt, hohen Eiweissgehalt, schliess- 
lich schlechtes Verhalten gegen Schimmelpilze, in Folge dessen Verun- 
reaigungen durch solche viel schwerer und langsamer als auf der Kartoffel 
*k entwickeln. 



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Die parasitären Sporozoen in ihren Beziehungen zur mensoh- 
liohen Pathologie, insbesondere zur Histogenese und Aetiologie 

des Carcinoma. 
Zusammenfassendes Referat von Dr. H. Stroebe, 

Priratdocenten aod Assistenten am pathologisch-anatomischen Institut in Freibnrg i. B. 

(Fortsetsnng.) 
Darier'sche Dermatose. 

Bezüglich der yon Darier als „Psorospermose follioulaire 
vlgätante" beschriebenen, yon White alt „Kerato sis follicularis" 
bezeichneten Hauterkrankung liegen eine Anzahl yon Arbeiten vor, welche 
meist die yon Darier behauptete Anwesenheit und ätiologische Bedeutung 
yon „Psorospermien" bestreiten, indem sie die angeblichen Parasiten auf ab- 
norme Umwandlungen yon Epitbelzeilen zurückführen. Es handelt sich bei 
der äusserst chronisch verlaufenden Darf er'schen Dermatose im Wesentlichen 
um circumscripta kleine Herde von Hyperkeratose , welche zur Bildung yon 
kleinen Hornzapfen oder Pflöcken fuhren und meist in grösserer Ausdehnung 
(Hals, Brust, Unterleib, Leistengegend, Achselhöhle, Handrücken) über den 
Körper hin verbreitet sind. Nach Darier und White geht der abnorme 
Verhornungsprooess von den Ausführungsgängen der Haarbälge aus, während 
die folgenden Untersucher meist bestreiten, dass das Auftreten der Herde an 
die Haarbälge gebunden sei. Die Nachbarschaft der kleinen Hornpflöoke 
zeigt vermehrte Pigmentirung der Retesohiohten, während unter dem Horn- 
pflook das Epithel pigmentfrei ist. Der Verband der Epithelzellen erscheint 
unter der Hornplatte stark gelookert» manchmal von Spalten durchsetzt Die 
Cutis zeigt unter den Hornzapfen massige Entsündungsersoheinungen. Darier 
hat nun aus dem Epithel an der Stelle der Hyperkeratose eigentümliche 
Gebilde beschrieben, die er für Psorospermien hält: „oorps ronds", runde, 
zellartige Körper mit Kern, welche von den anliegenden Epithelzellen wohl 
zu unterscheiden sind und von ihnen umfasst werden, und „grains", homogene 
Körperchen. Diese angebliohen Parasiten, in welchen Darier die Ursache 
der Hauterkrankung erblickt, liegen in der Epidermis in der Gegend der Hyper- 
keratose und in dem Hornpflook selbst, in letzterem vor allem die als „grains" 
bezeichneten. 

Der Ansicht Darier's von der parasitären Natur der genannten Ge- 
bilde wurde alsbald von B o w e n entgegengetreten. Manauroff (50) und 
Schwimmer (88) aceeptiren dieselbe, während die anderen Autoren, welche 
sich mit dieser Frage beschäftigen, die in Bede stehenden Bilder auf abnorme 
Yerhornungsprocesae zurückführen. 

Buzzi und Miethke (11) zeigen, dass die Körperchen Keratohoyalin- 
und Eleidinkörnohen enthalten, ein Umstand, der von diesen Autoren im 
Sinne einer Abstammung von Epithelsellen gedeutet wird; Processe, welche 
auf eine Störung und Aenderung der normalen Verhornung hinweisen, lassen 
sich im Epithel unter dem Hornpflook mit geeigneten Methoden deutlich 
verfolgen. Die Autoren halten demnach die parasitäre Natur der Körperchen 
keineswegs für erwiesen, meinen vielmehr, dass ihre Anwesenheit mit Pro- 
cessen verknüpft sei, welche mit übermässiger Hornbildung einhergehen, dass 



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— 61 — 

de „Epithelzellen sind, die in Folge der den Hyperkeratosen zu Grunde 
liegenden mechanischen, chemischen oder bakteriellen Ursachen eigentüm- 
liche Veränderungen erlitten haben. 11 

Die äusserst grosse Resistenz der Körperchen gegen Verdauungslösungen 
betrachten B. und M. nicht als einen Beweis für parasitäres Wesen. Mög- 
licherweise handelt es sich bei den in Zellen eingeschlossenen „corps ronds" 
um endogene Zellenbildung. 

Boeok (6 u. 7) sowie auoh die beiden noch zu erwähnenden Autoren 
Krösing und Petersen bestätigen den Befund von Eleidinkörnern in den 
Darier'schen Körperchen. Eine Aehnlichkeit mancher der letzteren mit 
den bekannten Molluscumkörperohen ist nach B o e c k sowohl wie auoh nach 
Bus si und Miethke nur scheinbar vorhanden, jedenfalls ist sie nur auf 
einzelne Formen beschränkt Eine intracelluläre Lage der „corps ronds" will 
B. nicht zugeben ; dieselben sind keine Parasiten, sondern nur Epidermis- 
teilen, welohe einem abnormen Verhornungsprocess unterliegen und dabei 
hypertrophisch sind. Aach die „grains" sind wahrscheinlich epidermoidalen 
Ursprungs. Im Ansohluss an B.'s Mittheilung (7) berichten De Amicis, 
Janowski und Schwimmer über weitere Fälle von Da ri er* soher Krank- 
heit Neiaser (56) hält die Frage, ob eine erbliche Keratose oder eine para- 
sitäre Psorospermose vorliegt, für eine noch offene. 

Kröflliig (43) findet ebenfalls Keratohyalin- und Eleidinkörner in den 
Körperchen, die auoh er für Producta einer abnormen Verhornung hält Er 
konnte, wie übrigens auch B o e c k , zahlreiche TJebergänge zwischen den 
„corps ronds" und den „grains" auffinden und hält die letzteren, welohe 
hauptsächlich im Innern der Hornzapfen liegen, für die Endproducte des 
traregelmässigen Verhornungsprocesses. Wenn also auch nicht die Körperchen 
Darier 's als die parasitären Erreger der Dermatose anzusehen sind, so läset 
doch Kroaing die Möglichkeit offeo, dass andere, bis jetzt nicht bekannte 
Parasiten die Ursache dieser Hyper- und Parakeratose sind. 

Pawloff (62) ist mir leider z. Z. nicht zugänglich gewesen. 

Petersen (63) bestreitet, wie seine Vorgänger Krösing, Boeck und 
Buzzi -Miethke, die Behauptung von Darier und Withe, dass die 
Hornpflöcke der Darier'sohen Krankheit in ihrer Entstehung an die Aus- 
rahrangsgange der Haarfollikel gebunden seien. In den fraglichen Körperchen 
lässt sich mit geeigneten Untersuchungsmethoden nach P. stets Keratohyalin 
resp, Eleidin nachweisen. Darier hatte als Gründe für die parasitäre Natur 
der „corps** und „grains'* hauptsächlich angeführt den Mangel an Uebergangs- 
büdern zwischen ihnen und Epithelzellen, ihre dicke Kapsel und ihre intra- 
ceDulire Lage. Wie schon Boeck und Buzzi-Miethke, so findet auch 
Petersen solohe durch abnorme Verhornunsprocesse erzeugte Uebergangs- 
bilder, durch welche er die eigentümlichen Körper erklären zu können 
glaubt. Es bleiben bei Darier' soher Krankheit in der Epithelzelle in 
dem Stadium der Verhornung, in welohem die Keratohyalinbildung im Zell- 
protoplasma auftritt, eine Zone um den Kern herum (Kernring) und eine 
■siehe an der Peripherie der Zelle (Mantelring) frei von Keratohyalin, 
wahrend in dem zwischen beiden Zonen gelegenen Bing Keratohyalinbildung 
erfolgt; auf diese Weise entstehen in der Zelle drei durch verschiedene Licht- 
brechung und Färbbarkeit optisch differenzirte Zonen um den Kern herum, 
durch welohe das Bild eines Darier'sohen „corps rond" mit Kern und 
Kapsel erzeugt werden kann. Schwindet später die Keratohyalinzone und 



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— 62 — 

verliert der Kern seine Färbbarkeit, bo entstehen die homogenen „grains", 
welche auch durch Verhornung ohne Eeratohyalinbildung unter einfachem 
Homogenwerden der Zelle sich ausbilden können. 

Die intraoelluläre Lage der „oorps" ist naoh P. nur eine Ausnahme; 
sie erklärt sioh, wenn vorhanden, dadurch, dass die in abnormer Verhornung 
begriffenen Epithelzellen eine bedeutende Volumzunahme erfahren, dadurch 
die Nachbarzellen eindellen, invaginiren und so schliesslich von ihnen um- 
sohlossen werden. Auch kann Verschmelzung des Mantelringes zweier be- 
nachbarter „corps", besonders wenn dieselben in verschiedenen Stadien der 
Verhorn ung sich befinden, Bilder von scheinbar intraoellulärer Lage hervor- 
rufen; weiterhin entstehen auf diese Weise die als Vermehrungserscheinungen 
der Parasiten gedeuteten Bilder. Zum näheren Verständnis* dieser Vorgänge 
ist das Original mit den entsprechenden Abbildungen einzusehen. 

P. hält also die „corps ronds" und „grains" nicht für Psoropermien, 
sondern für Degenerationsformen der Epidermiszellen. 

Als Gründe gegen die parasitäre Natur der Körperchen führt P. schliess- 
lich weiter an : sie finden sich nicht in allen, vor allem nicht in den kleineren 
Herden der Hyperkeratose. Ferner: Die gleiohen Gebilde sind von Buzzi 
in einem Angiokeratom, von Unna in Hauthörnern und verschiedenen Para- 
keratosen, von Petersen selbst in spitzen Condylomen, sowie bei einem 
Lupus verrucosus der Glans penis gefunden worden. 

Gegen parasitäre Bedeutung spricht ferner auch der Befund von Eleidin 
resp. Keratohyalin in den Körperohen, da diese Stoffe nie in Psorospermien 
nachgewiesen worden sind. 

Die hohe Resistenz der Körperohen gegen Säuren, Alkalien und Ver- 
dauungslösungen ist weder für noch gegen ihre parasitäre Natur heranzuziehen. 

Die Aehnliohkeit der Körperchen mit Entwicklungsstadien von Sporo- 
zoen wird von Petersen auf Grund vergleichender Untersuchungen be- 
stritten, indes haben P. als Vergleichsobjeote nur Präparate von Grega- 
rinen vorgelegen, einer Gruppe der Sporozoen, welohe ja gerade für den 
Parasitismus beim Menschen bislang nicht in Betracht gezogen wurde, 
da hier bisher auf die Coocidien und Sporidien zurückgegriffen wurde. 

Uebertragungsversuche mit der D a r i e raschen Dermatose auf Menschen 
und Thiere sind bis jetzt stets erfolglos gewesen, ebenso Versuche, die 
Psorospermien zu züchten und Beinkulturen zu gewinnen, oder ausserhalb 
des Körpers Lebenserscheinungen an diesen zu beobachten. 

Die letzteren Arbeiten über die Darier 'sehe Dermatose und besonders 
die Angaben von Petersen wurden hier ausführlicher wiedergegeben, 
weil durch dieselben ein, wie es scheint, gelungener Versuoh gemacht ist, 
eine Anzahl räthselhafter Gebilde, deren parasitäre Natur wohl eine bis jetzt 
nur schwach begründete Annahme war, unserem Verständniss in anderer 
Weise näher zu bringen. Ob dadurch alle die eigenthümliohen Bilder im 
Epithel bei dieser Dermatose erklärt und ihrer früher behaupteten Para- 
siteneigensohaft entkleidet sind, muss einstweilen nooh wohl dahingestellt 
bleiben. Von weiterem Interesse sind die erwähnten Untersuchungen, ob- 
wohl sie nur die äusserst seltene Darier 'sehe Erkrankung betreffen, haupt- 
sächlich deshalb, weil bei Paget'soher Krankheit und vor allem in Caroi- 
nomen von zahlreichen Autoren neben anderen Formen die gleichen Gebilde 
im Epithel beschrieben worden sind und dort noch der Kampf über ihre 
parasitäre oder degenerative Natur hin und her schwankt. 



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— 63 — 

Hier mag noch eingefügt werden, dass Lindner (47) einen interessanten 
Beitrag zu der Lehre von den Protozoenerkrankungen des Menschen, speziell 
der menschlichen Haut geliefert hat. Zwar betreffen seine Befunde nicht 
Sporozoen, sondern Infusorien aus der Klasse der Ciliaten, zur Gruppe der 
stiellosen Vorticellen gehörig, welche er alt die Erreger eines chronischen 
juckenden Kopfhautekzems erkannte. Die Vorticellen fanden sich in ein- 
gekapseltem Zustande in den kleinen Schorfen des Ekzems , Hessen sich auf 
eiweisshaltigen Nährflüssigkeiten züchten und erzeugten, auf Möpse übertragen, 
eine stark juckende Dermatitis, bei Kindern, welche mit den infizirten Möpsen 
in Berührung kamen, ein Ekzem. 

L. hat die biologischen Verhältnisse dieser Vorticellen sowie das Vor- 
kommen derselben in der Natur näher studirt. 

Molluscum contagiosum. 

Bezüglich des Epithelioma contagiosum bezw. Molluscum 
contagiosum wurde von Neisser 1888 die parasitäre Natur der in den 
Epithelzellen liegenden sog. „Mollusoumkörperohen" behauptet und dieselben 
tls Coeeidien in verschiedenen Entwickelungsstadien gedeutet. Török und 
Tommasoli waren 1890 gegen diese Auffassung aufgetreten und hatten 
die Molluscum körperchen als Producte degenerativer Vorgänge in den Epi- 
thelzellen des Molluscum erklärt; sie halten die Körperchen nach ihren che- 
mischen Eigenschaften, besonders wegen ihrer grossen Resistenz gegen starke 
chemische Agentien für Gebilde colloidähnlioher Natur und wollen dieselben 
nicht als thierische Schmarotzer anerkennen, solange man an ihnen keine un- 
zweideutigen Zeichen dee Lebens, Bewegungsersoheinungen oder Zeichen der 
Proliferation wahrnehmen kann. Seither ist das Molluscum von verschiedenen 
Forsehern zum Gegenstand genauerer Untersuchungen gemacht worden. 

Heister (56 u. 57) verharrt im allgemeinen bei seiner früheren Anschauung, 
indem er jedoch zugiebt, dass ein vollgültiger Beweis von der parasitären Natur 
der Mollusoumkörperohen bis jetzt nicht geliefert ist, andererseits aber meint, 
dass diese Anschauung unter den sonst möglichen Erklärungsversuchen die 
natürlichste und ungezwungenste sei, und dass unter den verschiedenen als 
„Psorospermosen" angesprochenen Erkrankungen des Menschen das Molluscum 
diejenige sei, bei welcher die Sporozoen verhältnissmässig noch am sichersten 
nachgewiesen seien. Wenn Neisser bei den Mollusoumkörperohen keine 
umhüllende Membran und keinen eigenen Zellkern naohweisen konnte, wie 
solche bei sicheren Coeeidien vorhanden sind, so glaubt er, dass bei den 
intracellulären Gebilden des Molluscums vielleicht ein Parasit vorliege, der 
nicht zu den Coeeidien, wohl aber zu einer mit andersartigen morphologi- 
schen Charakteren ausgestatteten Gruppe der Sporozoen gehöre. 

Boeok (6 u. 7) möchte die Frage nach der Sporozoennatur der Mollus- 
cumkörperchen nach den vorliegenden Untersuchungen nooh unentschieden 
lassen, hält jedoch die Gegenwart von Sporozoen beim Molluscum für wahr- 
scheinlicher als bei irgend einer anderen Hautkrankheit, Das regelmässig 
körnige Aussehen (besonders bei Carbol-Safraninfftrbung) gerade der jüngsten 
formen der Molluscumkörperohen spricht nach B. eher für organisirte als 
für degenerative Gebilde. 

Ziegler (112) hält die Mollusoumkörperohen für Parasiten, die wahr- 
scheinlich zu den Coeeidien zu zählen seien und die Ursache der eigentüm- 
lichen Epithelwucherung des Molluscums bilden. Wenngleich die mit centraler, 



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— 64 — 

Dach aussen sich öffnender Höhle versehene lappige epitheliale Wucherung 
der Molluscumknötohen auf Durchschnitten an ein ^drüsiges Gebilde er- 
innert, so geht dieselbe doch nicht von einer Talgdrüse aus, sondern stellt 
eine selbständige Epithelwucherung dar. Israel (37), der die Sporozoennatur 
der Mollußcumkörperchen nicht für bewiesen hält, hat es demgegenüber yor 
kurzem als seine persönliche Meinung ausgesprochen, dass die Mollusken 
nicht vom einfachen Epithelialüberzug, sondern durch Betentions- und Proli- 
ferationsTorgänge von den Haarbälgen sich entwickeln, da er, zwar nur selten, 
Haare in Beziehung mit Mollusken fand; Talgdrüsen konnte er niemals im 
Zusammenhang mit ihnen naohweisen. 

Ziegler hat bei Molluscum eine sehr intensive und distinote Färbung 
der Körperchen erreicht nach langedauernder Härtung in Müller' scher 
Flüssigkeit (fast 1 Jahr) und gewöhnlicher Hämatoxylinfärbung. Er beschreibt 
als Jugendformen der Parasiten protoplasmatische, neben dem Kern der Epi- 
thelzelle im Protoplasma derselben eingeschlossene rundliche Gebilde ; dieselben 
sind anfänglich vom Zellprotoplasma nur schwer abgrenzbar, erhalten jedoch 
später in ihrem Innern kleine distinote Keime, welche sodann zu grösseren 
Körpern heranwachsen, während gleichzeitig der ganze Parasit sich vergrößert, 
fast den ganzen Baum der Zelle einnimmt und den Zellkern zur 8eite drängt 
Dann wird von Seiten der Epithelzelle eine dünne, den Fremdling einkapselnde 
Membran gebildet. Der eingeschlossene Körper erscheint alsdann in eine grös- 
sere Anzahl körniger Körperchen segmentirt und von einer Kapsel umschlossen ; 
der zur Seite gedrängte Kern der Epithelzelle geht in diesem Stadium zu Grunde. 
Die ältesten Stadien der Körperchen erscheinen homogen. Später werden 
die anscheinend eingekapselten Parasiten aus der obersten verhornten Epi- 
dermislage frei und liegen dann im Lumen der centralen Höhle des Molluscums. 

Manauroff (50) beschreibt einen Fall von eigenthümlicher Combination 
von Molluscum und Darier 9 scher Krankheit, welche durch viele Jahre 
hindurch bestanden hatte. Er glaubt, dass der Unterschied zwischen den 
beiden Erkrankungen nur ein anatomischer, die Aetiologie derselben da- 
gegen die gleiche sei. Hervorgerufen werden nach M. beide Erkrankungen, 
sowie autsh die Pag et' sehe Brustwarzenkrankheit durch Einlagerung von 
Coooidien in die Epidermiszellen , welche darauf zu wuchern und zu hyper- 
trophiren beginnen. 

L. Pfeiffer (64 u. 65) hält die Molluscumkörperchen ebenfalls für intra- 
celluläre, parasitische Protozoen und für die Erreger des Epithelioma contagiosum. 
Er glaubt, dass ein Theil der Parasiten sich im Zustande colloider Entartung 
befinde. 

Coata (15) läset die Frage nach der Natur der Molluscumkörperchen 
noch offen. 

Török (102 u. 108) hat später seine, früher ausgesprochene Anschauung von 
der colloiden, degenerativen Natur der Molluscumkörperchen gegenüber von 
Neisser nochmals ausdrücklich begründet, indem er betont, dass nach 
seiner Meinung durch Neisser 's Untersuchungen keinerlei zwingende Beweise 
für die parasitäre Natur derselben beigebracht seien, während der Mangel 
an Lebenserscheinungen, die Morphologie und die ohemisohen Eigenschaften 
für die colloide Beschaffenheit sprechen. 

Marohand (51) läset die Körperohen aus kleinen glänzenden Kömern 
von hyaliner Beschaffenheit entstehen, welche im Protoplasma der Epithel- 
zellen neben dem Kern liegen und durch Confluenz allmählich die grösseren 



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— 65 - 

Xorperohen liefern. Er glaubt nach dieser Entstehungsweise die Körperohen 
eher als einen degenerativen Vorgang, denn als eine parasitäre Erscheinung 
deuten an sollen. 

Auch Bitfloh (80) stimmt mit Török darin überein, dass er die intra- 
ceüolären Gebilde des Molluscum aus einer oolloiden Degeneration des Proto- 
plasmas der Epithelzellen hervorgehen lässt Ist die homogene Umwandlung 
der im Zellprotoplasma sich abgrenzenden rundlichen Masse nur eine partielle, 
so bildet sich aus ihr ein Conglomerat kleiner homogener Körperohen von 
verschiedener Grösse und Anzahl. 

Buffer und Flimmer (82), welche, wie wir später sehen werden, leb- 
haft für die parasitäre Natur gewisser Einschlüsse in Carcinomaellen eintreten, 
können sich von der Anwesenheit von Parasiten im Molluscum contagiosum 
nicht überzeugen. 

Kromayer (44 u. 46) glaubt mit Hülfe der von ihm angegebenen 
Färbung der Protoplasmafasern in den Epithelzellen nachgewiesen zu haben, 
dass die MoUuscumkörperchen als degenerative Produote aus dem Proto- 
plasma der Epithelzellen hervorgehen. Zunächst entnimmt Eromayer aus 
dem Verhalten der Epithelzelle des Molluscums gegenüber seiner Tinctions- 
methode, dass das Molluscum aus einer Wucherung des freien Epidermisüber- 
xuges entstanden ist und nioht von Haarfollikeln oder Talgdrüsen ausgeht ; die 
Epithelien der Wucherung nehmen gerade so leicht und vollkommen die Proto- 
plaam afaserfarbung an, wie dies die Zellen des Bete Malpighi thun, während 
anderseits die Epithelien der Haarfollikel und der Talgdrüsen für diese 
Tinetion nicht oder nur unvollkommen zugänglich sind. Bezüglich der Körper- 
dien giebt K. an, dass ihre ersten Anfange dadurch entstehen, dass das 
Protoplasmaiasergeflecht der Epithelzelle unzusammenhängend wird und zerfallt. 
So entsteht im Protoplasma der Zellen der tieferen Epithellagen ein granulirter 
Bezirk, mit welchem dann der inzwischen aufgeblähte und in seinen 
Umrissen undeutlich gewordene Kern zu einer körnigen Masse verschmilzt; 
das Kernkörperchen kann lange Zeit erhalten bleiben. Aus der Bandzone 
^m Zellprotoplasmas bildet sich dann, wenn man die höher gelegenen Epithel- 
schichten untersucht, eine umschliessende Membran, deren körniger Inhalt, 
der Parasit der Autoren, sich dann zu verschieden grossen Klumpen ballt 
and so in das fertige Mollusoumkörperchen übergeht. So glaubt K. gezeigt 
za haben, dass die Substanz der als Parasiten angesprochenen Gebilde aus 
dem Protoplasma der Epithelzelle hervorgehe. 

Blaachs-o bemerkt im Ansohluss an K.'s Ausführungen (45), dass er zu ähn- 
lichen Ergebnissen gekommen ist, nur zeigen seine Präparate im Gegensatz 
zu Kromayer, dass bei dem Degenerationsprooess , welcher der Bildung 
der MoUuscumkörperchen zu Grunde liegt, der Kern der Epithelzellen erhalten 
bleibt B. hält die Präge nach der Natur der Mollusoumkörper durch K.'s 
Untersuchungen noch nicht für gelöst. 

An der Verschiedenheit der Meinungen über die Natur der Mollusoum- 
körperchen mag nicht zum wenigsten der Umstand schuld sein, dass die 
Körperchen einer präcisen und zur Erkennung der feineren Struoturverhält- 
nisse geeigneten Darstellung im mikroskopischen Präparate sich bis jetzt nur 
wenig zugänglich erwiesen haben. Man hat sioh daher Mühe gegeben, eigene 
Tmetionsmethoden zur Sichtbarmachung der Körperchen ausfindig zu machen. 
8o hat z. B. Hang (34a) ein Tinotionsverfahren mit Hämatoxylin — Ammoniak- 
sin — Pikrinsäure angegeben, durch welches unter Anwendung verschie- 



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- 66 — 

dener differenzirender Säuren eine gute Darstellung der Molluseumkörperehen 
erzielt werden soll Nach seinen Abbildungen scheinen sieh jedooh mit 
dieser Tinotion6methode präois nur die späteren Stadien, die ausgebildeten 
Molluseumkörperehen zu färben, während die intraoellulären protoplaemati- 
Bchen Jugendformen, welche für die Deutung des ganzen Processes von grosser 
Wichtigkeit sind, nicht hervortreten. Letztere scheinen mit dem von B o e o k 
(6 u. 7) benutzten Carbolsafiranin, sowie mit der von Z i e g le r (i 12) verwandten 
Hämatoxylinfärbung nach langedauernder Härtung in Müller 9 scher Flüssig- 
keit besser darstellbar. 

Wenn nun die Frage, ob die Molluseumkörperehen Parasiten und die 
Erreger des Epithelioma contagiosum sind, oder ob wir nach einem anderen 
Erreger dieser Erkrankung zu suchen haben, noch verschieden beantwortet 
wird, so scheint anderseits die Contagiosität des Molluscums durch eine 
Anzahl von guten klinischen Beobachtungen stattgefundener Uebertragungen 
zwischen zusammenlebenden Menschen, ferner auch durch experimentelle, 
positiv ausgefallene TTebertragungsversuche erwiesen. 

So berichtet Pick (69), welcher sich zur parasitären Auffassung der 
Molluseumkörperehen im Sinne Neisser's hinneigt, dass er, um die bisher 
nicht als unbedingt beweisend angesehenen TTebertragungsversuche von 
Betzius, Vi dal; Haab u. A. nachzuprüfen, den dicklichen rahm- 
artigen Inhalt der Mollusken eines Individuums, in dessen Familie mehrere 
Mitglieder gleichzeitig an reiohlioher Eruption der Knötchen litten, einem 
9-jährigen Mädchen und einem 11-jährigen Knaben im Schenkeldreieck an 
mehreren Stellen intraepithelial mit der Lanzette eingeimpft habe. Nachdem 
über 2 Monate an den Impfstellen nichts Besonderes wahrzunehmen gewesen 
war, trat in der 10. Woche an einer der Impfstellen ein kleiner ringförmiger 
Wall mit einer centralen Delle auf, in welcher eich bald die kleine Molluseum- 
öffnung ausbildete. Im Verlauf weniger Wochen bildeten sich dann sowohl 
an dieser als auch in gleicher Weise an 8 anderen von den 12 Impf- 
stellen makroskopisch typisohe Mollusca aus, deren eines excidirt und bei mikro- 
skopischer Untersuchung als echtes Molluscum mit den bekannten Körper- 
chen erkannt wurde. Aus der histologischen Untersuchung sohliesst P., daes 
das von ihm untersuchte, experimentell erzeugte Molluscum durch starke 
Wucherung eines interpapillären Epithelzapfens ohne Betheiligung der Haar- 
follikel entstanden ist Pick hält somit die Contagiosität des Molluscums 
für erwiesen, enthält sich jedoch dabei einer bestimmten Meinung über die 
Art des Contagiums, da dieselbe über das Gebiet der Vermuthungen nicht 
hinausgehen könnte. 

Im Anschluss an diese Mittheilung Pick 's berichtet Tonton, daaa es 
ihm gelungen sei, in den protoplasmatischen granulirten intracellulftren 
Körperchen, welche als Jugendformen der Parasiten gedeutet werden, korn- 
artige Gebilde nachzuweisen. Er glaubt, durch diesen Befund einen weiteren 
Anhaltspunkt zu Gunsten der Neisser' sehen Anschauung von der Sporo- 
zoennatur der Körperchen beigebracht zu haben, da nach Bütschli die 
Anfangsstadien dieser Organismen einen Kern enthalten sollen. Ebenso seien 
Mangel von Eigenbewegung und Besistenz gegen starke chemische Agentien 
(oonoentrirte Schwefelsäure) Eigenschaften, welche eher für als gegen die 
Sporozoennatur sprächen, da dieselben nach Bütschli gerade den er- 
wachsenen zellsohmarotzenden Gregarinen zukommen. 

Nobel (58) erwähnt ebenfalls positive Impfversuche mit dem Inhalt von 



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— 67 — 

MeiluMumkntitohen des Penis. Die Impfungen wurden intraepithelial am 
OMrafm ausgeführt, indem die obersten Epithelsohichten abgeschabt und 
dar Impfstoff hierauf in die verwundete Haut eingerieben wurde. Nach 
4 Wochen traten punktförmige Erhabenheiten auf, nach 9 Woohen hatten 
fleh typische Mollusca ausgebildet 

Bieder (lieber Molluscum contagiosum, Münohener med. Wochenschrift;, 
1*9», Ko. 8, ref. Centralbl. für pathol. Anat, 1898, No. 92/28) sohliesst 
bei einem Fall von Molluscum auf die infeotitfs-parasitäre Natur der Er- 
krankung aus der eigentümlichen Anordnung der Knötchen, welche sich 
deutlich radiär um einen Mutterknoten ausgebreitet hatten. 

Epithelioma follioulare (0. Israel). 
Gewisee Verwandtschaft im histologischen Bau mit dem Molluscum con- 
tagiosum zeigt eine eigenartige Qeschwnlstform, welche neuerdings O. Israel (87) 
id 8 Fällen unter dem Namen des Epithelioma follioulare cutis 
beschrieben hat Es handelt sich um epidermoidale, gutartige Tumoren der 
behaarten Haut von lappigem Bau. Die Oberfläche der Geschwulst ist, ab- 
gesehen von einzelnen kraterförmig in die Tiefe ziehenden Oeffnungen, von 
einer meist verdünnten Epidermisschioht überzogen. An die Oeffnungen 
Bchliecsen sieh weitverzweigte, unregelmässige, taschenartige Bildungen an, 
welche mit Epidermis ausgekleidet sind; diese in die Tiefe der Geschwulst 
ziehenden, vielfach ausgebuchteten tasohenartigen Vertiefungen, vermöge deren 
die Tumoren eine höckerige Oberfläche besitzen, stellen nach Israel un- 
förmlich vergrösserte und entstellte Haarbälge dar, so dass I. die betreffenden 
Tumoren als Retentionsgesohwülste mit gesteigerter Proliferation des Epithels 
zu betrachten geneigt ist. Wie Israel eine Entstehung des Molluscum 
contagiosum von einem Haarbalge aus annimmt, so glaubt er auch, dass diese 
epithelialen Geschwülste in entsprechender Weise wie beim Molluscum ihren 
Ausgang jeweils von einer grösseren Anzahl von Haarbälgen nehmen. Die 
epitheliale Auskleidung der tasohenartigen Bildungen des „Epithelioma follicu- 
lare M Übst ein Stratum Malpighi und ein 8tratum oorneum erkennen und enthält 
in grosser Menge Gebilde, welche in jeder Beziehung den Moliusoumkörper- 
ehen gleichen; solche liegen auch im freien Baume der Taschen. Israel 
näh sowohl die beim Molluscum contagiosum als auch beim Epithelioma 
follioulare vorkommenden Körperehen mangels positiver Beweise nicht für 
Parasiten, wenn er auch manche Aehnlichkeiten einzelner Formen der 
Idrperchen mit einseinen Stadien der Sporozoenentwickelung zugiebt und 
auf der anderen Seite keinen directen Gegenbeweis gegen ihre Sporozoen- 
oatur zu leisten im Stande ist Da für die Molluscumkörperchen sich der 
Beweis ihrer Sporozoennatur bis jetzt nicht durch einfachere, auf bekannten 
loologischen und histologischen Wahrnehmungen beruhende Vergleiche, wie 
z. B. für die Plasmodien der Malaria, führen liess, so hält Israel die Körper- 
eben solange nicht für Parasiten, als eine einwandfreie Uebertragung der 
betr. Erkrankung durch isolirte, rein gezüchtete Protozoen nicht gelungen ist. 

Paget's „Disease of the nipple". 

Unter all denjenigen Erkrankungen des Menschen, welche zu Sporozoen 

in Beziehung gebracht werden, steht dem Garoinom am nächsten die 

Paget 'sehe Erkrankung der Brustwarze, eine Affection, bei der 

sieh ein ekzemartiges Frühstadium unterscheiden lässt, welches sodann in 



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oberflächliche Uloerationen mit Einziehung der Warze und schliesslich oft ent 
nach Jahren in ein echtes Plattenepithelearcinom fibergeht. Auf die Mittheilungen 
von Darier, Wickham und Malassez (vergl. mein früheres Referat), 
welche diese Affection auf parasitäre, in den Epithelzellen lebende Sporozoen 
zurückfuhren wollten, ist auch hier von verschiedenen Seiten Widersprach 
erfolgt, zunächst von Bor eil, welcher die „Psorospermien" zum Theil als 
Prodncte endogener Zellneubildung, zum Theil als degenerativ veränderte 
Epithelzellen auffasste. 

Für die Sporozoennatur der Zelleinschlfisse bei Paget 's Disease hat 
sich seither noch MansurofT (50) ausgesprochen, welcher diese Erkrankung 
in ätiologischer Beziehung für gleichstehend mit der Darier 9 sehen Derma- 
tose und dem Molluscum contagiosum betrachtet 

Auch L. Pfeiffer (64, 65) schließet sich der Ansicht von Darier und 
Wickham bezüglich der Sporozoennatur der Zelleinschlüsse bei Paget- 
scher Krankheit an. 

F. Piok (70) berichtet über einen Fall von \ x l % Jahre bestehendem 
nässendem Ekzem der Olans penis bei gleichzeitig vorhandener Phimose. 
Naoh Operation der letzteren besserte sich zuerst das Leiden, nach einiger 
Zeit stellten sich jedoch knotige Wucherungen bis zu Erbsengrösse an der 
Olans ein. Mikroskopische Untersuchung der excidirten Gewebsstücke ergab 
neben kleinzelliger Infiltration, wie sie der ekzematösen Entzündung entspricht, 
das typische Bild einer carcinomatösen Wucherung. Piok glaubt demnach 
die Erkrankung als einen Fall von Paget'soher Krankheit auffassen zu 
sollen, an welchem sich sowohl das ekzematöse Frühstadium, als auch das 
caroinomatöse Spätstadium dieser Affection nachweisen lassen. In den epi- 
thelialen Wucherungen fanden sich reichliche Körperchen, „Psorospermien", 
wie sie von Darier, Wickham u. A. bei Paget'soher Krankheit der 
Brustwarze, von Grooker bei entsprechender Erkrankung des Sorotums 
beschrieben sind ; über die Natur dieser Körperchen erklärt Pick zur Zeit 
noch kein bestimmtes Urtheil abgeben zu können. 

Bowlby (9) hat in 14 Fällen von Paget' scher Krankheit die von 
Darier und Wickham beschriebenen Körperchen gefunden und hält die- 
selben wahrscheinlich für Psorospermien, die Affection selbst für eine para- 
sitäre, duroh diese Psorospermien hervorgerufene, während er das im An- 
schluBS an das ekzematöse Stadium der Erkrankung auftretende Garcinom 
nicht als eine directe Folge irgend einer speoifisohen Wirkung der Psoro- 
spermien ansieht. 

Hutchinson (36) hat ebenfalls in 3 unter 5 Fällen Pag et' scher 
Krankheit die Darier' sehen Körperchen im Epithel gefunden und hält 
dieselben für Goccidien. Bei anderen ekzematösen Erkrankungen fanden sich 
die betreffenden Gebilde nicht in der Haut. 

Power (s. bei Hutchinson) hat frische Gewebsstücke aus dem Garcinom, 
welches als letztes Stadium der Paget'schen Krankheit auftritt, auf eine 
Ratte übertragen. Es trat während einiger Tage eitriger Ausffuss an der 
Impfstelle auf, welcher dann aufhörte. Als hierauf P. dem Thiere Leber- 
cooeidien vom Kaninchen injioirte, trat der eitrige Ausfluss wieder für kurze 
Zeit auf. Im übrigen blieben die Impfversuche ohne Ergebniss. 

Thin (101) hat die Darier-Wiokham'schen Körperchen bei 
Paget'soher Krankheit theils gefunden, theils auch vermisst. Er halt die- 
selben für verschiedene Stadien degenerativer Veränderungen in den Epithel- 



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— 69 

alten und hat die gleichen Gebilde auch in den Epithelzellen eines Lippen- 
esreraoms gesehen. 

Raffer nnd Flimmer (82) finden bei 2 Fällen von Pag et' scher 
Krankheit eine bestimmte Form von Zelleneinschlüssen, welche von den 
Darier- Wiokh am' sehen Körperchen verschieden sind nnd übereinstimmen 
bü desjenigen von B. u. F. als Parasiten angesprochenen intracellulären Ge- 
bilden, welche die genannten beiden englischen Autoren ans verschiedenen 
Gnunomen besehrieben haben (vergl. später bei „Carcinom"). Es fanden sich diese 
Ptmiten nicht in den ekzematösen Partieen der Erkrankung, sondern in den 
jprthelzellen derjenigen Stellen, an welchen sich schon ein echtes Carcinom 
entwickelt hatte. 

KeUser (56, 57) welcher, wie wir sahen, sich mit ziemlicher Bestimmt- 
heit für die Sporozoen natur der Körperchen des Molluscum contagiosum aus- 
gesprochen hat, verhält sich bezüglich der Pag et 'sehen Krankheit weit 
mrfleklialtender. Er bemerkt, dass das eigenartige klinische Bild, die Con- 
stsss des mikroskopischen Befundes der intracellulären Gebilde und 
die Reichhaltigkeit dieser fraglichen Coccidien als Momente angeführt werden 
können, welche für die Darier 9 sehe Auffassung der Affection als einer 
Coeeidienkrankheit sprächen. Doch fehlt auf der anderen Seite jeder sichere 
Beweis, dass die betreffenden einzelligen, weder durch Form noch Grösse 
noch Färbbarkeit ausgezeichneten Elemente Psorospermien, und nicht nur in 
abnormer Weise in Epithelzellen eingeschlossene andere Epithelien sind. 
Ferner erscheint N. die fast regelmässige Localisation der Erkrankung an 
der weiblichen Brust nicht gut aus der Annahme einer Coccidieninfection 
erklärbar und verständlich. Wären Coccidien die Ursache der ekzematösen 
flinterkrankong, so müssten sie nach N's. Ansicht auch die Ursache des mit 
grosser Gonstanz in späterer Zeit (oft nach mehreren Jahren) an das Ekzem 
sieh anschliessenden Garcinoms sein, in welchem auch Darier und W i c k h a m 
dieselben gefunden zu haben angeben. In den Metastasen dieses Krebses, 
in welchen alsdann die Anwesenheit der „Coccidien" ebenfalls postulirt 
werden müsste, konnte jedoch Neisser dieselben niemals auffinden« 

Karg (38) bestätigt bei genauer Untersuchung eines Falles von Paget- 
scher Krankheit die histologischen Berunde Wiokham's und Darier 's 
besngboh der eigentümlichen grossen Zellen, welche oft reihenweise in dem (auch 
sonst pathologisch veränderten, aufgelockerten, in seinem normalen Gefüge ge- 
störten) Epithel angeordnet sind, und welche durch ihr helles, nur sehwach 
sieh färbendes Protoplasma das Aussehen heller Vacuolen mit einem dunkeln 
eentrslen Körper, dem Kern, erhalten* Diese Kerne zeigen ein dickfälliges 
ftronutingerüst, als ob sie im ersten Stadium der Karyokinese wären; viele 
tob ihnen sind thatsäohlioh in typischer Mitose. Die Kerne dieser hellen 
Zellen sind von W ick ha m als Parasiten, Psorospermien gedeutet worden, eine 
.Afifsssaog, der Karg nicht beipflichten kann. Er hält vielmehr die 
feget' sehe Krankheit, auoh schon in dem „ekzematösen" Frühstadium, in 
welchem ein Einwuohem und Einbrechen des Epithels in die Cutis noch nicht 
wthrnehmbar ist» weder für ein Ekzem, noeh auoh für eine besondere Krank- 
heit, sondern für ein Carcinom, und zwar für die oberflächlichste oder flachste 
Form des Krebses, die möglich ist, am nächsten verwandt mit dem Ulcus rodens. 
Demnach sind die Epithelveränderungen schon in diesem Frühstadium der 
Krankheit krebsiger Natur und die beschriebenen grossen hellen Zellen mit 
den dunklen Kernen, Wickham's Parasiten, sind nach Karg die ersten 



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— 70 — 

CarcinomzeUen, das erste Zeichen der beginnenden Caroinomwuoherung im 
Epithel. Diese Wucherung kann anfänglich lange Zeit auf das Epithel be- 
schränkt bleiben und erst nach Jahren zum Einbruch des Epithels in die 
Cutis und zur oareinomatösen Infiltration derselben führen. Die beschriebenen 
grossen Zellen vermag Karg somit nicht als Parasiten im Sinne von D arier- 
Wickham anzuerkennen; er hat an denselben alle Uebergänge au den 
unveränderten Betesellen , ferner typische Mitosen beobaohtet, wodurch er 
jeden Zweifel an ihrer epithelialen Natur für ausgeschlossen hält Anden- 
gestaltete zellartige und sporooystenähnliohe Gebilde, welche von Wiok- 
ham als Parasiten bei Paget 's Krankheit beschrieben wurden, konnte 
Karg bei seinem Falle nicht beobachten, wohl aber reioblioh bei gewöhn- 
lichen Oaroinomen, die vom Bete Malpighi ausgingen. 

Török (102) wendet seine Aufmerksamkeit auch den erwähnten grossen 
hellen^Zellen im Epithel der Paget' sehen Krankheit zu, in welchen er eben- 
falls häufig Mitosen findet ; manchmal liegen mehrere solche grosse Zellen neben- 
einander und platten sich gegenseitig ab, oft liegt auch eine solche Zelle in 
einer Aushöhlung einer grösseren Zelle. Die Mitosen zeichnen sich häufig 
durch eine grosse Anzahl von Ghromatinsohleifen aus, manchmal sind es auoh 
pluripolare Mitosen, Da gerade Biesenmitosen und pluripolare Kerntheilungs- 
figuren häufig in Garoinomen vorkommen, so glaubt T ö r ö k die Ansicht Earg's 
aoeeptiren zu sollen, dass diese grossen Zellen die ersten CarcinomzeUen und 
die Paget'sohe Krankheit ein ganz flaches, oberflächliches Caroinom dar- 
stelle. T. meint, dass die betreffenden grossen, hellen Zellen durch Im- 
bibition mit Lymphe und durch Oolliquation der Epithelien entstehen in 
Folge von Durchtränkuog des Epithels mit Lymphe von Seiten des ent- 
zündlich infiltrirten Coriums her. Gegenüber diesem Erklärungsversuch darf 
wohl der Einwand erhoben werden, dass die mit einer Oolliquation noth- 
wendig verbundene Schwächung der Epithelzellen, welche bei manchen der- 
selben nach T's. eigener Angabe bis zur colliquativen Nekrose fuhrt, nicht 
wohl vereinbar ist mit der gesteigerten Vitalität der hellen Zellen, die ans 
dem von T. und auch von Karg beobachteten zahlreichen Vorkommen von 
Mitosen in ihnen hervorgeht 

Die von Wiokham als ein Argument für parasitäre Natur ange- 
führte intracelluläre Lage der hellen Zellen kann Török nicht bestätigen. 
Die Betraotion des Zellprotoplasmas um den Kern, welohe von Wiokham 
für parasitäre und gegen epitheliale Natur vorgebracht wurde, glaubt T. 
nur duroh Einwirkung der Härtungsflüssigkeit auf ein geblähtes und ge- 
dunsenes Zellprotoplasma erklären zu können. Eine Anzahl anderer eigen- 
tümlicher Gebilde, die von manchen Autoren für Parasiten gehalten wur- 
den, hat die Paget'sohe Krankheit mit den Oaroinomen gemein; Török 
beschreibt dieselben zusammen mit den in Krebsen vorkommenden „proto- 
zoenartigen Gebilden". Auf diese Dinge soll im folgenden Abschnitt ein- 
gegangen werden. 

Wenn wir vorher noch einen kurzen Bückblick auf die in den 4 lotsten 
Abschnitten behandelten eigentümlichen Bilder aus den krankhaft ver- 
änderten Epithelien werfen, so ist zunächst zu bemerken, dass ein strioter 
Beweis der parasitären Natur der in Frage stehenden Dinge bis jetzt. nicht 
geliefert ist, während anderseits für einzelne derselben nach den vorliegenden 
Arbeiten eine Deutung im Sinne pathologisch veränderter Epithelialzellen 



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— 71 — 

eise grosse Wahrscheinlichkeit für flieh haben dürfte. Wir können demnach 
nrei Gruppen unterscheiden , in deren eine wir das Molluscum contagiosum 
mit dem Epithelioma follieulare, in die andere die Darier' sehe Dermatose 
md die Paget' sehe Krankheit stellen. Bezüglich der in den beiden erst- 
genannten Erkrankungen gefundenen Mollusoumkörperchen lassen, da positive 
Beweise ihrer Parasitennatur noch fehlen, die erwiesene Contagiosität des 
Molluscums, die ganz eigenartigen Lage- und Gestaltsverhältnisse, die Aehn- 
liekkeit der Körperohen mit bekannten Entwickelungsstadien von Sporozoen 
imiaerhin den Gedanken an eine dem Epithel fremde, parasitäre Einlagerung 
khhaft in Erwägung ziehen, da auf der anderen Seite alle die Versuche, die 
Körperohen als Producta degenerativer Vorgänge in den Epithelzellen zu er- 
küren, hier bis jetzt nooh keinen sioher überzeugenden Eindruck machen. 

Dagegen scheinen bei der Darier 'sehen Dermatose die Untersuchungen 
▼oa Boeok, Kroesing, Buzzi-Miethke und vor allem von Petersen 
die von Darier als Sporozoen gedeuteten „corps ronds" und „grains" ziemlich 
lieher ihrer Parasitennatur zu entkleiden und als Produote pathologischer 
Verhornungsprooesse hinzustellen; und bei der Pag et' sehen Krankheit 
scheinen sich die grossen, vacuolen artigen hellen Zellen, welche von Darier 
und Wiokham als Schmarotzer angesehen wurden, nach den Untersuchungen 
von Karg und Török, welche an diesen Zellen typische Mitosen und alle 
Uebezgangsformen zu gewöhnlichen Epithelzellen nachwiesen, als pathologisch 
veränderte epitheliale Elemente herauszustellen. Auoh unter sich zeigen die 
Körperohen au* der Darier 'sehen und diejenigen aus der Paget 9 sehen 
Krankheit gewisse Aehnlichkeit in der formalen Erscheinung und stehen in 
dieser Beziehung den ganz anders gestalteten Mollusoumkörperchen gegenüber. 
Verglichen mit den aus Carcinomen beschriebenen Einschlüssen zeigen die 
Körperohen der beiden erstgenannten Erkrankungen, wie hier im voraus 
bemerkt werden mag, viele Aehnliohkeiten und sogar theilweise Identität 
mit manohen dieser Formen, während dagegen die Mollusoumkörperohen (aus 
gut tingirten Präparaten) gegenüber den Caroinomzelleneinschlüssen wieder als 
etwas Eigenartiges erscheinen. 

Caroinom. 
Seit den ersten Mittheilungen von Thoma, 8jöbring, Malassez 
u. A. über Sporozoen in Carcinomen in den Jahren 1889 und 1890 ist eine 
wahre HochAuth von Publicatienen über diese Frage erschienen, welche 
immer neue Formen der eigentümlichen Gebilde aus Krebsen beschrieben 
und theils für, theils gegen die parasitäre resp. Sporozoennatur derselben sich 
aussprachen und die Gründe für diese oder jene Auffassung disoutirten. Die 
von den einzelnen Autoren beschriebenen Dinge sind dabei sehr verschiedener 
Art, und man darf wohl sagen, dass fast alle in Krebsen aufstossenden Zell- 
bilder, welche nach unseren heutigen Kenntnissen nicht bequem bei irgend einer 
der regressiven oder progressiven Metamorphosen der Zelle unterbringbar er- 
schienen, zu den angeblichen Parasiten in Beziehung gesetzt wurden, während 
anderseits andere Autoren die Zugehörigkeit der betreffenden Zellbilder zu 
progressiven oder degenerativen Vorgängen darthun zu können glaubten. 
Sine euugermaaesen vollständige und zugleich klare und übersichtliche Bericht- 
erstattung über das bunte Vielerlei zu liefern, welches in den letzten Jahren 
auf diesem Gebiete producirt worden ist, ist eine um so schwieriger zu er- 
füllende Aufgabe, als eine grosse Zahl der betreffenden Autoren ihre Dar- 



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— 72 — 

Stellung durch ein für das Verständniss dieses Gegenstandes fast unerläßliches 
Hülfsmittely durch Hinweise auf Abbildungen der Zellbilder bezw. Parasiten 
unterstfitzen. 

Ich suohe im Folgenden aus der Masse des Gebotenen das Wesent- 
liche herauszugreifen und beginne mit denjenigen Arbeiten, welche die 
Anwesenheit von Parasiten in Caroinomen glaubhaft zu machen suchen oder 
wenigstens für wahrscheinlich halten, 

Steinhaus (95) hat in etwa 80 Krebsen vielfach eigentümliche Zellein- 
sohlüsse gefunden, in grösserer Menge jedoch nur in einigen Mammacaroinomen. 
Er nxirte in Sublimat und färbte in Hämatoxylin + Nigrosin + Eosin -|- 
Safranin. Lagen die Gebilde im Innern des Kernes der Krebszellen, so 
waren es scharf oontourirte, runde oder ovale kleine Körperchen, welche die 
gleichen Färbungen, wie das Zellplasma annahmen, theils homogen erschienen, 
theils einen hellen Fleck mit stark gefärbten Körnern im Innern enthielten, 
manchmal auch in homogener Grundsubstanz sichelförmige oder unregelmässige 
Ghromatinkörper einschlössen. Die im Zellprotoplasma gelegenen Einschlüsse 
waren ebenfalls kugelig oder ovoid, lagen oft in einer Höhlung des Zellleibes, 
häufig in eine Einbuchtung des Kernes eingepasst und nahmen ebenfalls 
Tinotion mit protoplasmafärbenden Farben an. Sie schienen zum Theil 
identisch mit manchen der intranuoleären Einschlüsse zu sein. Oefters fanden 
sie sich im Protoplasma mitotisch sich theilender Krebszellen, einmal sogar 
im Raum zwischen den beiden Tochtersternen eingelagert. Manche der intra- 
oellulären Einschlüsse enthielten runde, ovale, hie und da auch halbmond- 
förmige Körperchen, welche Chromatinfärbung annahmen. Ein intraokulares 
rundes kleines Körperchen enthielt einen Chromatinfadenknäuel, welcher an 
die bei der Mitose zu beobachtenden erinnerte. Gelegentlich fanden sioh 
auch kleine chromatische Sicheln im Zellprotoplasma eingeschlossen; manche 
Einschlüsse boten auch das Aussehen vollständiger kleiner Zellen mit Proto- 
plasma, kernartigem Bläschen und Kernkörperchen. 

Die beschriebenen Gebilde sind nach Steinhaus keine Producte 
colloider Degeneration, da sie sioh von Golloidkörpern etc. gut unterscheiden 
lassen. Zuweilen mögen sie auf Leukocytenein Wanderung zurückzufuhren 
sein. Einige der runden oder ovalen intraoellulären und intranuoleären 
Körperchen, besonders diejenigen mit kern- und kernkörperohenartigem Ge- 
bilde, lassen sich nach 8 1 vom Standpunkt der Parasiten-Hypothese leichter 
deuten, als vom Standpunkt jeder anderen Hypothese aus, genügen jedoch 
nicht zur Begründung eines Carcinom- Parasitismus, gegen welchen St. im 
übrigen vom principiellen Standpunkt aus sich nicht ablehnend verhält 

In einer weiteren Mittheilung (96) beschäftigt sioh Steinhaus mit Ge- 
bilden, welche von L. Pfeiffer (64) und Wickham als Caroinompara- 
siten beschrieben worden sind. Nach Steinhaus handelt es sich um ab- 
norme Umwandlungen von Carcinomzellen, besonders um solche, welche mit 
pathologischen Yerhornungsprocessen ohne das Intermediärstadium der Eleidin- 
körnerbildung zusammenhängen. In anderen Fällen sind es invaginirte Zellen, 
welche in andere eingestülpt sind und von diesen schalenartig umschlossen 
sind ; hierher gehören die grossen Gentralzellen der „Carcinom perlen". Radiäre 
Streifung des Protoplasmas der invaginirten Zellen rührt von einer degenera- 
tiven Veränderung der Zellen her, bei welcher das im Protoplasma präfor- 
mirte Fadenwerk der Protoplasmafasern deutlicher in die Erscheinung tritt. 

Soudakewitoh (90) hat in 95 Krebsen verschiedener Art nach Con- 



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— 73 — 

Mrrirung bald in Müller' scher Flüssigkeit, bald in Alkohol, theiis in 
Osmium, ausnahmslos theiis im Protoplasma, theiis im Kern der Krebszellen 
liegende Gebilde gefunden, welche er auf Grund morphologischer Ueberein- 
snmmung mit zoologisch sicher gekannten Formen für parasitäre Sporozoen 
hält Auf 2 Tafeln giebt der Autor eine grosse Zahl der von ihm für Para- 
siten gehaltenen intracellulären Gebilde wieder: es sind runde oder ovale 
helle, scharf contourirte Vacuolen, etwa von der Grösse eines Zellkernes, 
welche häufig den Kern der Krebszelle zur Seite gedrängt und zur 8iohel- 
form eomprimirt, eingedrückt haben. Im Innern dieser hellen Bäume finden 
sich mit Hämatoxylin färbbare Körperchen sehr verschiedener Gestalt, rund 
oder oval , ein kornartiges Gebilde vorstellend , ferner sichelförmig , stern- 
förmig verzweigt, rosettenartig, vielfach auch ganz unregelmässig. Ein 
Pankreaskrebs lieferte nach Behandlung mit Osmiumsäure und Färbung mit 
Hämatoxylin zahlreiche, sehr auffallende Zelleinschlüsse, deren oft eine grössere 
Anzahl in der gleichen, dann hypertrophischen Zelle lagen. Auch hier waren 
es wieder belle, wohl abgegrenzte, meist zur Seite des Zellkerns, manchmal 
such im Innern desselben gelegene blasige Bäume von der Grösse eines 
Coeens bis zu der einer Krebszelle, deren Inhalt wiederum aus theiis runden 
oder ovalen, theiis verschieden gestalteten, mit Hämatoxylin violett sich 
färbenden Körperchen bestand. Auffallend waren unter den letzteren gewisse 
Formen mit einer regelmässigen, feinen radiären 8treifung der Bandpartieen, 
ferner leicht gebogene, stäbchenförmige Gebilde mit Anschwellungen an beiden 
Enden. Manchmal enthielten die Vacuolen auch zahlreiche, dunkelviolett 
gefärbte Körner von unregelmässiger Grösse und Form, oft auch ein chro- 
matisches Fadenwerk. S. hält diese Gebilde für etwas den Krebssellen 
Fremdes, für parasitäre Einschlüsse, nicht für Degenerationsproducte der 
Kerne oder des Protoplasmas, nicht für eingewanderte Leukocyten oder in« 
vaginirte Krebszellen, überlässt jedoch die nähere Artbestimmung der Sporo- 
zoen den Zoologen. Nach Härtung desselben Pankreascarcinoms in Müller- 
acher Flüssigkeit konnte man in den Parasiten nichts mehr von ihrer 
complicirten Structur erkennen, sie glichen bei Hämatoxylinfärbung jetzt 
•trncturlosen homogenen, colloiden Kugeln. Manche zeigten bei Safranin- 
farbuDg eine eigentümliche violette Färbung, durch welche sie von den 
Gewebselementen unterschieden waren. 

In einer Fortsetzung seiner ersten Mittheilung (91) bildet Soudake- 
witoh auf 2 Tafeln eine aus 15 Carcinomen entnommene weitere Beihe von 
ähnlichen Zelleinschlüssen ab, welche er für parasitäre Sporozoen hält. Unter 
ihnen sind besonders die eingekapselten Formen bemerkenswerth, welche eine 
besonders in den Bandpartieen deutlich ausgeprägte Segmentirung des Inhaltes 
der Kapsel zeigen und von 3. auf Vermehrungsvorgänge der Parasiten durch 
8pornlation bezogen werden ; ferner solche, welohe in ihrem Innern sichelförmige, 
stark gefärbte Körperchen, meist 2 an der Zahl, enthielten. Manche der Ein- 
schlüsse besassen Aehnlichkeit mit Zellkernen; jedoch unterschied sie nach 
ffs. Angabe ihr eigentümliches Verhalten gegen Hämatoxylin von den letz- 
teren: die parasitären Einschlüsse stachen durch eine rein violette Färbung 
von den übrigen Gewebstheilen, vor allem den blauen Kernen, ab. Oft lagen in 
derselben Zelle mehrere Parasiten, von welchen einer den anderen in der Ent- 
wiekelnng vorausgeeilt war. Neben solchen Figuren, dieSoudakewitch für 
anzweifelhafte Sporozoen hält, findet er jedoch noch jeweils zahlreiche Ein- 
schlüsse von nioht sicher festzustellender Bedeutung. Manchmal lagen auch 



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— 74 — 

ausserhalb von Zellen Gebilde, welche mit den als Sporozoen beschriebenen 
Zelleinsohlüssen in ihrer Form theilweise übereinstimmten, dieselben jedoch 
oft an Grösse übertrafen. Dass in manchen Krebsen die Parasiten nur sehr 
spärlich aufzufinden waren, glaubt S. auf Bechnung der bis jetzt noch unvoll- 
kommenen Darstellungsmethoden setzen zu müssen, durch welche besonders die 
kleinen Formen der Parasiten nur unvollkommen sichtbar gemacht werden. 

Häufig fand 8. die Parasiten in Zellen, die hypertrophisch waren, oft 
auch in solchen, die sich in Karyokinese befanden; er hält sich deswegen 
zwar nicht zu dem Schlüsse berechtigt, dass die Zellvermehrung durch den 
Parasiten hervorgerufen wird, aber immerhin, dass sie dnroh ihn nicht un- 
bedingt verhindert wird. Manche parasitenhaltige Krebszellen waren kernlos, 
so dass S. an die Möglichkeit denkt, dass die Parasiten ins Innere des Kernes 
eingedrungen sein und sich auf Kosten desselben entwickelt haben könnten. 
Wo Zerstörung der Zellen durch den Parasiten erfolgt, da geschieht diese 
durch eine immer mehr zunehmende Ausdehnung des Zellleibes und Druck- 
atrophie des Zellkernes durch den heranwachsenden Parasiten; schliesslich 
platzt die Wirthszelle , der Parasit wird frei , seine Schale springt auf und 
die in ihr gebildeten Sporen inficiren andere Zellen. Ausserdem nimmt 8. 
noch einen intrazellulären Modus der Infeotion an, indem er Krebszellen, 
welche mehrere Parasiten enthalten, sich karyokinetisch theilen läset, so dass 
hernach jede der Tochterzellen Parasiten enthält. 6. ist geneigt, die para- 
sitären Sporozoen nioht als Eindringlinge von seoundärer, nebensächlicher Be- 
deutung aufzufassen, sondern ist geneigt, in ihnen die Ursache der caroino- 
matösen Epithelwucherung zu erblicken; er versucht in kurzen Zügen die 
einzelnen Erscheinungen der Entwickelung und Ausbreitung eines Caroinoms 
mit dieser Anschauung in Einklang zu bringen. 

MetsohnikofT (52) bestätigt die Beobachtungen von Soudakewitsoh 
und erklärt sioh einverstanden mit der Deutung derselben als Parasiten, am 
wahrscheinlichsten als Coooidien. M. findet in Carcinomen noch andere 
Parasiten, welche eine auffallende Aehnlichkeit mit gewissen Entwickelungs- 
stadien des Coooidium oviforme der Kaninchenleber besitzen; er weist ferner 
auf die Aehnlichkeit der Goccidienerkrankungsherde in den Gallengängen der 
Kaninchenleber mit echten epithelialen Tumoren hin. Da von der Kaninchen- 
psorospermose angenommen werden darf, dass die Infeotion durch Sporen 
erfolgt, welohe sich nach Ausstossung reifer Goocidien aus dem Thierkörper 
und nach längerem Verweilen derselben in der Aussenwelt entwickelt haben, 
so schlägt Mets oh nik off vor, Garcinominoculationsversuche nicht mit ganz 
frischem Krebsmaterial anzustellen, sondern mit Krebspartikelohen , welohe 
längere oder kürzere Zeit ausserhalb des Organismus verweilt haben, damit 
so genügend Zeit zur exogenen Entwickelung infeotionsfähiger Keime gelaaaen 
werde. 

In einer anderen Mittheilung glaubt MetsohnikofT (58) auf Grund des 
Vergleiches mit echten Goocidien, z. B. denen aus der Kaninohenleber 9 die 
Anwesenheit von Sporozoen in Krebsen anerkennen zu müssen. Er unter- 
scheidet jedoch zwischen echten Goocidien und Pseudococcidien und rechnet 
zu den letzteren eine Anzahl derjenigen Bilder, welche von zahlreichen Unter - 
Buchern als Sporozoen beschrieben worden sind, vor allem die als Sporen 
beschriebenen sichel- und navicellen förmigen Körperohen, deren Angehörigkeit 
zu den Sporozoen er mangels exacter Uebereinstimmung in der Form nicht 
anerkennen kann. 



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— 75 — 

Podwysfloski und Sawtachenko (75) sind der Ansicht, dass weder 
diejenigen Untersucher, welche die Anwesenheit zu den Sporozoen gehöriger 
Parasiten in Garcinomen mit Sicherheit behaupten, noch diejenigen, welche 
das Vorkommen von Sporozoen in Carcinomen in Abrede stellen und die 
betreffenden Erscheinungen an den Krebszellen in anderem Sinne zu deuten 
suchen, für ihre Anschauungen bis jetzt genügend sichere Beweise vorgebracht 
haben. Die Verff. glauben nun, dass ihnen der Nachweis von Sporo- 
zoen in etwa 20 Krebsen verschiedener Organe (nur in einem Falle 
fehlten sie) mit Sicherheit gelungen sei, und sie stützen sich dabei haupt- 
sächlich auf den von ihnen in 2 Farbentafeln reproducirten Befund sichel- 
förmiger Körperohen in den Krebszellen. Sie glauben in diesen Körperohen, 
auf Grund ihrer morphologischen Uebereinstimmung mit den Sporen zoologisch 
gut gekannter Sporozoen, zweifellos ebensolche wiederzuerkennen. Die Verff. 
sind daher der Meinung, dass die von Steinhaus, dem Referenten 
and 8oadakewitsch aus Carcinomen beschriebenen Zelleinschlüsse wirk- 
lieh Sporozoen sind, und dass den betreffenden Untersuch ern nur der Nach- 
weis der charakteristischen sichelförmigen Körperchen gefehlt habe, um sich 
mit Sicherheit für die Sporozoennatur der fraglichen Gebilde auszusprechen. 
Demgegenüber muss Ref. hervorheben, dass auch er allerdings diese sichel- 
förmigen Körperchen gesehen und abgebildet hat (Ziegler's Beitrage, Bd. XI, 
Tat I, Fig. 1, 3, 4, 5, 6, 7, 9), sich aber trotzdem von ihrer parasitären 
Natur nicht sicher überzeugen konnte, da die Möglichkeit, dass Kerndegene- 
rationsproduote Torliegen, nicht unbedingt auszusohliessen war. — Den Versuch 
einer zoologischen Artbestimmung ihrer 8porozoen unterlassen die Verff. 
einstweilen noch. Ebenso äussern sie über etwaige ätiologische Beziehung 
derselben cum Carcinom keine bestimmte Ansicht, weil die in dieser Hinsicht 
emsig sicheren Beweise, die Reincultur der Organismen und der mit den 
reingezüchteten Parasiten ausgeführte positive ImpfVersuoh, noch ausstehen. 
Denkbar erscheint ihnen eine Art von Symbiose zwischen Epithelzellen und 
Sporozoen, dureh welche die Proliferations- und Degenerationsvorgänge im 
Carcinom beeinflusst werden könnten. 

In einer Fortsetzung der mit Podwyssozki gemeinsam veröffent- 
lichten 8tudien beschreibt unter Beigabe von Abbildungen Sawtachenko (85) 
eine weitere Serie von Zelleinsohlüssen in Krebszellen, von welchen er einen 
Theil mit Bestimmtheit für 8porozoen erklärt. Dieselben weichen von den 
in der ersten Mittheilung beschriebenen Formen sehr wesentlich ab und 
fanden sich gerade in einigen Krebsen, in welchen die von P. und S. früher 
beschriebenen Schmarotzer ganz vermiest worden. Sawtachenko ist daher 
der Ansicht, dass in den verschiedenen Caroinomtypen und vielleicht auch 
gelegentlich in derselben Krebsgeschwulst verschiedene Sporozoenarten 
schmarotzen, ohne jedoch die von ihm beschriebenen Gebilde einer be- 
stimmten, bekannten Art zutheilen zu können. Die Behauptung S's. , dass 
ea sieh um wirkliche Sporozoen handle, stützt sich auf die morphologische 
Aehnlichkeit der in Carcinomen vorkommenden Einschlüsse mit gut ge- 
kannten Sporozoenarten, so mit dem Coocidium oviforme aus der Kaninchen- 
leber und mit Clossia (aus der Niere von Schnecken). 

niemals lagen die Parasiten im Kern der Krebszellen, sie waren also 
keine Karyophagen, sondern fanden sich stets im Protoplasma, wobei sie 
dem Kern manchmal zur Seite drängten und platt drückten. Die besonders 
zahlreich in einem in F 1 emm in g' scher Lösung fixirten Lippenkrebs und 

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— 76 — 

in einem Mammacaroinom auftretenden verschiedenen Formen der Zellein- 
schlüsse geben dem Verl Veranlassung , aus denselben eine Entwickelunga- 
reihe zu oonstruiren, welche etwa dem Entwicklungsgang eines Sporozoons 
entspricht Dabei betont jedoch S. ausdrücklich, dass, wie auch bei manchen 
sicher als Parasiten gekannten Sporozoen, die Uebergänge und die Folge der 
einzelnen Entwickelungsstadien nicht immer unzweifelhaft festzustellen sind. 
Bei Färbung mit Safranin oder Gentianavioiett zeigten sich die betreffenden 
Gebilde als kleine, runde, ovale, manchmal auch mit Ausläufern ausgestaltete 
protoplasmatisohe Körperohen, welche einzeln oder in grösserer Anzahl in Vaou- 
olen des Protoplasmas der Krebszellen lagen und zum Theil kernlos waren, 
zum Theil ein kernartiges Gebilde in Gestalt eines glänzenden, etwas dunkler 
gefärbten Elümpchens enthielten. Vielfach besassen diese Gebilde die Gestalt 
einer jungen Froschlarve mit gekrümmtem Schwanz; solche Formen lagen, 
manchmal mit dem Kopf im Protoplasma einer Krebszelle, während der 
Schwanz im Zellleib einer benachbarten Zelle steckte. S. hält diese Bilder 
möglicherweise für den Ausdruck activer Bewegung des Parasiten, welcher 
gerade im Momente des Ueberwanderns aus einer Zelle in eine andere 
getroffen und fixirt wäre. 

Wenn S. meint, dass eine skeptische Kritik diese Gebilde vielleicht für 
murin- oder colloidartig degenerirtes Protoplasma oder für eingeschlossene 
Leukooyten halten könnte, so vindioirt er einer anderen Form seiner intracellu- 
lären Gebilde mit Bestimmtheit Sporozoennatur, nämlich denjenigen, welche 
er als Sporooysten deutet; es sind dies diohte, im Protoplasma einer Krebs- 
zelle gelegene Haufen von 40 — 50 kleinen runden „Keimen", worunter 
einzelne Froschlarvenform besitzen und einige wenige sehr oft die übrigen 
bedeutend an Grösse übertreffen; es stimmen die im Innern der Sporocyste 
liegenden Gebilde im Allgemeinen mit den einzeln im Protoplasma Ton 
Krebszellen gefundenen überein. Eine gemeinsame Kapsel besitzen diese 
vielen zum Theil kernhaltigen Keime der „Sporocyste" nicht, hingegen ist 
jeder einzelne mit einer Kapsel versehen, welche dem Keim selbst und nicht 
dem Zellprotoplasma angehört. Der Haufen von Keimen, welcher, da ihm 
eine eigene Wandung fehlt, nur mit Unrecht als .„Sporooyste" bezeichnet 
werden kann, hat den Zellkern meist platt gedruckt und zur 8eite gedrängt. 
Ihre Entstehung nehmen diese als Sporooysten beschriebenen Gebilde von 
grossen runden, intraoellulären Parasiten, indem vom Bande her an den- 
selben eine feine Zähnelung eintritt, welche allmählich zu einer Segmentirung 
des Körperchens in zahlreiche kleine runde Gebilde führt; die Kapsel des 
Mutterkörperchens geht bei diesem 8egmentirungsprocess verloren, woraus 
sich der Mangel einer Kapsel bei der fertigen Sporocyste erklärt Die Keime 
vergrössern sich immer mehr und dehnen das sie umsohliesaende Zellproto- 
plasma aus. Die peripher am Rande gelegenen runden Keime über- 
treffen dabei meist die central liegenden an Grösse, so dass der Parasit im 
Theilungsstadium ein rose tten ähnlich es Flächenbild bietet Wahrscheinlich 
gelangt ein Theil der Keime in anderen Krebszellen, in welche sie ein- 
wandern, zur weiteren Entwicklung, während nur ganz wenige in der Sporo- 
cyste selbst zur frosohlarvenähnlichen oder grösseren ovalen reifen Form 
sich ausbilden ; sehr viele Keime entwickeln sich wohl gar nicht 

In den sogen. Physaliphoren , den vaouolisirten Krebszellen, sah S. 
eigentümliche zellartige Gebilde in den Vacuolen eingeschlossen, welche 
den Gedanken an parasitäre Natur erweckten; vor allem galt dieses für 



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— 77 — 

runde, in den Yaouolen eingeschlossene protoplasmatisohe Körper, in deren 
Innerem 2 oder 4 sichelförmig gekrümmte, anscheinend aus chromatischer Sub- 
stanz bestehende Stäbchen lagen, welche an jedem ihrer zugespitzte Enden 
eine intensiv gefärbtes Körnchen trugen. 8. hält diese Gebilde für absolut 
charakteristisch für ein bestimmtes Entwickelungsstadium eines Sporozoon, für 
Sporen; über die Zugehörigkeit und Einreihung unter die oben beschriebenen 
Parasitenformen enthält er sich eines bestimmten Urtheils. Vielleicht liefert 
die Anzahl dieser sichelförmigen Keime in den Sporophoren einen Anhalts- 
punkt zur zoologischen Artbestimmung des vorliegenden Carrinomparasiten. 

Bei Vergleich seines Krebsparasiten mit den von anderen Untersuohern 
in Gareinomen beschriebenen findet 8. am meisten Ueberein Stimmung mit 
dem von Sjöbring 1890 mitgetheilten Sohmarotzer, welcher sich jedoch 
vorzugsweise in den Kernen der Zellen entwickelte, während Sawt- 
sehenko ihn ausschliesslich im Protoplasma sah. 

Ueber das Verhältniss des Parasiten zur cardnomatösen Epithelwache- 
rang kann 8. keine bestimmte Aufklärung geben ; niemals fand er den Para- 
siten in Zellen, welche in Theilung begriffen waren ; es bleibt unentschieden, 
ob der Parasit Ursache der krebsigen Wucherung ist, oder ob er als Schma- 
rotzer im Krebsepithel lebt und, ohne dessen Wucherung zu verursachen, 
nur die Waehsthumsverhältnisse desselben in irgend welcher Weise beeinfiusst. 

In einer weiteren kurzen Mittheilung (Berichtigung, die „Caroinom- 
eineehlüsae" betreffend, Centralbl. für Bakt, Bd. XII, 1892, No. 16) setzt 
Boäwyasozki zunächst seine in seiner ersten Mittheilung ausgesprochene 
Ansicht über die Natur der von Soudakewitsch als Krebsparasiten be- 
schriebenen Zelleinschlüsse nochmals klar auseinander, indem er dabei eine 
nuMverständliohe Deutung, welche seine Anschauungen in der Mittheilung 
FosVs über Krebsparasiten erfahren hatten, klarstellt Sodann wendet 
sieh Podwyssozki gegen die Ankündigung Foa's, er werde in einer 
anderen Arbeit nachweisen, „dass die von Stroebe und Podwys- 
sozki beschriebenen Körper sich auch in nicht krebsigen und nicht 
■eugebildeten Geweben vorfinden und dass sie wahrscheinlich mit der 
Zellentwiokelung in Zusammenhang stehen*'. Podwyssozki hält dem- 
gegenüber entschieden seine früheren Behauptungen aufrecht, indem er 
erklärt, dass nur einige der beschriebenen Körperchen keine Parasiten 
seien, sondern mit der Zellen twickelung in Beziehung stehen könnten, eine 
Möglichkeit, die P. schon in seiner ersten Mittheilung offengelassen hatte. 
An der Sporozoennatur derjenigen Gebilde dagegen, welche P. mit Sicher- 
heit für Sporozoen erklärt hatte, hält er gegenüber F o a , solange ein sicherer 
Gegenbeweis aussteht, unbedingt fest, und zwar gilt dies vor allem für solche 
Formen, welche sich als eine mit gewissen Entwickelungsstadien bekannter 
Coeddien und Sporidien übereinstimmende Cyste präsentiren, die mit sichel- 
förmigen Embryonen angefüllt ist Anf Grund der Beobachtung solcher 
Sporeeysten glaubt P. die reservirte und vorsichtige Haltung, welche von 
Steinhaus und Stroebe in der Deutung der fraglichen Zelleinschlüsse 
sie schmarotzende Sporozoen beobachtet wurde, ablegen zu dürfen und glaubt 
~Är die von ihm mitgetheilten intracellnlären Gebilde die Sporozoennatur 

denselben Gründen und mit demselben Rechte beanspruchen zu dürfen, 

Foa für die seinigen. Neue Beobachtungen, welche demnächst ver- 
Mbsiüieht werden sollen, bestärken Podwyssozki in seiner früher 
geäusserten Ansieht und lassen ihm die Zugehörigkeit der von ihm in 



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kommen der Körperchen in derselben Zelle ist nach F. eher auf mehrfache 
Infeotion als auf Spaltung des Parasiten im Innern der Zelle zurückzuführen. 
Besondere Aufmerksamkeit widmet Foa all denjenigen Vorgängen und Er- 
scheinungen, mit welchen die von ihm als echte Krebsparasiten ange- 
sprochenen Gebilde verwechselt werden könnten und sucht die Unterschiede 
zwischen seinen Parasiten und all diesen Dingen festzustellen. Er nennt 
als solche Erscheinungen die von Flemming aus den Keimcentren der 
Lymphdrüsen beschriebenen, runden oder sichelförmigen tiogiblen Körperchen, 
welche nach F. auch in Caroinomen zu finden sind, und auf welche die von 
Podwyssozki und Sawtschenko beschriebenen Krebsparasiten und die 
vom Ref. mitgetheilten Zelleinschlüsse aus Carcinomen (doch wohl nur zum 
sehr kleinen Theil, Eef.) zu beziehen sein sollen. Ferner wurden nach F. 
mit Parasiten verwechselt gewisse homogene, im Zellprotoplasma einge- 
schlossene Körperchen, Leukocyten, invaginirte oder endogene Zellen; Chro- 
matinmassen, welche durch Karyolyse aus Zellkernen entstanden sind, degene- 
rirte Kerne, Nebenkerne. Von all diesen Dingen Bind nach F. die Körperchen 
ganz verschieden, welche Foa, Soudakewi tsch, Ruffer und Walker, 
Darier, Burchardt und Kürsteiner beschrieben haben. 

Kürsteiner (46) fand im Epithel eines Papilloms der Harnblase im 
Protoplasma einzelner Zellen bis 60 oder 100 kleine helle vacuolenartige 
Gebilde, etwa von der Grösse eines rothen Blutkörperchens, welche dicht 
zusammeogepresst bei einander lagen und deren jedes im Gentrum je ein 
kleines mit Eosin gefärbtes, für Kerofarbstoffe unzugängliches Körperchen 
enthielt. Manche Epithelzellen schlössen auch etwas grössere derartige 
helle Bläschen von im übrigen gleicher Beschaffenheit ein. Die Kerne der 
mit den Vacuolen versehenen Zellen, 1 — 3 an der Zahl, sind verändert, 
abnorm dunkel gefärbt, dicht und zackig und scheinen im Zugrundegehen 
begriffen; manchmal ist der Kern durch eine der grossen Vacuolen com- 
primirt. Die Zellen mit den Einschlüssen liegen zerstreut zwischen den 
anderen Epithelzellen. Manche Zellbilder finden sich, durch welche K. auf 
die Vermuthung geführt wurde, dass die hellen Körperchen aus dem Zell- 
protoplasma sich entwickelt haben könnten. Manche der Körperchen ähneln 
anderseits den von Podwyssozki und von Sjöbring beschriebenen 
Krebsparasiten, besonders den Sporocysten des letzteren Autors. Eine be- 
stimmte Ansicht über die Natur der von ihm beschriebenen Zelleinschlüsse 
zu äussern, hält Kürsteiner mangels ausschlaggebender Gründe vorläufig 
für noch nioht angebracht. 

Burchardt (10) glaubt in einem secundären Schleimkrebs des Ovariums 
nach Magencaroinom Coccidien in den Krebsepithelien nachgewiesen zu haben 
und stützt diese Behauptung besonders auf den Befund eines eigentümlichen 
Gebildes, in welchem er die Dauersporenoysten dieses Coccidiums erblicken 
zu dürfen glaubt Er beschreibt das Gebilde als ein im Protoplasma einer 
Krebszelle gelegenes rundes dünnwandiges Bläschen, in welchem ein zweites, 
verhältnissmässig sehr dickwandiges, eiförmiges Bläschen, nach K. eine 
Spore, eingeschlossen ist Dies letztere beherbergt ein auf den ersten Blick 
traubenförmiges Gebilde, das aus 5 rundlichen Körpern besteht, welche B. 
für Keime ansieht. Gegen Hämatoxylinfärbung verhielt sich das beschriebene 
Gebilde absolut refraotär. B. bekam in dem von ihm untersuchten m*>lastatischen 
Garcinom des Ovariums trotz viermonatlicher, fast täglicher Beschäftigung 
mit der Geschwulst ein derartiges Gebilde, welches er mit Sicherheit für 



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— 81 — 

eine Dauersporencyste eines Coccidiumß ansprechen zu dürfen glaubt, nur 
ein einziges Mal zu Gesicht. Trotzdem hält er durch diesen Befund auch 
die Cocoidiennatur der anderen kleinen in Krebszellen liegenden Cysten nach- 
gewiesen, wie solche schon früher von Soudakewitsch und A. beschrieben 
worden. Manche der cystenhaltigen Krebszellen waren enorm vergrößert; 
einige zeigten 2 und 3 Kerne, jedoch nur selten, so dass hieraus auf einen 
Zusammenhang zwischen den Cysten und einer Zeilproliferation nicht ge- 
schlossen werden konnte, wenn auch B. sonst manchmal den Eindruck er- 
halten hatte, dass Zellwucherung und intracelluläre Parasiten mit einander 
Hand in Hand gehen. Stets fanden sich die Parasiten im Zellprotoplasma, 
niemals im Kerne; letzterer konnte durch die Cyste zur Seite gedrängt und 
platt gedrückt erscheinen; manchmal lagen die Parasiten auch extraoellulär. 
Die Parasitencysten waren nicht gleichmässig im Gewebe zerstreut, sondern 
traten meist in getrennten Haufen auf. Manchmal war der Inhalt der 
runden, selten ovalen Parasiten cocardenartig radiär gestreift, manchmal auch 
feinkörnig. Ueber das Frühstadium der Parasiten vom Freiwerden des Keimes 
aus der Sporooyste bis zur Entwickelung der intraoellulären cystischen Form 
konnte B. nichts Sicheres eruiren. 

Clarke (14) ist überzeugt, in Carcinomen verschiedene Formen von 
öporozoen, theils intracellulär, theils frei beobachtet zu haben. Besonders 
geeignet zu diesen Beobachtungen waren Brustkrebse. Dass es sich bei 
diesen Gebilden um Degenerationsproducte handle, glaubt C. ausschliessen 
zu dürfen. In der Nachbarschaft älterer 8porozoencysten fanden sich eigen- 
tümlich granulirte Körperchen, welche C. für junge Sporozoen hält, die zu 
weiterer Ausbreitung der Infeotion führen. 

Woodhead (110) geht in seiner Vorlesung auf den heutigen Stand der 
Lehre von der Caroinomätiologie ausführlich ein unter kritischer Beleuchtung 
der einschlägigen Literatur. Bezüglich der Natur der streitigen Zelleinschlüsse 
ist W. der Ansicht, dass in manchen rasch wachsenden Carcinomen Coccidien 
thatsächlich in grosser Anzahl vorhanden sind, in anderen langsam sich 
tergrössernden dagegen sehr spärlich. Damit ist für W. jedoch entfernt 
noch nicht der Beweis geliefert, dass diese Organismen die wirkliche Ur- 
sache des Krebses sind, vielmehr dürften in dieser Richtung noch manche 
andere ungelöste und offene Fragen liegen. Bedingung für eine Infeotion 
mit diesen Parasiten wäre jedenfalls , dass das Epithel , von welchem der 
Krebs auegeht, irgend eine Schwächung in seiner Lebensenergie erfahren 
hat, so dass es der Ansiedelung des Parasiten, für welchen es im normalen 
Zustande nicht zugänglich ist, nicht mehr Widerstand leisten kann. 

Galloway (29) nennt als Erscheinungen, welche leicht fälschlich als 
intracelluläre Parasiten gedeutet werden könnten: 

1) Zellen, welche von anderen schalenförmig umfasst, in diese ein- 
gestülpt, invaginirt sind, 

2) Lenkocyteneinsohlüsse in Krebszellen, 

3) endogene Zellneubildung, 

4) ungleiche Theilung einer Zelle durch asymmetrische Mitose, wobei 
die grössere Tochterzelle stark heranwächst, ihre Nachbarzelle platt drückt 
nnd nun von dieser eingeschlossen, umschalt erscheint. 

5) Die verschiedenen Degenerationen der Krebszellen, die colloide, kera- 
tinöse etc. nnd besonders die verschiedenen Formen von Kerndegeneration. 

Naeh Ausschluss all dieser Dinge blieben bei Untersuchung zahlreicher 



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— 82 — 

verschiedenartiger Carcioome eine Anzahl von Zeileinschlassen übrig, welche 
6. für Parasiten hält, and die mit den von Sjö bring, 8oudake witsch, 
Sawtsohenko, Baffer and Walker, Foä a. A. beschriebenen über* 
einstimmen. Sie sind als Protozoon zu betrachten and zwar wahrscheinlich 
als Coocidien. Sie lagen sowohl im Zellprotoplasma als im Kern and präsen- 
tirten sich als die mehrfach erwähnten hellen, bläschenförmigen Gebilde, von 
welchen manche kernartige Körperohen einschlössen. Aehnliohe rande, 
bläschenartige Gebilde fanden sich auch frei in den Intercellalarräumen. 

Die Parasiten fanden sich am häufigsten in rasch wachsenden Garoinomen 
und zwar bei solchen Fällen, welche am wenigsten Degenerationsersohei- 
nnngen zeigten ; sie lagen besonders am Waohsthamsrand der Geschwulst. 
Bezüglich ihrer tiootoriellen Verhältnisse hebt G. bei Besprechung der zahl- 
reichen von ihm angewandten Fixation«- and Färbungsmethoden hervor, 
dass sie keine besondere Affinität zu Eernfarben, wohl aber zu Protoplasma- 
farben besitzen. Ueber die Entwickelungsverhältnisse des „Garoinom-Organis- 
mus", über seinen Einfluss auf das Krebsepithel und über etwaigen oausalen 
Zusammenhang desselben mit der Carcinomentwickelung enthält sich G. eines 
Urtheils. 

Sehr eingehende Untersuchungen über die Zelleinschlüsse in Garcinomen 
hat Buffer in einer Anzahl von Arbeiten (72, 81, 82, 83, 84, ferner 
Transact of the Pathological Society of London, 1893) zum Theil gemein- 
schaftlich mit Walker und Flimmer veröffentlicht Die Autoren härteten 
die Garoinome in Alkohol, seltener in Sublimat, nxirten ferner in 1 °/ 
Osmiumsäare, in Fol 'scher Lösung, Fl emming' schein Säuregemisoh , in 
der von Foa angegebenen Lösung and anderen Gemischen and färbten 
vorzugsweise mit Biondi's Dreifarbengemisch (selten mit Hämatoxylin), 
wobei sie eine differente Färbung der von ihnen als Parasiten angesprochenen 
Gebilde erhielten : die Kerne derselben färbten sich roth , das Protoplasma 
der Parasitenzellen blassblau, die Parasiten hoben sich auf diese Weise gut 
von dem Protoplasma oder der Kernsubstanz der Zelle ab. Bemerkenswerte, 
ist» dass die Kerne der Parasiten sich gegen die Kernfarben anders verhalten 
wie der Kern der Krebszelle; erstere nehmen nämlich in ähnlicher Weise 
rothe Tinction (vom Säurefuchsin), wie die Kernkörperchen der Krebszellen, 
an. Auf dieses abweichende Verhalten der „Parasitenkerne" gegenüber den 
Krebszellenkernen gründet B. vor allem seine Ansicht, dass die betreffenden 
Zelleinschlüsse etwas den menschlichen Geweben fremdes sind. Andere 
Hinweise über die von Buffer und den mit ihm arbeitenden Autoren 
angewandte technische Behandlang der Präparate und über den Effect 
verschiedener Methoden finden sich in den genannten Arbeiten erwähnt 
und können dort nachgesehen werden. Anfänglich wurden die ver- 
schiedenartigsten Garcinome untersucht, später jedoch richteten die Autoren 
ihr Interesse fast ausschliesslich auf den Krebs der Brustdrüse, welcher zieh 
in den äusserst zahlreichen untersuchten Exemplaren jeweils als eine reich- 
liche Fundgrube der betreffenden Parasiten erwies, and stellten sich die Auf- 
gabe, den Parasiten gerade dieser Garoinomart nach allen Biohtungen hin 
genau zu studiren. Es zeigte sich, dass die Parasiten der anderen Garoinom- 
arten mit denen des Brustkrebses so weitgehende Uebereinstimmang besessen, 
dass sie vielleicht als verschiedene Arten einer Gattung betrachtet werden 
könnten. 

Zuerst fanden die Autoren ihren Parasiten jeweils nur im Protoplasma 



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— 83 — 

dar Krebszellen, später jedoch erkannten sie auch die intranuoleäre Form 
risssnlben. Die Parasiten lagen meist nesterweise bei einander im Caroinom- 
ephhel und zeigten sieh am Bande der Krebsknoten in der Wachsthums- 
sone besonders reichlich, während sie im Innern der Knoten, und vor allem 
in degenerirten Fartieen sehr spärlich waren, resp. ganz fehlten. Selten 
faden sieh die Parasiten frei, extracellulär. Manchmal fehlten sie im pri- 
mären Gareinom oder waren wenigstens sehr selten, während die Metastasen 
Parasiten in reichlicher Menge aufwiesen. Je schneller klinisch das Waehs- 
thum der Mammacarcinome war, desto zahlreicher fanden sich in ihnen die 
Schmarotzer. In mitotisch sich theilenden Zellen fanden die Autoren ihre 
Xorperohen nicht; es regt somit der Einschluss von Schmarotzern äie 
Kiebeepithelzellen nicht zur Theilung an, wohl aber finden sich in 'der 
Nach tiarschaft inficirter Zellen häufig Mitosen. Vielleicht regen die Schmarotzer 
die Zellen in ihrer Umgebung zur Theilung an, während die von ihnen be- 
wohnten Zellen manchmal ohne besondere sonstige Veränderungen sind, 
lMmehmal aber im Kern und im Protoplasma Degenerationsersoheinungen 
zeigen, von der Compression des Kernes bis zu völligem Kern soh wund. 
Anderseits findet sich Hypertrophie und Hyperohromatose sowohl in infi- 
eirlen wie in nicht inficirten Krebszellen. Vielfach sitzt nur ein Parasit in 
einer Zelle, manchmal jedoch auch deren mehrere, bis zu 15 und mehr. 

Manchmal glauben die Verff. Bilder gesehen zu haben, welche dafür 
sprechen, dass die Krebszellen den Parasiten in ihrem Innern abtödten und 
vernichten; auch sollen Leukocyten, welche in die inficirten Zellen ein- 
wandern, dort gelegentlich ins Innere der Parasiten eindringen und diese 
zur Degeneration bringen und vernichten; es würden demnach gewisse Ab- 
wehrverrichtungen gegen die Parasiten seitens der Körperzellen bestehen, 
inabesondere machen die Verff. auf die Abwehr der Parasiten durch meso- 
dernale Zellen im Sinne von Metsohnikoff aufmerksam. 

Kleb s hatte bekanntlich auf die Erscheinung der Einwanderung von 
Lenkoeyten in Krebszellen eine eigene Theorie über die Entstehung des 
Careinoms aufgebaut, indem er eine Art von Befruchtung der epithelialen 
Zellen durch das Chromatin der Leukocyten, durch sogen. „Keimkörner", an- 
nahm nnd so dass gesteigerte Proliferationsvermögen dieser Zellen erklären 
wollte; Buffer und Walker verhalten sich in Uebereinstimmung mit 
früheren Ausführungen des Referenten gegen diese Theorie ablehnend. 

Eine Verwechselung ihrer Parasiteu mit Zelldegenerationsproducten, 
speeiell mit oolloider Degeneration, halten die Autoren auf Grund ver- 
gleichender 8todien an zweifellos degenerirenden Krebszellen für ausge- 
schlossen, zumal da die Schmarotzer gerade vorzugsweise in nicht degene- 
rirten Partieen lagen. Auch von den anderen, schon von den früheren 
Autoren erwähnten Erscheinungen, die fälschlich für Parasiten gehalten 
werden konnten (endogene Zellneubildung, Invagination von Zellen, Nucleoli, 
LeeJcoeyteneinsehlüsse etc.), und welche, wie überhaupt die gesammte ein- 
schlägige Litteratur, in den Arbeiten von Raffer, Walker und PI im- 
mer eine eingehende Beachtung und Würdigung finden, halten die Autoren 
ihre Parasiten für wohl untersoheidbar, besonders durch die differente Färbung 
mit dem Biondi 'sehen Gemisch. Erwähnt und zugegeben wird noch die 
Möglichkeit, auf die schon Hansemann hingewiesen hatte, dass manche 
der falschlich für Parasiten angesprochenen intracellulären chromatischen 
Korperehen entstanden sein könnten durch Absprengung einzelner Chromatin- 



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— 84 — 

partikelchen während des karyokinetisohen Prooesses, welohe nach voll- 
zogener Zelltheilang dann eine Sonderexistenz weiterfahren. 

Bezüglich der Gestaltung*- und Entwickelungsverhiütnisse des Baff er- 
sehen Parasiten ergeben sieh manche Aehnlichkeiten mit den von früheren 
Autoren beschriebenen. So mit manchen der von Sawtsohenko, 8 o u d a - 
kewitsch mitgetheilten , während anderseits die englischen Autoren der 
Ansicht sind, dass viele Bilder, die von anderen Untersuchern (z. B. eben 
auch von 8 oud ake witsch, ferner von Pod wyss ozki u. A.) als Parasiten 
beschrieben sind, keinen Anspruch auf diese Deutung haben. Die Körperohen 
Darier's und Wiokham's halten sie für veränderte Krebszellen, Leuko- 
Cyten etc. In ihren letzten Arbeiten (81, 82) beschreiben sie das intra- 
nuoleäre Anfangsstadium des Parasiten als kleines rundes Körperchen, daa 
zuerst dunkel und undeutlich ist, dann heller und grösser und damit von der 
Kernsubstanz leichter abgrenzbar wird. Im Innern des Körperohens wird 
sodann ein mit Kernfarben nicht farbbarer Kern sichtbar, und das kleine 
Gebilde umgiebt sich mit einer Kapsel, während sein Protoplasma oft eine 
radiäre 8treifung annimmt. Manchmal liegen nur 1 — 2 solcher Körperchen, 
häufig findet sich auch eine grössere Anzahl, bis zu 20, im Kern der Krebs- 
zelle, welcher ganz von ihnen ausgefüllt und stark ausgedehnt sein kann. 
Sodann treten die Parasiten aus dem Kern, welcher platzt und zu Grunde 
gehen kann, ins Protoplasma aus und wachsen dort weiter heran zur ausge- 
bildeten grösseren Form, die aus Kern, radiär gestreiftem Protoplasmahof und 
doppelt contourirter Kapsel besteht. Wenn nur wenig Parasiten im Kern 
enthalten waren, so kann sich der Kern wieder erholen, regeneriren. Uebrigens 
finden sich die kleinen Formen, die Jugendzustände der Parasiten, auch im 
Protoplasma der Krebszelle. Die grössere, ausgewachsene Parasitenform,, 
deren Ausbildung auch im Zellkern erfolgen kann, drängt dann den Zellkern 
zur Seite und plattet ihn ab. 

Die radiäre Theilung und 8egmentirung des Parasiten pro toplasmas in 
einzelne runde oder verschieden gestaltete, manohmal sichelförmige Körperchen 
wird von Buffer und Plimmer (82) entgegen der Aeusseraog mancher 
der vorstehend referirten Autoren (8jöbring, Fol, Soudakew itech r 
Podwyssozki, Sawtsohenko, Burohardt) nicht als ein Vermeh- 
rungsprocess im Parasiten, als Sporulation aufgefasst, da es ihnen nie gelungen 
ist, aus diesen Formen wirklich Theilung des Parasiten in einzelne junge 
Individuen hervorgehen zu sehen. Sie möchten diese fraglichen Formen eher 
als Degenerationserscheinungen der Parasiten ansehen oder als Artefaote, be- 
dingt durch Gerinnung beim Härten der Präparate. 

Die echten Theilungs- und Vermehr ungs Vorgänge vollziehen sich sowohl 
bei den Parasiten des Brustkrebses als auch bei denjenigen anderer Carci- 
noma nach Buffer und Plimmer ganz anders, als es von den früheren 
Autoren angegeben worden war; es theilt sich nämlich ein Parasit jeweils 
in 2 junge Individuen oder in ein Vielfaches von 2. Dabei verlängert 
sich der Kern etwas und teilt sich dann durch eine Querfurche in 2 Stücke, 
die hernach auseinanderrücken. Die Kapsel theilt sich später zu verschie- 
dener Zeit, meist, wenn die Kerne getheilt sind, aber noch durch einen Faden 
zusammenhängen. Bs bildet sich ein Septum zwischen beiden Kern- und 
Protoplasmahälften, und der Verbindungsfaden der Toohterkerne reiset 
durch. Diese Theilung, welohe sich in jedem Brustkrebse beobachten läset, 
kommt sowohl an sehr kleinen, wie an sehr grossen Parasiten vor, am 



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— 85 — 

hioftgiten bei solchen mittlerer Grösse. Manchmal tritt abermalige, oft mehr- 
bebe Theilung der beiden Tochterindividuen ein, wodurch dann rosetten- 
flraige Gebilde entstehen können. Ein Stück des Parasiten kernes bleibt oft von 
der Theilung ausgeschlossen und bleibt dann als „Restkörper" liegen. Sporo- 
ejiten entwickeln sich hei diesem Theilungsmodus nicht, jeder junge Parasit 
ngiebt sich dabei alsbald mit seiner eigenen Kapsel. Beim Suchen nach 
jsoeo sichelförmigen Sporen, welche nach manchen Autoren charakteristisch 
uod beweisend für Sporozoen sein sollen, fanden Ruf f er und Plimmer 
iwir ähnliche sichelförmige Gebilde, wie sie von Ströhe, Podwyssozki, 
SiYtsehenko, Soudakewitsch beschrieben sind, konnten jedoch 
keine Besiehung derselben zu den von ihnen für Parasiten gehaltenen Kör- 
perehen auffinden und halten dieselben mit M etschni koff (53) für Pro- 
doste einer chromatischen Degeneration der Krebszellenkerne. Buffer und 
we Mitarbeiter rechnen ihren Parasiten zu den Protozoen, ohne sich mit 
eiser specielleren Einreihung desselben in das zoologische System zu be- 
finen. In die Frage nach der etwaigen ätiologischen Bedeutung desselben 
fa die Krebsentwickelung wollen sie absichtlich nicht eintreten, da sie die- 
•dbe noch nicht für spruchreif halten. 

Eise eigentümliche Auffassung bezüglich der Krebsparaaiten vertritt I*. 
Pfeiffer (65), der in dieser Hinsicht besonders Carcinome an solchen Stellen 
tfsdirt hat, wo sie in Muskeln einwachsen. Sein Standpunkt unterscheidet 
wn Ton dem aller der bisher erwähnten Unterauoher vor allem dadurch, 
to» er eine ganze Reihe von Zellarten, welche wir im Bilde eines Carol- 
in* bis jetzt als echte Gewebszellen, sei es dem bindegewebigen Stroma 
der dem Epithel angehörig, zu betrachten pflegen, für fremde, dem Orga- 
liaras nicht angehörige parasitäre Elemente hält und geradezu als Ent- 
viekelnngsstadien eines Sporozoons auffasst, allerdings, ohne einen Beweis 
dieser Ansicht zu liefern. So hält P. z. B. die bei Einwucherung eines 
Owtiaoms in quergestreifte Musculatur in der letzteren sich ausbildenden 
MifkelzeUenschläuche oder die mit jungen Krebszellen gefüllten Schläuche 
fa Perimysium internum nicht etwa für gewucherte Muskel- oder Krebs- 
leDenkerne, sondern für parasitäre Gebilde, indem er annimmt, dass 
fa Schmarotzer in einem bestimmten Stadium Formen annehmen könne, 
welche den betreffenden Gewebszellen täuschend ähnlich sind und die P. als 
Zoeeporenform bezeichnet. Dieselben sollen auf dem erwärmten Objeotträger 
tapsjne amöboide Beweglichkeit erkennen lassen. In Schnittpräparaten 
Mgftn nach P. diese angeblichen Parasiten indirecte Kerntheilungsfiguren, 
** solche ja bei Carcinomzellen bekanntlich häufig vorkommen. Auch die 
Uäuellige Infiltration, welche in der Umgebung von manchen Krebsalveolen 
m8troma häufig wahrzunehmen ist, ist nach P. nicht auf emigrirte Lenko- 
3fa zurückzuführen, sondern beruht ganz oder doch zum grössten Theil 
«f der Auswanderung junger Zoosporen. Als Dauerform der Carcinom- 
paäten im Epithelgewebe beschreibt P. die intracellulären oystenartigen 
Vieiolen, wie sie z. B. auch von Soudakewitsch wiedergegeben werden. 
Ifc* diese Bilder durch Zelldegenerationsvorgänge erklärt werden könnten, 
W* P. für ausgeschlossen. Manche Formen der Parasiten sollen eine Colloid- 
«krhmg eingehen. Auf Einzelheiten einzugehen, ist ohne gleichzeitige 
Ittnehtoag der zahlreichen in den Text eingefügten Abbildungen sowie 
°* Photogramme des beigegebenen Atlas nioht möglich. 

Verwandte Anschauungen hat Adamkiewioz (1, 2, 3, 4) in einer um- 



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— 86 — 

fangreichen Arbeit niedergelegt Es kann hier auf dieselben nur kurz ein- 
gegangen werden; denn, da die Behauptungen dieses Autors bezüglich der 
uns interessirenden Frage des Sporozoenparasitismus in Garoinomen weniger 
auf exaoten histologischen 8tudienund Beobachtungen oder etwa auf gelungenen 
Culturversuohen seiner angeblichen Parasiten beruhen, als vielmehr auf rein 
theoretischen Annahmen und Speculationen, so sind sie nicht geeignet, unseren 
Kenntnissen über die in vorliegendem Berichte besprochene Frage etwas 
Positives und wesentlich Neues hinzuzufügen. Adamkiewioz glaubt 
auf Grund von jeweils rasch mit dem Tode des Versuchsthieres endenden 
Implantation 8 verflachen , die er mit Krebspartikelohen ins Kaninohengehirn 
vorgenommen hat, auf eine „Giftigkeit" des Carcinoma sohliessen zu dürfen 
und führt die Giftwirkung desselben auf ein von einem Parasiten erzeugtes 
Toxin zurück. 

Aus den Beschreibungen von Adamkiewioz scheint indes hervortu- 
gehen, dass seine Versuohsthiere einer im Anschluss an die Operation auf- 
tretenden eitrigen Meningitis und Encephalitis erlegen sind, und dass die 
von ihm als junge, aus dem Krebsstückchen ins Gehirn ausgewanderte Coc- 
cidien gedeuteten Gebilde weiter nichts als Eiterzellen sind, — eine Ver- 
muthung, welche auch durch die Untersuchungen von Qeisaler (Die Ueber- 
tragbarkeit des Carcinoms, Arbeiten aus der Chirurg. Klinik zu Berlin, 1893, 
Theil 8, referirt Fortsohr. d. Med., 1894, No. 1) und Kopfetein (Wiener 
med. Wochensohr., 1893, No. 29 u. 30 und Verhandlungen der czechischen 
Akademie zu Prag, 1893) ihre Bestätigung erhält. Die beiden Autoren 
zeigten, dass bei sorgfaltig aseptischer Operationsteohnik die Einheilung asep- 
tischer Krebspartikel (aus nicht ulcerirten Carcinomen) in das Kaninohen- 
gehirn sich leicht bewerkstelligen lässt und dass die so behandelten Thiere 
Monate lang am Leben bleiben, während bei mangelhafter Aseptik der rasche 
Tod der Thiere durch septische Infeotion bei der Operation oder von Seiten 
der implantirten, nicht keimfreien Krebsgewebes erfolgt. 

Da Adamkiewioz der objeotive Nachweis seines Parasiten nicht ge- 
lungen ist, so zieht er aus dem eigentümlichen Verhalten der Krebszelle, 
welches von demjenigen normaler Epithelien in morphologischer und physio- 
logischer Beziehung abweicht, den Schluss, dass die Garcinomzellen selbst 
keine Zellen epithelialer Abkunft, sondern fremde Eindringlinge, Parasiten 
sind, und bezeichnet dieselben wegen ihrer ge webszerstörenden Eigen- 
schaften als „Sarkolyten". Die im Stroma des Krebses oft reichlich liegenden 
Leukocyten hält er, wie Pf eiffer, znm grossen Theil für die Jugendformen 
des Schmarotzers. Da er glaubt, diesen Parasiten zu den Coooidien rechnen 
zu dürfen, so nennt er die 8pecies „Cocoidium sarkolytus". Auf die Heil- 
versuche des Carcinoms mit „Cancroin", auf die Deduotionen, durch welche 
Adamkiewioz zu seinem Cancroin gelangte, und auf die Vorstellungen, 
welche er sich über die Wirkungsweise des „Canoroins" auf das Cocoidium 
sarkolytus macht, ist hier nicht der Ort näher einzugehen. Gegen das 
ganze Gebäude der von Adamkiewioz geäusserten Anschauungen sind 
begreiflicher Weise von verschiedenen Seiten Bedenken und lebhafte Wider- 
sprüche geäussert worden, so von Sohimmelbusch (86), Paltauf (4), 
Billroth u. A. Jedenfalls fehlt der Ansicht Adamkiewioz' von der 
Coooidiennatur der Krebszellen diejenige Begründung ganz, welche bei der 
Aeusserung einer solchen von unseren heute geltenden Anschauungen so 
weit abweichenden Behauptung wünschenswerte wäre; die Deutung seiner 



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— 87 — 

Yeroache and die aas denselben gesogenen Schlüsse sind vielfach nicht 
einwandfrei and erscheinen äusserst willkürlich. 

Ein sehr eifriger and bestimmt auftretender Anhänger der Garoinom- 
sporozoen ans der neuesten Zeit ist schliesslich der Zoologe Korotneff (41), 
welcher seinen Oarcinomparasiten auf 4 Farbentafeln zur Anschauung 
bringt. Er verfugt nur über eine geringe Anzahl untersuchter Carcinom- 
fiüe und hat besonders in einem Lippencaroinom günstige Bilder 
nun Studium des Schmarotzers gefunden. Härtung meist in Sublimat, 
Färbung in Gentianaviolett-Fikrinsäure , oder nach Biondi. Korotneff 
oonstatirt, dass der grösste Theil seiner Abbildungen mit denjenigen von 
Soudake witsch, Sawtsohenko, Kossinsky, Buffer u. A. überein- 
stimmt. Auch bei K. stossen wir, nach seinen Abbildungen und Beschrei- 
bungen zu sohliessen, augenscheinlich wieder auf die gleiche Anschauung, 
wie bei Pfeiffer und Adamkiewiez: zellige Elemente, welche sonst 
als Angehörige der menschlichen Gewebe betrachtet werden, seien es Garcinom- 
zellen oder Bindegewebssellen oder Leukocyten, werden vielfach als Fremd- 
linge, als Parasiten angesprochen. 

Wenn die früheren Autoren, welohe jene intraokularen Vacuolen und 
Cysten mit dem verschieden gestalteten Inhalt als verschiedene Stadien 
eines Parasiten beschrieben haben, doch immerhin solche Formen von 
Zelleinschlüasen zu einer Entwickelungsreihe zusammenstellten, deren Zu- 
sammengehörigkeit, wenn auch nicht bewiesen, doch für unser Vorstellungs- 
vermögen und unsere Kenntnisse aus der Zoologie als wohl denkbar erscheint, 
so construirt nun Korotneff einen Entwiokelungsgang seines Garcinomparasiten 
aus einzelnen ganz differenten, nach heutiger Anschauung zum grossen Theil 
als Gewebsei emente geltenden Zellbildern, ohne für deren Parasiten natur, ge- 
schweige denn für ihre Zusammengehörigkeit zu einer Species einigermaassen 
überzeugende Beweise vorzubringen. Korotneff rechnet seinen Parasiten zu 
den 8porozoen; er bezeichnet ihn wegen der Keulenform eines Entwioke- 
lungstadiums mit dem Namen des Bhopalocephalus caroinomatosus und ist 
der Ansicht, dass die Bösartigkeit des Garoinoms nur an das Vorhandensein 
desselben gebunden sei. Er unterscheidet an ihm zwei Entwickelungsstufen, 
das der activ beweglichen Amöbe und das der unbeweglichen Goocidie, und 
zweierlei Larven, einen hüllenlosen „Zoiten" und einen mit Hülle versehenen 
Sporozoiten. Beide Larvenformen können sich sowohl in der Goccidie wie 
in der Amöbe bilden, in der Goocidie entsteht gewöhnlich nur eine einzige 
Larve, in der Amöbe deren mehrere, und zwar manchmal Zoiten und Sporo- 
zoiten gleichzeitig. Der Zoit kann sich einkapseln und bildet dann eine 
Coeeidie, der Sporozoit gestaltet sieh nach Verlassen seiner Hülle zur Amöbe 
am. Der Zoit kann bei günstigen Nahrungsbedingungen zu einem ziemlich 
grossen wurmformigen Körper von Gregarinengestalt auswaohsen , welcher 
oft durch mehrere Krebszellen sich hindurcherstreckt und an einem Ende 
keulenförmig aufgetrieben sein kann (Bhopalocephalus). Amöbe sowohl wie 
Coeeidie verlieren ihren Kern, bevor sich in ihrem Innern die Larvenformen 
ausbilden. Eine regelmassige Aufeinanderfolge des Amöben- und Gocoidien- 
stadiums findet nicht statt, vielmehr folgen sich die beiden Entwickelungs- 
stufen ganz; unregelmässig. Bevor sich im Körper der Amöbe die Larven 
entwickeln, kapselt sich die letztere ein und geht dann mit der Ausbildung der 
Larven au Grunde, wobei Leukocyten ins Innere der Cyste eindringen; die 
um den absterbenden Best der alten Amöbe angesammelten Leukocyten 



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— 88 — 

können zu Vereiterung des Gewebes fuhren. Der Zoit und die Goccidie leben 
ira Innern von Zellen, während der Sporozoit und die Amöbe extracellulär 
auftreten. Nachdem der Zoit in eine Krebszelle eingedrungen ist, kann er 
sich theilen und das Centrum einer Krebsepitheiperle bilden; K. hält somit, 
wie auch aus seinen Abbildungen hervorgeht, jene eigentümlichen, im 
Gentrum der Hornperlen gelegene Zellen für Entwickelungsstadien seines Para- 
siten , welche die Nachbarzellen durch ihr Wachsthum zwiebelschalenartig 
comprimiren. Es muss im übrigen dem 8pecialinteresse überlassen bleiben, 
aus der Korotneff 'sehen Arbeit und den Tafeln zu entnehmen, welche 
der zahlreichen in Krebs vorkommenden Zelleinschlüsse und sonstigen eigen- 
tümlichen Zellbilder der Autor zu seinen Parasiten rechnet 

Als Vergleich ßobjeete für seine Carcinomparasiten-Studien zieht K. ein um- 
fangreiches zoologisches Material heran, durch welches er sich zur Erkennung 
und Feststellung seiner Garcinomparasiten in Stand gesetzt glaubt. Indes dürfte 
trotzdem wohl viele Untersucher, welche sich mit der oft sehr schwierigen, 
ja unmöglichen Deutung der eigenthümlichen Zellbilder in Krebsen eingehender 
befasst haben, die Sicherheit, mit welcher Korotneff die parasitäre Natur 
mancher soloher Bilder behauptet, dennoch nicht zur Ueberzeugung führen, 
und es dürfte die Zusammenstellung der einzelnen Bilder zu einer so compli- 
cirten Entwickelungsreihe eines angeblichen Parasiten als eine willkürliche 
erscheinen. 

Nach K. liegen die Parasiten nicht in karyokinetisoh sich teilenden Zellen, 
und es finden sich nur selten in der Nähe inficirter Zellen Mitosen ; der Rho- 
palocephalus verursacht somit die krebsige Neubildung und Wucherung des 
Epithels niemals in directer Weise. K. stellt vielmehr die Hypothese auf, dass 
der Rhopalocephalus etwa durch einen Epitheldefect zuerst ins Bindegewebe 
(der Haut z. B.) einwandere, dort einen nekrotischen Herd erzeuge und so 
zu einer Schwächung des Bindegewebes führe, durch welche eine Gleich- 
gewichtsstörung zwischen Epithel und Bindegewebe zu Ungunsten des 
letzteren entstehe. Daraufhin wuchere nun das Epithel wurzelartig in die 
geschwächte mesodermale Unterlage ein, und dann erst wandere der Parasit 
vom Bindegewebe in das Epithel ein und inficire auch letzteres, wodurch 
dann die Malignität des Garcinoms erzeugt werden soll. Verf. sucht aus dieser 
Theorie die verschiedenen Lebenseigensohaften des Garcinoms zu erklären. 

(Sehlnss folgt.) 



Referate. 



Müller, Kurt, Der Milzbrand der Ratten. (Fortschritte d. Med., 
Bd. XI, 1893, No. 6-15.) 
Die zum Theil sich widersprechenden Angaben, die von den Autoren 
über den Milzbrand der Ratten gemacht werden, gaben M. Veranlassung, 
an einem grossen Material von über 300 Thieren den Ursachen der un- 
gleichen Resistenz derselben gegen Milzbrand von neuem nachzuforschen* 
Die Thiere waren aus der Kreuzung einer weissen und einer dunkel- 
grauen wilden Ratte gezüchtet worden. 



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Nach historischer Einleitung und Mittheilungen über das Impfmaterial 
and die angewandte Technik geht Verf. zur Schilderung seiner eigenen 
Versuche über. Es ergab sich, dass trotz gleicher Abstammung der 
Thiere, trotz gleicher hygienischer Verhältnisse und gleicher Versuchs- 
bedingungen die Resistenz der einzelnen Rattenrassen eine verschiedene 
war. Am resistentesten zeigte sich die schwarze Basse, am widerstands- 
losesten die weisse. „Die verschiedene Resistenz einzelner Individuen 
geht so weit, dass man nie wie bei der Maus vorhersagen kann, ob das 
Thier der Impfung erliegen wird oder nicht" Hieraus erklären sich die 
verschiedenen Resultate der Autoren. Bestätigen konnte M. die bereits 
früher gemachten Angaben, dass junge Thiere bis etwa zur 14. Lebens- 
woche ausserordentlich empfänglich für den Milzbrand sind. 

Die Sectionsbefunde der nach der Impfung eingegangenen Thiere 
gestalteten sich für die weissen und schwarzen Ratten durchaus ver- 
schieden. 

Die typischen Befunde waren nur an brodfressenden, nicht an fleisch- 
fressenden Thieren zu machen. 

Bei weissen Ratten fand sich nach subcutaner Impfung enorme Ver- 
grisserung der Milz, Vergrösserung der Leber, leichter Darmkatarrh, die 
Harnblase mit blutigem Harn gefüllt, die Nieren gross und geschwollen. 

Bei der dunkeln Rasse fand sich stets serös-hämorrhagische Pleu- 
ritis, die Lungen marmorirt, Milztumor fehlte. 

Bei sehr resistenten (bunten) Ratten, die erst nach 4—6 Impfungen 
eingingen, ergab sich ein Befund, den Verf. als typisch ansieht für den 
„chronischen Rattenmilzbrand". Die kolossal vergrösserte Leber zeigt 
starke Verfettung, ist von Stecknadelkopf- bis linsengrossen Nekrosen 
durchsetzt, zwischen den Leberbalken finden sich vollständige Filze von 
Müzbrandbacillen. Auch die Milz ist vergrössert und enthält nekro- 
tische Partieen. Lungen häufig marmorirt. 

Nach einem ausführlichen Berichte über die mikroskopischen Be- 
funde, aus dem hervorzuheben wäre, dass niemals Bacillen in den Leuko- 
cjten gefunden wurden, geht Verf. auf die Immunitätsbedingungen näher 
ein. Gemäss der Behauptung Emmerich 9 s, dass die Immunität auf 
der Anwesenheit genügender Mengen activen Serumalbumins (Immun- 
protein) im Organismus beruhe, konnte M. zunächst bestätigen, dass 
Fleischnahrung eine Erhöhung der Resistenz bedingte. Auch durch sub- 
cutane Injection einer 5%igen Lösung von Liebig'schem Fleischextract 
wurde eine Erhöhung der Immunität erzielt (als immun wurden Thiere 
angesehen, welche mehr als 2 ccm einer Agarcultursuspension ertrugen, 
von der eine Oese die Controlmaus in etwa 2 St. tödtete). Daraufhin 
glaubt M., dass für das Zustandekommen der Immunität einmal die an- 
regende Wirkung der Kalisalze auf die Zelle und zweitens die grössere 
Energie des Stoffwechsels überhaupt von hervorragender Bedeutung sei. 

Die Wirkungsweise der Müzbrandbacillen auf den Organismus wird 
ab eine toxische angesehen und zwar auf Grund der Beobachtung, dass 
bei verhältnissmässig geringer Zahl von Bacillen, doch ausgedehnte Zer- 
störungen (Nekrosen) an den inneren Organen gefunden werden. Aus 
der Art und Weise des Unterganges der Bacillen im Thierkörper, sowie 
ans dem verschiedenen Verhalten der einzelnen Organe in der Vernich- 
tung der Bakterien wird geschlossen, dass das immunisirende Princip 

CAtralblitt f. Alle. Fftthal. T. 7 



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— 90 — 

nicht an die Körperflüssigkeiten gebunden sei, sondern in der Lebens- 
thätigkeit der Zellen der einzelnen Organe selbst gesucht werden müsse. 
Die Resultate seiner Versuche formulirt Verf. zum Schlüsse seiner 
Arbeit folgendermaassen : 

1) Ratten sind gegen die Milzbrandimpfung in sehr verschiedenem 
Grade empfänglich; es giebt Stämme mit einer hochgradigen Empfäng- 
lichkeit, unter denen jedoch Exemplare mit einer ganz unerklärlichen 
individuellen Immunität vorkommen. 

2) Durch geeignete Zuchtwahl wird es möglich, sehr resistente Ratten 
zu züchten. Nach allgemein biologischen Grundsätzen ist es stets wahr- 
scheinlicher, resistentem Stämme zu erhalten, indem die schwächeren 
Individuen erliegen. Dies ergab auch der benutzte Stamm, der etwa 
1 Jahr nach Abschluss der versuche fast nur aus resistenteren dunklen 
Thieren besteht. 

3) Die dunklen Rassen sind resistenter, als die weisse. 

4) In der baktericiden Kraft des Rattenserums, welche nach Behring 
allen Ratten zukommt, kann man nicht die Ursache der Immunität gegen 
Milzbrand sehen, da diese Eigenschaft des Blutes nicht mit dem ver- 
schiedenen Resistenzgrade der Thiere wechselt (Metschnikoff). 

5) Der Rattenorganismus besitzt thatsächlich baktericide Eigen- 
schaften, welche, wie es scheint, durch die Stoffwechselproducte der Milz- 
brandbakterien zur Wirkung ausgelöst werden. Das immunisirende 
Princip scheint nicht an das Serum gebunden, sondern Product der 
Körperzellen zu sein. 

6) An der Immunität haben vielleicht auch die Leukocyten Antheil, 
doch wahrscheinlich nicht in dem Sinne Mets chniko ff s, sondern nur 
in der Weise, wie die anderen Zellen des Körpers, d. h. indem sie nicht 
sowohl durch morphologisch sichtbare, als vielmehr durch chemische 
Proces8e sich an der Vernichtung der Milzbrandstäbchen betheiligen. 

Lochte (Lapnig). 

Frftnkel, E., Ueber Gasphlegmonen. (Hamburg und Leipzig, 
Leopold Voss, 1893.) 
F. gelang es, in 4 von ihm beobachteten Fällen von Gasphlegmone 
einen anaöroben Bacillus rein zu cultiviren, dessen Uebertragung auf ge- 
eignete Versuchstiere (Meerschweinchen) ein Krankheitsbild erzeugte, 
das in typischer Weise mit Gasentwickelung im Unterhaut- und Zwischen- 
muskelgewebe verlief, mit schweren Störungen des Allgemeinbefindens 
der betreffenden Thiere verbunden war und in einer grossen Zahl von 
Fällen mit dem Tode derselben endete. Der Bacillus ist ein meist kurzes, 
etwas plumpes Stäbchen, mit abgerundeten Enden versehen und im 
hängenden Tropfen unbeweglich. Er lässt sich mit allen Anilinfarbstofien 
färben. Für Deckglaspräparate hat sich F. das Carbolfucbsin, für Schnitte 
die Löffler'sche oder Weigert'sche Methode am besten bewährt 
Das sieberste Verfahren zur Züchtung des Bacillus ist in der Platten- 
cultur gegeben. Als Nährmaterial diente für die Herstellung der Platten 
ein mit 1 % Traubenzucker versetzter , sonst in der gewöhnlichen Weise 
aus Fleischwasser (ohne Zusatz von Glycerin) hergestelltes Nähragar, zu 
dessen Alkalisirung l°/ einer bei 14° R gesättigten Lösung von kohlen- 
saurem Natron verwendet wurde. Schon nach 24 St war das Aussehen 



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— 91 - 

der Kolonieen auf der Platte ein charakteristisches, nachdem die Platten 
nter H-Athmospbäre der Brattemperatar ausgesetzt waren. Ebenso 
gediehen Stichculturen in Traubenzuckeragar oder in 0,5 °/ ameisensaures 
Nitren enthaltendem Nähragar sehr gut Auch auf der Gelatineplatte 
ud io Stichculturen in Gelatine wuchsen die Kolonieen bei Zimmer* 
tonperatur und unter Wasserstoff nach 2— 3 Tagen deutlich aus. Auf 
sebrtg erstarrtem Blutserum producirten die Bacillen reichlich Gas und 
bewirkten fötide Zersetzung des Serums sowohl auf der Oberfläche, wie 
k der ganzen Länge angelegter Impfstiche. Auf Kartoffeln war das 
Wachsthum ein sehr kümmerliches. Dagegen waren Traubenzucker (l°/ ) 
oder ameiaensaures Natron (0,5%) enthaltende Bouillon, sowie sterile 
MM vortreffliche N&hrmedien. Von dem Beatehen einer Dauerform in 
Gestalt von Sporen konnte sich F. trotz fortgesetzten Suchens nur aus- 
oahmgweiae überzeugen. F. hält nach seinen Untersuchungen den ge- 
fundenen Mikroorganismus für einen pathogenen und schlägt für ihn den 
Namen „Bacillus phlegmones emphysematosae" vor. 

Ludwig Kantorowicn (Frankfurt a. M.). 



Themas, D., Ueber die Erzeugung der Cholera von der 
Blatbahn aus und die prädisponirende Rolle des Alko- 
hols. (Archiv f. exper. Pathol. etc., Bd. 32, p. 38—47.) 
Veit führt aus, dass Kaninchen auch nach Injection virulenter 
Choleraculturen in die Blutbahn (Ohrvene) unter den charakteristischen 
Erscheinungen der Cholera zu Grunde gehen können. Zu kleine Mengen 
teer Culturen sind wirkungslos. Der Kommabacillus tritt vom Blute 
ifi die Galle und den Darminhalt aber und zwar bei Anwendung von 
tätlichen Dosen und bei operativen Eingriffen an den Gallenwegen. 
Alkohol steigert die Prädisposition für die Cholerainfection bis ungefähr 
auf das Sechsfache und zwar nach Th. „nicht nur durch die Beeinträch- 
tigung des Stoffwechsels und der cellulären Functionen und durch die 
Erschlaffung der Gefässe, sondern auch besonders durch die Schwächung 
der baktericiden Fähigkeit des Blutserums' 1 . Die Frage, ob Cholera- 
isfcctkm auch durch die Luft mit nachträglichem Uebertritt der Bacillen 
in die Blutbahn erfolgen könne, lässt Th. unentschieden. 

LOwii (Jhntbryck). 

Koplik, IL, and W. W. ran Arsdale, Streptococcus Osteo- 
myelitis in children. (The Am. Journ. of the Med. Sc., 1892, 
p.422.) 
Die Verff. hatten 4 Fälle: 1. bei einem 2-wöchentlichen Mädchen 
Septikopyäraie (Nabeleiterung, eitrige tionarthritis und Colitis, sowie 
deigL Entzündung eines Sternoclaviculargelenkes mit Nekrose der Knochen), 
2) bei 2-jähr. Mädchen: Scarlatina mit multipler Gelenkeiterung und 
Mrae der betr. Knochenköpfchen, dazu Bronchopneumonie, 3. bei 
10-monttL Mädchen: Bronchopneumonie, Vereiterung von Hand- und 
EHenbogengelenk, Sequestrirung des betr. Radius, pleuritisches Exsudat, 
nd 4. bei 5-wöchentIicbem Kinde neben Nabeleiterung Gelenkvereite- 
w«gen an Ellenbogen und Hüfte. 

Sowohl an Deckglaspräparaten vom Eiter der Gelenke dieser Fälle 
ud des Empyems, wie an davon hergestellten Culturen Hessen sich 

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— 92 — 

lediglich Streptokokken nachweisen, die, was speciell die erhaltenen 
Culturen anlangte, nichts für sie allein Charakteristisches boten, bei denen 
ferner kein Unterschied bestand, mochten sie aas dem Gelenkeiter oder 
dem des Empyems stammen, und die sich auch im Blute, der Milz, den 
Knochen, Nieren, Lungengef&ssen und in dem Eiter der Gelenke von 
mit primärem Eiter bezw. den von diesem erhaltenen Beinculturen ge- 
impften Mäusen und besonders Kaninchen wieder vorfanden. Nie fanden 
dabei die Verff. Staphylokokken. 

Bei den mit Bouillonreincultur subcutan inficirten Mäusen zeigten 
sich postmortal lediglich Milztumor und massenhafte Streptokokken im 
Blute, besonders in den Blutgefässen von Milz und Nieren. Die serösen 
Häute, auch die Gelenke, wiesen nichts auf. Die Thiere starben nach 
wenigen Tagen. 

Subcutane Injection bei Kaninchen war höchstens von localer Ent- 
zündung (aber ohne Abscedirung) gefolgt; hingegen ergaben Injectionen 
von Bouillonreincultur in eine Vene (Ohr) nach wenig Tagen Exitus. Sowohl 
bei diesen Thieren wie auch bei solchen, denen mit sterilisirter Bouillon 
verriebene Milz jener ebenfalls intravenös injicirt war, fand sich : Milz- 
tumor, reichlich Streptokokken im Blute, Eiter in verschiedenen Gelenken 
(Knie-, Schulter-, kleine Pfotengelenke), der geradezu Beinculturen der 
Streptokokken vorstellte. Hingegen konnten Knochennekrosen und sub- 
periostale Schwellungen nicht nachgewiesen werden; selbst die Gelenk- 
knorpel waren nur ausnahmsweise ihres Glanzes beraubt. In den nicht 
eiterbaltigen Gelenken fanden die Verff. eine eiweissähnliche, schleimige 
Substanz, die z. B. dem Lig. cruc. gen. anhing und ebenfalls Strepto- 
kokken enthielt. Streptokokken waren: in den Nieren (die ausserdem 
extensive parenchymatöse Degeneration aufwiesen), in den Lungen (bes. 
in den Capillaren der Alveolarwände, ja zwischen den Epithelzellen der 
Alveolen), in der Milz (in ihren Blutgefässen und in der Pulpa; dabei 
waren viele nekrobiotische Stellen im Gewebe vorhanden) und in den Knochen 
(zwischen den Zellen des Knochenmarkes und in den Gefessen, z. B. 
massenhaft in den Haversischen Kanälen ; wo Diaphyse mit Epiphyse zu- 
sammentraf, schienen mitunter die Knorpelzellen total nekrotisch, während 
die Knorpelgrundsubstanz deutlich von Streptokokken frei war; Sequestri- 
rung aber fand sich nie). h. starke (Qodddau). 

Schnitt, Heinrich, Ein Fall von vollständiger Agenesie 
beider Lungen. (Virch. Arch., Bd. 134, S. 25.) 
Bei einem 44,3 cm langen 8-monatlichen Fötus, der vor Eröffnung 
des Thorax normal gebildet schien, fehlten beide Lungen, die Lungen- 
arterien und Lungenvenen. Trachea und Oesophagus bildeten eine Höhle, 
deren Wand vorn auf eine Strecke von 18 mm vom Kehlkopf abwärts 
unregelmässige Knorpel enthielt und hinten von Muskelfasern gebildet 
wurde. Das Zwerchfell reicht links bis zur zweiten Rippe, der Raum 
zwischen ihm und der Brustwand ist mit Fett ausgefüllt Rechts liegt 
die Herzbeutelhöhle mit dem gut gebildeten Herzen oberhalb des Dia- 
phragmas direct der rechten Rumpfwand an. Keine Spur einer Pleura- 
höhle beiderseits. Das Aortensystem ist normal entwickelt, die Arteria 
pulmonalis geht ohne Aeste aus dem rechten Ventrikel in die Aorta 
durch den Ductus Botalli; in den rechten Vorhof münden nur die beiden 



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HohWeoen. An Leber, Magen, Kehlkopf, Cranium finden sich geringe 
Abnormitäten. 

Verf. sieht in dem Befund eine Hemmungsbildung, und in dem von 
ihm näher beschriebenen Verhalten des Zwerchfells einen Beweis für die 
Winderang desselben nach unten (Gegenbaur). Goebei (Hamburg). 

Qünann, Adolf, Ein Beitrag zur Gasuistik der Missbil- 
dungen an Zunge und Kehlkopf. (Virch. Arch., Bd. 134, 
S. 337.) 
Genaue Beschreibung zweier Fälle von Ranula ähnlichen Tumoren 
an der Zunge: Drüsengewebe von acinösem Bau mit zahlreichen mit 
Cylinderepithel ausgekleideten Kanälen. Der erste Fall zeigt diese Ge- 
bilde in ein lipomartiges, von bindegewebigen Septis durchzogenes Gewebe 
eingebettet, in das sich von der Zungenmuscnlatur aus Muskelprimi tiv- 
bttndel erstrecken; die Grundlage der zweiten Geschwulst ist Bindegewebe. 
Der erste Fall zeigte ausserdem andere Missbildungen: Polydactylie, 
Pes valgus sin. et varus dexter, CyBtennieren , Hydrocephalus internus, 
Asymmetria faciei, knorpelige und knöcherne Auswüchse des Zungenbeins, 
knorpelige und bindegewebige Hypertrophie der Epiglottis, Fehlen des 
Iig. aryepiglotticum ; er hatte drei derartige Zungentumoren. Je zwei 
Geschwister beider Fälle haben eine ähnliche Missbildung gehabt Verf. 
vermuthet, dass es sich um versprengte Gewebselemente (Speicheldrüsen, 
Munddrüsen) handelt. Cystenähnliche Ausbuchtungen der Ausführungs- 
gißge im zweiten Falle legen die Erklärung nahe, dass in den Drüsen- 
autthrungsgängen angehäufte Speichelmassen als Urheber eines Reizes 

fangirt haben. Goebel (Hamburg). 

Siegert, F., Zur Histogenese des primären Lungenkrebses. 
(Virch. Arch., Bd. 134, S. 287.) 
An der Hand von 2 ausführlich beschriebenen primären (bei einer 
03-jdur. Frau und bei einem Hunde), 2 secundären Lungenkrebsen und der 
Literatur kommt Verf. zu den Schlüssen, dass der primäre Epithelkrebs 
der Lunge sich entwickeln kann: 1) vom Alveolarepithel, 2) vom Epithel 
der Bronchialschleimhaut, 3) vom Epithel der Bronchialschleimdrüssen ; 
das der primäre Endothelkrebs der Lunge sich entwickeln kann: 1) vom 
Endothel der oberflächlichen pleuralen, 2) von dem der inneren, pulmo- 
nalen Lymphbahnen. „Das Carcinom der Lungen, welches vom Epithel 
der Alveolen seinen Ausgang nimmt (Verf. Fall I), ist gekennzeichnet 
durch die starke Proliferation des wieder den embryonalen Charakter 
«nehmenden Alveolarepithels, durch die vorwiegend herdförmige Aus- 
breitung, durch die oft fehlende oder unbedeutende Betheiligung der Pleura 
and die Nichtbetbeiligung der Lymphgefässendothelien an der Geschwulst- 



Der reine Cylinderepithelkrebs der Lunge (Fall H) geht vom Ober- 
flichenepithel der Bronchien und Bronchiolen aus; eine besondere Be- 
teiligung der Pleura fehlt häufig. Die Bildung von geschichteten Gon- 
cretionen (Corpora amylacea) findet sich bei diesem Krebs nicht selten. 

S. legt, wie aus seinen Schlussfolgerungen ersichtlich, besonderen 
Werth auf den Nachweis, dass a priori der Gedanke berechtigt ist, dass 
die aus irgend welcher Ursache wieder den embryonalen Charakter an- 



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nehmenden Alveolarepithelien (hier citirt er vor Allem deren Verhalten 
bei Pneumonieen) bei der allen Geweben im Allgemeinen in ihrer Jagend- 
form zukommenden Proliferationsenergie die Bildung auch eines atypi- 
schen Proliferationsproductes , einer epithelialen Geschwulst, veranlassen 
können; weiter auf den Nachweis, dass die mit Krebszellen angefüllten 
Lymphbahnen intacte Endothelien sowohl in seinem Falle von primären 
und secundären Krebsen, als auch in den in der Literatur niedergelegten 
Fällen zeigen, und dass sich bei den entzündlichen Erkrankungen der 
Lunge, als auch wohl beim Krebs der gleiche Inhalt in den Lungen- 
Lymphbahnen, wie in den Alveolen zeigen kann. 

Die Corpora amylacea, von S. Corpora flava genannt, waren zahl- 
reich in Fall II. Einige, aber nur solche, welche im Zustand völliger 
Verkalkung waren, zeigten eine radiäre Streifung. Ossification des binde- 
gewebigen Krebsstromas, die sich ebenfalls in Fall II stellenweise fand, 
erklärt Verf. mit anderen Autoren als das Product einer chronischen 

Entzündung. Ooebel {Hamburg). 

Btumler, Ch., Ueber eine besondere, durch Aspiration von 
Caverneninhalt hervorgerufene Form acuter Broncho- 
pneumonie bei Lungentuberculose. [Aus der medicin. Uni- 
versitätsklinik in Freiburg.] (Deutsche medicin. Wochenschrift, 1893, 
No. 1.) 
B. bespricht an der Hand von vier selbst beobachteten Fällen einen 
bei chronischer Lungentuberculose manchmal auftretenden Process, der 
relativ selten und viel acuter ist, als die sog. „galoppirende Schwind- 
sucht". Während bei letzterer grössere, oft lobäre Entzündungsherde 
sich bilden, zeigt sich bei der zu besprechenden Form eine ausgesprochene 
lobuläre, ja vesiculäre und bis zum Ende lobulär bleibende Localisation. 
Diese Localisation und das acute Einsetzen des Processes deuten darauf 
hin, dass die entzündungserregende Ursache auf dem Wege der Bronchial- 
verzweigungen zu den Alveolen gelangte, dass es sich also um Inhalations- 
oder Aspirationsentzündungen handelt. Bei den Autopsieen wurden immer 
in der Lungenspitze alte tuberculöse Herde gefunden, aus denen offenbar 
eitriger oder blutig-eitriger Inhalt zur Aspiration gelangt war. Dem 
Eintritt der acuten Erscheinungen waren manchmal stärkere körperliche 
Anstrengungen unmittelbar vorausgegangen ; doch kann auch ohne äusseren 
Anlass ein durch fortschreitende Ulceration eröffneter Pulmonalarterienast 
seinen Inhalt in die Luftwege ergiessen und mit gerissenem Caverneu- 
inhalt bis in die feinsten Bronchialverzweigungen verschleppen. Die da- 
durch erregte Bronchopneumonie wird wohl weniger durch den Tuberkel- 
bacillus, als vielmehr durch die aus der Caverne eingeführten Staphylo- 
und Streptokokken veranlasst. Denselben Process kann auch eine in 
Trachea oder Bronchus durchbrechende tuberculöse Lymphdrüse ver- 
ursachen. — Der Verlauf derartiger Fälle von acuter, prognostisch übrigens 
absolut ungünstiger Bronchopneumonie bei Phthisikern ist ziemlich typisch : 
stärkeres Blutspucken, rasch auftretendes hohes Fieber, anfangs nur 
katarrhalische Erscheinungen, später crepitirende Rasselgeräusche, Tod 
oft schon am 8.— 10. Tage unter Athemnoth und Gehirnerscheinungen. — 
Die Kranken gehörten grösstenteils den höheren Ständen an. — Es folgt 
dann eine Besprechung der Differentialdiagnose und der beobachteten 



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— 96 — 

Falle, die zur Section kamen. Es fanden sich, wie schon erwähnt, immer 
ii den Langenspitzen ältere, mehr oder weniger Torgeschrittene Cavernen, 
iqd welchen aas die Allgemeininfection der Lunge in der oben beschrie- 
benen Weise erfolgt War. H. Stieda (Freibmg t. £.). 

Ckirrin, A. et Dneamp, V., Suppuration du poumon. (Bot. de 
n&L, 10 mars 1893, p. 214.) 
In den Longen eines Phthisikers fanden sich neben tuberculösen 
Gneraen in beiden Spitzen massenhafte, anter einander vielfach com- 
radcirende, nicht tuberculöse Abscesse. In ihrem Eiter wurden bei der 
bakteriologischen Untersuchung Streptokokken und Bacterium coli com- 
dagegen keine Tuberkelbacillen nachgewiesen. Bomb er g (!****)• 



8aeaze, J. 9 Un cas de pleuräsie säreuse tuberculeuse et 
streptococcique. (Rev. de m6d., 10 avril, 1893, p. 314.) 
In einem serösen pleuritischen Exsudat, das völlig ausheilte, konnte 
Verl durch Impfung von Meerschweinchen Tuberkelbacillen und durch 
Coltar Streptokokken nachweisen. Beide Mikroorganismen fanden sich 
ior während des Anwachsens des Exsudats. Der Nachweis der Tuberkel- 
tauten gelang erst bei Injection von 25 ccm Exsudat in die Bauchhöhle 

dtt VereUChsthieree. Bomberg (Leipmg). 



Berichte aus Vereinen etc. 



8itsungaberidht der Anatomischen Gesellschaft in Paria. 
Sit sang vom 27. Mai 1893. Präsident M. Delbet. 
A H. Pullet besehreibt einen Fall von polyoystisoher Salpin- 
gitis. Bei der chron. Salpingitis kann es theils zur Cystenbildung in der 
Schleimhaut der Tube, theils zur Verlöthang der Tubarzotten und seeundären 
Erweiterung der abgeschlossenen Theile des Tubarkanales kommen. Die 
fyite&bildnng kann unter Umständen eine so enorme werden, dass es zur 
Bildung förmlicher Tranben kommt In dem vorliegenden Falle handelte es 
aeh neben der polycyst. Salpingitis um Sklerose nnd cystische Degeneration 
des Orariums nebst Verwachsung des letzteren mit dem abdominalen Ostium 
der Tobe, P. nimmt gonorrhoische Infeotion als Ursache an. 

A IL Pilliet: Versprengte Keime der Schilddrüse stehen 
•ntveder im Zusammenhang mit dem Isthmus der Schilddrüse, oder mit dem 
hos. pyramidalis, oder es werden beim Herabrücken des Aortenbogens wäh- 
n*d der embryonalen Entwicklung Theile derselben disiodrt 8ie verdienen 
btasue, weil sie aar oystisehen Degeneration neigen. Die Behandlung ist 
Met eine chirurgische. 

1. Qneuu giebt an der Hand eigener Untersuchungen eine eingehende 
Wädsnmg des Wurzelgebietes und des Verlaufes der Lymphgef ä sse 
*er Analgegend nnd des untersten Theiles des Beotums. 



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8itzung vom 16. Juni 1893. Präsident Herr Cornil. 
Tuffler berichtet aber experimentelle Hydronephrose. Bei 
vollständigem Versehluts det Uretern durch Ligatur kommt es cur Atrophie 
und Sklerose der Niere, bei allmählichem Verschluss zur Ausbildung einer 
wahren Hydronephrose. Letztere — hydron ephrose par ooadure de l'ureter* 
— entwickelte sich bei einer Hündin, bei der T. die linke Niere an der 
vorderen Bauchwand fixirt hatte, während der Ureter durch Nähte in seiner 
Lage festgehalten wurde. D e 1 b e t schliesst sich den Ausfuhrungsn T.'s an, 
dass es sur Hydronephrose nur bei zeitweiligem bez. nicht absolutem Ver- 
schluss des Ureters komme. Nach Unterbindung der ausführenden Milch- 
gänge bei einer säugenden Hündin kam es nicht zur Erweiterung der be- 
treffenden Drüsengänge. 

A. H. Füllet: Haselnussgrosses Keloid des Handtellers. 
Der Tumor zeigte kern arme, gefässlose, hyaline, fast knorpelartige Partien, 
die von kernreicheren bindegewebigen Zügen umgrenzt wurden. Die enteren 
Partieen scheinen ihren Ursprung Theilen einer verletzten Sehne zu ver- 
danken. 

Sitzung vom 80. Juni 1893. 

Emile Beymond fand in einem rapid verlaufenem Falle von 
M. Basedowii (Tod nach 2 Wochen), der durch Paraplegie und Anästhesie 
der unteren Extremitäten oomplicirt war, die Thyreoidea um das dreifache ver- 
größert. Die Drüaenräume waren erweitert, enthielten kein Colloid, sondern 
waren vollkommen von desquamirten Drüsenzellen ausgefüllt Das linke Hers 
war hypertrophisch. Es bestand relative Insuffizienz der Valv. mitralis. 
Eine Erkrankung des oberen Cervioaiganglions war nicht nachweisbar. 

J. L. Faure: Congenitale Cyste der Thyreoidea bez. des D. thy- 
reoglossus. Die Cyste war haselnussgross und lag zwischen dem Os 
hyoideum und dem oberen Bande des Schildknorpels. Eine histologische 
Untersuchung war wegen vorgeschrittener cadaveröser Veränderung nicht 
möglich. 

Thläry: Fremdkörper heilen im Organismus im Falle voll- 
kommener Asepsis glatt ein; falls dieselben septisch sind, tritt entweder 
looale Absoessbildung und Fistelbildung ein, oder es kommt zur produotiven 
Entzündung und Sklerose in der Umgebung des Fremdkörpers. Für die 
einzelnen Fälle werden Beispiele aus der chirurgischen Praxis angeführt. 

Sitzung vom 21. Juli 1893. 

Waynbaum und Iiegry demonstriren eine Doppelmissbildung 
(Sternopagus). Das Herz der Missbildung zeigte 2 Vorhöfe und swei 
Kammern. Aus Jeder der letzteren entsprang je eine Aorta und Pulmonalis. 
Die Lage der übrigen Eingeweide war die gewöhnliche. 

A. H. Füllet: Fall von Verlagerung der rechten Neben- 
niere. Dieselbe lag flach in der Binde der rechten Niere unter der fibrö- 
sen Kapsel. Befund bei einem 67 -jähr. Manne mit ohron. interst 
Nephritis. 

Auvray fand in einem Falle von Morbus Addisonii bei einer 3 9- jähr. 
Frau Tuberoulose, zum Theil vorgeschrittene Verkäsung beiderNeben- 



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— 97 - 

nier§n. Ausserdem bestand Tuberculose der Genitalien. A. ist geneigt, 
sie Genitaltubereulose als primär anzusehen. 

Tollemer und Maoaigne sahen im Verlaufe einer Gonorrhöe bei einem 
19-jihr. Manne eine eitrige Sehnenscheidenentzündung am 
Zeigefinger der reohten Hand auftreten. Im Eiter fanden sieh Diplokokken, 
iie morphologisch und oulturell, sowie nach ihren tinctoriellen Eigenschaften 
mit dem Gonocoocus Neisser übereinstimmten. 

Leon Audain beschreibt einen Hermaphroditen. Es handelte sich 
in eine 29-jähr. Frau von männlichem Habitus, starkem Schnurrbart und 
billiger Behaarung. An den Genitalien fiel auf, dass die Clitoris fast von 
Fingerlange war. Die Ovarien waren eystisoh degenerirt, und zwar fanden 
lieh beiderseits Dermoidoysten. 

8itzung vom 13. October 1898. Präsident Herr Brooa. 
P. Launay berichtet über ein haselnussgrosses Lipom des linken 
Danmenballens bei einer 58-jähr. Frau. Lipome an dieser Stelle sind 
■skr selten; sie sitzen meist zwischen dem Flexor und Abduotor polli- 
tu breris. 

Sitzung vo/m 27. October 1893. Präsident: Herr Cornil. 
Jayle: „Aneurysma arte*rioso-veineux". Bei einem 6 3- jähr. 
Minne fand sich ein spindelförmiges Aneurysma der Aorta aseendens, das* 
•elbs war mit der V. cava sup. verwachsen. Die Innenfläche der Aorta 
nagte atheromatöse Plaques; an einer Stelle war es zur Perforation der Ge- 
tewinde und somit zu einer Communioation zwischen beiden grossen Ge- 
finto gekommen. 

Jayle fand bei einem 47-jähr. Manne einen Tumor von ca. 3 cm Duroh- 
■SMer an der Basis oerebri linkerseits. Derselbe drückte auf den linken 
foosiairnstiel, die linke Hälfte des Chiasma n. optici, und hatte den Oyrus 
hippoeainpi, an dem sich eine erweichte Stelle befand nach aussen gedrängt. 
Der Tumor wurde durch ein sackförmiges Aneurysma eines Astes der 
Aricerebralis media gebildet. Anamnestisch war Lues nachweisbar. 

A. Miohel Danaao macht Mittheilung von einer neuen Fixations- 
tnd Firbemethode des Nervengewebes, speciell der Axen- 
ejlinder. Er fand diese Methode beim Studium der Kehlkopftuberoulose. 
Ks hierbei hervortretenden Veränderungen an den Nerven waren bisher nur 
als aenritisehe bez. perineuritisehe bekannt. Es gelang nun D. in seinen 
Friparaten eine bedeutende Proliferation der Nerven hauptsächlich mark- 
kssr Vasern nachzuweisen. Das Netz der Fasern endigte in den untersten 
ßeaieaten des Epithels bez. in den Papillen. 

Die Fixinwg der mögliehst klein zu wählenden Gewebsstucke erfolgt 
1—2 Standen lang in einer wässrigen Lösung von Pikrinsäure, Chromsäure 
**i Salpetersäure» deren nähere Zusammensetzung nicht angegeben ist Dann 
Aimrissern I / 1 — 1 Stunde lang. Darauf werden die Gewebsstucke in der 
pvoanlieheu Weise in Celloidin eingebettet, geschnitten und in 90-proo. Alkohol 
ss%saommen. Nunmehr kommen die Schnitte 2 bis höchstens 5 Minuten 
in liquide d'Brlioh, werden in Wasser abgespült und kommen dann 2—5 
Konten in eine 1-proc. Lösung von Ghlorgoldkalium. Dann folgt Abspulen 



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in Ameisensäure 1 Minute und Aufnahme in Natronlauge (1:6). Wiedena 
Abspülen in Wasser und Einlegen der Schnitte in eine 10-proc Lithii 
carbon.-Lösung bis cur Dauer einer halben Stunde. Darauf kommen i 
Sohnitte 2 — 8 Minuten — es genügen manchmal schon 20 Secunden - 
in eine 10-proc. Jodkaliumlösung. Zur Beduction und Fixation des Gold 
in den Axenoylindern werden die Sohnitte zum Sohluss auf der Dan 
Tön 10 Minuten in eine starke Lösung von untersohlefligsaurem Natn 
gebracht. 

Gelingt die Färbung, so sind die Axeneylinder schwarz-violett gefärl 
das übrige Gewebe blass. Verfc glaubt aussohliessen zu können, dl 
sich bei Anwendung seiner Methode Fibrin bez. elastische Elemente m 
färben könnten. 

Duroh die Anwendung von Cblorpalladium und Chlorplatin Hessen si 
dieselben Resultate erzielen. 

Bezüglich weiterer Einzelheiten muss auf das Original verwiesen werdi 

Lochte {Leqprig)' 



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Kamberg, K., Zur Kenntniss und Symptomatologie des Tetanus. Wratsch, 1892, No. 22. 
(Russisch.) 

Kloin , B , Zur Geschichte des Pleomorphismus des Tubercoloeeerregers. Centralblatt für 
Bakteriologie und Parasitenkunde, Band XII, 1892, No. 25, S. 905—906. 

Klomm, Paul, Zur Frage des Kopftetanus; Tetanus mit Facialialähmung. Aus dem Allge- 
meinen Krankenhauso in Riga. Berliner klinische Wochenschrift, Jahrgang 80, 1898, No. 3, 
8. 65—67. 

Klomporor, G., Untersuchungen Aber Schutsimpfung des Mensehen gegen asiatische Cholera. 
Allgemeine Wiener medicinische Zeitung, Jahrgang 37, 1892, No. 40, S. 456—457. 



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Htft 3, 8. 487—486. 
1 IimtaÜJ, Hanf, Zur Kenntnis» des Wachsthums der Kommabazillen auf Kartoffeln. Cen- 
tnlblatt für Bakteriologie und Parasitenkunde, Band XHI, 1898, No. 2, 8. 86—42. 

Ingxis, Ali, Recherche» bactlriologiques sur l'infection urinaire. Helsingfors, 1892. 8°. 
108 88. 2 Tafeln. 
; Irtgv, 8., üeber den Einfluss des constanten elektrischen Stromes auf Wachsthum und 
i Vmdens der Bakterien. Zeitschrift für klinische Medicin, Band XXII, 1893, Heft 1/2, S. 191 
! -107. 

I Knie, Walther, Ueber das Vorkommen der sogenannten Hfihnertuberculose beim Menschen 
I «sd bei 8ffngethieren. Aus dem bakteriologischen Laboratorium der soologischen Station 
I in NespeL Ziegler's Beitrage sur pathologischen Anatomie und sur allgemeinen Pathologie, 
| Basd 211, 1898, Heft 8, S. 544—651. Mit 1 Tafel. 

, Bemerkungen Über Infection, Immunität und Heilung. Aus dem bakteriologischen 

Laboratorium der soologischen Station in Neapel. Ziegler's Beitrage sur pathologischen 
Anatomie und sur allgemeinen Pathologie, Band XII, 1893, Heft 3, S. 888—852. 
lyrüfin, Ftile von asiatischer Cholera bei Kindern beobachtet im Wladimir'schen Kinder- 

spitsle. Medisinskoje Obosrenje, 1892, No. 28. (Russisch.) 
leueneut, Felix, De rhdrldite* et de la contagion dans la tuberculose. Paris, 1892. 4°. 
! 31 88. These. 

jLsrier, Herbert, and Thin, G., A Case of Leprosy. With 1 Plate. Transactions of the 
f ptthological Society of London, 1891/92, Vol. XLIII, S. 185—188. 
las», Hugo, Ein neuer für Thiere pathogener Bacillus. Centralblatt für Bakteriologie und 

Pnrasitenkunde, Band XIII, 1898, No. 7, S. 217—228. 
leaene, G., De la grippe ä forme typhoide. Semaine mldicale, Paris, 1892, Annle XII, 
| 8. 405. 

jleiage et Maeaigne, Etüde bacteriologique du choldra observd ä l'böpital Saint Antoine en 
| 189t. Annales de l'institut Pasteur, Annee VII, Tome VII, 1898, No. 1, 8. 17—27. 
lestr, Victor, Ueber den Typus der Reaetionen des Koch'scben Heilmittels gegen Lungen« 
', tsbereulose. 21 Fälle Lungenschwindsucht und 1 Fall Spondylitis. Aus der med. Poli- 
klinik der Univ. Bonn. Bonn, 1891. 8*. 24 SS. mit 4 Tafeln. Inaug.-Diss. 
Kttttr, S., Die Aetiologie der tertiären Syphilis. Vortrag gehalten in der Winterversamm- 

lmg der Medieinisch-chirurgischen Gesellschaft des Kantons Bern. Correspondensblatt für 

Sehveiser Aerzte, Jahrgang XXIH, 1898, No. 2, S. 47—48. 
lewishew, 8. W., Ueber die Infectlonserreger des Flecktyphus. Wratsch, 1892, No. 17. 

(Russisch.) 
Ihner, Henri Louis Felix, Recherche» statistiques sur les conditions de transmission de la 

syphilia de la mere au foetus. Lyon, 1892. 4°. 82 88. These. 
Unien, Peter, Aktinomykose. Bern, 1892. 8°. 80 SS. Inaug.-Diss. 
IM Ltigalaheiffl, Beiträge sur 8treptokokkenfrage. Aus dem Institute für Infectionskrank- 

keiten su Berlin. Zeitschrift för Hygiene und Infectionskrankheiten, Band XII, 1892, 

Heft 8, S. 808—820. 
ÜÄi, Louis, Contribution ä l'erade £pidemiologique et prophylactique de la rougeole. Lyon, 

1891. 4«. 64 SS. These, 
feumara, 0. B.> Infection and Contagion. The Lancet, 1898, Vol. I, No. 2 = Whole 

Ho. 3620, S. 121. 
Kl Wesay, B. X, On some Points in the Aetiology of typhoid Fever. Journal of 8tate 

Xcdieine, London, 1892/93, Vol. I, S. 65-77. 
fag e, Carl, Ein Beitrag zur Cultur des Oonococcus. Aus der Universitäts-Frauenklinik su 

Leipzig. Centralblatt für Gynäkologie, Jahrgang 17, 1898, No. 8, S. 153—157. 
Bus*, Joseph et Morelli, J. B-, Sur le microbe du blri-blri. Travail du laboratoire de 

fottriologie de la FactOt* de mCdecine de Montevideo. Gazette m£dicale de Paris, Ann6e 64, 

fcris VIII, Tome II, 1898, No. 8, 8. 27—29. 
leise, Ueber vier verschiedene Pilsarten des Herpes tonsurans. Verhandlungen der Ge- 

«elbebsft Deutscher Naturforscher und Aerzte, 64. Versammlung su Halle a/S. 21. — 25.: 

8*pt 1891. Herausgegeben im Auftrage des Vorstandet nnd der Geschäftsführer von 

Albert Wangerin und Gregor Kraus, Theil II, Leipzig, 1892, S. 431—482. 
faaanm, A., Mittneilungen über Diphtherie. Aus der chirurgischen Abtheilung von Hahn 

» •tidtisehen allgemeinen Krankenhause im Friedrichshain su Berlin. Vortrag gehalten 

i» der freien Vereinigung der Chirurgen Berlins. Deutsche medieinische Wochenschrift, 

ftbrgang XIX, 1898, No, 8, 8. 154—167. 

J., Ueber die 8pÄtfonncn der Syphilis. Vortrag gehalten auf dem 11. internatio- 



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— 104 — 

nalen dermatologischen CongreM in Wien am 6. September 1898. Allgemeine Wiener 

medicinitehe Zeitung, Jahrgang 87, 189», No. 37, 8. 417—418; Ko. 88, S. 480. 
Heumann, J., Ueber Vererbung der 8yphills. Ans einem der k. k. Gesellschaft der Aente in 

Wien am 8. Januar 1892 gehaltenen Vortrage. Allgemeine Wiener medicinische Zeitung, 

Jahrgang 87, 1898, No. 4, 8. 86. 
Hoeard, Notes enr l'actinomycose des animanx. Recneil de midecine v4terinaire, Paris, 1892, 

S4rie VII, Tome IX, 8. 167—188. 

, Translated. American veterin. Review, New York, 1898/98, VoL XVI, 8. 190—198. 

Pane, N., Snlla diagnosi differensiale tra il baeillo del eolera asiatica ed i baciili di Metscbni- 

kow, Oeneeke e Finkler-Prior. Bivista clinica e terap., Napoli, 1892, Vol. XIV, 8. 985 

—389. 
Pansini, Bergie, Weitere Untersnebnngen Aber das Verhalten des Serums gegenüber den 

Mikroorganismen, insbesondere über seine Heilkraft bei der Pneumoniekokken-Infection. 

Aus dem bakteriologischen Laboratorium der aoologisehen 8tation in Neapel. Ziegler's 

Beitrage sur pathologischen Anatomie und sur allgemeinen Pathologie, Band XII, 1898, 

Heft 8, 8. 372—482. 
Parisot, P., La grippe ä Nancy en 1889—90 et la mortalite par tuberculose pulmonaire. 

Revue mldlcale de Test, Nancy, 1892, Annee XXIV, 8. 688—687. 



■ 1 



Inhalt. 



Originale. 

Wesen er, F., Die. Bereitung eines festen, 
undurchsichtigen Nfthrhodens für Bakterien 
aus Hühnereiern. (Orig), p. 67. 

Stroebe, H. f Die parasitären Bporosoen in 
ihren Besiehungen sur menschlichen Patho- 
logie, insbesondere sur Histogenese und 
Aetiologie des Carcinoms. (Zusammenfass. 
Ref.) (Fortsetzung), p. 60. 

Referate. 

Hüller, Kurt, Der Milsbrand der Ratten, 
p. 88. 

Fr&nkel, E., Ueber Oasphlegmonen, p. 90. 

Thomas, D., Ueber die Erseugung der 
Cholera von der Blutbahn aus und die pri- 
disponirende Rolle des Alkohols, p. 91. 

Koplik, H. f and van Arsdale, W. W., 
Streptococcus Osteomyelitis in children, p. 91. 

Schmit, Heinrich, Ein Fall von voll- 
ständiger Agenesie beider Lungen, p. 92. 

Oalman, Adolf, Ein Beitrag sur Casulstik 
der Missbildungen an Zunge und Kehlkopf, 
p. 93. 

Siegert, F., Zur Histogenese des primären 
Lungenkrebses, p. 98. 

Bäumler, Ch., Ueber eine besondere, durch 
Aspiration von Caverneninhalt hervorgerufene 
Form acuter Bronchopneumonie bei Lungen- 
tuberculose, p. 94. 

€ h a r r i n, A., et D u c a m p , V., 8uppnration 
du poumon, p. 96. 

8 a c a t e , J a , Un eas de pleuresie serense tuber- 
culeuse et streptococclque, p. 96. 



Berichte aus Vereinen etc. 

Sitsungsbericht der Anatomischen Gesellschaft 
in Paris. 

P i 1 1 i e t , A. H., Polyeystische Salpingitis, p. 96. 

, Versprengte Keime der Schilddrüse, p. 96. 

Qu4nu, E., Die Lymphgeflsse der Anal- 
gegend, p. 96. 

T u f f i e r , Experimentelle Hydronephrose, 
p. 96. 

P i 1 1 1 e t , A. H., Haselnussgrosses Keloid des 
Handtellers, p. 96. 

Reymond, Emile, Rapid verlaufener Fall 
von M. Rasedowii, p. 96. 

Faure, J. L, Congenitale Cyste des D. 
thyreoglossus, p. 96. 

T h i e r y , Fremdkörpereinheilung im Organis- 
mus, p. 96. 

Waynbaum u. Legry, Doppelmissbildung 
(8ternopagus), p. 96. 

Pilliet, A. H., Verlagerung der r. Neben- 
niere, p. 96. 

A u v r a y , Tuberculose und Verkisung beider 
nieren bei Morbus Addison!!, p. 96. 

To Hemer u. Macaigne, Eitrige Sehnen- 
scheidenentsündung im Verlauf einer Gonor- 
rhöe, p. 97. 

Audain, L 4 o n , Hermaphrodismus, p. 97. 

Launay, P., Lipom des 1. Daumenballens, 
p. 97. 

J a j 1 e , „Aneurysme arterioso-veineux", p. 97. 

, Tumor an der Basis cerebri linkerseits, 

p. 97. 

Dausac, A. Michel, Neue Fixation»- und 
Färbemethode des Nervengewebes, speciell 
der Axencylinder, p. 97. 

Literatur, p. 98. 



Fromnunnsche Buchdrucker* (Hennann Fohle) in Jen*. 



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CENTRALBLATT 



für 



Ipeine Pathologie i Pathologische Anatomie. 



Herausgegeben 

von 

Prot Dr. E. Ziegler 

in Freiburg i. B. 



Redigirt 

von 

Prot Dr. C. y. KaMden 

in Freibarg i. B. 



Verlag von Oustar Fischer in Jena. 

~^^ No. 8, 



Y. Band. Jena, 82. Februar 1894. 



Das Centralblatt für Allgemeine Pathologie u. Pathologische Anatomie erscheint in 
Nummern von zwei bis drei Druckbogen ; zweimal monatlich gelangt eine Nummer 
ar Ausgabe. Der Umfang des Jahrgangs wird 65 Druckbogen betragen. Das 
Abonnement für das Centralblatt kostet 24 Mark für den Band (24 Nummern). 
%ä*(& Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten. &&* 



Originalmittheilungen. 



Thiftninf&rbmig für Balsampräparate von amyloiden Organen. 
Von Dr. Ludwig Kantorowlez, 

Assistanten am Senckenberg'schen Institute. 

Bei Gelegenheit von Untersuchungen an mucinhaltigen Stücken fand 
ich zufällig, dass das dem Methylenblau so nahe verwandte Thionin 
licht bloss auf Murin, wie Hoyer bereits in einer vortrefflichen Arbeit 
in Jahre 1890 nachgewiesen bat, sondern auch auf die amyloide Sub- 
auaz metachromatisch 1 ) wirkt, — eine Thatsache, die, wie ich nach- 
träglich sah, auch schon Ehrlich gefunden hatte (Hoyer in Archiv 
Ar mikroskopische Anatomie, Bd. 36, S. 315). 

Wahrend das übrige Gewebe, Zellen, Kerne, Bindegewebe etc. durch 
Thionin blau bis violett, die mucinhaltigen Theile roth bis rothviolett 



1) Diese Metacbromasie des Tbionins seigt sieh auch sehr schön an in Alkohol gehär- 

1 Kleseauaarkpriparaten, wo die durch den Alkohol geschädigten Reste der Marksubstans 
erscheinen, die Kerne blau, die Kernkör per che n der Ganglienzellen suweilen mit 
«Ben Stich ins Röthliche, das Zwischengewebe diffus hellblau, freilich ohne distinete Färbung 
*er Hevrogliafasern. 

Herr Prof. Weigert hat mich auch darauf aufmerksam gemacht, dass die N i s s 1 'sehe 
Keraang der Ganglienzellen ebenso schon wie bei der (ja so verwandten) Färbung mit Methylen- 
blaa deren Thionin au demonstriren und au consenriren ist. 

Die Färbong findet wie bei der Amyloidünction statt, Auswaschung in Alkohol oder 
AaSaSI-Xylol, ftr die Ganglienzellen ist das letztere zu empfehlen. 

Uatefthtt L AH* rathei. V. 3 



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— 106 — 

gefärbt werden, nimmt durch diesen Farbstoff das Amyloid eine wunder- 
volle hellblaue bis lila Farbe an und erscheint so deutlich distinct 

Die Pr&parate wurden in Alkohol oder Sublimat gehärtet und in 
GeUoidin eingebettet. Die Schnitte kommen aus dem 80-proc. Alkohol 
entweder gleich in Schäleben mit gesättigter wässriger Thioninlösung . 
oder erst nach Abspülen in destillirtem Wasser. Schon nach einem Ver- 
weilen der Schnitte während 3— 5 Minuten in der Farblösung und darauf- 
folgendem Abspülen in destillirtem Wasser erscheinen die Kerne, Zell- 
protoplasma bläulich bis violett, während die amyloide Substanz hellblau 
bis lila gefärbt ist Aber auch ein Verweilen der Schnitte in der Lösung 
während mehrerer Stunden bewirkt keine Ueberfärbung, sondern auch 
hier zeigt sich deutlich der Farbenunterschied. Ebenso wie die concen- 
trirte ist eine verdünnte wässrige Thioninlösung zu benutzen, — mehrere 
Tropfen der concentrirten in ein Schälchen mit Aq. destill. — , nur ist 
natürlich hier die Färbezeit entsprechend zu verlängern, so dass es be- 
quemer erscheint, stets die concentrirte Lösung zu benutzen. 

Auf diese Weise ist man im Stande, in kürzester Zeit einen 
sehr leichten Nachweis des Amyloids ohne jede Differenzirung 
führen zu können und in dieser Hinsicht ist die Methode noch leichter 
auszuführen, als die bereits bekannten. 

Es kam mir nun darauf an, zu versuchen, ob man nicht die so er- 
haltenen Präparate auf die Dauer conserviren könnte, was ja leider bei 
den bekannten Methoden sehr schwer gelingt. Das Missliche bei den 
Versuchen war, dass die gefärbten Schnitte und in ihnen namentlich die 
amyloide Substanz, sowie man sie nach der Färbung im Wasser abgespült 
hatte und in Alkohol brachte, sofort von diesem stark entfärbt wurden 
und so die metachromatische Färbung des Amyloids fast ganz verloren 
ging, da sowohl Kerne, Zellen wie Gewebe dieselbe hellblaue Farbe an- 
nahmen wie das Amyloid. Ich versuchte nun verschiedene Aufhellungs- 
mittel und fand schliesslich in dem Anilinöl-Xylol (2: 1), wie es zu der 
W ei g er t 'sehen Fibrinfärbung benutzt wird, und in dem Garbol-Xylol 
(1 Gewiebtötbeil reiner Carbolsäure auf 3 Volumina Xylol), also dieselbe 
Mischung, welche Weigert zur Aufhellung von Collodiumserien bei der 
Maikscheidenfärbung empfohlen hat, Mitte), welche eine Couservirung der 
amyloidbaltigen, gefärbten Schnitte für die Dauer ermöglichen. Die meta- 
chromatische Färbung gelingt zwar am schönsten an den nach der Fär- 
bung nur in Wasser ausgewaschenen Schnitten. Indessen auch nach Ver- 
bringung der Schnitte aus dem Wasser auf den Objectträger, Abtrocknen 
mit Fliesspapier und Anwendung von Anilinöl-Xylol oder Carbol-Xylol 
nebst nachherigem Abspülen mit Xylol und Einbettung in Damarlack 
tritt die Metachromasie deutlich hervor; nur erscheint hier die amyloide 
Substanz bedeutend heller blau als vorher, mit einem leichten Stich ins 
Grünliche. 



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— 107 - 



Die parasitären Sporozoen in ihren Beziehungen zur mensch- 
liehen Pathologie, insbesondere zur Histogenese und Aetiologie 

des Carcinoma. 

Zusammenfassendes Referat von Dr. H. Stroete, 

Prirstdoeenten und Assistenten sin pathologisch-anatomischen Institut in Freibarg i. B. 

(Schluss.) 

Wir wenden ans nnn zu denjenigen Arbeiten, welohe bezüglich des 
Yorhandensei ns der parasitären Sporozoen in Caroinomen 
Mangele genügender Beweise in der einen oder anderen 
Richtung eine unentschiedene Haltung einnehmen und die 
Frage noch offen lassen, oder welche sich gegenüber den bis jetzt 
■itgetheilten 8poro z oe n befunden in Caroinomen oder 
aaoh gegen die parasitäre Theorie des Krebses überhaupt 
ablehnend verhalten. 

Walaasei (49) (oitirt nach Buffer und Plimmer), einer der ersten, 
weither das Vorkommen von Sporozoen in Krebsen behauptet hatte (rergL 
■eis früheres Referat dieses Centralbl. 1891), zeigt in einer späteren Mit- 
teilung gegenüber den zahlreichen, von den späteren Autoren als Caroinom- 
peraiiten beschriebenen Dingen eine sehr reseryirte Haltung; er hält für 
wirkliche Parasiten nur die seiner Zeit von ihm und Albarran in einem 
Kieferepitheliom und von Dari er bei der Psorospermose follioulaire beschrie- 
benen Gebilde. 

Delepine (19) glaubt nicht an die Protozoennatur der discutirten 
Zallaosehlüsse. Wenn auch manche derselben eine weitgehende Aehnliohkeit 
ait einzelnen Entwicklungsständen, besonders den jungen und wenig scharf 
begrenzten Lebercoccidien der Kaninchen, aufwiesen, so fanden sich doch 
urf der anderen 8eite so bedeutende Unterschiede zwischen beiden, dass der 
Gedanke an eine Identität derselben ausgeschlossen ersohien. Dies gilt von 
den Ten 8oudakewitsoh, Ruffer und zum Theil von den von Bussel 
beschriebenen Formen, von welchen viele den Erscheinungen endogener Zell- 
seabildang und degenerativer Zellveränderungen genau gleichen, während 
ttsererseits bis jetzt noch Niemand positive, unzweifelhafte Beweise für ihren 
pnMtären Charakter beigebracht hat 

Costa (15) bespricht von allgemein pathologischen Gesichtspunkten 
su die Wahrsoheinliohkeitsgründe, welche für oder gegen eine parasitäre 
Aetiologie des Carcinoma angeführt werden können. Aus seinen theoretischen 
bwignngen, die u. a. auf einem Vergleich der Lebenseigenschaften und 
^twieklongsverhältnisse der Caroinome mit infeotiösen Granulationsge- 
«hwnlsten, vor allem der Tuberoulose, basiren, kommt er zu dem 8ohlus8, 
fcft> wenn überhaupt ein parasitärer Organismus mit der Aetiologie des 
fabees zu thun hat, dies jedenfalls ein solcher sein müsste, dessen Wir- 
hagre/eise von derjenigen der uns bekannten Bakterien ganz verschieden 
wäre. 'Auch Coats ist im Uebrigen der Ansicht, dass die parasitäre 
Äatur der vielfach beschriebenen Zelleinschlüsse in Caroinomen keineswegs 
«wiesen ist; von den verschiedenen anderen Erklärungsweisen, welohe für 

8* 



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- 108 — 

die betr. Zellbilder versucht wurden, möchte er die endogene Zellbildang 
ausschliessen , ebenso Entwicklung der Gebilde ans den Kernen der Zellen. 
Es kö outen die betr. Einschlüsse dagegen wohl der Ausdruck abnormer 
Vorgänge im inneren Leben der unter pathologischen Waehsthumsbedingungen 
stehenden Krebszellen sein. Unerklärt bleiben selbst unter der Annahme 
eines parasitären Ursprunges noch viele Einzelheiten bei Carcinomen, so ihre 
grosse Mannigfaltigkeit, welche daran denken Hesse, dass jeder Carcinom- 
form ein besonderer Parasit zukäme; es bleibt die Frage, ob jedes Organ 
seine eigene Parasitenform hat; ferner bleibt unerklärt die eigentümliche 
Bevorzugung des späteren Alters, welche auf die Notwendigkeit einer ge- 
wissen Prädisposition der Gewebe schliessen läset 

Caarin (12) hat aus der mit Duplay gemeinschaftlich angestellten 
Untersuchung von ungefähr 60 Krebsen den Schlnss gezogeu, dass die 
Existenz von Goooidien in Krebsen nicht zu beweisen sei. Zwar fanden sich 
Zelleinschlüsse, welobe den Frühstadien von Coccidien sehr ähnlich waren, 
niemals jedoch Bilder, welche auf Theilungs- und Vermehrungsvorgänge hin- 
deuteten. Die als Coccidien beschriebenen Einschlüsse erschienen ausserdem 
wahrscheinlich erzeugt durch unregelmässige indirecte Zelltheilung oder 
durch Zelldegeneration oder schliesslich durch eine besondere Art von Zell- 
entwiokelung, welche in Krebsen mit der Bildung der Epithelkugeln in Be- 
ziehung steht. 

Heisser (56, 57), welcher, wie wir sahen, für die Sporozoennatur 
der Molluscumkörperchen eintritt, hält das Caroinom für ein ungünstiges Ob- 
ject zum Studium der Psorospermienfrage beim Menschen. Er hat aus der 
Untersuchung von ca. 50 Krebsen keinen sicheren Anhalt dafür gewinnen 
können, dass Sporozoen beim Caroinom irgend eine ätiologische Rolle spielen, 
da die fraglichen Zellbilder jeweils auch die Deutung absonderlicher Degen e- 
rations- oder Verhornungsformen zuliessen. 

Stroebe (99) beschreibt aus Carcinomen eine Reihe von Zelleinschlüssen, 
welche von manchen früheren und späteren Untersuchern für Sporozoen erklärt 
wurden. Es sind jene häufig im Protoplasma, seltener im Kern gelegenen 
hellen, scharf contourirten Vacuolen, welche mehr oder weniger zahlreiche, 
theils unregelmässige, theils auch sichel- und navicellenförmig gestaltete chro- 
matische Körperchen enthalten ; manche dieser Vacuolen, welche vielfaoh den 
Zellkern comprimiren, enthalten ein kernartiges Gebilde ; selten liegt eine grössere 
Anzahl der runden hellen Körperchen in einem grösseren, vom Zellprotoplasma 
umschlossenen cystischen Hohlräume. Sichel- und Wetzstein- oder lanzettförmige 
kleine Körperohen finden sich häufig einzeln oder in grösserer Anzahl frei in den 
Kernen und im Protoplasma der Krebszellen. Verf. bespricht die Möglich- 
keit des Zusammenhanges einzelner dieser intraoellulären Bälkchen und 
Sicheln mit der von Klebs sogenannten Hyperchromatose der Kerne, einer 
eigenartigen Zunahme der färbbaren Kernsubstanz, welche Klebs als eine 
progressive Erscheinung auffaest, deren regressive, degenerative Natur dagegen 
Stroebe darzuthun versucht und die man demnach vielleicht als Produote 
einer chromatischen Degeneration bezeichnen könnte. Ferner wird die von 
Arnold beschriebene Kernwanddegeneration, bei welcher sichelförmige oder 
wetzsteinförmige Abschnitte der Kernwaud eine stärkere Tinction durch 
Kernfarben annehmen köunen, zur Erklärung mancher der sieheiförmigen 
Körper herbeigezogen. In karyokinetisch sich theilenden Zellen fanden sich 
die Einschlüsse ebenfalls vor, jedoch selten. 



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— 109 — 

Mit Leukocyteneinwanderung in Gesohwulstzellen , welche von St. 
biafig beobaohtet wurde and in seiner Arbeit besonders studirt wird, haben 
die beschriebenen Zellbilder nichts zu thun, ebensowenig mit eingeschlossenen 
rothen Blutkörperchen. 

Die fraglichen Zeileinschlüsse fanden sioh in solchen Krebszapfen, die 
poi von Degenerationserscheinungen frei waren, andererseits liess sich jedoch 
häufig eine gewisse Bevorzugung degenerirter Partieen durch dieselben nicht 
verkennen. 

Wenn somit für manche der intraoellulären Einschlüsse ein Ursprung 
us Zell-, besonders Kerndegenerationen bedeutende Wahrscheinlichkeit für 
«eh hat, so läset sich auf der andern Seite eine unverkennbare Aehn- 
liehkeh mancher Bilder mit einseinen Entwioklungsstadien zoologisoh gut 
gekannter Sporozoen nioht von der Hand weisen, ötroebe demonstrirt 
üees Aehnlichkeit, indem er aus einseinen seiner Abbildungen eine Ent- 
ticklnngsreihe (sichelförmige Spore, — protoplasmatische Jugendform, — 
pofsere cystische Formen, Sporooyste mit jungen Sichelkeimen) aufstellt, wie 
rie etwa dem Ton einem Sporozoon durchlaufenen Cyclus ähnelt, ohne damit 
wirklich die 8porosoennatur der betr. Bilder oder gar die Biohtigkeit der 
eonitroirten Entwicklungsreihe behaupten zu wollen. Wenn auch Verf. 
eis parasitäre Aetiologie wenigstens mancher Careinomarten a priori nioht 
ftr ausgeschlossen hält, wenn er ferner nach alledem, was sonst über Be- 
liehongen tod Sporozoen zu Epithelerkrankungen bekannt ist, es nioht für 
nnnrfglieh hält, dass ein zur Klasse der 8porozoen gehöriger Carcinomparasit 
ansjsl aas Tageslicht gezogen werden könnte, so hält er doch einstweilen 
dsfir, dass keinerlei sichere Beweise für diese Anschauungen vorliegen. 

Karg (38) Btellt die Gründe einander gegenüber, welche für und>gegen 
eine parasitäre Theorie des Garcinoms angeführt werden können. Seine 
eigenen Untersuchungen, welche 74 Carcinoma umfassen, haben Karg zu 
der Ueberzeugung gebracht, dass die morphologischen Grundlagen und 
leebichtungen, auf welche sich die parasitäre Theorie des Krebses gründet, 
nur anfechtbar sind, und dass die theoretischen Erörterungen, welohe auf 
des Vorhandensein eines Caroinomparasiten hindeuten sollen, auch einer an- 
deren Deutung fähig sind. Bei Färbung mit Hämatoxylin-Oarbolfuohsin kommt 
Karg zu der Ansicht, dass die Aehnlichkeit zwischen den Carcinomkörper- 
•aen Darier 's und Wiokham'a mit Protozoen nur eine rein äusserliche 
iet Auch die intracelluläre Lage der Oaroinomkörperohen hält K. nicht für 
bewiesen, da dieselben entweder in das Protoplasma anderer Zellen einge- 
etUpt oder von andern, sioh ooncentrisoh herumlagernden Zellen umschlossen 
«in können. Die Carcinomkörperohen selbst tragen sowohl im Protoplasma 
wie im Kern Anzeichen von degenerativen Veränderungen , besonders von 
hyaliner Degeneration und sind wohl als degenerativ veränderte Epithelzellen 
a deuten. Die angebliehen Jugend formen der Parasiten, die Keimlinge 
derselben konnte K. nirgends auffinden. Man erhielt jeweils den Ein- 
fenek, dass die Körperehen aus Epithelzellen hervorgegangen seien), an 
»eichen sieh alle Uebergänge bis zu den ausgebildeten Körperchen feststellen 
fietwB. Das Fehlen der Körperchen in vielen Krebsen, — sie fanden sich 
•tutant nur in den Hautkrebsen, während sie in allen Drüsenkrebsen fehl- 
h*, — das Vorkommen derselben auf der andern Seite bei Hauterkrankun- 
gen nicht krebsiger Natur (Hauttubercolose , Lupus verrucosus, Hautwarzen) 



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— 110 — 

spricht Dach Karg ebenfalls gegen die Annahme von Parasiten, denen eine 
ätiologische Bedeutung für das Caroinom znkäme. 

Steven nnd Brown (98) haben vorzugsweise die Untersuchungen von 
Buffer und seinen Mitarbeitern nachgeprüft und sioh der gleichen tech- 
nischen Methoden wie diese Autoren bedient. Sie bestätigen aus den von ihnen 
untersuchten Krebsen der Mamma, des Magens, der Leber, des Peritoneums 
und Mediastinum posterius die von den früheren Autoren theils als Parasiten, 
theile als endogene Zellen beschriebenen eigenthümliohen Bilder von Zellein- 
schlüssen, welohe St. u. B. theils intraoellulär, theils eztraoellulär beobachteten, 
stets in epithelialen Bezirken des Krebses, nie im Bindegewebe, nie in den 
Kernen der Krebszellen. Die meisten fanden sioh dort, wo das Caroinom- 
gewebe am meisten vom Typus eines normalen Gewebes entfernt war. Die 
Autoren erhielten den Eindruck, dass verschiedene Garcinomtypen auch ver- 
schiedene Typen von Zelleinsohlüssen beherbergen. Eine bestimmte Ansicht 
über die Natur der Körperchen wagen sie nicht zu geben , sie versuchen 
auch keine zoologische Classifizirung der Einschlüsse. Sie haben keine di- 
reoten Gründe, die Möglichkeit zu verneinen, dass die beschriebenen Kör- 
perohen parasitäre Protozoen sind, können aber, besonders in Anbetracht 
dessen, dass alle Isolations- und Culturversuohe der Gebilde ausserhalb des 
Körpers bis jetzt negativ ausgefallen sind, sich zu einer weitergehenden be- 
stimmten Meinungsäusserung nicht entsohliessen. Für Degenerationsproduote 
halten sie die Gebilde nicht, weil sie keine Form der Zelldegeneration mit 
ähnlichen Erscheinungen kennen. Kunstproduote sind auoh ausgeschlossen. 
Ebenso gut als man die Körperchen für Parasiten anspricht, könnte man 
sie auoh für endogene Zellen halten. Zum Sohluss erklären die Autoren, 
über die Natur der Einschlüsse nicht mehr aussagen zu können, als dass sie 
ihnen organisirte Elemente zu sein scheinen. 

Cornil (16) macht eingeschlossene Wanderzellen für die Entstehung 
der als parasitär gedeuteten Zelleinsohlüsse verantworttich. 

Kosinsky (42) hatte in einer früheren Mittheilung darauf hingewiesen, 
dass die eigenartigen Einschlüsse in den sog. Physaliphoren dor Krebszellen den 
Gedanken an Parasiten, vielleicht an Sporozoen nahelegen. Indes können, wie 
K. jetzt zeigt, auoh Degenerationsvorgänge die gewöhnliche Struotur der 
Krebszellen in eigenartiger Weise verändern, so dass das Bild von Zellein- 
sohlüssen entsteht. In einem Carcinoma gelatinosum des Magens war der 
Beginn der schleimigen Degeneration oft auf einen Abschnitt der Zellen be- 
schränkt und zeigte sioh dort im Protoplasma in Form eines Sphäroides, welches 
mit zunehmender Grösse den Kern der Zelle oomprimiren konnte, weloh letzterer 
sich dann sehr intensiv färbte. Die schleimig degenerirte, von normalem 
Protoplasma umschlossene Partie hatte ein faserig-netzartiges Aussehen. Auch 
der Kern soll gelegentlich bei intaotem Protoplasma allein der sohleimigen 
Metamorphose verfallen und auf diese Weise als „Einsohluss" imponiren, be- 
sonders wenn in einer zweikernigen Zelle nur der eine Nuoleus entartet ist 

Kiener (39) konnte sich bei der Suohe nach einem Caroinompara- 
siten von der Anwesenheit solcher Bilder, welohe für Sporozoen unbedingt 
charakteristisch wären, z. B. der Sporooysten, nioht überzeugen. Zu den 
Erscheinungen, welche zu einer Verwechslung mit Sporozoen Anlass geben 
könnten, gehören nach K. einmal abnorme Verhornungsprooesse, duroh welche 
die Zeilen in eine glänzende, glasige Masse mit Kernresten und Trümmern 
in ihrer Mitte umgewandelt werden; auf diese Weise können Dinge eutstehen, 



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— 111 - 

welche an Cysten, die mit sichelförmigen Sporen gefüllt sind, erinnern. 
Zweitens können Störungen in karyokinetisch sich theilenden Zellen zu sol- 
cher Verwechslung Anlass geben, indem entweder in einer einkernigen Zelle 
der zur Theilung lieh anschickende Kern degenerirt and homogen wird, oder 
in einer mehrkernigen Zelle ein Nucleus in Mitose übergeht und lur Bildung 
einer endogenen Zelle führt, welche darauf in homogene „glasige" Degene- 
ration übergehen kann. Kien er hält durch seine Beobachtungen das Vor- 
kommen von Coccidien in Epitheliomen nioht für ausgeschlossen, sondern 
möchte nur auf Erscheinungen aufmerksam machen, welche als Parasiten 
missdeutet werden können. 

Hoeggerath (60) glaubt in seiner mit 3 schönen Farbentafeln ausge- 
statteten Arbeit aus dem verschiedenen tinotoriellen Verhalten der Zellein- 
schlusse gegenüber Alauncarmin-Pikrinsäure einerseits und einer Anzahl von 
Anilinfarben andererseits den Sohluss ableiten zu dürfen, dass die fraglichen 
Gebilde Derivate von Zellkernen sind, und keine Fremdlinge. Während 
mimlich Verf. mit der ersteren Farbenoombination in Krebsen die von ver- 
schiedenen Untersuchern beschriebenen runden und ovalen hellen Eörperohen 
fand,. ergab Tinetion mit Anilinfarben eine intensiv dunkle Färbung derselben, 
als Sporosoen gedeuteten, den Kernen anliegenden Gebilde und Hess nach 
ET.'* Meinung dieselben mit Sicherheit als veränderte Abschnitte der Kerne 
erscheinen. Färbung mit Gentiana, Methylenblau, Fuchsin, Saffranin lieferte 
Hoeggerath niemals Bilder, welche als 8porozoen deutbar gewesen wären. 
Ee darf hier wohl darauf hingewiesen werden, dass diesen Ausführungen 
N.'e die Beobachtungen einer ziemlichen Anzahl von Untersuchern (Pod- 
wyssozki, 8awtschenko 9 Soudakewitsoh, Steinhaus, Ref. 
n. A-) entgegenstehen, welche die fraglichen 8porozoen gerade vorzugsweise 
mit Seffraninförbung deutlich dargestellt fanden. 

Bibbert (78) hält die so viel disoutirten Zollanschlüsse durchsohnitt- 
tieth für nichts anderes als für umgewandelte, resp. degenerirte Epithelzellen 
oder deren Kerne. Die Veränderungen vollziehen sieh hauptsächlich an 
solchen Zellen, welche die Mitte einer Krebsperle bilden, jedoch auch an 
frei liegenden Epithelzellen. Zunächst können solche Zellen von einer oder 
mehreren ihrer Nachbarn ganz umschlossen, „eingeschachtelt" werden, es 
kann sieh eine Zelle ganz in das Protoplasma einer andern hineinstülpen, 
inraginiren und vielleicht auch schliesslich ganz von dieser umschlossen 
werden ; auf diese Weise erklärt sich die intracelluläre Lage der Einschlüsse. 
8odann macht die eingeschlossene Zelle eine Beihe von Metamorphosen an 
Protoplasma und Kern durch, welche verschiedenen Bildern der parasitären 
Einschlüsse gleichen und schliesslich zur Bildung eines meist rundlichen, 
homogenen Körpers fuhren, der in einer Vaouole (im Protoplasma der ein- 
schließenden Zelle) liegt Die vielfach beschriebene radiäre Streifung am 
Bande des Einschlusses ist wohl auf den Stachelsaum der Epithelzelle zu- 
rückzuführen. Die übrigen Eigentümlichkeiten dieser Einschlüsse sucht 
Ribbert weiterhin ebenfalls aus der von ihm angenommenen Entstehungs- 
weUe abzuleiten. 

Schwerer zu erklären sind die von 8j ob ring u. A. als Sporooyste 
beschriebenen zahlreichen, in einer Zelle dicht bei einander liegenden runden 
Hohlräume mit kernartigem Gebilde. R. erwägt verschiedene Möglichkeiten 
von Kernmetamorphosen, welchen dieselben ihren Ursprung verdanken könnten. 
Manche der Zelleinschlüsse mögen, wie auch Hansemann (31, 32) betont, 



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— 112 — 

aus einer Verklumpung in Mitose begriffener Kerne, oder ans Yersprengung 
Ton Chromatinpartikelchen aus der karyokinetisohen Figur ihren Ursprung 
nehmen. 

Virchow (108) verhält sich in einer kurzen Notis ablehnend gegenüber 
der parasitären Erklärung der Molluscum- und Carcinomkörperchen, da er 
keinerlei Beweise für dieselbe Torbringen kann. 

Claeaaen (13) glaubt die Herkunft der von ihm gesehenen Zelleinschlüaae 
in Krebsen hauptsächlich auf 2 Quellen zurückführen zu können, einmal auf 
die vom Referenten näher beschriebene Aufnahme von Leukocyten in Ge- 
soh wulstzellen mit den darauffolgenden Umwandlungen der weissen Blutsellen 
und dann auf Degenerationsproduote der Kerne, sei es der ruhenden oder 
solcher, die in Mitose begriffen sind. Die Ausführungen des Verf. werden 
durch eine Tafel illustrirt. Besonders bezüglich der von Podwyssozki 
und Sawtsehenko beschriebenen einzeln liegenden und zu „Sporooyaten" 
zusammengeordneten sichelförmigen Körperohen, welche von diesen Autoren 
als ein unzweifelhaftes diagnostisches Merkmal für Sporozoen aufgefasst wer- 
den, betont Ciaessen die Möglichkeit, dass dieselben ihren Ursprung von 
degenerirenden einzelnen Krebszellen oder ganzen Zellcomplexen nehmen, 
wie dies früher schon Bef. in ähnlicher Weise gezeigt hatte« Die Zellein- 
sohlüsse können dabei entweder durch Entartung des Kernes der sie um- 
sohliessenden Zelle selbst gebildet sein, oder sie können als Trümmer anderer 
degenerirter Zellen von erhaltenen Elementen aufgenommen worden sein. 
Mitose kann zur Quelle von eigentümlichen Einschlüssen werden, wenn in 
einer zweikernigen Zelle der eine Kern in das Knäuel- oder Kranzstadium 
übergeht, dann aber vor Eintritt der Theilung die Chromosomen degeneriren 
und zu einem Klumpen zusammensintern. Bei einigen seltsamen Zellbildern, 
die C. bildlich wiedergiebt, wagt er keine Entscheidung, ob es sich um Spo- 
rozoen oder um Abkömmlinge von Gewebezellen handelt. 

Török (102, 103) glaubt die als Parasiten beschriebenen Einschlüsse 
jeweils auf Caroinomzellen zurückführen zu können und manche derselben 
aus verschiedenen Arten von degenerativen Veränderungen erklären au 
können, bei welchen es entweder unter Verschwinden des feineren Kern- 
gerüstes zur Bildung von verschieden geformten Ohromatinbälkchen kommt, 
oder bei welchen der Kern sich in ein intensiv und diffus gefärbtes Gebilde 
umwandelt, welches dann in eine Anzahl von Kugeln und Klümpchen zer- 
fällt (morphologische Deconstitution nach Pfitzner und nucleäre Degeneration 
Arnold' s); auf diese Weise entstehen die kleinen sichel-, navioellen-, kugei- 
oder eiförmigen Einschlüsse. Eine Veränderung des Kernes, bei welcher 
die chromatische Substanz des ganzen Kernes schwindet oder sich ein 
Theil des Kernes in ein helles Bläschen umwandelt, führt zur Bildung der 
verschiedenen intrazellulären Vacuolen (chemische Degeneration des Kernes 
nach Pfitzner). Nucleolen, besonders wenn sie in hydropischen Zellen 
eine Anschwellung erfahren, können intracelluläre fremde Einschlüsse vor- 
täuschen. Andere Einschlüsse erklären sich aus Krebszellen, welche von 
einer oder mehreren ebensolohen Zellen umfasst, eingeschachtelt (Ribbert) 
werden, und die nachher homogene Degeneration des Kernes mit intensiver 
Färbbarkeit derselben oder auch andere eigentümliche Degenerationsarten 
eingehen. Hyaline Degeneration der Krebszellen ist die Ursache von den 
als Parasiten angesprochenen, oft zwischen den Epithelzellen liegenden hya- 
linen Klumpen. Yacuoläre Degeneration des Protoplasmas und Kerns der 



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— 113 — 

Zellen erzeugt einen Teil der alt Parasiten beschriebenen Yaouolen; weisse 
ead rothe Blutkörperchen oder deren Derivate sind manchmal im Zellproto- 
plasma eingeschlossen und als Parasiten betrachtet worden ; ebenso Chroinatin- 
partikel, welche bei mitotischer Theilung aus der chromatischen Figur ins 
Protoplaema abgesprengt wurden und dort, nachdem die Kerne wieder in 
Ruhezustand getreten sind, weiter fortbestehen können. 

Unter dieee verschiedenen Kategorien von Zellveränderungen sucht T ö - 
rek bei einer Durchmusterung der früheren Literatur die als Parasiten be- 
schriebenen Gebilde unterzubringen und erläutert seine Anschauungen, welche 
sieh beeonders bezüglich der Kerndegenerationen in Uebereinstimmung mit 
früheren Ausführungen des Beferenten befinden, durch lahlreiohe Abbil- 



Uzina (107) nennt» ebenfalls unter Vorlage entsprechender Abbildungen, 
die hyaline Degeneration der Carcinomepithelien, welche er mit besonderen 
■iatelogieehen Methoden untersucht, als Hauptquelle für die verschiedenen 
als 8porosoen gedeuteten Einsohlüsse. Er unterscheidet freie hyaline Kugeln 
sowie 8 Arten der intracellulären Hyalinbildung. welche theils als eine diffuse, 
angeformte Hyalininfiltration, theils in Gestalt geformter, scharf umschriebener 
hyaliner Gebilde auftritt Diffuse Hyalinentartung tritt besonders häufig in 
der inneren perinuoleären Substanz des Zellleibes auf und bildet dann durch 
Säurefuehsm intensiv roth gefärbte Hinge und Höfe um den Kern, Bilder, 
welche nur Annahme von intracellulären Parasiten Veranlassung boten. Die 
ebreumaczipte hyaline Degeneration erscheint vielfach an einzelne Bezirke der 
Proteplasmafaeerung der Epithelzellen gebunden und kann, entsprechend dem 
Verlauf der aufteilten Faserpartieen, Gebilde von den mannigfaltigsten Gestalten 
erzeugen, welche theils auf eine einzelne Epithelzelle beschränkt sind, theils 
mit dem Uebertritt der Protoplasmafasern aus einer Zelle in eine andere sich 
auch durch mehrere Zellen erstrecken können. Unna unterscheidet 8 ver- 
schiedene Formen, wovon erwähnt seien rundliche Ballen, welche den Kern 
saneehlieeson, eder auch kernlose Klumpen; weiter langgezogene, spiralig ge- 
drehte, rankenartige, langgestielte, vielfach ausgebuohtete Gebilde, welche 
um Theil den Kern umsehliessen, theils neben dem Kern liegen und oft durch 
Mehrere Zellen hindurchziehen. (Diese Gebilde haben Aehnliohkeit mit der 
von 8j5bring beschriebenen Sareodeform der Krebsparasiten und der von 
Korotneff abgebildeten Gregarinenform seines Bhopalocephalus. Bef.) Ferner 
vemehiedune Formen kapselartiger Gebilde, welche theils den Kern um- 
•eUieoeen, theils eine zweite hyaline, kernhaltige Kapsel beherbergen; schliess- 
fiefti die mannigfaltigsten Oonglomerate der einzelnen hyalin degenerirten 
Zeitformen. Die Zellkerne gehen nicht leicht hyaline Degeneration ein, 
jonVaieJls nicht primär. Einige dieser Degenerationsproduote zeigen grosse 
Aehnlichkeit mit gewissen thierisohen Schmarotzern in eingekapseltem Zu- 
stände, fallen ferner zusammen mit vielen der als Garoinomparasiten be- 
enhriebsmen Gebilde. 

Erinnert mag hier daran werden, dass der Erklärungsversuch, welchen 
Unna für die Careinomkörperchen liefert, eine gewisse Yerwandtsohaft be- 
sitet zeit demjenigen, welchen Petersen (vgl. 8. 61 dieses Beferates) für die 
Körperehen der Darier'achen Dermatose giebt. Nur spricht Unna von einer 
hyalinen Degeneration der Krebszellen, während es sich bei Petersen um 
in bestimmten Bezirken der Epithelzellen auftretende Verhornungs- 
handelt 



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— 114 — 

Hlava und Obraut (Des inolusions coecidiformes du oaroinome et de la 
psorospermose. Darier, Mittheilungen der ozeehisohen Franz-Josefs- Ace- 
demie der Wissensoh. zu Prag, 1893) vermissen in vielen Krebsen* besonders 
in den tubulären Formen, die Zelleinschlüsse. Sie konnten sieh von der 
parasitären Natur dieser Gebilde nioht überzeugen, glauben dagegen dieselben 
auf eigenartige Umwandlungen geformter Elemente des Blutes, hauptsächlich 
rother Blutkörperchen, zurückfuhren au sollen, welche theüs im Zellproto- 
plasma oder auch im Kern der Krebszellen eingeschlossen, theili auch frei 
interoellulär gelegen diese eigentümlichen Metamorphosen eingehen sollen. 
Die Verf. erläutern ihre Anschauungen an der Hand zahlreicher Abbildungen ; 
bei manchen dieser Bilder erscheint eine Beziehung zu Elementen des Blutes 
indes nicht ersichtlich zu sein. Schleimige Metamorphose der Krebszellen 
kann ebenfalls Parasiten vortäuschen. Zum Schlüsse entwickelt Obrzut die 
Theorie, dass die Krebszellen sich aus einer besonderen Umwandlung der 
Formelemente des Blutes bilden sollen, ohne jedoch selbst dieser Hypothese 
allzuviel Werth und Gewicht beizulegen. 

Eine Anzahl von Beobachtern stellen bei der Deutung der Krebszellen- 
einsehlüsse die von Yirohow schon vor 47 Jahren geäusserte Ansicht 
in den Vordergrund, dass man es bei diesen Gebilden mit 
Erzeugnissen endogener Zellbildung zu thun habe. 

Bei Kiener (89) fanden wir bemerkt, dass endogene Zellbildung, welohe 
aus mitotischer Theüung eines Kernes in einer polynueleären Krebszelle her- 
vorgehe und mit Degeneration der endogenen Zelle ende, zur Verwechslung 
mit parasitären Einschlüssen Anlass geben könne. 

Auch Oornil (16) beschreibt endogene Zellneubildung als eine der zur 
Verwechslung mit Parasiten führenden Erscheinungen. 

Boreü (8), der unter Anwendung zahlreicher histologischer Metheden 
gearbeitet hat und seine Mittheilung durch einige Tafeln illuttrirt, unter- 
scheidet in Epitheliomen solche Körperchen, welohe aus Zellentwicklungs- 
stadien hervorgehen und solche, welche möglicherweise Parasiten sein könnten. 
Bezüglich der enteren Art giebt Bore 11 an, dass auf eine Kerntheilung, 
mag sie nun durch Mitose oder durch Amitose, Knospung, Lappung des 
Kernes nach dem Typus der indirecten Fragmentirung Arnold's vor sich 
gehen, bei den Krebszellen häufig keine Theüung des Protoplasmas erfolge 
und dass auf diese Weise sich dann selbständige junge Zellen im Protoplasma 
der Mutterzelle entwickeln sollen. Die endogenen Zellen führen dann im 
Innern der alten Zelle ein Sonderleben weiter und können sowohl Prolife- 
rations- wie auch Degenerationserscheinungen zeigen. Im letztern Falle 
geben sie zur Verwechslung mit Parasiten Anlass, wenn ihr Protoplasma 
sich glasig umwandelt und der Kern zu einer amorphen, dunkel gefärbten 
Masse zusammensintert; der Kern der Hauptzelle kann dann durch die ein- 
geschlossene Zelle plattgedrückt werden. 

Als Gebilde von möglicherweise parasitärer Natur beschreibt B. runde 
oder ovale Körperchen von der Grösse eines rothen Blutkörperchen«, mit 
einer Kapsel und einer etwas dunkleren, leicht granulirten centralen Partie; 
dieselben liegen einzeln oder in grösserer Anzahl bis zu 15 im Protoplasma 
gut erhaltener Krebszellen oder kommen auch extracellulär vor; sie stimmen 
mit den entsprechenden, von So udake witsch beschriebenen überein ; daas 
sie wirklioh Parasiten sind, hält B. nioht für erwiesen. 



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— 116 - 

MÜEer (55) hält für wahrscheinlich, dass bei den von Buffer und 
Walker als Parasiten beschriebenen Zollanschlüssen eine Verwechslung 
mit endogenen Zellen unterlaufen sei. Er glaubt, dass es sich um endogene 
Zellneubildung in hydropiseh degenerirten Zellen handle, deren Kerne den 
Proeese der indireoten Fragmentbung zeigen. Die englischen Autoren 
be st reiten (82) die Richtigkeit der Auffassung Müller'», indem sie 
darauf hinweisen, dass die endogene Zellneubildung überhaupt nicht unbe- 
dingt als eine Thatsaohe anerkannt ist, und weiterhin betonen, dass die von 
ihnen b— sjuäebenen Parasiten kein Kernchromatin enthalten, wie dies von 
endogenen Zelle* an erwarten wäre. 

Boice und Gilet? (On cell enelosures in Cancer. Transact. of the Patho- 
logical Society of London, 1895) machen eine Reihe von Bedenken gegen 
die parasitäre Natur der Krebskörperchen geltend und neigen in Ueberein- 
stimmung mit Müller zu der Anschauung, dass es sich bei ihnen um Pro- 
duete endogener Zellbildung handelt. 

Einige Autoren haben ihre besondere Aufmerksamkeit den von Rüssel 
aus Carcinomen beschriebenen fuchsinophilen Körperchen 
(vgL mein früheres Referat, dieses O.-B., 1891, 6. 462) gewidmet, welche 
öüeeer Untersuoher mit grosser "Wahrscheinlichkeit als Sprosspilze deuten zu 
dürfen glaubte. 

Demgegenüber hat Ellen (40) durch sehr sorgfaltige Untersuchungen sehr 
wahrscheinlich gemacht, dass die Rüssel' sehen Körperohen nicht para- 
sitären Ursprungs sind und dass ihnen keine speoifische Beziehung zur 
Careinombildung zukommt. Er fand, dass die Körperohen innerhalb der 
Gewebszellen im Verlaufe ganz verschiedenartiger pathologischer Processe 
und wahrscheinlich auch unter normalen Bedingungen entstehen können. 
Durch Vergleich von Präparaten, die nach Russe l's Vorschrift und auf 
verschiedene andere Arten behandelt waren, mit solchen, welche nach den 
Altmann'sehen Methoden angefertigt waren, ergab sich, dass die Russel- 
sehen Fuchsinkörperohen wahrscheinlich gleichen Ursprungs mit den von 
Alt mann beschriebenen, durch Fettassimilation vergrösserten Zellgranulis 
sind, und dass eine Identität zwischen beiden innerhalb gewisser Grenzen 
besteht 

Karg (38), der die Rüssel 9 sehen Körperohen ebenfalls in nicht 
krebaigem Gewebe (Sarkom, Tuberkulose) nachweisen konnte, stimmt der 
Ansieht Klien's bei. 

Baum (77) hat in 8 frisch fizirten Garcinomen und Sarkomen mit 
Hülfe der Altmann'sehen Methoden im Zellprotoplasma die von Alt- 
bsdb beschriebenen kugelrunden Granula mit und ohne Fettumwandlnng 
nachweisen können. Er vermag den Körnchen eine bestimmte Deutung 
sieht an geben und vermuthet nur, dass sie vielleicht bei der Fettmetamor- 
phoee der Gesohwulstsellen betheiligt sind. 

Hoeggerath (60) hält die fuchsinophilen Körperohen für Derivate von 
Zellkernsubsians, und zwar hauptsächlich für veränderte Nuoleolen. 

Oasrtn (12) hat Bus sei's Körperchen ausser in Krebsen auob in 
alureniseh entzündetem Gewebe, so bei Tuberoulose, gefunden und hält sie 
für die Produkte einer besonderen Art der Zelldegeneration. 

(dtirt bei Ca« in), meint, dass die Körperohen bald von frei 



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— 116 — 

gewordenen Leukocytenkernen, bald von der Zerstörung rother Blutzöllen, 
häufig auch von Endothelzellen der Lymphgef&sse abstammen. 

Touton (104) hat bei einem Jfalle, den er als einen auf leukämischer 
Grundlage beruhenden Fall von allgemeiner Hantsarkomatose auffasst, in den 
Hautknoten, welche vorzugsweise aus kleinen runden oder polygonalen Zellen 
bestanden, zellige Elemente gefunden, welche die andern meist nm das 4 — 5- 
fache an Grösse übertrafen, und in ihrem Innern ein maulbeerförmiges Con- 
glomerat aus zahlreichen kleineren oder grösseren, durch SafFranin leuchtend 
roth gefärbten, membranlosen Kügelehen enthielten, die etwa ihrer Grosse nach 
dem vierten Theil eines rothen Blutkörperchens gleichkamen« Zwischen den 
letzteren lag jeweils ein durch flämatoxylin intensiv blau gefärbter Kern, 
dessen Contour sich den anliegenden Kügelehen dicht anpasste und an- 
schmiegte. Das ganze Conglomerat ist von einer ziemlich dicken, homogenen, 
glänzenden Membran umschlossen, während in der Mitte desselben jeweils 
eine mehr homogene blassrothe Masse liegt. Dieselben Kügelehen lagen 
manchmal auch einzeln im Protoplasma einer Zelle, ferner aber auch nicht 
selten in traubenförmigen Gruppen frei im Blut in den Gelassen, oft den 
Leukooyten anhaftend. Selten fanden sich auch in einer besonderen Hülle 
2 grössere, längliche, homogene, gegenseitig abgeplattete Körper, jeder mit 
einem deutlichen Kern. Touton meint, dass diese Gebilde sich am besten 
als Entwicklungstadien eines Sporozoons, hauptsächlich als Sporoeysten and 
Sporen, deuten lassen, vermag aber keinen sicheren Beweis dieser Anschau- 
ung zu geben. 

Durch fortgesetzte Untersuchung der Hauttumoren mit verschiedenen 
Methoden kam Touton später (104) zur Ansicht, dass die beschriebenen 
Kügelehen mit Bus sei's Fuohsinkörperchen identisch sind und giebt dieser 
Anschauung in einer kürzeren vorläufigen und in einer ausführlicheren Mit- 
theilung Ausdruck, wo er u. a. auch eine Parallele zwischen seinen Befunden 
und den von Goldmann (Centralhlatt f. pathol. Anat, 1892, p. 665) aus 
einem malignen Lymphom beschriebenen Kugelzellen zieht. Touton (105) 
fand ähnliche kugüge Einschlüsse weiterhin noch in einem Lebersarkom, in 
zahlreichen Krebsen, nicht dagegen in einem Ulcus rodens der Wange, and 
zwar bezieht sich seine Mittheilung nur auf kugüge Einschlüsse in Binde- 
gewebszellen und auf freie Kugeln in den Gefässen, nioht auf kuglige Ein- 
schlüsse in Epithelzellen, welch' letztere Art von Einschlüssen Touton 
nioht für gleichbedeutend mit den aus dem Bindegewebe stammenden hält. 
Die im Bindegewebe und die frei in den Gefässen liegenden fiiohsinophilen 
Kugeln hält T. für identisch und vertritt die Annahme, dass beide als aus 
dem Blut hervorgegangen zu betrachten sind, und zwar aus einer in den 
Blutgefässen vorhandenen, homogenen („hyalinen") thrombenbildenden Sub- 
stanz, bei deren Bildung nach Klebs vielleicht die rothen Blutkörperchen 
betheiligt sind. 

Eine ganz eigenartige Ansicht über einen Theil der beschriebenen intra- 
okularen Einschlüsse vertritt Ohlmaoher (61). Er hat im Reagenzglas- 
versuch gefunden, dass Chromsäure, Jod und Pikrinsäure die Eigenschaft be- 
sitzen, SafFranin aus Lösung als mikroskopisch feinen, aus zarten Nadeln be- 
stehenden Niederschlag auszufällen. Wandte nun 0. die von Podwyssozki, 
Sawtschenko, dem Ref. u. A. benutzte Saffiranintinotion mit Nachfärbung 
in Pikrinsäurealkohol an, so fand er nicht nur in Caroinomen, sondern auch 
in zahlreichen normalen Geweben die von Podwyssozki etc. beschriebenen 



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siebe]- oder lanzettförmigen Körperchen in den Kernen nnd hält dieselben 
demgemaas nicht für in den Zellen präformirte Gebilde, sondern für Kunst- 
producte, für krystallinische Ansscheidnngen des Saffranins. Auch in rothen 
Blutkörperchen fand 0. die Krystalle. Uebrigens will Ohlmaeher nieht 
in Abrede stellen, dass manche andere der von Podwyssozki etc. be- 
schriebenen Körperehen Sporozoen sein könnten, sondern nur anf eine Fehler- 
quelle aufmerksam machen, welche durch, die beschriebenen, als krystallinische 
Ansfallnngen betrachteten Sicheln nnd Navioellen gegeben ist. 

Wenn auch an der von Ohlmaeher behaupteten krystallinisohen Aus- 
fiDnng des 8affranins durch Pikrinsäure im Beagenzglas nicht gezweifelt 
werden soll, so dürfte damit doch wohl keineswegs der weitere Schluss ge- 
rechtfertigt erscheinen, dass die in Gewebssohnitten auftretenden sichelför- 
migen Körperehen auf der gleichen krystallinisehen Ausfallung beruhen. 
Denn dieselben lassen sich, wie Ref. zu sehen Gelegenheit hatte, auch an 
Saffraninpräparaten ohne nachfolgende Pikrinsäurefärbung nachweisen und 
wurden ferner auch von solchen Beobachtern gesehen, die nicht mit Saffranin, 
sendern mit Hämatoxylin oder anderen Farben gefärbt hatten, vgl. z. B. Sou- 
dake witsch (90), Taf. VI, Fig. 10; Buffer und Plimmer (82), Tal III, 
Hg. 86. 

Ueber Befunde von Zelleinsohlüssen resp. Sporozoen 
in Barkomen finden wir, abgesehen von den erwähnten Mittheilungen 
Ttmton's (104, 105) bei Steinhaus (94) Bericht über Zelleinschlüsse in den 
Axfflannetastasen eines Melanosarkoms der Büokenhaut, Die rundlichen, 
theila hellen, theila pigmentirten vacuolenähnlichen Einschlüsse lagen sowohl 
im Kern als auch im Protoplasma der Sarkomzellen. 

Gaüoway (29) meint, dass in 8arkomen Sporozoen mit den gegenwärtig 
vorhandenen Methoden nicht so leicht erkannt werden können. Jedenfalls 
könne man über die etwaige Anwesenheit von Parasiten in Sarkomen zur 
Zeit keine definitive Ansicht äussern. 

Wenn wir nun mit dem Bericht über die Zelleinschlüsse in Carcinomen 
zu Ende gelangt sind, so dürfte noch von Interesse sein, anzufügen, dass 
Ton einer Reihe von Untersuohern ausführlichere oder kürzere Aeusserungen 
darüber vorliegen, dass die vielumstrittenen intraoellulären Körperehen auch 
in verschiedenartigen, nicht krebsigen Geweben vorkommen. Bezüglich der 
Körperehen der Darier 'scheu Dermatose, welche gewissen Formen der 
Carrinomkörperchen sehr nahe stehen, wird ein Vorkommen in verschiedenen 
anderen Epithelerkrankungen erwähnt; so bemerkt Banal (11), dass er die- 
selben auch in einem Angiokeratoma gefunden habe; Unna (citirt S. 69 bei 
Bazzi-Miethke u. No. 107) sah dieselben in Hauthörnern, bei Onyoho- 
gryphose nnd in den meisten Hyperkeratosen. 

Petersen (68) sah sehr verwandte Formen in spitzen Condylomen so- 
wie bei einem mit starker Hornbildung verbundenen Lupus verrucosus der 
Gkne penis. 

Duerey und Oro (20) fanden ebenfalls den Darier 'sehen Körperehen 
snaaerordentlioh ähnliche Gebilde im Epithel spitzer Condylome, woraus sie 
den Schluss ziehen, dass diese Hanterkrankung zu den Psorospermoeen zu 
«ahlen sei. 



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— 118 - 

Baffer and Flimmer (82, Separaiabzug 8. 16, Od. 1898) behaupten 
beitiglich der Dari er-Wickh am 'sehen Körperohen, welche von diesen 
letzteren Autoren auch aus Carcinomen beschrieben wurden, dass diese Zell- 
bilder auch in ganz normalem Epithel des Menschen und des Ochsen und « 
im normalen Cornealepithel gefanden werden. 

Karg (38) fand dieselben Körperchen im Epithel bei Haattuberculose 
(Lupus verrucosus), in dem über ein Sarkom dahinziehenden gewucherten 
Epithel, selten in gewöhnlichen Hautwarzen. 

Virohow (108) bemerkt, dass ganz ähnliche Gebilde wie beim Krebs 
und beim Molluscum sich sehr häufig in einfach epidermoidalen Zellen finden, 
ferner auch in Perlgeschwülsten. 

Füllet (71) untersuchte als Yergleiohsobjeote die Hassarsehen Kör« 
perchen aus der Thymus von Föten und Neugeborenen, sowie das Epithel 
des Präputiums eines Neugeborenen und fand dabei Bilder, welche den in 
Canoroiden vorkommenden „Coooidien" täuschend ähnlich sahen. Indes ergaben 
sich bei Anwendung verschiedener Beagentien und Färbungsmethoden doch 
zwischen echten Coooidien (der Kaninohenleber) und den von F. gesehenen 
Zellbildern nennenswerthe Verschiedenheiten. 

Kiener (39) giebt an, dass er eine Anzahl der als Sporozoen beschrie- 
benen Einschlüsse nicht nur in Krebsen, sondern nach bei verschiedenen 
einfach entzündlichen Epithelveränderungen gefunden habe. 

Power (76) applioirte auf die Scheidenschleimhaut und den Ohr- 
knorpel bei Meerschweinchen und Kaninchen durch längere Zeit hin- 
duroh massige chemische Beize (Jodsalbe) und fand dann in den Epithel- 
und Knorpelzellen Vacuolenbildungen mit verschiedenen Veränderungen des 
Kerns, ferner ödematöse Quellung einzelner Zellen — alles Bilder, wie sie 
einzelnen als Parasiten beschriebenen Zellbildern entsprechen. Weiter fanden 
sich eigentümlich concentrisch geschichtete Zellnester, den Caroi nomperlen 
ähnlich, und runde Lücken im Epithellager, wie sie bei Paget' scher Krank- 
heit vorkommen. 

Mit einigen Worten soll noch auf die U eb ertragung s vor suche 
eingegangen werden, welche mit oaroinomatösem Material 
vorgenommen wurden. Dass derartige Versuche, wenn sie ein positives 
Resultat haben, für die infeotiöse parasitäre Auffassung des Carcinoma nichts 
beweisen, habe ich gelegentlich der Erwähnung der gelungenen Versuche 
Hanaa's in meinem früheren Referat betont, da das Auswachsen der über- 
tragenen Krebspartikel nichts weiter als eine gelungene Gewebetransplan- 
tation bedeutet. 

Einige Arbeiten haben über das gänzliche Fehlschlagen der Impfver- 
suohe zu berichten, so die von L. Pfeiffer (65, S. 97), ferner von Fisohel 
(25). Ersterer hatte Stücke von einem Carcinom eines Hundes lebenswarm auf 
andere Hunde in die Musoulatur übertragen ; letzterer hat von verschiedenen 
menschlichen Sarkomen und Caroinomen Partikelchen ebenfalls lebenswarm 
in die Bauchhöhle von Ratten implan tirt, ferner auch Gesehwulstsaft intra- 
venös injicirt. 

Eigenartige Uebertragungsversuohe hat Power (76) angestellt Er ver- 
setzte bei Kaninchen das Epithel der Seheide durch Jodsalbe während einer 
längeren Zeit hindurch in einen chronischen Beizzastand und nähte sodann 
Stückchen von menschlichen Epitheliomen in die Scheide ein. Nach einigen 



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— 119 — 

Tagen wurde das Thier getödtet und das Soheidenepithel mikroskopisch unter- 
foehi Es fanden sieh nun theils im Zellprotoplasma der Epithelzellen der 
8eheide, theils «wischen denselben runde, wohl abgegrenzte Körperohen, welche 
den von Ruf f er und Walker als Carcinomparasiten beschriebenen glichen. 
Weittragende Schlüsse aus den beiden von ihm angestellten Experimenten 
tu neben, onterlässt der Verfasser. 

Ueber 2 positiv ausgefallene Uebertragungen auf Menschen berichtet 
Cornil (17). Ton einem Chirurgen wurde bei einer Frau ein maligner Tumor 
der Mamma exstirpirt und darauf ein Stück desselben in die andere gesunde 
Mamma implantirt. Es wuchs in dieser letzteren ein Knoten heran und nach 
2 Monaten wurde derselbe exstirpirt Die mikroskopische Untersuchung ergab 
die gleiche Struetnr eines Spindelaellensarkoms in dem primären und dem durch 
Inplantation entstandenen Tumor. Der letztere zeichnete sich durch sehr 
Tiele in Mitoie befindliehe Kerne aus« Bei einem zweiten Falle handelte es 
rieh ebenfalls um einen Mammatumor und zwar diesmal um ein Epitheliom, 
du von der erkrankten Seite auf die andere gesunde übertragen wurde und 
sieh hier weiter entwickelte. 

In Deutsehland haben Hahn und nach ihm v. Bergmann (oitirt nach 
Karg, 8. 148) ähnliehe Versnobe von Krebsubertragung beim Menschen, 
ebenfalls mit positivem Erfolg, angestellt. Hahn übertrug bei einer an un- 
heilbarem Carcinoma mammae leidenden Frau eines der disseminirten Knöt- 
chen aus der Umgebung des primären Krebsgeschwüres auf die gesunde 
8eite. Dasselbe heilte hier an, vergrößerte sieh, und nachdem das primäre 
Ctroinom zum Tode der Patientin geführt hatte, wurde mikroskopisch fest- 
gestellt, dasa das Knötchen aus Krebsgewebe bestand. Zum gleichen Resul- 
tate führte die Wiederholung dieses Versuches durch v. Bergmann. 

Morau (54) berichtet über die erfolgreiche Einimpfung von Stückchen 
eines Epithelioms auf eine weisse Maus, von welcher die Geschwulst auf 
eine Reihe von Mäusen mit positivem Erfolg weitergeimpft wurde. Die 
Geschwulst entwickelte sich nicht nur an der Impfstelle, sondern es ent- 
standen auch Knoten in den Bingeweiden. 

v. Biaelsberg (92) hat kleine Stücke von einem hühnereigrossen Fibro- 
isrkom, welches sich bei einer Hatte über der Schulter entwickelt hatte, 
bei 2 anderen Ratten in die Bauchhöhle übertragen. Während bei einem 
der Thiere die Impfung ohne Erfolg blieb, wurde bei dem anderen Thier, 
als es 5 Monate nach der Section verendete, ein über hühnereigrosser Tumor 
zwischen den Blättern des Mesenteriums gefunden, welcher mikroskopisch den 
gleichen Bau wie der ursprüngliche Tumor zeigte, nur etwas reicher an 
Spindelzellen war. Abermalige Debertragungversuche von diesem zweiten 
Tumor auf eine andere Ratte blieben ohne Erfolg. 

Anhangsweise mag hier noch kurz die hauptsächlich von Ii. Pfeiffer 
(64, 66) vertretene Ansieht erwähnt werden, dass Sporozoen bei aouten 
Exanthemen, zu welchen dieser Autor auch den Herpes zoster rechnet, 
eine ätiologische Rolle spielen sollen. Er beschreibt aus dem Blut bei 
Variola, Vaeeine, Herpes zoster, Scharlach und Masern Gebilde, welche er 
für geisselfuhrende , frei im Blut herumschwimmende Amöben hält Inner- 
halb von Blutzöllen Hessen sie sieh nicht einwandefrei nachweisen. Nach 
Verschwinden dieser Körperohen aus dem Blut beginnt die Zellerkrankung 
der Epithelien der Oberhaut, welche sich bei den genannten Exanthemen, 



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— 120 — 

ferner auch bei Varioella durch Steckenbleiben der herangewachsenen Amöben 
in dem Epithel der Haut entwickelt. Die Parasiten nisten sieh sodann 
in den Epithelsellen ein und verursachen entzündliche Exsudation, die zur 
Blasenbildung führen kann. Es fanden sieh dabei theils frei im Blaseninhalt 
schwimmende , theils in Epithelsellen eingeschlossene kernhaltige Gebilde, 
welche P. für Sporoioen hält. Bezüglich des Sporozoenparasitismus bei Her- 
pes zoster ist die Arbeit von Wasielewski (109) zu erwähnen, in welcher 
die Anschauungen Pfeiffer' s nähere Ausführung erfahren. Die Versuche, 
welche Pfeiffer zur Beinsttohtung des Vaoeineoontagiums anstellte (66), 
blieben ohne positives Ergebniss. 

Dohle (CentralbL f. path. Anat., 1892, S. 150) berichtet über kernhaltige 
Mikroorganismen im Innern der Brythrocyten bei Masern; er hält diese 
Gebilde, welche von den von Pfeiffer beschriebenen abweichen, mit Wahr* 
soheinlichkeit für die Erreger der Masern. 

Bhrmann (67) fand bei Pemphigus foliaceus vegetans im Epithel 
psorospermienartige Gebilde, welche er jedoch für Degenerationsproducte von 
Epidermiszellen hält, — eine Ansicht, welche auch bezüglich vieler der von 
Pfeiffer beschriebenen Sporozoen bei acuten Exanthemen lebhaft in Er- 
wägung zu ziehen sein wird, da einstweilen weder für die Pfeiffer 'sehe 
„Blutselleninfection M noch für die „Epithelselleniufeotiou" bei acuten Ex- 
anthemen die Herkunft von degenerativ veränderten rothen Blutsellen bezw. 
Epithelzellen und Leukocyten sicher ausgeschlossen erscheint 

Siegel, ferner Buete und Enooh (Deutsche medic. Wochensehr., 1893, 
S. 29 und 547) geben an, einen kurzen Bacillus oder Coocus als Vaccine- 
erreger gefunden und rein gezüchtet su haben. Buttersaok (Deutsche medic 
Wochensehr., 1893, S. 1862) glaubt eigentümlichen, von ihm im Inhalt 
der Blasen gesehenen sporenbildenden Fäden die Bolle des Erregers für 
Vaccine und Variola zusprechen zu sollen. 

Zum Sohluss will ich noch auf einige Ansichten eingehen, welche 
in den letzten Jahren bezüglich der Histogenese der Carcinoma 
geäussert wurden, da dieselben manche Berührungspunkte mit der parasitären 
Theorie des Krebses haben. 8o bedeutet die im Vorstehenden näher erörterte 
und kritisirte Ansicht von L. Pfeiffer und Adamkiewios , nach welcher 
Elemente, die wir als Krebszellen und als Leukocyten anzusehen gewöhnt sind, 
selbst parasitäre Organismen sein sollen, eine totale Veränderung unserer 
jetzigen Ansohaaungen von der Histogenese d6s Carcinoma. 

Bei Korotneff (41) fanden wir die Ansicht vertreten, dass der Carci- 
nomparasit, als welchen K. seinen Bhopalooephalus ansieht, sich zuerst im 
Bindegewebe einniste und dadurch eine primäre Schwächung der bindegewe- 
bigen Unterlage der Epithellager erzeuge. Vermöge der hierdurch einge- 
tretenen Gleichgewichtsstörung soll nun, so meint K., das Epithel wurzelartig 
in das unterliegende geschwächte Bindegewebe einwachsen und seoundär mit 
den zuerst im Bindegewebe eingenisteten Parasiten inficirt und so zu maligner 
Wucherung veranlasst werden. 

Noeggerath (60) kam, als er aus bestimmten tinctoriellen Verhältnissen 
die Herkunft vieler der als Caroinomparasiten beschriebenen Zelleinsohlüsse 
von Kernbestandtheiien darthun wollte, zu einer eigentümlichen Hypothese 
der Krebsentstehung. Wenn N. in Krebsschnitten nach Vorfärbung mit 
Alaun carmin-Tinction mit Gentiana violett, eventuell Gram 'sehe Färbung 



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- 121 — 

feigen Hess, so nahm der unveränderte Theil des Kernes Bothfarbuog an, 
während der nach N/s Auffassung veränderte Kernabschnitt, das Sporosoon 
der Autoren, blau erschien. Im Ansohluss an Untersuchungen Auerbach 9 s, 
der im Kernchromatin der Geschlechtszellen bei Thieren zwei mit verschie- 
denen tinotoriellen Affinitäten begabte Substanzen, eine erythrophile (weib- 
liehe) und eine oyanophile (männliche) unterscheidet, glaubt N. aus dem ge- 
schilderten tinctoriellen Verhalten der Krebszellenkerne und -Einschlüsse 
folgern zu dürfen, dass die betreffenden Zellbilder einer Trennung der in 
Krebsen in vermehrter Menge vorhaudenen und abnorm mobil gewordenen 
erythrophilen und oyanophilen 8ubstanz ihre Entstehung verdanken. Die 
beiden Kern Substanzen sollen nach N/s Annahme die Zelle verlassen können 
mnd durch Einwirkung auf andere Zellen befruchtend wirken und so das 
Waehathnm des Krebses veranlassen, Verf. bezeichnet selbst seine Theorie 
der Krebsen twiokluDg nur als einen unvollkommenen Erklärungsversuch. 
Gegen die anderen Theorieen der Krebsätiologie verhält er sich ablehnend 
in seiner Kritik. Sowohl die Infectionstheorie als auch die von Klebs 
behauptete befruchtende Einwirkung der Leukooyten auf die Krebszellen 
werden zurückgewiesen. Auch wird (in Uebereinstimmung mit dem Bei) 
gezeigt, dass die Theorie von Hansemann, welcher der asymmetrischen 
Karyokinese in Caroinomen grosse Bedeutung zumisst, indem er dieselbe in 
Vergleich mit der Bildung des Kiohtungskörperohens bei Eiern setzt, auf 
unrichtigen Voraussetzungen beruht. 

Gegen die Hypothese von Klebs, welcher eine Art von Befruchtung 
der Krebszellen durch das Chromatin eingewanderter Leukooyten annimmt 
und dadurch die erhöhte Proliferationsfähigkeit der Krebssellen erklärt, sind 
Ton Stroebe (99) eine Beihe von Einwänden vorgebracht worden, welche sich 
theila gegen die der Klebs 'sehen Anschauung zu Grunde liegenden mikro- 
skopieehen Befunde, tbeils auch gegen die mit der Hypothese verflochtenen 
theoretischen Vorstellungen wandten. 

Claeiaen (18) sohliesst sich der Ablehnung dieser Theorie an und sucht 
darznthun, dass die Abbildungen, durch welche Klebs diesen Vorgang zu 
ülnetriren versucht, für denselben nicht beweisend sind. 

Heidemann (36), ein 8chüler von Grawitz, sucht die histologi- 
schen Vorgäoge beim Vorwachsen eines Carcinoms in das Gewebe eines Or- 
gana der Grawitz' sehen 8chlummerzellentheorie anzupassen. Er meint, 
daea die längst bekannte kleinzellige Infiltration an der Wacht thum »grenze 
einen Krebses nicht auf Leukooyten emigrati od zurückzuführen sei, sonder a 
auf ein Erwachen von Schlummerzellen aus der Grundsubstanz des betr. 
Orgnilbindegewebes im Sinne von Grawitz. Veranlassung zu dieser zelligen 
Umbildung der Grundsubstanz, welche dadurch wieder ihrem embryonalen, 
Belügen Zustand nahegebracht werden soll, ist vielleicht eine erhöhte Säfte- 
strömung, die unter anderem auch möglicherweise durch parasitäre Organis- 
men erzeugt sein könnte. Das Einbrechen des Epithels in das Bindegewebe 
erklärt H. daraus, dass das Krebsepithel überaus reichliche Zelltheiluug zeigt, 
während das Bindegewebe an der Waohsthumsgrenze des Tumors nur Um- 
bildung der Grundsubstanz zu Zellen zeigt, „also eine Beaction, welche auf- 
fallend mangelhaft ist im Vergleiche zu derjenigen der Epithelien". Da in 
einer Anzahl von Arbeiten aus dem Greifswalder pathologischen Institut die 
Ansieht vertreten wurde, dass schlecht ernährte, atrophirende Gewebe eine 
zellige Umbildung ihrer Grundsubstanz erfahren, so macht H. die Annahme, 

OiiSinim £ AB*. FaihoL V. 9 



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- 122 — 

das» die stark proliferirenden Krebszellen, indem sie alles an Ort und Stelle 
vorhandene Nährmaterial an sich ziehen and dadaroh den anderen Geweben 
die Lymphe entziehen , das Nachbarbindegewebe zur Atrophie nnd damit 
zur zelligen Umwandlung seiner Grundsnbstanz bringen; auf diese Weise 
entsteht nach H. die Zone der kleinzelligen Infiltration an der Wachsthums- 
grenze. Ist das Erebsepithel sodann zwischen das atrophische, wenig resistente, 
zellig gewordene Bindegewebe hineingewuchert, so erfolgt wieder theil- 
weises „Einschlummern" der erwachten Bindegewebszellen, nnd es entsteht 
auf diese Weise das weniger kernreiohe Stroma. 

Auf eine Kritik dieser Theorie kann hier nicht näher eingegangen 
werden, es sei in dieser Beziehung auf die Arbeit von Hansemann 
(Vi roh. Arch., Bd. 133, S. 147) hingewiesen, in welcher gezeigt wird, dass 
zwar die mikroskopischen Beobachtungen, auf welche Heidemann seine 
Theorie aufbaut, richtig sind, dass aber die Deutungen, welche Heidemann 
seinen Befunden unterschiebt, ganz willkürliche sind, insofern niemals ein 
Aufwachen oder Einschlummern der Zellen wirklioh beobachtet, sondern von 
Grawitz und seinen Schülern aus Uebergangsbildern construirt wurde. 

Obrsut spricht (in der erwähnten Arbeit ron Hlava und Obrsut) 
die Hypothese aus, dass die Carcinomzellen durch eigen thümliche Umwand- 
lungsprooesse sich aus den geformten Elementen des Blutes, hauptsächlich 
den Erythrocyten, entwickeln sollen ; er fugt indes bei, dass er selbst dieser 
Hypothese keinen sehr grossen Werth beilege. 

Von Hansemann (31, 82, 38, 84) ist der Versuch gemacht worden, 
eine Theorie der Garoinomentwioklung auf die in Krebsen nicht selten vor- 
kommenden asymmetrischen Karyoki ne s en aufzubauen. Hanse- 
mann giebt an, diesen Theilungsmodus nur in Carcioomen, nicht in anderen 
wuchernden Geweben gefunden zu haben und knüpft an diesen Befund weit- 
gehende theoretische Erörterungen über den Vorgang der Carcinombildung. 
Er fasst die grössere selbständige Existenzfähigkeit, welche bekanntlich eine 
die Krebszellen gegenüber den Elementen ihres Muttergewebes auszeichnende 
Eigenschaft ist, als die Folge einer „Entdifferenzirung", der Rückkehr 
in einen weoiger hochdifferenzirten Zustand auf und führt in diesem Sinne 
für die Carcinomzellen die Bezeichnung „anaplastisoh" ein. Eine morpholo- 
gische Grundlage für diese Vorstellung, nach welcher also die Krebszellen 
von dem unselbständigen hochdifferenzirten Zustand ihres Muttergewebe« 
aus einen grösseren oder kleineren Schritt nach rückwärts gegen die selb- 
ständige, nioht differenzirte Eizelle gethan haben sollen, will Hansemann 
eben in dem von ihm gemachten Befund asymmetrischer Mitosen erblicken, 
welche im ausgewachsenen Körper nur in Carcinomen vorkommen sollen. Der 
von H. angenommene Zusammenhang zwischen der „Anaplasie" der Carci- 
nomzellen und der asymmetrischen Mitose beruht auf einer Deutung, welche 
W ei 8 mann früher der Ausstossung des ersten Richtungskörperchens aus 
der Eizelle beilegte, später aber aufgegeben hat. Weismann nahm da- 
mals an, dass dieser Vorgang die Bedeutung habe, dass die Eizelle, welche 
vorher den Differenzirungsgrad einer Keimepithelzelle besass, durch Aus- 
stossung der die somatischen Eigenschaften der Zelle repräsentirenden Chro- 
mosomen zur undifferenzirten Eizelle wird. 

Dementsprechend soll nach Hansemann die asymmetrische Karyoki - 
nese bei Carcinomzellen eine „Anaplasie", den Zustand geringerer Differen- 
zirung und damit eine erhöhte selbständige Existenzfähigkeit derselben 



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- 123 - 

herbeiführen, welch letztere wir als eine Eigenschaft weniger differenzirter, 
im Zellstammbaum weiter zurückliegender Zellen kennen. Dieser Hypothese 
gegenüber verhielten sich die Mehrzahl der Autoren, welche sich über die- 
selben äusserten, ablehnend, so Bibbert, Hauser, Karg, Hanau, 
Noeggerath, zustimmend Kruse. Bef. (99, 100) selbst machte neben 
anderen Bedenken über die Zulässigkeit der Parallele zwischen Eizelle und 
Careinomzelle vor allem geltend, dass es sich bei der Ausstossung des Rich- 
tangskörperohens gar nicht um asymmetrische Karyokinese im Sinne von 
Hansemann, sondern um eine bezüglich der chromatischen Elemente 
symmetrische Eerntheilung handelt, und dass somit zwischen beiden von 
Hansemann in Parallele gestellten Vorgängen das tertium comparationis fehlt. 

Hansemann (88, 34) suchte nun die Anaplasie der Krebszellen selbst- 
ständig und süsser Beziehung mit der Wei s mann 'sehen Hypothese auf- 
recht zu erhalten. Indes hatte Bef. schon vorher (99) gezeigt, dass asym- 
metrische Mitosen auch in wuchernden, nicht krebsigen Geweben (Sarkomen, 
gutartigen Tumoren, regenerativ wuchernden normalen Geweben) vorkommen 
and somit die ganze morphologische Grundlage der Theorie Hansemann 's, 
welche die asymmetrische Theilung als eine speoielle Eigenthümlichkeit der 
Krebszellen voraussetzt, hinfallig ist. Nachdem von Hansemann (38) die Be- 
weiskraft dieser Beobachtungen des Ref. angezweifelt worden war, hat dieser 
letztere gezeigt, dass (100) die Einwände von Hansemann nicht zutref- 
fend sind und durch neue Untersuchungen das Vorkommen asymmetrischer 
Mitosen in dem experimentell verletzten Epithel der Kaninohen-Cornea nach- 
gewiesen und abgebildet. Während Bibbert (78, 79), V. Müller (55) 
and Kruse nur unsichere Angaben über das Vorkommen von asymmetri- 
schen Mitosen in nicht krebsigen Geweben machen, so stimmt Karg (88) 
den Ausfuhrungen des Referenten bei. 

Berent bemerkt in einer unter Nauwerck gearbeiteten Dissertation 
(Ueber die Heilung der Herzwunden, mit besonderer Berücksichtigung der 
Grawitz' sehen 8chlummerzellentheorie, nach Versuchen an dem Kaninchen, 
Königsberg 1892): „Einmal lag anscheinend in einer Gefässwandzelle (des 
eubepicardialen Bindegewebes) ein asymmetrischer Doppelstern, während 
ausserdem im Protoplasma zerstreut einige isolirte Chromosomen auftraten." 

Ferner hat vor Kurzem Galeotti (28) in der experimentell verletzten 
Epidermis von Salamandern, welche er naoh der Verletzung längere Zeit 
hindurch der Einwirkung stark verdünnter, wasserlöslicher, chemischer Agen- 
zien (Jodkalium, Zinksulfat, Chromsäure, Antipyriu) aussetzte, neben anderen 
Formen pathologischer Mitosen nioht selten asymmetrische Karyokioesen mit 
deutlicher, scharfer Ausprägung der Ghromatinsohleifen wie der achromatischen 
Fäden in den Epithelzellen gefunden, manche derselben mit sehr hochgradiger 
Asymmetrie. Er bestätigt somit die Befunde des Referenten und glaubt, dass der 
Theilung der Kerne thatsäohlich eine Theilung der ganzen Zelle in zwei un- 
gleiche Tochterzellen folge; dabei betont er, dass Beobachtungsfehler oder 
etwa Verwechslungen mit einer anderen Art von Asymmetrieen , die durch 
die Degeneration einzelner Chromati nsohleifen auf der einen Kernhälfte ent- 
standen wären, bei diesen Beobachtungen ausgeschlossen wurden. 

Sohlussübersicht. 
Wenn wir noch einen kurzen Ueberbliok über die Literaturersoheinungen 
der letzten Zeit werfen, welche für oder gegen das Vorkommen von Sporo- 

9* 



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- 124 — 

zoen bei den hier beschriebenen Epithelerkrankungen der Mensehen, insbe- 
sondere beim Carcinom sieh aussprechen, so müssen wir uns gestehen, dasa 
unsere positiven Kenntnisse über diese Dinge trotz der so zahlreichen, zum 
Theil mit Aufwand vieler Zeit und Mühe ausgeführten Untersuchungen doch 
kaum eine wesentliche und sichere Erweiterung bezüglich der brennenden 
Fragen erfahren haben. Der Hauptsache nach können wir heute ebensowenig 
Positives über die Carcinomätiologie aussagen, als sich im Jahre 1891 in 
meinem früheren Referat als Summe der damals vorliegenden Literatur er- 
gab. A priori kann die Möglichkeit eines parasitären Ursprunges wenigstens 
für manche Carcinomformen nicht von der Hand gewiesen werden; auf manche 
Aehnliohkeiten der Ausbreitung der acuten Allgemeinoarcinose mit der Ver- 
breitung einer Infectionskrankheit im Körper, der acuten AUgemeintuber- 
culose, hat vor kurzem Kantorowioz hingewiesen (Centxalblatt für path. 
Anak, 1893, No. 20). Der parasitäre Ursprung hat gerade für manche 
Oaroinome der äusseren Haut eine gewisse Wahrscheinlichkeit für sich, nur 
wären von diesen Parasiten wohl andere biologische Eigenschaften zu er- 
warten, als sie z. B. die Bakterien besitzen. Bezüglich der beschriebenen 
Carcinomparasiten hat sich indes nicht ergeben, dass ihr Vorkommen auf 
bestimmte Krebsformen beschränkt gefunden worden wäre, sondern es geben 
die meisten Autoren (mit Wenigen Ausnahmen, z. B. Karg) an, die Carcinom- 
körperchen in den verschiedenartigsten Krebsen getroffen zu haben. 

Wenn nun auch von zahlreichen Untersuchern mit mehr oder minder Sicher- 
heit und Zuversicht die verschiedensten mikroskopischen Bilder für Carcinom- 
parasiten angesprochen worden sind, so hat doch von den vielen Autoren, 
welche Sporozoen in Krebsen beschrieben haben, keiner den sicheren Beweis 
für die Richtigkeit der parasitären Hypothese erbracht. Denn es basiren 
sämmtliohe Behauptungen über Anwesenheit von Sporozoen in Krebsen nur 
auf der mehr oder weniger zutreffenden morphologischen Ueberein Stimmung 
der fraglichen Zellbilder resp. Einschlüsse mit einzelnen Entwicklungsstadien, 
von zoologisch gekannten Sporozoen. Wenn nun schon auf der anderen 
Seite, wie wir sahen, dieser Behauptung der Ueberein etimmung zwischen 
Caroinomkörperchen und echten Sporozoen sehr viele gegentheilige entgegen- 
stehen, welche z. B. auch bezüglich der von einzelnen Autoren (Pod- 
wyssozki) für unbedingt charakteristisch und beweisend gehaltenen „sichel- 
förmigen Sporen" theils diese Aehnlichkeit leugnen, theil 8 auch die in Bede 
stehenden Bilder auf die verschiedenste Weise aus Umwandlungen der Car- 
cinomzellen erklären, theils auch das Vorkommen der Körperchen bei ver- 
schiedenen nicht caroinomatösen, einfach entzündlichen Gewebsveränderungen 
behaupten, so ist vor allem zu betonen, dass alle die zahlreichen Versuche, 
diese angeblichen Mikroorganismen ausserhalb der Geschwülste zu isoliren, 
rein zu züchten, um dann durch Impfung mit Beinkulturen derselben wieder 
Carcinome zu erzeugen, bis jetzt keine 8pur eines Erfolges aufzuweisen haben. 
Bevor diese letzten beiden Forderungen erfüllt sind, würde selbst der un- 
zweideutige Nachweis ganz exaoter morphologischer Uebereinstimmung der 
Caroinomkörperchen mit Sporozoen nur das Vorhandensein der Parasiten in 
Krebsen darthun, ohne jedoch für die ätiologische Beziehung dieser Schmarotzer 
zum Carcinom einen sicheren Beleg zu bringen; denn es wäre dann immer 
noch die Möglichkeit vorhanden, dass die Parasiten nur seoundär in den Krebs 
eingedrungen sind und sieh dort eingenistet haben, ohne die erste Ursache 
der krebsigen Wucherung zu bilden, — eine Möglichkeit, welche von einer An- 



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— 125 — 

zahl der Autoren erwogen wird. Erscheinungen von activer Bewegung, ferner 
Veränderungen, welche auf Theilung und Vermehrung der „Parasiten" hin- 
deuten, konnten bei sorgfältiger langdauernder Beobachtung derselben auf 
dem erwärmten Objeotträger, in einer feuchten Kammer etc. bis jetzt niemals 
mit Sicherheit festgestellt werden. 

Dass die einzelnen positiv ausgefallenen Uebertragungs versuche — solche 
gelangen nur bei Inoculation von Krebspartikelchen von einem Individuum 
auf ein solches der gleichen Species, nicht bei Ueberimpfung menschlicher 
Carcinome auf Thiere — nicht für die parasitäre Caroiuomtheorie beweisend 
sind, sondern nur die Bedeutung einer gelungenen Gewebstransplantation 
haben, ist erwähnt worden. Contagiosität ist weder beim Carcinom noch 
bei den anderen, früher genannten, von manchen auf Sporozoen zurückge- 
führten Hauterkrankungen jemals unzweideutig nachgewiesen worden, aus- 
genommen das Molluscum contagiosum, bei welchem sowohl klinische Beob- 
achtungen von unzweifelhafter Uebertragung, als auch gelungene Impfexperi- 
mente (nicht mit lebenden Gewebsstücken ausgeführt, sondern mit dem breiigen, 
abgeatossenen Inhalt der centralen Höhle der Mollusken) die Contagiosität 
sieher darzuthun scheinen. 

Auch in morphologischer Hinsicht besteht übrigens zwischen den als Para- 
siten beschriebenen Gebilden aus dem Molluscum contagiosum, den Molluscum- 
koTperchen einerseits und den Carcinomkörperchen sowie den aus den anderen 
Epithelerkrankungen beschriebenen „Parasiten" andererseits ein beträchtlicher 
Unterschied, indem die enteren bei guter Färbung (einfache Hämatoxylin- 
f&rbung nach langdauernder Härtung in Müll er 9 scher Flüssigkeit, cf. 
Ziegler, 112) weit mehr und sicherer j den Eindruck ganz eigenartiger 
fremder, nicht von den Epithelzellen stammender Einlagerungen machen, 
als dies bei Carcinomkörperchen der Fall ist. 

Unter der Marke der Caroinomparasiten sind von den verschiedenen 
Autoren offenbar sehr verschiedene Dinge, und wohl oft auch vom einzelnen 
Autor solche Dinge beschrieben worden, welche genetisch nicht mit einander 
zusammenhängen. Die Beihen der Entwioklungsstadien des Krebsparasiten, 
wie sie von manchen Autoren gegeben werden, beruhen auf einer Aneinander- 
fügung von einzelnen mikroskopischen Uebergangsbildern ; es kann demnach 
diesen Oonstmctionsversuohen, da der TJebergang von einer Form in die an- 
dere bis jetzt nicht direkt und vor allem nicht in Reinoulturen beobachtet 
werden konnte, keine allzu grosse Bedeutung zuerkannt werden. 

Einstweilen fehlt uns eine histologische Methode, welche durch eine 
gat differenzirende mikroskopische Darstellung die Carcinomkörperchen als 
etwas von den Krebszellen Verschiedenes nachzuweisen vermöchte; mög- 
licherweise wird eine solche Methode niemals gefunden werden, weil unter 
den Carcinomzelleneinschlüssen sich ganz heterogene Dinge befinden. In- 
dessen wäre denkbar, dass unter dem Vielerlei der beschriebenen Einschlüsse 
gewisse Formen einmal durch eine elective Färbung würden dargestellt wer- 
den können und dass sich auf diese Weise herausstellen würde, dass 
unter dem bunten Gewirr der heutigen „Carcinomkörperchen" sich einige 
rerbergen, welche eine zusammengehörige Gruppe bilden und vielleicht that- 
smehlieh einem Parasiten angehören. 

Da die verschiedenen Untersucher sich verschiedener histologischer Me- 
thoden bedient haben, so lassen sich die Befunde derselben nur schwer ver- 
gleichen und feststellen, wieweit dieselben identische Dinge betreffen. Sicher- 



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— 126 — 

ist, dass die verschiedenen Autoren vielfach nicht fibereinstimmende, nicht 
gleichartige Dinge aus der bunten Menge der „Zelleinscklüsse" als Parasiten 
beschreiben. Dass die Molluscumkörperchen nach den heutigen Kenntnissen 
gegenüber den Epithelzelleinschlüssen bei den andern genannten Erkrankungen 
eine Sonderstellung einzunehmen scheinen, wurde oben betont. Dagegen 
scheinen die grossen Vacuolen und zellenartigen Gebilde aus der Paget- 
sohen Krankheit und der Darier' sehen Dermatose mit gewissen Formen 
der Caroinomkörperohen in morphologischer Hinsicht übereinzustimmen, wäh- 
rend andererseits die kleinen im Protoplasma oder im Kern der Krebszellen 
gefundenen rundlichen, oralen oder sichelförmigen Gebilde, die als Jugend- 
zustände der Parasiten gedeutet werden oder manchmal in Form von an- 
geblichen Sporooysten zusammengeordnet auftreten, wieder eine Gruppe für 
sioh zu bilden scheinen. 

Eine andere Gruppe wird durch die von Sjöbring als Sarcoden, von 
Korotneff als die Gregarinenform seines Bhopalooephalus beschriebenen 
grossen wurmförmigen Gebilde gebildet; dieselben treffen, wie es scheint, 
zusammen mit den von Unna beschriebenen langen, gewundenen, ranken- 
artigen Gebilden, welche dieser Autor als Produote einer an die Proto- 
plasmafasern der Epithelzellen gebundenen hyalinen Degeneration deutet 

Auch Aber morphologische Einzelheiten der Caroinomkörperchen herrschen 
nooh viele Differenzen zwischen den einzelnen Autoren. Einige finden die 
Körperchen nur im Protoplasma der Krebszellen, andere auch im Kern ein- 
geschlossen, wieder andere ausserdem auch intercellulär. Manche geben an, 
sie häufig oder doch hier und da in mitotisch sioh theilenden Zellen gesehen 
zu haben, während andere diesen Befund in Abrede stellen; ebenso herrscht 
Meinungsverschiedenheit! ob die umsohliessenden Krebszellen degenerative 
Veränderungen zeigen oder nicht; die erstere Ansicht herrscht im Allge- 
meinen vor. Von mancher Seite wird betont, dass sich die Körperohen, 
insbesondere die „encystirten u Formen, gegen Kernfarben refraetär verhalten, 
während anderen Untersuchen die Färbung derselben mit Kernfarben (Hä- 
matoxylin, Saffranin) gelungen ist (Foi u. A.). Die Parasiten sollen nach, 
der Angabe der Einen keinen Kern besitzen» während Andere Kerne oder 
kernartige Gebilde in denselben beschrieben, welche jedoch nach Einigen ein 
von den Kernen der Gewebpzellen abweichendes tinctorielles Verhalten zeigen 
(Buffer, Walker, Plimmer u. A.). 

Ueber die als Vermehrungevorgänge gedeuteten Erscheinungen an den 
fraglichen Krebsparasiten gehen die Ansichten ebenfalls auseinander. Die 
Mehrzahl der Autoren, welche sich darüber äussern, ist geneigt, eine Sporo- 
oystenbildung durch Segmentirung des protoplasmatischen Inhaltes encystirter 
Individuen in zahlreiche Teilstücke von der Gestalt rundlicher oder sichel- 
förmiger Sporen anzunehmen, entsprechend den für echte Sporozoen bekannten 
8porulationsvorgängen ; dagegen behaupten Buffer und seine Mitarbeiter eine 
vom Kern dee Parasiten ausgehende Theilung der grossen und kleinen rund- 
lichen Formen in 2, 4 oder 6 junge Individuen. Bei Korotneff fanden 
wir dann wieder die Annahme ganz anderer, oomplioirter Vennehrungsvor- 
gänge verzeichnet. 

Manche Autoren nehmen nur einen einzigen Caroinomparasiten an, 
während andere glauben, dass die verschiedenen Krebsformen und die Carci- 
noma der verschiedenen Organe je eine besondere Sporozoenart beherbergen. 
Während sich mehrfach die Angabe findet, dass die Krebsparasiten in allen 



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— 127 - 

untersuchten Krebsfällen getroffen wurden, betonen andere Untersuoher, dass 
sie die Parasiten nur in einem Theil ihrer Fälle gefunden haben. 

Beim Versuch, die Carcinomkörperchen ihrer parasitären Natur zu ent- 
kleiden und sie auf Zelldegenerationen zurückzuführen, kommen manche 
Autoren su dem 8chlusse ( dass sich nicht alle der bis jetzt in ihrer Deutung 
zweifelhaften Zellbilder in den Rahmen der gekannten Degenerationsarten 
einfügen lassen, da manche der Bilder zu keiner Degenerationsart genügende 
Beziehung besitzen. Indes haben die Untersuchungen von Petersen, welche 
die Körperchen der Darier 'sehen Dermatose in geschickter Weise auf ab- 
normen Verlauf des Verhornungsprooesses zurückführen, ferner ähnliche An- 
schauungen yon Steinhaus über Entstehung der W i o k h a m ' sehen Krebs- 
körperchen durch abnorme Verhornung ohne Eleidinkörnerbildung, ferner 
die Ausführungen Unna 's über eine ähnliche Rolle der hyalinen Degenera- 
tion in den Krebszellen, weiter auch die Bemerkungen Török's und des 
Referenten über Kerndegenerationsvorgänge, welche zur Bildung der Kör- 
perehen Anlass geben können, doch gezeigt, dass bei genauerem Zusehen 
sich manche der zweifelhaften Bilder doch mit Wahrscheinlichkeit als Pro- 
ducta degenerativer Zellveränderungen herausstellen. 

Dase wir, obwohl sich jetzt das Interesse in den Arbeiten aus der letzten 
Zeit etwas mehr auf gewisse Formen der so mannigfaltigen Zollanschlüsse 
eoneentrirt hat, doch noch von einer einheitlichen Deutung dieser Dinge 
im Sinne von Parasiten oder von Derivaten der Gewebszellen weit entfernt 
sind, dürfte am besten klar werden, wenn ioh zum Schlüsse eine Liste der 
Deutungen anfüge, welche diese Dinge, abgesehen von der Annahme von 
Parasiten, erfahren haben. Es sind genannt worden: Kerndegenerationen, 
and «war Kernwanddegeneration (Arnold* s), Verquellung, Verklumpung des 
Chromatins, Hyperohromatose (morphologische Deoonstitution nach Pfitzner), 
vaeuolare, hydropisohe Kerndegeneration, Pfitzner's chemische Deconsti- 
tuüon der Kerne, Veränderungen (Quellungen) der Nucleolen; Nebenkerne; 
tob weiteren Zellentartungen schleimige, coUoide, hyaline, hydropisohe, 
recooläre Degeneration des Protoplasmas ; tingible Körper (Flemming's); 
A 1 1 m a n n ' sehe Zellgranula ; pathologische Verhornungeprocesse ; patholo- 
gische Karyokinesen, insbesondere Absprengung einzelner Chromatinpartikel ; 
endogene Zellneubildung, besonders naoh indireoter Fragmontirung der Kerne; 
Invagination, Einstülpung, Einsohachtelung von Zellen in einander; Ein- 
schluas weisser und rother Blutkörperchen; Einsohluss von Zufallsproducten 
anderer Gewebszellen; Artefacte durch krystallinisohe Ausfällung der ange- 
wandten Farbstoffe. 



Nachtrag. 

Im Interesse der Vollständigkeit mögen noch einige Arbeiten nachträg- 
lich erwähnt werden, von welchen ioh erst während der Correctur Kenntniss 
erhielt. Zunächst ein paar kurze Mittheilungen über Sporozoenerkrankun- 
gen beim Menschen. 

Boeenberg (Ein Befund von Psorospermien [Sarcosporidien] im Herz- 
muskel des Menschen, Zeitsohr. f. Hygiene, Bd. XI, 1892) fand als Zufällig- 
keüaberund im einem Papillarmuskel des linken Ventrikels eine Cyste, welohe 
nach der mikroskopischen Untersuchung als ein Psorospermiensohiauch , ein 
nengesetzter Mi es oh er 'scher Sohlauch zu deuten war. 



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— 128 — 

Kartalis (Ueber pathogene Protozoen bei dem Mensehen, Zeitsohr. 1 
Hygiene, Bd. XIII, 1893) beobachtete bei einem 36-jährigen Sudanesen in 
den Wandungen von Absoessen der Leber und der darüber liegenden adhärent 
gewordenen Bauchmuskeln reichliehe Sporozoen in Form von schlauchförmi- 
gen Gregarinen, grossen cystischen Miesoher'sohen Schläuchen und klei- 
neren coocidienähnlichen Gebilden. Im Dickdarm, dessen Schleimhaut schwer 
entzündlich verändert, zum Theil abgestossen war, fand K., allerdings nur 
zweimal, je einen Mi e scher 'sehen Schlauch in der Musoularis. Vielleicht 
ist die Infection der Leber vom Darm aus durch das Pfortadersystem erfolgt. 

Pieenti (Ueber die parasitäre Natur der Ureteritis chronica oystica, 
Oentralbl. t path. Anai, 1898, No. 15) besehreibt aus dem Inhalt der klei- 
nen, bei der Erkrankung vorkommenden Cysten eigenthümliohe zellartige 
Körperehen, welche er, da er sie nicht für Degenerationsformen des Aus- 
kleidongsepithels der Cysten halten kann, für parasitäre Sporozoen ansehen 
möchte. Vgl. die eingangs erwähnte Mittheilung von Bland Button (ö). 

Schliesslich möohte ich noch ein kritisches Referat Haneemann's (Kri- 
tische Bemerkungen über die Aetiologie der Garcinome, Berl. klin. Wooh., 
1894, No. 1) über einzelne der neuesten Arbeiten über Garcinomparaaiten 
erwähnen. Wie aus dem Vorstehenden zu entnehmen ist, ist im Allgemei- 
nen mein Standpunkt bezüglich der Krebsparasiten derselbe, wie der von 
Hansemann eingenommene: ich kann nicht anerkennen, dass durch die 
bisherigen Arbeiten irgend welohe sicheren Beweise für die Existenz eines 
parasitären Carcinomerregers geliefert sind, glaube aber andererseits für 
manohe Garcinome die Möglichkeit eines parasitären Ursprungs zugestehen 
zu müssen und halte daher das Suchen nach solohen Parasiten fdr berechtigt 

Bezüglich zweier Punkte differire ich jedoch von Hansemann. loh 
kann den Vergleich der papillären Wuoherungen der Gallengänge bei der 
Leberooooidienkrankheit der Kaninohen mit manchen Geschwulstformen, z. B. 
manchen papillären Adenomen der Niere, ferner papillären proliferen Kystomen 
des Ovariums, welohe klinisch und anatomisch den malignen Verlauf der 
Carcinome zeigen, nicht eo perhorresoiren, wie dies Hansemann thut. Indem 
ich die Verschiedenheiten der beiden Dinge im klinischen Verlauf, sowie in 
der Art der anatomischen Verbreitungsweise vollständig anerkenne, muse ich 
andererseits betonen, dass man bei dieser Erkrankung der Gallengänge ge- 
legentlich Formen zu Gesicht bekommt, welche vermöge ihrer äusserst üppigen, 
reichlich verzweigten Papillenbildung und vermöge der lebhaften Epithel- 
produetion, die stellenweise zu einem mehrschichtigen Cylinderepithel- 
überzug der Papillen führt, den Vergleich zwischen diesen localen Papillen- 
bildungen mit Epithelhyperplasie und jenen echten Geschwülsten nicht, wie 
Hansemann meint, „nur für denjenigen, der in diesen Untersuchungen ganz 
ungeübt ist", nahelegen. Hansemann scheinen derartige Fälle von Leber- 
ooeoidienerkrankung mit so üppiger, stark verzweigter Papillenbildung und 
mehrschichtigem Epithelüberzug nicht vorgelegen zu haben, sonst würde er 
vielleicht sein Urtheil weniger schroff formulirt haben. Uebrigens zieht z. B. 
auch Metsohnikoff (52) diesen Vergleich. 

Auf die Berichtigungen, in welchen Ziegler und Langerhans (BerL 
klin. Wochenschr., 1894, No. 4) die ihnen von Hansemann unriohtiger- 
weise unterschobenen Anschauungen über die parasitäre Natur der Caroinom- 
körperohen zurückweisen, soll nicht näher eingegangen werden. Nur sei 
bemerkt — und dies ist der zweite Punkt meiner Meinungsverschieden- 



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- 129 — 

h«t — , daM ich die auch in der Erwiderung Hansemann 's (Berlin, klin. 
Woehenechr., 1894, No. 4) zur Verteidigung der Bemerkungen gegen 
Zi e g 1 e r nnd Langerhans angeführte Auffassung der Mulluscumkörperchen 
nicht theilen nnd die dieser Auffassung zu Grunde liegenden mikroskopischen 
Betrachtungen nicht bestätigen kann. Die Molluscumkörperchen sind in ge- 
lungenen Präparaten entschieden morphologisch nicht ohne Weiteres zu 
identifioiren mit den weit weniger scharf oharakterisirten „Carcinomkörperchen", 
und die Schilderung der ersteren, wie sie Hansemann (8. 6 u. 7 des Separat- 
abzuges) giebt, ist nicht zutreffend und nicht ausreichend. Ist die Tinction 
der Molluscumkörperchen (H&matoxylinförbung nach langedauernder Härtung 
in M üller'soher Flüssigkeit nach Ziegler (112), woselbst auch entspr. 
Abbildungen) wohl gelungen, so erkennt man auch die jungen Molluscum- 
körperchen vielfach schon als deutlich abgegrenzte granulirte, selbständige 
Gebilde im Zellprotoplasma, nicht als diffuse Verdichtungen des Protoplasmas, 
wie H. wilL Bei den älteren, Ton einer Membran begrenzten Körperchen 
ist die Segmentirung ihres Inhaltes in zahlreiche, durch scharfe, helle Grenz- 
linien von einander getrennte dunkle, rundliche, ovale, wetsstein- oder sichel- 
förmige Gebilde eine so eigenartige und reguläre, dass man unmöglich mit 
Hansemann behaupten kann, dass niemals in diesen Eörperohen eine Spur 
irgend einer Organisation auftrete und dass sie das typische Bild einer regres- 
nven Metamorphose bieten. 

Ich kam somit, wie schon oben in der Sohlussübersicht bemerkt, offenbar 
auf Grund von Präparaten, welche gestatten, besser in die feinere Struotur 
der Molluscumkörperchen einzudringen, gerade zu der entgegengesetzten 
8ehlnssfolgernDg wie Hansemann, dass nämlich unter all den in diesem 
Referate behandelten fraglichen Parasiten die Molluscumkörperchen nooh am 
meisten Anrecht auf die Bezeichnung parasitärer Sporozoen besitzen. 



Referate. 



Partseh, Aktinomykose der Augenlider. (Hirschberg's 
Centralblatt f. Augenheilk., 1893, S. 161—165.) 
Partsch beschreibt einen seltenen Fall von aktioomykotischer Ge- 
schwulst des rechten oberen Augenlides bei einem 15-jährigen Mädchen, 
die sieh offenbar im Anschluss an eine Erkrankung des Oberkiefers und 
einen cariösen Zahn entwickelt hatte, nachdem vorher mehrfache Eiter- 
herde in der Masseterengegend eröffnet waren. In dem aus den hier- 
aelbst vorhandenen Fistelgängen entleerten spärlichen Eiter konnten 
ebenso wie in den aus dem oberen Augenlid ausgekratzten, resp. exstir- 
pirten Granulationsgewebsmassen voll ausgebildete Actinomyces-Dmsen 
nachgewiesen werden. fo«j*«« (Gü*$m). 

Kunoeki, Untersuchungen Ober hyaline Bindehautent- 
artung. (Beiträge zur Augenheilkunde von Deutschmann, 189S, 
Heft 8, S. 1—33.) 



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— 130 — 

Kamocki schildert in seiner Arbeit zunächst den klinischen und 
histologischen Befund bei 5 Fällen von hyaliner Bindehautentartung und 
entwirft auf Grundlage seiner mikroskopischen Studien von Schnitten, 
die nach den verschiedensten Methoden, von denen ich die Gram 'sehe 
Methode, die Weigert'sche Fibrinmethode, die Färbung für Tuberkel- 
bacillen nach Ziehl-Neelsen, die Russe l'sche Tinctionsmethode 
und die Färbung mit Ehr lieh's Thionin ganz besonders hervorheben 
will, geftrbt waren, seine Ansicht über den Process der hyalinen Ent- 
artung dahin, dass man zwei Abarten annehmen müsse. Die erste und 
häufigste, welche Referent bisher nur beobachtet hat, ist dadurch ge- 
kennzeichnet, dass die Gefässwandungen in hohem Grade an der De- 
generation betheiligt sind und dass mit ihr Hand in Hand geht eine 
Degeneration der reticulären Grundsubstanz des adenoiden Gewebes mit 
Druckatrophie der zelligen Elemente. Die Gefässe können vollständig 
obliteriren und mit dem benachbarten entarteten Gewebe mehr minder 
grosse homogene Schollen bilden. — Die zweite seltene Art der De- 
generation tritt an den Zellen des stark gewucherten adenoiden Ge- 
webes auf, in denen sich feine und gröbere Körner von hyalinem 
Glanz bilden, die allmählich grösser werden und zu grösseren Tropfen 
confluiren. Vor einer Verwechslung mit Mastzellen schützen die Reao- 
tionen mit Thionin, die Doppelfärbungen mit Vesuvin und Indigocarmin ; 
durch Thionin werden die Körnchen nicht dunkelviolett, sondern grünlich, 
durch Doppelfärbung mit Vesuvin und Indigocarmin blau gefärbt, während 
die Körner der Mastzellen eine glänzende, gelbbräunliche Färbung er- 
halten. — Riesenzellen kommen bei beiden Typen der hyalinen Degene- 
ration vor, sie scheinen besonders in den späteren Stadien des Processes 
aufzutreten, in den Anfängen der Entartung aber noch zu fehlen. Der 
Arbeit sind 3 zum Theil farbige und schön ausgeführte Tafeln beigefügt 

Vot$iu$ (Outsm). 

Hoppe, Julius, Partielles Oberlidcolobom bei einem miss- 
bildeten Fötus. (Gräfe's Arch. f. Ophthalmol., Bd. 39, Heft 3, 
8. 307—316.) 

Hoppe beschreibt ein partielles Golobom des linken oberen Lides 
bei einem 6—7 Monate alten Fötus mit verschiedenen Missbildungen des 
Schädels, der mit und ohne Weichtheile abgebildet ist; besonders auf- 
fallend war doppelte Hasenscharte, Wolfsrachen, Spalte vom Mundwinkel 
der Nasolabialfalte folgend und gegen den innern Augenwinkel ziehend. 
Gehirnreste als platter Beutel mit fibröser haarloser Bedeckung capuzen- 
artig auf dem Rücken lagernd und mit amniotischen, breiten fibrösen 
Bändern verwachsen. Amnionreste befanden sich auch auf der Gesichts- 
und Schläfenhaut, das rechte Ohr war verbildet, Füsse in hochgradiger 
Varusstellung. 

Von der Kerbe des Goloboms zog eine l 1 /» mm dicke Brücke zur 
Cornea, mit deren äusserem oberen Quadranten sie verwachsen war. 

Der Orbitalinhalt wurde mit den Lidern in Zusammenhang entfernt 
und nach Härtung in Alkohol einer mikroskopischen Untersuchung unter- 
worfen. 

Nach einer Schilderung des Befundes, der im Original einzusehen 
ist, und einem kurzen üeberblick über die bisherigen Theorieen der Ent- 



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- 131 — 

itekog der Lidcolobome, die mit seinem Befand vergliche» werden, 
kommt der Autor zu folgenden Schlüssen : 

1) Es ist nicht angängig, für die Lidcolobome insgesammt einen ein- 
kötlichen Entstehungsmodus anzunehmen. 

2) Id der Mehrzahl der Fälle verdanken sie ihre Entstehung einer 
us Baarobeengung hervorgehenden Anpressung des Amnion — meist mit 
«roecutiver Verwachsung — gegen den Bulbus und seine Bedeckung, 
tath welche die Lidentwicklung eine partielle Hemmung erfährt. 

3) Gewisse Colobome des Unterlides können aus einer zur Zeit der 
Lideotwicklung an der Bildungsstelle bestehenden Gefässspalte resultiren. 

4) Aach primäre Missbildungen des Bulbus, z. B. Keratoconus, 
können zur Colobombildung des Lides führen. v »$iu$ (Gü*sm). 

ftekrMer, J., Beitrag zur Casuistik des „Coloboma pal- 
pebrae congenitum." Inaug.-Diss. Freiburg i. B. 1893. 
Schröder giebt in seiner Arbeit zunächst eine Uebersicht über die 
bisher von den verschiedenen Autoren vertretenen Ansichten hinsichtlich 
der Genese des Lidcoloboms, welches theils als ein Vitium primae for- 
nationis, theils als eine durch abnorme Verbindung zwischen Bulbus* 
oberiliche und der allgemeinen Körperdecke bedingte mangelhafte Aus- 
bildung des Oberlides (Manz, van Duyse) aufgefasst worden ist. Im 
ABsehlon hieran werden 2 klinische Beobachtungen aus der Freiburger 
Augenklinik publicirt Die eine betraf ein linksseitiges Colobom des 
«bau Lides bei einem 41-jährigen Patienten ohne Verwachsung zwischen 
Lid and Bulbus. Dasselbe zeigte 2 — 4 mm tiefe und 5—8 mm breite 
Einkerbungen, zwischen denen ein wimpernhaltiges, nach vorn conisch 
mutendes Stück sich befand. In dem zweiten Falle handelte es sich 
un ein Kind mit beiderseitigem Colobom des oberen Lides, von dem 
sehr als die innere Hälfte fehlte. Aus dem Defect ging eine 7 mm 
träte Hantbrflcke nach dem obern Hornhautrande. Der Autor schliesst 
Beb hinsichtlich der Genese der Fälle der Anschauung von van Duyse 
u, wonach amniotische Verwachsungen zwischen Bulbus und Körperober- 
feebe die Missbildung des Lides resp. den Defekt in demselben bedingen ; 
tofci könne diese Verwachsung, wie in seinem ersten Fall, unter Um- 
Maden ganz schwinden und nur die Lidspalte übrig bleiben. 

Vot$iu$ (Oietten). 

litt, Ein Fall von doppelseitigem Anophthalmus con- 
genita (Arch. f. Augenheilk., Bd. 26, Heft 2, S. 138—141.) 

Die Beobachtung von Huth betraf ein 6 Wochen altes Kind von 
wrmalen Eltern, welches ausser zwei kleinen, kaum als Bulbus anzu- 
lachenden karunkelgrossen Knöpfchen im Conjunctivalsack neben der 
Kraalen Caruncula lacrymalis keine Andeutung eines Augapfels in der 
Writa erkennen liess. Lider normal gebildet. Die innere Commissur 
ttud beiderseits senkrecht unter den Thränenpunkten und war durch 
tu* 8 resp. 10 mm lange Brücke von der doppelseitigen Hasenscharte 
KfaiDt, 80 dass sie fast wie eine Fortsetzung der Kieferspalte erschien. 
Dm Kind hatte ausserdem noch Wolfsrachen. vo$$iu$ ((Tmum), 



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— 132 — 

r. Hippel, E., Ueber Keratitis parenchymatös**. (Gräfe's 
Arcb. f. Ophthalmologie, Bd. 39, Heft 3, S. 204—228.) 

Unsere Kenntnisse über die pathologische Anatomie der parenchyma- 
tösen Keratitis siod bisher noch sehr mangelhaft gewesen, weil man nnr 
selten Gelegenheit zur Untersuchung derartiger Augen bekommt. Man 
weiss, dass Vascularisation und zellige Infiltration in der Tiefe der Cornea 
stattfindet. Ueber die Aetiologie der Affection haben die bisherigen mikro- 
skopischen Untersuchungen noch wenig Klarheit verschafft; ebensowenig 
hat man genügend darauf geachtet, ob das Leiden auch in den Fällen, 
wo es primär in der Cornea zu verlaufen scheint, nicht auf einer Er- 
krankung des Uvealtractus beruht, welche Auffassung schon früher ver- 
treten ist und durch die Resultate von Wagenmann 's Experimenten 
über die Durchschneidung der Ciliargefässe eine neue Stütze gewonnen hat. 
v. Hippel ist durch Zufall in den Besitz von zwei mit parenchymatöser 
Keratitis und Iritis behafteten und längere Zeit in der Heidelberger Augen- 
klinik behandelten Augen eines Patienten gekommen, der an Larynxcroup 
erkrankte und daran verstarb. Die Augen wurden am 3. Tage nach dem 
Tode enucleirt und in Müller'scher Flüssigkeit 8 Tage lang im Wärme- 
schrank gehärtet, ausgewässert und in Alkohol von steigender Concentration 
nachgehärtet. Einbettung in Celloidin, Serienschnitte von 30 f* Dicke 
und Färbung in Hämatoxylin-Eosin. 

Ausser einer zelligen Infiltration, besonders in den Randtheilen der 
tieferen Abschnitte und reichlichen Vascularisation fand sich eine un- 
gleichmässige Dicke der Hornhaut an verschiedenen Stellen, offenbar 
durch eine Veränderung der Fibrillen bedingt. Abgesehen von der Affection 
der Hornhaut wurde noch eine Alteration der Sklera im vorderen Ab- 
schnitt an der Durchtrittsstelle der vordem Ciliargefässe in Form einer 
kleinzelligen Infiltration und Einlagerung knötchenartiger Gebilde aus 
epitheloiden und vereinzelten Riesenzellen nachgewiesen. Der Kammer- 
winkel war in beiden Augen fast in toto verwachsen. Weiterhin wurden 
iridocyklitische Veränderungen, ältere und frischere, neben einander ge- 
funden und auch in der Iris und dem Ciliarkörper wurden ebenso wie in 
der Chorioidea knötchenförmige Herde aus epitheloiden Zellen und Riesen- 
zellen constatirt, desgleichen in den hinteren Schichten der Cornea nahe 
dem Kammerwinkel in dem rechten Auge ein Tuberkelknoten, der in die 
tiefere Schicht eingedrungen war und in der vordem Kammer sich der 
Descemet'schen Membran aufgelagert hatte, das Endothel von der 
Peripherie her abhebend. Der Nachweis von Tuberkelbacillen gelang 
nicht mit Sicherheit. 

Nach einem Vergleich seines Befundes mit den bisherigen Unter- 
suchungsergebnissen von Augen mit syphilitischen Erkrankungen kommt 
der Autor zu dem Schluss, dass es sich um eine tuberculöse Erkrankung 
des Auges, speciell des Uvealtractus und der Cornea gehandelt habe, 
dass demnach die parenchymatöse Keratitis auch durch tuberculöse In- 
fection des Auges hervorgerufen werden könne und dass es sich dann 
um eine sog. abgeschwächte Tuberculöse handle, welche rückbildungs- 
fähig ist und ausheilen könne. 

Die weiteren Resultate seiner Arbeit sind kurz zusammen gefasst: 

1) Die Trübungen der Hornhaut beruhen in dem Rückbildungsstadium 
der Keratitis parenchy matosa , das sich durch starke Vascularisation 



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— 138 — 

charakterisirt, auf Infiltration mit zelligen Elementen und auf Verände- 
rungen der fibrillären Grundsubstanz; welcher Art die letzteren sind, 
war nicht mit Sicherheit zu entscheiden. 

2) Dem klinischen Bilde der Keratitis parenchymatosa mit Iritis ent- 
sprach anatomisch eine Erkrankung s&mmtlicher Theile des Auges. Es 
Hess sich nicht mit Sicherheit feststellen, ob die Keratitis in vorliegen- 
dem Falle als secundäres oder als selbständiges Leiden aufzufassen ist. 

Der interessanten Arbeit sind 2 Abbildungen von einem Tuberkel- 
knoten des vordersten Abschnittes der Chorioidea mit einer Anzahl von 
Biesenzellen und von der tuberculösen Infiltration im Kammerwinkel und 
der angrenzenden Cornea beigegeben. Voaiu$ {Güssen). 

Herrnheteer, J., Die Refractionsentwicklung des mensch- 
lichen Auges. (Zeitschrift für Heilkunde, Bd. XIII, S. 342.) 
Vorliegende Arbeit ist das Ergebniss einer durch eine Reihe von 
Jahren systematisch durchgeführten Untersuchung von über 11000 Augen 
in den verschiedensten Lebensaltern. 1918 Augen von denselben ge- 
horten Neugeborenen an und waren sämmtlich hypermetropisch, wobei 
der durchschnittliche Grad der Hypermetropie 2,3 D. betrug. Zwischen 
dem ersten und sechsten Lebensjahre wurden 546 Augen geprüft und 
fanden sich unter denselben nur 24 myopische, hingegen 130 emmetro- 
pische und 392 hypermetropisch e Augen, wobei wieder der Grad der 
Hypermetropie im Durchschnitt auf l,9ö D. berechnet werden konnte. 
Unter 3826 Augen, die den darauffolgenden Lebensaltern vom sechsten 
bis zum zwanzigsten Jahre angehörten, stieg nun die Zahl der myopi- 
schen Augen sowie auch der Grad derselben constant mit jedem Jahre. 
Die übrige Zahl der untersuchten Augen gehörte Individuen zwischen 
dem zwanzigsten und siebzigsten Lebensjahre an. In diesem Zeiträume 
trat eine Aenderung der Refraction nur vereinzelt auf. Im Allgemeinen 
Hess sich für die Myopie ein vollkommen gleichmässiges Anwachsen des 
Procentverhältnisses bis zum zwanzigsten Lebensjahre constatiren, welches 
Anwachsen erst im Senium eine weitere Zunahme erfuhr. Jedoch ist 
diese letztere Steigerung der Myopie wahrscheinlich auf Altersverände- 
rungen der Linse zu beziehen. Ein Zurückgehen der Refraction konnte 
EL nie beobachten, ebenso konnte er auch der von S t i 1 1 i n g aufgestellten 
Behauptung, dass eine niedrige Orbita das Zustandekommen einer Myopie 
hervorrufe oder begünstige, auf Grund seiner ausgedehnten Untersuchungen 
nicht beipflichten. Was endlich die Hypermetropie betrifft, so ist die- 
selbe in ihren höheren Graden angeboren und zeigt auch im Verlauf des 
ganzen Lebens keine nennenswerthe Veränderung. 

von Wunschkeim (/¥»?). 

Hemdielser, Ueber metastatische Entzündungen im Auge 
and die Retinitis septica (Roth). (Zeitschrift für Heilkunde, 
Band XIV, S. 41.) 
H. giebt zuerst eine ausführliche üebersicht und Kritik der über 
diesen Gegenstand erschienenen Literatur und theilt dann eine Anzahl 
von eigenen Beobachtungen mit Der L Fall bezog sich auf eine beider- 
seitige, metastatische Retino-Chorioiditis bei einer an puerperaler Sept- 



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- 134 - 

hämie erkrankten Frau. Das Hauptinteresse in diesem Falle war darin 
gelegen, dass er vom frühesten Stadium der Entzündung an verfolgt 
werden konnte. Die bakteriologische Untersuchung desselben ergab, dass 
es sich um eine Streptokokkeninfection gehandelt hatte. Der II. Fall 
betraf gleichfalls eine an puerperaler Infection verstorbene Frau. Als 
Krankheitserreger wurde hier gleichfalls wieder Streptococcus pyogenes 
nachgewiesen. Diese beiden Fälle stellen Erkrankungsformen dar, bei 
denen der Process vom rückwärtigen Bulbusabschnitte nach vorne zu 
schritt, während der III. und IV. Fall dadurch ausgezeichnet erschienen, 
dass es sich in denselben um Metastasen in dem vorderen Bulbusab- 
schnitte handelte, welche durch den klinischen Verlauf schon bei Leb- 
zeiten der Kranken diagnosticirt werden konnten. — Der eine von diesen 
beiden Fällen betraf ebenfalls eine im Puerperium erkrankte Frau, bei 
der eine einseitige metastatische Iritis aufgetreten war und als Infections- 
erreger Staphylococcus pyogenes aureus nachgewiesen wurde, wobei H. 
in den betreifenden Schnitten mit Mikroorganismen verlegte Gefässe in 
der Iris und die um sie herum entwickelten Abscesse constatiren konnte, 
während der zweite Fall sich dadurch auszeichnete, dass es sich in dem- 
selben um eine Diplokokkenmetastase in der Iris handelte. — Im V. Falle, 
der nur klinisch untersucht wurde, handelte es sich um eine Mischinfection 
von Tuberculose und Pyämie, auf welch' letztere Erkrankung man durch 
die Affection des Auges in erster Reihe aufmerksam gemacht wurde. 

Im Vi. Falle war bei einem an Pneumonie erkrankten Manne eine 
beiderseitige metastatische Irido- Chorioiditis aufgetreten. Hier gelang 
H. der Nachweis des Diplococcus Fraenkel- Weichselbaum im 
Innern des Auges. 

Netzhautblutungen und die „Roth 9 sehen Flecke" hatte EL, dei 
septisch und pyämisch kranke Personen in den deutschen Kliniken da 
Prager allgemeinen Krankenhauses vielfach untersuchte, in einer grossei 
Reihe von Fällen zu beobachten Gelegenheit Wenn er auch nicht dei 
hohen Procentsatz wie Litten, welcher diese Netzhauterkrankung ü 
80% seiner Fälle fand, für seine Untersuchungsreihe bestätigen konnte 
so mus8te er doch zugestehen, dass sie wirklich auffallend häufig zi 
sehen ist. Nach den Resultaten seiner Untersuchung schätzte er sie au 
ca. 30%. — Anatomisch untersucht wurden 2 Fälle, wobei sich nirgend! 
Zeichen einer Entzündung fanden. Die weissen Flecke waren stellen 
weise mächtig entwickelt, manifestirten sich als bedeutende Anschwel 
lungen der Nervenfaserschicht und bestanden hauptsächlich aus gequol 
lenen, ungleichmässig verdickten Nervenfasern, zwischen denen spärlich* 
Bindegewebszellen eingelagert waren. An den grösseren Herden war eü 
Zustandekommen nach Blutungen nicht zu constatiren. Sie schiene] 
direct als Folge einer Ernährungsstörung sich entwickelt zu haben. Di 
Hämorrhagieen waren in den verschiedensten Stadien zu sehen, von dei 
ersten Anfängen an bis zur vollständigen, mit Zurücklassung von Blut 
pigmentschollen einhergehenden Resorption. 

H. hebt hervor, dass das klinische Bild der „Retinitis septica u ii 
den schwersten, ganz acut verlaufenden Fällen von Sepsis, in denen di 
Patienten binnen kurzer Zeit der Allgemeinintoxication erliegen, nich 
zu finden ist, hingegen schon bei Personen, bei welchen der klinisch 
Verlauf den Typus einer massig schweren pyohämischen Allgemein 



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- 13& - 

erkrankung darbietet und nach mehrwöchentlicher Krankheitsdauer in 
Genesung übergeht 

In dem weiteren Theile seiner Arbeit plaidirt H. dafür, den Namen 
„Ophthalmia puerperalis" ganz fallen zu lassen, da die metastatischen 
Augenentzündungen auch bei fast allen anderen infectiösen Processen zur 
Beobachtung gelangen können. Insbesondere macht der Autor darauf 
aufmerksam, dass manche in Folge von Variola, Scarlatina oder Morbillen 
erblindeten Personen durch einen metastatischen Vorgang das Augenlicht 
verloren haben dürften und dass nicht bei jedem der drei genannten 
Processe die Suppuration in einem Hornhautgeschwür ihren Ausgangs- 
punkt gehabt haben muss. — Die genaue Kenntniss des Symptomen- 
complexes der metastatischen Irido-Chorioiditis und der sog. „Retinitis 
8eptica u ist nach dem Verf. von nicht zu unterschätzender Bedeutung, 
da sie „den Kliniker bei der Diagnosenstellung auf die richtige Fährte 
bringen kann". — Bei der Retinitis septica dürfen jedoch gewisse Be- 
schränkungen nicht ausser Acht gelassen werden, da weder die Blut- 
ergüsse in der Netzhaut, noch die weissen Flecke daselbst pathognomonisch 
und charakteristisch für diese Erkrankung sind und sich, abgesehen von 
der Retinitis albuminurica, bei hochgradigen secundären Anämieen, bei 
perniciöser Anämie und kachektischen Personen überhaupt vorfinden 



Die Angabe, dass der Symptomencomplex der Retinitis septica erst 
kurze Zeit vor dem Tode sich einstelle, ist nach H.'s Ansicht nicht zu- 
treffend. Sie giebt für die Prognose gar keinen Anhaltspunkt und kann 
man weder aus ihrem Vorhandensein noch aus ihrem Fehlen irgend 
welche prognostische Schlüsse ziehen, da sie erfahrungsgemäss selbst bei 
den schwersten Fällen fehlen kann, während sie bei ganz milden Formen 
in ausgesprochenster Weise vorhanden ist. Sie kann sich kurz nach 
Beginn der Krankheit entwickeln, lange Zeit bestehen und dabei die 
Person, in deren Augen sie aufgetreten ist, den gefährlichen Allgemein- 
ptocess überwinden. Von 22 Personen, bei denen H. die Diagnose 
«Retinitis septica" gestellt hatte, sind 5 gestorben, 6 kamen vor Ablauf 
der Erkrankung aus seiner Beobachtung, die übrigen genasen. 

Bei der vergleichenden Zusammenstellung des bakteriologischen Be- 
fundes der eigenen Fälle und der von andern Autoren bereits früher 
poblicirten fand H., dass die durch einen besonders stürmischen Verlauf 
«»gezeichneten in der Regel durch eine Streptokokkeninvasion bedingt 
waren. Auch das Thierexperiment ergab ganz ähnliche Resultate und 
stellt EL, was die Virulenz anbelangt, den Bacillus pyocyaneus an erste 
Stelle, dann folgen der Streptococcus pyogenes und, der Intensität nach 
»Mit sonderlich verschieden, der Diplococcus Fraenkel-Weichsel- 
baam sowie Staphylococcus pyogenes aureus. 

Die Retinitis septica wurde auf Grund der Arbeiten von Litten 
und Kahler als ein geringerer Intensitätsgrad einer metastatischen Ent- 
zündung aufgefasst und die von Ro th , dem Entdecker der weissen Flecke, 
ausgesprochene Ansicht, dass dies zwei verschiedene Processe seien, fallen 
gelassen. Nach seinen Untersuchungen glaubt H. den Roth 9 sehen Stand- 
punkt wieder aufnehmen zu müssen, da bei der sogenannten Retinitis 
Kptica eine Entzündung im eigentlichen Sinne des Wortes nicht besteht 
und schlägt den Namen „Netzhautleiden oder Netzhautveränderungen bei 



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— 186 — 

Sepsis" vor. Er erklärt sich die Entstehung der „Retinitis septica" 
dahin, „dass durch die Invasion der Mikroorganismen, durch die von 
ihnen gelieferten Producte eine chemische Veränderung des Blutes zu 
Stande kommt, welche in erster Linie für die in Bede stehenden Blut- 
austritte in der Netzhaut verantwortlich zu machen ist. Die sog. Reti- 
nitis septica ist der Ausdruck der Vergiftung, die durch die Aufnahme 
der Giftstoffe, welche von den im Körper des erkrankten Individuums 
kreisenden Bakterien geliefert werden, bedingt ist Als Resultat dieser 
Allgemeinintoxication treten in den verschiedenen Organen des Körpers 
mannigfache Veränderungen auf — die „parenchymatöse Degeneration" 
ist auch nichts anderes als der Ausdruck der Schädigung der Zellen im 
Kampfe gegen das Virus — und die multiplen Blutaustritte bei der 
Sepsis sind der Ausdruck einer vielleicht vorhandenen Ernährungsstörung 
in den Gefässwänden u . 

Auch die klinische Beobachtung spricht nach H. dafür, dass man 
es bei der metastatischen Retinitis und der „Retinitis septica 44 mit zwei 
verschiedenen Processen zu thun hat, da in dem einen das Bild einer 
acutesten Entzündung vorliegt, während in dem zweiten von einer Ent- 
zündung überhaupt nicht gesprochen werden kann. Bei der metastati- 
schen Ophthalmie findet ausnahmslos binnen Kurzem eine rapide Zunahme 
der entzündlichen Erscheinungen statt, während bei der andern Form 
das Krankheitsbild gleich bleibt. H. hat in 2 Fällen an einem Auge 
die Veränderungen, wie sie bei der Retinitis septica gefunden werden, 
beobachtet, während an dem andern eine typische, embolische Ophthalmie 
zu constatiren war. Der Einwurf, der auf Grund dessen gemacht werden 
kann, dass hierin ein Beweis dafür liegt, dass diese beiden Processe doch 
eigentlich verschiedene Intensitätsgrade einer und derselben Erkrankung 
darstellen, wird von H. folgend widerlegt: „Zur Retinitis septica, dem 
Ausdruck der chemischen Blutveränderung, können noch andere, durch 
Mikroorganismeninvasion an Ort und Stelle selbst bewirkte Veränderungen 
hinzutreten, sei es, dass die Bakterien, an kleine Gewebspartikelchen 
gebunden, im Blutkreislaufe fortbewegt, sei es, was sicher das Häufigere 
ist, dass sie frei im Blute nach allen Körperregionen hingeschafft werden, 
und da ist es oft nur Sache des Zufalls, wenn ein Auge durch myko- 
tische Processe zerstört wird, während das andere zwar wegen der All- 
gemeininfection des Körpers mit feinen Blutungen in die Netzhaut reagirt, 
sonst aber verschont bleibt. 64 

H. versucht auch, eine Deutung der Litten 'sehen und Kahl er- 
sehen Befunde, welche in Fällen von Retinitis septica zahlreiche Gefässe 
durch Mikroorganismen vollständig verlegt gefunden hatten, zu geben. 
Er vermuthet, dass es sich in solchen Fällen um eine postmortale 
Vermehrung der Bakterien handelt. Die letzteren haben Gelegen- 
heit, sich in dem Nährmedium, wie es ihnen durch den ruhig stehenden 
Gefässinhalt geliefert wird, zu vermehren, und je nach den Verhältnissen 
kann es zur theilweisen oder vollständigen Verlegung kleiner Gefässe 
kommen, wobei allerdings, sollen die geschilderten Vorgänge im Sinne 
H.'s erklärt werden, acut entzündliche Erscheinungen in der Gef&sswand 
und in der Umgebung des Gefässes sowie Zeichen der Stauung fehlen 
müssen. Die Bakterienmasse liegt dann im Lumen des Gefässes wie ein 
postmortal entstandener Thrombus. 



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- 137 — 

Die Berechtigung zu dieser Annahme glaubt der Verf. aus einem 
Falle gewonnen zu haben, der an der I. internen Klinik in Prag beob- 
achtet und von Fischel und Adler bearbeitet wurde. Bei diesem 
Kranken handelte es sich um eine occulte Sepsis, die unter dem klinischen 
Bilde einer pemiciösen Anämie verlief. Die Augenspiegeluntersuchung 
ergab zahlreiche Blutungen und weisse Flecke am Augenhintergrunde, 
während die post mortem vorgenommene bakteriologische Untersuchung der 
Augen, bei Abwesenheit jeglicher Entzündungs- und Stauungserscheinungen, 
in den meisten Gefissen Streptokokkenhaufen, die die Lumina der Gefässe 
je nach ihrer Ausdehnung ganz oder theilweise verlegten, constatiren 
konnte. Die Schlussfolgerungen über die Natur der Netzhautveränderungen 
bei septischen Processen, welche sich aus den Ergebnissen seiner Arbeit 
ziehen lassen, giebt H. in folgender Weise: „Es giebt Fälle, bei welchen 
am Augenhintergrunde der Symptomencomplex der sog. „Retinitis sep- 
tica (Roth)" in jeder Weiße ausgesprochen ist, bei denen klinisch alle 
Erscheinungen einer acuten Entzündung vermisst werden und bei denen 
in dem mindestens 20 Stunden nach dem Tode der Leiche entnommenen 
Augapfel Mikroorganismen, welche durch die uns bekannten Methoden 
gefärbt werden können, nicht nachzuweisen sind." 

von Wun$ehkeim (Pntg). 

Uhthoff, Untersuchungen über die bei der Syphilis des 
Centralnervensystems vorkommenden Augenstörungen. 
(Archiv für Ophthalmologie, Bd. XXXIX, No. 1, S. 1.) 
Diese umfangreiche Monographie enthält in ihrem ersten, anatomi- 
schen Theile die Beschreibung von 17 zur Section gekommenen Fällen 
unter einem Material von 100 beobachteten, und weiterhin eine tabel- 
larische Zusammenstellung von 150 in der Literatur beschriebenen See- 
tionsföllen mit Augenbefund. Die 17 von Uhthoff mitgetheilten, aller- 
dings zum Theil schon anderwärts veröffentlichten Fälle umfassen: 
1) Gummöse Masse an der Hirnbasis; 2) Encephalomalacie des linken 
Schläfenlappens mit Atrophie des Chiasma und linken Sehnerven ; 3) mul- 
tiple Erweichungsherde in beiden Hemisphären mit ausgedehnter basaler 
Meningitis gummosa ; 4) Encephalomeningitis gummosa beider Stirnlappen 
and Hyperostose des Schädels ; 5) ausgedehnte basale Arachnitis speeifica 
und gelbe Erweichung beider Stirnlappen; 6) beiderseitige Neuritis optica 
und temporale Hemianopsie, wahrscheinlich Chiasmaerkrankuug; es konnte 
nur der orbitale Theil des Sehnerven untersucht werden, der links nor- 
mal, rechts nur massig perineuritisch verändert war ; der Fall wird noch 
anderweitig publicirt; 7) Hydrocephalus internus und Ependymitis granu- 
losa, gummöse Wucherung ums Chiasma, Hypertrophie der Brücke; 

8) gelbe Erweichung in der Brücke, wird noch anderweitig veröffentlicht; 

9) Gumma im rechten Sehhügel, chronische, umschriebene Arachnitis 
in der Gegend des rechten Oculomotorius ; 10) gummöse Erkrankung 
der Hirnbasis mit Betheiligung des Chiasma; 11) congenitale Hirn- und 
Rückenmarkssyphilis (starker Hydrocephalus internus, enorme gummöse 
Neubildungen, vorwiegend an der Hirnbasis) ; 12) Erweichungsherd im 
linken Streifenhügel, Linsenkern und innerer Kapsel, Gumma im linken 
Linsenkern und Sehhügel; 13) völlige Erweichung der linken Hemisphäre, 
an der Spitze des linken Schläfenlappens wallnussgrosses Gumma, Sklerose 

OntnIMatt £ Allf. MtaL V. 10 



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— 138 — 

der basalen Arterien, Blutungen in Brücke und Vierhügelgegend; 14) 
Arachnitis basilaris gummosa und spinalis posterior fibrosa, Encephalitis 
gummosa; 15) Schädelhyperostose und damit zusammenhängend gummöse 
Meningitis des linken Stirnlappens, der Gentralwindungen und der benach- 
barten Theile des Schläfenlappens ; 16) Verdickung und sulzige Infiltration 
der Meningen, besonders in der Chiasmagegend; 17) gummöse Wucherung 
im Dorsaltheil des Bückenmarks, kleiner Erweichungsherd im Mittelhirn. 

Die Fälle 10, 11, 12, 13 und 17 sind schon von Siemerling, 
14, 15 und 16 von Oppenheim anderwärts, meist im Archiv ftr 
Psychiatrie, Band XIX— XXII veröffentlicht worden. 

Der häufigste Befund waren demnach basale Neubildungen (12 Fälle), 
3mal ganz allein; die Heubner'sche Arterienerkrankung war 9mal 
sicher, weitere 3mal höchst wahrscheinlich vorhanden. 

Nur in 2 Fällen fanden sich Veränderungen am Auge selbst, bei 
8 gummöse Iritis und bei 17 einseitige, abgelaufene Iridochoroiditis spe- 
cifica; in letzterem Falle fand sich auch Verdickung und entzündliche 
Infiltration der Netzhautarterien. 

Der Sehnerv war 14mal afficirt. Typische, doppelseitige Stauungs- 
papille fand sich 2mal (4, 9); bei 5 fand sie sich nur einseitig, die 
andere Seite zeigte einfache Neuritis mit Ausgang in Atrophie. 2mal 
war Neuritis optica ohne Prominenz vorhanden (6, 7), lmal neuritische 
Atrophie der Papille (11), 3mal einfache Atrophie (2, 3, 10), 5mal war 
die Papille normal, trotz weiter central gelegener Sehnervenveränderungen 
(1, 12, 13, 14, 16). 

Bei den 2 Fällen mit Stauungspapille fanden sich jedesmal entzünd- 
liche Veränderungen im Zwischenscheidenraum des Sehnerven nächst dem 
Auge, weiter nach rückwärts nicht mehr, aber nur in einem Falle waren 
die Sehnervenscheiden zur sogenannten Ampulle erweitert 

Fall 5 zeigte sehr intensive, entzündliche Veränderungen in den Seh- 
nervenscheiden bis zum Foramen opticum, auch bei 6 und 7 fanden sich 
perineuritische Veränderungen im Sehnerven, bei 2, 3, 10 und 11 Atrophie 
der Sehnervenstämme. Bei 1, 12, 13, 14 und 16, wo mit dem Augen- 
spiegel nichts zu sehen war, fanden sich in allen Fällen Veränderungen 
am Chiasma und am intraorbitalen Sehnervenstamm, theilweise aber nur 
sehr geringfügige. Bemerkenswerth war, dass in Fall 12 und 13 atro- 
phische Veränderungen im orbitalen Sehnervenstück sich fanden, in 
Fall 13 sogar bis dicht ans Auge ohne sichtbaren Spiegelbefund. 

Die intracraniell gelegenen Sehnerventheile waren nur gesund in 
Fall 4, 8, 9, 15 und 17, also den beiden Fällen mit Stauungspapille, 
der Rückenmarkssyphilis, der Convexitätsmeningitis und der Brücken- 
erweichung. In Fall 2 ist erwähnenswerth eine isolirte gummöse Er- 
krankung des linken intracraniellen Sehnervenabschnittes ohne basale 
meningiti8che Veränderungen; letztere fehlten auch in Fall 13, trotz 
deutlicher perineuritischer Veränderungen am intracraniellen Opticus- 
stamm. 

Fall 16 ist ein Fall von völliger gummöser Umwachsung des Chiasma 
ohne Functionsstörung. 

In Fall 10 fand sich primär hochgradige gummöse Erkrankung des 
Tractus opticus. 

Syphilitische GefMserkrankung im Bereich des Auges und der 



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— 139 - 

Orlrita wurde nur selten gefanden, stärkere Erkrankung der Arteria 
«pkthalmica nur einmal (2). 

Veränderungen am Oculomotorius wurden 6mal doppelseitig 
(1, 10, 11, 12, 13, 14), 4 mal einseitig (5, 8, 10, 16) gefunden, nicht 
jedesmal zugleich mit ftanctioneller Störung von Seiten des Nerven. Nur 
2ul (10, 12) war der Kern mitafficirt. 

Der Abducens war 3mal afficirt (1, 3, 5); jedesmal bestand basale 
gaunoee Meningitis. 

Der Trochlearis war nur im Fall 1 ergriffen; während des Lebens 
wurde linksseitige Parese beobachtet, bei der Section beide Trochleares 
sehr verdünnt gefunden. 

Ausserdem werden Tabellen gegeben über 150 Fälle von Hirnsyphilis 
Bit anatomischem Befund aus der Literatur, speciell über 56 Oculomotorius- 
dsetkmen, 22 des Abducens, 6 des Trochlearis, 21 des Trigeminus und 
5 Fifle von conjugirter Ablenkung beider Augen. Letztere beiden Kate- 
gorieen sind unter Uhthoff's Fällen nicht vertreten. 

Der weitere Theil der Monographie ist wesentlich klinischer Natur. 

Kniet {FreOurg u £.)• 

PIA, Friede], Zur Kenntniss der cerebrospinalen Syphilis. 

[Aus Prof. Chiari's pathologisch -anatomischem Institute an der 

deutschen Universität in Prag.] (Zeitschrift für Heilkunde, Bd. XIII.) 

Die vorliegende PubUcation bringt die ausführlichen Mittheilungen 

der Krankengeschichte und die genaue mikroskopische Untersuchung 

mehrerer Fälle von Syphilis des centralen Nervensystems, insbesondere 

da Rückenmarkes, von denen drei schon gelegentlich einer Demonstration 

in Prager Aerzteverein hier referirt wurden (s. dieses Gentralblatt, 1892, 

S.1006). 

Die ersten drei Fälle bieten in ihren klinischen Symptomen sowie 
den äusserst prägnanten und in dieser Ausbreitung und Localisation selten 
schönen anatomischen Befunden typische Beispiele der verschiedenen 
Erscheinungsformen, unter welchen die Syphilis im Nervensysteme, ins- 
besondere im Rückenmarke auftritt. Der erste weist umfangreiche Gummen 
im Rückenmarke, der Oblongata, dem Pons und dem Pes pedunculi, der 
zweite eine Meningitis syphilitica an der Vorderfläche des Pons mit 
Biliaren Gummen der Bückenmarkshäute, der dritte eine hochgradige 
Heu bner' sehe Endarteriitis der basilaren Arterien mit consecutiver 
Erweichung auf. Hiezu kommen noch in dieser Publication ein Fall von 
Unser Sklerose des Gehirns, sowie ein von Ghiari untersuchter Fall 
Qies grossen Gummas im Stirnlappen bei einem 14-monatlichen Kinde. 
P. weist nach einem Ueberblicke über die klinisch bemerkenswerten 
Momente der einzelnen Fälle zunächst auf den in der Literatur so ziemlich 
«zig dastehenden Befund von umfangreichen Gummen in der Oblongata 
(Fall II) hin und erörtert ausführlich die verschiedenen Veränderungen, 
«dehe das Bückenmark in seinen Fällen zeigte. Diesbezüglich sind 
insbesondere die seltenen Befunde miliarer Gummabildungen zu erwähnen, 
«wie der Umstand, dass sich in demselben Falle in einem miliaren Herde 
i» Rückenmark Riesenzellen fanden ! P. giebt einen Ueberblick über 
ta Stand der so controversen Frage und der syphilitischen Natur dieser 
Zillen, für die unter anderen seinerzeit Baumgarten lebhaft einge- 

10* 



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- 140 — 

treten ist, um sie jedoch in letzterer Zeit immer als Resultat einei 
Mischinfection von Tuberculose und Syphilis zu bezeichnen, welch 1 letz- 
terer Anschauung P. sich nicht anschüessen kann, wobei er auch nock 
eine eigene Beobachtung reichlicher typischer Riesenzellen in Schwielei 
des Herzmuskels bei einem vielleicht einschlägigen Falle anführt Sodanr 
erörtert er die verschiedenen in seinen Fällen an den Gefassen nach- 
gewiesenen Veränderungen, insbesondere in Bezug auf die Specificitäl 
der Intimaneubildungen und die Genese der sogenannten „neugebil- 
deten 14 Elastica, für die er den in einem Falle erhobenen Befund 
einer hochgradigen Verbreiterung und Auf&serung der Elastica durct 
von der Adventitia vorgedrungenes Granulationsgewebe verwerthen möchte 
Nun folgt anlässlich des in einem Falle constatirten Befundes einer totaler 
Degeneration der aufsteigenden Trigeminuswurzel der einen Seite eine 
Besprechung der anatomischen und degenerativen Verhältnisse diesei 
Wurzel, die von den verschiedenen Autoren in durchaus nicht überein- 
stimmender Weise erörtert worden sind. Er gelangt dabei zu dein 
Schlüsse, dass eine absteigende Degeneration der Wurzel als physiolo- 
gisches Postulat und auch, abgesehen von einzelnen unklaren Fällen, ab 
regelmässiger Befund anzusehen sei. 

Im Anhange wird dann noch ein sehr bemerkenswerter Fall von 
vollständigem Abschlüsse des vierten Ventrikels durch eine feste, narben- 
ähnliche Bildung am Boden der Rautengrube mit consecutivem, hoch- 
gradigem Hydrocephalus internus mitgetheilt, deren Aetiologie vollkommen 
dunkel blieb und nur Analogieschlüsse mit gewissen in der Literatur 
niedergelegten Beobachtungen syphilitischer Natur den Anlass zur Ein- 
reibung des Falles an dieser Stelle gaben. Drei Tafeln mit Zeichnungen 
illustriren die angeführten Befunde. »©» Wumehheim {Prag). 



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schaft Deutscher Naturforscher und Aerzte, 64. Versammlung au Halle a. S. 21. — 25 Sept. 

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Wangerin und Qregor Kraus, Theil II, Leipzig, 1892, S. 846. 

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Genier, Hermann, Ueber Syringomyelie und Morvan'sche Krankheit. Nach einem Vortrag 
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Gregor Kraus, Theil II, Leipzig, 1892, S. 860—352. 

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, Allgemeines und 8pecielles über die toxischen Erkrankungen des Nervensystems, 



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- 160 - 

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Halle a. 8. 81.— 25. September 1891. Herausgegeben im Auftrage des Vorstandes und 

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dicinische Wochenschrift, Jahrgang XVII, 1892, Mo. 41, S. 475—477. 
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für Heilkunde, Band XIV, 1893, Heft 1, 8. 1 — 10. 
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1892, No. 45, S. 537—538. 

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Vucetic, Nicolaus, Beitrag sur unilateralen spinalen Lasion mit Brown-Sequard'scher Krank- 
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Collinet, Edouard, Epithelioma primitif latent de l'e&tomae et secondaire du foie cbes une 

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Devay, Francis, Contribution a l'etude de la dilatation de l'estomac et des troubles psychiques 

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Oroiffanhagen, W., Straagulationsileus in Folge einer Hernie epigastrica. Mittheilung aus 

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Neue Folge Jahrgang IX, 1892, No. 51, 8. 483—484. 
Otyenet, Paul, Des hemorrhagies gastro-intestinales d'origine tubereuleuse. Lyon, 1892. 

4*. 87 88. These. 
Halst, P., De l'hypertrophie des amygdales palatines et pharyngiennes. Kormandie medkale, 

Ronen, 1892, Anuee VII, 8. 409, 425. 
Heimart, Eugene Riehard Joseph, Sor les rlflexions d'arret de l'estomac. Application a la 

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These. 
Heiemnyl, S., Perforating round TJleer of the Stomach. Medieal Reeord, New York, 1892, 

Vol. XLJJ, 8. 647. 



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[niSehmidt, Hermann, Zar Pathologie und Therapie der Enteroptose. Aus dem Ambula- 
torium für Magen- nnd Darmkrankheiten von Alois Pick im k. k. allgemeinen Kranken - 
hause in Wien. Wiener klinische Wochenschrift, Jahrgang 6, 1893, No. 2, 8. 24 — 27; 
No. 8, 8 47—50. 

[eljnaek, T. V. t Notes from the post mortem Room ; a Csae of perforative Appendicitls, 
with Formation of extensive in tra- peritoneal Abscests. Medical Chronide, Manchester, 
1892/93, Vol. XVII, 8. 96—98. 

[nmpf, F., Ueber Enteroptose. Wiener klinische Wochenschrift, Jahrgang VI, 1893, No. 3, 
8. 46—47. 

•anger, Triedrieh, Ueber einen Fall von rasch tödtlicher Phosphor Vergiftung mit eigen- 
tümlichem Befunde im Magen nnd Oesophagus. Aus dem deutschen gerichtlich-medicini- 
sehen Institute in Prag. Prager medicinische Wochenschrift, Jahrgang XVII, 1892, Mo. 39, 
8. 451—453. 

lauenstein, Carl, Verwachsungen und Netsstr&nge im Leibe als Ursache andauernder, schworer 
Koliken. Mit 10 Figuren. Archiv für klinische Chirurgie, Band 45, 1892, Heft 1, 8. 121 
—148. 

lefevTt, A. Edmond, Contribution a l'ätade des angiomes de 1a langue. Paris, 1892. 4°. 
74 SS. These. 

•egendre, Aixne Fr., Du spasme de l'oesophage. Bordeaux, 1891. 4°. 39 88. These. 

•evings, A. H., Appendicitis. Typblitis and perityphlitic Abscess. Transactions of the 
Wisconsin medical Society, Madison, 1892, Vo). XXVI, 8. 60—82. 

iebenneister, C, Ueber das einfache Magengeschwür. 22 88. 8ammlung klinischer Vor- 
trage, Neue Folge, No. 61, 1893. 



Inhalt 



Originale. 

tantorowica, Ludwig, ThioninfKrbung 
für Balsamprftparate von Amyloiden Organen. 
(Orig.), p. 105. 

itroebe, H., Die parasitären Sporosoen in 
ihren Besiehungen sur menschlichen Patho- 
logie, insbesondere sur Histogenese und 
Aetiologie des Carcinoma. (Zusammen fass. 
Bef.) (Schluss), p. 107. 

Beferate. 

'artseh, Aktinömykose der Augenlider, 

p. 129. 
Umocki, Untersuchungen Aber hyaline 

Bindehautentartung, p. 129. 
loppe, Julius, Partielles Oberlideolobom 

bei einem missbildeten Fötus, p. 180. 



8chr5der, J., Beitrag sur Casuistik des 
„Coloboma palpebrae eongenitnm", p. 113. 

Huth, Ein Fall von doppelseitigem An* 
ophthaimus congenita«, p. 131. 

v. Hippel, B., Ueber Keratitis parenehyana- 
tosa, p. 132. 

Herrnheiser, J., Die RefraetJonsentwick- 
lang des menschlichen Auges, p. 138. 

, Ueber metastatische Entzündungen im 

Auge und die Retinitis septiea (Roth), p. 133. 

Uhthoff, Untersuchungen über die bei der 
Syphilis des Centralnervensystems vorkom- 
menden Augenstörungen, p, 137. 

Pick, Friedel, Zur Kenntniss der oerobro- 
spinalen Syphilis, p. 189. 



Aus Wiesbaden sehreibt ans Herr Dr. Emil Pfeiffer, ständiger 
lecretär des Congresses für innere Medicin, Folgendes: 

„Da in Folge der Verlegung des XL internationalen medioinisohen Con- 
presses auf die Zeit vom 29. März bis 5. April 1894 sieh für die Abhal- 
tung des Congresses für innere Medicin Schwierigkeiten ergeben haben, so 
lat das Geschäftscomite' und der engere Ausschuss dieses Congresses ein- 
timmig beschlossen, den X11I. Congress für innere Medicin zu Terschieben 
md erst im Jahre 1895 in München abzuhalten. 



FromaunaMhe Buchdrucker* (Herauaa Pöble) la Jena. 



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septischen Krankheiten. 8. 1894. geh. Preis 4 Mark. 

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Professor in Wien. 

Die äussere Furchung des Tritoneies 

und ihre Beziehung zu den Hauptrichtungen des Embryo. 

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Professor Dr. Julius Glax, 

k. k. Begieningsrath and dirigirender Amt in Abbazim. 

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Die Zoologie in der Medicin. 



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Klemensiewicz, Rudolf, 

o. 5. Professor der allgemeinen ond experimentellen Pathologie und Therapie in Gras. 

Ueber Entzündung und Eiterung. 

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Dr. Emil Kraepelin, 

Professor der Psychiatrie in Heidelberg. 

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in Kioto (Japan), 

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Inhalt: Von der Vererbung. Die natürliche Auslese der Kopf-Formen der Wehr- 
pflichtigen in Stadt und Land. Auslese-Erscheinungen bei den Pigmentfarben der 
Wehrpflichtigen in Stadt und Land. Wachsthums- Verschiedenheiten der Wehrpflichtigen 
In Stadt und Land. Entwickelungs- Verschiedenheiten der Wehrpflichtigen in 8tadt 
und Land. Die natürliche Auslese und die seelischen Anlagen. Die Kopf-Formen 
der Gymnasiasten und die natürliche Auslese. Die kirchlichen Knaben-Conyicte und 
die natürliche Auslese der Kopf-Formen. Die natürliche Auslese der Pigmentfarben 
in Gymnasien und kirchliehen Knaben-Convicten. Waehsthums- und Entwickelungs- 
Erscheinungen bei Gymnasiasten und Convict-Schülern. Die Entstehung ron Be- 
▼ftlkerungs-Gruppen durch die natürliche Auslese. Die Bildung der Stande und ihre 
Bedeutung für die natürliche Auslese. 

Dr. Martin B. Schmidt, Privatdocent, und Dr. Ludwig Aschoff; 

Assistenten am pathologischen Institut su Strassburg, 

Die Pyelonephritis 

in anatomischer und bakteriologischer Beziehung 

and 

die ursächliche Bedeutung des Bacterlum coli commune 
ffir die Erkrankung der Harnwege. 

Mit 1 lithographischen Tafel und 1 Tafel in Lichtdruck. — 1393. — Preis: 4 M. 50 Pf. 



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CENTRALBLATT 



für 



Allgemeine Pathologie i Pathologische Anatomie. 



Pro! Dr. EL Ziegler 

In Fnibart i. B. 



Eedigirt 

Ton 

Prot Dr. G. t, Kahlden 

in Freibarg i. B. 



Verlag von Gustav Fischer in Jena. 



^Band- 



Jena, 38. Februar 1894. 



No. 4. 



Das Centralblatt für Allgemeine Pathologie u. Pathologische Anatomie erscheint in 
Nummern von zwei bis drei Druckbogen ; zweimal monatlich gelangt eine Nummer 
zur Ausgabe. Der Umfang des Jahrgangs wird 65 Druckbogen betragen. Das 
Abonnement für das Centralblatt kostet 24 Mark für den Band (24 Nummern). 
*^<ä* Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten. *Sy®^* 

Die Herren Verfasser werden gebeten, besondere Abdrücke ihrer Arbeiten 
fl» die Redaction des „Centralblatt für Allgemeine Pathologie und Patho- 
logische Anatomie 11 in Freiburg i. B., Albertstrasse äff, Arbeiten in russischer 
Sprache an Herrn Professor Dr. Lukjanow, Pathologisches Laboratorium der 
Kaiserlichen Universität in Warschau* solche in polnischer Sprache an Herrn 
Dr. J. Steinhaus, Warschau einzusenden. 



OriginalmlttheilungeiL 



Zwei Fälle von eitriger Entrindung der Gallengftnge 
( Angiocholitis suppurativa), hervorgerufen durch das Bacterium 

coli commune. 

Von 
Dr. Z. DmochowsH, und Dr. W« JanowsM, 

Geh. des Pros. Ar path. Anat. an der Anriet In der Abth. f. inn. Krankh. und 

Untoershlt Warschau, städtischer Bakteriologe in Warschau. 

Der von Escherich in den normalen Dannentleerungen entdeckte, 
Bact. coli commune genannte Bacillus gilt bereits seit mehreren Jahren 
nicht mehr fOr einen unschädlichen Parasiten. Die Untersuchungen der 
Letztzeit erweitem das Feld seiner Thätigkeit immer mehr, so dass er 
gegenwärtig schon beschuldigt wird, sehr viele pathologische Processe 
hervorrufen zu können. Uns beschäftigen hier direct nur die Arbeiten, 
welche die Anwesenheit des Bact coli commune bei eitrigen Processen 
in den Gallengängen gezeigt haben. Der Vollständigkeit halber mögen 

Oattnlbtott £ AH* PtnioL 7. \\ 



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— 154 — 

aber hier in aller Kürze auch die Arbeiten berücksichtigt werden, die 
die pathogenen Eigenschaften des B. coli im Allgemeinen beweisen. 

Wyssokowitsoh 1 ) erbrachte zuerst den Beweis, dass Cultoren des 
B. coli, sowohl lebende als auch sterilisirte, bei Einführung unter die Haut 
oder in die Muskeln im Stande sind, Eiterung hervorzurufen. Hierauf 
züchteten Bodet et Roux 1 ) B. ooli in Beinoulturen aus einer eitrigen 
Peritonitis. Die erhaltenen Oulturen wurden auf weisse Ratten verimpft 
und riefen bei denselben Eiterung hervor. Ein analoges Besultat erhielt 
Knüppel 8 ), der Thieren eine sterilisirte wässrige Aufschwemmung dieses 
Parasiten injicirte, die er durch Hinzufügen von 5 com Wasser zu einer 
abgekratzten Kartoffeleultur oder von 8 com zu einer Agaroultur erhielt 
Eiterung trat 2 — 8 Tage nach erfolgter Impfung ein. 

Bald darauf entdeckte Wyss 4 ) im Milohrüokstand einem dem B. coli 
ähnlichen Bacillus und erzeugte durch intraperitoneale Injection desselben 
Peritonitis mit tödtliohem Ausgange nach 24 Stunden. 

A. Fraenkel 5 ) fand in 9 Fallen von Peritonitis ohne Perforation 
B. ooli in Reinzuchl Intraperitoneale Injectionen damit riefen bei Thieren 
eitrige Peritonitis hervor. Er hält in diesen Fallen das B. coli für die 
Ursache der Entstehung der eitrigen Peritonitis. 

Musoatello 6 ) untersuchte einen bei einer 2 3 -jährigen Frau nach 
Hämorrhoiden entstandenen Abscess bakteriologisch und züchtete nur das 
B. coli daraus, dessen Identität er genau feststellte. Der Eiter wurde so- 
gleich nach dem Entleeren 2 Meerschweinchen subcutan injirirt. An der 
Injeotionsstelle entstanden Absoesse, welche wiederum nur Beinoulturen des 
B. ooli enthielten, die ihrerseits auf andere Thiere wieder pyogen wirkten. 

Fischer 7 ) untersuchte die Lymphgefasse bei Kranken mit ausgebrei- 
teter Eiterung. Er fand dabei immer verschiedene Arten der gewöhnlichen 
pyogenen Parasiten vor, aber in einem Falle nur das B. coli. 

Welch 8 ) entdeckte das B. coli in 16 Fällen von Eiterung, und zwar 
4mal bei Peritonitis post perforationem , 2mal bei Peritonitis ohne Perfo- 
ration, 8mal in umschriebenen Absoessen und 6mal in Wunden bei der 
Laparotomie. 

In den Harnwegen ist die pathogene Bedeutung des B. ooli bis jetzt 
mehrmals oonstatirt worden. Achard et Benault 9 ) weisen auf Grund 
oines eigenen Falles die vollständige Aehnfiohkeit zwischen dem B. coli 

1) Wyssokowitsoh, Ueber die Ursachen der Eiterung. (Wratech, 1887, No. M 
— 89.) [In russischer Sprache.] 

2) Bodet et fionx, Ball, de la eoe. nM. des seiences de Lyon, Nov. 1889. 

8) Knüppel, Ein experimenteller Beitrag aar Aetiologie der Eiterung. Inaug.-Diffc, 
München 1890. 

4) Wyss, Ueber den Hilchechlamm. (Tageblatt der 62. Versamml. deutscher Katar- 
forscher und Aerste In Heidelberg 1889.) Heidelberg 1890. 

5) A. Fraenkel, Ueber peritoneale Infection. (Wien. klin. Woch., 1891, No. 18, 
14 u. 15.) 

6) Muscatello, Sopra un caso di suppuruione prodotta dal bac. coli com. (La 
riforma med., 1891, No. 163, S. 146.) 

7) Fischer, Bakteriologische und anatomische Untersuchungen über Lymphangiom» 
der Extremitäten. (Centr. f. Bakt u. Par., Bd. X, No. 5, 1891.) 

8) Welch, CondKions underly in the infection of wounds. (Amer. Journ. of med. 
seiences, Not. 1891.) Nach Baumgarten. 

9) Achard et Benault, Sur les rapports du back coli commune et du back pyo- 
genes des infeetions urinaires. (Bull, med., 1891, No. 100, S. 1156.) 



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— 156 — 

und dem B. pyogen es nach, der für den Erreger der Nierenentzündungen 
perasitfiren Ursprungs gilt Sie erblicken hierin den Grand der Analogie 
■wischen den ihren Ursprung in den Harnwegen und in den Gallengängen 
lehnenden Infectionen. Ali Krogins 1 ) fand das B. ooli in 11 Fallen 
Ton Cyedtis Tersehiedener Art Die mit den hieraus gewonnenen Onltnren 
angestellten Versuche seigten, daes dieselben bei suboutaner Injeotion die 
Bfldong Ton Abeoessen bei Thieron veranlassten, bei intravenöser Injeotion 
aber den Tod. Derselbe Autor fand 6mal bei Pyelonephritis das B. ooli 
in Rehuuoht Schliesslich untersuchte Rodet 9 ) noch einen Fall von 
HephroHihiasis mit Ausgang in Eiterung. Es erwies sieh dabei, dass die 
Terimpfung dieses Eiters auf Thiere (2 Meerschweinchen und 1 Kaninchen) 
sei ihnen den Tod herbeifuhren kann; dagegen büssen die daraus gezüch- 
teten Culturen des B. ooli bei fortgesetzter Verimpfung von Thier au Thier 
ihre pathogenen, resp. pyogenen Eigenschaften ein. 

C. Brunner 1 ) hat einen Fall von acut verlaufender eitriger Strumitie 
beschrieben. Nach Eröffnung des hierbei entstandenen Abseesses wurde eine 
betriehtliohe Quantität ohocoladenfarhenen, bei Anlegen von Plattenculturen 
sehr sahlreiohe Kolonieen des B. c o 1 i oomm, ergebenden Eiters entleert Die 
Untersuchung des Wundsekretes beim Verbandwechsel zeigte, dass dasselbe 
aoeh mehrere Wochen lang lebend B. ooli, wenn auch in immer geringerer 
Ansah], enthielt Ein analoges Untersuehungsresultat erhielt Tavel 4 ), in 
dessen Fall Strumitis nach Prootitis entstanden war. 

8eTestre et Gaston 5 ) beschrieben eine eitrige Meningitis, aus der 
ne ebenfalls das B. ooli züchteten. Dieser Fall wurde aber von den 
aasJtfolgenden Autoren in Zweifel gezogen. Zu den zweifelhaften Fällen müssen 
sash 2 von Blumenau 6 ) beschriebene Fälle gerechnet werden, in denen 
4er Autor in Leberabsoessen das B. ooli nur mikroskopisch nachwies, wie 
aoeh Arnaud's 7 ) Fall, in dem der Autor selbst annimmt, die von ihm 
in einem Leberabseess im perihepatisohen Gewebe gefundenen Beinoulturen 
des K coli seien der postmortalen Infeotion des Eiters zuzuschreiben. 

Ausser dieser ganzen Reihe von auf einzelnen Beobachtungen beruhenden 
Arbeiten sind in letzter Zeit noch 2 umfangreichere Werke erschienen, die es 
doli aar Aufgabe gemacht haben, unsere Kenntnisse über das B. coli zu 
systemaliairen. Die erste dieser Arbeiten wurde von Lesage et Ma- 
eaigne 8 ), die andere von Wurtz*) veröffentlicht Entere wiesen nach, 



1) Ali Krogins, Note aar le role da back coli commune dans l'infection urinaire, 
(Area, de med. ezp. et d'an. path., 1892, No. 1, 8. 06—74.) 

z) Bodet, Analyie bacteriologique d'nn rein suppurl. (Lyon m6d., 1892, No. 6, 
8. IM.) 

3) C Brnnner, Ein Fall von acut eitriger Stramins, verursacht durch das Baot. 
•ofi. com. (Correap. f. Schweiner Aente, 1892, No. 10, 8. 298.) 

4) Tavel, üeber die Aetiologie der 8trumitis. Basel 1892. 

5) Sevestr© et Gaston, Nach Vaudremer. (Des meningites suppurees non tuber- 
•dsnea. Paris 1898.) 

8) Blumenau, Beitrag *nr Aetiologie der Leberabseeaie. (Wratsch 1893, No. 28 
aai 29.) [In msaisclier 8prache.] 

T) Armand, Perihepetite suppurec et abcee du foie. (Marseille med., 1898, 16 Avril, 
8 217J 

8) Lesage et Mao eigne, Contribntion ä l'ttude de la virulence du bacterium coli 
riMMiu, (Areh. de meo*. exp., 1892, Vol. IV, No. 3.) 

9) Werts, I* baet coli commune. (Areh. de mecL. exp. et d'anat path., 1893, 
Tel V, Ho. 1.) 

11* 



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— 156 — 

is das aus dem Verdanuhgsapparate des gesunden Menschen geaüehtete 
ooli auf Thiere nicht schldlioh wirkt, wenn et in der gewöhnliehen 
•m injioirt wird, d. h. für Kaninchen oder Meerichweinehen je eine 
itinöse einer Bouillonoultur. Dieselbe Quantität einer Coltnr des B. ooli, 
i ans den Daraentleerungen eines an Diarrhöe leidenden Individuums er- 
Iten worden war, tödtet die Thiere nach einigen Tagen. Das ans Fällen 
iwerer Diarrhöe gezüchtete B. ooli behält seine Viralem in vielen 
nerationen und ruft bei Impfungen auf Thiere Septikämie hervor. Brat 
Iterhin, wenn seine Virulens abnimmt, wirkt es nur pyogen. Die ans 
llen Ton eitriger Entiundung der Gallengänge oder Peritonitis perfo- 
iva stammenden Gulturen des B. ooli besitaen letztere Eigenschaft Ton 
rnherein. Ihre pathogene Wirksamkeit kann sich alsdann 7 Monate lang 
leiten. 

Aus der lehrreichen Monographie Ton Wurti , auf die wir Alle rear- 
isen, die über die Morphologie und Biologie des B. ooli Näheres nu er- 
iren wünschen, soll hier nur erwähnt werden, dass der Verfasser die 
isohanungen obiger Autoren bestätigt und ausserdem geneigt hat» dass die 
ruleni des B. eoli künstlich gehoben werden kann. Er kam am der 
ibeneugung, dass man durch Verimpfung in die Pleurahöhle nicht viru- 
iten Culturen des B. ooli pathogene Eigenschaften verleihen und dieselben 
\ au solcher Intensität steigern könne, dass sie in der Folge bei Mannen 
ptikämie, verbunden mit Entiundung vieler Gelenke, herverrufen. 

Wir übergehen einige andere Arbeiten, die dem B. coli das Vermögen, 
sh einige andere Erankheitsproeesse hervorrufen in können, zuschreiben 
kolera nostras, Cholera infantum, Dysenterie, Gallensteine u. s. w.) und 
mmen nun au den Arbeiten, die sich mit der Bolle des B. coli bei Ent- 
ihung eitriger Processe in den Gallengängen beschäftigen. Wir erwähnen 
r beiläufig, dass Chiari 1 ) in allerneuester Zeit einen Fall von septischen* 
iphysem bei einer 68-jährigen Kranken beschrieben hat, bei der er ans 
q Veaikeln am Körper und aus den inneren Organen nur das B. coli 
ahtete. Ausserdem giebt Barbaooi*) — unserer Ansicht nach mit vollem 
»cht — an, dass in vielen Fällen die Peritonitis durch Perforation ihre 
itstehung nicht dem B. ooli au verdanken brauche, obgleich die spätere 
kteriologisehe Untersuchung in dem nach Perforation des Darmes entstaav- 
nen Exsudat nur diese Parasiten nachweist ; Vorgänge dieser Art werden 
roh andere in den Faeoes enthaltene Parasiten bedingt, die aber, da sie 
<h nicht gleichmässig mit dem B. ooli entwickeln können, darin an Grunde 
hen, so dass wir später in den Culturen thatsachlioh nur das letztere 
leiten. Derselbe Verfasser hat ein Jahr früher einen Fall von durch 
«t. coli hervorgerufener eitriger Prostatitis beschrieben 8 ). 

Ausserdem hat vor Kurzem Widal 4 ) einen Fall von Angina phleg- 
>nosa erwähnt, in welchem er sehr zahlreiche und für Meerschwein- 



1) Chiari, Zw Bakteriologie dee eeptieehen Emphysems. (Prager med. Woch., 
»8, No. 1.) 

S) O. B a rb a e e i t Ueber Aatiologi« und Pathogen«*« d«r Peritonitis dareh Perforation. 
ratr. t allg. Path. u. path. Anat., 1898, No. 19-) 

S) O. Barbaeei, Prostatito sappurate da baeterfam ooli commune. (Lo SparimentaW, 
92, No. 15.) 

4) M. Widal, Angin« phlogmooeiue aree ooU-baeUle. (Sem. meiL, 1894, Mo. 10. 
Ferrior, 8. 79.) 



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— 157 — 

dien virulente Back coli im Biter gefunden hat. Ausserdem fanden rieh 
aber in diesem Eiter vereinzelte Colonieen von Streptococens pyogenes. 

Ben ersten Hinweis auf die Rolle, die dem B. ooli bei Entstehung 
eitriger Proeesse in den Galleng&ngen ankommen kann, finden wir bei Gil- 
bert et Giro de 1 ). Sie untersachten 2 Fälle von eitriger Entzündung 
der Gallengänge; der eine derselben nahm nach Entfernung der Gallenblase 
einen gunstigen Verlauf, der andere endete mit dem Tode des Kranken. 
Bei der Autopsie wurde hierbei nicht nur in der Gallenblase, sondern auch 
in allen GaUeng&ngen Eiter gefunden. Die bakteriologische Untersuchung 
seigte nur das B. coli darin. Die Autoren nehmen an, dass das Eindringen 
dieses Parasiten in die Gallengänge durch alle Umstände ermöglicht wird, 
ffie die Contractilität der Gallengänge oder die Quantität der produoirten 
flaue verringern oder endlich den Abfluss derselben verhindern, wie dies 
bei Gallensteinen der Fall ist Nicht immer aber führt die Anwesenheit 
des B. ooli in den Gallenwegen sogar bei Cholelithiasis zur Eiterung in 
denselben. 

Bei dieser Veranlassung theilte Bouohard*), der bei derselben Ver- 
sammlung der biologischen Gesellschaft in Paris zugegen war, auch einen 
eigenen Fall mit, in welohem man bei der Section Angiooholitis suppurativa 
eonstatirte und in welohem er aus dem Eiter einen dem B. o o 1 i ähnlichen, 
rieh nur durch die Farbe seiner Eartoffeloulturen von jenem unterscheiden- 
den Mikroorganismus züchtete. Charrin et Boger injioirten Thieren 
Colturen dieses Parasiten mit positivem Resultat Naunyn*) züchtete 
ans der Gallenblase eines mit Gallensteinen Behafteten einen dem B. coli 
ähnlichen Parasiten, der, einem Hunde injioirt, bei demselben eitrige Ent- 
sendung der Gallenwege hervorrief. 

Charrin et Roger 4 ) eultivirten aus einem Falle von eitriger Ent- 
zündung der Gallenwege das B. ooli und injioirten es Kaninchen in die- 
selben Organe. Je nach dem Alter der Cultur erhielten sie verschiedene 
Besaitete. Wurde die erste Generation injioirt, so starb das Thier nach 
2 Tagen, wurden ältere Generationen verwandt, so blieb das Thier am Leben 
und wurde längere oder kürzere Zeit nach der Injeotion getödtet Wenn 
die Autoren die Thiere nach 8 Tagen tödteten, fanden sie Veränderungen 
vor, die denen an der Leiche, von der der Parasit eigentlich stammte, gefun- 
denen am nächsten kamen. Die Gallenblase und die Gallenwege waren 
nämlioh mit Galle gefüllt, das Gewebe in ihrer Umgebung war stark ent- 
zündet, in der Leber aber waren viele sehr kleine Abscesse. Bei einigen 
derselben waren in der Mitte Ueberreste der Gallengänge zu sehen, von 
denen die Entzündung augenscheinlich ausgegangen war. Derselbe Mikro- 
organismus rief, wenn er Meerschweinchen suboutan injioirt wurde, bei ihnen 
die Bildung von Schorfen mit starkem Oedem in der Umgebung und mit inten- 
siver Eiterung beim Abfallen des Schorfes hervor. Intraperitoneale Injeotio- 



1) Gilbert et Girode, Contribution k l'etndo beetfriologiqae des voles biliaires. 
(Camptet rendus de 1* soe. de biol., 1890, No. 89.) 

8) Booebird, Angieeholito snppnree d'origine mierobienne. Ibidem. 

8) Nenn 7n, Soeiete* de medeeine de Strestbarg, 18. I. 1891 and Klinik der Choie- 
lithinsis. Leipsig (Vogel), 1899. 

4) Charrin et Soger, Angioeholite mierobienne experlmentele. (8emaino meclieeie, 
1891, Ho. 10, S. 71.) 



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— 158 — 

dieses Mikroorganismus riefen hämorrhagische Peritonitis mit letalem 
png hervor. 

Kurs darauf publicirte Bastianelli 1 ) ebenfalls eine Beobachtung 
Aogiooholitis suppurativa, aus der er Reinoulturen des B. ooli erhielt, 
oanspruoht in Betreff dieser Beobachtung, verglichen mit den oben an- 
lrten Fällen Gilbert et Qirode's und Charrin et Boger' s, die 
rität für sich. 

Im Lauf e desselben Jahres veröffentlichten Rodet*), Bignami 1 ), 
raenkel 4 ) und D u p r 6 6 ) (2 Fälle) analoge Beobachtungen, Girode 6 ) 
beschrieb einen Fall, in dem die fingerdick aufgetriebenen Gallenwege» 
'ankreasausführungsgänge und ein durch Verwaohsen des Peritoneums mit 
Leber entstandener höhlenartiger Baum mit Eiter angefüllt waren. Im 
• aller drei entdeckte er nur das B. coli commune in Reinzucht. 
Wie die Ueberschrift unserer Arbeit besagt, wollen wir über 2 Fälle 
Angiocholitis suppurativa berichten. 

Der erste dieser Fälle betrifft eine Kranke aus der Abtheilung des 
Chetmoi'ski, dessen freundlichem Entgegenkommen wir die ge- 
n klinischen Daten zu verdanken haben. Wir fahren hier nur Folgen- 
daraus an. Die Kranke litt vor ihrem Eintritt in das Hospital schon 
Monaten an heftigen Schmerzanfällen in der Magengrube. Die- 
m dauerten 1 — 3 Tage; wenn sie nachgelassen hatten, trat zü- 
rn leichte Gelbsucht ein; sie waren stets von Schüttelfrost begleitet 
letzte Anfall hatte 4 Tage vor Eintritt der Kranken in das Hospital 
gefanden. Die Patientin klagte bei der Aufnahme über Schmerzen 
er Magengrube, in den Schultern und in der linken Hand. T. 39° G. 
Harn enthält Gallenfarbstoff. Die Leber ragt 2—3 Finger breit 
die Rippenränder hervor. Die Haut und die Sklera der Augen sind 
ach gelb gefärbt. Im Laufe der nächsten 3 Wochen war die Tem- 
tur fortwährenden Schwankungen unterworfen, wobei dieselbe am 
id bis 39,6° C stieg; die Lebergegend immer noch druckempfind- 
ausserdem traten Symptome einer Peritonitis und eines Pleuraexsu- 
s ein, so dass die Diagnose auf Cholangioitis purulenta e 
liasi; Peritonitis acuta circumscripta; Pleuritis serosa 
lex lautete. Der Sectionsbefund bestätigte diese Diagnose voll- 
tnen (25. II. 1893). Wir entnehmen demselben wiederum nur das, 
uds speciell angent. Die Leber war 2mal so gross wie im normalen 
ande, ziemlich weich, hellgelb, an den Bändern abgerundet. An ihrer 
'fläche bemerkt man zahlreiche gelbe und gelblich-grüne Flecke von 
;hiedener Grösse — von der eines Hanfkorns bis zu der einer grossen 
ilnuss. Beim Aufschneiden der Leber an diesen Stellen sah man, 



1) Bastianelli, Bakteriologischer Befund bei Angiocholitis suppurativa Steinkrankar. 
della B. Ac. med. di Borna, Anno VII, f. 7. (Nach Centr. f. allg. Path., 1891, 
2, 8. 518.) 

2) Rodet, Comptes rendes de la soc. de biol., 19. XU. 1891. 

8) Bignami, Ueber die Aetiologie der Angiocholitis suppurativa. (Nach Centr. f. 
Path., 1892, No. 2, S. 82.) 

4) A. Fraenkel, Ein Fall von Leberabscessen im Gefolge von Cholelithiasis. (Deutsche 
Woch., 1891, No. 18.) 

5) Dupre, Les infections biliaires. Paris 1891. 

6) Girode, Cholelithiase a aceidents specisux; infection biliaire, panereattquo et 
neale par le B. coli commune. (Sem. med., 1892, No. 18, S. 98.) 



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— 159 — 

dasfl die Flecke an der Leberoberfl&che darin enthaltenen Abscessen von 
verschiedener Grösse entsprachen. Es erwies sich ausserdem an der 
Schnittfläche, dass alle Gallengänge, selbst die kleinsten nicht ausge- 
nommen, mit einer eitrigen Inhaltsmasse angefüllt waren. Die Schleim- 
haut des D. choledochus und des D. hepaticus ist mit croupösen Mem- 
branen bedeckt, die ihre Lichtung fast ganz yerschliessen. Im Gallen- 
blasengang befindet sich ein kleiner eingeklemmter Gallenstein. 

Die mikroskopische Untersuchung der dieser Leber entnommenen, in 
Alkohol gehärteten und in Paraffin gebetteten Stücke zeigte Folgendes: 

Das interlobuläre Bindegewebe bildet an vielen Stellen breitere oder 
schmälere Bälkohen. Die Fasern des Bindegewebes sind an einzelnen Stellen 
deutlich zu sehen, an anderen treten sie weniger hervor. Dementsprechend 
ist im ersten Falle die Zahl der spindelförmigen Zellen darin geringer, im 
zweiten beträchtlicher. An vielen Stellen tritt kleinzellige Infiltration im 
Bindegewebe zu Tage, die stellenweise in den feinen interlobulären Bälkohen 
diffus ist, in den grösseren aber herdartig auftritt und mit den Gallengängen 
in Zusammenhang steht. Letztere sind an einzelnen Stellen der Leber weit 
sahlreieher vertreten als sonst Dies gilt vornehmlich von den kleinen 
Gallengängen, die aber noch mit Cylinderepithel ausgekleidet sind. Letzteres 
ist in nur verhältnissmässig wenigen Gallengängen erhalten; in den meisten 
ist es desquamirt und liegt inmitten des Gallenganglumens, mit dessen fast 
nur aus farblosen Blutkörperchen und zuweilen aus einer geringen Quantität 
gelblioher Masse bestehenden Inhaltsmasse vermischt. Oft ist auch keine 
Spur desselben mehr zu finden. Die meisten Gallengänge enthalten dem- 
nach Eiter in ihrem Lumen; dies betrifft; sowohl die kleinsten als auch die 
grosseren und sogar die grossen Aeste derselben. Inmitten dieses eitrigen 
Inhalts lassen sich mittelst Oelimmersion Parasiten von sich stets gleich 
bleibender Form entdecken. Sie haben die Gestalt eines 2 — 8 /* langen 
Stäbchens mit abgerundeten Enden« In manchen Gallengängen sind sie nicht 
sehr zahlreich, in anderen — und zwar in den meisten — sind sie in sehr 
grosser Anzahl vorhanden. Diese Parasiten treten nur auf Präparaten zu 
Tage, die mit einer gewöhnlichen wässrigen Lösung von Methylenblau ge- 
färbt und mit Eosin nachgefärbt oder die mit Löffler'scher Flüssigkeit 
und ebenfalls mit Eosin gefärbt sind. In nach Gram oder Wei gert- 
scher Methode gefärbten Präparaten haben wir diese Parasiten nie zu Ge- 
sicht bekommen. Wie gesagt, lagen diese Mikroorganismen vorwiegend im 
Lumen der kleineren und der grösseren Gallengänge. Stellenweise konnte 
man jedoeh auoh ihre Anwesenheit in den Gallengangwänden oonstatiren. 
Und zwar fand dies in den Fällen statt, wenn die Infiltration derselben 
ziemlieh bedeutend war, was wir für die Mehrzahl der grossen Gallen wege 
bestätigen konnten. Wir hatten dann zuweilen Gelegenheit zu beobachten, 
wie die Infiltration auf diese Weise von der Gallengangwand auf das inter- 
lobuläre Bindegewebe oder auf die Leberläppohen selbst überging. Wieder- 
holt erwies sich dabei die Struotur der Gallengänge stellenweise ganz ver- 
wischt und diese selbst wie zerflossen. Auf diese Weise ging die Eiterung 
von der Gallengangwand direct per oontiguum auf das Lebergewebe über. 
In solchen Fällen fehlte manchmal ein ganzer Leberläppohenabschnitt, und 
zwar der dem Gallengang näher liegende TheiL Hier bemerkte man nur eine 
intensive kleinzellige Infiltration j dann kam ein schmälerer oder ein breiterer 
Streifen von abgeplatteten, sich schwer oder gar nioht färbenden Leberzellen, 



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— 160 — 

und erst weiter folgten tioh normal färbende Lebersellen. Sie hatten jedoeh 
nur an den wenigsten Stellen ihre regelmässige Form behalten; gewöhnlich 
waren sie bedeutend abgeplattet, ausgezogen. Dies hing damit zusammen, 
dass die Bluteapillaren wie auch die feinen interlobulären Venen fast überall 
sehr aufgetrieben und stellenweise mit Blut angefüllt waren. An einigen 
Stellen sah man ganze Blutoapillarnetze, die die oben beschriebenen Ba- 
cillen in grosser Menge enthielten. Zuweilen lagen diese auch zerstreut 
zwischen 2 Reihen Leberzellen. Um solche Stellen und auch um die früher 
erwähnten Absoesse herum, die von den Gallengangwänden direet auf das 
Lebergewebe übergriffen, bemerkte man ziemlich viele abgeplattete, sich 
sohwer oder gar nicht färbende Leberzellen oder Bruchstücke von solchen. 
In den grösseren Yenen haben wir keine Mikroorganismen gefunden. An 
vielen Stellen des untersuchten Präparates gelang es uns, in den Leberab- 
schnitten, in denen wir die erwähnten Parasitenanhäufungen gesehen hatten, 
kleinzellige Infiltration nachzuweisen. 

Die mikroskopische Untersuchung der Leber gab uns also in diesem 
Falle die Gewissheit, dass wir es mit einer nicht stark entwickelten Cir- 
rhose derselben zu thun hatten, die dem Anscheine nach jedenfalls mit 
der Erkrankung der Gallenwege und dem eitrigen Processe in ihnen in 
Zusammenhang stand. Davon ausgehend, dass wir in den grössten wie 
in den kleinsten Gallengängen Parasiten vorfanden, nehmen wir an, dass 
die Infection derselben von ersteren ausgegangen und von hier aus sich 
den immer feiner werdenden Verästelungen mitgetheilt hat Dieser Pro- 
cess, d. h. die Cholangitis purulenta, ist also als primäre Erkrankung 
zu betrachten. Secundär waren dann die Leberabscesse. Die Entstehung 
derselben wird durch die soeben angeführte Beschreibung der Präparate 
erläutert. Und zwar entstanden sie an einzelnen Stellen in Folge des 
Uebergehens des eitrigen Processes per contiguum von den Gallengängen 
direet auf das Lebergewebe, an anderen aber — durch Einwirkung der 
Parasiten, die wahrscheinlich in Folge des Auseinanderschiebens der 
Leberzellen durch die mit Eiter gefüllten kleinsten Gallencapiilaren se- 
cundär in die Bluteapillaren gelangt waren. Mit dieser Erklärung dar 
Thatsachen steht auch die Anwesenheit zahlreicher Parasiten in den Blut- 
eapillaren zwischen den Leberzellen, das Fehlen derselben in den grösseren 
Venen und die Anwesenheit ausserordentlich kleiner oder zuweilen etwas 
grösserer Leberabscesse in der Umgebung der mit Parasiten gefüllten 
Gapillaren in Einklang. 

Dies ist der Entstehungsmodus des eitrigen Processes in dem ange- 
führten Falle. Es erübrigt noch, die Frage, worin die Ursache desselben 
zu suchen sei, in Betracht zu ziehen. Die Anwesenheit der Mikroorga- 
nismen in den mit Eiter ausgefüllten Gallengängen, die Anwesenheit der- 
selben in den Abscessen der Leber selbst und die beginnende Infiltration, 
resp. die Entstehung von Abscessen an den Stellen, wo die Parasiten in 
den Bluteapillaren enthalten waren, sprechen deutlich dafür, dass die 
Entstehungsursache des eitrigen Processes in unserem Falle eben diese 
Parasiten waren. 

Wir kommen nun zur näheren Besprechung derselben. 

Zur Feststellung ihrer Natur wurde die eitrige Inhaltsmasse der 
Gallengänge und der A bscesse legeartis auf Gelatineplatten gegossen. 



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— 161 — 

Nach 48 Stunden erhielten wir darauf Reincnlturen eines Parasiten, 
der sich bei weiterer Untersuchung als Back coli commune erwies. 
Wir erhielten Colonieen von typischem Aussehen, die Gelatine auf 
Platten, in Strich- und Stichkulturen nicht verflüssigten, typische Strich- 
colturen auf Agar und auf Kartoffel, und wir überzeugten uns ausser- 
dem davon, dass unser Mikroorganismus Milch gerinnen macht, in 
Bouillon, der man vorher etwas gewöhnlichen Zucker beigemischt hat, 
and in mit Traubenzucker versetztem Agar Oase bildet, dass mit ge- 
wöhnlichem Zucker versetzte und mit Lackmus gefärbte Gelatine nach 
Beschickung derselben mit unserem Bacillus roth wurde, dass die 
Parrieti'sche Flüssigkeit ihn nicht tödtet, dass er sich weder nach 
Gram noch nach Weigert färbt, und dass er im hängenden Tropfen 
sich nur langsam bewegt. Unter dem Mikroskop präsentirte er sich 
in Gestalt von Stäbchen, die den von uns in Präparaten der be- 
treffenden Leber gesehenen vollkommen analog waren. In Anbetracht 
alles dessen mussten wir die von uns gezüchteten Culturen als Bact. 
coli bezeichnen und daraus folgern, dass nur diese Bakterien, als die 
sich allein daraus züchten lassenden, die Ursache des pathologischen 
Processes in den Gallenwegen waren, durch den der gewöhnliche Verlauf 
der Cholelithiasis, resp. die durch früher schon oft aufgetretene temporäre 
Gallenstauungen verursachte Lebercirrhose complicirt wurde. 

Zur Vervollständigung unserer Beweisführung fehlten nur noch Thier- 
versuche. Aus nicht von uns abhängenden Gründen waren wir gezwungen, 
dieselben auf einige Zeit zu verschieben; die von uns erhaltenen Culturen 
wurden während dessen in Bouillon und Gelatine aufbewahrt. Da wurde 
im Mai 1. J. ein dem obigen fast ganz analoger Fall (beobachtet. Wir 
werden aus diesem Grunde die mit den aus beiden Fällen erhaltenen 
Bakterien gemachten Experimente zusammen beschreiben. 

Fall IL Klinisch verlief er, ohne diagnosticirt zu werden. Wir 
fanden daher in der Krankengeschichte diesbezügliche Erscheinungen 
nicht verzeichnet. Aus dem betreffenden Sectionsprotocoll ist Folgendes 
anzuführen. Der Umfang der Leber ist um l / s vergrössert, die Ober- 
fläche glatt, der Band abgerundet An ihrer Oberfläche bemerkt man 
hellgelbe Fleckchen von der Grösse eines Hirsekorns bis zu der einer 
kleinen Haselnuss. Wurde die Leber an solchen Stellen aufgeschnitten, 
so zeigte es sich, dass diese Fleckchen durch kleine, der Oberfläche an- 
liegende AbBcesse bedingt waren. Auf der Schnittfläche lässt sich die 
lobuläre Structur der Leber deutlich verfolgen. Ausserdem erblickt man 
darauf zahlreiche, erweiterte und mit hellgelbem Eiter ausgefüllte Gallen- 
gänge. In der Gallenblase befinden sich ausser der bereits erwähnten 
Inhaltsmasse mehrere kleine Gallensteine. 

Die mikroskopische Untersuchung der Leber ergab in diesem 
Falle ein von dem im vorhergehenden Falle erhaltenen etwas abweichendes 
Resultat. Es waren nämlich im Lebergewebe selbst mehr Abseesse vor- 
handen, dafür waren dieselben aber kleiner. Fast innerhalb all dieser Ab- 
seesse liegen kleine Gallenkanäle, deren Lumen mit Eiter gefüllt, deren 
Epithel desquamirt und fast überall vollständig zerstört ißt, und deren Wan- 
dungen intensiv infiltrirt sind. Von ihnen ans geht die Infiltration unmittelbar 
auf das Lebergewebe über und ruft hier, analog dem ersten Falle, Abscess- 



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— 162 — 

bildung hervor. Man itösst aber auch ziemlich oft auf mit Eiter gefällte 
Gallengänge, von denen ans die Entzündung noob nicht auf die Leber falbst 
abergegriffen bat In allen afficirten Gallengängen zeigt die UnterBuchung 
mitteilt Oelimmenion die Anwesenheit von den im ersten Falle beschriebenen 
Jane ähnlichen Bacillen. Wir sehen also von einer Besehreibung derselben 
ab. Es muss nur nooh erwähnt werden, dass sie sich auch in diesem Falle 
weder nach Gram nooh nach Weigert färbten. Durch die mikroskopische 
Untersuchung konnten keinerlei andere Parasiten nachgewiesen werden. In 
fielen Gallengängen mit sehr schwach infiltrirten Wandungen, deren Inhalts- 
nasse nichts mit Eiter gemein hatte, fanden wir ebenfalls eine ebenso grosse 
Anzahl derselben Parasiten. Die Blutgefässe waren in diesem Falle weit 
weniger aufgetrieben als im ersten. In den Blutoapillaren fanden wir auch, 
riemlich viel Parasiten vor. Das interlobuläre Bindegewebe war nicht so 
bedeutend vermehrt, wie im vorigen, die Fasern desselben traten weniger 
deutlich zu Tage. Kleinzellige Infiltration desselben war nur an den Stellen 
wahrzunehmen, wo mit Eiter gefüllte Gallengänge darin lagen. 

Die mikroskopische Untersuchung Hess uns also zu dem Schlüsse 
kommen, dass wir es mit einem eitrigen Process der Gallengänge zu 
thun hatten, der augenscheinlich sich von den grösseren per continuum 
auf die kleineren ausbreitete und ausserdem per contiguum dem Leber- 
gewebe selbst mittheilte. Auf diese Weise war es zur Entwicklung 
des eitrigen Processes in den allerkleinsten Gallencapillaren und 
zur Bildung von Abscessen in der Leber selbst gekommen. Auch in 
diesem Falle müssen wir die Parasiten als die Ursache der Eiterung 
betrachten, denn wir fanden sie fast in allen eitergefüllten Gallengängen 
nnd in den kleinsten, wie auch in den grösseren Leberabscessen. Was 
die Art derselben betrifft, so waren wir nach erfolgter bakteriologischer 
Untersuchung wie im ersten Falle genöthigt, aus ganz denselben Gründen 
diese Parasiten für B. coli commune anzuerkennen. Ihre constante 
und ausschliessliche Anwesenheit in allen Eiterherden des untersuchten 
Falles Hess uns voraussetzen, dass sie die eigentliche Ursache der Ent- 
stehung derselben seien. Um den unwiderlegbaren Beweis dafür zu 
liefern, unternahmen wir eine Reihe von Thierexperimenten mit den er- 
haltenen Parasiten. Wir führen hier das Resultat dieser Experimente 
in Kürze an. 

In dem zu Anfang gegebenen Literaturverzeichniss haben wir er- 
wähnt, dass Charrin und Roger die bei dieser Krankheit erhaltenen 
Culturen direct in die Gallenwege injicirten. Da es uns am zweckmässig- 
en schien, diesen Process experimentell auf demselben Wege hervorzu- 
rufen, wie er sich in der Natur abspielt, wählten wir gerade diese Ex- 
Krimente. Die Methode, zu welcher wir uns entschlossen, war folgende, 
e Bouilloncultur oder die wässrige Aufschwemmung der auf Gelatine 
gezüchteten Parasiten wurde in ein Glasröhrchen gezogen, dessen weiteres 
Ende mit Watte verstopft war; das andere Ende war eng und lang aus- 
gezogen (bis zu 10 cm). Es muss noch angegeben werden, dass vor 
dem Gebrauch das enge Ende verlöthet und das ganze Röhrchen steri- 
lisirt wurde. Nach Einziehen der Aufschwemmung in die Röhre wurde 
das enge Ende derselben wieder verlöthet, und das ganze Röhrchen kam 
bis auf Weiteres in 1-proc. Sublimatlösung. Das Vorgehen bei dem Ex- 



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— 163 — 

periment selbst war folgendes. Einem Hunde wurde der ganze Bauch 
laairt und hierauf die Haut mit Seife, Spiritus, Aether und 0,1%-proc. 
Sublimat gewaschen. Dann wurde das Thier chloroformirt und 2 cm von 
der Medianlinie, vom Rippenrand beginnend, längs des Bauches ein Schnitt 
gemacht Derselbe war gewöhnlich 3—7 cm lang. Nach Eröffnung der 
Bauchhöhle und nach Auffinden des Zwölffingerdarms waren wir bemüht, 
die Stelle zu finden, wo der D. choledochus hineinmündet. Diese 
ist am leichtesten bei entsprechendem Ausziehen des Zwölffingerdarms 
zu finden. Der Stelle gegenüber, wo wir die Mündung des D. chole- 
dochus yermutheten, wurde der Darm in möglichst geringer Ausdeh- 
nung aufgeschnitten (2—5 cm), die Mündung des Choledochus festgestellt 
und behufs leichter Dilatation eine dünne Sonde eingeführt Hierauf 
wurde das Röhrchen aus dem Sublimat herausgenommen, sorgfältig mit 
einem gut ausgedrückten Wattetampon mit 3%-iger Garbolsäure ab- 
gewischt und dann mit einer geglühten Pincette das zugelöthete Ende 
abgebrochen. Indem wir nun das weite Ende des Röhrchens mit dem 
Finger zuhielten, führten wir es — natürlich nach Herausnahme der 
Sonde — mit grosser Vorsicht und langsam etwa 2 cm tief in den D. 
choledochus ein. Durch Hineinblasen wurde nun der Inhalt des Röhr- 
chens in die Gallenwege eingeführt, worauf das Röhrchen rasch entfernt 
und die Mündung des Ductus choledochus einige Minuten lang mit 
dem Finger zugehalten wurde, um auf diese Weise wenigstens eine mo- 
mentane vollständige Gallenstauung hervorzubringen. Dann wurde am 
Darm eine Doppelnaht angelegt, das Omentum längs der Naht mit 
festgenäht, die Bauchwand zugenäht und die Wunde mit elastischem 
Sublimatcollodium bedeckt Diese Operation wurde an 4 Hunden voll- 
zogen. 

Experiment I. Unter Chloroform wurde die Laparotomie vorge- 
nommen, das Duodenum aufgeschnitten, durch den D. oholedoohus das 
Röhrchen in die Gallenblase eingeführt und 2 com der 4. Generation einer 
Bouilloneultur injioirt. Hierauf wurde der Dann vernäht und das Omentum 
länge der Naht mit festgenäht Der Hund ging am nächsten Tage zu Grunde. 
Bei der Seetion fanden sieh in den inneren Organen keine Veränderungen 
ausser den mit dem chirurgischen Eingriff in Verbindung stehenden. Die 
Gallenwege enthielten die gewöhnliche reine Galle. 

Experiment EL Ein Hund. Es wurde unter Chloroform dieselbe 
Operation ausgeführt wie bei dem vorhergehenden Experiment; der Hund 
starb nach 52 Stunden. Bei der Seetion zeigte es sieh, dass die Dannnaht 
gilt hielt. In der Bauchhöhle wurden etwa 10 ocm sehr trüber, rosa ge- 
färbter Flüssigkeit vorgefunden. Das die Barmabschnitte in der Lebergegend 
und den entsprechenden Theil der Bauohwand bedeokende Peritoneum ist 
hyperämisch, getrübt und mit einer geringen Quantität Fibrin bedeokt Der 
Zwölffingerdarm ist mit der unteren Leberfläche verklebt. Alle Leberlappen 
sind verklebt. An ihrer oberen Fläche, iwischen Leber und Diaphragma, 
hatte sich eine grössere Quantität einer eiterähnlichen Flüssigkeit ange- 
sammelt, so dass man dieselbe mit dem Messer aufnehmen konnte. Die 
mikroskopische Untersuchung wies Jedoch naoh, dass es nicht Eiter, sondern 
kleine amorphe Körnchen, vermischt mit wenig zahlreichen Blut- und Eiter- 
körperehen, waren. Diese Flüssigkeit wurde auf Gelatineplatten gegossen. 



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— 164 — 

Naeh 3 Tagen hatte sieh eine Reinoultur des Baot coli entwickelt. Auch 
in diesem Falle waren die Gallengänge unverändert 

Experiment III. Ein Hund. Die Technik der Operation war die- 
seihe wie oben. Am Tage nach der Operation war der Hund krank, frass 
nicht. Am dritten Tage begann er wieder zu fressen« Nach 7 Tagen war 
der Hund gans gesund. Am 8. Tage wurde er getödtet Die Seetion zeigte, 
dass die Darmnaht gut hielt und dass das Omentum, einen dicken Wulst 
bildend, damit Terwachsen war. Das Peritoneum war überall blase, glänzend. 
In der Bauchhöhle war keine Flüssigkeit. Die Gallenblase war stark aus- 
gedehnt, mit ganz normaler Schleimhaut ausgekleidet Die Galle war blast, 
durchsichtig. 

Experiment IV. Ein Hund. Dieselbe Technik der Operation. Nach 
10 Tagen wurde der Hund getödtet Bei der Seetion traten in den inneren 
Organen keine anderen als die mit dem operativen Eingriff zusammen- 
hängenden Veränderungen zu Tage. 

Wie aus der Beschreibung obiger Experimente zu ersehen ist, war 
das Resultat derselben insofern ein negatives, als es uns kein einziges 
Mal gelang, irgend welche Veränderungen in den Gallengängen hervor- 
zurufen. Vielleicht hätten wir das erwünschte Ziel bei einer grösseren 
Anzahl von Proben erreicht, wie Gharrin und Roger u. A. Die com- 
plicirte und zeitraubende Technik der Experimente veranlasste uns jedoch, 
unsere ursprüngliche Absicht aufzugeben, umsomehr, als das nicht der 
einzige Weg war, um uns von den pyogenen Eigenschaften des von uns 
gezüchteten Bact. coli zu überzeugen. Wissen wir doch, dass Parasiten, 
die an einer Stelle eitrige Processe hervorzurufen im Stande sind, diese 
Eigenschaft auch behalten müssen, wenn sie in andere Gewebe injicirt 
werden; deshalb können auch durch Einwirkung dieses Parasiten hervor- 
gerufene subcutane Abscesse bereits för einen sicheren Beweis seiner 
pyogenen Eigenschaften gelten. Um nun festzustellen, ob unsere Gulturen 
des Bact coli diese Eigenschaften besässen, machten wir eine Reihe 
von Experimenten damit, deren Beschreibung folgt 

Da bekannt ist, dass die pyogenen Mikroorganismen durch mehr- 
maliges Verimpfen auf künstliche Nährböden ihre virulenten Eigenschaften 
einbüssen, da aber andererseits ein ziemlich hoher Grad von Virulenz 
dazu nothwendig ist, damit die Impfung mit diesen Parasiten überhaupt 
zur Eiterung führen könne, beschlossen wir, nach Lesage etMacaigne 
und Wurtz' Beispiel die Virulenz des Bact. coli durch mehrmalige 
Impfungen in die Pleurahöhle zu steigern. Zu diesem Zwecke wurden 
2 Kaninchen je 2 ccm der zu obigen Experimenten verwandten Bouillon- 
cultur (4. Generation) in die Pleurahöhle eingeführt. Allein es zeigte 
sich, dass die unter diesen Bedingungen verwandten Parasiten sich gleich 
sehr giftig erwiesen. 

Experiment V. Einem Kaninchen wurden 2,0 ocm einer Bouillon- 
oultur des Baot. ooli in 4. Generation in die Pleurahöhle injicirt Das 
Thier starb nach 24 Stunden. Bei der Seetion waren in den inneren Organen 
keine Veränderungen zu entdecken. Die Pleura war blas*, glänzend, die 
Pleurahöhle enthielt keine Flüssigkeit 

Experiment VI. Einem Kaninohen wurden 2,0 ocm einer 
Bouillonoultur des Baot ooli 4. Generation in die linke Pleurahöhle in- 



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— 166 — 

jicirt; nach 24 Stunden starb das Thier. Der Sectionsbefund war fol- 
gender. Die linke Pleura ist intensiy hyperämisoh, ganz mit einer Sohioht 
Fibrin bedeckt, das an manohen Stellen Faden sieht« Denselben Belag finden 
wir auf der ganzen Aussenfiäohe des Perioardiums. In der Pleurahöhle 
waren etwa 5 ocm ganz trüber, blutiger, klebriger Flüssigkeit yorhanden. 
Bei der mikroskopisohen Untersuchung wurde oonstatirt, dass diese Flüssig- 
kein Eiter war. Die Flüssigkeit enthielt kleine Körnchen von verschiedener 
Grösse und Form, Blutkörperehen, Fibrinfasern und Eiterkörperchen in 
geringer Anzahl; diese Flüssigkeit wurde auf Gelatineplatten gegossen und 
daraus das B. coli in Eeinoultur gezüchtet. — Die Leber war etwas ver- 
größert, hyperämisoh. An ihrer freien Oberfläche und an der Schnittfläche 
wurde eine grosse Anzahl gelber, etwa hirsekorogrosser Herde gefunden. 
Diese Herde lagen vorwiegend dicht unter der Leberoberfläche und an den 
freien Bändern der Leber. Nur an einer Stelle wurden in der Mitte der 
Leber mehrere derselben neben einander gefunden. Dazwischen und um 
dieselben herum war die Leber etwa 1 cm weit getrübt und leicht zerreiss- 
bar. Die Abschnitte wie auch ein unter der Oberfläche liegender Herd 
wurden mikroskopisch untersucht Es stellte sieh heraus, dass dies miliare 
Abseease waren. Sie präsentirten sich als Anhäufungen von Eiterkörperchen, 
zwischen denen ziemlich dicke, kurze Stäbchen wahrzunehmen waren. Die 
sie umgebenden Leberzellen wollten grösstenteils gar keine Färbung an- 
nehmen (Löff ler 'sehe Lösung), in anderen färbten sich nur die Kerne, 
noch andere waren intensiv körnig, nahmen aber noch Farbstoff in bedeuten- 
der Menge an. Einige dieser Abscesse lagen zwischen den Leberlobuli, 
andere in den Lobuli selbst» wieder andere im Bindegewebe dicht neben 
den Blutgefässen, noch andere endlich um die Gallengänge herum. Ein 
Qallengang war stark erweitert, das Epithel desselben desquamirt und trüb, 
das ganze Lumen mit Eiterkörperchen ausgefüllt. Bacillen wurden jedoch 
nicht gefunden. Wir sehen also, dass kein Grund vorliegt, den eitrigen 
Process in der Leber mit den Gallengängen in Zusammenhang bringen zu 
wollen ; er muss vielmehr als Resultat der hämatogenen Infeotion betrachtet 
werden, eines Symptoms der Septioo-pyaemi e, an der das Kaninchen 
zu Grunde ging, wie aus obigem Sectionsbefund erhellt. 

In Anbetracht dieses Resultates unserer Experimente erachteten wir 
die weitere Erhöhung der Virulenz unserer Parasiten für überflüssig und 
schritten gleich zur subcutanen Injection. Die Technik der Experimente war 
dieselbe wie früher, nur mit dem Unterschiede, dass das Röhrchen mit 
dem nicht abgebrochenen Ende durch die cauterisirte, mit sterilisirter 
Nadel durchstochene Haut in das Subcutangewebe eingeführt wurde. 
Dann wurde das Röhrchenende darin abgebrochen, die Inhaltsmasse hinein- 
geblasen, die Wunde wieder mit dem Paquelin cauterisirt und mit Subli- 
matcollodium Übergossen. Solche subcutane Impfungen wurden an 6 Hunden 
gemacht, wobei wir folgende Resultate erhielten. 

Experiment YIL 10./XL Ein H u n d. In die linke Schulterblatt- 
gegend wurde subcutan 1 cem einer wässrigen Aufschwemmung injicirt, welche 
die Hälfte einer Gelatinestriohcultur des aus einer Angiooholitis purulenta 
gezüchteten Baot coli enthielt 

11./2L An der Injectionsstelle hat sich eine ziemlieh harte, diffuse, 
gegen Druck sehr empfindliche, nicht fluetuirende Geschwulst gebildet« Die 
Geschwulst ist circa 4 qcm gross. 



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— 166 — 

12. /XL St idem. 13./XI. Das Oedem und die Gesehwulst sind 
eringer. 15./XL Die Geschwulst hat nooh mehr abgenommen. 18./XL 
He Geschwulst ist nicht mehr su fühlen. Im Laufe der nächsten Tage 
enas der Hund vollständig. 

Experiment VUL 10./XI. Ein Hund. Ausfuhrung und Verlauf 
;ans wie bei Experiment VII. 

Experiment IX« ll./X. An der Injectionsstelle ist eine etwa 
> cm lange, 5 cm breite Erhöhung xu sehen. 12./XL St. idem. Fluo- 
nation ist nicht xu bemerken. 13./XL Die Geschwulst ist etwas grosser 
ud höher geworden; deutliche Fluotuation. Der Hund wurde getödtet 
fach Ineision der üuctuirenden Stelle entleerte sich liemlieh dickflüssiger, 
iit Blut grau gefärbter Eiter (etwa 15 com). Er wurde auf Gläschen ge- 
trieben und mikroskopisch untersucht, wobei es sich herausstellte, dasa ex 
orwiegend aus poiynuoleären Zellen bestand und yiel Stäbchen enthielt, die 
ich mit Löffler'scher Lösung färbten, nach Gram oder Weigert aber 
eine Färbung annahmen. Es wurden Flattenoulturen auf Gelatine angelegt; 
rix erhielten das Back coli in Beineultur. Die mikroskopische Unter- 
achung des die Wandungen des Abscesaes bildenden Gewebes zeigten: 
ehr starke Ueberfullung der grösseren und der kleineren Gefässe der Sub- 
utis, unbedeutende Blutergüsse darin, intensive kleinzellige Infiltration, die 
m so grösser war, je näher die untersuchte Stelle der Absoesshöhle war, 
Erweiterung der Saftkanälchen, in denen, wie auch zwischen den Eiter- 
örperehen, sich dieselben Stäbchen befinden, die wir im Eiter selbst wahr- 
ahmen. 

Experiment X. 16. /XL Ein Hund. Technik wie bei No. VII, 
iur mit dem Unterschiede, dass Parasiten injicirt wurden, die aus der bei 
Experiment No. II entstandenen Perihepatitis acuta fibrinosa ge- 
ächtet waren. 

16./XL An der Injectionsstelle ist eine diffuse, eine Fläche Ton etwa 

qcm einnehmende Schwellung. 17./XI. Die Schwellung ist etwas geringer. 

O./XI. Das Oedem ist verschwunden, die Geschwulst nicht mehr zu fühlen. 

Experiment XL 15./XL Ein sehr abgemagerter Hund. Es 
rurden Parasiten derselben Abstammung injicirt wie bei Experiment No. X. 
6. XL An der Injectionsstelle ist eine grosse, eine Fläche yon etwa 6 qcm 
innehmende, schon etwas fiuotuirende Geschwulst 17. /XL Die Erhöhung 
n der Injectionsstelle ist weit grösser, die Fluctuation deutlich wahrnehmbar. 
>a befürchtet wurde, der Abscess könne sich von selbst eröffnen, wurde der 
lund getödtet. Nachdem ein Hauteinschnitt gemacht war, floss hellgelber, 
icht übelriechender Eiter (etwa 40 oem) heraus. Er wurde auf Gläschen 
errieben und mikroskopisch untersucht; es erwies eich, dass er fast nur aus 
olynuoleären Zellen bestand und Parasiten, die sich nur mit der Löffler- 
ohen Flüssigkeit, nicht aber nach Gram und Weigert färbten, in nicht 
u grosser Anzahl enthielt Die Untersuchung der Gewebe ergab dasselbe 
Resultat, wie die Untersuchung im Experiment No. IX Es wurden Gelatine- 
litten gegossen und Bact coli in Reinzucht oultivirt 

Experiment XIL 15./XL Ein Hund. Zur Injeotion wurde eine 
rässrige Aufschwemmung verwandt, die die Hälfte einer Gelatine -Strich- 
ultur des aus dem Pleuraexsudat in Fall VI stammenden Bact coli 
nthielt 



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- 167 — 

16./XL An der Injectionsstello ist eine sehr schmerzhafte Geschwulst 
Ton der Grösse einar Walnuß*. 17./XI. Etwas mehr Oedem um die Ge- 
schwulst herum, sehr schmerzhaft. 18. /XL Die Geschwulst beginnt zu 
fluctuiren. 19./XI. Deutliche Fluetuation. Der Hund wurde getödtet. Nach 
Eröffnung der Geschwulst erwies es sieh» dass die Haut und das Subeutan- 
gewebe stark gesehwollen waren und zahlreiche hellgelbe, grosse, nekrotisirte 
Herde enthielten. Das umliegende Gewebe ist auch geschwollen. Die Absoess- 
höhle ist nicht gross und enthält kaum einige com dünnen, blassgelben Eiters. 
Die Resultate der mikroskopischen und der bakteriologischen Untersuchung 
waren identisch mit denen, die wir bei den nach obigen Experimenten vor- 
genommenen Untersuchungen erhielten. 

Es ist aus den letzten 6 Experimenten ersichtlich, dass das subcutan 
injicirte Bact. coli in dem durch dasselbe inficirten Gewebe constant 
eine entzündliche Reaction hervorrief. In drei Fällen beschränkte sich 
diese Reaction auf Schwellung und Infiltration des Gewebes, die in der 
Folge allmählich sich wieder zurückbildeten; in den 3 anderen aber kam 
es zur Eiterung. Der eitrige Process war intensiv entwickelt, denn das 
Gewebe war weithin zerstört und Eiter in grosser Menge vorhanden. Der 
erste Fall von Eiterung war unter Einwirkung der aus Angiocholitis 
purulenta gezüchteten Parasiten entstanden, der zweite verdankte 
seine Entstehung den aus einer Perihepatitis stammenden Mikro- 
organismen, der dritte — denen aus einer auch durch Impfung mit den- 
selben hervorgerufenen Pleuritis. Wir sehen also, dass die 4mal wieder- 
holte Verimpfung der direct aus den Gallenwegen erhaltenen Parasiten 
diesen ihre pypgenen Eigenschaften durchaus nicht geraubt hatte. Einer- 
seits verursachten sie direct subcutane Eiterung, andererseits führten sie 
zur Septikämie (Exp. VI), die bekanntlich zu den mit Eiterung zusammen- 
hängenden Processen gehört. Die aus diesen recenten Herden erhaltenen 
Parasiten besassen, wie aus Exp. XI und Xu zu ersehen, keine stärkeren 
autogenen Eigenschaften, als die mehrmals durch künstliche Nährböden 



Fassen wir nun alles oben Gesagte zusammen, so erweist sich Folgen- 
des: 1) in einer Gruppe von Experimenten (Injectionen in die Gallengänge) 
erhielten wir negative Resultate, 

2) in einer anderen Gruppe (Exp. No. VII, VIII, X) erzielten wir 
ziemlich ins Auge fallende und bedeutende entzündliche Processe, die 
jedoch nicht in Eiterung übergingen, 

3) in 3 Fällen (No. IX, XI, XII) erhielten wir Eiterung im Subcutan- 
gewebe, 

4) in 2 Fällen (No. V, VI) führte die Injection des Bact coli 
unter septikämischen Erscheinungen zum Tode des Thieres. 

Obige Eigenschaften des von uns gezüchteten Bact. coli berechtigen 
uns dazu, dasselbe den übrigen pyogenen Mikroorganismen gleichzustellen. 
Wir wissen ja, dass die häufigsten Eiterungserreger, die Staphylokokken 
und Streptokokken, bei Thierimpfungen auch nicht immer zur Eiterung 
führen, dass die Impfung damit bald erfolglos bleibt, bald zu schwacher 
seröser Entzündung oder zur Bildung eines eitrigen Exsudates führt, 
bald die Ursache der Septikämie resp. Pyämie genannten Allgemein- 
infection wird. Alle diese Stufen der Wirksamkeit des Bact coli auf 



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— 168 — 

den Thierkörper hatten wir Gelegenheit, in unseren doch nur wenigen 
Experimenten zu beobachten; deshalb berechtigen uns dieselben auch 
schon, dem Parasiten, mit dem wir es zu thun hatten, pyogene Eigen- 
schaften zuzusprechen. Da aber in beiden von uns beobachteten Fällen 
von Eiterung der Gallenwege nur dieser Parasit vorhanden war, der, wie 
wir gesehen, zweifellos pyogen wirkt, so müssen wir seine Anwesenheit 
hier für die alleinige Ursache der eitrigen Entzündung der Gallenwege 
halten. 

Es soll damit nicht gesagt werden, dass wir das Bact. coli für 
die ausschliessliche oder auch nur für die häufigste Ursache der Eiterung 
in den Gallengängen halten. Zweck unserer Arbeit war es nur, zu zeigen, 
dass il A. auch dieser Parasit selbständig zur Eiterung in den Gallen- 
gängen führen kann, und einen Beitrag zur Lehre von den pathogenen 
Eigenschaften des die Pathologen immer mehr und mehr beschäftigenden 
Bact. coli zu liefern. 

Warschau, den 24. November 1893. 



Referate. 



Reisinger, Gottlieb, Zur Lehre von der Entstehung der Hirn- 
druckerscheinungen. I. Mittheilung. Ueber die Folgen 
der Behinderung des Blutabflusses aus dem Schädel- 
raum e. [Aus dem Institute für experimentelle Pathologie an der 
deutschen Universität in Prag.] (Zeitschrift für Heilkunde, Bd. XIV, 
S. 1.) 
R. theilt in dieser Publication die Ergebnisse einer Beihe von Thier- 
versuchen mit, die er unternahm, um die nicht vollständig aufgeklärten 
Verhältnisse beim pathologischen Hirndrucke zu studieren. Die Experi- 
mente wurden in der Weise ausgeführt, dass in zwei Fällen die beiden 
äusseren Jugularvenen allein, in vier Fällen die äusseren Jugularvenen 
und die beiden Schlüsselbeinvenen nahe an ihrer Vereinigungsstelle und 
in allen übrigen Fällen die beiden oberen Hohlvenen herzwärts von der 
Vereinigungsstelle der Jugular- und Schlüsselbeinvenen unterbunden wur- 
den. Von 88 so behandelten Thieren (37 Kaninchen und 1 Meerschwein- 
chen) blieben 10 länger als 5 Tage am Leben und eines derselben über- 
stand den Eingriff länger als ein Jahr. Die Ergebnisse dieser Versuchs- 
reihe, der der Verf. noch zwei weitere folgen lassen will, fasst derselbe 
in folgenden Sätzen zusammen: 

1) Die ausgeführten Versuche bestätigen die Angaben von Kuss- 
maul, Tenner, Herrmann und Escher, dass auch eine möglichst 
weitgehende Hemmung des Blutabflusses aus der Schädelhohle wenigstens 
unmittelbar keine Krämpfe auslöst 

2) Die venöse Hyperämie des Gehirnes bewirkt eine Herabsetzung 
des Druckes in den Carotiden, sehr oft auch eine Verlangsamung der 



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— 169 — 

Respiration, erweist sich dagegen nicht von einem wesentlichen Einflüsse 
anf die Frequenz der Herzaction. 

3) Die Unterbindung der oberen Hohlvenen kann unter Umständen 
zu Blutergüssen in das Schädelcavum führen, die wahrscheinlich im ur- 
sächlichen Zusammenhange mit hiernach auftretenden Krämpfen stehen. 

4) Exophthalmus ist eine regelmässige Folge dieses Eingriffes; das 
hierbei sich einstellende Thränenträufeln kann nicht lediglich als Folge 
der Hemmung des Blutabflusses angesehen werden. 

5) Die durch die Unterbindung der oberen Hohlvenen erzeugte Stau- 
ungshyperämie , die sich nach längerer oder kürzerer Zeit ausgleicht, 
ist für sich nicht geeignet, Stauungspapille hervorzurufen. 

6) Die Unterbindung der oberen Hohlvenen bedingt notwendiger- 
weise weder primär erkennbare Functionsstörungen des Gehirns, noch 
ruft sie solche secundär hervor. 

von Wumehheim (Prag). 

l)Kusiek, Julius, Experimentelle Studien über die corticale 

Innervation der Rumpfmusculatur. 
2) Yierhuff, W., Ueber absteigende «Degeneration nach ein- 
seitigen Hirn- und Rückenmarksverletzungen. 

Die beiden in ihrer Tendenz und ihren Ergebnissen sich eng an- 
einander anschliessenden Arbeiten sind erschienen in den „Gesammelten 
Abhandlungen aus der medicinischen Klinik zu Dorpat", 
herausgegeben von Prof. Unverricht (Wiesbaden 1893, Verlag von 
J. F. Bergmann). 

Der erste Theil dieser gesammelten Abhandlungen beschäftigt sich 
mit einigen Fragen, welche durch die experimentelle Arbeit Un ver- 
richte über die Epilepsie (1883) angeregt worden waren. So hatten 
Dnverricht's Versuche ergeben, dass bei Hunden die Rumpfmuskeln 
und das Platysma myoides von der gleichseitigen Hirnhemisphäre 
aus inner virt werden, im Gegensatz zu der contralateralen Innervation 
der übrigen Musculatur. 

Frühere Untersucher waren z. Th. zu anderen Ergebnissen gelangt, 
so namentlich Munk, der eine gekreuzte Innervation auch für die 
Rumpfmuskeln annahm, und zwar mit Verlegung des Gentrums in das 
Stirn h im (beim Hunde und Affen); ferner Goltz, sowie neuerdings 
Luciani und Sepilli, und endlich Landois (1890). 

Fritsch und Hitzig schlössen aus ihren Versuchen auf eine Ver- 
sorgung der Muskeln beider Rumpfhälften von jeder Hemisphäre 
ans; nur Bechterew 's (1887) Resultate stimmten mit denen von Un- 
verricht überein. 

Die Arbeit Kusick's (1) nun beschäftigt sich erstens mit einer 
nochmaligen experimentellen «Nachprüfung dieser Resultate, und zweitens 
mit der Frage des weiteren Verlaufes der Fasern für die Rumpfmuscu- 
latur im Rückenmark. K. experimentirte an kleinen, nicht zu jungen 
Hunden, und zwar einmal mit Reizungs- und Ausschaltungs- 
versuchen an der Hirnrinde, weiterhin mit halbseitigen 
Durchschneidungen des oberen Rückenmarks (im Ganzen 
16 Versuche). — Zur Reizung der Hirnrinde diente ein mit Du Bois- 
schem Schlittenapparate verbundenes Bunsen'sches Element; mit Ver- 

CntnJtdatt t ABf . Pftthol. V. 12 



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— 170 — 

wendong von Stromstärken, die eben eine deutliche Sensation auf der 
Zungenspitze hervorriefen. 

Die Thiere wurden meist mit Morphin narkotisirt, da dieses nach 
Unverricht auf die Erregbarkeit der Hirnrinde ohne wesentlichen 
Einfluss ist. 

Im Gegensatz zu Munk und übereinstimmend mit Hitzig, Loeb, 
Goltz il A. konnte zunächst bezüglich der Stirn läppen festgestellt 
werden, dass dieser Gehirnbezirk mit den Rumpfbewegungen gar 
nichts zu thun hat Es können vielmehr die Rumpfmuskeln, wie 
schon Unverricht fand, von einem constant zwischen den Centren für 
die gekreuzten Extremitäten gelegenen Punkte aus zur Kontraktion ge- 
bracht werden: Bei Reizung des Gyrus sigmoides post (Lang- 
ley) zwischen den Gentren für die contralateralen Extremitäten trat 
stets eine starke Krümmung der Rückenwirbelsäule concav nach der 
gereizten Hemisphäre auf; bei Auslösung eines allgemeinen Krampf- 
anfalles von irgend einem Centrum aus ist stets die Konvexität der 
Krümmung nach der krampfenden Körperhälfte gerichtet. Dem ent- 
sprechen auch die Ergebnisse der Ausschalt ungs versuche (Ans- 
löffelung oder Unterschneidung des Gyrus sigmoides); die dabei auf- 
tretenden Ausfallssymptome von Seiten der gleichnamigen Rumpfmuskeln 
pflegen in ca. 2—4 Wochen nach der Operation zu schwinden, was sich 
durch vicariirendes Eintreten basaler, eventuell auch spinaler Ganglien 
für die corticaleir erklären lässt (L u c i a n i und Tamburini); möglicher- 
weise ist die Vertretung der Rumpfmuskeln in der Hirnrinde eine we- 
niger vollkommene als die der Extremitätenmuskeln. 

Weiterhin war nun die Frage zu entscheiden, ob die Fasern für die 
Rumpfmuskeln ungekreuzt nach abwärts verlaufen oder ob sie nach 
Betheiligung an der Pyramidenkreuzung im Rückenmark eine nochmalige, 
also doppelte Kreuzung erfahren. Zu diesem Zwecke wurden halb- 
seitige Durchschneidungen des Rückenmarks, theils im Halsmark, theils 
im oberen Brustmark ausgeführt, und zwar mit dem Ergebniss, dass 
stets diejenige Rumpfhälfte Schwächezustände zeigte, welche der nicht 
durchschnittenen Rückenmarkshälfte entsprach (Krümmung der Wirbel- 
säule concav nach der durchschnittenen Seite). Nach halbseitiger Durch- 
schneidung im oberen Brustmark trat später bei Gehversuchen eine 
Concavkrümmung der Rückenwirbelsäule nach der unverletzten Seite 
auf, die K. als secundäre Kontracturerscheinung auffasst Wurde bei 
links durchschnittenem Rückenmark das rechte corticale Rumpfcentrum 
gereizt, so zeigten sich niemals Contractionen der Rumpfmuskeln, wohl 
aber trat die entsprechende Rumpfkrümmung ein bei Reizung des links- 
seitigen Centrums. Hiernach verlaufen also die Leitungsbahnen zu 
den Rumpfmuskeln in der gegenüberliegenden Rückenmarkshälfte und 
muss deshalb eine doppelte Kreuzung dieser Fasern angenommen 
werden (cfr. auch Unverricht, Neurolog. Centralblatt, 1890, No. 16 
und 17: Ueber doppelte Kreuzung cerebrospinaler Leitungsbahnen). 

Die Ergebnisse Kusick's erhalten eine weitere Stütze und Be- 
festigung durch die Untersuchungen von Vierhuff (2) über die ab- 
steigende Degeneration nach einseitigen Hirn- und Rückenmarksver- 
letzungen. Wenn eine doppelte Kreuzung eines Theils der cerebro- 
spinalen Leitungsbahnen besteht, so musste es gelingen, auf beiden 



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— 171 — 

Seiten des Rückenmarks absteigende Entartung nach* 
«weisen. Diesen Beweis hat nun Vierhuff thatsächlich erbracht, 
md zwar nicht nur für die einseitigen Exstirpationen im Bereiche der 
motorischen Hirnrinde, sondern namentlich auch, worauf besonderes 
Gewicht zu legen ist, für die halbseitigen Durchschneidungen 
des Rückenmarks (7 Versuche). Schon Pit res, Hom6n, Löwen- 
thal und Hadden hatten das Vorkommen einer bilateralen Secun* 
därdegeneration nach einseitigen Hirnerkrankungen (beim Menschen und 
bei Tliieren) beobachtet und Hom6n speciell auch schon für ver- 
einzelte Pyramidenfasern eine doppelte Kreuzung angenommen. 
Sandmeyer (1891) fand beim Hunde nach einseitiger Exstirpation 
motorischer Gentra oft, aber nicht regelmässig, auch gleichseitige 
Degeneration im Bückenmark; dieselbe ist mit dem Marchi'achen 
Baigens bereits am 9. Tage nachweisbar. 

Vierhuff experimentirte an Hunden in gleicher Weise wie 
Kasick und gelangte auch bezüglich der FunctionsstBrungen, welche 
die operirten Thiere im Bereiche der Rumpfmuskeln darboten, zu den- 
selben Resultaten wie jener. Die Thiere wurden meist 27—37 Tage 
nach der Operation getödtet, weil gerade nach dieser Zeit die seeundftre 
Degeneration sich am günstigsten beobachten l&sst (Schiefferdecker). 
Gefärbt wurden die Rückenmarksschnitte theils nach Weigert, theils 
mit Boraxcarmin. Histologisch fand sich stets, sowohl nach Auslöffelungen 
eines Gyrus sigmoides, wie nach halbseitiger Durchschneidung des 
oberen Rückenmarks eine doppelseitige Degeneration in beiden Pyramiden- 
satenstrangbahnen, und zwar ist dieselbe regelmässig stärker ent- 
wickelt nach Hirnläsionen auf der gekreuzten, nach einseitigen Bücken- 
marlcBdurchschneidungen auf der gleichnamigen Seite; die weniger 
degenerirte Seite zeigt stets nur eine geringe Anzahl er- 
krankter Fasern. 

In den Vorder strängen fand sich dagegen keine Degeneration, 
weshalb sich V. der Ansicht anschliesst, dass beim Hunde eine Pyramiden- 
vorderstrangbahn nicht existirt (Lenhoss6k, Bechterer). — Das 
•geschilderte Verhalten lässtsich aus der Annahme eines ungekreuzten 
Verlaufs des kleineren Faserantheih nicht erklären, sondern weist mit 
Bestimmtheit auf eine doppelte Kreuzung desselben hin. 

Das specielle Verhalten der Degeneration dicht unterhalb der Durch- 
achneidungsstelle im Bückenmark macht es ferner wahrscheinlich, 
dass die Kreuzung innerhalb des Rückmarks in verschiedenen Quer- 
schnitten nach Art der sensibeln Fasern erfolgt 

Beinhold (Frtiburg). 

Tuesek, F., Klinische und anatomische Studien über die 
Pellagra. Monographie. Berlin, H. Kornfeld, 1893. 114 Seiten. 

Tuczek's Monographie ist das Ergebniss einer Studienreise in die 
Fdlagragebiete Oberitaliens. Er hatte Gelegenheit, eine grosse Beihe 
m klinischen Fällen zu beobachten und das Material von 8 Fällen zur 
pathologisch-anatomischen Untersuchung zu erwerben. Nach einer aus- 
ftkrlichen Schilderung der klinischen Symptome beschreibt Tuczek 
genau die in den 8 Fällen erhobenen pathologisch-anatomischen Befunde 

bespricht ausführlich die Pathogenese der Krankheit Es ist danach 

12* 



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— 172 — 

nicht zweifelhaft, dass die Pellagra zu den Intoxicationskrankheiten 
gehört (Lombroso). Das Gift ist enthalten in dem verdorbenen Mais. 
Wie beim Ergotismus und Lathyrismus erkranken auch hier unter dem 
Einfluss eines Giftes Fasergruppen, die durch die Entwicklungsgeschichte 
und Pathologie die Bedeutung von Systemen haben, und somit auch in 
ihrer chemischen Structur, in ihrer verschiedenen Widerstandsfähigkeit 
gegen chemische Schädlichkeiten sich von anderen Fasergruppen unter- 
scheiden. Auch hier setzen, wie bei den hereditären Formen, die langen 
Bahnen, die zuletzt mit Markscheiden versehen werden, der Schädlichkeit 
den geringsten Widerstand entgegen. In Uebereinstimmung mit den 
Strflmpeir8chen Erfahrungen fand Tuczek bei der combinirten Er- 
krankung der Hiüter- und Hinterseitenstränge die klinischen Symptome 
lange Zeit auf motorische Schwäche und Steigerung der Sehnenreflexe 
beschränkt. Nach den Beobachtungen italienischer Forscher und den 
Erfahrungen Tuczek 's kann man das Bestehen einer combinirten System- 
erkrankung im Bückenmark bei einem grossen Procentsatz der Pellagra- 
kranken voraussetzen und zwar in wechselnden Combinationen von ein- 
zelnen bis zu mehreren Systemen. Wie der Ergotismus ist auch die 
pellagröse Rückenmarkskrankheit nicht eigentlich progressiv; neue Schübe 
werden durch einen neuen Angriff der Noxe verursacht und oft erst 
unter Hinzutritt weiterer Schädlichkeiten, zumal eines kachektischen 
Zustandes, macht das Leiden, immerhin langsam, weitere Fortschritte. 
Wie die Giftwirkung zu Stande kommt, warum einzelne Systeme bevor- 
zugt werden, welche organischen Veränderungen den anderen, nicht 
spinalen Symptomen zu Grunde liegen, lässt sich, wie Tuczek betont, 
noch nicht feststellen. 

Die vorliegende Monographie bietet eine willkommene Erweiterung 
unserer Eenntniss von den Intoxicationskrankheiten des Rückenmarks und 
stellt eine interessante Parallele zu der von Tuczek zuerst und in 
gründlichster Weise durchforschten Ergotintabes dar. 

A. Gramer (Ebemoalde). 

ftnssenbauer, Carl, Ueber die Commotio medullae spinalia. 
(Prager med. Wochenschrift, 1893, No. 40—41.) 
G. berichtet in dieser Mittheilung über einen genau beobachteten 
Fall von Bückenmarkserschütterung bei einem 30-jährigen Manne, der von 
einem Tramwaywagen herabgefallen war und dabei einen heftigen Stora 
in den Rücken erlitten hatte. Der Patient, der das ein paar Secunden 
nach dem Trauma verlorene Bewusstsein bald wieder erlangt hatte und 
keinerlei Zeichen einer Verletzung der Weichtheile oder der Wirbelsäule 
der Untersuchung darbot, zeigte erst ungefähr 8 / 4 Stunden nach dem 
Unfälle die ersten sensiblen und motorischen Störungserscheinungen von 
Seite des Verzweigungsgebietes des N. ileohypogastricus, ileoinguinalis, 
genitocruralis, des N. cutaneus fem. anterior, obturatorius, cruralis und 
Plexus ischiadicus, sowie von Seite der Reflexe, welche Störungserschei- 
nungen in partieller Herabsetzung der Sensibilität im rechten und linken 
Beine, an der Vorderfläche des Abdomens sowie am Scrotum, ferner in 
einer links stärker als rechts ausgesprochenen Lähmung der Beine, in 
einer Erhöhung des Fusspbänomens und des Patellarreflexes bei gleichzeitiger 
Herabsetzung des Cremaster- und Bauchreflexes, und endlich in dem Un- 



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— 173 — 

Termögen, Blase und Mastdarm zu entleeren, bestanden, den Höhegrad 
ihrer Intensität jedoch erst Ende des zweiten Tages erreichten, am von 
da ab allmählich bis zu der 1V 9 Jahre nach Beginn der Erkrankung 
eingetretenen Tollständigen Restitutio ad integrum fortschreitend sich zu 
bessern. Linkerseits waren dabei die Lähmungserscheinungen mehr aus- 
gesprochen gewesen wie rechts. 

In der an die Geschichte des Falles angeschlossenen Besprechung 
desselben hält G. den Verlust des Bewusstseins zunächst entweder für 
eine Folge einer Erschütterung der Medulla spinalis, oder für eine durch 
die grosse Schmerzempfindung bewirkte Reflexwirkung, oder endlich für 
eine psychische Schreckwirkung, während er eine vom Rückenmarke ver- 
mittelst der Cerebrospinalflüssigkeit fortgeleitete Gommotio cerebri aus- 
schbessen zu können glaubt, da die Bewusstseinsstörung nicht isochron 
mit dem Trauma eingetreten war. In gleicher Weise schliesst der Verf. 
eine durch eine extra- oder intradurale Blutung bewirkte Gompression 
des Rückenmarkes als ätiologisches Moment der gesetzten nervösen Er- 
scheinungen aus, da durch eine solche wenigstens in einer Hälfte des 
Rückenmarkes eine gleichmässige Compression desselben hätte zu Stande 
kommen müssen, womit das ungleichmässige und verschieden intensiv 
sich gestaltende Auftreten der sensiblen und motorischen Störungen nicht 
übereinstimmte. G. erklärt vielmehr das Krankheitsbild in der Weise, 
dass die durch den Stoss bewirkte Erschütterung des Liquor spinalis 
Zerreissungen von kleinen Blutgefässen der Pia mater und damit das 
Auftreten von kleinen dissentierten Blutungsherden in der Medulla 
spinalis herbeiführte, welche letzteren analog den durch sie gesetzten 
Störungen allmählich und ungleichmässig zunahmen und in dem gleichen 
Modus sich zurückbildeten. Der Verf. hält dafür, dass diese Erklärung 
seines Falles sich auch für manche andere Fälle von Railway spine und 
Rückenmarkserschütterungen eignet und behauptet, dass „nicht die Er- 
schütterung des Rückenmarkes als solchen, sondern die durch die Blut- 
extrava8ation bewirkten Läsionen des Rückenmarkes die eigentliche Ur- 
sache der spinalen Erscheinungen sind, und dass der Grad und die Aus- 
breitung dieser darüber entscheidet, ob sich eine Myelitis traumatica mit 
allen ihren weiteren Folgen entwickelt, oder eine Restitutio ad integrum 

erfolgt 14 . von Wunschheim (Prag). 

Ketscher, Zur pathologischen Anatomie der Paralysis 
agitans, gleichzeitig ein Beitrag zur pathologischen 
Anatomie des senilen Nervensystems. [Aus Prof. Chiari's 
pathologischem Institute in Prag.] (Zeitschrift für Heilkunde, Bd. XIII, 
S. 446.) 
K. giebt zuerst eine kritische Analyse der bezüglich der Paralysis 
tgitans bis jetzt vorgenommenen anatomischen Untersuchungen, deren 
Tenor theils mehr oder minder entschieden darauf hinausläuft, dass die 
anatomische Grundlage obgenannter Krankheit bis jetzt noch unbekannt 
sei, theils der entgegengesetzten Anschauung huldigt. An diese sehr ein- 
gebende kritische Uebersicht schliesst der Verf. die Mittheilung dreier 
Füle von Paralysis agitans an, die er im Institute des Prof. Chiari 
zu untersuchen Gelegenheit hatte. Alle 3 Fälle betrafen alte Leute, deren 
Altersgrenze zwischen 68 und 76 Jahren sich bewegte. 



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— 174 — 

Die Veränderungen, die E. bei der mikroskopischen Untersuchung 
iner Fälle constatirte und welche mit den Resultaten derjenigen Autoren, 
e überhaupt positive pathologisch-anatomische Befunde im Nerven- 
steme und an den Muskeln nachzuweisen vermochten, vollständig flber- 
astimmten, sind im Wesentlichen folgende: 1) Degeneration und Atrophie 
sr specifischen Gewebselemente und zwar sowohl der Ganglienzellen als 
sr Nervenfasern und der Muskeln in mehr oder minder hohem Grade; 
I Vermehrung und (Wucherung des interstitiellen Gewebes und zwar 
iederum sowohl im Gehirn als in den Nerven- und Muskelbündeln mit 
»onders reichlicher Wucherung des Gliagewebes in den Hintereträngen 
n die Fissura longitudinalis posterior herum. Reichliche Ansammlung 
►n Corpora amylacea am eben genannten Orte, im Ependym der La- 
ralventrikel und in der Peripherie des Rückenmarkes; 3) Verdickung 
«■ Gefösswände mit Ausdehnung der perivasculären und pericellulären 
jrmphräume, und endlich 4) regelmässige Obliteration des von wuchern- 
*m Gliagewebe umgebenen Centralkanales des Rückenmarkes durch 
ucherung der Epithelzellen mit Erweiterung desselben an einigen 
teilen. 

Um nun ausschliessen zu können, dass die bei der Paralysis agitans 
»chriebenen pathologischen Veränderungen lediglich nur die gewöhn- 
ten Seniumserscheinungen waren, da bekanntlich mit einer einzigen 
usnahme sämmtliche bis jetzt in der Literatur bekannt gewordenen 
alle dieser Erkrankung alte Leute zwischen 57 und 76 Jahren betrafen, 
Versuchte E. in 10 Fällen systematisch bei alten Leuten sowohl das 
ückenmark als auch die peripheren Nerven und die Musculatur, da die 
ngaben der Literatur über die Seniumsveränderungen des Nervensystems 
i weit auseinander gingen, um einen sicheren SchJuss daraus ziehen zu 
tonen. In allen diesen 10 Fällen stiess nun K. auf Befunde, die sich 
>nden bei der Paralysis agitans constatirten Veränderungen nur quanti- 
itiv unterschieden, insofern bei der Paralysis agitans diese Verände- 
ingen durchweg stärker ausgeprägt sind. 

Der Verf. schliesst sich demnach auf Grund der Vergleichung der 
Qtersuchungsresultate des senilen Nervensystems und der Paralysis 
jitans vollständig der Meinung von Jacobsohn, Dubief und Bor - 
herini an, nach welchen die Paralysis agitans nichts anderes ist als 
*r Ausdruck einer abnorm hochgradigen und etwa auch vorzeitigen Seni- 
;&t des Nervensystems. von Wumokheim (A**). 

ittner, Franz, Zur Kenntniss der gummösen Magensyphilis. 

{Aus Prof. Chiari's path.-anatomischem Institute an der deutschen 
Iniversität in Prag.] (Prager med. Wochenschrift, 1893, No. 48.) 
B. fügt den in der Literatur mitgetheilten 9 Fällen von gummöser 
rphilis des Magens, von welchen die beiden letzten von Gh iari beschrie- 
*n worden waren, drei weitere Fälle eigener Beobachtung hinzu, die 
nerhalb eines Jahres im Prager pathologischen Institute zur Section 
dangt waren. 

Der erste Fall betraf einen 2 1 /« Stunden alten Knaben, der ausser 
aeumonia alba sowie chronischem Milztumor, Osteochondritis syphilitica 
ld Gummabildung in der Leber und dem Darme auch in der vorderen 
and des Magens mehrere über erbsengrosse, derbe, plattenförmige 



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— 175 — 

Gummata aufwies, welche der Hauptmasse Bach die Submucosa betrafen 
doch auch durchweg in die Mucosa selbst hineinragten und mikroskopisch 
aas einem aus grossen runden und spindelförmigen Zellen und Leukocyten 
zusammengesetzten Granulationsgewebe bestanden. 

Im zweiten Falle, der sich auf einen sechsmonatlichen Fötus mit 
Pemphigus, Gummata in beiden Lungen und in der Leber, leichter In- 
tumescen? der Milz, Osteochondritis syphilitica und plattenftrmigen, gum- 
mösen Infiltraten des Dünndarmes bezog, fand der Verf. wieder in der 
vordem Wand des Magens ein linsengrossea, derbes, leicht exulcerirtes 
Infiltrat der Schleimhaut, das mikroskopisch alle Merkmale einer gum- 
mösen Erkrankung darbot. 

Im dritten Falle, der ein nahezu ausgetragenes todtgeborenes Kind 
betraf, wurden nebst andern Zeichen schwerer Lues in den Lungen, in 
der Leber, in den Nebennieren miliare Gummaherde angetroffen und im 
Magen verdickte Parüeen der Mucosa desselben aufgefunden, die sich 
unter dem Mikroskope als ein gummöses, vorwiegend in der Mucosa und 
Submucosa situirtes Granulatioosgewebe erwiesen. 

DieLustgarten 'sehen Syphilisbacillen konnte der Verl in keinem 
seiner drei Fälle, die sich durchweg auf hereditäre Lues bezogen, nach- 
weisen, von Wun$ckheim (Frag). 

Fischer, J., Zur Kenntniss der Darmaffectionen bei Ne- 
phritis und Urämie. (Virchow's Arch., Bd. 134, S. 880.) 
Die Untersuchung von 17 NephritisftUen und der complicirenden 
Darmaffectionen (Oedem, Katarrh, Diphtherie), eines Nephritisfalles mit 
alten Geschwürsnarben des Colon ascendens, und experimentelle Versuche, 
die bei 4 nach Dreterenunterbindung bis zu 95 Stunden lebenden Ka- 
ninchen nur entzündliche Veränderungen der Darmschleimhaut aufwiesen, 
gaben dem Verf. Veranlassung, über den Zusammenhang von Nephritis, 
Urämie und Darmaffection zu sprechen. Die ätiologische Bedeutung des 
im Darm zu kohlensaurem Ammoniak zerlegten Harnstoffe (Treitz), die 
Entstehung der Nekrosen und Geschwüre durch primäre Capillarthrom- 
boeen (Hlava) weist er zurück. Die gestörte Nierenfunction, nicht erst 
die Urämie, bedingt die Darmerkrankung, und die diphtherischen Processe 
— die Hohe der Falten einnehmend — sind verursacht durch die innige 
Berührung der schon chronisch affidrten Darmschleimhaut mit den Bak- 
terien des Danninhalts. Betrachtungen über die Beziehung von Durch- 
fällen zu Nierenkrankheiten, von primären Darmerkrankungen zu Nephri- 
tis beschliessen die Arbeit. Go*b*i (Hamburg). 

Koväcs, Friedrich, Beobachtungen und Versuche über die 
sogenannte Amöbendysenterie. [Aus der med. Klinik des 
H. Prof. Kahler in Wien.] (Zeitschrift für Heilkunde, Bd. XIII.) 
TL theilt nach einer eingehenden Besprechung der umfangreichen 
Literatur dieses Themas eine Reihe von eigenen Beobachtungen und Ver- 
suchen mit, deren Ergebnisse er folgendermaassen zusammenfasst. 

1) DieAmoeba coli Lösch ist ein Darmparasit, dessen Züchtung 
auch in Reincultur bereits gelungen ist, der sich ferner auf Thiere über- 
tragen lä88t 



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— 176 — 

2) Ob alle Beobachter dieselbe Amöbe vor sich gehabt haben, kann 
zur Zeit weder sicher behauptet, noch in Abrede gestellt werden. 

3) Die Amoeba coli ist pathogen und im Stande, für sich allein eine 
Enteritis des Dickdarmes zu erzeugen. Diese Enteritis ist sehr häufig, 
aber nicht nothwendig von Geschwürsbildung begleitet, wobei die Amöben 
in den Geschwüren gefunden werden. Dass die Amöben für sich allein 
schwerere Läsionen der Schleimhaut hervorzubringen vermögen, ist nicht 
sicher erwiesen. Bestehen im Darme anderweitige krankhafte Processe, 
so wird dadurch die Vermehrung und Ansiedlung der Amöben, sowie 
insbesondere deren Eindringen in das Gewebe der Darmschleimhaut 
begünstigt. Die Amöben unterhalten dann wahrscheinlich EntzündungB- 
und üicerationsprocesse und verhindern deren Heilung. 

Die Amoeba coli steht ausserdem in nahem ursächlichem Zusammen- 
bange mit dem Zustandekommen von Leberabscessen und deren weiteren 
Folgen, welche sich insbesondere in heissen Klimaten auf Grund der 
ulcerativen Darmprocesse entwickeln. 

4) Die durch die Amöben erzeugten, bezüglich unterhaltenen Darm- 
veränderungen veranlassen ein sehr wechselndes Krankheitsbild, welches 
ausserdem noch durch complicirende Darmerkrankungen verändert werden 
kann. In den meisten Fällen handelt es sich dann um die Erscheinungen 
einer chronischen ulcerösen Enteritis des Dickdarmes. Jedoch kommen 
auch acut unter dem Bilde der epidemischen Dysenterie verlaufende 
Fälle vor, welche vielleicht Mischinfectionen ihre Entstehung verdanken. 

5) Die Amöbenenteritis ist eine sehr hartnäckige, therapeutischen 
Eingriffen oft widerstehende Erkrankung, welche auch nur sehr geringe 
Tendenz zur spontanen Heilung zeigt und durch Complicationen oder 
endliche Erschöpfung zum Tode führen kann. 

von Wunschheim (Prag). 

Qulnu, titude sur les hämorrhoides. (Rev. de chir., 1893.) 
Der Verf. hat an einer grösseren Zahl von Injectionspräparaten die 
Varicenbildung im Rectum studirt. Er findet neben einfacher Venen- 
erweiterung, Schlängelung, Ampullenbildung die abenteuerlichsten Formen 
der Gefässe, meist der Endäste der Hämorrhoidalvenen. Die inneren 
H. entwickeln sich aus den Aesten der V. h. super, oder deren Verbin- 
dungBästchen zu den inferiores; die äusseren H. liegen ausserhalb des 
Sphincters. 

Die mikroskopische Untersuchung ergiebt, dass die H. submucös liegen 
und nicht aus einem veränderten Venenästchen, sondern aus einem 
kleinen Venenplexus bestehen. Mucosa und Submucosa des Rectums sind 
in bestimmter Weise entartet, ja diese degenerativen Processe reichen 
nicht selten auf die Muscularis des aoo-rectalen Schlauches — dies 
scheint das Primäre zu sein und darauf entwickeln sich die H. Nicht 
bloss die Venen, sondern das ganze Gapillarsystem zeigt tiefgreifende 
Alterationen in der Weite und in der Structur. 

Hinsichtlich der Ursache der Varicenbildung — der Dilatation — 
glaubt Q., dass die bekannte alte Theorie (Drucksteigerung im Gebiet der 
Vena portae, Obstipation) nicht stichhaltig sei. Nicht die Erweiterung 
ist die erste Veränderung an den Venen, sondern, wie Epstein u. A. 
bereits dargelegt haben: eine Endophlebitis. Dies zusammengenommen 



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— 177 — 

mit den constatirten primären Schleimhautveränderungen im Rectum 
verleiht der Hypothese Halt, die auf gewisse pathologische Reize der 
Schleimhaut die ganze Affection zurückführt 

In einem zweiten Theile seiner Arbeiten kommt Qu6nu auf die 
Complicationen zu sprechen. 

Thrombose und Phlebitis. Sie sind die Ursache der krisen- 
artigen Anfälle der Hämorrhoidarier. Man constatirt Entzündungs- 
erscheinungen auf der Schleimhaut des ganzen Rectums, Schmerz, geringe 
Temperaturerhöhungen etc. In einem solchen Falle fand Q. frische Blut- 
gerinnungen und die Zeichen der Phlebitis. Aus den Coagula hat er 
das Bacterium coli und den Staphylococcus albus gezüchtet. 

Die Infection der Venenknoten kann auch ohne stürmische Erschei- 
nungen vorübergehen; eine einfache Turgescenz oder torpide Verhärtung 
kann im H.-Knoten Platz greifen; auch hier Hessen sich aus den Blut- 
gerinnsel Bakterien herauszüchten. Die Quelle der Infection denkt sich 
Q. durchaus nicht auf das Rectum allein beschränkt, sondern er meint, 
dass bakterielle Infection an irgend einer Stelle im Körper secundär zur 
Ablagerung der Bakterien in den Hämorrhoidalvenen Veranlassung geben 
kann. Die anderen Complicationen: Einklemmung, Eiterung, Gangrän 
und Ulceration, sind für gewöhnlich die Folgen der Phlebitis und Throm- 
bose. Auf die UIcerationen kommt Q. noch speciell zu sprechen, obschon 
er sie in einer früheren Arbeit eingehend abgehandelt hat. 

Garri (Tübingen). 

Zanearol, Pathog6nie des abc&s du foie. (Rev. de chir., 1893.) 

Verf. hat das Material am griechischen Spital in Alexandrien benutzt 
und hat Eiter von dysenterischen Leberabscessen, sowie dysenterischen 
Stuhl in verschiedener Weise *uf Katzen übergeimpft. Der Eiter wurde 
z. Th. mikroskopisch auf Gehalt oder Abwesenheit von Amöben unter- 
sucht und culturell auf Mikrobien geprüft; es fanden sich meist Strepto- 
kokken im Eiter. 

Z. ging nun folgendermaassen vor: er spritzte Katzen Abscesseiter, 
dysenterischen Stuhl oder Reinculturen von Streptokokken ins Rectuqi und 
ins ischio-rectale Gewebe. 

Dysenterischer Stuhl ins Rectum eingespritzt ergab von 12 Malen 
llmal Dysenterie und 6mal Leberabscess mit Streptokokken; ähnlich 
wirkte der Eiter eines dysenterischen Leberabscesses vom Menschen. 
Einspritzungen von Streptokokkenculturen erzeugten UIcerationen des 
Rectums mit Erscheinungen von Dysenterie und Debergang dieser Mikro- 
organismen in die Lungen und die Leber. Dysenterische und septische 
Erscheinungen resultirten endlich durch Einspritzung von Streptokokken- 
Reinculturen ins ischio-rectale Gewebe. Einspritzung von amöbenhaltigen 
Fäkalien ergab keine Vermehrung der Amöben im Rectum der Katze, wohl 
aber Entzündung und Exfoliation der Rectumschleimhaut und Streptokokken 
in der Milz. 

Z. glaubt deshalb, gestützt auf seine Experimente, dass der Strepto- 
coccus die Dysenterie und den Leberabscess erzeuge. Die Amöben, die 
man auch bei Gesunden im Rectum findet, spielen in der Aetiologie der 
Dysenterie keine Rolle. Oarrt (iwmg**). 



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— 178 — 

Nasse, D«, Ueber einen Amöbenbefund bei Leberabscessen, 

Dysenterie and Nosocomialgangrän. (Langenb. ArcL, 

Bd. 43.) 

Nach der operativen Eröffnung zweier wahrscheinlich dysenterischer 

Leberabscesse entwickelte sich in den Wundrändern eine ausgedehnte 

Hautgangrän, vollständig der Nosocomialgangr&n gleichend; die Section 

ergab ferner frische, nach Tiefe and Fläche weitverbreitete gangränöse 

Dysenterie des Colon und kleinere nekrotisch-eitrige Leberherde. Weder 

nach der bakteriologischen Untersuchung, die in Eiter und Wundjauche 

neben Staphylokokken die verschiedenartigsten Mikroorganismen zeigte, 

noch nach den mikroskopischen Schnittpräparaten konnte ein bestimmter 

Spaltpilz als Erreger bezeichnet werden. 

Dagegen fand N. in Darm, Leber und Haut grosse kernhaltige 
Zellen, welche mit den Dysenterieamöben von Eartulis übereinstimmten 
und mit diesen identificirt werden, obwohl — bei Untersuchung post 
mortem — amöboide Bewegungen nicht wahrzunehmen waren. Im Darm 
lagen sie in den länger nekrotischen, an Spaltpilzen reichen Partieen fast 
gar nicht, zahlreich dagegen in den tieferen Schichten und dem um- 
gebenden gesunden Gewebe, hier bald regellos, bald in Reihen, den 
Lymphspalten folgend und in kleinen Venen. In der Leber traten sie 
am reichlichsten in den kleinen Herden auf neben sehr spärlichen Spalt- 
pilzen, in Capillaren und Pfortaderästchen localisirt, und in geringer 
Zahl in den Bändern der beiden grossen Abscesse. Auffallend war das 
Verhältniss zwischen Spaltpilzen und Amöben in der brandigen Haut: 
In den ältesten Abschnitten der Gangrän die enteren reichlich, in de« 
frischeren nur oberflächlich, an der Grenze des Erkrankten fast fehlend; 
umgekehrt die Amöben in den älteren Partieen nur vereinzelt, nach der 
Peripherie zu häufiger, sehr zahlreich an der Grenze der Gangrän und 
in der gesunden Umgebung, hier diffus verbreitet oder in Lymphgefassea 
liegend. 

Die ätiologische Bedeutung der Amöben für die Dysenterie und 
Lebererkrankung hält N. nicht für sicher, aber für wahrscheinlich; doch 
beruht in der Leber wohl nur die Nekrose auf ihnen, die Eiterung auf 
nachträglicher Invasion von Spaltpilzen. Auch ihre ursprüngliche Be- 
ziehung zur Hautgangrän ist nicht mit Sicherheit zu behaupten. 

M. 3. ßehmidt (&r—bm$). 

Pick. E«, Versuche über functionelle Ausschaltung der 
Leber bei Säugethieren. (Archiv f. experim. Patholog. etc., 
Bd. 32, S. 382—401.) 
Durch Injection von Vit— x /t6 Normalschwefelsäure in den Ductus 
choledochus von Kaninchen, Hunden und Katzen in solchen Mengen, dass 
keine allgemeine Säure Vergiftung resultirte, gelang es, namentlich bei 
Hunden und Katzen, ein Vergiftungsbild zu erzeugen, das hauptsächlich 
durch centrale Narkose und terminale Krämpfe gekennzeichnet ist und in 
24 4 8 Stunden mit dem Tode abschliesst Die anatomische Unter- 
suchung der Leber ergab in den gelungenen Versuchen hochgradige 
Nekrose der Leberzellen, die oft eine ganz regelmässige Anordnung gegen- 
über den intacten Zellenpartieen aufwies. Wegen der näheren anato- 
mischen Details sei auf das Original verwiesen. P. sieht das von ihm 



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— 179 — 

beschriebene Vergiftungsbild nicht als vollständig identisch an mit dem 
von Hahn, Pawlow, Massen and Nencki nach Anlegung der 
Eek'schen Fistel bei Händen erzengten Symptomencomplex (vergl. das 
folg. Referat). Die Ursache der Differenz sieht Verf. darin, dass nach 
Anlegung der Eck 'sehen Fistel die Leber nur allmählich ausgeschaltet 
wird. Dementsprechend führte auch die von Hahn und Pawlow au»* 
geführte Gombination der Eck'schen Fistel mit Leberexstirpation zu 
Erscheinungen, die sich mit den vom Verl beschriebenen decken. Zu der 
von den russischen Autoren nachgewiesenen Beziehung der Carbamin- 
s&ure zu den Folgen der Leberausschaltung nimmt Verf. nicht Stellung, 

Löwxt (Atnsbruck). 

Hahn, H», Hassen, 0., Nencki, H«, und Pawlow, J., Die Eck 9 sc he 
Fistel zwischen der unteren Hohlvene und der Pfort- 
ader und ihre Folgen für den Organismus. (Archiv f, 
experim. Pathol. etc., Bd. 32, S. 161—210.) 
Verff. haben die schon 1877 von Eck in der Deberschrift angegebene 
Operation verbessert (vergl. Original). Die nächste Folge des Eingriffes 
(an Hunden) ist in der Regel ein hochgradiges Excitationsstadium, Con- 
vulsionen, hierauf Depression mit Bewusstseinsverlust, Ataxie und Amau- 
rose. Der Zustand geht in Tod, oft auch in Heilung über. Die Anfälle 
treten frühestens am 10. Tage nach der Operation, manchmal viel später, 
l 1 /* Monate nachher, auf. Es konnte mit Sicherheit gezeigt werden, 
dass das Auftreten der Anfälle von der Zufuhr von Fleischnahrung ab- 
hängig ist Bei Hunden, die auch nach der Operation keine Anfälle 
mehr zeigten, konnten durch die Section Gollateralbahnen zur Leber 
nachgewiesen werden, so dass das Blut des Verdauungskanals nicht zur 
Hohlader mit Umgebung der Leber abgeleitet war, oder es war die durch 
die Operation erzeugte Verbindung zwischen Pfortader und Hohlvene sehr 
eng ausgefallen. 

Verff. bringen die beobachteten Erscheinungen in Zusammenhang 
mit dem Auftreten von Garbaminsäure im Harn (vergl. II. Theil) 
nach der Operation. Sie schliessen das nicht nur aus der Gegenwart 
•dieser Säure im Harn, sondern auch aus dem Umstände, dass Iqjection 
bestimmter Dosen von carbaminsauren Salzen in das Blut beim Hunde 
das gleiche Vergiftungsbild wie die Eck'sche Operation hervorruft. 
Ferner ergab sich, dass Zufuhr von Carbaminsäure in den Magen nor- 
maler Hunde ganz wirkungslos ist, während bei Hunden mit Eck 'scher 
Fistel bereits geringe Mengen zur Erzielung einer Vergiftung genügen. 
Verff. halten sich daher zu der Annahme berechtigt, dass der Leber 
unter Anderem die Function obliegt, die im Blute angesammelte Garbamin- 
säure zu neutralisiren, <L L in Harnstoff umzuwandeln. Verff. weisen auf 
die Möglichkeit hin, dass auch bei der Urämie; des Menschen die Carb- 
aminsäare das veranlassende Moment darstellt 

Im II. chemischen Theil der Arbeit werden von Hahn und Nencki 
genauere Angaben über den Stoffwechsel und die Harnuntersuchung der 
operirten Hunde beigebracht, die im SückstofiEgleichgewicbt nicht erhalten 
werden konnten. Im Harn fand sich weder Eiweiss, noch Zucker oder 
Album osen, keine Vermehrung von Hippursäure und Kreatinin; Oxy- 
buttereäure und Milchsäure wurden niemals gefunden, es enthielt aber 



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— 180 — 

ler sofort nach der Operation gelassene Harn fast immer Bilirubin und 
Iftmoglobin. Die Harnstoffausscheidung war nach der Operation con- 
tent hochgradig vermindert, die Harnsäureausscheidung dagegen betr&ch- 
ich vermehrt, doch kehrt die Harns&uremenge allmählich bei Hunden, 
ie die Operation gut vertragen, wieder zur Norm zurück. Auch die 
Lmmoniakausscheidung ist nach der Operation beträchtlich vermehrt. 
)iese Vermehrung ist in einigen Fällen nur relativ, in anderen ist sie 
bsolut; diese vermehrte Ammoniakausscheidung stellt sich stets im Zu* 
ammenhange mit den ersten Vergiftungserscheinungen ein. Die Verff. 
ihren nun mit grosser Exactheit den Nachweis, dass die vermehrte 
LmmoniakausscheiduDg durch carbaminsaures Ammoniak bedingt wird, 
las sie als die Vorstufe der in der Leber vor sich gehenden Harnstoff- 
ildung ansprechen. löwü (imubrwsk). 

[finzer, Egmont, üeber Icterus infectiosus (Wassilieff) 
sive Icterus febrilis (Weil). [Aus Prof. v. Jaksch's interner 
Klinik in Prag.] (Zeitschrift für Heilkunde, Bd. XIII, S. 143.) 

M. theilt 9 Fälle von Icterus febrilis mit, von welchen drei tödtlich 
erliefen, die anderen in Genesung übergingen. Auf Grund seiner Unter- 
uchungen, die namentlich den Stoffwechsel bei dem Icterus febrilis 
erücksicbtigten, kommt der Verf. zu dem Schlüsse: 

dass 1) der Icterus infectiosus eine vollkommen genügend charak- 
erisirte, allgemeine Infectiouskrankheit sei, welche, ausgezeichnet durch 
teginn und Fieberverlauf, in Prag meist in den Sommermonaten, ver- 
inzelt auch in anderen Jahreszeiten vorkomme und meist jüngere Indi- 
iduen vorwiegend männlichen Geschlechts ergreife, 

2) der Stoffwechsel dieser Krankheit ein rein febriler genannt werden 



3) der Verlauf sich je nach der Widerstandsfähigkeit des Erkrankten 
nd der Intensität der Infektion sehr verschieden gestalte, weshalb die 
'rognose vorsichtig zu stellen sei und daß endlich der Erreger des 
cterus infectiosus unbekannt sei. von Wumohheim (*¥*?>. 

hifourt, Infection biliaire et lithiase. (Rev. de m6d. 10. avril 

1893, 8. 274. 

Naunyn hat bekanntlich darauf hingewiesen, dass die Ursache 
er Cholelithiasis vor Allem in einer infectiösen Gholangioitis zu suchen 
ei. Als Infectionsträger constatirte er in Uebereinstimmung mit fran- 
ösischen Autoren einen besonders in gestauter Galle rasch wachsenden 
tacillus. D. hat sich nun die Frage vorgelegt, ob nicht auch andere 
likroorganismen bei der Entwicklung der Krankheit eine Bolle spielen 
önnten, und glaubt auf Grund einiger Beobachtungen die Frage für den 
Lbdominaltyphus bejahen zu können. Er hält leichte Entzündungen der 
teilenblase für eine häufige Complication des Typhus. 

Bomberg (Ldpmig). 

liegert, F., Zur Aetiologie des primären Carcinoma der 
Gallenblase. (Virchow's Arch., Bd. 132, S. 353.) 
Ist der Krebs der Gallenblase eine Folge vorausgegangener Chole- 
ithiasis? Bisher wurde von der einen Seite versucht, an der Hand 



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— 181 — 

klinischer Beobachtungen zu beweisen, dass erst Zeichen e 
lithiasis, dann solche eines Tumors auftraten. Andererseits 
die anatomischen Thatsachen bewiesen, dass in diesem oder , 
die Grösse der vorhandenen Gallensteine in keinem Verhältni 
oder Umfang des Carcinoms steht Verf. vermisst eine dri 
Beweisführung: Angenommen, dass der Krebs die Choleli 
ursacht, so mflssten sich Gallensteine in gleicher Häufigkei 
mären wie secundären Gallenblasenkrebs finden! An der I 
ausführlich mitgetheilten eigenen Beobachtungen von primäi 
secundären Gallenblasenkrebsen, wozu nach kritischer Dur 
Literatur 99 primäre, 2 secundäre einwandsfreie Gallenblasen! 
men, weist er nach, dass Gallensteine 1) sich beim primärer 
Gallenblase fast ausnahmslos (95 Proc.), bei secundären nur 
weise (15 — 16 Proc.) finden; 2) jedenfalls eine der Ursachen 
blasenkrebses, sicher nicht die Folge desselben sind. Alle: 
ein Krebs gelegentlich zur Steinbildung führen, wenn er die 
der Blase hindert, eine anormale Zusammensetzung des Inhi 
und nekrotische Partikel einen Kern für einen Stein abgel 
einen ätiologischen Zusammenbang von Gholelithiasis und Ki 
vor allem auch das häufigere Vorkommen sowohl der Stei 
Krebses bei der Frau, bei der in dem Schnüren noch ein we 
chanischer Reiz" gegeben ist &o«&«i 

Ebstein, Wilhelm, Ein Fall von chronischer Bleibe 
(Virchow's Arch., Bd. 134, S. 641.) 
Ein 43-jähr. Lackirer, vor 8 Jahren an Bleikolik behan 
in der Klinik unter urämischen Symptomen. Die Section er] 
lieh starke excentrische Hypertrophie und Verfettung des ] 
trikete und Granularatrophie der Nieren. Im Gehirn fanc 
geringe Menge Blei und 0,0196 g Cu, in der Brustmuscula 
Mengen Kupfer, kein Blei. E. glaubt, dass von den Krankheit 
dem Kupfer nichts zur Last zu legen ist. Er schliesst eine 1 
an Aber die Beziehung der Krämpfe bei Bleivergiftung zur Ble 
im Gehirn, die auch oder eher durch Störung der Nieren- 
funetion hervorgerufen sein könnten (Oliver). E.'s Fall t 
dass kleine Mengen Blei im Gehirn ohne Encephalopathia sat 
banden sein können. Endlich weist E. auf das Verhältnis; 
Vergiftung zur Nierenerkrankung, speciell der gichtischen kle 
Niere hin. Bei gichtisch veranlagten Menschen kann die Bl 
einen prädisponirenden Einfluss auf die Entwicklung der G 
unter dem Einfluss der chronischen Bleivergiftung kann sich 1 
disponirten Personen eine primäre Nierengicht entwickeln. 
Falle aber, in dem der Nierenbefund (chronisch-parenehymati 
tive und interstitiell produetive Nephritis) mit einer Olive 
Schreibung übereinstimmt, ist wohl im Einklang mit diesem 
Blei ein Einfluss auf die Entstehung der Nephritis zuzuschreib« 
Anhaltspunkte für Gicht fehlen. Gotbe 



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— 182 — 

Krämer, Leopold, üeber die Santoninkrämpfe beim Ka- 
ninchen. [Aus dem Institute für experimentelle Pathologie in Prag.] 
(Zeitschrift für Heilkunde, Bd. XIV, 8. 803.) 
K. studirte die Wirkung des Santoning bei Kaninehen theils bei in- 
tactem Centralnervensysteme, theils nach erfolgter partieller Entfernung 
des letzteren, indem er in verschiedenen Versuchsreihen beide Grosshirn* 
hemisphären abtrug, ferner bloss eine Hemisphäre exstirpirte, weiter die 
Hemisphären sammt den Thalamis opticis herausschnitt und endlich auch 
das Grosshirn zusammen mit dem Mittelhirn ausschaltete. 

Das Santonin wurde in Form einer Lösung von Natrum santonicum 
in die Vena jugularis externa iojicirt. Der Zweck der partiellen Aus- 
schaltungen des centralen Nervensystems war die Entscheidung der Frage* 
welche Theile des Gehirns zur Entstehung der typischen Santonin- 
krämpfe nothwendig seien. K. gelangte dabei zu folgenden Ergebnissen: 

1) „Die durch das Santonin hervorgerufenen Krämpfe sind vor- 
wiegend klonisch und laufen nach dem Typus der rindenepileptischen von 
dem vorderen zum hinteren Körperende ab. 

2) Allerdings ist die Unversehrtheit des Groeshirns Grundbedingung 
für diesen typischen Ablauf, indem nach Wegfall desselben zwar noch 
klonische Krämpfe auftreten, des typischen Charakters jedoch entbehren. 

3) Die Lehre Ziehen 's von der corticalen Genese der klonischen 
Erampfcomponente wird durch die Thatsache des Eintrittes klonischer 
Krämpfe bei fehlendem Grosshirn (und Mittelhirn) hinfällig. 

4) Der typische Verlauf der Santoninkrämpfe und der Eintritt bei 
Verwendung geringerer Dosen bei erhaltenem Grosshirn, sowie das nur 
rudimentäre Auftreten derselben nach halbseitiger Grosshirnexstirpation 
in der contralateralen Körperhälfte, sowie die Goupirung derselben durch 
Chloralhydrat sprechen zu Gunsten der Ansicht, dass die Santoninkrämpfe 
vom Grosshirn ausgehen. 

5) Es gehen den Santoninkrämpfen weder respiratorische noch ciicu- 
latorische Vorläufererscheinungen voraus, noch finden sich während der* 
selben Zeichen einer Erregung der respiratorischen oder circulatorischen 
Gentren der Oblongata." von Wuntohkei« (/*■?). 

Ctumpreeht, Zur Kenntniss der Arsenvergiftung. [Aus der 
medicinischen Universitätsklinik zu Jena.] (Deutsche medicinische 
Wochenschrift, 1893, No. 5.) 
G. knüpft an die Beschreibung eines Falles von tftdtlicher Arsen* 
Vergiftung einige Mittheilungen von pathologisch-anatomischem Interesse» 
Er konstatirte u. A. intra vitam eine durch das Arsen hervorgerufene 
Erregbarkeit des Gefässsystems und eine schon 9 Stunden nach der 
Vergiftung auftretende acute Nephritis mit reichlicher Epitheldesqua- 
mation, granulirten Cylindern und viel Eiweiss. Bei der Section waren 
die Nieren mittelgross, die Rinde gelblichgrau, etwas trübe, die Mark- 
strahlen deutlich scharf sich abhebend. An mikroskopischen Schnitten, 
die durch die Nierenpapillen dicht an der Spitze angelegt wurden, zeigte 
sich eine Erweiterung des Lumens und Abplattung des Epithels; an an- 
deren Stellen war das Lumen der Ductus papilläres durch Zellen ver- 
stopft. G. hält dies nicht für die primäre Erkrankung; die vielgestal- 
tigen Zellen im Harn weisen darauf hin, dass auch in der Rinde durch 



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— 183 — 

die Arsenwirkung eine Epitheldesquamation 
ersten Anfängen an gehärteten Präparaten 
den Ductus papilläres aber durch Zusammc 
Cylinder locale Harnstauung und Erweiteruni 



Chlumsky, Tod in Koblenoxyd und 
(Vierteljahrsschrift für gerichtliche Medk 
Heft 2, S. 321.) 
Eine Familie, bestehend aus Mutter u 
•| 4 Jahre alten Töchterchen, war durch I 
während die ältere Tochter — nach ungefä 
in dem Kohlendunste — bereits todt aufge 
Matter wieder zu beleben ; das 9 / 4 Jahre alt 
nachdem es aus der Kohlenoxydatmosphäi 
gerichtliche Obduction der älteren Tochter 
(auch spektroskopisch und chemisch), die 
jüngeren Kindes rechtsseitige Pleuritis, ,. 
„Erstickung8 a -Befund (kein Kohlenoxyd im ] 
Gutachten für beide Kinder Erstickung in F< 
ab Todesursache annimmt, in der Art, da 
mittelbar in der Kohlenoxydatmosphäre ges 
jüngeren Mädchens erst einige Zeit nach 
Kohlenoxydatmosphäre durch „secundäre 1 
dation des Kohlenoxydes zu Kohlensäure) h 



Superarbitrum der k. wissenscl 

für das Medicinalwesen über d 

beobachtete „Schlammkran khei 

IL Referent Eubner. (Vierteljahrsschrift 

Dritte Folge, Bd. V, Heft 2, S. 382.) 

In den Monaten Juni bis August 1891 

zwar im Oder- und Neissegebiet, eine Epid 

Zahl der Erkrankungen ( x / 6 — 1 / 8 der Bert 

der Behörden erregte und die Einholung eine 

Die Erkrankung fand ihre Verbreitung in c 

yon Ratibor, Kodel, Oppeln, Ohlau und 

Ottmachau, Neisse und Grottkau (Kroplitz), 

Neustadt, Oberglogau, Falkenberg und Prost 

Bich (im Kreise Grottkau) auch noch in < 

bis Januar 1892. 

Die Krankheit begann in allen Fällen p 
wiederholtem Frösteln, die Körperwärme sti 
blieb auf dieser Höhe 4—6 Tage, um in de 
unter Schweissausbruch, lytisch zur Norm 1 
fieberung war am 4 bis 13. Tage beendet, 
dem Fieber traten gleichzeitig Kopf-, Kreu 
vereinzelt Ohnmacht, Schwindel, Erbrechen, 
heit sofort aufe Bett. Pulszahl mächtig, A 



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— 184 — 

entsprechend vermehrt Hie und da Herpes labialis, Schwellung von 
Milz, Leber oder Lymphdrüsen. Am 2. bis 6. Tage trat als zweites, 
ziemlich constantes Symptom ein Hautausschlag auf, der in rotben, 
masernähnlichen, oft leicht erhabenen und mit leichter Schwellung der 
Follikel einhergehenden Flecken bestand, in der Schlüsselbeingegend be- 
gann, sich über den ganzen Körper, das Gesicht ausgenommen, verbreitete 
und 2—8 Tage dauerte; in einzelnen Gegenden fehlte der Ausschlag. 
Meist bestand gleichzeitig Conjunctivae und Bachenkatarrh. Von den 
inneren Organen ging die Athmungsscbleimbaut meist frei aus, der 
Unterleib war bald m&ssig, bald stärker gewölbt, die Blinddarmgegend 
zeigte öfters Gurren, ohne schmerzhaft zu sein ; Schmerzen in der Magen- 
und Bippenbogengegend kamen vor. Der Stuhl war bald angehalten, 
bald diarrhoisch. Eiweissharnen wurde nur selten constatirt 

Sehr vereinzelt fanden sich kurze Rückfälle. Sterblichkeit so gut 
wie Null. Die Krankheit meist in 2 Wochen gänzlich vorüber. Von 
Nachkrankheiten wird einmal Gelbsucht, vereinzelt Nierenwassersucht 
angeführt 

Verbreitungsweise und Ursachen der geschilderten Volkskrankheit 
sind dunkel. Die Erkrankten waren grösstenteils Bewohner der Fluss- 
gebiete; Kinder wurden sehr selten betroffen. Die geographische Ver- 
breitung, wie die allgemeine Meinung in den Seuchegebieten spricht dafür, 
dass Flusswasser, Sumpfwasser und Ueberschwemmungsgebiet wesentlich 
bei der Entstehung dieser Krankheit mitwirken, schlechte Wohnung und 
Nahrung, sowie Ueberanstrengung für die Seuche empfänglich machen. 

Die beschriebene Krankheit hat mit Darmtyphus, Flecktyphus, Be- 
currens und Malaria nichts zu schaffen; dagegen ähnelt das Krankheits- 
bild dem des „Denguefiebers", ferner dem von Oberstabsarzt Dr. Glo- 
big in der Militärärztlichen Zeitschrift 1891 aus Lehe beschriebenen, 
mit welchem die '„Schlammkrankheit" übrigens nicht zu identificiren ist 

Für den Fall des Wiederauftretens der Seuche empfehlen sich nach 
den Referenten folgende Maassnahmen: Anzeigepflicht und obligatorische 
Berichterstattung für die behandelnden Aerzte, vollständige Leichenunter- 
suchungen (auch mikroskopische Untersuchung der Organe), bakterio- 
logische Untersuchungen seitens eines geschulten Arztes. Als Prophylaxe: 
Warnung vor dem Trinken von Fluss-, Graben- und Schlammwasser, 
vor dem Essen mit schlammbenutzten Fingern, vor dem Arbeiten im 
Wasser; Reinlichkeit in Wohn- und Schlafstätten, gute Ernährung, Ver- 
meidung von Ueberanstrengung. Richter (Ww*y 

Bichter, Max, Verletzungen aus „Zufall" oder „Nothwehr* 
und ihre gerichtsärztliche Begutachtung. (Prager med. 
Wochenschrift, 1893, No. 39.) 
B. theilt darin einen Fall mit, der die forensische Bedeutung der 
Nagelverletzungen beleuchtet 

Bei einem Raufhandel zwischen zwei jungen Burschen erhielt der 
eine, und zwar der kräftigere, einen Messerstich in die Brust, der den 
linken Herzventrikel penetrirte und den sofortigen Tod zur Folge hatte. 
Der Thäter verantwortete sich dahin, dass er nur aus Nothwehr gehandelt 
habe, indem er, um sich des viel stärkeren Gregners zu erwehren, mit 
der linken freien Hand sein Taschenmesser gezogen und mit dem Daumen 



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— 185 — 

dieser Hand die Klinge zu öffnen versucht habe. In diesem Momente 
seien beide gestürzt and dabei das halbgeöffnete Messer dem Getödteten 
in die Brost eingedrungen. 

Bei der gerichtsärztlichen Untersuchung des Thäters wurde in der 
That am linken Daumen desselben das Nagelglied geschwollen, der Nagel 
blutunterlaufen und mit einem quer über die Lunula und den lateralen 
Band des Nagelbettes verlaufenden, linearen Ritzer versehen gefunden. 
Dieser Befund war ganz geeignet, die Angaben des Angeklagten zu be- 
stätigen und wurde derselbe auch auf Grund des in diesem Sinne abge- 
gebenen Gutachtens freigesprochen, obwohl die Augenzeugen des in der 
beginnenden Dunkelheit sich abspielenden Vorganges theils unbestimmt, 
theils sogar gravirend ausgesagt hatten. von Wumchhtim (Prag). 

Dittrieh, Paul, Ueber Hitzschlag mit tödtlichem Ausgange. 
(Zeitschrift für Heilkunde, Bd. XIV, S. 277.) 

D. berichtet in vorliegender Publication über die Sectionsbefunde 
bei 12 an Hitzschlag gestorbenen Personen, die in der dritten Angust- 
woche des Jahres 1892 im Wiener gerichtlich-medicinischen Institute zur 
Obdoction gekommen waren. Mit einer Ausnahme, die ein 2-jähriges 
Kind betraf, handelte es sich in allen Fällen um Personen aus Arbeiter- 
kreisen, die theils plötzlich, theils nach kurzer Krankheitsdauer zu 
Grunde gegangen waren. In allen Fällen stiess D. bei der Section auf 
Ekchymosen in den inneren Organen, die, von verschiedener Form und 
Grösse, verschieden localisirt waren, jedoch am constantesten im Herzen 
und da nicht nur unter dem Pericard, sondern auch subendocardial an- 
zutreffen waren, sich aber auch mehr oder weniger häufig unter den 
Schädeldecken, an der Lungenoberfläche, in den Schleimhäuten der Hals- 
organe und an der Gehirnoberfläche fanden. Eine weitere, gleichfalls in 
allen Fällen constatirte Veränderung, die der Verf. als ein sehr wich- 
tiges prädisponirendes Moment für den Exitus bei Sonnenstich oder 
Hitzschlag auffasst, war eine mehr oder minder ausgeprägte, von früher 
her bestehende Erkrankung des Herzens, als deren gewöhnlichste Form 
die Adipositas cordis erschien. 

D. theilt dann weiter eine Reihe von ihm zur Kenntniss gelangten, 
grösstenteils in Genesung Qbergegangenen Fällen von Hitzschlag und 
einen von ihm gerichtlich obducirten Fall mit, der einen in einem Ka- 
mine in Folge eines Brechactes erstickten Bauchfangkehrer betraf, bei 
welchem sich unter dem Endocard gleichfalls multiple Ekchymosen vor- 
fanden, die D. dafür zu sprechen schienen, dass dem Brechacte eventuell 
ein Ohnmachtsanfall in Folge von Hitzschlag vorausgegangen sein könnte. 

Die multiplen Blutungen, welche D. als eine Folge capillarer Zer- 
reissungen bei .venöser Hyperämie ansieht, möchte der Verf. geradezu 
als pathognomonisch für den Hitzschlag bezeichnen. In Bezug auf die Tren- 
nung der beiden Begriffe „Sonnenstich" und „Hitzschlag" stimmt der Autor 
Jacubasch bei, nach welchem der Sonnenstich durch Einwirkung der direc- 
ten Sonnenstrahlen auf den ruhenden Körper hervorgerufen wird, während 
bei der Entstehung des Hitzschlages die hohe Temperatur der Luft das 
wesentlichste Moment bildet, und giebt der Ansicht Ausdruck, dass seine 
12 Fälle wohl fast durchwegs der zweiten Kategorie angehören dürften. 

Ccntnlbbtt t Allf. Pathol. T. \§ 



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— 186 - 

Zur Erläuterung der in der genannten Augustwoche bestandenen meteoro- 
logischen Verhältnisse ist eine Tabelle der meteorologischen Centralanstalt 

Wn Wien beigefügt. von Wun$ekhtim {Prmg). 



Berichte aue Vereinen etc. 



Sodätö de biologie in Paris« 
Sitzung vom 28. Februar 1893. (Le Progres mddical, 1893, S. 184.) 
Chanin berichtet über den Obduotionsbefund eines Hundes, 
ier an experimentellem Diabetes gelitten hatte und in Folge 
ron Kachexie und einer Phlegmone am Bein zu Grunde gegangen war. In 
len Mesenterialdrüsen fand sich eine ausgesprochene Tuberoulose. 

Biohet bespricht die Ergebnisse seiner Im pfv er suche mitHühner- 
iuberoulose an Affen. Danach ist dieselbe durch subcutane Einfuhrung 
tuf diese Thiere nicht übertragbar, während sie bei intravenöser tödtlich wird. 
Es scheint aber, dass eine vorhergehende subcutane Impfung einen Sohuti 
gegen die folgende intravenöse bildet. 

Sottaa spricht über zwei Fälle von Compression der hin« 
;eren Wurzeln und die oonsecutiven Veränderungen des 
Etüokenmarks. In dem ersten handelte es sich um einen Tumor des 
Sireuzbeins, der die Wurzeln des Plexus sacralis oomprimirt hatte. Die- 
selben waren vollständig degenerirt und am Rückenmark bestand aufsteigende 
Degeneration des rechten Hinterstrangs. — Der zweite Fall zeigte eine Com- 
pression des linken Plexus brachialis in Folge von Malum Porti. Das Eücken- 
nark war nicht direct in Mitleidenschaft gezogen, doch bestand eine Dege- 
neration der hinteren Wurzeln des 5. und 7. linksseitigen Cervicalnerven. 
Es folgt die Beschreibung des mikroskopischen Befundes am Bückenmark. 

Sitzung vom 11. März 189 8. (Le Progres m&ücal, 1898, S. 199.) 
Chauveau und Kanffmann fanden bei ihren Studien über vermehrte 
Glykogenose zwei regulatorisohe Centren, von denen das eine 
m Bulbus, das andere zwischen Bulbus und viertem Cervicalnexvenpaar 
»einen Sitz hat Diese Centren beeinflussen die Ganglien der Nerven, welche 
rar Leber und dem Pankreas gehen. 

Courmont und Doyon halten das tetanigene Gift für eine Art 
Diastase, die in bestimmten Geweben Gährungen hervorruft und dadurch 
lie Bildung von Tetanusgift in denselben herbeiführt. Für ihre Anaioht 
ipricht ihnen der umstand, dass hei intramusculärer Injeotion von Tetanus- 
toxinen erst 24 — 48 8tunden nachher der Tetanus ausbricht, während das 
Blut eines tetanuskranken Hundes nach der Transfusion in ein gesundes 
Thier sofort die Krankheitserscheinungen zum Ausbruch kommen lässt Die 
«tanuserregende Substanz befindet sich also im Blut alsdann fertig gebildet 

Chanin und Courmont besprechen ihre Versuche über die Ab« 
lohwächung von Bakterien durch das Blut, resp. Serum von 



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— 18 

jThieren, die mit anderen Mik 
cysneus, geimpft sind. 

Moussu bezweifelt, dass die aoo< 
stimmt sind, die grosse Drüse auoh ii 
da nach Exitirpation der letzteren jen< 
Änderung erleiden. 

Sitsnng vom 18. März 1893. ( 

Däjerine berichtet über zwei 
progressiver Neuritis der Kin 
eben untersuchten Fall ausgesprochene 
der Nerven durch eine 8cheide von 
Wunelzone der hinteren Wurzeln im ] 
frei. Klinisch zeigte sich Muskelatropl 
gehend und infolgedessen Pes varo-eqi 
waren erhalten, dagegen bestanden Zeit 

Charrin und Devio: Ueber dei 
jeetion einer Cultur in den Nervus is< 
traumatische parenchymatöse Neuritis 1 
Eartoffeleultur von Braun in Grün. 

Boger: Ueber den Einflusi 
die Milch. B. fand, dass der Bacill 
bei Berührung mit der Luft «erstört, w 
rinnung eintritt. Bei flachen Gelassen 
Oberfläche kann sämmtliohes Oaseih v 
ausbleiben. 

Girode: Ueber einen Fall v< 
bei dem die Uebertragung durch die B 
Heilung durch Garbolinjectionen. Mi] 
nominenen Oedemflüssigkeit nachgewiei 
übertragen werden, ebensowenig ergab 
ein bestimmtes Besultat 

Nocard und Ohauveau bezwei 
achtung. 

Halli und Duaart züchteten de 
fanden, dass, selbst wenn letzterer in d 
noch eine sehr allmähliche Zersetzung 
moniumcarbonat erfolgt. 

Gilbert und Lävis unterscheiden i 
rium ooli eine Serie von nioh 
dieses Bacillus, die theils beweglich, 1 
weniger verschiedene Beactionen geben 
«Uns vielfach nähern. 

Fajardo aus Bio de Janein 
Snmpffi eberkranken, in denen < 
wie bei der Malaria in Algier. 



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— 188 — 

Sitzung Tom 25. März 1893. (Le Progris mttical, 1893, S. 286.) 
I^Arsonval hat mit Oharrln seine Untersuchungen über die Ein- 
wirkung des Pyooyaneus auf die Hefe fortgesetzt und ist ra 
dem weiteren Ergebniss gekommen, daeg die hemmende Wirkung wechieU 
je nach der Quantität und Qualität (abhängig von Viralen* und Nährmedium) 
der verwendeten Bacillen. 

Charrin studirte eine Seuche, die unter den fischen der 
Rhone wüthete. Als Erreger fand er einen Bacillus, der durch sein« 
Toxine wirkt. Wie zu erwarten war, entwickelt er sioh gut bei niederer 
Temperatur (20°). 

L em olne und Llnosaier beobachteten ein an Meryoismus leidende! 
Individuum. Der Mechanismus des Vorgangs entsprach nach den regiafcri- 
renden Apparaten genau dem beim Thiere. Die Person verschluckt zuerst 
ein Quantum Luft anstatt zu athmen, sodann wird dieselbe wieder ausge- 
stossen, und die Speisen folgen ihr bis zum Munde. 

Cadiot: TTeber die Häufigkeit der Tubereulose beim 
Hund. Unter 7000 kranken Hunden der 8ohule von Alfort waren 27 
tuberculös, d. h. ca. 1 : 260. Am häufigsten waren die Lungen befallen. 
In vielen Fällen Hess sich nachweisen, dass die Thiere mit Tuberculosen 
zusammengelebt hatten. Nach der Ansicht von 0. waren sie direct infioirt 
und konnten eine Quelle für weitere TTebertragung werden. 

Laveran und Vaillard fanden, daes zur Desinfeotion durch 
Zerstäubung die 5-procentige Oarbolsäure unter einer grösseren Anzahl 
untersuchter Mittel sioh am wirksamsten erwies. 

Sitzung vom 2 5. April 18 93. (Le Progris mtfical, 1893, S. 302.) 
Sottas spricht über den histologischen Befund bei zwei 
Fällen von syphilitischer Myelitis. Zuerst besteht eine Ver- 
engerung der Gefksse, die bis zur Obliteration führt Die von denselben 
versorgten Gebiete nekrotisiren und erweiohen, doch entsteht keine Höhlen- 
bildung, sondern es entwickelt sich an dieser Stelle sklerotisches Gewebe. 
Durch Dilatation der Vasa vasorum der sklerotischen Gefässe erhält dasselbe 
genügende Blutzufuhr. 

Püliet: Ueber partielle myxomatöse Degeneration der 
Placenta beim Abort. Die einzelnen degenerirten Partieen werden 
nacheinander ausgeetossen und lassen so die Diagnose leicht stellen (Deci- 
duome). 

Charrin berichtet über eine Arbeit von Ruf f er und PI immer in 
London über die Parasiten des Krebses. Die Autoren haben 47 
Fälle von Krebs der verschiedensten Organe untersucht und fanden stets 
intraoellulär gelagerte Parasiten, verschieden von den von Malassez, Al- 
barran, Darier, Wickham u. s. w. beschriebenen. Es sind einge- 
kapselte Protozoen mit kleinem Kern und gekörntem Protoplasma, die durch 
Goohenille färbbar sind und in dem Kern oder Protoplasma der Zellen der 
Neubildung ihren Sitz haben. 

Moussu und Gley sprechen über die Möglichkeit der Exstirpation 
der 8ohilddrüse bei Hunden unter Zurüeklassung der ao~ 



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— 189 — 

oessorischen Schilddrüsen und erwarten von diesen Versuchen Auf- 
lehlüsse über die Function der letzteren. 

Biohet demonstrirt einen mit Stoffwechselproduoten der 
Hühnertubereulosebacillen vacoinirten Hund, der eine spä- 
tere Impfung mit menschlicher Tuberculose bereits ein Jahr überlebt hat. 

Mironoff fand, dass die Einimpfung von alten und in Folge 
dessen abgeschwächten 8treptokokkenculturen Kaninchen eine ge- 
wisse Immunität verleiht, und dass deren Serum ourative Wirkung insofern 
erhält, als Injection desselben bei anderen an Septikämie leidenden Thieren 
den "Verlauf der Krankheit verzögert 

Sitzung vom 2 2. April 18 98. (Le Progres mädioal, 1898, 8. 828.) 
CurtiLs und Oombemale besehreiben kleine, in der Regel zu zweien 
znsammengelagerte Kokken, die sie in Fällen von Typhus ex- 
snthematious aus verschiedenen Organen, insbesondere der Milz und 
dem Gehirn, bei einer Temperatur von 87° auf Serum, Agar und Bouillon 
züchten konnten. Culturversuohe mit Blut blieben erfolglos. 

Gilbert bemerkt zu dem von Sottas in der vorigen Sitzung ge- 
haltenen Vortrag, dass die syphilitische Arteritis nicht die alleinige Ursache 
der syphilitischen Büokenmarkserkrankungen darstellt. Br erinnert an die 
Qummabildungen und Meningitiden und stellt verschiedene Typen der 
Keningo-Myelitis auf: den embryonalen, nekrobiotisohen, sklerotischen 
und gummösen. 

Arthua: Ueber die Ooagulation des Blutes und der Miloh* 
Die Gerinnung vollzieht sioh durch den Einfluss löslioher Fermente, des 
Fibrin- resp. Labferments. Dieselben sind fällbar durch Alkohol und spalten 
ach ab bei Berührung mit Kalksalzen, so dass entkalkte Milch oder Blut 
nicht gerinnen können. Das Strontium vermag für das Blut, die alkalischen 
Salze vermögen für die Miloh den Kalk zu ersetzen und Gerinnung herbei- 
zafdhren. 

Pietrowski: Ueber die Elimination des Kohlenoxyds aus 
dem Blut. Dieselbe erfolgt so langsam, dass man das giftige Gas bis 
2 — 8 Monate nach dem Tode in den Geweben nachzuweisen vermag. 

Sitzung vom 29. April 1898. (Le Progres me'dioal, 1898, 8. 848.) 
Langloia ; Ueber die Abtragung der Nebennieren beim 
Hund. Nach Entfernung einer Nebenniere beobachtete er im Gegensatz 
tu Tizzoni nichts Besonderes, die Entfernung beider dagegen führte den 
Tod des Thieres in 10 — 24 Stunden herbei. Das Blut eines beider Neben- 
nieren beraubten Thieres wirkte toxisch auf andere, ebenso operirte und 
kürzt deren Lebensdauer um einige Stunden ab. 

Sitzung vom 6. Mai 1893. (Le Progres me'dioal, 1898, S. 867.) 
Boger studirte die Giftigkeit des Bacillus ooli oommunis, 
indem er die Toxine der von einem gesunden Menschen stammenden Gultur 
Fröschen intraperitoneal injioirte. Es entstand zuerst ausgesprochene Parese, 
bei stärkeren Dosen traten Convulsionen mit Steigerung der Ben 1 exe auf; 
endlieh können allgemeine Paralyse und Tod erfolgen. 



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— 190 — 

Charrin und d'Araonval: Ueber den Einfluss starker elek- 
trischer Ströme auf den Bacillus pyooyaneus. Er verliert 
doroh den Strom zwar nicht seine Virulenz, aber seine Fähigkeit Farbstoff 
zu bilden. Doch gewinnt er letztere wieder unter normalen Bedingungen. 

Vinoent: Bericht über zwei Fälle yon Icterus gravis, einen 
primären und einen seoundären. In dem ersteren waren alle Gewebe mit 
dem Baoterium coli durchsetzt, in dem letzteren enthielten die Organe den 
Staphylooooous albus. 

Hanot demonstrirt Photographieen der Leber bei verschie- 
denen Infectionskrankheiten. Die Oberfläohe des Organs zeigte 
überall kleine weisse Flecke, auf die schon Hayem hingewiesen hatte, und 
an welchen die oellulären Veränderungen und die Ansammlung verschiedener 
Mikroben am deutlichsten waren. 

Fhiaallx untersuchte mit Bertrand die Giftigkeit des Kröten- 
blutes in seiner Wirkung auf den Frosch, und fand, dass die- 
selbe recht erheblich ist. 

8itzung vom 13. Mai 1893. (Le Frogres m&ioal, 1893, S. 383.) 

Charrin berichtet über eine von Ouinard (Lyon) aufgestellte Stufen- 
leiter der Giftigkeit des Urins verschiedener Säugethiere. 
In absteigender Folge reihen sieh die Hausthiero so aneinander: Hund, 
8ohwein, Bind, Meerschwein, Hammel, Ziege, Esel, Pferd, Kaninchen, Katse. 
Der Mensch steht bezüglich der Toxicität seines Urins zwisohen dem Hund 
Und dem Schwein. 

Charrin beobachtete, daas lnjeotion der duroh Hitze abge- 
tödteten Culturen des Fyooyaneus in den Ductus ohole- 
doehus und in die Ureteren in der Leber resp. Niere interstitielle 
Protease (streifenförmige und miliare Zellanhäufungen) hervorruft. 

Hanot bemerkt dazu, dass die Zeichnung der betreffenden Leber sehr 
an die von ihm unter dem Namen hypertrophische, biliare Girrhose be- 
schriebene Affection erinnere. 

Henneguy: Ueber die regressive Metamorphose der in 
den Ovarien der Säugethiere zur Resorption gelangenden 
Eier. Dabei erfolgt eine mehr oder weniger vollständige Segmentation und 
Karyokinese. 

Straua berichtet im Namen von Cos tantin und Sabrazes (Bordeaux) 
über die beim Mensohen, dem Hund und dem Huhn beobach- 
teten Favuspilze. Beim Huhn zeigen sich solche morphologische Ver- 
schiedenheiten gegenüber den anderen, dass man eine besondere Filzart 
annehmen muss. 

BlUet: Ueber einen Todesfall, verursacht durch Anhäufung 
von Distomum sinense in der Leber. 

Pilliet untersuohte den Hergang bei experimenteller Zer- 
störung der Leberzellen duroh lnjeotion von 8ilbernitrat, 
Carbolsäure, Ameisensäure und Jodtinotur in das Leber- 
gewebe. Das Silbernitrat verursachte eine Mumifloation, eine trockene 



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- 191 

Nekrose der Zellen; durch Carbolsäure e 
Eklampsie. Enteret erwies sich als bei 
im Allgemeinen ergaben, dass die Wirk 
die Zellen keine speoinsohe ist, sonde: 
Infectionskrankheiten gebildeten Gifte u 
Yirns sich erneut und rermehrt. 

8it*ung vom 20. Mai 1893. (Lc 
Lareran und Catrin: Weitere TJi 
heitserreger der Parotitis. Di 
«fieser Krankheit häufig einen Diploeocot 
ben. Bei 50 weiteren, darauf untersuch 
darunter 13 Mal unter 16 Fallen von c 
15 untersuchten Fällen im Blut. Wäh 
Mikroorganismus allmählich aus dem Bh 
aats nieht mehr zu finden. Mäuse v 
Kaninchen und Meerschweinchen erwies 
steht nach intratesticulärer Injeotion eine 
die nach einigen Tagen abheilt. 

Charrln und d'Arsonval: Uel 
starken Gasdruoks auf den Baoi 
wurden einem Kohlensäuredruck ron 
4 Stunden hatte der Bacillus die Eigem 
und seine Vermehrungsfähigkeit war al 
auch diese aufgehoben. 

Chauveau erinnert an die von ihm 
Absohwächung des Milzbrandt 
desselben durch 12 Atmosphären. 

Sitzung Tom 27. Mai 1893. (Le 
Dominlcifl (Neapel): Die na oh 
Pankreas beim Hunde auftrete 
staut und wird, wo sie einmal besteh 
ausserhalb des Abdomens nicht beseitigt 
Chauveau glaubt, dass die Totale 
genüge, um Olykosurie zu erzeugen. M 
haltigen Substanzen nähren. 

Dominlcifl hat die direote Blul 
den Mensehen 11 Mal ohne Zwisohi 

Rieh et ist der Ansicht, dass derar 
als Stimulans der Ernährung wirkt 

Blooq und Marineeco : lieber d< 
einem Falle ron Parkinson't 
Kranken, der schliesslich an Lungentul 
fand sich ein olivengrosser Tuberkelknot 
eerebri und zwar in der Substantia nigi 
des Hirnstiels waren nicht in Mitleidei 
Beil 9 sehen Fasern leicht alterirt Auf- < 



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— 192 — 

Nach einem Hinweis auf die analogen Falle von Charoot, Mendel und 
Benediokt folgt die Beschreibung der klinischen Symptome der Krankheit, 
hauptsächlich nach den von König an 10 Fällen gemachten Beobachtungen. 
Die wichtigsten 8ymptome, das charakteristische Zittern, insbesondere der 
oberen Lider bei geschlossenen Augen, die Starrheit derselben beim Versuch 
die Augen zu öffnen und die des Blicks, die Störung der associirten Augen- 
bewegungen seien vor den nur bei einzelnen Fällen zur Beobachtung ge- 
kommenen anderen Erscheinungen allein erwähnt 

Sitzung Tom 3. Juni 1893. (Le Progres meMioal, 1893, 8. 439.) 

Brown-Sequard bemerkt zu der Ton Domini eis gemachten Mittheilung, 
dass die Injectionen des Blutes ron Thieren rersohiedener 
Art weit weniger gefährlich sind, als man gewöhnlich annimmt. 

Charrin fand gemeinschaftlich mit Gley, dass gewisse Stoffwechsel- 
producte des Pyooyaneus deutliche Einwirkung auf das 
Herz haben. Die Versuohsthiere zeigten bei der Section eine beträchtliche 
Erweiterung der Herzhöhlen, ohne Zweifel die Folge einer gefasslähmenden 
Wirkung. Der Befund erinnerte Oh. an den nach Infectionskrankheiten. 

Daatre untersuohte den Einfluss der Abtragung der Milz auf 
das Waohsthum und bemerkte weder bei erwachsenen noch bei jungen 
Thieren eine wesentliche diesbezügliche Veränderung. 

Laborde sah einen Hund und eine Hündin, denen in der 
Jugend die Milz exstirpirt war und die Junge bekamen. Die Qe- 
sohleohtsorgane hatten sich also trotz der Operation functions- 
fähig entwickelt. 

Telohan demonstrirt einen Stiohling, der einen grossen, svus 
myxomatösen Geweben bestehenden Tumor trägt 

Legrain: Ueber ein reoidiyirendes Keloid, dessen Fragmente 
für Kaninchen infeotiös waren. K. Ht$$ (FaOensUm *» Tau*»). 



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S. 547—548; No. 50, S. 560—561. 

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Bamarnier, Forme anormele du poumon chea an komme mort de nephrito interstitielle apres 

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Serie V, Tome VI, Fese. 4, 8. 81. 
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creme Netsos in die linke Pleurahöhle. Aas dem stadtischen Krankenhause Moebit in 

Berlin. Demonstration der Präparats in der Sitsung der Berliner medicinischen Gessll- 

•eaaft am 7. Deeember 1892. Berliner klinische Wochenschrift, Jahrgang 80, 1898, No. 2» 

8. 88—85. Mit Figuren. 
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1692, Vol. XLH, 8. 188—186. 
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Aas dem patbologisch-anatomfschen Institat su Erlangen. MÜnohener medicinisebe Wochen- 
schrift, Jahrgang 40, 1898, No. 8, 8. 165—156. 
Mary, L„ Gancer eztrineeque du larynx propage a la eavite msis ayant respecte les eordes 

Totales inferieures avec eonserration permite de la voix. Bulletins de la socletd enato- 

udaue de Paris, Annee LXVII, 1892, Serie V, Tome VI, Fese. 29, 8. 725—727. 
— — , Paralysie de la corde voesie gauchc per compression gangUonnaire du nerf recurrent 

aneeeo ehes an eortique. Ibidem, Annee LXVII, 1892, Serie V, Tome VI, Fase. 29, 

8. 717—728. 
WM VmMj Ferdinand, Vergleichende Studie über das Vorkommen der Pneumonie nach 

Trscheotomie und nach Intubation. München, 1892. 8°. 29 88. Inaug.-Diss. 
*m Honsrnger, O., Deber die anatomischen Veränderungen tuberculoser Lungen nach Be- 

ksodlaog mit Koch'schen Injectionen. Marburg, 1891. 8°. 42 88. Inaug.-Diss. 
HDHe, J. D., Tubereulous Laryngitis. Medieal Press and Cireular, London, 1892, New 

Seriet VoL LIV, 8. 894. 



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an Allen, p. 186. 

Bot tat, Zwei FlUe tob C om p r oosion dar 
hintaran Wuneln und dia conseentiven Ver- 
taderungen dat Rückenmarks, p. 186. 

Chauveau und Kauf f mann, Zwal regu- 
latorische Centren bei Glykogene»*, p. 186. 

Coarmont mnd Doyon, Dae tetanigene 
Gift, eine Art Diastasc, p. 186. 

Charrin vnd Conrmont, Abschwftchung 
von Bakterien durch daa Blut, resp. 8emm 
Ton Thieren, die mit anderen Mikroorganis- 
men geimpft sind, p. 187. 

Xoiiioi, Accessorische Schilddrüsen, p. 187. 

D e j e r i n e , Hypertrophische progressive Neu- 
ritis der Kindheit, p. 187. 

Charrin nnd Devic, Ueber den Bacillus 
pyoeyaneus, p. 187. 

Boger, Binflnss des Milabrandbaciilns auf 
die Milch, p. 187. 

Giro de, Fall von menschlichem Milsbrand, 
p. 187. 

Halle nnd Dnsart, Bacillus coli im Urin, 
p. 187. 

Gilbert nnd Levis, Untersuchung des 
Bacterinm coli und einer Serie von 18 Varia- 
Uten desselben, p, 187. 

Fa)ardo, Blutprlparato von Sumpffiebor» 
kranken, p. 187. 

d'Arsonval und Charrin, Einwirkung 
des Pyoeyaneus auf die Hefe, p. 188. 

Charrin, Eine Seuche unter den Fischen der 
Bhone, p. 188. 

Limo ine und Linossier, Merydsmus, 
p. 188. 

Cadiot, Häufigkeit der Tubereulose beim 
Hund, p. 188. 

Laver an und Valllar d, Desinfeetion durch 
Zerstäubung, p. 188. 

Sottas, Histologischer Befund bei syphiliti- 
scher Myelitis, p. 188. 

Pilliet, Partielle myxomatöse Degeneration 
der Placenta beim Abort, p. 188. 

Charrin, Ueber die Parasiten des Krebses, 
p. 188. 

M o u s s u und G 1 e y , Exstirpation der Schild- 
drüse unter Zurucklassung der accessorischen 
Schilddrüse, p. 188. 

Bichet, Ein mit Stoffwechselproducten der 
Hfihnertuberculosebacillen vaccinirter Hund, 
p. 189. 

Mironoff, Einimpfung von alten 8trepto- 
kokkenculturen, p. 189. 

Curtis und Combemale, Kokken bei 
Typhus exanthematicus, p. 189. 

Gilbert, Typen der Meningo-Myelitis, p. 189. 

Art hu s, Ueber die Coagulation des Blutes 
und der Milch, p. 189. 



Pietrowski, Ueber die Eliminatien dee 
Kohlenoxyds aus dem Blut, p. 189. 

Langlois, Ueber die Abtragung der Neben- 
nieren beim Hund, p. 189. 

Roger, Giftigkeit dee Bacillus coli communis, 
p. 189. 

Charrin und d'Arsonval, Ueber den 
Binflnss starker elektrischer Strome auf den 
Bacillus pyoeyaneus, p. 190. 

Vlnoent, Icterus gravis, p. 190. 

Ha not, Photographieen der Leber bei ver- 
schiedenen Infektionskrankheiten, p. 190. 

Phisalix und Bertrand, Die Giftigkeit 
des Krdtenblntes in seiner Wirkung auf den 
Frosch, p. 190. 

Charrin, Qulnard'sehe Stufenleiter der Gif- 
tigkeit des Urins verschiedener SlugeHdere, 
p. 190. 

— , Injectien der durah Hitse abgetöteten 
Cnltnran dee Pyoeyaneus In den Ductus 
choledoehus und die Ureteren, p. 190. 

Henneguy, Ueber die regressive Metamor- 
phose der in den Ovarien der Slugethiere 
nur Resorption gelangenden Eier, p. 190. 

Straus (Costantin und 8abraaes), 
Ueber die beim Menschen, dem Hund und 
dem Hohn beobachteten Favuspilae, p. 190. 

Billet, Todesfall durch Anhäufung von 
Distomnm einenge in der Leber, p. 190. 

Pilliet, Hergang bei experimenteller Zer- 
störung der Lebersellen durch Injectlon von 
Silbernitrat, Carbolefture und Jodtinetnr in 
das Lebergewebe, p. 190. 

Laveran und Catrln, Der Krankheits- 
erreger der Parotitis, p. 191. 

Charrin und d'Arsonval, Einwirkung 
eines starken Gasdruckes auf den Bariluis 
pyoeyaneus, p. 191. 

Dominicis, Glykosurie nach totaler Ex- 
stirpation des Pankreas beim Hunde, p. 191. 

. Directe Bluttransfusion vom Hund auf 

den Menschen, p. 191. 

Bloeq und Marin esco, Anatomischer Be- 
fund bei der Parkinson'sehen Krankheit, 
p. 191. 

Charrin undGley, Einwirkung von Stoff- 
weehselproducten des Pyoeyaneus auf das 
Hers, p. 199. 

Dastre, Binflnss dar Abtragung der Mila 

auf das Waehsthum, p. 199. 
La bor de, Function der Geschlechtsorgane 
bei Hunden nach Exstirpation der MOs in 
der Jugend, p. 199. 

T e 1 o h a n , Stiehlingmit einem Tumor, p. 19t* 

Legrain, Beeidivirendes Keloid, p. 198. 

Literatur, p. 198. 



Frommanntehe BnchAraekeral (Hermann Pohls) in Jen*. 



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CENTRALBLATT 



für 



Allgemeine Pathologie u. Pathologische Anatomie. 



Pro! Dr. E. Ziegler 

io Freibarg i. B. 



Redigirt 

von 

Prof. Dr. C. t. KaMden 

in Freibarg i. B. 



T.Band. 



Verlag von tiustar Fischer in Jena. 



Jena, 19. Mftrz 1894. 



Das Centralblatt für Allgemeine Pathologie u. Pathologische Anatomie erscheint in 
Nummern von zwei bis drei Druckbogen ; zweimal monatlich gelangt eine Nummer 
zur Ausgabe. Der Umfang des Jahrgangs wird 65 Druckbogen betragen. Das 
Abonnement für das Centralblatt kostet 24 Mark für den Band (24 Nummern). 
*jG*& Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten. ^^^ 

Die Herren Verfasser werden gebeten, besondere Abdrücke ihrer Arbeiten 
an die Redaction des „Centralblatt für Allgemeine Pathologie und Patho- 
logische Anatomie" in Freiburg i. JB., AJbertstrasse 28, Arbeiten in russischer 
Sprache an Herrn Professor Dr. Lukjanow, Pathologisches Laboratorium der 
Kaiserlichen Universität in Warschau* solche in polnischer Sprache an Herrn 
Dr. J. Steinhaus, Warschau einzusenden. 



Orlginalmlttheilungen 



lieber einige neuere Ergebnisse auf dem Gebiete der 
Immunitätslehre. 

Zusammenfassendes Referat von Dr. B. Stern, 

Privatdocent und Assistenzarzt der medicinischen Klinik in Breslau. 

1) Aikaarow, Recherche« sur la guerison de l'infection pneumoniqae che» les lapins etc. 
Arcb. de med. experiment. et d'anat. pathologique, 1892. 

1) Aroneon, Experimentelle Untersuchungen Über Diphtherie und die immanisirende Sub- 
stanz des Blutserums. Berl. klinische Wochenschr., 1893. 

S) Bebe« und Lepp, Becherohes snr la yaccination antirabique. Annales de l'Institut 
Fasteur, 1889, No. 7. 

4) Behring, Ucber die Ursache der Immunität von Satten gegen Milzbrand. Centralbl. 
f. klinische Medicin, 1888. 

5) Behring und Bitten, Ueber bakterienfcindüehe Eigenschaften verschiedener Serumarten. 
Zeltschr. f. Hygiene, Bd. VIII, 1890. 

•) Behring, Ueber Desinfectlon, Desinfectionsmittel und Desinfeetionsmethoden. Zeitschr. 

f. Hygiene, Bd. IX, 1890. 
7) Behring und Xitasato, Ueber das Zustandekommen der Diphtherie-Immunität und die 

Tetanus-Immunität bei Thieren. Deutsche med. Wochenschr., 1890, No. 49. 
Central«*« t AD«. Fsthol. V. 14 



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— 202 — 

8) Behring, Untersuchungen Aber das Zustandekommen der Diphtherie-Immunität bei 

Thieren. Deutsche med. Wochenschr., 1890, No. 60. 
9) , Die Blutserumtherapie bei Diphtherie und Tetanus. Zeitschr. f. Hygiene und 

Infectionskrankheiten, Bd. XII, 1899. (Vergl. auch „Blutserumtherapie" I und II, 

Leipsig, 1892.) 

10) Behring und Wernieke, Ueber Immunisirung und Heilung von Versuchsthieren bei 
Diphtherie. Zeitschr. f. Hygiene und Iofectionskrankbeiten, Bd. XH. 

11) Behring, Ueber Immunisirung und Heilung von Versuchsthieren beim Tetanus. Zeitschr. 
f. Hygiene und Infectionskrankheiten, Bd. XII. 

18) , Ueber die Natur der Immunität ▼erleihenden Körper. Verhandlungen der 

physiolog. Gesellsch. zu Berlin, 1898, No. 10 und „Geschichte der Diphtherie**, Leip- 
sig, 1893. 

13) Behring und Knorr, Ueber den Immnnisirungswerth und Heilwerth des Tetanasheil- 
serums bei weissen Mäusen. Zeitschr. f. Hygiene und Infectionskrankheiten, Bd. XIII, 
1893. 

14) Behring, Experimentelle Beobachtungen an immunisirten Schafen etc., in: Gesammelte 
Abhandlangen, Leipsig, 1893. 

15) , Die Gewinnung der Blutantitoxine und die Classificirung der Heilbestrebungen 

bei ansteckenden Krankheiten. Deutsche med. Wochenschr., 1893. 

16) Bertin, De l'injection de sang de chevre comme traitement de la tuberculose. Nantes, 
1891 (cit. nach Bouchard, s. No. 88 des Lit-Vera.). 

17) Bertin et Pico., Lettre k l'Academie de me*decine. Gasette m&iicale de Nantes (cit 
nach Bouchard.). 

18) Bitter, Ueber Festigung von Versuchsthieren gegen die Toxine der Typhusbacillen. 
Zeitschr. f. Hygiene und Infectionskrankheiten, Bd. XII, 1899. 

19) Bonaduee, Ueber Beziehungen des Blutserums von Thieren aur natürlichen Immunität. 
Ziegler's Beiträge, Bd. Xu, 1893. 

80) Botkin, Sur la pathologie du cholera. Gazette clinique de Botkin [Russisch] (dt 
nach Metschnikoff, s. No. 78 des Lit-Vera.). 

81) Bouchard, Theorie de l'infection. Verhandl. d. X. Internat medicin. Congresses, Ber- 
lin, 1891. 

88) , Sur les prltendues vaccinations par le sang. Festschrift für Virchow, Bd. III, 

Berlin, 1891 (auch abgedruckt in: Les mi er ob es patbogenes, Paris, 1898). 

83) Brieger, Kitaaato und Wassermann, Ueber Immunität und Giftfestigung. Zeitschr. t 
Hygiene und Infectionskrankheiten, Bd. XII, 1892. 

24) Brieger und Ehrlieh, Beiträge aur Kenntniss der Milch immunisirter Thiere. Zeitschr. 
f. Hygiene und Infectionskrankheiten, Bd. XIII, 1893. 

25) Brieger und Gönn, Beiträge sur Concentrirung der gegen Wundsurrkrampf schützenden 
Substanz aus der Milch. Zeitschr. f. Hygiene und Infectionskrankheiten, Bd. XV, 1893. 

26) Bruaehettini, Sulla immunita contro il tifo. Bif. medica, Vol. VIII (cit. nach Schmidfs 
Jahrbüchern, Bd. 239, S. 200). 

27) Büchner, Ueber bakterientödtende Wirkung des zellenfreien Blutserums. Centralbl. f. 
Bskteriol., Bd. V und VI, 1889. 

28) , Ueber die nähere Natur der bakterientödtenden Substanz im Blutserum. Ibid., 

Bd. VI, 1889. 

29) , Untersuchungen Aber die bakterienfeindlichen Wirkungen des Blutes und Blut- 
serums. Archiv f. Hygiene, Bd. X, 1890. 

80) , Ueber den Einfluss höherer Concentration des Nährmediums auf Bakterien. 

Centralbl. f. Bakteriol., Bd. VU, 1890. 

31) , Die neueren Gesichtspunkte in der Immunitätsfrage. Fortschritte der Medicin, 

1892. 

32) , Weitere Untersuchungen über die bakterienfeindlichen und globuliciden Wir- 
kungen des Blutserums. Archiv f. Hygiene, Bd. XVII, 1893. 

33) , Ueber Bakteriengifte und Gegengifte. Münchener med. Wochenschr., 1888, 

No. 24 und 26. 

84) , Beruht die Wirkung des Behring'schen Heilserums auf Giftserstörung ? Berliner 

klin. Wochenschr., 1894. 

85) Centanni, Die speeifisehe Immunisation der Elemente der Gewebe, ein Beitrag aur 
Kenntniss der Immunität und der Serumtherapie bei Rabies. Deutsche med. Wochen- 
schrift, 1893, No. 46. 

36) Chantemease und Widal, Etüde experimentale sur l'exaltation, l'immunisation et la 
therapeutique de l'infection typhique. Annales de l'Institut Pasteur, 1892. 



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37) Charrin e 

38) dt ChrifU 
stitot Paat 

39) Ihrlich, 
Abriii. D 

40) , üe 

fectionskri 

41) fnimerfah 
Pneumonu 

41) Immerieh 
krankheite 

43) Immerieh 
de» XL 

44) Bnderlen, 
Blute». 1 

45) llfigge, 8 
tlt Zeiu 

46) Foa und ( 

47) t. Podor, 
48) , Hi 

Wochenscl 
49) , Di, 

50) Gamaleia, 
1889, Mo. 

51) dt eiaxa 
Annale» d< 

52) Grohmann 
Mikroorgai 

53) Haffkine, 
nales de 1 

54) Henkln, \ 
tralblatt fl 
Bitter, \ 

55) Hericourt 
ses effeta. 
Lit-Vers.) 

56) , Im 

tabercnlos« 

57) Iaaaeff, C< 
de l'Institt 

58) Jetter, üe 
ans dem p 



Bakteriol., 

60) Jütaaato, 
Bd X, 18 

61) Klein, Die 

62) Klemeneie 
geheilten 1 

63) Klemperer 
kokken-Inl 

64) — t 6., üi 
Berliner k 

35) , W« 

Cholera. 
W) -, »., ü 

therapie. 
\X) Irue and 

Hjgiene, I 
J8) Knie, B 

Bd. XH, 1 
(3) Leaams, I 

klin. Wocl 



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— 204 — 

70) Lubarsch, Ueber die bakterienvernichtenden Eigenschaften des Blutes und ihre Be- 
siehnngen snr Immunitat. Centralbl. f. Bakteriol., Bd. VI, 1889. 

71) , Unterrachnngen über die Ursachen der angeborenen und erworbenen Immunität. 

Zeitschr. f. klin. Med , Bd. XVIII und XIX, 1891. 

7t) , Ueber Immunität und Schutaimpraug. Thiermedicinische Vorträge, Bd. II, Haft 11, 

189t. 

73) Ketsehnikoft, Revue critiqne. Annales de l'Institut Pasteur, 1889, No. 12. 

74) Metschnikoff et Boux, 8ur la proprio bactericide dn sang de rat Annales da lln- 
ititut Pasteur, 1891. 

75) Metschnikoff, Etudes sur l'immunite. 4« mim. Annales de l'Institut Pasteur, 1891. 
76) , Etudes sur Hrnmunite. 5« mem. Ibid., 1892. 

77) , L'immunite* dans les maladies infectieuses. Semaine medicale, 1892. 

78) , Becherohes' sur le oholera et les ribrions. I mem. Annales de l'Institut 

Pasteur, 1898. 

79) Heister, S. t Verein für wissenschaftliche Heilkunde in Königsberg. Deutsche med. 
Wochenschr., 1892, No. 28. 

80) Hissen, Zur Kenntnis« der bakterienfeindlichen Eigenschaft des Blutes. Zeitschr. t 
Hygiene, Bd. VI, 1889 

81) Huttall, Experimente Aber die bacillenfeindliehen Einflüsse des thierischen Korpars. 
Zeitschr. f. Hygiene, Band IV, 8. 858. 

82) Ogata und Jasuhara, Ueber die Einflüsse einiger Thierblutarten auf Milsbrandbacillan. 
Mittheilangen der medicinischen Facultät der Kaiserl. Japanischen Universität Tokio 
(cit nach Baum garten 's Jahresbericht fttr 1890, Bd. VI). 

88) Fansini, Weitere Untersuchungen Ober das Verhalteu des Serums gegenüber den Mikro- 
organismen, insbesondere über seine Heilkraft bei der Pneumoniekokken-Infeetion. 
Ziegler's Beiträge, Bd. XH, 1898. 

84) Pekelharing , Ueber Zerstörung von Milzbrand virus im Unterhautbindegewebe das 
Kaninchens. Ziegler's Beitrage, Bd. VHI, 1890. 

85) Petermann, Snr la substance bactericide du sang, decrite par le professeur Ogata. 
Annales de l'Iostitut Pasteur, 1891. 

86) Pfeiffer und Wassermann, Untersuchungen über das Wesen der Cholera-Immunität. 
Zeitschr. f. Hygiene und Infectionskrankheiten, Bd. XIV, 1898. 

87) Ponflok, Studien Über die Schicksale körniger Farbstoffe im Organismus. Virchow*s 
Archiv, Bd. 48, 1869. 

88) Prudden, On the germicidal action of Blood Serum and other body flaids. Medical 
Becord, 1890, Vol. XXXVH (cit. nach Baumgarten's Jahresbericht für 1890). 

89) Ravnaud, X., Etüde ezp4rimentale snr le röle du sang dans la transmission da rim.- 
munit4 vaccinale. Comptes rendns, 1877, T. LXXXIV, S. 458. 

90) Boger, Soci^tC de biologie. Semaine mädicale, 1890. 

91) , Bevne generale des sciences, 1891 (cit. nach Metschnikoff, s. No. 77 des 

Lit.-Vers.). 
92) Boux et Vaillard, Contribution k l'etude du tetanus. Annales de l'Iostitut Pasteur, 

1898. 
98) Bovighi, Süll' asione microbicide del sangue in diverse condisioni dell' organlamo. 

Biforma medica, 1890. 

94) Buffer, Becherches sur la destruction des microbes etc. Annales de l'Institut Pasteur, 
1891 (vergl. daselbst auch S. 675 die Versuche Boger 's). 

95) Bahftti, Versuche sur Immunisirung von Pferden und Schafen gegen Tetanus. Zeitsohr. 
f. Hygiene und Infectionskrankheiten, Bd. XII, 1892. 

96) Seiander, Contribution a l'ätude de la maladie infectieuse du pore etc. Annale* da 
l'Institut Pasteur, 1890. 

97) Sabernheim, Experimentelle Untersuchungen Über Choleragift und Cholerasehuta. Ztachr. 
f. Hygiene und Infectionskrankheiten, Bd. XIV, 1898. 

98) Stern, B., Ueber die Wirkung des menschlichen Blutes und anderer Kö'rperflüssigkeiftaa 
auf pathogen© Mikroorganismen. Zeitschr. f. klin. Medicin, Bd. XVIII, 1890. 

99) , Ueber Immunität gegen Abdominaltyphus. Deutsche med. Wochenschr., 1892. 

100) , Ueber einige Beaiehungen »wischen menschlichem Blutserum und pathoganan 

Bakterien. Verhandlungen des XIL Congresses für innere Medicin, Wiesbaden, IBM. 

101) ▼. Ssekely und Ssana, Experimentelle Untersuchungen über die Veränderungen dar aog. 
microbiciden Kraft des Blutes etc. Centralbl. t Bakteriol., Bd. XII, 1892. 

102) Tiasoni e Oattani, L'immunita contre il tetano etc. Biforma medica, 1891 (cit. nach 
Baumgarten's Jahresbericht). 



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— 20f 

103) Hmni and Cattani, üeber die Eigensc 
Bakteriol., Bd. IX, 1891. 

104) Tixsoni e Schwan, La profilassi e la cn 
cinati coutro quell» malattia. Riforma m< 

105) Tinoni und Oentanni, üeber die Art be 
heilen. Deutsche med. Wochenschr., 189! 

106) , Die Vererbung der Immunität g« 

Centralbl. f. Bakteriol., Bd. XIII, 1893. 

107) Tinoni und Cattani, Weitere experimente 
Tetanus. Berliner klin. Wochen »ehr., 181 

108) Traube und Qseaeidlan, Ueber Fäulnis» i 
gegen dieselbe. Jahresberichte der Schles 

109) Vaillard, 8ur les propriltes du slrom d 
medicale, 1891. 

HO) , De l'aetion des humeurs d'un an 

de cette maladie. Annales de llustitut Pi 

111) Werigo, Les globales blaues comme p 
Pasteur, 1892. 

HS) Wenrieke, Experimentelle Beiträge cur I 
„Blatserumtherapie". Arehiv f. Hygiene, 

113) Wladimiroff, A., Ueber die antitoxineraeug 
giftes bei Thieren. ZeiUchr. f. Hygiene 

114) Wyssokowitseh, üeber die Schicksale ^ 
Körper der Warmblüter. Zeitschr. f. Hyg 

115) Ualoüif 8ulla ▼aoeinasione del Cholera. 
Centralbl. f. Bakteriol., Bd. VII, 1890). 



Indem ich einer Aufforderung de 
Beferat über den gegenwärtigen Stand 
komme, habe ich mich Ton vornherein 
welche sich mit den Beziehungen der 
des Blutes beschäftigen. Es geschah 
beiten über Immunität im Laufe der let 
Richtung bewegt haben, dass selbst di 
über von rornherein einen gänzlich ab 
letzter Zeit sieh vorwiegend mit der Ni 
Wege gewonnenen Resultate beschäftig 
weil die älteren Ergebnisse der Immunit 
und von verschiedenen Standpunkten au« 
Darstellungen gemacht worden sind. 

Freilieh bestehen gerade auf diese 
iprüehe — häufig nicht nur in den M 
sachlichen Angaben der Autoren — c 
kritischer Siehtung nur wenig zur Ori< 
Aus diesem Grunde habe ich eine zi 
der hauptsächlichsten Fragen einer led 

Die oben gegebene Zusammenstellt 
•pruch auf Vollständigkeit; von der seh 
beiten ist mir zweifellos die eine oder 
bekannt gewordenen konnte ieh nicht 
gehen auf alle Einzelheiten, auf die 
Autoren u. s. w. hätte den umfang di< 
wäre für den Zweck desselben nieht vort 
ieh auch da, wo mehrfache Publioatioi 



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— 206 — 

selben Gegenstand vorliegen, nur eine oder einige derselben oitirt, und «war, 
wenn möglich, solche, in denen sioh eine Zusammenfassung seiner Versuohs- 
ergebnisse findet. 



L Dia bakterientödtende Wirkung de« Blutes. 

Dass dem Blute bakterientödtende Eigenschaften zukommen, war bereits 
ror 20 Jahren von Traube und Oscheidlen (108) angegeben worden« 
Freilieh gentigen die Versuche, die diese beiden Forscher und später v. Fodor 
(47, 48) anstellten — sie injicirteo Bakterien in das Gefasssystem von 
Thieren und fanden das Blut derselben bald darauf bakterienfrei — heute 
nicht mehr, um eine Zerstörung der Bakterien durch das Blut zu beweisen. 
Wir wissen aus den von Wyssokowitsoh (114) unter Flügge's Leitung 
angestellten Experimenten — die seitdem öfters mit gleichem Erfolge wieder- 
holt worden sind, — dass in das Gefasssystem injicirte Bakterien, ähnlich 
wie nioht-organisirte kleinste Partikelohen (Ponfick (87)) zum grössten 
Teile sehr rasch in gewissen inneren Organen, besonders Leber, Milz und 
Knochenmark, abgelagert werden. 

Von einem anderen Gesichtspunkte aus gelangte Grohmann (52), ein 
Schüler Alexander Schmidt'«, zu der uns hier beschäftigenden Frage; 
er fand, dass flltrirtes (zellenfreies) Pferdeblutplasma, das spontan nur sehr 
langsam und schwer gerinnt, nach dem Zusatz verschiedener Pilze und 
Bakterien bedeutend schneller gerann, und dass andrerseits diese pflanzlichen 
Organismen durch das Plasma in ihrem Waohsthum — die Milzbrandbaoillen 
auch in ihrer pathogenen Wirkung auf Kaninchen — beeinträchtigt wurden. 

Später fand v. Fodor (49), dass frisch aus der Ader entleertes Kaninohen- 
blut im Stande sei, Milzbrandbaoillen abzutödten, und bald darauf unterzog 
Nuttall (81) unter der Leitung Flügge 's diese Frage einer eingehenden 
Bearbeitung. 

Nuttall fand zunäohst durch mikroskopische Untersuchung, dass Milz- 
brandbaoillen im Blute und in zellenarmen oder so gut wie zellenfreien thierisohen 
Flüssigkeiten (Liquor pericardii, Humor aqueus) deutliche Degenerationseraohei- 
nungen zeigten ; er ging dann dazu über, mittelst des Culturverfahrens quanti- 
tativ festzustellen, ob und in welchem Umfange Milzbrandbaoillen durch die 
genannten Körperflüssigkeiten abgetödtet würden. Das der Arterie oder Vene 
des Versuchsthieres entnommene Blut wurde in einem sterilen Glasgefasse aufge- 
fangen, in diesem (durch Schütteln mit sterilisirtem feinen Kies) denbrinirt, 
dann mittelst steriler Pipette in Portionen von 0,5 bis 1,0 ecm in Reagenz- 
gläser abgefüllt und hier mit einer Platinöse einer Aufschwemmung der zu 
untersuchenden Bakterienart geimpft. Die Menge der auf diese Weise in 
das Blut hereingebrachten Bakterien Hess sich dadurch ungefähr ermitteln, 
dass mittelst derselben Platinöse ein Glas verflüssigte Nährgelatine mit der 
Bakterienaufschwemmung geimpft wurde« Die Gelatine wurde dann zu einer 
Platte ausgegossen und später die Menge der gewachsenen Colonieen in der 
üblichen Weise durch Zählung bestimmt („Aussaat")« Die geimpften Blut- 
proben wurden in Thermostaten bei Körpertemperatur gehalten, und nach 
verschieden langer Zeit (1, 2 u. s. w. bis 20 Stunden) mit Nährgelatine 
vermengt und zu Platten ausgegossen. Es zeigte sioh bei diesen Versuchen, 
dass das Blut von Kaninchen, ebenso der in gleicher Weise untersuchte Liquor 



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— 207 — 

pericardii und Humor aqueus von Hunden and Kaninchen in hohem Grade 
die Eigenschaft besau, Milzbrandbacillen zu tödten. 

Von den weiteren Besultaten Nuttall's sei noch erwähnt, dass das 
Blut ron Mäusen fast gar keine abtödtende Wirkung gegenüber dem Milz- 
brandbaoillus zeigte, und dass auch Kaninchenblut gegenüber dem 8taphylo- 
eoeeus pyogenes aureus ohne Wirkung war. Dagegen wurden der Bacillus 
mbtilis und Megaterium abgetödtet. Wurde Kaninchenblut 8 / 4 Stunden auf 
55°, oder Hundeblut 10 — 30 Minuten auf 52° erhitzt, so wurde dadurch 
die bakterientödtende Wirkung des Blutes aufgehoben. 

In demselben Jahre theilte Behring (14) mit, dass das Blutserum ron 
weissen Ratten, die er gegen Milzbrand immun fand, keinen geeigneten Nähr- 
boden für Milzbrandbaoillen darstelle, während dieselben in dem Blutserum 
mehrerer für Milzbrand empfänglicher Thierarten üppig wuchsen. Das Blut- 
serum der Hatten unterscheidet sich nach Behring ron dem Blutserum solcher 
Thiere, die für Milzbrandinfeotion empfänglich sind, durch eine beträchtlich 
höhere Alkalesoenz, die B. einer organischen Base zuzuschreiben geneigt ist. 

Eine weitere Fortführung der Nuttall 'sehen Beobachtungen erfolgte 
durch die 1 Jahr später ungefähr gleichzeitig erschienenen Arbeiten von 
Hissen (80) und Büchner (27). Beide Autoren untersuchten die Wir- 
kungen des denbrinirten Kaninchen- und Hundeblutes auf verschiedene pa- 
thogene und saprophy tische Mikroorganismen, und fanden, wie schon Nut t all, 
erhebliche Unterschiede in dem Verhalten der verschiedenen Bakterienarten. 
Während z. B. die Bacillen der Cholera asiatioa, des Abdominaltyphus, die 
?riedlän der* sehen Pneumoniebaoillen in erheblichen Mengen durch we- 
nige Tropfen Blut abgetödtet wurden, erfuhren andere Mikroorganismen, 
z. B. die verschiedenen Eiterkokken, Proteus, ein Wasserbaoillus u. s. w. in 
demselben Blute keine Abtödtung. Zellenfreies Blutplasma (Nissen) oder 
Blutserum (Buchner) zeigte, wie dies ja sohon nach Nuttall's Versuchen 
mit serösen Flüssigkeiten wahrscheinlich war, dieselbe Wirkung wie defibri- 
oirtes Blut 

Versuche mit menschlichem Blut (Stern (93), Bovighi (93)) ergaben, 
dass auch dieses gewisse pathogene Mikroorganismen, besonders den Cholera- 
und den Typhusbaoillus abzutödten vermag; schwächer oder inoonstant ist die 
Wirkung gegenüber dem Friedländer' sehen Pneumoniebaoillus und den 
pyogenen Staphylokokken; Streptokokken, Diphtherie- und Milzbrandbaoillen 
zeigten meist von vornherein reiohliohes Wachsthum im menschlichen Blute« 
Transsudate und Exsudate haben ähnliche Wirkung (Prudden (88), Stern 
(98), Pansini (83)). 

Von besonderem Interesse ist die sieh aus den bisher oitirten und 
einigen späteren Arbeiten (vgl. bes. Behring und Nissen (15)) ergebende 
Thateaohe, dass zwischen den bakterientödtenden Substanzen des Blutes ver- 
schiedener Thierarten und auch versohiedener Individuen qualitative Diffe- 
renzen bestehen müssen, und dass uns daher die Untersuchung der bakterien- 
tödtenden Wirkung feinste Unterschiede der verschiedenen Blutarten zeigt: 
so zeigt z. B. sowohl Kaninchen- als auch Mensohenblut dem Typhusbaoillus 
gegenüber deutliche bakterientödtende Kraft; aber während das Blut der 
meisten Kaninchen auoh Milzbrandbaoillen l ) in grosser Zahl abzutödten im 



1) 8elbet Milzbrand iporea werden durch das Blnt mancher Kaninchen vernichtet 
(Pekelharing (84), Lubarsch (71)). 



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- 208 — 

8tande ist, ist menschliches Blut hierzu meist gar nicht fähig. Dies ist 
offenbar ein Unterschied zwischen der Wirkung der bakterienfeinlichen Sub- 
stanzen des Blutes und derjenigen der bis dahin bekannten Antiseptica. 
Einen weiteren Unterschied lehrt uns die gleichfalls von mehreren Autoren 
constatirte Thatsache, dass ein gegebenes Quantum Blut eine gewisse Menge 
eingebrachter Bakterien bis auf wenige Individuen abzutödten vermag, 
dass aber dann diese wenigen Bakterien in dem Blute üppig zu wachsen 
anfangen. Geht die Menge der in das Serum eingeführten Bakterien über 
eine gewisse Grenze hinaus, so wird die bakterientödtende Wirkung des letz- 
teren in kurzer Zeit erschöpft und man kann auf diese Weise z. B. Typhus- 
baoillen im menschlichen Blutserum, das sich bei Anwendung geringerer Bek- 
terienaussaat als stark bakterientödtend erweist, zum Waohsthum bringen (100). 
Dies spricht dafür, dass die Bakterien die bakterientödtenden Körper des 
Serums zu zerstören vermögen („lytisohe Wirkung" Kruse's (68)). Natür- 
lich wird diese Zerstörung um so schneller und vollständiger eintreten, je 
grösser die Zahl der Bakterien im Vergleich zu der umgebenden Serum- 
menge ist. 



An dieser Stelle ist es nothwendig, in Kürze einiger Einwände zu ge- 
denken, die von verschiedenen Seiten gegen die biologische Bedeutung der 
bakterientödtenden Eigenschaft des Blutes erhoben worden sind und die, 
wenn sie zu Recht bestünden, jeden Versuch, nach Beziehungen zwischen 
der bakterientödtenden Wirkung des Blutes und der Immunität zu suchen, 
aussichtslos erscheinen lassen müssten. 

Metsohnikoff (73) behauptete, der Untergang zahlreicher Bakterien 
beim Einbringen in das Blut entstünde durch den plötzlichen Wechsel des 
Nährmediums : die Bacillen kämen dabei aus einer Aufschwemmung in Koch- 
salzlösung oder Bouillon in das Blut und die weniger widerstandsfähigen Indi- 
viduen unter ihnen vertrügen eine derartige plötzliche Aenderung in der Zu- 
sammensetzung und Conoentration des Mediums nicht Indes dieser Erklä- 
rungsversuch kann mit Bestimmtheit als hinfallig bezeichnet werden: der 
Uebergang in conoentrirtere Medien (z. B. Pepton- oder Zuokerlösungen) hat 
gar nicht eine derartige bakterientödtende Wirkung (Buchner (30)). Ferner 
lässt Metschnikoff's Annahme unerklärt, warum das Blut oder Serum, 
welches kräftige bakterientödtende Wirkung zeigt, dieselbe sofort verliert, 
wenn es kurze Zeit auf Temperaturen über 50° erwärmt wird. Endlich ist 
auch die Angabe Metschnikoff's, dass, wenn man bei derartigen Ver- 
suchen zur Aussaat das bacillenhaltige Blut inflcirter Thiere benütze, eine 
abtödtende Wirkung nicht beobachtet werde, von verschiedenen anderen 
Autoren widerlegt worden. 

Indes sind ähnliche Einwände gegen die Bedeutung der bakterien- 
tödtenden Wirkung des Blutes in den letzten Jahren immer aufs Neue 
.wiederholt worden. So gaben Hafkine (53) und später de Christmas (SB) 
an, dass, wenn man Typhus- resp. Milzbrandbacillen in Nährbouillon, der all- 
mählich immer grössere Mengen von tierischen Flüssigkeiten (Humor aqueus, 
Binderserum) zugesetzt wurden, durch sucoessive Uebertragungen fortzüch- 
tete, sie schliesslich in den letzteren gut wüchsen; Christmas behauptet 
sogar, dass, wenn dann derartige Bacillen, die sich den thierischen Flüssig- 
keiten adaptirt hätten, in Bouillon gebraoht würden, nunmehr die Bouillon 



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— 209 - 

„bakterientödtend" wirke. Allein diese Angabe hat sich bei einer durch 
Kionka (69) vorgenommenen Nachprüfung nicht bestätigt Ebensowenig 
konnte Kionka einige andere Angaben des zuletzt genannten Autors, die 
ebenmlls die biologische Bedeutung der bakterientödtenden Wirkung des 
Blutes als illusorisch hinstellen sollten, bestätigen. 

In jüngster Zeit hat Jetter (58) im Laboratorium Baum garten' s 
gefunden, dass Milzbrandbaoillen beim Einbringen in 0,7-proc Kochsalz- 
lösung theilweise au Grunde gingen. Er ist deshalb geneigt, die bakterien- 
tadteade Wirkung des Blutes mit diesem Yorgange in Analogie zu setzen 
«ad darin lediglich einen „natürlichen Absterbeprooess der Bakterien, einge- 
leitet durch die in dem Wechsel des Bodens gelegenen Einflüsse", zu sehen. 
Indes sind die Versuchsergebnisse Jetter's, die, wie er übrigens selbst 
hervorhebt, nur inconstante waren, keineswegs einer Verallgemeinerung fähig; 
so ergaben (noch nicht veröffentlichte) Versuche im Laboratorium der hiesigen 
laedionisohen Klinik, dass Typhusbacillen, die durch das Blut des Menschen 
und der meisten Thiere in grossen Mengen abgetödtet werden, beim Ein- 
bringen in physiologische Kochsalzlösung durchaus nicht in ihrer Zahl ver- 
mindert werden. Ferner gelten auch hier natürlich die oben gegen Metsoh- 
nikoff angeführten Grunde. Wenn Jett er schliesslich eine von manchen 
Autoren, besonders ron v. Szekely und 8a an a (101) gefundene Thatsaohe, 
dass nimlioh der Procentgehalt der in verschiedenen Mengen desselben Serums 
absterbenden Bakterien nur innerhalb geringer Grenzen schwankt, mit der 
Annahme einer eigentlichen antiseptischen Wirkung des Serums schwer ver- 
einbar findet» so vermag ihm fieferent auch hierin nicht beizustimmen. 
Dieser Befund zeigt nur aufs Neue — was ja schon längst bekannt ist — 
dass die verschiedenen Bakterien ein und derselben Aufschwemmung ver- 
schiedene Resistenz gegenüber der Wirkung des Serums haben. Aehnliohe 
Unterschiede in der Besistenzfähigkeit der einzelnen Bakterienindividuen 
beobachtet man indes auch bei Versuchen mit anderen Antiseptika, wenn 
■an die Zahl der ursprünglich eingebrachten und der nach verschiedenen 
Zeiten restirenden Bakterien ermittelt. 

Ein weiterer Einwand, der namentlich von Lübars eh (70 — 72) gegen 
die Bedeutung der bakterientödtenden Wirkung erhoben wurde, ist der, dass 
jene Eigenschaft dem intravasoulären Blute nicht in demselben Maasse zu- 
komme, wie dem aus dem Körper entnommenen. Eine directe Prüfung des 
iatnvasculären Blutes auf etwaige bakterientödtende Wirkung stösst allerdings 
auf Schwierigkeiten: man hat versucht, naoh Injectionen von Bakterienauf- 
sehwemmungen in die Blutbahn und gleich darauf vorgenommener doppelter 
Unterbindung einer Gefössstrecke (Büchner (29), Stern (98), Ender- 
len (44)) oder durch Injeotion einer Bakterienaufschwemmung in ein abge- 
bundenes Gefassstüok (de Giaxa und Guarnieri (51)) das Absterben 
der Bakterien im intravasoulären Blute direct zu verfolgen; indes trat bei 
diesen Versuchen meist bald nach der Bakterieninjeotion in dem abgebundenen 
Oefassstuck Gerinnung ein, wodurch die Beweiskraft derartiger Experimente 
beeinträchtigt wird. Freilich lässt sich mit Sicherheit sagen, dass die Ab- 
tödtung der Bakterien durch das Blut mit der Gerinnung als solcher nicht 
in ursächlichem Zusammenhang stehen kann. Denn auch das durch vor- 
herige intravenöse Peptonin jection ungerinnbar gemachte Blut zeigt bakterien- 
tödtende Wirkung (Nissen, Buchner) und das Gleiche gilt von manchen 



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— 210 — 

Transsudaten, die nur äusserst langsame, während der Dauer des Abtödtungt- 
versuoh.ee überhaupt keine wahrnehmbare Gerinnung zeigen (Bef. (98)). 

Lubarsoh glaubte nun durch folgende Beobachtung sicher bewiesen 
zu haben, dass das intravasculäre Blut jedenfalls eine weit geringere bakterien- 
tödtende Wirkung haben müsse als das extravasouläre : er fand, dass ausser- 
halb des Körpers 1 eem Blut eines Kaninchens z. B. 2*/ f Millionen Milz- 
brandbaeillen abzutödten rermochte, während das Thier selbst nach intra- 
venöser Injection von nur 16 000 Bacillen an Milzbrand starb. Indes lässt 
sieh bei näherer Ueberlegung nioht verkennen, dass diese beiden Versuche 
nicht mit einander vergleichbar sind: Beim extravaseulären Versuch bleiben 
sämmtliche Bacillen dauernd der Wirkung des Blutes ausgesetzt und werden 
allmählich im Laufe von einigen Stunden abgetödtet. Nach der intravenösen 
Injection dagegen werden die Bacillen zum allergrößten Theil schon in den 
ersten Minuten der Wirkung des Blutes entzogen (Wyssoko witsch (114), 
Werigo (1 11)). So fand, um ein Beispiel anzuführen, der letztgenannte Autor 
schon 2 ] /ft Minuten nach intravenöser Injection sehr zahlreiche Milzbrand- 
bacillen, eingeschlossen in Leukooyten oder Endotbelien, in den inneren Or- 
ganen, besonders in der Leber vor. Daneben ist vielleicht noch bezüglich 
frei in den feinsten Capillaren liegen gebliebener Bakterien ein Versuch 
Buohner's in Betracht zu ziehen: B. fand, dass, wenn er Wattebäusoh- 
ohen, die mit einer gewissen Bakterienmenge inncirt waren, in Serum 
brachte, die bakterientödtende Eigenschaft des letzteren weit weniger in 
Wirkung trat» als wenn er die gleiche Menge Bakterien frei in dieselbe 
Serummenge brachte. Büchner (81) führt diesen Ausfall des Versuches 
darauf zurück, dafs im ersteren Falle die eng zusammengedrängten Bakterien 
mit verhältnissmässig wenig Serum in Berührung kommen, und deswegen 
leichter im 8tande sind, die bakterienvernichtenden Körper des Serums zu 
sohädigen (vgl. oben). 

Gerade das extravasculäre Verhalten des Kaninohenblutes gegenüber den 
Milzbrandbacillen spricht vielmehr für eine Uebereinstimmung zwischen 
dem extra- und intravasoulären Verhalten des Blutes. Bezüglich der bak- 
terientödtenden Wirkung kommen hier, wie die Untersuchungen verschie- 
dener Autoren gezeigt haben, erhebliche quantitative Unterschiede vor, die 
möglicherweise (Bonaduoe (19)) mit der verschiedenen Empfänglichkeit 
dieser Thierart gegenüber dem Milsbrandbaoillus parallel gehen. Indes in 
einem Punkte haben die Versuche verschiedener Beobachter (Flügge (45% 
Lubarsoh (71), von Sze*kely und Szana (101)) zu dem gleichen Resul- 
tate geführt, dass nämlich kurz vor dem Tode des Thieres, — zu der Zeit also, 
wo die Bacillen im Blute erscheinen und sich in demselben vermehren, — 
auch im extravasculär untersuchten Blute eine bakterientödtende Wirkung, 
selbst wenn dieselbe vor oder noch in den ersten Stunden nach der Infection 
sehr deutlich ausgesprochen war, nioht mehr zu oonstatiren ist. 

Beziehungen der bakterientödtenden Wirkung zur 

Immunität. 

Schon Nuttall (81) fand gewisse Beziehungen zwischen der bakterien- 
tödtenden Kraft des Blutes und der Immunität: Bei Hammeln, die gegen 
Milzbrand immunisirt waren, zeigte sich die bakterientödtende Kraft des 
Blutes etwas bedeutender als bei nicht vorbehandelten Hammeln. (Dieses 



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— 211 — 

Besultai wurde später von Lubarseh (71) bestätigt, während Behring 
und Nissen (5) derartige Unterschiede nicht finden konnten.) Andrerseits 
beobachtete Kuttall, dass das Blut der für Milzbrand absolut empfänglichen 
Mäuse keine Spur einer abtödtenden Wirkung gegenüber Milabrandbacillen 
zeigte. Freilich fand sieh im Blute der Kaninchen, deren Empfänglichkeit 
für Milsbrand allerdings nicht so gross nnd nicht so constant ist wie die- 
jenige der Mäuse, meist eine deutliche bakterientödtende Wirkung des Blutes 
(vergl« oben). 

Im gleichen Jahre hatte, wie schon oben erwähnt, Behring (4) die 
starke bakterientödtende Wirkung des Serums weisser Hatten gegenüber dem 
Milsbrandbacillas in Beziehung zu der von ihm angenommenen Immunität 
dieser Thiere gegen Milsbrand gebracht. Indes zeigten spätere Untersucher 
(Lubarseh u. A.\ dass die weissen Ratten zum grösseren Theile gar nicht 
gegen Milzbrand immun sind 1 ). [Nach Lubarseh (71, 72) besteht gerade 
hier ein Gegensatz zwischen den Verhältnissen ausserhalb und innerhalb des 
Körpers: er fand, dass das Exsudat, von der Impfstelle (Milzbrandsporen 
subcutan) entnommen und ausserhalb des Körpers untersucht, das Auswachsen 
der Sporen nnd das Weiterwachsen der Bacillen hinderte ; trotzdem wuchsen 
im Körper der Ratte die Baoillen weiter und führten schliesslich den Tod 
der Thiere herbei.] 

An einem grösseren Material wurden die Beziehungen der bakterien- 
tödtenden Kraft zur Immunität bald darauf Ton Behring und Nissen 
untersucht; sie fanden bei einer der ron ihnen untersuchten Infectionen 
ein äusserst frappantes Zusammentreffen beider Eigenschaften : das Serum ron 
normalen Meerschweinchen vermag den Vibrio Metschnikowi, der bei diesen 
Thieren eine tödtliche Beptikämie hervorruft, nicht abzutödten ; dagegen zeigte 
das Serum von Meerschweinchen, die gegen diesen Mikroorganismus im- 
munisirt waren, ausgesprochene bakterientödtende Wirkung gegenüber dem- 
selben. 

Sine derartige Goinoidenz zwischen bakterientödtender Wirkung des 
Blutes und Immunität konnten die beiden genannten Autoren bei mehreren 
anderen daraufhin untersuchten Infectionen nioht nachweisen. So fehlt die 
bakterientödtende Wirkung gegenüber dem Milzbrandbacillus nioht nur in 
dem Serum absolut empfänglicher Thiere (Mäuse, Meerschweinchen), sondern 
sie kann auch in dem Serum natürlich immuner (Hund, Katze, Huhn) oder 
künstlieh immunisirter Thiere (immunisirter Hammel) fehlen. Ebenso fehlt 
die bakterientödtende Wirkung gegenüber dem Pneumoooocus nioht nur in 
dem 8erum absolut empfänglicher Thiere (Mäuse, Meerschweinchen, Kanin- 
chen), sondern auch im Blutserum immunisirter Kaninchen *). 

Das zuerst erwähnte Ergebniss bezüglich des Vibrio Metschnikowi wurde 
von Metschnikoff (76) nachgeprüft und bestätigt; indes brachte M. 
mehrere Einwände gegen die Bedeutung dieser Thatsaohe vor, so besonders 
den, dass die Vibrionen im Körper der immunisirten Thiere länger zu leben 
vermöchten als in dem Serum derselben Thiere ausserhalb des Organismus. 
Hieraus folgt jedoch nur, dass im Körper noch andere Factoren in Betracht 



1) Vergl. au dieser auch in der Folge viel discatirten Frage die vor Kursem er- 
schienene Arbeit von Kart Müller: Der Milsbrand der Hatten. Fortsehritte der Medicin, 
1898. 

3) Vergl. jedoch a. folg. 8. Kruse und Pansini (67). 



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— 214 — 

nicht am eine dauernde Absohwäohung ; überträgt man ein wenig von 
der im Serum immunisirter Thiere gewachsenen Cultur in Bouillon, so er- 
langen die Bakterien in dieser alsbald ihre alte Virulenz wieder. Nachdem 
nun, wie alsbald näher besprochen werden wird, für das Blut immunisirter 
Thiere vielfach immunisirende Wirkung nachgewiesen worden war, kam 
Metsohnikoff (76, 77) auf die Vermuthuug, dass auch bei Versuehsergeb- 
nissen, wie denen Roger's, nur eine scheinbare Absohwächung der 
Bakterien vorliegen könnte, indem das bei diesen Versuchen mit eingeführte 
Serum die Thiere vor der Wirkung der an und für sich unverändert viru- 
lent gebliebenen Mikroorganismen schützte« Diese Vermuthung konnte er 
bei seinen Versuchen mit Hog- Cholera bestätigen: Filtrirte er eine an- 
scheinend abgesohwächte Cultur im Serum eines immunisirten Thieres durch 
Filtrirpapier und wusch die den Bakterien anhaftenden Reste des Serums mit 
steriler Kochsalzlösung ab, so zeigten nunmehr die auf dem Filter zurück- 
gebliebenen Bakterien keine oder wenigstens nur eine unerhebliche Abnahme 
ihrer Virulenz. 

Auch andere Versuche, die Charrin und Roger zur Unterstützung 
ihrer Ansohauung vornahmen (ein Gemisch von BouiUoncultur und Serum 
immunisirter Thiere erwies sich alsbald nach seiner Bereitung von stark 
verminderter Virulenz; ebenso das Blut immunisirter Tiere, das kurz nach 
einer reichliehen intravenösen Injeotion einer Aufschwemmung des betreffenden 
Infeotionserregers entnommen worden war und noch reichliche Mengen des- 
selben enthielt), sind sehr wohl mit der Annahme vereinbar, dass es sich 
hierbei nicht um eine Verminderung der Virulenz, sondern um eine schützende 
Wirkung des Serums immunisirter Thiere handelt. 

Die Hypothese von der Virulenz-abschwächenden Wirkung des Serums 
immunisirter Thiere bedarf demnach noch weiterer thatsächlicher Grund- 
lagen, ehe sie selbst nur für Einzelfalle acceptirt werden kann. 

Die schützende (immunisirende und antitoxische) Wirkung dee 

Blutserums. 

Der Gedanke, dass das Blut immunisirter Thiere im Stande sein möchte, 
die Immunität auf andere Thiere zu übertragen, findet sich bereits in einer 
Mittheilung von M. Raynaud l ) (89) an die Pariser Akademie im Jahre 1877. 
Der umstand, dass diese Mittheilung in der neueren Litteratur über Im- 
munisirungsversuohe durch Blut, soviel ich weiss, gänzlich unberücksichtigt 
geblieben ist, wird es rechtfertigen, wenn wir diesen ersten Versuch nach 
dieser Richtung etwas ausführlicher besprochen. 

Raynaud sagt: 

„Le but que je me suis propose* dans les experienoes dont l'expose* va 
suivre, a 4t6 d'essayer de de*terminer quel est chez l'individu Vaccine* l'agent 
de transmission, le vehicule qui fait passer dans l'economie tout entiere le 
principe quelqu 'il soit, qui lui confere pour l'avenir le privile*ge de Tim- 
muoite\ 

„L'idee la plus naturelle qui se presente ä 1'esprit c'est que oe vtfhicule 
doit 6tre le sang; et oette hypothese parait d'autant plus plausible, que des 



1) Auf dieM MittheiliiDg bin Ich durch ein Referat (ron 8oyka) im Arohlr flu* ex- 
perimentelle Pathologie und Pharmakologie, Bd. VH aufmerksam geworden. 



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— 215 - 

obserrations positives ont d^jä e'tabli, pour d'autres maladies virulentes les 
piopritftes virulentes et contagieuses da sang de l'individu qai en est aifeote* .... 

„Le meilleur moyen de rentier eette Hypothese, o'tftait e'videmment de 
transmettre a an organisme sain le sang d'un vaooinifere, et oe sang aeule- 
■ent, en ävitant avec soin de faire intervenir dans l'experienoe la lymphe 
vaconale elle-mdme." 

Um diese Hypothese experimentell zu prüfen, entnahm B. geimpften 
Kindern durch Einstich in die Haut am Vorderarm oder an der Finger- 
kuppe einen Tropfen Blut and impfte denselben — wie bei der gewöhn- 
liehen Impfung — mittels einer Laneette einem nooh nicht geimpften 
Kinde ein. Die Zeit zwischen der Yaocination und der Blutentnahme liess 
IL, da sie von Einfluss auf das Resultat sein konnte, bei 35 derartigen Ver- 
suchen zwischen einem Tage und 6 Wochen variiren. Das Resultat dieser 
Y ersuche war stets negativ, insofern als sioh niemals an der Impfstelle eine 
Spur Ton Impfblattern zeigte. In 5 Fällen wurden später Gontrollversuche 
mit gewöhnlicher Yaocination Torgenommen: die geimpften Kinder erwiesen 
sich als empfanglich. 

Darauf stellte Raynaud einen Thierversnoh mit grösseren Blutmengen 
an: Einer Färse, die 6 Tage Torher geimpft worden war, wurden aus der 
Vena jugularis 250 g Blut entzogen und einer zweiten intravenös injicirt. 
Während der nächsten 14 Tage blieb dieses letztere Thier bis auf eine 
rasch vorübergehende Diarrhöe gesund. Nach dieser Zeit wurden an ihm 
4M) Impfungen mit frischer Vaccine vorgenommen; keine einzige ging an, wäh- 
rend ein Gontrollthier auf Impfungen mit derselben Yacoine prompt reagirte. 
Bezöglieh des negativen Resultats bei den Versuchen an Kindern weist R. 
anf die Möglichkeit bin, dass die minimalen Blutmengen, die bei den letzteren 
zur Impfung verwendet wurden, unzureichend gewesen sein könnten, die 
Immunität zu übertragen. 

Ob R. diese UnterBuchungen — wie er in Aussicht stellte — weiter 
Terfolgt hat, ist mir nicht bekannt. Wenn auch die Möglichkeit vorliegt, 
dass ea sich bei seinen Experimenten nicht um eine Wirkung des Blutes an 
und für sioh, sondern mit dem Blute injicirter Vaooine-Mikroorganismen ge- 
handelt haben könnte, so bleibt ihm doch jedenfalls das Verdienst, schon vor 
Hagerer Zeit einen Oedanken entwickelt zu haben, der, wie die Untersu- 
chungen der letzten Jahre gezeigt haben, zu einer Reihe interessanter und 
wichtiger Ergebnisse geführt hat. 

Die Frage nach der Uebertragbarkeit der Immunität durch das Blut wurde 
11 Jahre später aufe Neue aufgenommen von He'rioourt und Rieh et (65). 
Diese Autoren fanden bei Untersuchungen mit einem „8taphylooocous pyo- 
septacus", der beim Kaninchen starkes Oedem an der Infeotionsstelle, Fieber 
und den Tod innerhalb 94 Stunden, beim Hunde dagegen nur einen zur 
Heilung gelangenden, grossen Abscess hervorruft, dass das Blut eines normalen 
Hundes, in der Menge von 80 — 85 g einem Kaninchen 86 Stunden vor der 
InCeetion intraperitoneal injicirt, den Tod um 1 — 8 Tage hinausschiebt, in 
35 Proc der Fälle sogar ganz verhindert. Benutzten sie zu einem analogen 
Veramah das Blut eines Hundes, der die Infection überstanden hatte, so 
blieben sämmtliche Kaninehen, denen das Blut vor der Infection injicirt 
worden war, am Leben. 

Bald darauf berichteten dieselben Autoren (56) über günstige Erfolge, 
welche sie bei der Tuberoalose der Kaninchen durch, intraperitoneale 



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— 216 — 

Injeotion von Hundeblut (Hände sind bekanntlich gegen Tubereulose sehr 
wenig empfänglich) eriielt hatten. Analoge Versnobe stellten kurz daranf 
Bertin und Pioq (17) mit intravenöser Injeotion des Blutes von Ziegen, 
die gegen Tuberoulose immun sind, an. Mit dieser Methode sollen nicht 
nur bei der experimentellen Tuberoulose der Kaninchen — auch wenn die 
Thiere erst nach der Infection mit dem Blute behandelt wurden — sondern 
auch bei der menschlichen Tuberoulose Erfolge erzielt worden sein (76). 

Eine theilweise Nachprüfung dieser Yersuchsergebnisse durch Boa» 
ohard (22) hat diese Angaben nicht bestätigen können. 

Etwa gleichseitig theilten Babes und Lepp (3) mit, dass Hunde vor 
und bald nach der Infection mit dem Virus der Tollwuth durch Injectionen 
des Blutes von Hunden, die gegen Rabies immunisirt worden waren, 
wenigstens in einem Theii der Fälle geschützt werden konnten. 

Ferner soll nach Ogata und Jasuhara (82) das Blutserum der 
gegen Milzbrand immunen Frösche und Hunde die für diese Infection abso- 
lut empfänglichen Mäuse zu schützen im Stande sein. (Auch ausserhalb 
des Thierkörpers soll eine Abschwächung der Milzbrandbaoillen durch der- 
artiges Serum eintreten.) Indes sind diese Angaben durch verschiedene 
Autoren, u. A. Petermann (85), Lubarsch (72), widerlegt worden. 

Ton grosser Wichtigkeit für die weitere Entwicklung dieser Frag» 
wurde die Ende 1890 erschienene Arbeit von Behring und Kitaeato (7): 
„Ueber das Zustandekommen der Diphtherie-Immunität und der Tetanus- 
Immunität bei Thieren". Behring war bei seinen Untersuchungen über 
Immunität gegen Diphtherie zu der Ansicht gelangt, dass diejenigen Mo- 
mente, welche bisher zur Erklärung der Immunität herangezogen wurden 
(als solche führt er an : Phagocytose, bakterienfeindliche Wirkung des Blutes 
und Giftgewöhnung), in diesem Falle nicht ausreichten. B. und K. suchten 
deshalb nach einer neuen „Erklärung für die Immunität". Da gerade da- 
mals von verschiedenen Seiten festgestellt worden war, dass Diphtherie- und 
Tetanusbacillen hauptsächlich durch ihre Giftproduotion pathogen wirken, so 
gelangten sie dazu, in einer Wirkung des Blutes immunisirter 
Thiere auf die Bakteriengifte das Wesen der Immunität — zur 
nächst bei Diphtherie und Tetanus — zu vermuthen. An die Spitze ihrer Mit- 
theilung stellten sie den Satz : „Die Immunität von Kaninchen und Mäusen, 
die gegen Tetanus immunisirt sind, beruht auf der Fähigkeit der zellen- 
freien Blutflüssigkeit, die toxischen Substanzen, welche die Tetanusbacillen 
produoiren, unschädlich zu machen." 

Behring und Kitasato fanden, dass Kaninchen, die gegen Tetanus 
immunisirt worden waren, nicht nur gegen die Wirkung lebender Bacillen, 
sondern auch gegen die der von ihnen producirten Gifte unempfindlich waren ; 
ferner, dass das Blut oder Blutserum solcher Thiere, Mäusen injicirt, dieselben 
vor der Wirkung lebender Tetanusbacillen und des Tetanusgiftes schützt», 
und zwar nicht nur, wenn das Serum vor der Infection bezw. Intoxication 
injicirt wurde, sondern selbst dann noch, wenn dies erst einige Zeit 
nachher, als bereits mehrere Extremitäten tetanische Starre zeigten, ge- 
schah. Das Serum nicht immunisirter Thiere zeigte eine derartige Wirkung 
nicht 

B. und K. nahmen an, dass es sich um eine Zerstörung der Bakterien- 
gifte durch das Serum handle. Als Beweis für „die enorme giftzerstörende 



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Wirkung" des Serums eines gegen Tetanus immunisirten Kaninchens führen 
sie folgenden Versuch an : 

„Von einer 10-tägigen Tetanusoullur, welche durch Filtriren keimfrei 
geworden war, genügte 0,00006 com, um eine Maus nach 4 — 6 Tagen, und 
0,0001, um dieselbe nach weniger als 2 Tagen sioher zu tödten. 

„Nun haben wir 5 ccm Serum vom tetanusimmunen Kaninchen mit 1 ccm 
dieser Cultur vermischt und 24 Stunden das Serum auf das in der Cultur 
enthaltene Tetanusgift einwirken lassen. Von dieser Mischung erhielten 
4 Mäuse je 0,2 ccm, mithin 0,033 com Cultur, oder mehr als das SOOfache 
der sonst für Mäuse todtliohen Dosis; sämmtliohe 4 Mäuse blieben dauernd 
gssund; die Oontrollmäuse starben dagegen an 0,0001 der Cultur nach 36 
Stunden/' 

(Durch diesen Versuch war offenbar eine Giftzerstörung nicht erwiesen ; 
sie wäre es erst dann gewesen, wenn B. und K. ein allmähliches Schwächer- 
werden der Giftwirkung bei längerem Stehen eines Gemisches von Serum 
and Gift eonstatirt hätten. Eine derartige Annahme lag jedenfalls dem 
Vorgehen von Behring und Kitas ato au Grunde, wenn sie das Gemisch 
von 8erum und Gift erst nach 24-stündigem Stehen injicirten. 
Man findet jedoch weder in der ersten noch in den späteren Mittheilungen 
beider Autoren eine Angabe, dass ein derartiges Gemisch, unmittelbar nach 
der Herstellung injioirt, giftiger gewesen wäre. Thatsächlioh ist dies auch gar 
nicht der Fall, wie Versuche des Ref. (99) mit Typhustoxinen und von 
Bouz und V ai llard (92) mit Tetanusgift zeigten. Damit verliert aber jener 
Versuch von B. und K. jede Beweiskraft: Es besteht zwar noch die Möglichkeit, 
dass das Serum momentan giftzerstörend wirkt, ebensowohl ist es jedoch 
denkbar, dass das Serum gar nioht auf das Gift, sondern auf den Organismus der 
Vcrsnchsihiere wirkt und letzteren gegenüber dem Gift unempfindlich macht. 
Wir werden auf diese Frage, die insbesondere auch mit Hinblick auf die 
von Behring und Kitas ato gegebene Erklärung für die Immunität von 
Wichtigkeit ist, später noch zurückkommen müssen.) 

Der Entdeckung von Behring und Kitas ato folgte eine grosse Reihe 
von Arbeiten, bei deren Besprechung wir, um Wiederholungen zu vermeiden, 
die zeitliehe Reihenfolge nicht ganz strenge innehalten können. 

Zunächst wurde von vielen Autoren für verschiedene Infeotionen die 
in einzelnen Fällen (vergl. oben) bereits früher gefundene Thatsaohe eon- 
statirt, dass das Blut von Thieren, die gegen eine bestimmte Infeotion 
immunisirt worden sind, im Stande ist, immunisirende, öfters auch heilende 
Wirkung bei der gleichen Infeotion auszuüben. Tizzoni und Gättani 
(102), bald darauf anch Vai llard (109) bestätigten, wenn auch mit man- 
cher Abweichung in Einzelheiten, die eben besprochenen Versuohsergebnisse 
beim Tetanns. Fos und Carbone(46), Emmerich und Fowitzky (41), 
G. und F. Klemperer (68), Kruse und Pansini (67) fanden immuni- 
siremde und heilende Wirkung im Serum von Thieren, die gegen die Pneumo- 
kokken-Infection immunisirt waren. Emmerich und Mastbaum (42) 
gelangten beim Schwein erothlauf, Bouchard (22) bei der Pyocyaneus- 
Infeetion, Brieger, Kitasato und Wassermann (23) u. A. für die 
Infeetion von Meerschweinchen mit Typhus- und Cholerabacillen zu ana- 
logen Resultaten; Tizzoni stellte mit Sohwarz (104) und Centanni 
CMSnlUiil t Alle Paibol V 15 



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- 218 — 

(105) bei der Hundswuth Immunisirungs- und Heilungsversuche mit dem 
Serum immunisirter Thiere an. 

Während somit das Blutserum künstlich immunisirter Thiere bei allen 
daraufhin untersuchten Infeotionen schützende Wirkung im Thierexperiment 
erkennen Hess, wurde in dem Serum natürlich immuner Thiere eine 
derartige Wirkung meist vermisst. Schon oben wurde bemerkt, dass sich 
einige frühere positive Befunde dieser Art bei einer Nachprüfung nicht 
bestätigt haben. Ferner fand Eitasato (60), dass das Serum des gegen 
Tetanus immunen Huhnes keine Spur einer schützenden Wirkung zeigte. In 
anderen Fällen scheinen indes doch auch mit dem Serum natürlich immuner 
Thiere zweifellose Immunisirungserfolge erzielt worden zu sein. Jedenfalls 
aber nimmt das 8erum derartiger Thiere schützende Wirkung an, sobald das 
Thier einigermaassen erhebliche Mengen von lebenden oder abgetödteten 
Gulturen des betreffenden Mikroorganismus injioirt erhalten hat. So fand 
Yaillard (109), dass das Serum des Huhne« naeh Injectionen reichlicher 
Mengen von Tetanustoxinen, die indes bei diesem Thiere keine krank- 
machende Wirkung äussern, schützende Wirkung annimmt, und Analoges 
haben später andere Autoren (F. Klemperer (66), Aronson (2)) für 
andere Infectionen gefunden. 



Auch das Blut von Menschen, die eine bestimmte Infectionskrank- 
heit überstanden haben, zeigt — mindestens in vielen Fällen — die Eigen- 
schaft, Versuchstiere vor der Wirkung des betreffenden Infectionserregen 
zu schützen: Dies wurde constatirt für Pneumonie (Klemperer (63), 
£. Neisser (79) u. A.), Abdominaltyphus (8tern (99), Chantemesse 
und Widal (36)), Cholera asiatica (Lazarus (69), G. Klemperer 
(65), Metsohnikoff (78) u. A.), Diphtherie (Klemensiewiez und 
£ seh er ich (62)). 

Von besonderem Interesse ist, dass zum Theil schon ausserordentlich 
kleine 8erummengen hinreichen, um im Thierexperiment schützende Wirkung 
auszuüben. So genügt nach den Untersuchungen von Lazarus 1 / 10 bis 
Vi oo m 8 des Serums von Menschen, die eine schwere Gholerainfeetion 
durchgemacht haben, um ein Meerschweinchen vor der Wirkung einer nach- 
folgenden intraperitonealen Injection von Choleracultur in sonst sicher tödt- 
licher Dosis zu schützen. 

Freilich Hess sich nioht in jedem Falle, in dem menschliches Blutserum 
naoh dem Ueberstehen der genannten Infectionskrankheiten untersucht wurde, 
mit den verwendeten Serummengen eine deutliche schützende Wirkung er- 
zielen; und andererseits wurde bereits mehrfach constatirt, dass nicht selten 
auch das Blutserum von Menschen, die niemals eine bestimmte Infektions- 
krankheit, z. B. Cholera, Abdominaltyphus gehabt hatten, Versuehsthiere 
gegenüber dem Erreger der betreffenden Krankheit zu schützen vermag 
(G. Klemperer (64), Chantemesse und Widal (36), Stern (100), 
Metschnikoff (78) u. A.). 

Auch wenn die Infeotion tödÜich endet, lässt sieh mitunter in dem 
Blutserum während der Infection oder post mortem schätzende Wirkung nach- 
weisen. Metsohnikoff (75) beobaohtete, dass das Blut eines mit Hog- 
cholera inficirten Thieres im Laufe der mit dem Tode endenden Krankheit 
deutliche immunisirende Wirkung annimmt Zu dem gleichen Ergebnis! 



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— 219 - 

hrnen Botkin (20) und Metßchnikoff (78) bei Versuohen mit dem 
Blutaerum von Menschen, die der asiatischer Cholera erlegen waren. Referent 
fend neuerdings, dass das Blutserum von zwei Mensohen, die an Abdominal- 
typhue gestorben waren, sogar in kleineren Quantitäten schützende Wirkung 
gegenüber der experimentellen Typhusinfeetion der Meerschweinchen ausübt, 
als das Blutserum mehrerer Personen, die die Krankheit überstanden hatten. 

(8ohluss folgt) 



Referate. 



Bleuler, Zur Aetiologie und Therapie der nicht-puerperalen 
Osteom alacie. (München, media Wochenschr., 1893, No. 15.) 
B. fand in 18 Fallen bei Nerven- resp. Geisteskranken, die nicht 
ins Freie kamen, eine Knochenerweichung, deren Hauptsymptome diffuse 
Schmerzen namentlich bei Bewegungen, motorische Schwäche, im zweiten 
Stadium Verlegungen des Rump&keletes waren, und welche nach län- 
gerem Aufenthalt der Patienten in freier Luft geheilt wurde. Ob diese 
nicht puerperale Knochenerweichung eine echte Osteomalacie war oder 

Dicht, läSSt B. dahingestellt. Ludwig Kantorowic* (Frankfurt aj M.). 

Kifctort, Hugo, Anatomische Untersuchungen über die 
Osteomalacie. (Bibliotheca medica G. Heft 2. 1893.) 
Verf. fasst die Resultate seiner Untersuchungen folgendermaassen 
zusammen: „Die als Osteomalacie bezeichnete Knochenerweichung ist 
charakterisirt durch eine Auflösung der Kalksalze in den an die Mark- 
räume angrenzenden Knochenabschnitten. So entsteht ein Theil der be- 
kannten osteoiden Säume, welche die Structur des normalen Knochens 
zeigen. Ihre Substanz wird weiterhin vom Markraum aus allmählich 
eingeschmolzen. Dadurch kommt die Bareficirung und oft eine völlige 
Auflösung grosser Knochenabschnitte zu Stande. An diese Resorptions- 
vorgäflge, neben denen lacunäre Processe in geringem Umfange einher- 
gehen können, schliesst sich eine wohl als Regeneration aufzufassende 
Neubildung von Knochenbälkchen an, die, wenn sie an Stellen ganz unter- 
gegangenen Knochens treten, vielfach auf grosse Strecken eine dichte 
feinporige Substanz erzeugen. Da sie nur central zu verkalken pflegen, 
so entstehen auch an ihnen osteoide Säume, die aber durch ihre Structur 
und ihre Beziehung zum Mark von jenen durch Entkalkung entstandenen 
unterschieden sind.' 4 

Diese Befunde erreicht R. durch ausführliche makroskopische und 
mikroskopische Betrachtung von 4 Fällen nicht-puerperaler, 1 Fall puer- 
peraler und 1 Fall hochgradiger seniler Osteomalacie, nachdem er zuerst 
eine kritische historische Beleuchtung der über die Osteomalacie herr- 
Ansichten gegeben hat 2 Tafeln erleichtern die Beschreibung. 

15* 



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— 220 — 

Makroskopisch weist R. besonders auf die Regelmässigkeit hin, mit der 
Verdichtangsproce8se in den verschiedenen Skeletabschnitten 
(namentlich an Wirbel, Sternum, Rippen, weniger am Femur, wo die 
Rareficirung fiberwiegt) vorkommen. Mikroskopisch wird einerseits auf 
die Neubildung von Knochengewebe Werth gelegt, das dann aber nur 
central und oft nur in geringer Ausdehnung verkalkt ist und meist 
einen totalen Umbau des Knochens, eine dichte, äusserst feinporige 
Structur hervorgerufen hat Um die neugebildeten Knochenbälkchen 
findet sich das eine Mal eine Lage fibrillärer kernreicher Substanz, sonst 
ein Osteoblastenlager. Der erstere Modus bietet eine Aehnlichkeit mit 
v. Recklinghausen's Bildern bei Ostitis fibrosa. Die neue Substanz 
unterscheidet sich durch ihre theils mehr homogene, theils nicht so ty- 
pische lamelläre Zusammensetzung und durch grössere, wohlausgebildete 
Knochenkörperchen vom alten Knochen. Andrerseits sucht Verf. durch 
die mikroskopische Untersuchung vor allem die Frage zu beantworten: 
„Kommt die Resorption von Knochensubstanz nach Art des normalen 
Vorgangs unter Vermittlung von Osteoblasten zu Stande oder besteht 
die Ansicht zu Recht, welche sie auf eine primäre Entkalkung des 
Knochengewebes unter Bildung osteoider Säume und nachherige Auf- 
lösung der entkalkten Grundsubstanz zurückführt? 41 Er erklärt sich für 
die zweite Ansicht und wendet sich besonders gegen die — lediglich 
theoretischen — Untersuchungen Cohnheim's, der die Osteomalacie 
auf eine verminderte Kalksalzablagerung in die osteoide Substanz bei 
normaler oder verstärkter Resorption und physiologischer Apposition 
zurückführen wollte. Besonders fehlt der Nachweis einer der hochgradigen 
Rareficirung des Knochens entsprechenden lacunären Resorption. Ihr ge- 
ringes Vorhandensein lässt sich durch Fortdauer der physiologischen Re- 
sorptionsvorgänge neben dem osteomalacischen Process wohl erklären. 
Das Kalklosbleiben des neugebildeten und die Entkalkung des alten 
Knochens haben dieselbe Ursache, worin diese aber besteht — ob in einer 
Alcalescenzverminderung des Blutes? — lässt Verf. unentschieden. Jeden- 
falls macht es Verf. durchaus verständlich, dass die beiden Processe 
neben einander vorkommen, und erklärt hieraus die divergirenden An- 
sichten der Autoren über Apposition und Resorption bei Osteomalacie. 

Eine durchgreifende Trennung der puerperalen und nicht puerperalen, 
aber auch dieser und der senilen Osteomalacie, ja der deformirenden 
Ostitis und dieser anderen Erkrankungen glaubt Verf. nicht annehmen 
zu dürfen. 

Das Referat hat selbstverständlich nur einige besonders interessante 
Punkte aus der Arbeit herausgegriffen. aoebei (Hamburg). 



mimann, E., Beiträge zur Lehre von der Osteomyelitis 
acuta. Wien, A. Holder. 
Den Hauptinhalt der umfangreichen Arbeit bildet das Studium der 
Aetiologie der acuten Osteomyelitis, besondere in bakteriologischer Hin- 
sicht. U. untersuchte Jahre hindurch alle in der Albert 'sehen Klinik 
vorkommenden Fälle, soweit die Knochenherde noch geschlossen waren, 
bakteriologisch. Er fand stets Staphylococcus aureus meist allein, seltener 
mit albus und einmal mit Streptococcus pyogenes, bis auf 2 Beobacb- 



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— 221 — 

farcen, in denen die Osteomyelitis secandär war. In einem dieser Fälle, 
wo sie im Verlauf einer genuinen Pneumonie entstand, traf er im Knochen- 
eiter ausschliesslich den Diplococcus pneum. Weichselbaum, dessen 
pyogene Eigenschaften er durch zahlreiche Impfungen auf Thiere fest- 
stellte; im anderen züchtete er aus dem an Typhus abdom. sich an- 
schliessenden Enochenabscess den Typhusbacillus in Reincultur. 

Angeregt durch diese beiden letzten Beobachtungen unternahm er 
tu Hnnden, Kaninchen und Meerschweinchen eine grosse Zahl von Ver- 
suchen darüber, mit welchen Mikroorganismen und unter welchen Be- 
dingungen sich Osteomyelitis erzeugen Iftsst. Er brachte die Bakterien 
entweder direct in das durch Trepanation freigelegte Knochenmark, oder 
injicirte sie intravenös, nachdem er vom Kniegelenk aus das Mark des 
Femur zerwühlt oder — nach dem Vorgang Anderer — eine subcutane Fractur 
angelegt oder durch temporäre Ligatur einer Extremität Hämorrhagieen 
im Knochenmarke erzeugt hatte. Es dienten ihm dabei 1) die pyogenen 
Bakterien xar ttoxrjv: 2) die nach Manchen pyogen wirkenden, z. B. 
Pyocyaneus, Prodigiosus, Typhusbacillus, Pneumococcus; 3) die nicht 
pyogenen. 

Das Resultat der Versuche ist in Kürze folgendes: Alle pyogen 
wirkenden Mikroorganismen können Osteomyelitis hervorrufen, wenn eine 
grobe Verletzung des betreffenden Knochens vorherging; die der 3. Kate- 
gorie angehörigen, nicht pyogenen dagegen veranlassten auch unter diesen 
Bedingungen niemals Entzündung. 

Die secundäre Osteomyelitis des Menschen ist von der gewöhnlichen 
primären nur dadurch unterschieden, dass sich die Wirkung der betreffen- 
den Mikroorganismen auch an einer anderen Stelle als im Knochen, z. B. 
bei Furunkulose in der Haut, bei Typhus im Darm äussert C. ver- 
mothet, dass einer scheinbar primären Osteomyelitis häufig eine Infections- 
krankbeit vorausgegangen ist 

Bei der umfassenden Zusammenstellung der Literatur werden auch 
die Fälle von Knocheneiterong aufgeführt, die sich an Infectionskrank- 
heiten ohne bekannten specifischen Erreger, Variola, Scharlach, Masern, 
Influenza anschliessen. Bakteriologische Untersuchungen über diese liegen 
nicht vor. 

Das Eindringen der Mikroorganismen in den Körper geschieht bis- 
weilen von der Haut aus, durch Verletzungen oder Furunkel; von der 
Longe aus wenigstens in den durch Pneumonie eingeleiteten Fällen; vom 
Duroi her nach U.'s Ansicht nicht so häufig, als Kocher annimmt Bei 
5 Thieren, die er nach Anlegung einer subcutaneu Fractur 'mit Faul- 
flössigkeit fütterte, erfolgte, im Gegensatz zu Koch er 's Versuchen, an- 
tiandsloee Heilung der Knochenbrüche. 

Osteomyelitis ohne Mikroorganismen wollen ältere 
Autoren durch mechanische Läsionen hervorgerufen haben, spätere 
dagegen nicht; auch U. hatte negativen Erfolg, wenn er das Knochen- 
nark durch Paquelin verachorfte oder den Knochen stark erschütterte etc., 
dagegen erzeugte er durch chemische Mittel, nämlich directe Injection 
von Calomel und Terpentin ins Mark, Osteomyelitis mit bakterienfreiem 
Eiter. Ebenso entstanden jbakterienfreie Abscesse an der Stelle der 
Praetor, wenn todte Gulturen von Staphylococcus, Typhus, Prodigiosus 
intravenös injicirt wurden. 



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— 222 - 

Nach Allem ist die Osteomyelitis keine speeifische Krankheit, ebenso 
wenig wie ein Abscess, sondern nur eine durch gewisse Umstände im 
Knochen localisirte Eiterung, die gewöhnlich durch Mikroorganismen er- 
zeugt wird, experimentell auch ohne diese hervorgerufen werden kann. 

Die zusammenfassende pathologisch -anatomische Darstellung folgt 
dem von Kocher entworfenen Bild. Bezüglich der feineren Verände- 
rungen im entzündeten Mark wird eine ausführlichere Mittheilung in 
Aussicht gestellt. 

Der übrige Theil der Monographie: Symptomatologie, Prognose, 
Therapie, interessirt den Kliniker. m. b, Schmidt (Stnusbwg). 

Fischer, F., und Levy, E. 9 Bakteriologische Befunde bei 

Osteomyelitis und Periostitis; Vorkommen des Diplo- 

coccus pneumoniae Fränkel und des Streptococcus 

pyogenes. (Dtsche Ztschr. f. Ghir., Bd. 36, 1893.) 

F. und L. untersuchten 15 Fälle acuter primärer Osteomyelitis und 

Periostitis mit noch nicht aufgebrochenen Herden bakteriologisch. Am 

häufigsten fanden sie Staphylococcus pyogenes, 9mal albus, 2mal aureus, 

ohne dass ein Unterschied im Verlauf zu erkennen gewesen wäre. In 

einem Falle, wo 24 Tage nach dem Beginn einer Osteomyelitis femoris 

der Tod an eitriger Leptomeningitis erfolgte, züchteten sie zu Lebzeiten 

des Pat aus dem Knocheneiter und dem Blut in Reincultur den Diplo- 

coccus pneumoniae Fränkel, den sie mikroskopisch auch im meningealen 

Exsudat nachwiesen. Denselben Bacillus erhielten sie aus dem Eiter 

in einem weiteren Fall von acuter Periostitis der Scapula. 2mal endlich 

trafen sie ausschliesslich Streptococcus pyogenes; in diesen Fällen blieb 

Sequesterbildung aus. 

Verff. stimmen der Annahme der französischen Autoren nicht zu, 
dass je nach der Art der ursächlichen Mikroorganismen sich für das 
Krankheitsbild und den Verlauf besondere Typen aufstellen lassen. 

lt. B. Schmidt (Stnusburg). 

Jasiiiski, Ueber syphilitische Erkrankungen der Wirbel- 
säule. (Archiv f. Dermatologie u. Syphilis, XXIII, 1891, S. 409.) 
Verf. hat eine kleine Anzahl von Fällen dieser seltenen Erkraukung 
der Wirbelsäule beobachtet und giebt davon die Krankengeschichten 
wieder. Es handelte 6ich in einem Falle um eine Perispondyliüs syphi- 
litica des Halstheiles, im zweiten Fall um eine gummöse Ostitis der vier 
obersten Halswirbel, die mit sehr starken Schmerzen einherging. In einem 
anderen Falle fanden sich ausser cariöser Erkrankung der Wirbelsäule 
(an zwei Stellen) und deren Folgeerscheinungen Geschwüre an den Fersen 
und Knöcheln, sowie Gummen der Musculatur, die erst in einer Pause 
der Behandlung sich entwickelten. Ferner wurde einmal beobachtet eine 
anguläre Kyphose mit undeutlich begrenzter Infiltration in der Gegend 
des GibbuB, während gleichzeitig ein flacher Tumor auf dem rechten 
Stirnbein und links eine Keratitis parenchymatosa bestand. Der letzte 
der beobachteten Fälle zeigte eine Garies des Schlüsselbeins in Folge 
gummösen Zerfalls und gummöse Affection des 6. und wahrscheinlich auch 
des 5. Halswirbels. 



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— 228 — 

In allen diesen Fällen wurde die Diagnose Syphilis 
durch den Erfolg einer antiluötischen combinirteu (Jod- 
und Quecksilber-) Behandlung bestätigt. 

Im Anhang bringt Verfasser eine referirende Zusammenstellung der 
in der Literatur beschriebenen Fälle von Syphilis der Wirbelsäule. 

Jaeobi (Freiburg). 

Naumann, J., Zur Kenntniss der Phosphornekrose. (Münchener 
medicinische Abhandlungen, Erste Reihe, 12. Heft.) 
Nach einem allgemeinen Ueberblick über die Entstehung dieser 
Krankheit und die von verschiedenen Autoren darüber ausgesprochenen 
Ansichten folgt Beschreibung des klinischen Verlaufs und Bekanntes 
über Diagnose f Prognose und Therapie. Daran schliesst sich neben 
kurzen klinischen Notizen die ausführliche Beschreibung eines anato- 
mischen Präparates, bei dem Ober- und Unterkiefer in ausgedehntem 
Maasse durch die Phosphornekrose zerstört waren. Die Todesursache 
war eitrige Basilarmeningitis und Garies des Keilbeins. 

K. Hess (Falkenstein u T.). 

Ghrltien, Ed., Un cas d'ostäo-arthropathie hypertrophiante 
chez une syphilitique. (ttev. de m6d., 10 avril 1893, & 326.) 
Der von Chr. mitgetheilte Fall ist nach den Beobachtungen von 
Heinrich Schmidt und Smirnoff der dritte, bei dem die von 
Marie beschriebene Knochenaffection sich im Anschluss an Lues ent- 
wickelte und die Lungen, auf deren Erkrankung Marie die Affection 
zurückführte, gesund waren. Die von Chr. beschriebene Frau ging an einer 
scheinbar arteriosklerotischem Herzaffectiou zu Grunde. Die Section er- 
gab zweifellose Lebersyphilis. Die Osteo-Arthropathia hypertrophicans 
zeigte keine besonderen Eigentümlichkeiten. Es bestanden die gewöhn- 
lichen Veränderungen : hochgradige Vergrösserung der Endphalangen der 
Finger und Zehen mit Vergrösserung und Verkrümmung der Nägel, Ver- 
dünnung der Haut über den verdickten Knochen, Auftreibung der un- 
teren Tibia-Epiphysen, unbedeutende Vergrösserung der Oberkiefer. 

Romberg (Leipzig). 

Adenot 9 De l'origine osseuse de certaines ulcörations 
tuberculeuses en apparence exclusivement cutanäes. 
(Rev. de Chir., 1893.) 
Ollier hat das Interesse auf tuberculöse Ulcera gerichtet, die schein- 
bar primär, bei sorgfältiger Untersuchung doch nach der Tiefe zu einen 
Fistelgang zeigen, der in den Knochen oder in ein Gelenk oder in eine 
Sehnenscheide führt. Adenot zeigt nun an einigen Beispielen, dass 
auch lupöse Affectionen der Hände und Füsse häufiger, als man anzu- 
nehmen pflegt, secundärer Natur sind; dabei kann die primäre Knochen- 
affection auch florid sein und die tuberculöse Hautaffection steht in di- 
recter Verbindung mit dem Knochenherd, oder aber, es kann (was seltener 
der Fall ist) der Knochenherd oder die Gelenkaffection ausgeheilt sein, 
das secundäre Ulcus aber greift um sich. Es lässt sich nicht ableugnen, 



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— 224 — 

dass auch der umgekehrte Weg von der Affection eingeschlagen werden 
kann und die Hauttuberculose greift in die Tiefe bis auf die Knochen. 

Garrl (TObmge*). 

Pawlowski, Sur Phistoire du d6veloppement et du mode 
du propagation de la tuberculose des ar ticulations. 
(Annal. de l'Institut Pasteur, 1892.) 
P. theilt in vorliegender Arbeit eingehende Untersuchungen über die 
Histogenese der Gelenktuberkulose mit. Auf die histologischen Details 
kann hier nicht näher eingegangen werden. Auf Grund seiner Unter- 
suchungen kommt P. zu folgenden Resultaten. Der Tuberkel ist das 
Product einer chronischen, infectiösen Entzündung. An seinem Aufbau 
betheiligen sich nicht nur Abkömmlinge der fixen Gewebszellen, sondern 
auch Leukocyten, an welchen man vielfach progressive Veränderungen 
bis zur Bildung von epitheloiden Zellen wahrnehmen kann. Die Leuko- 
cyten sind vorwiegend zum Kampfe gegen die Bacillen bestimmt; sie 
nehmen die Bacillen in sich auf, entziehen sie theilweise den fixen Ge- 
webszellen und vernichten sie, wenn dieselben in geringer Zahl vorhanden 
sind; sind dagegen zahlreiche Bacillen in den Leukocyten vorhanden, so 
gehen letztere zu Grunde. Die Aufnahme von Bacillen durch Leukocyten 
ist aber häufig ein Behr verhängnissvoller Act; denn die durch die Ba- 
cillen noch nicht abgetödteten Leukocyten behalten ihre Locomotions- 
fähigkeit, sie wandern in die Lymphspalten ein und gelangen in die 
Lymphdrüsen. Auf diese Weise werden die Bacillen verschleppt und 
geben zur Entstehung secundärer Tuberkeleruption Veranlassung. 

Sohmorl (Lnpuig). 

Nicaise, E. 9 Tumeur blanche fibroplastique. (Bev. de Chir., 
1892.) 
N. lenkt die Aufmerksamkeit auf in Deutschland besonders durch 
König bekanntgewordene tumorartige, tuberculose Wucherungen, die 
bei langsamem Verlauf der Entzündung zu Stande kommen. Er führt 
zwei Beispiele davon an. Die Synovialis war in eine 3—4 cm dicke, 
bindegewebige, mit Fettgewebe durchsetzte Masse verwandelt, die sehr 
an Sarkom erinnerte. Der tuberculose Charakter war zweifellos, denn in 
einem Fall war ein tuberculöser Sequester des Femur die Ursprungsstätte 
der Affection und im zweiten Fall enthielt der Knoten selbst einen Käseherd 
und Tubcrkelknötchen. Im Anschluss daran macht N. noch auf einige 
Uebergangsformen zu der gewöhnlichen fungösen Arthritis aufmerksam. 

Qarrl (TUüngen). 

Sobotka, Josef, Ueber einen Fall von Arthritis blennor- 

r h o i c a. [Aus Prof. Ganghofner's Ambulatorium im Kaiser Franz- 

JosePs-Kinderspitale in Prag.] (Prager medicinische Wochenschrift, 

1893, No. 48.) 

Bei einem 5 Wochen alten Knaben beobachtete S. das Auftreten 

multipler, entzündlicher Veränderungen in den verschiedenen Gelenken 

mit Schmerzhaftigkeit und Bildung periarticulärer Abscesse in Folge einer 

Blennorrhoea neonatorum, deren Diagnose durch den Befund von Gono- 



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- 226 — 

kokken sichergestellt wurde. In dem Eiter der periarticulären Abscesse 
konnte S. neben Streptokokken auch Diplokokken nachweisen, deren tinc- 
torielles Verhalten im Vereine mit ihrem Vorkommen in den Zellen sie 
tk Neisser'sche Gonokokken erkennen Hess. Der Verf. hielt sich dem- 
nach zu der Annahme berechtigt, seinen Fall als eine metastatische Er- 
krankung der Gelenke zu betrachten, welche durch Infection mit Gono- 
kokken von der Bindehaut des Auges zu Stande kam, wie solche Fälle 
schon von verschiedenen Seiten für den Harnröhrentripper und von 
Deutschmann und Lindemann auch für die Blennorrhoea neona- 
torum veröffentlicht wurden. von Wunaehheim (fr*g). 

Sokoloff, Die Erkrankung der Gelenke bei Gliomatose des 
Röckenmarks (Syringomyelie). (Dtsche Ztschr. f. Chir., 
Bd. 34, 1892.) 
S. macht auf die Häufigkeit schwerer Gelenkerkrankungen bei Glio- 
matose aufmerksam. In der Literatur findet er 20 Fälle, denen er 3 
ausführlich geschilderte eigene anreiht: 1) Erkrankung in Schulter- und 
Ellenbogengelenk derselben Seite nach mehrmaligem schweren, aber 
schmerzlosen Trauma; 2) und 3) jedesmal Erkrankung eines Ellenbogen- 
gdesks ohne bekannte Verletzung. In allen 3 Fällen wurde bei der 
Resection der Gelenke hochgradige Zerstörung der Gelenkenden durch 
Knorpeldefect , Abschleifung des Knochens und Fracturen neben mehr 
oder weniger starker Verdickung anderer Theile durch Osteophytenbildung 
gefunden; ausserdem Schrumpfung und Verdickung de* Kapsel mit Zotten- 
wucherung und Atrophie der Muskeln. 

Auf Grund der Gesammtbetrachtung aller Fälle hält S. diese Gelenk- 
erkrankungen für keine zufälligen Complicationen der Syringomyelie, 
sondern för neuropathische Leiden, die vieles Gemeinsame mit denen bei 
Tabes besitzen, aber wegen mancher Eigentümlichkeiten doch als „glioma- 
tose" von den tabetischen Arthropathieen unterschieden werden können. 
Charakteristisch ist ihre fast regelmässige Localisation in den Gelenken 
der oberen Extremität Sie entstehen wohl immer nach einem Trauma, 
bisweilen schon im Anfangsstadium der Gliomatose und besitzen einen 
sehr chronischen, über viele Jahre ausgedehnten Verlauf, oft unbemerkt 
wegen der Analgesie und des seltenen Auftretens grosser Exsudationen. 
Worin der Einfluss der Röckenmarksaffection auf die Gelenke besteht, 
lagst sich nicht sicher bestimmen ; vielleicht spielt die herabgesetzte Er- 
nährung der Knochen oder 4er Gelenkkapseln sammt Muskeln, welche S. 
immer, besonders stark in zweien seiner Fälle fand, eine Bolle. Von 
Arthritis deformans unterscheiden sich anatomisch die gliomatösen Arthro- 
pathieen schon dadurch, dass auch ausserhalb der Gelenkkapsel Osteo- 
phyten auftreten und zur Verknöcherung der periarticulären Weichtheile 

Ähren. M. B. Schmidt (8*ra$9bvrgy 

Bayer. Carl, Zur Aetiologie des Pes calcaneus. (Prager med. 
Wochenschrift, 1893, No. 16.) 
Der Verl bespricht die bis jetzt bekannten Formen des Pes calca- 
neus, von welchem man folgende Arten unterscheidet: 1) einen Pes cal- 
caneus sursum flexus, der augeboren und erworben und im letzteren Falle 
durch Paralyse oder pathologische Processe im Bereiche des Sprunggelenkes 



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— 226 — 

bedingt sein könne, und 2) einen nur bei erwachsenen Personen beob- 
achteten Pes calcaneog sensu strictiori (Nicoladon i), welcher sich durch 
reinen Tiefetand der Ferse auszeichnet, stets erworben ist und durch 
essentielle Kinderlähmung eingeleitet, sowie durch fortgesetzte Belastung 
von Seiten des Körpers ausgebildet wird. 

B. beobachtete nun ausser den drei Formen des angeborenen, para- 
lytischen und durch entzündliche Procesße des Sprunggelenkes sowie der 
benachbarten Knochen zu Stande gekommenen Pes calcaneus im Kinde s- 
alter noch eine vierte Form, welche dadurch charakterisirt ist, dass an 
einem bis dahin vollkommen gesunden, nicht gelähmten Fusse in Folge 
schmerzhafter Erkrankungen der Planta pedis derselbe durch längere 
Zeit in der für den Pes calcaneus charakteristischen Stellung gehalten 
und zum Gehen benützt wird, wobei der Fuss mit einem mehr nach 
rückwärts gelegenen Theile der Ferse aufgesetzt wird. Dieser Pes cal- 
caneus ist demnach primär ein rein statischer, bei welchem der Fortge- 
brauch der Extremität zum Gehen eine wichtige Bolle spielt. Statt einer 
Lähmung der Wadenmuskeln, wie sie bei Pes calcaneus sensu strictiori 
(Nicoladoni) vorkommt, besteht hier eine Dehnung der Wadenmuskeln 
infolge des willkürlichen Tiefstandes der Ferse, also eine active Aus- 
schaltung, die allmählich zur Atrophie führen kann. Schliesslich können 
sich auch bei lang andauernder fehlerhafter Stellung Knochendifformitäten 
des Calcaneus entwickeln. B. sah die eben beschriebenev nur im Kindes- 
alter auftretende Form des Pes calcaneus unter 233 Fussdifformitäten 
erst zweimal und zWfcr bei Mädchen. Im ersten Falle war das ursäch- 
liche Moment eine Phlegmone der Planta pedis, im zweiten Falle eine 
durch einen Fremdkörper bedingte Entzündung der Fusssohle gewesen. 

tron Wunschheim (Prag), 

Necker, A., Ueber den schnellenden Finger. (Bruns, Beitr. 
zur klin. Cbir., Bd. 10.) 
Es sind bisher 121 Fälle mit 150 schnellenden Fingern bekannt 
geworden. Als Ursache ist 52mal Rheumatismus, 13mal Trauma, 47mal 
professionelle Ueberanstrengung etc. angegeben. Ueber die bedingenden 
pathologisch-anatomischen Veränderungen sind im Laufe der Zeit ver- 
schiedene, z. Th. widersprechende Theorieen aufgestellt worden. Verf. 
geht näher darauf ein. Es sind aber nur 13 Fälle zur anatomischen 
Untersuchung gekommen, wozu N. noch einen weiteren Beitrag aus der 
Brun s 'sehen Klinik liefern kann: zwei Mittelfinger, bei denen das 
Schnellen durch einen Sehnenknoten hervorgerufen war. Bei den übrigen 
verwerthbaren Autopsieen finden wir eine Reihe anderer Ursachen, wie 
Auflagerung auf der Sehne, Fibrom derselben, Abreissung, Wucherungen 
an der Sehnenscheide und endlich sogar Veränderungen am Gelenk. Dem 
in allen Fällen gleichartigen Symptom des Schnellens können somit die 
verschiedenartigsten pathologisch-anatomischen Veränderungen zu Grunde 

liegen. Garre (TUbmgen). 



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— äö7 — 



Berichte aus Vereinen etc. 



Verhandlungen der pathologischen Gesellschaft au London. 

Der 43. Band der Transactions of the pathologioal Society of London 
bringt eine grosse Reihe von Einzelbeobachtungen aus allen Theilen der all- 
gemeinen und spec. pathol. Anatomie, welche nach den einseinen Organ- 
ijstemen geordnet sind. Die Menge der s. Th. kurz gehaltenen Mitthei- 
lnngen läset eine detaillirte referirende Darstellung derselben nicht ausführbar 
enehrinen und war es aus diesem Grunde erforderlich, bei Abfassung des 
vorliegenden Berichtes mit einiger Auswahl zu Werke zu gehen. Unter der 
Rubrik: 

Krankheiten des Nervensystems 
beschreibt Charlewood Turner die Befunde, die er bei Untersuchung 
der grossen Pyramidenzellen der Regio Rolandi in 6 Fällen 
von Chorea machte. Die Fälle betrafen weibliche Individuen im Alter 
tos 12 — 19 Jahren und zwar 1) eine schwere Chorea, im 3. Monat der 
Gravidität entstanden. Eünstl. Abort, Tod in Folge von Pyämie. 2) Chorea 
mit Endoearditis, acuter Nephritis, Hämaturie. 3) Chorea nach Gelenkrheu- 
matismus, Mitralstenose, Albuminurie. 4) Acute Chorea naoh subacutem Rheu- 
matismus. Endooarditis der Mitral- und Aortenklappen. 5) Acute Chorea, 
Eodocarditis. — Die grossen Pyramiden seilen in den tieferen Theilen der 
Binde waren geschwollen, das Protoplasma stark granulirt, leichter färbbar, 
der Kern z. Th. undeutlich. Die äusseren Contouren der Zellen verwischt. 
Erscheinungen, die T. als die Folgen starker seröser Durohtränkung des Ge- 
webes ansieht. Aehnliche, aber nicht so hochgradige Veränderungen zeigten 
«eh in andern Hirnabschnitten. Verf. sucht den Beweis, dass es sich hier 
um Veränderungen handelt, die in ursächlichem Zusammenhange mit der 
Chorea stehen, theoretisch zu begründen. Die Chorea erfordert die Annahme 
einer organischen Läsion des Gehirns. Das klinische Bild muss durch die 
Linon Erklärung finden können; die Läsion muss reparabel sein. Embolische 
Proeeete schliesBt T. aus, ebenso thrombotische, die, wo sie sich vorfanden, 
die Centralganglien betrafen, somit keine nachweisbare Beziehung zur Chorea 
haben konnten. Dass die gefundenen Veränderungen agonale sein könnten, 
gesteht T. zum Theil zu, hebt aber hervor, dass er so ausgesprochene Läsio- 
■*■, wie in den vorliegenden Fällen, sonst nicht habe beobachten können. 

James Galloway beschreibt eine Cyste der 1. Grosshirnhemi- 
■phäre, die von der frontalen bis zur Scheitelregion reichte, wahrscheinlich 
ii Folge von Apoplexie entstanden war und bemerkenswert!! war durch die 
nachfolgende Atrophie der ganzen L Grosshirnhemisphäre. Die Cyste enthielt 
kein Gerinnsel, bez. Spuren von Blutpigment und communioirte nicht mit 
d«n L 8eitenventrikel. 

Jackson Clarke: Bin Fall von Myxofibrom der weichen 
Bnekenmarkshäute. Der Tumor war von oblonger Gestalt und er- 
streckte sieh vom oberen Rande des 11. Brustwirbels bis zum oberen 1. Len- 



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— 228 - 

denwirbel. Die Bestimmung der Localisation des Tumors war iotra vitam 
möglioh. Klin. 8tatus uod Krankengeschichte sind ausführlich mitgetheilt 

Krankheiten des Ciroulationsapparates. 

Arnold Chaplin erwähnt einen Fall von ulceröser Endooarditis 
der Puimonalklappen bei einem 19-jähr. Mädchen. Ausserdem fand 
sich ein wandständiger Thrombus in der Pulmoualarterie. Geringe Vegetation 
an den Mitral- und Aortenklappen. 

Oharlewood Turner : Her zmissbildung bei einem 14 Monate alten 
Kinde. Es fand sich ein Ostium atrioventriculare commune, ein Defeot im 
Septum atriorum und ventrioulare. Das 8eptum aortioum war mit dem 
Septum inferius verbunden, die Aorta und Pulmonalarterie wohl gebildet. 
Die Lungen venen mündeten in den 1. Vorhof, die V. cava int, die Vena 
cava sup. dext. und sin., letztere durch den Sinus coronarius in den r. Vorhof. 

Korman Moore: Fall von oongenitaler Herzmissbildung. Bei 
einem 5 Monate alten Kinde mit Morb. ooerul. fand sich der 1. Ventrikel 
dickwandig und sehr weit. Der r. Ventrikel war verkümmert. Aus ihm 
entsprang eine sehr enge Art. pulmonalis, welche sich nach aufwärts erwei- 
terte. Der D. Botalli war offen. Sonstige Missbildungen fehlten. 

Haie White: Defect im 8eptum ventrioulorum unter dem r. 
Theile der vorderen Aortenklappe. Aneuiysmat. Aussackung des Sinus Val- 
salvae der r. Aortenklappe mit Durchbruch in den r. Ventrikel bei einem 
15-jähr, Knaben. 

Herbert Hawkins: Fall von theils nodöser, theiis diffuser Endar- 
teriitis wahrscheinlich luetischen Ursprungs bei einem 11 -jähr. Mäd- 
chen. Die Gefässveränderungen betrafen sowohl die Lungenarterie als die 
Aorta und grossen Körperarterien. Ausserdem fand sich Hypertrophie und 
Dilatation des 1. Ventrikels, Lungeninfarote , Thrombose der Nierenarterien 
und Blutungen im Kleinhirn. 

Krankheiten des Verdauungstraotus. 
Stephen Paget: Grosse congenitale Cyste unter der Zunge bei 
einem 4-jährigen Mädchen. Die Cyste hing bis zum Sternum herab, enthielt 
klares Serum. 8ie liess sioh operativ leicht entfernen. Ueber Entstehung 
und Natur der Cyste trifft P. keine Entscheidung. 

Joseph Griffiths fand eine etwa 4 1 /, Zoll im Durohmesser haltende 
Dermoidcyste im unteren Theile des grossen Netzes bei einer 
36-jähr. Frau. G. nimmt an, dass die Neubildung eine gestielte und allmäh- 
lich abgeschnürte Ovarialcyste gewesen sei, die seoundär mit dem Omentum 
verwuchs. 

Bolleston: Fall von mittelgrosszelligem Bundzellensar kom des 
Duodenums. Die Neubildung schien von der Submucosa ausgegangen zu 
sein, sie war in der Gegend der Papilla duoden. ulcerirt 

James Adams : Intüssusception des Darms, hervorgerufen 
durch Inversion eines Meckel'schen Divertikels bei einem 42-jähr. Manne. 
A, fand 2 ähnliche Fälle in. der Literatur, 



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— 229 — 

Krankheiten des Urogenitalapparates« 

Walter Edmunds: Cystisches Adenom der Niere. Die Cysten- 
ritame waren mit klarer Flüssigkeit gefüllt und tragen theils cylindrisches, 
theils cnbisches Epithel, Die umgebende Nierensubstanz war normal. £. 
Teratuthet, dass das Adenom von Resten der Urniere den Ausgang genom- 
men habe. 

Jackson Olarke fand Psorospermienoysten in der 1. Niere, 
im L Ureter nnd in der Harnblase einer mit Hydronephrose behafteten, etwa 
60-jähr. Frau. Die etwa hanfkorngrossen Cysten des Ureters zeigten eine 
doppelte Auskleidung mit cubisehem Epithel. Sie enthielten eine albuminöse 
Flüssigkeit, in der sieh theils grosse ovale Zellen mit deutlichem Kern, theils 
kleine kernlose Körperohen vorfanden. CL ist vou der parasitären Natur der 
betreffenden Gebilde, die z. Th. auch intraoellulär gefunden wurden, über- 
teugt Er zählt sie zur Gruppe der Sporozoen. 

Samuel Shattook: 1) Ueber parepi didymale Oystenbildung. 
8 h. fand hinter Hoden und Nebenhoden und zwischen diesem und dem Vas 
deferens bei einem Erwachsenen eine grosse multiloculäre Cyste. Er nimmt 
an, dass dieselbe aus aberrirenden Vasis der Urniere entstanden sei. Die 
Annahme, dass die Cysten aus Besten des Müller* sahen Ganges entstanden 
seien, findet Sh. im Vergleich zu einigen aus der Literatur citirten Fällen 
sieht haltbar. 

2) Fall von Cylinderepi thelkrebs der Mamma bei einem 
57-jShr. Manne. 

Krankheiten des Bewegungsapparates. 

J. Bland Button: Congenitaler Mangel der 1. Tibia wurde 
bei einem 18- jähr. Mädchen beobachtet. Die Fibula war verkürzt, sonst 
▼ohlgebildet. Der Astragalus war deformirt und in Ankylose mit dem Cal- 
eaneus. Der Fuss stand in Equinovarusstellung. Die Muskeln waren alle 
vorhanden. 

J. H. Targett: Congenitaler Mangel der Fibula und Miss- 
bildung des Fusses. Die Tibia war im unteren Theile knorpelig und nach 
tauen und hinten rechtwinklig umgebogen. Der Fuss hatte 3 Tarsal-, 
8 Metatanalknochen und 8 Fhalangealknochen. T. giebt eine genaue Be- 
schreibung der vorhandenen Muskeln nach Zahl und Insertion. 

F. C. Abbott: Ueber hereditäre, oongenitale Dislocation 
des Capitulum Radii. Von 9 beobachteten Fällen waren 7 innerhalb 
4 Generationen in derselben Familie beobachtet worden. Zum Theil war die 
Diiloeation, welche sich bei den Kindern erst mit Erlernung des Gebrauchs 
der Hand bemerkbar machte und hauptsächlich die Pronation und Supination 
besehrankte, beiderseitig. Andere Anomalieen fehlten. 

H ervorzu heben sei aus den folgenden Absohnitten 

B. F. Wynno: Ueber das Othämatom der Geisteskranken. 
W. macht auf die Unterschiede zwischen dem normalen Netzknorpel der Ohr- 
masehel das Erwachsenen nnd dem mit bindegewebigen Flecken und hyalinen 
Psrtieen durchsetzten Ohrknorpel dee Greises aufmerksam. Die hyalinen 



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— 280 - 

Stellen sind besonders brüchig. Fissuren, die in derartigen brüchigen Stellen 
entstehen , veranlassen meist eine Ruptur der vom Perichondrium in den 
Knorpel einstrahlenden Gefässe. Die Blutungen liegen dann subperichondral. 

In dem Capitel „Neubildungen" 
berichtet Joseph GrifUtha über hereditäre multiple Exostosenbil- 
düng bei einem 31 -jähr. Manne. Am unteren Ende des 1. Femur befanden 
sich 7 z. Th. knorplige Exostosen, am oberen Ende der L Tibia ein grosses 
knolliges Enohondrom; auch am unteren Ende des r. Femur befanden sich 
einzelne Exostosen. Theil weise Verdickungen waren an den Epiphysenlinien 
der oberen Extremitäten vorhanden. Ein Bruder, der Vater und Grossvater 
des betr. Mannes litten ebenfalls an multipler Exostosenbildung. 

Bland Button: Fall von plexiformem Sarkom (Billroth) der 
Regio suprapubica bei einem 36 jähr. Manne. Der Tod erfolgte in Folge 
Ruptur eines Aortenaneurysmas. Der Tumor war anscheinend von einer 
Warze aasgegangen. Er bestand aus festem fibrösem Gewebe und enthielt 
Züge und Stränge scheinbar epithelialer Zellen, die s. Th. nekrotischen Zer- 
fall zeigten. Die unmittelbare Umgebung der Zellhanfen wurde von jungem 
Bindegewebe gebildet In einem ähnlichen Falle (XXXI. Bd. der Transaot. 
path. Soc.) spricht sich Mc Carthy für die epitheliale Natur der Kenbil- 
dung aus. 8. hält die Geschwulst für nicht bösartig. 

F. Beadles untersuchte ein grosses Material von über 100 Fällen von 
Carcinoma mammae in Bezug auf die Frage, wie sich beim Carci- 
nom die der Geschwulst ferner liegenden Gewebspartieen verhalten. Er geht 
zunächst auf die Veränderungen des Stromas ein und constatirt das häufige 
Vorhandensein einer chron. interstitiellen Mastitis. Die BiDdegewebsneubil- 
dung kann sich bis zur förmlichen Fibrombildung steigern, andererseits kann 
das Bindegewebe embryonalen Charakter annehmen. Letzteres ist besonders 
bei rasch wachsenden Neubildungen der FalL Was die Veränderungen am 
Parenchym betrifft, so fangen zunächst die Aoini an in ihrer Grosse zu 
variiren, ebenso variirt das dieselben auskleidende bez. ausfüllende Epithel 
in seiner Grösse. Häufig hat das Epithel die normalen Gewebsgrenzen noch 
nicht durchbrochen, gleichwohl liegt bereits beginnende carcinomatöse Neu- 
bildung vor. Da nun derartig veränderte Gewebspartieen anscheinend selb- 
ständig nebeo dem Haupttumor beobachtet werden, darf man nach Verf. An- 
sicht diese Stellen nicht stets als secundär erkrankt betrachten, sondern muas 
eine vom Haupttumor getrennte, selbständige Entstehung des Carcinoma 
annehmen. 

Walter K. Sibley: Ueber Impftuberculose der Schlangen. 
Die Versuche wurden an der gewöhnlichen engl. Ringelnatter und an der 
gemeinen Viper, die bei einer Temperatur von 33° C gehalten wurden, ge- 
macht. Die Erzeugung der Tuberculose gelang in 4 Fällen. Die Thiere 
starben nach 52 — 7 1 Tagen. Die Leber, Lungen und Pleura zeigten sich am 
meisten befallen. In der Leber waren zahlreiche Rundzellenansammlungen 
zu bemerken. Die Bacillen lagen in den Leukoeyten, ringförmig nm den 
Kern angeordnet In den Lungen fanden sich ausser den Bundzellenanhäu- 
fungen Neubildung spärlicher epithelioider Zellen und centrale Verkäsung. — 
Die bei den Versuchsthieren entstandenen Granulome vereinigen nicht in sich 
die charakteristischen Merkmale des Miliartuberkels der Warmblüter. 



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— 231 _ 

Samuel Q. Shattook: Ueber die Ursaohe der Ausfällung der 
Phosphate des Harns durch Kochen desselben und die Bedeutung 
des Proteus vulgaris und der pyogenen Kokken für die ammoniakalisohe Harn- 
gahrnng. 

Die Ausfällung der Phosphate tritt leicht ein, wenn der Harn alkaliseh 
neutral oder schwach sauer reagirt, schwerer bei stark saurem Harn. Die 
Ausfallung beruht auf einer beim Kochen vor sich gehenden Hydrolyse des 
Harnstoffs und Entwicklung von Ammoniak. Letzteres ist durch Lackmus 
oder Nessler'sches Reagens leicht nachweisbar. Durch die Entwicklung 
v^n Ammoniak wird zunächst Calciumphospbat, später phosphorsaure Magnesia 
und Ammoniakmagnesia ausgefällt. Hindert man bei stark saurem Harn 
wahrend des Kochens im Reagensglase das Entweichen des Ammoniaks durch 
AufBatzen eines Wattepfropfens, so wird die Ausfallung der Phosphate be- 
günstigt 

Die Frage, ob der Harnstoff auch bei Körpertemperatur hydrolysirt 
werden könne, wagt Sh. nicht zu entscheiden, möchte die Möglichkeit aber 
nicht durchaus verneinen. 

Um die Bedeutung verschiedener Bakterien für die ammoniakalisohe Harn- 
gährung au entscheiden, impfte Verf. sterilisirten Harn (der Harn wurde bei 
60 ° C mehrere Tage sterilisirt, es trat also wohl schon eine Hydrolyse des 
Harnstoffs ein. Ref.) mit Proteus vulgaris Hauser. Derselbe besass keine 
Bedeutung für die Hydrolyse des Harnstoffs. Der Staphylococcus aureus 
und albus führte eine schnelle und deutliche alkal. Gährung des Harns herbei. 
Pyogene Streptokokken zeigten sich fast wirkungslos. 

Samuel O. Shattook macht nach kurzer Kritik und Vorschlägen, welche 
Aendernngen in der bisher gebräuchlichen Terminologie der sept. Krankheiten 
betreffen, einige Kittheilungen über den Nachweis von Pepton im 
Bit er. Die Biuretreaction ist nur dann einwandsfrei, wenn die zu unter- 
suchende Flüssigkeit neben dem Pepton keine sonstigen proteiden Substanzen 
enthalt; ist dies der Fall wie beim Eiter, so kann man entweder das Pepton 
durch Dialyse isoliren und durch die Biuretreaction nachweisen; oder man 
kann durch Ammoniumsulfat das Pepton von den noch vorhandenen Pro- 
teiden trennen. Ausser dem Pepton enthält der Eiter noch Albumose. 
(Nachweis durch Fällung mit Alkohol, Aufnahme des Filterrüokstandes in 
Wasser und Sättigung der Lösung mit Ammoniumsulfat.) 

DiscuBBion über Phagooytose und Immunität. 

Dr. Sims Woodhead eröffnete die Verhandlung. Er gab zunächst 
einen kurzen historischen Ueberblick über die Entwicklung der Lehre von 
der Phagooytose. Dieselbe verdanken wir ausschliesslich den Forschungen 
Metschnikoff's. Dieser Forscher bestätigte die Beobachtungen H a c c k e 1 ' s 
aber die intraoellulären Verdauungsvorgänge bei gewissen Lebewesen aus der 
Gruppe der Protisten. Bei den Metazoen (Schwämme) übernimmt das Meso- 
derm die Function der Verdauung. Bei höheren Thieren erinnert zwar die 
Function der Phagocyten an diejenige bestimmter Protozoen (Amöben), sie 
ist aber insofern beschränkt, als die Phagocyten lediglich der Beseitigung 
tedten organischen und unorganischen MateriaLs im Körper dienen. Die 
Fähigkeit intrazellulärer Verdauung schlummert aber noch in den Phagocyten, 
ne wird unter bestimmten Einflüssen geweckt und spielt besonders im Kampfe 



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— 232 — 

mit den Bakterien eine hervorragende Bolle. Dan Nachweis, data lebende 
Bakterien von den Leukocyten aufgenommen werden, erbrachte Metsohni- 
koff dadaroh, dass er seigte, daas Milzbrandbacillen, die von den Leukocyten 
eines milzbrand-immnnen Thieres aufgenommen waren, die Fähigkeit der 
Weiterentwicklung nicht eingebüsst hatten. 

Die erworbene Immunität sah M. als eine allmähliche Gewöhnung an 
ein infeotiösee Agens, gewissermaasscn als eine Acolimätisation an, unter 
deren Einfluss die Phagocyten pathogene Bakterien aufnehmen und zerstören 
konnten. 

Als Emmerich und Mattei, welche an Kaninchen mit Schweine* 
rothlauf experimentirten, auf die baotericiden Eigenschaften des ciroulirenden 
Blutes und des extravasculären Serums aufmerksam machten und zu dem 
Schlüsse kamen, dass die Phagooytose mit der Immunität nichts zu thun 
habe, bewies Metsohnikoff durch Versuche, die er mit Milzbrand in 
Hollundermarkkügelchen bei verschiedenen Thieren anstellte, dass das Serum 
die Bacillen nicht nur nicht tödtete, sondern dass sogar ein beträchtliches 
Wachsthum der Milzbrandbaoillen zu beobachten war. M. seigte ferner im 
Ansohluss an seine Impfversuohe mit dem Vibrio Metsohnikovi beim 
Meerschweinchen, dass die Immunität gegen das Wachsthum des betreffenden 
Mikroben nicht identisch war mit der Gewöhnung des Organismus an dessen 
giftige Produkte. 

Ausser in den Phagocyten erkannte M. einen Schutz des Organismus 
gegen bakterielle Invasion in der Function der Gefaasendothelien der Milz 
und Leber. 

Nach diesen einleitenden literarischen Bemerkungen betonte Wood- 
he ad weiter, daas es ein sehr grosser Fehler sein würde, wolle man an- 
nehmen, dass die Immunität stets auf dieselbe Weise erworben würde. So 
sei die Immunität gegen Tetanus und Anthrax etwas durchaus verschiedenes. 
Tetanus und Diphtherie seien als Toxämieen zu betrachten, das Bakterien - 
wachsthum sei hier ein looalisirtes, Immunität könne nur durch allmähliche 
Gewöhnung an das specifische Gift erreicht werden. Für die Immunität gegen 
Anthrax sei die Ansammlung einer grossen Zahl von Leukocyten am Inoou- 
lationsorte, wodurch eine Barriere gegen das gesunde Gewebe geschaffen 
werde und ferner der Prooess der Phagocytose von hervorragender Bedeutung. 

Sollte sich die bakterientödtende Kraft des Serums weiter beweisen, ao 
würde man weiter specifische Veränderungen der Gewebszellen als letzten 
Grund der Immunität ansprechen müssen. 

Burdon Sanderson erklärt sich als Gegner der Phagocytenlehre und 
zwar aus dem Grunde, weil nach seiner Auffassang diese Theorie mit den 
Axiomen der Physiologie und Pathologie in Widerspruch ist Er verwahrt 
sich gegen die Annahme, als wolle er die Bolle der Leukocyten unterschätzen, 
glaubt vielmehr, dass sie sich wie auch die übrigen Gewebe und Organe des 
Körpers gemäss ihrer physiologisch bekannten Eigenschaften am Impfschutz 
betheiligen, will ihnen aber nioht Eigenschaften activ prophylaktischer Thätig- 
keit im Körper beilegen. 

Klein gruppirt seine Ansichten folgendermaassen : 

1) Der Ausdruck „Phagocyten" giebt zu Missveratändniasen Veranlassung. 
Viele Zellen nehmen lebende Bakterien in sich auf, ohne daas eine destruetive 
Wirkung an den Bakterien nachzuweisen ist Es ist dies der Fall bei der 
Gonorrhoe, Pneumonie, Mäuseseptikämie, Tuberculose etc. Hier kann man 



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— 233 — 

sieht Ton Phagooytose sprechen. Da die Bakterien die Zellen schädigen, 
sollte man entere vielmehr als Cytophagen bezeichnen. 

2) Nach der „mechanischen Theorie der Fhagocytose" besteht die Im* 
Bonität darin, dass die in den Körper gebrachten Bakterien sich nicht ver- 
mehren, dasB sie lebend von den Leukocyten aufgenommen und zerstört 
▼erden. Diese Annahme ist mit einer Beihe der thateächlichen Beobachtungen 
rieht im Einklang: Bei Impfung von Eaninohen mit Schweinerothlauf erweisen 
■eh die Bakterien lange als abgestorben, ehe eine Leukocytose eintritt; bei 
Miiibrandimpfnng von Batten und Hunden tritt kaum eine bemerkenswerthe 
Leukocytose an der Impfstelle ein etc. 

3) Zellfreie Lymphe, Serum und Plasma besitzen nach Büchner, 8 a- 
narelli u. a. starke bakterioide Eigenschaften. 

4) Nach Ogata, Hankin, Behring etc. können empfängliche Thiere 
durch Injeetion von Serum immuner Thiere immunisirt werden. 

6) Es ist nicht erwiesen, dass die Aufnahme der Bakterien seitens der 
Leukocyten Zwecken der Immunität dient. — Die ansprechendste Theorie 
ist die Büchner' s, wonach die Oewebssäfte die Bakterien schwächen und 
zerstören. In einigen Fällen mag eine Phagocytose auftreten, keineswegs 
gilt dies für alle Fälle. 

Kanthacfc beschränkt sich auf die Erörterung der Entstehung der er- 
worbenen Immunität. Obgleich er die Bedeutung der Phagooytose nicht ver- 
kennt, ist er doch nicht geneigt, diese Theorie ausschliesslich gelten zu lassen. 
Br erörtert zunächst Binfluas und Bedeutung der Körperflüssigkeiten für die 
Entstehung der Immunität Allgemeine Beziehungen zwischen der natürlichen 
TJnempfanglichkeit eines Thieres und der baktericiden Kraft seines Serums 
keimen wir zwar vorläufig nicht. Es ist dies aber kein Grund, um den 
Ehmuss der Körperflüssigkeiten überhaupt zu leugnen. Das intrayasculäre 
Plasma (Prodnct der Seeretion und Exoretion der Gewebszellen) ist wahr* 
Maeinlich beim Zustandekommen der Immunität betheiligt 

Was die chemotaktischen Versuche anbelangt» die man als willkommene 
Stfttze für die Phagooytenlehre betrachtet hat, so verhält sich K. — speciell 
dsa Ausführungen Hertwig's gegenüber — durchaus ablehnend. 

K. schliesst: Man kann nicht einen Process ausschliesslich für die Ent- 
ziehung der künstlichen Immunität verantwortlich machen. Die letzte Ur* 
■ehe der Immunität ist weder in der Bethätigung der Leukocyten, noch in 
om Eigenschaften der Körpersäfte, vielmehr in Uebereinsiimmung mit den 
Grandsätzen der Cellularpathologie, in Aenderungen des Zeitlebens des ganzen 
Organismus zu suchen, die wir allerdings vorläufig nicht näher zu definiren 
vermögen* 

J. 8. Brlatowe gedenkt der Schutzeinrichtungen des Organismus gegen 
bakterielle Invasion überhaupt und geht in seinem Vortrage auf die Ursachen 
der spontanen Hemmung bez. Heilung der Infeetionekrankheiten ein. Die 
Spontanheilung tritt nach B. durch allmähliche Erreichung der Immunität 
des Organismus gegen den Infeotionsträger ein. Die Frage nach der Ursache 
dtr Immunität hängt daher mit der Frage nach der Spontanheilung eng zu- 
mmmen. Für beides findet sieh keine genügende Lösung. Verf. unterwirft 
hi Rückzieht auf die vorliegenden Fragen eine Beihe von Infectionskrank- 
ksitan — Pocken, Lues, Tubemulose, Diphtherie, aept Erkrankungen — einer 
Besprechung, kann aber die Lösung der zur Discussion gestellten Fragen 
zieht wesentlich fördern* 

t t ABS. FftUutf. T. 16 



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— 234 — 

William Hunter fegst die über die Immunität bekannten Thateaohen 
kurz zusammen. Bei empfängliehen Thieren entsteht nach subcutaner Im- 
pfung Allgemeininfeotion ohne Looalreaction ; bei immunen Thieren looale 
Beaction ohne Allgemeininfeetion. Worauf beruht dieser Unterschied? Auf 
der einen Seite haben wir die Bakterien. Sie bilden Gifte, und zwar 1) Toxine, 
leicht diffusible Substanzen vom Charakter der Pflanzenalkaloide ; 2) Toxalbu- 
mine bez. Proteide, schwer diffusible Körper. Diesen Stoffwechselproducten 
gegenüber stehen die Proteine (vom Charakter der Albumosen), chemisch 
sehr feste Verbindungen, die dem Leibe der todten Bakterienzelle entstammen, 
die looal und chemotaktisch wirksam sind. 

Was den inncirten Organismus betrifft, so sind einmal die Phagooyten 
zur Rolle der Verteidigung berufen (Metschnikoff), ferner hat das Blut- 
plasma und Serum bakterioide Eigenschaften, letztere sind nicht oonstant, sie 
sind an bestimmte compleze Eiweissverbindungen gebunden. So bestand 
Wooldridge's Gewebsfibrinogen, welches Schutz gegen Anthrax verlieh, 
aus einer Albumose und aus Nuoleoalbumin. 

Was die Deutung dieser Thateachen für die Erklärung der erworbenen 
Immunität betrifft, so wird auf der einen Seite angenommen, dass die Stoff- 
weohselproducte der Bakterien chemotaktisch wirken, dass nach erfolgter At- 
traction der Leukocyten diese die Bolle der Vernichtung der Bakterien über- 
nehmen. Auf der anderen Seite nimmt man an, dass zuerst eine Anzahl 
Bakterien in Folge der bakterioiden Eigenschaft des Serums absterbe, die 
Phagocytose sei secundär und betreffe die todten Bakterien (also nicht im 
Sinne Metschnikoff's). 

Nach Erörterung der Einwendungen, die gegen die Lehre von der Phago- 
cytose erhoben wurden — bei welcher Gelegenheit H. interessante Mitthei- 
lungen über die Function der Milz macht, deren Darstellung hier zu weit 
führen würde — formulirt H. seine Anschauungen ungefähr folgendermaaasen : 
Die Phagooytenlehre und die humorale Theorie widerstreiten einander nicht. 
Sie ergänzen und stützen einander wechselseitig. Beide Theorieen erkennen 
die antitoxischen und antibiotischen Eigenschaften des Blutplasmas und Se- 
rums an; es ist aber das besondere Verdienst der Anhänger der Phagooyten« 
lehre, dass sie diese Eigenschaften der Körperflüssigkeiten denen der Zelle 
unterordnen, insofern ja die ersteren die Produote der letzteren sind. Die 
Leukocyten, Milzzellen und Lymphooyten beherrschen die Zusammensetzung 
des Blutplasmas und Serums. Die Phagooytenlehre steht somit auf dem Boden 
der Cellularpathologie. 

Sydney Martin hält für das Wichtigste die Lösung der Frage, wie 
wird künstliche Immunität erzeugt Seine Mittheilungen beziehen sieh theils 
auf die Pasteur'sohen Immunisirungsversuche mit abgeschwächtem Anthrax 
bei Schafen, theils auf Versuche an Meerschweinchen, die sowohl mit Mila- 
brandbaoillen als mit Milzbrandalbumose und -alkaloid geimpft wurden. Er 
will mit seinem Beitrag nur weitere Anregung geben. Die Phagooytenlehre 
scheint ihm zur Erklärung nicht ausreichend. 

Almroth B. Wright stellt sioh weder auf die Seite der Phagooytenlehre, 
noch auf diejenige der humoralen Theorie, er will nur einige Beiträge sur 
chemisch bedingten Immunität liefern. Wooldridge war der erste, der 
mit Gewebsfibrinogen Kaninchen gegen Anthrax immunisirte. Möglicherweise 
ist das Nuclein der wirksame Factor im Gewebsfibrinogen. In der That 
lebten die Thiere, die vor der Anthraximpfung mit Nucleinsubstanzen be- 



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handelt waren, länger als die nicht yorbehandelten Oontrollthiere. Vielleicht 
ist aach in dem von Hankin aus den Milzen weisser Hatten dargestellten 
Alexin der wirksame Bestandtheil das Qewebsfibrinogen. 

J. O. Adami geht von den Untersuchungen F. und G. Klemperers 
tber die Heilung der Pneumonie ans. Die Stoffweohselproducte der Pneu- 
mosiekokken bewirken, in den Körper gebracht» erst nach längerer Zeit Im- 
munität Die letztere beruht nach Einführung des Pneumotozins auf der 
Entstehung des Antipnenmotozins, das der Organismus selbst bildet Die 
Ohaehen der Immunität sind danach chemische. Nach A.'s Auffassung ist 
die Anwesenheit der bakterioiden und antitoxischen Stoffe im Blutserum nicht 
beweisend dafür, dass dieselben Substanzen auch im Blutplasma vorhanden 
•neu. Es ist ferner nicht bewiesen, dass die Organzellen die baktericiden 
ind antitoxisehen Substanzen bilden, man mnss deshalb annehmen, dass die 
Yerändernngen des Blutplasmas durch Zustandsänderungen der weissen Blut- 
körperchen bedingt sind, und dass die Leukooyten den wesentlichen Factor 
der Immunität bilden. Wenn sie auch nicht normalerweise bakterioide Sub- 
stanzen enthalten, so doch jedenfalls die Vorstufen für solche. 

T. J. Bokenham hat sioh ausschliesslich mit dem Erysipel beschäftigt 
and macht bemerkenswerthe Mittheilungen über die verschiedene Virulenz 
der Streptokokken. Erysipelkokken, die zu abgeschwächt sind, um bei Ka- 
ninehen Alterationen hervorzurufen, machen bei Thieren, denen sterilisirte 
Prodigiosusoultur intraperitoneal einverleibt wurde, typisches Erysipel am Orte 
der Inooulation. Auf diese Weise läset sioh die Virulenz der Streptokokken 
fortgesetzt steigern, so dass schliesslich die Kaninchen einer allgemeinen 
fltreptokokkeninfection erliegen. Ferner sind Kaninohen, die gegen den 
B. pyocyanens immunisirt waren, hoohempfanglioh für Erysipelkokken. So- 
gar Verimpfung von Streptokokken mit Penioillium glauoum vermochte die 
Virulenz der enteren erheblich zu erhöhen. 

Armand Buffer stellt sich ganz auf Seite Metsohnikoff's. Er be- 
tont, daas es wohl kaum ein Thier gebe, das nicht durch hinreichend grosse 
Mengen von Mikroben getödtet werden könnte. Man solle nur von natür- 
fieher Beaistenz und künstlichem Impfschutz sprechen. Seine Ausführungen 
wenden sioh zunächst gegen Klein, welcher die Metsohnikoff'sche Lehre 
angegriffen hatte. Um die Bedeutung der Leukooyten zu illustriren, führt 
er an, dass Meerschweinchen, die mit B. pyocyanens geimpft wurden, starben, 
sobald man sie mit Chloral anästhesirte, es kam dann zur Allgemeininfection. 
Die Thiere blieben aber leben, wenn man sie nicht anästhesirte, weil dann 
die Leukooyten ihre Aotivität behielten. 

Ob ein Gift positiv oder negativ chemotaktisch wirke, hänge nur vom 
Ooneentrationsgrad der Lösung ab, er glaubt dies speoiell für die bakterioiden 
Gifte annehmen zu müssen. 

Die Resultate der Untersuchungen Büchner' s würdigt er voll, will 
aber dem intravascnlären Serum keine bakterioiden Eigenschaften beilegen. 

Hankin's Versuche kann B. vom chemischen Standpunkte aus nicht 
beertheilen, verwirft aber die Einführung der Begriffe von Mykosooin, Myko» 
foylazin etc. als unwissenschaftlich. 

Er betont zum Schluss, dass die natürliche Resistenz wie die erworbene 
Immunität in der Hauptsache nur auf der Aufnahme und Zerstörung der 
Mikroorganismen durch die amöboiden Zellen beruhen könne, es sei aber, 

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— 236 — 

-wie auch Metschnikoff sagt, dies wahrscheinlich nicht der einzige Tor- 
gang, der das Zustandekommen der Immunität bedinge. 

C. A. BaUance weist vom chirurgischen Standpunkte auf die Aufgaben 
der Leukooyten hin, die nach seiner Auffassung als Nährmaterial für die 
Bindegewebshüllen bei der Wundheilung zu dienen haben und glaubt, das» 
die Bindegewebskörperchen selbst von herrorragender Bedeutung im Kampfe 
mit den Bakterien und deren Giften seien. 

TTanlrin verwahrt sich gegen den Einwurf, dass das Alexin kein che- 
misch definirbarer Körper sei. Das Alexin gehört zu den fermentfthnliohen 
Proteiden, es ist identisch mit dem Zellglobulin ß Halliburton s. 

Das Alexin zeigt deutliche Unterschiede Tom Gewebsfibrinogen. Von 
diesen Unterschieden sei hier hervorgehoben, dass 1) das Alexin weder eine 
Krankheit heilt, noch Immunität verleiht Mäuse, die mit einer Mischung 
von Milzbrandsporen mit Alexin geimpft wurden, blieben zwar im Allgemeinen 
gesund, es beruht dies aber lediglich auf einer Hemmung der Bakterienent- 
wioklung in Folge der lokalen Wirkung der Alexinlösung. 2) Das Gewebs- 
fibrinogen bewirkt Gerinnung von Peptonplasma, aber nicht von Magnesium- 
sulfatplasma. Das Umgekehrte gilt vom Alexin. 8) Das Alexin kann Spuren 
von Gewebsfibrinogen enthalten. Es ist aber auch das Gewebsfibrinogen nicht 
als einfacher Körper anzusehen, es besteht vielmehr aus einem Gemisch von 
Globulinen, Nuoleoalbuminen, Alexinen und anderen Proteiden. Alle diese 
Stoffe sind chemisch verwandt, physiologisch aber durchaus verschieden wirksam. 

Woodhead giebt einen zusammenfassenden Ueberblick über die Ergeb- 
nisse der Discussion. Er betont, dass der Begriff der Immunität ein ganz 
relativer sei. Die klinisch zu beobachtende Immunität werde viel leichter 
erworben als die experimentelle. Eine absolute Immunität existire überhaupt 
nicht 

Darauf wurde die Discussion vom Präsidenten geschlossen. 

Lochte (Leqmig). 



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p. 228. 

Berichte aus Vereinen etc. 

Verhandlungen der pathologischen Gesellschaft 
su London. 

Turner, Untersuchung der grossen Pyra- 
midensellen der Regio Rolandi in 5 Fallen 
von Chorea, p. 227. 



G a 1 1 o w a y , Cyste der 1. Grosshirnhemisphira, 

p. 227. 
Clark e, Myxoflbrom der weichen Rfieken- 

markshäute, p. 287. 
Chaplin, Endocarditis der Pulmonalklappen, 

p. 828. 
Turner, Hersmissbildung, p. 228 
Moore, Congenitale Hersmissbildung, p. 888. 
White, Defect im Septum ventrieulonun, 

p. 228. 
Hawkins, Endarteritis, p. 228. 
Paget, Congenitale Cyste unter der Zunge, 

p. 228. 
G r i f f i t h s , Dermoidcyste des grossen Netaea, 

p. 228. 
Rolleston, Mitteigrossaelüges RundseJUn- 

sarkom des Duodenums, p. 288. 
Adams, Intussuseeption des Darms, p. 888. 
Edmunds, Adenom der Niere, p. 229. 
C 1 a r k e , Psorospermiencysten in der 1. Niere, 

p. 229. 
8hattock,l) Parepididymale Cystenbilduag. 

2) Cylinderepitbelkrebs der Mamma bei einem 

57-jähr. Manne, p. 229. 
Sutton, Congenttaler Mangel der I. Tibia, 

p. 229. 
Targett, Coogenitaler Mangel der Fibula 

und Missbildung des Fusses, p. 229. 
Abbott, Ueber hereditäre, congenitale Dis- 

location des Capitulum Radü, p. 229. 
Wynns, Othamatom der Geisteskranken, 

p. 229. 
Griffiths, Hereditäre multiple Exostosen- 

bildung, p. 280. 
Sutton, Plexiformes Sarkom (Billroth) der 

Regio snprapnblca, p. 230. 
Beadles, Carcinoma mammae, p. 290. 
S ib 1 e y , Ueber Impftuberculose der Schlangen, 

p. 280. 
Shattock, Ursache der AusfSllung der Phos- 
phate des Harns durch Kochen, p. 281. 

, Nachweis von Pepton im Eiter, p. 981. 

Discussion Über Immunität, p. 281. 

Literatur, p. 286. 



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CENTRALBLATT 



für 




Herausgegeben 

von 

Prot Dr. E. Ziegler 

in Freiburg i. B. 



Redigirt 

von 

Prof! Dr. 0. v. Kahlden 

in Freiburg i. B. 



Verlag von tf ustay Fischer in Jena. 



r.BtiuL 



Jena, 6. April 1894. 



No. 6. 



Das Centralblatt für Allgemeine Pathologie u. Pathologische Anatomie erscheint in 
Nummern von zwei bis drei Druckbogen ; zweimal monatlich gelangt eine Nummer 
nur Ausgabe. Der Umfang des Jahrgangs wird 65 Druckbogen betragen. Das 
Abonnement für das Centralblatt kostet 24 Mark für den Band (24 Nummern). 
*G*Q / Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten. ^S^^» 

Die Herren Verfasser werden gebeten^ besondere Abdrücke ihrer Arbeiten 
an die Redaction des „Centralblatt für Allgemeine Pathologie und Patho- 
logische Anatomie" in Freiburg i. B., Albertstrasse 28 \ Arbeiten in russischer 
Sprache an Herrn Professor Dr. Lukjanow, Pathologisches Laboratorium der 
Kaiserlichen Universität in Warschau^ solche in polnischer Sprache an Herrn 
Dr. J. Steinhaus, Warschau einzusenden. 



OriginalmlttheilungeiL 



Ueber einige neuere Ergebnisse auf dem Gebiete der 
Immunit&tslehre. 

Zusammenfassendes Referat von Dr. R. Stern, 

Privntdoeent und Assistenssrst der medicinischen Klinik in Breslau. 
(&cblas».) 

Behring und Kitasato hatten» wie wir sahen, beobachtet, das« das 
Herum von Thieren, die gegen Diphtherie und Tetanus immunisirt worden 
waren, andere Tersuehsthiere nioht nur gegenüber den lebenden Infeotions- 
erregern, sondern auch gegen die Ton ihnen produeirten Gifte schützte [anti- 
toxieohe Wirkung des Blutserums]. Diese Untersuchungen fanden eine 
interessante Ergänzung in den Versuchen Ehr lieh's (89) mit giftigen Phyt- 
ilbumosen, yorwiegend mit Bioin (aus Rieinussamen)und Abrin (aus der 
Jequiritybohne). B. machte seine Versuohsthiere (Mäuse) „rioinfest", bezw. 
„abrinfeet", indem er sie, mit kleinsten Dosen anfangend, allmählich mit 
immer grösseren Giftmengen fütterte. Die Thiere wurden dadurch sowohl 

Cwtndblatt L AUf. Pathol. ▼. 17 



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— 252 — 

liefern können, sehr hohe Immunisirungswerthe des Blutserums zu erlangen. 
So erwähnt Behring, dass dae Serum eines Ton ihm gegen Tetanus im- 
munisirten Pferdes einen Sohutzwerth Ton 1:10 000 000 hatte. Derartiges 
Serum ist dann auch au Heilrersuehen bei mensohliohem Tetanus rerwendet 
worden, ebenso das Serum Ton Hammeln, die gegen Diphtheriebaoillen im- 
munisirt worden waren, bei mensehlieher Diphtherie * ). Ein näheres Ein- 
gehen auf diese Versuche erseheint an dieser Stelle nioht nothwendig, mmal 
da die bisherigen Ergebnisse ein sicheres Urtheil darüber, ob die „Bhrt- 
serumtherapie" beim Menschen bereits Besultate ersielt hat, noch nioht ge- 
statten. 

Den zweiten oben bezeichneten Weg — Oonoentration der immuni siren- 
den Substanz — wählten beim Tetanus Tizzoni und Cattani, später 
auch verschiedene andere Autoren, so besonders Boux und Vaillard (92), 
beim Sohweinerothlauf Emmerich (43), in letzter Zeit bei Diphtherie 
A r o n s o n (2). Mit dem durch verschiedene Pällungsmethoden in conoen- 
trirter Form hergestellten „Tetanus-Antitoxin" sind schon mehrfach Heilver- 
suehe bei Mensohen gemacht worden. An dieser Stelle ist auch zu erwähnen, 
dass Brieger und Ehrlich (24) die gegen Tetanus schützende Substanz 
aus der M i 1 o h immunisirter Ziegen durch einfache Ausföliung (vor Allem er- 
wies sich Fällung durch Ammoniumsulfat ab geeignet) in recht oonoentrirter 
Form gewonnen haben. Eine jüngst erschienene Arbeit von Brieger und 
Gohn (26) bringt weitere Fortsehritte in dieser Beziehung. 

[Ueber die chemische Natur der schützenden Körper des Blut- 
serums wissen wir vorläufig noch fast nichts. Behring u. A. fanden, dass 
das Tetanusantitoxin gegen chemische Einflüsse, Fäulniss, Erhitzen erheblieh 
widerstandsfähiger ist als das Tetanusgift; einstündige Erhitzung auf 70* 
schädigt das erstere gar nicht, während es die Wirkung des letzteren er- 
heblich beeinträchtigt Tizzoni und Cattani (10) gaben an, dass das Te- 
tanusantitoxin bei der Dialyse nioht in das Dialysat übergeht, während Beh- 
ring sowie Brieger und Cohn (25) die Wirksamkeit des „Tetanusheil- 
serums" durch Dialyse vermindert fanden. Die erstgenannten italienischen 
Autoren behaupteten früher, dass ihr Tetanusantitoxin sich bezüglich seiner 
Fällbarkeit „wie ein Globulin verhalte"; in ihrer letzten Publioation 
(107) sagen sie, dass es jedenfalls kein Globulin sei. Emmerich and 
Tsuboi (43) fanden bei Versuchen mit dem Serum von gegen Sohweine- 
rothlauf immunisirten Kaninchen, dass das Serum um so ärmer an Globa- 
linen war, je höher die Thiere immunisirt waren. Sie knüpfen daran eine 
allgemeine Hypothese über den Vorgang der Immunisirung und Heilung, 
deren ausführliche Wiedergabe indes, da ihr die tatsächlichen Grundlagen 
noch fast gänzlich fehlen, an dieser Stelle unterlassen werden kann. Jeden- 
falls folgt aus dem Umstände, dass die wirksamen Substanzen aus dem Serum 



1) Aach mit dem Blutserum von Thieren, die gegen andere Infectionserreger (Pne 
kokken, Typhusbacillen, Cholerabacillen n. A.) immunisirt worden waren, sind von 
schiedenen Autoren Heilversuche an Menschen, die von der betreifenden Infection befallen 
waren, angestellt worden ; ferner auch mit dem Serum von solchen Menschen, die vor kurzem 
die betreffende Infection überstanden hatten. Sichere Resultate sind bis jetst auch in diesen 
Versuchen noch nicht ersielt worden, bei denen übrigen« die experimentelle Prüfung der 
Wirkung des Serums häufig nur unvollkommen vorgenommen, öfters sogar gans verabsSnaat 
wurde und dort, wo sie stattfand, eine meist erheblich geringere Wirksamkeit ergeben hat, 
als in den Versuchen Behring's u. A. mit dem Serum Tetanus- und Diphtherie-immaner 
Thiere. 



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- 258 — 

doreh die gewöhnlichen Eiweissfällnngsmethoden mitgefällt werden, noch 
keineswegs, dass sie selbst Eiweisskörper seien.] 



Die Beobachtung von Behring und Kitasato, dass Thiere, die 
gegen lebende Tetanus- und Diphtherieeulturen immunisirt waren, auch 
gegen von diesen Bacillen producirte Gifte unempfindlich waren und dass 
aneh ihr 8erum anderen Thieren nicht nur gegen die lebenden Bacillen, 
sondern auch gegen deren Gifte Schutz verlieh, kann nach Versuchen mit 
loderen pathogenen Mikroorganismen, deren Wirkung keine so vorwiegend 
toxische ist wie die der vorgenannten, nicht verallgemeinert werden. Zwar 
haben P. und G. Klemperer (63) angegeben, dass das Blutserum von 
Kaninchen, die gegen die Fneumokokkeninfection immunisirt worden waren, 
andere Thiere auch gegen die (durch Piltriren) keimfrei gemachten Pneumo- 
kokkencultnren au schützen vermag; indes konnte später Issaeff (57) diese 
Angabe nicht bestätigen. Ref. (99) fand, dass das Blutserum von Menschen, 
die kuri zuvor Abdominaltyphus überstanden hatten, in einigen Fällen anti- 
toxische Wirkung zeigte; in anderen war jedoch, trotzdem das betreffende 
Serum gegenüber den lebenden Infektionserreger deutliche schützende Wir- 
kung zeigte, eine antitoxisohe Wirkung nicht zu konstatiren (diese Versuche 
werden demnächst in der Zeitschrift für Hygiene und Infectionskrankheiten 
■ntgetheilt} 1 ). 

Ferner ist bereits mehrfach constatirt worden, dass Thiere, die gegen 
lebende Infektionserreger immunisirt waren, trotzdem gegenüber den von 
ihnen produoirten Toxinen (filtrirten oder erhitzten Culturen) ebenso em- 
pfindlich waren als nicht vorbehandelte Thiere. Dies fanden Gamalei'a 
(50) für die Yibrionenseptikämie der Meerschweinchen, 8elander (96) für 
die Hog-Cholera, Chantemesse und Widal (36) für die experimentelle 
Trphus-Infection, P ei ff er und Wassermann (86) für die experimentelle 
Cnolera-Infection der Meerschweinchen 9 ); in letzter Zeit hat Behring (14) 
beobachtet, dass Schafe, die gegen lebende Diphtheriebaoillen eine nicht unbe- 
trächtliche Immunität erlangt haben, gegen die Gifte derselben recht empfind- 
lich sein können. Hierzu ist allerdings zu bemerken, dass bei den zur Her- 
stellung keimfreier Bakteriengifte notwendigen Prooeduren (Filtriren, Er- 
hitzen, Zusatz von Antiseptika), die Gifte selbst stets mehr oder minder 
verändert werden, und dass daher vielleicht ein 8erum gegenüber den in 
der lebenden Cultur enthaltenen Giften eine gewisse antitoxisohe Wirkung 
entfalten kann, während es dieselbe gegenüber den keimfreien Culturen nicht 
mehr zeigt Jedenfalls wird man so viel aus den Versuchen der letztge- 
nannten Autoren echü essen dürfen, dass die antitoxisohe Wirkung des Serums 
m den von ihnen untersuchten Fällen, wenn überhaupt vorhanden, keine 
starke gewesen sein kann. — 



1) Im BlmtMram ▼on Thieren, die gegen die Typhustoxine giftfest gemacht worden 
kennte Bitter (18) antitoxische Wirkung nachweisen; doch ist su bemerken, dass 
es sieh bei der experimentellen Typhus i n f e e t i o n der gewöhnlich angewendeten Versuchs- 
Unere jedenfalls nicht ausschliesslich am eine In toxica tion handelt 

1) Aach das Serum derartiger Thiere seigte «war immunisirende, aber keine anthoxiscbe 



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— 254 - 



Beziehungen der immunisirenden and antitoxisohen 
Wirkung des Blute« zur Immunität. 

Wir kommen nun zu der Frage, ob zwischen der immunisirenden reap. 
antitoxisohen Wirkung des Blutes und der Immunität gegenüber lebenden 
Infeotionserregern, resp. deren Giften ein ursächlicher Znsammenhang besteht. 
Es durfte zweckmässig sein, diese Frage zu theilen und zunächst zu erörtern, 
ob zwischen der antitoxischen Wirkung und der Giftfestigkeit ein derartiger 
Zusammenhang anzunehmen ist. Hierzu ist die Entscheidung darüber von 
Wichtigkeit, ob die antitoxisohe Wirkung des Serums auf 
einer Wirkung desselben auf die Bakteriengifte (Giftzer- 
störung), oder auf den zu schützenden Organismus beruht. 
(Für letztere Wirkungsweise hat Referent (100) die pharmakologische Be- 
zeichnung „antagonistisch" vorgeschlagen, die auch im Folgenden der Kurse 
wegen gebraucht werden soll.) Behritng und Kitasato (7) glaubten ur- 
sprünglich, dass es sich bei ihren Versuchen mit Tetanus und Diphtherie um 
Giftzerstörung handle» und dass die Unempfindliohkeit ihrer Versuohsthiere 
auf der giftzerstörenden Wirkung ihres Serums beruhe. Schon oben wurde 
hervorgehoben, dass die Annahme einer Giftzerstörung von vornherein keines- 
wegs begründet war« 

Ti zz oni und Cattani stellten dagegen — allerdings ebenfalls, ohne 
hinreichende Beweise beizubringen — die zweite mögliche Anschauung auf, 
dass ihr Tetanus-Antitoxin auf den Organismus der Yersuohsthiere wirke. 
Sie glaubten dies namentlich daraus schliessen zu sollen, dass bei den an 
Tetanus erkrankten und mit an ti toxischem Serum behandelten Versuchs- 
thiereu die tetanischen Erscheinungen nach Injection des Serums nicht 
plötzlich naohliessen, sondern sogar nooh eine Zeitlang zunahmen und dann 
erst ganz allmählich — ähnlich wie bei spontan heilendem Tetanus — zurück- 
gingen. Doch wäre diese Beobachtung auch sehr wohl mit der Annahme einer 
Giftzerstörung vereinbar. Denn wenn auch das injioirte Serum alles Gift 
sofort zerstörte, die Veränderungen, die in den Organzellen bis zu diesem 
Zeitpunkte hervorgerufen wurden, und von denen die sichtbaren Krankheite- 
symptome abhängen, werden daduroh niicht rückgängig gemacht. 

Nun ift klar: handelt es sich bei der antitoxischen Wir- 
kung nicht um Giftzerstörung, sondern um eine Beein- 
flussung des gegen das Gift zu schützenden Organismus» 
dann kann aus dem Vorhandensein der antitoxisohen Wir - 
kung im Serum von Thieren, die gegen ein Gift unempfind- 
lich gemacht worden sind, nicht ohne weiteres geschlossen 
werden, dass die Unempfindliohkeit der Sernmträger auf 
der an ti toxischen Wirkung ihres Serums beruhe. Denn es 
fehlt jeder Grund zu der Annahme, dass das Blut im Organismus seines 
Trägers eine andere Wirkung entfalte als im Organismus der Versuohsthiere, 
an denen seine antitoxische Wirksamkeit erprobt wurde; es könnte also auch 
dort nur indireot, d. h. auf die Zellen einwirken. Ebenso wäre dann aber 
die andere Annahme möglich, dass die Giftfestigkeit jener Thiere auf einer 
Veränderung gewisser Organzellen, welehe d i r e o t durch den Immunisirunga- 
vorgang hervorgerufen werden, beruhe, und dass die antitoxisohe Wirkung 
des Serums eine Folge der zum Zwecke der Giftfestigung vorgenommenem 



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— 266 — 

Biorohrung toxischer Substanzen sei, ohne dass aber die erlangte Giftfestigkeit 
mit dieier Sernm Wirkung in ursächlichem Zusammenhang stände. 

Eine Entscheidung dieser Frage ist von verschiedenen Gesichtspunkten 
ans Tersuoht worden : 

1) Gegen die Annahme einer Giftzerstörung würden die Differenzen in 
den zum Schutze nothwendigen Serumdosen sprechen, je nachdem man das 
ßeram längere oder kürzere Zeit vor dem Gifte injicirt [Dass man nach 
der Application des Giftes grössere Dosen des Serums brauoht als bei gleich- 
zeitiger oder vorheriger Injeotion, ist sowohl mit der einen wie mit der 
loderen der in Frage stehenden Anschauungen vereinbar.] Dass man aber 
bei den Versuchen mit Tetanusgift mehr Serum zum Schutze eines Thieres 
brauchen sollte, wenn man das Serum z. B. 19 Stunden vor dem Gifte 
als wenn man es */ 4 Stunde vorher injicirt (Behring und Knorr (13)), 
leheit mir mit der Hypothese der Giftzerstörung unvereinbar: Wäre diese 
zutreffend, so würde das Serum, da seine Wirkung auf das Gift, wie früher 
erwähnt, eine momentane sein müsste (Roux-Vaillard (92)), unter allen 
Umständen am vollständigsten und daher schon in den relativ kleinsten Mengen 
wirken, wenn Serum und Gift gleichzeitig oder bald nacheinander injicirt 
werden. Wenn dem thatsächlich nicht so ist, so lässt sioh dies mit der 
zweiten Annahme — dass das Serum auf den Organismus wirke — sehr wohl 
vereinigen. Wir können uns vorstellen, dass die durch das Serum hervor- 
gerufenen Veränderungen des Organismus eine gewisse Zeit (einige Stunden) 
io ihrer Vollendung brauchen ; daher wird ein Thier, dem das Serum mehrere 
Standen vor dem Gifte injioirt wird; im Momente der Intoxioation bereits 
unempfindlich gegen das Gift sein, während bei einem Thiere, dem Serum 
und Gift gleichzeitig injioirt werden, das Gift während der Zeit, in der die 
Veränderungen des Körpers durch das Serum vor sioh gehen, bereits seine 
Wirkung entfalten kann. Indes mnss hervorgehoben werden, dass Roux 
und Vaillard in diesem Punkte zu entgegengesetzten Resultaten kamen 
wie Behring und Knorr. Sie fanden, dass weit geringere Mengen von 
Serum zum Schutze eines Thieres gegen Tetanustoxin hinreichen, wenn man 
8erum und Gift gemischt, als wenn man das Serum vor dem Gifte injicirt. 
Dieses Resultat, obwohl es durohaus nicht eine giftzerstörende Wirkung des 
8erums beweist, ist doch mit der Annahme einer solchen wohl vereinbar. 

2) Auf einige weitere Versuche, die von Eoux und Vaillard (92) 
sowie von Behring (12) zur Entscheidung der uns hier beschäftigenden 
Frage angestellt worden sind, brauchen wir nicht näher einzugehen, weil 
sie, wie die Autoren selbst zugeben, ein entscheidendes Resultat nicht ge- 
liefert haben. Dagegen hat Buchner (33), der bis vor kurzem für die 
ursprüngliche Behring' sehe Anschauung eingetreten war, im vorigen Jahre 
«neu Versuch veröffentlicht, der seiner Ansicht nach die Hypothese von der 
Giftzerstörung definitiv beseitigen soll, und den er selbst kürzlich (34) als 
einen für die Frage nach der Wirkungsweise des antitoxisohen Serums funda- 
mentalen bezeichnet hat 

Buc h n e r arbeitete mit trockenem Tetanusgift und ebenfalls in trockener 
Form gewonnenem Antitoxin. Br ging von der bekannten Thataaohe aus, 
dass Meerschweinchen gegen Tetanusgift relativ (d. h. auf das Körpergewicht 
bezogen) empfänglicher sind als Mäuse. Bei der grossen Differenz der 
Körpergewichte beider Thierarten können natürlich trotzdem kleine Dosen 



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— 266 - 

Tetanusgift für eine Maus tödtlich, für ein Meerschweinchen dagegen un- 
schädlich sein. So war s. B. 1 / 10 mg des B.'schen trockeoen Totanusgiftes 
für Mäuse von durchschnittlich 17,3 g Gewicht eine tödtliche Dosis, während 
dieselbe Menge TetanuBgift bei Meersohweinohen von durchschnittlich 340 g 
Gewicht höchstens leichte und vorübergehende tetanisehe Symptome hervor- 
rief. Nun erhielten 23 Mäuse 14 mg trockenes Tetannsgift (somit das 140- 
faohe der tödtlichen Dosis) und gleichzeitig durchschnittlich 1,35 mg trockenes 
Antitoxin. Von diesen Thieren starben nur 3 an Tetanus, 1 1 zeigten leichtere 
tetanisehe Erscheinungen, 9 blieben intaot. Hieraus musste man, meint 
Buchner, wenn man eine Giftzerstörung annimmt, schliessen, dass da» 
Antitoxin den allergrössten Theil der pro Thier zugeführten 14 mg TetanuBgift 
zerstört haben musste, jedenfalls mehr als 13,9 mg, da sonst der Best von 
Vio m £ g eD &gt hätte, die Maus zu tödten. Ist dem so, schliesst B» 
Weiter, dann musste diese Mischung von Toxin und Antitoxin auch bei 
anderen Thierarteo, z. B. bei dem gegen TetanuBgift empfänglicheren Meer- 
sohweinohen keine stärkeren tetanischeu Krankheitserscheinungen hervorrufen. 
Der Versuch lehrte jedoch das Gegentheil. Yon 23 mit den gleichen Dosen 
der nämliohen Mischung von Tetanusgift und Antitoxin iujicirten Meer- 
sohweinohen gingen 8 an ausgesprochenem Tetanus zu Grunde, 12 zeigten 
chronisch verlaufende tetanisehe Symptome, nur 3 blieben intact. Die 
Wirkung der Mischung bei den grossen Meersohweinohen war also eine stär- 
kere als bei den kleinen Mäusen. Hieraus glaubt Buohner folgern zu 
müssen: „Die beiden Stoffe wirken nicht direot auf einander, es findet keine 
zerstörende Einwirkung des Antitoxins 9 auf das Tetannsgift statt, weder in 
vitro noch innerhalb des Körpers, sondern die beiden Stoffe wirken nur durch 
Vermittlung des Organismus des Thierkörpers, indem beide den Organismus, 
die Gewebe, die Zellterritorien in entgegengesetztem Sinne beeinflussen/ 1 

Dieser Sehluss ist jedoch durchaus nioht logisoh zwingend. Derjenige, 
der eine Wirkung von Antitoxin und Gift auf einander annimmt, kann gegen 
Büchner' s Schlussfolgerung den einfachen Einwand erheben, dass es sieh 
bei dieser Wirkung nioht lediglich um quantitative, sondern auch um quali- 
tative Veränderungen des Tetanusgiftes handeln könne; mit anderen Worten : 
dass das Tetanusgift in jenem Versuche Büchner 1 s zwar nicht völlig 
zerstört würde — was ja schon aus der ersten Versuchsreihe (an Mäusen) 
hervorgeht — dass jedoch die 14 mg Tetanusgift in ihrer Virulenz durch 
das Antitoxin derartig abgeschwächt würden, dass der Best dieses modifioirten 
Giftes auf die empfänglicheren Meerschweinchen stärker zu wirken im Stande 
sei, als auf die weniger empfänglichen MäuBe. Dieser Einwand ist um so 
mehr berechtigt, als wir ja von manchen lebenden Infeotionserregern 
wissen, dass sie ausserhalb des Organismus, z. B. durch Erwärmen, derart 
verändert werden können, dass sie für gewisse minder empfängliche Thier- 
species nioht mehr pathogen sind, wohl aber noch für andere, empfänglichere 
Thierarten. Es liegt a priori kein Grund vor, eine analoge Annahme für 
Bakteriengifte von der Hand zu weisen. Solange eine derartige An- 
nahme nioht widerlegt ist, hat der Buohner'sohe Versuch keine Beweis- 
kraft in dem Sinne, in dem ihn der Autor deutet. 

3) Wäre antitoxisch wirksames Serum im Stande, Bakteriengifte zu zer- 
stören, so mfisste man annehmen, dass, wenn eine bestimmte Menge Serum 
ein bestimmtes Quantum Gift zu zerstören vermag, auch ein Multiplum 
jener Serummenge das gleiche Multiplum Gift zerstören könnte. Dies scheint 



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— 257 — 

in der That bei den Versuchen Ton Born und Vaillard (92) mit Tetanus» 
toxia und -Antitoxin der Fall zu sein. Wenn diese Autoren gleiche Mengen 
eines stark antitoxischen Serums und Tetanustoxin (filtrirte Cultur) ver- 
misebten, so konnten sie Meersehweinohen bis 5 ocm dieses Gemisches 
mporen, obgleich die tödtliohe Dosis des Toxins nur 0,003 com betrug. 
Dieses Resultat ist allerdings auch mit der Annahme einer antagonistischen 
Wirkung tob Gift und Serum vereinbar. 

Bei Versuchen mit weniger stark antitoxisoh wirkendem, menschlichem 
8mm und Typhustoxinen erhielt Ref. andere Resultate. Wenn hier z. B. 
ein Gemisch von 2 Theilen Serum und 1 Theil Gift in derjenigen Menge, 
welche der sicher tödtlichen Minimaldosis des letzteren entsprach oder sie 
wenig übertraf, nur eine leichte Erkrankung der Yersuohsthiere (Mäuse) herbei- 
führte, so erwiesen sich etwas grössere Mengen, die noch nicht einmal dem 
doppelten der tödtlichen Minimaldosis entsprachen, als letal. Mit der Annahme 
emer antagonistischen Wirkung von Gift und Serum wäre dieser Versuch 
wohl vereinbar: Man kann sich vorstellen, dass in solchen Fällen die 
Widerstandsfähigkeit des Versuchsthiers durch das Serum nur bis zu einer 
gewissen Grenze der Giftdosis, die in den letztgenannten Versuchen nur wenig 
über die letale Minimaldosis hinausgeht, gesteigert werden kann. Anderer- 
seits liease sich freilich dieses Resultat auch mit der Annahme einer partiellen 
Giftzerstörung in Einklang bringen« — 

4) Eine sichere Entscheidung der uns beschäftigenden Frage ist somit 
durch die bisher besprochenen Versuche noch nicht erzielt worden. Nun ist 
aber die Annahme eines ursächlichen Zusammenhanges zwischen der anti- 
toxischen Wirkung des Blutes und der Giftfestigkeit in letzter Zeit durch 
anderweitige Beobachtungen unwahrscheinlich geworden. Es hat sich 
einerseits ergeben, dass Thiere Gift festigkeit gegenüber 
dem Tetanusgift erlangen können, ohne dass ihr Serum 
antitoxische Eigenschaften annimmt, andererseits, dass 
Thiere ein gegenüber dem Tetanusgift antitoxisohes Serum 
haben können und trotzdem nicht giftfest sind. 

Ronx und Vaillard (92) haben gezeigt, dass Kaninohen durch eine 
gewisse Art der Vorbehandlung (subcutane Injeotion von kleinen Mengen toxin- 
freier Tetanussporen und von Milchsäure) gegen das Tetanusgift widerstands- 
fähig gemacht werden können, ohne dass ihr Blut antitoxische Wirkung zeigt, 
selbst wenn man 100 Theile desselben mit einem Theil filtrirter Oaltur zu- 
sammenbringt. Erst wenn sie diesen Thieren relativ grosse Mengen filtrirter 
Kultur injicirten, nahm das Blut antitoxische Wirkung an. Ferner machen 
die genannten beiden Forscher auf Beobachtungen Behring's aufmerksam: 
Im Laufe seiner Immunisirungsversuohe an Pferden habe Behring ge- 
funden, dass nach wiederholten Einspritzungen grosser Mengen von Tetanus- 
gift der Urin und das Blut der Thiere toxische Wirkung annähmen. Roux 
«od Vaillard schliessen hieraus, dass, da die Thiere trotzdem nicht an 
Tetanus erkrankt seien, die Immunität derselben nicht auf der antitoxischen 
Wirkung ihres Serums beruhe, sondern auf einer Unempfindlichkeit ihrer 
Seilen gegenüber dem Gift; „il existe dono, a cdte* de l'immunite* antitoxique, 
•mae amtre immunitl, qui est 1' aeooutumanoe au poison. 4 ' 

Behring (16) hat kürzlich weitere Thatsachen, die in dem gleiohen 

i sprechen, mitgetheilt Er fand, dass das Antitoxin „mit der Zeit aus dem 
Blute der durch eine Giftbehandlung immunisirten Thiere verschwindet, ohne 



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— 258 — 

dass deswegen die Immunität aufhört". Dm Blutserum von Thiere n, die auf 
die grössten Tozindosen gar nicht mehr reagirten, zeigte keine an ti toxische 
Wirkung. Andererseits beobachtete er, dass Thiere, die unter dem Einflnss 
der Qiftbehandlung gegen das Tetanustoxin überempfindlich geworden 
waren, gleichzeitig ein Serum liefern können, welches in sehr hohem Grade 
antitoxische Eigenschaften zeigt; „das kann soweit gehen, dass ein Pferd in 
1 ocm seines Blutes genug Antitoxin besitzt, um eine solche Giftmenge für 
nicht vorbehandelte Pferde unschädlich zu machen, von welcher ein Bruoh- 
theil genügt, um das Antitoxin liefernde Pferd zu tödten". Hieraus sieht 
Behring im Gegensatz zu seinen früheren Anschauungen die Conaequenz, 
dass es neben der „Antitoxinimmunität" auch noch eine „Gewebsimmunitäf 
geben müsse; die entere sei gleichbedeutend mit Ehr lieh's „passiver 
Immunität" und transitorischer Natur; die zweite sei dauernd, entsprechend 
Ehrlioh's „activer Immunität". Auch ergab sich ihm die praktische 
Folgerung, dass, während er früher seine Versuehsthiere zu möglichst hohen 
Immunitätsgraden zu bringen suchte, um von ihnen ein möglichst heilkräftiges 
8erum zu erhalten, er jetzt „nach Kräften das Immunwerden seiner Versuehs- 
thiere vermeidet und statt dessen dieselben solange als möglich reaktionsfähig 
zu erhalten versucht, um durch sehr zahlreiche Eeactionen die Antitoxin- 
produotion sehr lange anregen zu können". 

Wenn festgestellt ist, dass ein Thier trotz eines hochgradig antitoxi- 
schen Blutes für Tetanusgift empfänglich oder sogar überempfindlich sein 
kann, so ist dies mit der Annahme einer giftzerstörenden Wirkung des 
(intravasculären) Blutes kaum vereinbar. Man müsste denn die Hypothese 
annehmen, die jüngst Wladimiroff (113) in einer unter Behring 1 » 
Leitung entstandenen Arbeit aufgestellt hat: um auch für diesen Fall die 
„giftzerstörende" Wirkung des Serums zu retten, behauptet W., dass derartige 
Thiere neben ihrer Gewebsüberempfindlichkeit nooh eine transi torische Gift- 
widerständigkeit besitzen, die in dem Verhalten der Körperflüssigkeiten 
ihre Ursache habe. „Nach Abzug der durch das Antitoxin bedingten Gift- 
widerständigkeit würde das in Frage kommende Thier noch mehr überempfind- 
lich sein." 

Wladimiroff hat Recht, wenn er sagt: „Nur bei oberflächlicher Be- 
trachtung erscheint es unvereinbar, dass ein Individuum, welches selbst nicht 
nur nicht immun, sondern sogar weniger giftwiderständig geworden ist als 
vor der Behandlung, trotzdem ein Blnt besitzen kann, welches andere Individuen 
immunisirt" Aber zur Erklärung dieser Beobachtung ist die von W. auf- 
gestellte, bisher völlig unbewiesene Hypothese durchaus nicht nothwendig. 
Wir brauchen vielmehr nur die Vorstellung aufzugeben, dass die anti- 
toxische Wirkung des Blutes auf Giftzerstörung beruhe und deshalb noth- 
wendig eine gewisse Giftfestigkeit bedingen müsse ; dann verliert jener Befand 
alles Befremdende. 

Von den beiden Arten der Immunität gegen Tetanusgift, welche Boux 
und Vaillard sowie Behring jetzt annehmen: Antitoxin- und Gewebs- 
Immunität ist demnach vorläufig nur festgestellt, dass die entere zur Erklärung 
des thatsäohlioh Beobachteten nicht überall ausreicht und dass wir daher für 
gewisse Fälle per exolusionem zur Annahme der zweiten gedrängt werden* 
Für die übrigen Fälle, in denen also die antitoxische Wirkung des Blutes 
und die Immunität — meist auch quantitative — Uebereinstimmung Beigen, 
wäre ein Oausalzusammenhang zwischen beiden Eigenschaften, wie wir früher 



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— 269 — 

d, nur dann wahrscheinlich, wenn sich die antitoxisohe Wirkung auf 
Oifuwrstorung zurückführen Hesse. Dies ist aber bisher nicht gelungen. 

Wir können demnach den gegenwärtigen Stand der soeben behandelten 
Inge dahin resumiren: 

L Die antitoxische Wirkung des Blutes ist eine Folge der Einfuhrung 
▼on Bakterienstoffweohselproduoton in den thierisohen Organismus 1 ). 

IL Eine Beaction des Organismus gegenüber den eingeführten Bakterien- 
produeten ist sur Bildung der Antitoxine nicht unbedingt notwendig (Beweis: 
die Y ersuche Vaillard's mit Tetanustoxin bei Hühnern etc. Vergl. oben), 
lade* scheint im Allgemeinen die Bildung von Antitoxin um so stärker aus- 
mfrüon, je heftiger der mit dem Toxin behandelte Organismus auf das leta- 
lere reagirt 

HI. Die antitoxisohe Wirkung des Blutes ist eine ge- 
wöhnliche Begleiterscheinung der erworbenen Immunität 
gegenüber den bisher daraufhin untersuchten Bakteriengiften (Tetanus, Di- 
phtherie, Typhus) und giftigen Phytalbumosen. Auch ist häufig Proportionali- 
tät zwischen der Höhe der erlangten Immunität und dem Grade der anti- 
tozisehen Wirkung des Blutes beobachtet. Es kommt aber einerseits (erwor- 
bene) Giftfestigkeit ohne antitoxische Wirkung des Blutes, andererseits auch 
antitoxisohe Wirkung des Blutes ohne (erworbene) Giftfestigkeit Tor. Hieraus 
folgt, daas ein ursächlicher Zusammenhang zwischen der 
aatitoxisohen Wirkung des Blutes und der (erworbenen) 
Giftfestigkeit jedenfalls nicht immer bestehen kann. 

IV. Die in jüngster Zeit von Behring gefundene Thatsaohe, dass trotx 
hochgradiger antitoxisoher Wirkung des Blutes nicht nur keine Giftfestigkeit» 
sondern sogar Giftüberempfindlichkeit bestehen kann, maoht es wahrscheinlich, 
dass die antitoxisohe Wirkung des Blutes nicht auf einer Giftzerotörung 
beruht 

V. Die Annahme einer besonderen Antitoxin-Immunität gegenüber dem 
Tetanusgift — ausser der sicher vorhandenen oellulären oder Gewebsimmuni- 
tät — ist vorläufig unbewiesen und überflüssig. 



Nunmehr können wir au der Frage übergehen: Besteht «wischen der 
sshutsenden Wirkung des Blutserums und der erworbenen *) Immunitat gegen» 
iber lebenden Infektionserregern ein ursächlicher Zusammenhang? Die Beant- 
wortung dieser Frage hängt ab von der folgenden: Wie kommt die 
schützende Wirkung des Blutes au Stande? Denn für die Be- 
artheüung der Wirkung des Blutes im Organismus seines Trägers haben wir 
in diesem Falle einstweilen keine anderen Anhaltspunkte als diejenigen» die 
wir durch Untersuchung seiner extravasoulären Wirkung gewinnen können. 

Zur Erklärung der immunisirenden Wirkung des Blutes hat man folgende 
Möglichkeiten aufgestellt: 

1) Das Blut könnte die pathogenen Mikroorganismen abtödten. Eine der- 
artige Wirkung des Blutes kann jedenfalls in der grossen Mehrzahl der Fälle 

1) Dm Antitoxin« im Organismus aneh ohne vorherige Einführung von Bakterien- 
kftnnen , ist bisher meines Wittens noeh nieht mit Sicherheit beobachtet 



t) Von der natürlichen launenhaft kann hier nach dem oben Gesagten gani ab- 



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— 360 — 

aar Erklärung der schützenden Wirkung nicht herangesogen werden, denn 
thatsächlich gehen beide Wirkungen — die bakterientödtende und die in- 
munisirende — im Allgemeinen keineswegs parallel. Auch da, wo beide 
gleichzeitig vorhanden sind, ist die Menge des zum Schutze genügenden Blutes 
im Vergleich zu der Menge der eingeführten Bakterien viel zu gering, als 
dass man annehmen könnte, dass eine irgendwie erhebliohe Abtödttmg zu 
Stande käme; besonders wenn man bedenkt, dass das Serum auch dann 
seine schützende Wirkung ausübt, wenn es mehrere Stunden oder Tage 
vor der'Infection injicirt wird (dann sogar meist in kleineren Dosen, als 
wenn dies gleichzeitig mit der Infeetion geschieht). Nur die schützende 
Wirkung, die das Blutserum weisser Hatten bei der Milzbrandinfeotion von 
Mäusen ausübt (Behring (6)), ist mit Wahrscheinlichkeit auf die Milzbrand- 
bacrillen-tödtende Wirkung des Serums zurückzuführen (Metsohnikof t und 
Boux 1 ) (74); indes wurde schon oben erwähnt, dass gerade hier ein Zu- 
sammentreffen zwischen der bakterientödtenden Wirkung des Serums und der 
Immunität der Serumträger keineswegs constant nachweisbar ist. 

2) Dass die hypothetische, Yirulenz-absohwäohende Wirkung des Serums 
nicht zur Erklärung seiner immunisirenden Wirkung herangezogen werden 
kann, ergiebt sich aus dem früher Gesagten. 

3) Von Behring und Kitasato wurde die antitoxische Wirkung des 
Blutes ihrer gegen Diphtherie und Tetanus immunisirten Versuohsthiere ab 
die Ursache nicht nur der Giftfestigkeit, sondern auch der Immunität gegen- 
über den lebenden Infeotionserregern angesehen. Thatsächlich wurde von 
ihnen — und später auoh von anderen Autoren — vielfach beobachtet, dass 
Thiere, die erhebliohe Giftfestigkeit gegenüber bestimmten Bakteriengiften 
besassen, auch gegenüber den lebenden Infeotionserregern immun waren. 
Aber das Umgekehrte gilt nicht; vielmehr ist, wie schon oben erwähnt, 
bereits mehrfach festgestellt, dass Thiere gegenüber den lebenden Infeotions- 
erregern immun und dabei gegenüber ihren Giften empfindlich sein können. 
Dies spricht gegen die Theorie von Behring und Kitasato. 

Weiter ist klar, dass eine lediglioh antitoxisehe Wirkung die Immuni- 
tät gegenüber lebenden Infeotionserregern nicht vollständig erklären kann: 
ein derartig wirkendes Blut könnte die Vermehrung der Bacillen nicht 
hindern; thatsächlich vermehren sich aber die Bacillen in dem immuniairten 
Organismus nicht. Es müsste also zur Erklärung des letzteren Umstände» 
jedenfalls noch eine anderweitige Wirkung des Serums angenommen werden. 
Dazu kommt, dass auoh der Giftschutz, den eine gewisse Menge Serum ge- 
währen kann, ein begrenzter ist, und dass andererseits, wie wir früher nahen, 
das schützende Serum immunisirter Thiere die betreffenden Infektionserreger 
meist nicht hindert, in ihm Gifte zu bilden. Würde es sieh lediglieh um 
eine Wirkung des Serums auf die Bakteriengifte handeln, so wäre nioht ein- 
zusehen, warum nicht auoh im Organismus des immunisirten Versuchstieres 
die Bakterien sich vermehren und Gifte bilden sollten. 

4) Zu einer anderen Anschauung gelangte Kruse (68). Er meint, 
dass, wenn sieh pathogene Bakterien trotz thatsächlioh vorhandener bakterien- 



1) Dies« schüttende Wirkung kommt nach Metsohnikoff und Bons nur dun 
■u Stande, wenn die Bacillen in innigen Contact mit dem Serum gebracht werden, während 
dae, wie schon früher hervorgehoben wurde, bei den übrigen Versuchen über hnmuniafrende 
Wirkung des Serums keineswegs erforderlich war. 



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— 261 — 

kindlicher Eigenschaften der Körpersäfte im Organismus eines Thiere* ver- 
sehren, dies darauf beruhe, dass die Bakterien neben den eigentlichen Toxinen 
aeth Stoffe produciren, die im Stande sind, die Schutzstoffe („Alexine" 
Bush n er 's) des betreffenden Organismus zu zerstören. Diese Stoffe, deren 
Xxistens auch durch gewisse Ergebnisse der Untersuchungen über die bak~ 
tsrientödtende Wirkung des Blutes (vergl. oben) wahrscheinlich gemacht 
wird, nennt E. „Angriflsstoffe oder Lysine". Sie sind seiner Ansioh nach 
identisch mit den „begünstigenden Stoffen", die sich nach Bouohard in 
fiskterienenlturen finden. Die immunisirende reep. heilende Wirkung des 
Stroms kann nun nach Kruse auf einer Neutralisation der Lysine durch 
»sntilytisehe" Stoffe („Antilysine") beruhen : Die eingeführten Bakterien können 
asch Zerstörung oder Bindung der von ihnen producirten Lysine gegenüber 
den 8ehutseteüen des Organismus nichts ausrichten, sie gehen, ohne es zu 
einer irgendwie erheblichen Vermehrung gebracht zu haben, allmählich zu 
Grunde. 

Die Annahme einer analytischen Wirkung des Serums würde seine 
•mutzende Kraft erklären« Sie bedarf indes, ehe wir mit ihr rechnen können, 
weiterer experimenteller Prüfung. 

5) Die genauere Untersuchung der schützenden Wirkung des Serums im- 

arter Thiere führte Metsohnikoff (75) bei seinen Studien über 
Sog-Cholera au dem Resultat, dass eine Wirkung des Serums auf die Bak- 
terien oder deren Gifte seinen immnnisirenden Effect nicht erklären könne« 
*L fand, dass das Serum immunisirter Thiere im Organismus anderer Thiere 
Phagozytose hervorruft und glaubt, dass hierauf die schützende Wirkung 
beruhe. 

In diesem speciellen Falle war eine antitoxisohe Wirkung des 
8erams nicht vorhanden. Referent (100) zeigte dann durch Versuche über 
die Wirkung des menschlichen Blutserums gegenüber der experimentellen 
Typhosinfeetion , dass auch in Fällen, in denendie antitoxische Wirkung 
nachweisen Hess, die Sehutzkraft des Serums gegenüber den lebenden 
Iafcetionserregern nicht aus seiner antitoxisohen Wirkung erklärt werden 
kenne, dass vielmehr das Serum auf den infioirten Organis- 
mus selbst wirken, in diesem Veränderungen hervorrufen 
muss, durch welche die eingeführten Baoillen am Wachs« 
ihum gehindert werden. 

Bald darauf sind Pfeiffer und Wassermann (86) für die experi- 
mentelle Cholerainfeoüon, sowie Centanni (35) für die Rabies gleichfalls 
za dem Besultat gelangt, dass die immunisirende (bezw. heilende) Wirkung 
des Serums durch eine Wirkung auf den zu schützenden Organismus zu 
erklären sei. [Zusatz bei der Correctur : In einer soeben erschienenen Arbeit 
hsmmesi C. Fraenkel und Sobernheim (Hygienische Rundschau 1894) 
zu dem hiermit übereinstimmenden Ergebniss, dass es sioh bei der Im- 
munisirung durch Serum-Uebertragung nicht um einen lediglich passiven 
Vorgang, sondern um eine reaotive Mitbetheiligung des zu immunisirenden 
Organismus handelt] 

Welcher Art die Veränderungen sind, die durch das Serum in dem zu 
schützenden Organismus hervorgerufen werden, ist freilich noch unsicher. 
Uta konnte sich z. B. vorstellen, dass das Serum in den Körperzellen oder 
fresp. und) den Körperflüssigkeiten baktericide (oder antilytische) Eigen- 
schaften hervorrufe, bezw. die schon vorhandenen verstärke. N Die An- 



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— 262 — 

schanung lf etsehnikoff'a wurde schon erwähnt. Weitere UnterBuchungen 
werden uns hier wohl bald näheren Aufschluss bringen. 

Aus dem eben Erörterten können wir — analog wie oben bei Be- 
sprechung der antitoxisehen Wirkung — echlieaaen, dass, wenn die 
schützende Kraft dee Serums nicht auf einer directen Ein- 
wirkung auf die Bakterien oder ihre Produote beruht, als- 
dann auch kein zwingender Grund vorliegt, die Immunität 
der Serumträger auf die sohütsende Wirkung ihres Serums 
su beliehen. Unsere Argumentation ist dieselbe wie vorhin (vergl. S. 264) 
und wir kommen demnach auch hier sn dem Sohluss, dass die schiitsende 
Wirkung des Blutes zwar eine — wie es naeh den bisherigen 
Erfahrungen scheint, oonstante — Folge des Immunisirungs- 
prooesses ist, dass aber ein Gausalzusammenhang zwischen 
ihr und der Immunität bisher nicht erwiesen ist 

Auch andere Thatsachen sprechen für diese Anschauung. So der schon 
oben erwähnte Befund, dass das Blutserum von Menschen, die niemals 
an einer bestimmten Infectionskrankheit (Cholera, Abdominaltyphus) gelitten 
haben, schützende Wirkung gegenüber dem Erreger derselben besitzt 1 ). 
Dieser Befund hat nur so lange etwas Ueberrasohendes, als wir in der 
schützenden Wirkung des Blutserums etwas Specifisohes sehen. Nach- 
dem aber Klein (61) neuerdings nachgewiesen hat, dass man Versuohs- 
thiere durch Saprophytenoulturen gegenüber der Wirkung der Cholera- 
bacillen immunisiren kann *), nachdem schon früher immunisirende Wirkung 
Ton Substanzen nicht-bakterieller Herkunft — z. B. Ton Wasserstoffsuperoxyd 
gegen die experimentelle Diphtherie-Infection (Behring (8)) — beobachtet 
ist, kann diese Torstellung nicht mehr aufrecht erhalten werden. Auch mit 
einer etwaigen angeborenen Immunität der betreffenden Personen kann 
die schützende Wirkung des Blutserums nicht in Verbindung gebracht 
werden, da eine solche Wirkung bei natürlich immunen Thieren — min- 
destens in der grossen Mehrzahl der Fälle — fehlt. 

Ferner tritt nach Centanni (35) im Laufe der Immunisining gegen 
Rabies die schützende Wirkung des Blutes bereits zu einer Zeit auf, zn 
der noch keine Immunität besteht; und andererseits kann die entere im 
weiteren Verlaufe verschwinden, während letztere bestehen bleibt — also 
ganz analoge Differenzen, wie wir sie oben zwischen der antitoxisohen Wir- 
kung des Blutes und der Giftfestigkeit gefunden haben. 



1) Der zunächst ebenfalls sehr auffällige Befund, dass auch das Blutserum von Menschen 
oder Thieren, die einer Infection erliegen, schützende Wirkung für andere Thiere seift, 
würde dagegen nicht mit Sicherheit gegen die Annahme sprechen, dass die Heilung und die 
erworbene Immunität auf dieser Wirkung des Blutes beruhe. Man könnte sich vorstellen, 
dass in solchen Fällen, schon bevor das Blut schützende Wirkung erlangt, die Veränderung«* 
lebenswichtiger Organe in Folge des Infecdonsprocesses soweit vorgeschritten sind, dass eine 
Wiederherstellung unmöglich ist. Analoges ist ja bei den Versuchen der „Blutserumtherapis" 
beobachtet. 

2) [Zusatz bei der Correctur.] Diese Versuchsergebnisse wurden kurslich von So beru- 
he im (Hygienische Rundschau, 1898) bestätigt. In einer soeben erschienenen Arbeit theitt 
Issaeff (Zeitschrift für Hygiene und lnfectionskrankheiten, Bd. XVI) mit, dass man auch 
mit verschiedenen Substanzen nicht-bakteriellen Ursprungs, u. A. mit 0,6 pros. Kochsais- 
lösnng, Meerschweinchen gegen die intraperitoneale Cholera-Infection schützen kann. Freiuck 
besitzt die so geschaffene Immunität nur kurae Pauer. 



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— 263 — 

Passen wir in Kürze das Resultat der letzten Erörterung zusammen: 

1) Die schützende Wirkung des Blutes hat sich in den Fällen, in denen 
sie bisher genauer untersucht wurde, nicht mit Sicherheit auf eine directe 
Wirkung auf die Bakterien oder ihre Gifte zurückführen lassen ; es ist viel 
wahrscheinlicher, dass sie durch eine Einwirkung auf den zu schützenden 
Organismus zu Stande kommt. 

2) Ein unmittelbarer Oausalzusammenhang zwischen der immuoisirenden 
Wirkung des Blutserums und der (erworbenen) Immunität ist nicht erwiesen ; 
neuere Beobachtungen (Vorkommen der schützenden Wirkung ohne erworbene 
Immunität und umgekehrt) zeigen, dass ein solcher Zusammenhang jedenfalls 
sieht oonstant besteht 



Dass eine zusammenfassende Darstellung auf dem Gebiete der Immunitäts- 
lehre bei dem heutigen Stande unseres Wissens nichts Abschliessendes zu 
bieten vermag, braucht an dieser Stelle kaum besonders erwähnt zu werden. 
Soviel jedoch dürfte aus diesem Referat hervorgehen, dass eine einseitige 
humoral-pathologische Auflassung zur Erklärung der Immunität — mindestens 
in der grossen Mehrzahl der Fälle — nicht ausreicht und dass wir grade 
durch eine genaue Untersuchung der Wirkungen des Blutes und der zell- 
freien Körperflüssigkeiten zu der Ansohauung gelangen, dass die Immunität 
meist auf Veränderungen der Zellen selbst, bezw. ihrer Functionen beruht. 
Trotzdem somit in dieser Beziehung die hier besprochene Forschungsriohtung 
die Erwartungen mancher Autoren nicht erfüllt hat, werden doch die durch 
sie gewonnenen thatsäohlichen Ergebnisse für die Pathologie und Therapie 
der Infeetionskrankheiten und für die weitere Entwicklung der Immunitäts- 
lehre von bleibendem Werthe sein. 

Breslau, Anfang Februar 1894. 



Referate. 



Le Fort und Albert, Hygroma des cavaliers. (Rev. de chir., 
1893.) 
Bei Reitern entwickelt sich hie und da an der Innenseite des Knies, 
da, wo es den stärksten Satteldruck auszuhalten hat, ein Hygrom. Die 
Bona serosa, in der sich das Hygrom bildet, ist nicht vorgebildet. Ana- 
tomische Untersuchungen an Reitern zeigen eine kleine rundliche, seröse 
Tasche, subcutan gelegen, auf der Höhe der Oondylus int femoris, die 
sich ein wenig nach der Tuberositas tibiae hin erstreckt Der Mittelpunkt 
der Schleimbeutel liegt ein wenig nach hinten vom Gentrum des Gondylus. 
Bei den Bewegungen im Knie wechselt der Schleimbeutel seine Stelle; 
bei der Flexion rutscht er nach hinten (Illustration). Dieser Schleim- 
beutel kann sich entzünden, es sammelt sich ein seröser Erguss darin 
aa — wir bekommen ein Hygrom. Die Verff. theilen fünf Fälle mit, wo 
bei Cavallerißten dieses Hygrom sich gebildet hatte, aarri (Ta&i*gen). 



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— 264 — 

Reinhold, ft., Ein Fall von Oelcyste auf der linken Schläfen- 
beinschuppe. (Beitr. zur klin. Chir., Bd. 11.) 

Von den zwei Fällen von Oelcysten, die auf der Freiburger Klinik 
beobachtet wurden, ist die eine (in der Regio mastoidea) von Gold- 
man n histologisch beobachtet, die andere giebt die Veranlassung zu 
vorliegender Arbeit. 

Hinsichtlich der Genese dieser Dermoidgeschwülste schliesst sich 
R. wohl mit Recht der Remak 'sehen Theorie an, hält aber dafür, dass 
die Aushöhlung im Schlüsenbein nicht als Druckusur, sondern vielmehr 
als Hemmungsbildung aufzufassen sei, weil die Epitheleinstülpung früher 
als der Knochen vorhanden gewesen sei (Hei necke). Für das plötz- 
liche raschere Wachsthum sieht er in der Pubertät und in der Gravidität 
entsprechende physiologische Veranlassungen. 

Die mikroskopische Untersuchung ist sehr präcis durchgeführt; sie 
beschlägt besonders die Frage der seeundär implantirten Haare und ihre 
Beziehungen zu den vorhandenen Riesenzellen. Ausser Haaren fanden 
sich Talgdrüsen in auffallender Grösse, selten waren Knäueldrüsen. Die 
Verbältnisse sind durch zwei Tafeln illustrirt 

R. giebt in seiner Arbeit auch ein Referat über 11 Fälle von Der- 
moiden in der Regio mastoidea. Qarr* (T&mgm). 

Wagner, A., Ueber das arterielle Ranketaangiom an der 
oberen Extremität (Beitr. zur klin. Chir., Bd. 11.) 

Mit nicht weniger als mit 26 verschiedenen Namen ist diese Affection 
bezeichnet worden. Am meisten Verwirrung in die ätiologischen An- 
schauungen hat die Bezeichnung Aneurysma gebracht, denn es ist erwiesen, 
dass das Rankenangiom unter die echten Geschwülste zu zählen ist, 
handelt es sich doch um eine Neubildung arterieller oder arterienähn- 
licher Gefässe von ausgesprochen progressivem Charakter, einhergehend 
mit excentrischer Hypertrophie bereits bestehender Arterien kleineren 
Kalibers. Die Bezeichnung Aneurysma ist deshalb zu streichen. 

Indem sich W. auf die Erforschung des Rankenangioms an der Hand 
beschränkt, kann er aus der Literatur 15 Fälle zusammenstellen, die mit 
Sicherheit als Angioma arter. racemos. anzusprechen sind, während bei 
einer grossen Zahl anderer Fälle die genauere Durchsicht der Kranken- 
geschichten ergiebt, dass sie mit Unrecht von früheren Autoren als eine 
und dieselbe Affection zusammengestellt worden sind, denn es sind darunter 
einfache Angiome, wahre Aneurysmen, diffuse Phlebarteriectasieen u. a. w. 

Das Rankenangiom entwickelt sich in den meisten Fällen aus einer 
angeborenen oder frühzeitig erworbenen Teleangiectasie, selten in der Narbe 
einer Verletzung; für die Entwicklung spielen mechanische, besonders 
häufige und geringfügige Traumen neben den Einflüssen der Pubertät 
und Gravidität eine wichtige Rolle. Unerklärt bleibt die auffallende 
Eigentümlichkeit in der Auswahl des Sitzes der Geschwulst, indem sie 
mit überwiegender Häufigkeit die weichen Schädeldecken, an 2. Stelle die 
Hand und sehr selten (nur 2mal) den Fuss betrifft, während es am 
ganzen übrigen Körper nie beobachtet ist. 

Ein Fall aus der Tübinger Klinik ist von Wagner sorgfältig be- 
obachtet — ein Rankenangiom des rechten Zeigefingers bei einer 53- 
jährigen Frau, das im Verlauf von nahezu 40 Jahren sich langsam ent- 



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- 265 - 

wickelt hatte. Bei den massenhaften arteriellen Gefässen, die Druckusur 
des Knochens und Subluxation eines Gelenks erzeugt hatten, fand sich 
durchweg starke Intimawucherung. Die Muscularis war fast durchweg 
von gleicher Dicke. Venen waren nicht zu finden. Mächtig waren die 
Ge&sskn&uel in den Nervenscheiden entwickelt. Fettige Degeneration 
war nicht nachweisbar. Garri {Tübingen). 



ftreen, Leedham, Ueber Naevi pigmentosi und deren Be- 
ziehung zum Melanosarkom. (Virch. Arch., Bd. 134, S. 331.) 

Ein kurzes Essay, in dem Verf. sich zunächst gegen die Ansicht 
von Dem i6 Tille wendet, dass eine constante Beziehung zwischen der 
Pigmentirung im Bete und der im Corium von Naevis bestehe. Vielmehr 
kann eine mehr oder weniger intensive Pigmentirung im Bete ohne eine 
solche im Corium und umgekehrt bestehen, oder Bete und Corium können 
in gleichem oder verschiedenem Maasse, bald das eine, bald das andere 
stärker pigmentirt sein. Aehnliches lehrt die Untersuchung eines Haut- 
sarkoms, das, vollkommen pigmentfrei, offenbar aus den tieferen Schichten 
des Corium entstanden, von kleinen Naevis umgeben ist, deren Bete ganz 
pigmentlos ist, während sich im Papillarkörper zahlreiche stark pigmen- 
tirte und zum Theil in Wucherung begriffene Naevizellen finden. An der 
Stelle der grossen Geschwulst wird der Ueberzug durch Epidermis und 
pigmentloses Bete, sowie durch den mehr oder weniger stark pigmen- 
tirten Papillarkörper gebildet Die tieferen Schichten des Corium der 
Naevi sind, wie die Geschwulst, pigmentfrei. — Ebensowenig scheint bei 
Naevis ein bestimmtes Verhältniss zwischen der Menge des Pigments 
und der Infiltration mit Zellen zu bestehen. 

Die Anordnung und Vertheilung des Pigments bei den Naevi pig- 
mentosi kann nicht für die Herkunft der Naevizellen aus dem Bete 
(Unna) geltend gemacht werden. Gegen die Un nasche Theorie spricht 
auch die Tbatsache, dass die aus Naevis hervorgehenden Sarkomformen 
„mit den Sarkomen der Choroides, deren Entwicklung auf bindegewebigem 
Boden bisher unbestritten ist, hinsichtlich ihrer Architectur und Structur 
vollständig übereinstimmend Ooebei (Hanbwg). 



Blech, Dominik^ Zur Casuistik der Teratome. (Prager med. 
Wochenschrift, 1893, No. 28.) 
B. beschreibt in vorliegender Mittheilung ein Teratom der Mund- 
höhle, das bei einem neugeborenen Kinde, welches außer einer Spaltung 
des weichen Gaumens keinen pathologischen Befund darbot, in der Mund- 
höhle an der linken Seite des harten Gaumens mittelst eines hanfkorn- 
grossen Stieles inserirt gewesen war. Das Teratom war 4 cm lang, 
2 cm breit und 0,5—0,8 cm dick und hatte wegen eines tiefgreifen- 
den, querverlaufenden Spaltes einige Aehnlichkeit mit dem Kopfe eines 
Frosches. Seine Oberfläche zeigte eine der Mundschleimhaut ähnliche 
Farbe und war mit sehr vielen kleinen Härchen besetzt. Mikroskopisch 
wies der Tumor vollständig die Structur der Haut mit Epidermis, Cutis, 
Haaren, Talgdrüsen und subcutanem Fettgewebe auf. In genetischer 
Hinsicht konnte man nach der Meinung des Verf. denselben entweder 

OottalbUtt f. AUg. Patau. V. jg 



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— 266 - 

als die Folge einer embryonalen Ektodermabspaltung oder auch nach der 
A hl feldt 'sehen Theorie als eine Doppelmissbildung und zwar als letztes, 
niedrigst entwickeltes Glied in der Reihe Epignathus (Acardiacus amor- 

phUS) auffaSSeil. von Wuntchheim (/V»y). 

Sehfissler, Ueber Hypertrophie der weiblichen Brust- 
drüse. (Langenbeck's Arch., Bd. XLIH, 1892.) 

Seh. theilt 2 Fälle von doppelseitiger Mammahypertrophie mit 
Einmal entwickelte sie sich bei einer 31-jährigen Frau in der ersten 
Schwangerschaft und erreichte im 6. Monat einen Umfang der Brüste 
von 62 resp. 72 cm ; dabei fast vollkommene Einhaltung der Form, Ver- 
grösserung der Warzen und Warzenhöfe, Cholostrumbildung. Nach der 
Entbindung weiteres Wachsthum, dann Abschwellung auf 37,5 resp. 
40 cm Umfang. Im zweiten Falle trat die Hypertrophie bei einem 
16-jährigen Mädchen auf; die 1 Jahr später amputirten Drüsen wogen 
2900 resp. 4900 g. 

Die wahre Hypertrophie ohne Geschwulstbildung ist, wie aus der 
kritischen Literaturzusammenstellung hervorgeht, selten, nur lmal ein- 
seitig, sonst doppelseitig beobachtet. Offenbar liegt ihr eine Steigerang 
des physiologischen Wachsthumsreizes zu Grunde, denn ihr Beginn fällt 
fast ausnahmslos mit der Pubertät oder ersten Gravidität zusammen. 

In seinem zweiten Falle fand Seh. histologisch echte Hyperplasie 
der Drüsenelemente und des Bindegewebes, an ersteren ausgesprochen 
in der Zunahme der Zahl und der Dimension der Gänge, besonders derer 
niederer Ordnung und der Endkolben, und Ausfüllung der Endäste mit 
Epithel. Gegenüber diesen Verhältnissen bei der Pubertätshypertrophie 
scheint sich nach den spärlichen Angaben das Bild der Graviditätshyper- 
trophie insofern anders zu gestalten, als dabei mehr der Typus der Drüse 
bei Schwangerschaft nachgeahmt wird. m. b. Schmidt {Strasburg). 

Martin, B., Beitrag zur Lehre von der Polymastie und 
ihrer Beziehung zur Entwicklung von Brustdrüsen- 
geschwülsten. (Langenbeck's Arch., Bd. XLV, Heft 4. 
1893.) 
M. beschreibt bei einer 32-jährigen Frau ein in einem Lobus ab- 
errans einer überzähligen Mamma unterhalb der normalen Brustdrüse ent- 
standenes Fibroadenom. Der Zusammenhang desselben mit der über- 
zähligen Drüse durch Mammagewebe war nur mikroskopisch zu er- 
weisen. 

Die angebliche Häufigkeit von Geschwülsten in supernumer&ren 
Brüsten betrifft nur die abgesprengten Nebendrüsen ohne Ausführungs- 
gang. In den mit Warze versehenen überzähligen Mammae ist bisher 
nur einmal ein Garcinom beobachtet worden. 

M. B. Schmidt (8tro*$bmy). 

Karg, Ueber das Carcinom. (Deutsch. Zeitschr. f. Chir., Bd. XXXIV, 

K. unternimmt eine Zusammenstellung alles dessen, was seit 
Thiersch's Arbeit über den Epithelialkrebs der Haut in der Carcinom- 
frage geleistet worden ist Von den 3 Richtungen, in denen sich die 



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- 26? - 

neuere Forschung bewegt hat: 1) Aufsuchung morphologischer Eigen- 
tümlichkeiten des Krebses; 2) experimentelle Impfung auf Thiere; 
3) Nachweis von charakteristischen Mikroorganismen — wird die zweite 
wesentlich referirend behandelt, die erste und dritte jedoch mit strenger 
Kritik, die sich auf das überaus sorgfältige Studium eines grossen Mate- 
rials gründet 

Die von Elebs als wesentlich für die Garcinomentwicklung be- 
tonte Einwanderung von Leukocyten ins Epithel, welche K. selbst schon 
vor Kleb s beschrieben hat, hält er nicht für eine charakteristische, das 
Wesen des Krebses begründende Eigentümlichkeit Ebensowenig erkennt 
er an. daß in der Unregelmässigkeit der mitotischen Zelltheilung etwas 
Specinsches liegt: der Reichthum eines Tumors an Mitosen giebt kein 
Kennzeichen der Bösartigkeit, denn in notorisch malignen, schnell- 
wachsenden finden sich bisweilen sehr wenig, in gutartigen sehr reich- 
liche. Auch in der Lagerung der Mitosen herrscht keine Gesetzmässig- 
keit Die Bedeutung der asymmetrischen Kerntheilungen kann K. nicht 
zugeben; denn abgesehen von theoretischen Erwägungen, welche den 
Vergleich zwischen Kerntheilung im Allgemeinen und Furchung der be- 
frachteten Eizelle verwerfen, fand K. die Asymmetrieen auch in gutartigen 
Geschwülsten und in normalen Geweben, in geringerer Zahl freilich, ent- 
sprechend der geringeren Zeilproliferation an sich in solchen Fällen. 

K. ist kein Anhänger der parasitären Theorie des Carcinoma. Theo- 
retische Reflexionen zwingen nicht zur Annahme derselben: der selten 
und nur bei Verwendung reichlichen Materials eingetretene Erfolg experi- 
menteller Impfungen, die metastatische Erzeugung epithelialen Gewebes 
in Lymphdrüsen etc. lassen sich schwer mit der parasitären Natur ver- 
einbaren. Vor Allem erkennt K. die bisherigen Beobachtungen über 
Mikroorganismen im Carcinom nicht als beweiskräftig an : die Bakterien- 
Ätiologie ist wieder verlassen; doch auch bezüglich der werth volleren 
Protozoenforschung kommt K. durch kritische Zusammenstellung der 
Literatur zu der Ueberzeugung, daß die verschiedenen Autoren ganz 
differente Dinge als den gesuchten Carcinoroparasiten beschrieben haben, 
und seine eigenen Untersuchungen an 74 GarcinomfäUen, die er durch 
zahlreiche mikrophotographische Abbildungen illustrirt, lassen ihn diese 
angeblichen Protozoen als das Resultat meist degenerativer Vorgänge 
an Epithelien und Leukocyten erkennen. 

In einem typischen Falle von Paget 's Erkrankung der Brustwarze 
findet K., dass es sich dabei weder um chronisches Ekzem, noch um 
eine besondere Krankheit handelt, sondern um die flachste Form des 
Carcinoma, eine Production regellos gestellter Epithelien mit dunklem 
Kern und hellem Protoplasma, die lange als solche besteht, bevor sie ins 
Bindegewebe einbricht Die von Wickham und Darier als Parasiten 
beschriebenen Gebilde entsprechen bei Paget 's Krankheit diesen jugend- 
lichen Epithelien, in den gewöhnlichen Hautcarcinomen aber mit grosser 
Wahrscheinlichkeit degenerirten Epithelien mit hyalinem Protoplasma 
und verklumptem Chromatin, wie sie auch bei nicht krebsigen Haut- 
erkrankungen vorkommen. Die Russell'schen Körperchen sind für K., 
wie für Klien und Altmann , nur grosse Zellgranula. Die Sporocysten, 
wie er sie in einem papillären Krebs mehrfach fand, deutet K. als 
Haufen eingewanderter Leukocyten oder Trümmer von solchen ; und auch 



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— 268 — 

in den Sarkodeformen Nils Sjöbring's und den sichel- und navicellen- 
fftrmigen Einschlüssen der Kerne sieht er mit Ribber t nur Abkömm- 
linge des Chromatins der Epithelien oder Leukocytentrümmer. 

Der Schluss gut der Besprechung des Werthes, welchen die mikro- 
skopische Untersuchung excidirter Probetheilchen eines Tumors für die 
klinische Diagnose besitzen, und der Frage nach der definitiven Heilung 
des Carcinoms durch Operationen. m. b. Schmidt (8tr*uburg\ 

Thieme, Ueber Gliome der Retina. (Archiv für Ophthalmologie, 
Bd. XXXIX, No. 2, S. 175.) 

T. beschreibt 3 Augen mit Gliom. Die ersten beiden stammten von 
dem gleichen, im ersten Lebensjahre stehenden Individuum. Das zuerst 
entfernte linke Auge zeigte sehr weit vorgeschrittene Geschwulstbildung, 
das kurze Zeit nach dem Tode entfernte rechte die Netzhaut trichter- 
förmig abgelöst und durch zahlreiche buckeiförmige Geschwulstknoten 
stark verdickt Mikroskopisch zeigten sich aber auch in den peripheren 
Theilen der Netzhaut kleinste Geschwulstknötchen , die meist in der 
inneren Körnerschicht, zum Theil auch in der Nervenfaserschicht ihren 
Sitz hatten. Doch wurde auch ein der Aussenfläche der Netzhaut auf- 
sitzendes kleinstes Geschwulstknötchen gefunden, das eben ins Pigment- 
epithel zu wuchern begann. Dicht vor der Papille hört die gliomatöse 
Metzbaut Wucherung auf; der Sehnerv ist nicht ergriffen. 

Im vorderen Abschnitt des Auges findet sich ein ausgesprochener 
Glaukombefund und an der hinteren Linseokapsel das nicht selten bei 
intensiven Erkrankungen des Augeninnern anzutreffende „hintere Pseudo- 
epithel" der Linse. 

Der 3. Fall betraf einen schon weitgediehenen Fall mit Ausfüllung 
des Glaskörper- und vorderen Kammerraumes und Verbreitung der Ge- 
schwulst auf den Sehnerven. 

Der Fall ist bemerkenswerth, weil kurze Zeit nach einem Peitschen- 
hieb auf das betreffende Auge vor 8 / A Jahren die ersten Symptome bei 
dem 4-jährigen Patienten sich bemerkbar machten. Trotzdem ist das 
Trauma als Ursache der so weit vorgeschrittenen Geschwulst höchst 
unwahrscheinlich« k%u$ (&***rg ». B.y 

Becker, Ein Fall von Ophthalmia pseudotuberculosa, her- 
vorgerufen durch das Eindringen von Raupenhaaren. 
[Aus der Universitfttsaugenklinik in Marburg.] (Berliner klinische Wochen- 
schrift, 1892, No. 22.) 
Pat. ein sehr kr&ftiger, sonst ganz gesunder Knabe. Die Bindehaut 
des 1. Augapfels zeigte ca. 10 stecknadelkopfgrosse, blassgraue, durch- 
scheinende, nicht vascularisirte, meist der Sklera fest aufsitzende Knöt- 
chen. Tiefe pericomeale Injection. Cornea fein diffus getrübt, Iris ver- 
färbt, atrophisch, matt. Am unteren nasalen Quadranten der letzteren 
4 hanfkorngrosse, helle, wie Narben aussehende Stellen. Ausgedehnte 
hintere Synechien. Ausgedehnte diffuse Glaskörpertrübungen. Tuber- 
culimiqection ohne Beaction. Die Anamnese hatte ergeben, daß dem 
Knaben vor 3 Monaten beim Spielen eine behaarte Baupe in das 
L Auge geworfen wurde. Von da an begannen die Beschwerden, 



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- 209 — 

Die mikroskopische Untersuchung der corgunctivalen Knötchen zeigte 
dieselben ans Rund- und Riesenzellen bestehend. In der Mitte fanden 
sich Durchschnitte von Raupenhaaren. Ueber 5 weitere, in der 
Literatur bekannt gegebene Fälle ahnlich schwerer Augenerkrankung mit 
gleicher Aetiologie wird des Näheren berichtet 

Verl schloss dieser Untersuchung Experimente an, indem er Kaninchen- 
tagen mit Haaren lebender und todter Raupen inficirte. Bezüglich der- 
selben verweise ich auf das Original. e. Ounaer (Ta&mgm). 

Becker, Beitrag zur Kenntniss des Netzhautglioms. (Archt 
t Ophthalmologie, Bd.- XXXIX, No. 3, S. 280.) 
B. berichtet über 3 Fälle von Netzhautgliom. Als Schluss seiner 
Retrachtang Aber den Bau der Gliome stellt er den Satz auf, dass 
diese von der Netzhaut ausgehende Geschwulstform ihrem histologischen 
Bau und ihrer klinischen Erscheinung nach als Sarkom des Nervengewebes 
aufzufassen ist und dass viele dieser Geschwülste vermöge ihres lappigen 
Baues und des Verhältnisses zu den Gef&ssen als tubulöse Angiosarkome 
bezeichnet werden können. Auch werden Gefässentartungen beschrieben: 
Verdickungen der gesammten Geftsswand, hie und da Obliteration der 
Gefibse mit beginnender Nekrose des benachbarten Gewebes, sowie hyaline 
Degeneration und Verkalkungen. Knie» (Rr*a*rg i b.). 

Hess, Zur Pathologie und pathologischen Anatomie ver- 
schiedener Staarformen. (Archiv für Ophthalmologie, Bd. XXXIX, 
Heft 1, S. 183.) 

1) Cataracta centralis, Cataracta perinuclearis: Beim Kernstaar be- 
steht weit vorgeschrittener Zerfall der Linsenfasern. Beim Schicht- 
staar müssen Schrumpfungsvorgänge im Kern nicht noth wendig eintreten. 
Letzterer ist nicht isolirte Erkrankung der perinucleären Linsenfasern, 
sondern ein dem Kernstaar nahe verwandter Vorgang. Die punktförmigen 
und reiterchenförmigen Trübungen beim Schichtstaar sind genetisch 
gleichartig. 

2) Beschreibung einer Linsenmissbildung bei einem etwa 150-stün- 
digen Hühnerembryo: Verspätete und unvollkommene Abschnürung des 
linken Linsenbläschens vom Hornblatt und Degeneration eines grossen 
Theües der gebildeten Linsenlasern, die zum Theil durch den offen ge- 
bliebenen Stiel des Bläschens nach aussen wuchern. Auch rechts bestand 
eine Abnormität, nämlich umschriebene Hypertrophie der Linsenfasern 
in inneren unteren Quadranten der sonst normalen Linse. 

3) Sechs anatomisch untersuchte Fälle von sogenannter Cataracta 
senilis praematura punctata, gewöhnlich einfach Cataracta punctata ge- 
nannt In der dem Kern anliegenden, sonst durchaus normalen Corticalis 
finden sich bei meridionalen Schnitten zwischen den Fasern homogene 
oder sehr feinkörnige Massen, meist von gestreckt elliptischer Form, auch 
wenn der Hohlraum selbst spindelförmig ist. Diese Massen färben sich 
kaum mit Alauncarmin, wenig mit Eosin, aber stark mit Hämatoxylin; 
sie communiciren nirgends mit einander. Nur in einem Falle war der 
Inhalt grobkörniger und mit Hämatoxylin färbten sich nur die rand- 
stftndigen Theile desselben; hier war auch die Corticalis nicht ganz 
normal Die gefärbte Masse sei eine eiweißsartige Substanz ihren Reac- 



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- 270 - 

tionen nach. Die Cataracta punctata congenita stelle etwas hiervon 
Grundverschiedenes dar, da der Inhalt der Hohlräume bei derselben sich 
mit Hämatoxylin nicht färbe. Knie $ (Freiburg %. b.). 

Peters, Ueber die Entstehung des Schichtstaares und ver- 
wandte Staarformen. (Archiv für Ophthalmologie, Bd. XXXIX, 
Heft 1, S. 221.) 

Es wurden die beiden Linsen eines nicht ganz ein Jahr alten Kin- 
des untersucht, das gleich nach der Geburt an Krämpfen gelitten hatte 
und bei dem schon nach 5 Monaten beiderseits typischer Schichtstaar 
nachgewiesen worden war. 

Der Kern ist am Aequator umgeben von einer Trübungszone, die 
schon mit blossem Auge sichtbar ist, während Hinter- und Vorderfläche 
desselben durch einen breiten Spaltraum von der Corticalis getrennt sind. 
Die Corticalis selbst ist wenig verändert, ist aber in beiden Linsen von 
der hinteren Kapsel abgelöst. In den Zwischenräumen befindet sich 
Flüssigkeit Der Kern selbst ist stark geschrumpft, durchsetzt von kleinen 
Tropfen und größeren Lücken ohne bestimmte Anordnung. Nur im 
Aequator hängt Kern und Corticalis noch direct zusammen. Der Autor 
nimmt an, dass diese Spalträume schon in ihrem ganzen Umfang während 
des Lebens vorhanden waren und dass die sichtbare Trübung durch die 
Kernveränderungen bedingt war. Die im Leben als Schichtstaar dia- 
gnosticirte Linsentrübung erwies sich anatomisch als Kernstaar. 

Knie$ (Jhrmburg u £.). 



Beiträge zur pathologischen Anatomie und klinisohen Me- 
dioin als Festsohrift zum 70. Geburtstage des Herrn Prof. 
Dr. W. Brodowski in Warschau. Herausgegeben am 6. Deoember 
1898 von seinen Assistenten und Schülern. Warschau, 1898. (Polnisch.) 
Mit 9 ohromolith. Tafeln und 8 Holzschnitten. 
1) Proseetor Dr. B. Praewoski: Gastritis tuberoulosa. 8. 1 — 16. 

Der Verfasser bereichert die bis jetzt nicht aUzugrosse Gasuistik der 
tuberoulösen Magengeschwüre um 6 Fälle, die er bei den Seotionen im ana- 
tomisch-pathologischen Institute zu beobachten Gelegenheit hatte. Trotz 
grosser Aehnliohkeit mit den tuberoulösen Darmgeschwüren bestehen doch 
auch charakteristische Unterschiede zwischen den tuberoulösen Magenge- 
schwüren and denjenigen des Darmes. Verschieden ist nämlich a) die Form, 
b) der bedeutende Antheil der Submuoosa, c) der geringe und seltene An- 
theil der Mosoularis, Subserosa und Serosa des Magens und d) die geringe 
Zahl der in den Rändern und im Boden der Geschwüre zu findenden Ta- 
berkelbacillen. 

Was die rundliche Form der Magengeschwüre betrifft, so hängt sie 
zweifelsohne davon ab, dass im Magen die Blut- und Lymphgefiisse keinen 
so vorwiegend queren Verlauf aufweisen wie im Darme. 

Ob der bedeutende Antheil der Submuoosa im Magen ein gewöhnliches 
Vorkommniss ist, oder aber nur zufällig in seinen Fällen vorhanden war, 
kann Verf. nicht entscheiden. 



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- 271 — 

Die Seltenheit der Gastritis tubercnlosa und die geringe Zahl der in 
den Geschwüren vorhandenen Bacillen fährt der Verf. auf die Anwesenheit 
des Magensaftes, welcher jedenfalls kein für die Baoillenwuchernng günstiger 
Boden ist, zurück. Da die Gastritis tubercnlosa so ausserordentlich selten 
vorkommt, so müssen wohl besondere begünstigende Momente mitwirken, 
um dieselbe bei einem Phthisiker au Stande zu bringen. Derartige Mo- 
mente findet der Verf. einerseits in der Form der Phthisis, andererseits im 
Zustande des Magens. In allen 5 Fällen des Verf. war bei den Betreffenden 
Phthisis fibrosa pulmonum vorhanden, eine äusserst chronische Form, bei 
welcher lange Zeit hinduroh dem Magen baoiilenhaltiges Material zugeführt 
wird, was die Möglichkeit einer Infeotion unzweifelhaft steigert. 

Im Magen selbst sind es katarrhalische Prooesse (in allen 5 Fällen des 
Verl vorhanden), mit Bildung von Lymphfollikeln in regione oardiaoa et py- 
loriea (Gastritis granuJosa Dobrowolski), und endlich zufallige üloerationen, 
Traumen u. d. m., welche den Boden für eine Infeotion ebnen. 

2) Prosector Dr. Z. Dmochowski: Ueber seoundäre Erkrankung 
des Nasenrachenraumes bei Phthisikern. 8. 16—37. 

Verf. untersuchte 64 Leichen von Tuberculosen und fand darunter 21 
Mal Tnberealose des Nasenrachenraumes, und zwar 6 Mal auf 8 Fälle von 
Tuberculosis miliaris acuta und 15 Mal auf 56 Fälle von Tuberculosis pulm. 
chronica ohne (26) oder mit (80) Complioationen von Seiten anderer Organe. 

Die Ergebnisse seiner Untersuchungen resnmirt Verf. folgendermaassen : 

1) Eine seoundäre tuberoulöee Entzündung des Nasenrachenraumes findet 
bei Phthisis pulmonum sehr oft statt. 

2) Besonders oft ist sie jedoch bei Tuberculosis miliaris acuta zu be- 
obachten. 

3) Die Tuberkelbaeillen erzeugen, in den Nasenrachenraum gelangt, an- 
fangs nur oberflächliche Prooesse, welche erst später in die Tiefe greifen. 
Zuerst erscheinen Veränderungen im Epithel und in den subepithelialen 
Schichten; die tieferen Veränderungen looalisiren sich im Beginn in den 
Lym( hräumen und dann in Form von Tuberkeln im ganzen Lymphgewebe 
zerstreut. 

4) In der Schleimhaut des Nasenrachenraumes führen die tuberculösen 
Proeesse immer zu Geschwürsbildung. 

5) Das Meiste weist darauf hin, dass wir es hier mit seonndären Pro- 
cessen zu thun haben, doch spricht auch Manches für die Möglichkeit von 
primärer Erkrankung. 

3) Dr. T. Dunin: Einige Bemerkungen über die Ursachen der sog. 
Zergliederung der Herzmuskelfaserzellen. 8. 39 — 46. 

Die Untersuchungen des Verfassers liefern einen Beitrag zur Erklärung 
der noch ins Dunkle gehüllten Ursachen der sog. Zergliederung, Dissooiation 
der flerzmuskelfaserzellen. 

Der Verf. überzeugte sich, dass bei der Fäulniss des Herzmuskels im 
Wasser die Zergliederung schon nach 24 — 36 Stunden zu Stande kommt, 
während sie Browioz bei der Fäulniss in der Luft selbst naoh 90 Stunden 
sieht entstehen sah. Ob hier die Anwesenheit von Wasser die Wucherung 
der Fäulnissbakterien befördert, oder aber die Lösung der Kittsubstanz er- 
leichtert, diese Frage bleibt noch unentschieden. Bakterien, besonders eine 



1 



- 27S — 

Art Ton Bacillen, fand Verf. im (knienden Muskel immer in eolosseler Zahl, 
wm ihn auch auf den Gedanken geleitet hat, data hier möglicherweise eine 
Peptoniairung der Kittsubatanz von 8tatten geht, und «war unter dem Ein- 
flnsae gewiaaer Bakterien. Versuche mit künstlichem Magensafte bestätigten 
diese Hypothese — schon nach einigen Standen entstand die Fregmentiruog 
in den mit Magensaft behandelten Muskelatäcken. 

Neben diesen experimentellen Daten liefert Verf. auch anatomisch-klinische 
Beiträge, welche für das Entstehen der Fragmentinnig unter dem Einflüsse 
chemischer Agentien zeugen. Es sind dies 2 Fälle von Tod unter Erschei- 
nungen der Asystolie mit Befund ron Fragmentirung im Herzmuskel. Der 
ganze Muskel, besonders die Lücken, welche durch Schwund der Kittsubst&ns 
entstehen, waren von Bacillen besäet, welche der Verf. mit dem Baoteriom 
coli commune zu identificiren geneigt iat 

Verf. möchte annehmen, dasa das Bacterium coli eommune unter Anderem 
auch in den Herzmuskel eindringen und hier mittelst seiner Umsetzungspro- 
duote die Kittsubstanz der Muskelzellen auflösen kann, was eine Analogie 
mit der künstlichen Verdauung hätte, da ja, wie bekannt, das Bact. eoli 
oomm. unter gewissen Umständen Miloh- und Essigsäure bildet. 

4) Dr. K. Ohelohowski: Einige Bemerkungen über die Ausschei- 
dung Ton Jod und Salioylsäure unter pathologischen Um- 
ständen. Pag. 47—52. 

Verf. untersuchte an ca. 100 Kranken und Gesunden resp. Genesenden 
seiner Abtheilung die Zeitdauer, während der man Jod und Salioylsäure nach 
innerlichem Gebrauch im Harne noch entdecken kann. Ohne die Zahlenwerthe, 
welche der Verf. anführt, wiederholen zu wollen, werden wir hier nur aeine 
allgemeinen Schlüsse wiedergeben: 

Die Ausscheidung ron Jod und Salioylsäure durch den Harn ist hei 
Nierenleiden, aber nioht ausschliesslich bei diesen verzögert. Eine gleiche 
Verzögerung findet bei allen mit verringerter Diurese einhergehenden Er- 
krankungen statt: bei Diarrhöen, Fiebern und besonders bei nicht eompen- 
sirten Herzfehlern. Diese Verzögerung ist von der Terringerten Diurese, 
oder, vielleicht genauer, von der geringeren Ausscheidung fester, zur Elimi- 
nirung duroh den Harn bestimmter Stoffe abhängig. Gleichfalls kann sie 
dadurch zu Stande kommen, daaa das eingeführte Jod oder die Salioylsäure 
in die Oedemflüssigkeiten eindringen. Die verzögerte Ausscheidung kann nioht 
als Maass des Nierenleidens dienen; schon eher kann sie als Maass für die 
Fähigkeit der Nieren, im gegebenen Momente den Organismus von zufälliger 
Verunreinigung zu befreien, dienen. Endlich, wenn auch die grössere Gefähr- 
lichkeit stark wirkender Medicamente bei Nierenkranken wahrscheinlich ist, 
so sind dafür noch gewichtigere Beweise als die verzögerte Ausscheidung 
von Jod und Salioylsäure, erwünscht. Letztere könnte eher als Warnung 
bei jeder Schwächung der Diurese dienen. 

5) Dr. F. Kijewski, Ueber Absoessus su bphrenicus. S. 63 — 87. 
Verf. bespricht auf Grund von 5 eigenen Beobachtungen und der Lite- 
ratur des Gegenstandes die Pathologie, Diagnostik und chirurgische Behand- 
lung des Abscessus subphrenicus. Die Arbeit bietet in pathologisch-anato- 
mischer Hinsicht nichts Neues. 



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- 278 - 

6) Dr. A.HlMiiberg, Morbns Brighti syphilitischen Ursprung*. 
6. 89—99. 

Verfasser beobachtete 2 Fälle von Nephritis interstitialis chronica im 
spülen Stadium der erworbenen und nioht behaudelten Syphilis und neigt 
ist Annahme, dass in beiden Fällen die speoifische Erkrankung Ursache der 
Nierenentzündung war, obgleich er zugiebt, dass der pathologisoh-ana- 
temsehe Leichenbefund in diesen Fällen keine sicheren Anhaltspunkte fdr 
eben genauen Beweis des syphilitischen Ursprungs der Nieren Veränderungen 
geliefert hat. 

7) Dr. T. Hexyng, Experimenteller Beitrag zur Frage über 
die Loealisation von farbigen Flüssigkeiten, welche 
Thieren intra yitam durch die Athmungswege eingeführt 
verden,nebst einigen Bemerkungen über die M ögliohkeit 
des Eindringens von Flüssigkeiten in Cavernan und in 
das tnbercnlös entartete Lungenparenchym. S. 100 — 128, 
Tat 1. 

Die hier zu besprechende Arbeit bildet einen Theil einer grösseren 
experimentellen und klinischen Arbeit und ist vom Yerf. in Verbindung mit 
deiseo Assistenten (A. Rewi dzof f, A. B lumenthal, Z. Dobrowolski) 
eingeführt worden. Sie besteht aus 2 Theilen: 1) Experimente mit Injec- 
tionen yen Pyoctanin und Oarminlösungen an Thieren und 2) gleiche Expe- 
rimente an Leichen Tuberoulöser. 

Die Experimente an Thieren (Hunden und Kaninchen), in welchen die 
farbigen Läsungen bei horizontaler Lage des Versuchstieres langsam längs 
der Mittellinie der Trachea tropfweise injicirt waren, bewiesen, dass die 
Losungen sowohl in die unteren Theile, wie auch in die Lungenspitzen ein- 
dringen. Bei Seitenlage der Thiere und Injection längs der Seiten wand der 
Trsohea gelangen die Flüssigkeiten ausschliesslich in die rechte resp, linke 
Lange. Bei vertikaler Stellung des Thieres dringen die Flüssigkeiten der 
Hsoptsaehe nach in die unteren Lun gentheile und nur in sehr geringem 
Msasse in die Lungenspitzen. Die Versuche mit Pulyerisirung der Flüssig- 
keiten in die Trachea gaben wegen Mangelhaftigkeit der Methoden keine 
sicheren Resultate, müssen daher mit besseren Methoden wiederholt werden. 

Die Beaetion der Thiere auf die Injectionen war je nach der Conoen- 
tratien der Lösung und je nach der Quantität der eingeführten Flüssigkeit 
▼ersehieden. Die Ergebnisse der Versuche mit Injection von Flüssigkeiten 
durah die Brustdecken hindurch direct in die Lungen formulirt Verf. folgen- 
denaaassen : 

1) Die farbigen Flüssigkeiten können auch durch die Brustdeoken in 
das Longenperenehym von Kaninchen eingeführt werden, ihre Looalisirung 
ist dabei jedoch relativ. 

2) Die Injection ist unvollkommen, weil erstens die Tiefe des Nadel- 
•nahes, zweitens die Richtung des Stiches nioht prleisirt werden können. 

3) Die Injection .führt beinahe immer zu starken Blutextravasaten, was 
sowohl durch die pathologisch-anatomische, wie auch durch die mikrosko- 
pische Untersuchung bestätigt worden ist 

4) Verwundung grosser Oefaesstamme kommt vor. 

5) l l s proo«-Löaung von Pyoctanin welche, per tracheam eingeführt, keine 
Bedeutendere entzündliehe Beaetion naoh sieh zieht, führt bei direoter In« 



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— 274 - 

jection in das Parenchym eine starke nnd anf eine grosse Strecke sieh aas- 
breitende entaündliehe Reaction herbei. 

Analog der ersten Reihe ron Thierversuchen wurden auoh die Injeotionen 
per traoheam an Leichen in Rücken-, Seiten- oder sitzender Position aus- 
geführt 

Es zeigte sioh dass: 

1) die Flüssigkeiten in alle Theile beider Lnngen eindringen, wenn die 
Leiohe in vertikaler Position sich befindet; 

2) die Flüssigkeiten in die beiderseitigen Lungenspitzen gelangen; 

3) die Flüssigkeiten leioht in Cavernen and Bronchieotasien der Lungen- 
spitzen eindringen; 

4) die Farben in Lungen theile gelangen, welche Sita Ton katarrhalischen 
lobulären Entzündungen sind, ebenfalls auch zwischen peribronchitische 
Heerde; 

5) die Flüssigkeiten am schwersten in diejenigen Theile gelangen, in 
welchen fibröse Entzündung oder ohronische caseosa Entzündung vorhan- 
den ist 

8) Dr. A. Rosenthal, Ein Beitrag zur pathologischen Anatomie 
der Geisteskrank heiten. S. 121—128. 

Die Beobachtungen des VerfL's gruppiren sioh folgendermaassen : 

3 Fälle von Dementia e laesione oerebri, wobei senaorische Aphasie ein 
typisches 8ymptom bildete. Die Nekropsie zeigte: im ersten Falle — Enoe- 
phalomalacia g. tempor. I sin. in parte anteriore; der äussere Theil des n. 
caudatus, die Capsula interna, and der vordere Theil des n. lenticularis ein. 
bilden einen Erweiohungsheerd ; im zweiten Falle — Meningoencephalitis 
diffusa proeoipue gg. temporalium I et II sin., Dilatatio et oedema ventri- 
oulorum ; im dritten — EncephalomaJacia g. tempor. I sin. et part. infer. g. 
oentr. ant. sin. 

In diesen Fällen finden also die schon früher (Centr. t Nervernh. 1886 
No. 3 und 1889 No. 2) vom Verf. ausgesprochenen Anschauungen über die 
Veränderungen bei Aphasie volle Bestätigung. 

8 Fälle von Paralysis progressiva, jedoch ohne Ausfallssymptome, welche 
allein eine Bodeutung für die Localisirung besitzen: I) Enoephalomeningitis 
progressiva, Ramollitio gg. front. I dextr, et sin., gg. temp. medior. et prae- 
oipue dextr., ramol. ins. Reillii sin«; II) Paohymeningitis sin., Enoephalomenin- 
gitis ohronioa diffusa, Hydrooephalus internus, Haemorrhagiae oorticales : 1) in 
g. centr. ant. sin. beim Uebergange auf den g. paraoentralis, 2) et 3) in g. 
oentr. ant sin. in parte ima, 4) et 5) in g. front med. dextr. in part. poat, 
6) in g. centr. post. sin. in parte ima, 7) in g. oocip. med. dextr., assy- 
metria gg. centralinm, III) Leptomeningitis chronica, atrophia gg. frontal. 
Hydrooephalus internus. (In g. front I eine Cyste ; naeh Oeffnung derselben 
Hirncubstanzdefeot von 5 cm Lunge, 1 — 2 cm Breite und 2 cm Tiefe). 

Auoh diese Fälle zeugen für die Häufigkeit von Heerderkrankungen bei 
Paralysis progressiva. 

2 Fälle von Paranoia acuta (Amentia Meynert), welche sehr schnell zum 
Tode führte. 8ectionsbefund : 1) Hyperaemia piae et durae matris. Hyperaetnia 
oorticalis, Dilatatio ventriculorum. 2) Paohymeningitis hämorrhagica interna, 
meningoencephalitis gg. frontalium et pariet Diese Fälle, besonders den 
zweiten, wäre Verf. geneigt, als Uebergangsform zwischen acutem Delirium 



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— 275 — 

ud progressiver Paralyse zu betrachten. Weitere 2 Fälle von Amentia 
gaben einen ganzlieh Yerschiedenen 8ectionsbefund (Leptomeningitis baaalig 
parulenta), sie beweisen aber, gleich den zwei oben citirten, dass auch bei 
Amentia die anatomischen Veränderungen ebenso scharf hervortreten können, 
wie bei Paralysis progressiva. 

Die letzte vom Verf. beschriebene Beobachtung betrifft endlich einen 
gewöhnlichen Fall von Dementia, der nnr dadurch interessant ist, dass hier 
der Tod plötzlich durch Herzruptur eingetreten war. 8eotionsbefund : Endo- 
arteriitis sclerotica ad basin oerebri. Dilatatio ventriculorum. Adipositas 
hepatis. Infiltratio et degeneratio adiposa oordis. Ruptura cordis. Die 
Kaptur war 1,5 cm lang und befand sich in der Vorderwand des linken 
Ventrikels. 

9) Dr. H Ruppert, Ein Beitrag zur pathologisohen Anatomie 
der Leber bei Cirrhosis vulgaris. 8. 129 — 132. 

Verf. unterwarf einer genauen mikroskopischen Untersuchung die Leber 
in einem Falle von beginnender Cirrhosis vulgaris multilobularis annularis 
«od überzeugte sioh, dass an der Peripherie der Lobuli das Leberparenohym 
sieht nur verfettet, sondern auch atrophisch war. 

Da diese Atrophie nicht secundär durch Schrumpfung des neugebildeten 
Bindegewebes entstehen konnte (die Bindegewebsentwiokelung befand sich 
hier erst in ihren Initialstadien), so glaubt Verf. eine Analogie mit der Ent- 
etehong der Cirrhosis biliaris durchführen zu können und die Ursache 
der vulgären Cirrhose l) in der Periphlebitis portarum und 2) in der reao- 
tnren Entzündung, welche durch die primäre Atrophie der Leberzellen an 
der Peripherie der Lobuli erzeugt wird, zu erblicken. 

Diese Ansicht ist auch schon von Ackermann im Jahre 1884 auf 
der Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte in Magdeburg aus- 
gesprochen worden. 

10) Dr. A. Ciaglinaki, Ein Fall von Little'scher Krankheit. 
& 183—142. 

Verf. beobachtete einen Fall von allgemeiner cerebraler Starre (Little- 
sohe Krankheit) bei einem 2 l \ % Jahre alten Kinde, welches bald darauf an 
Dysenterie starb. 

Die makro- und mikroskopischen an Gehirn und Schädel der Leiche 
gemachten Befunde sollen hier wiedergegeben werden. Der übrige Inhalt 
der Arbeit hat wesentlich klinisches Interesse. 

Dia Schadelknochen sind hart und von grosser Dicke; die Dura ist 
sä 8ehadelacheitel stark mit dem Knochen verwachsen; ebenso stark ist in 
der Gegend des Lobus temporalis die Dura mit der weichen Hirnhaut ver- 
wachsen; in dem genannten Gebiete ist die Dura verdickt; nach der Ab- 
priparirung von der weichen Hirnhaut bemerkt man beiderseits in der 
Gegend der Bol and 'sehen Fissur Hirnsubstanzverluste in Form von Ver- 
tiefungen von ungleicher Tiefe mit unregelmässigen Oontouren. Diese Sub- 
itsnzverluste umfassen in der rechten Hirnhälfte die oberen Theile der Lobi : 
centralis posterior, centralis anterior , frontalis (pars posterior) und den 
eberen Theil des Lobulus parenoentralis. Die Breite dieses Verlustes beträgt 
1* mm. In der linken Hälfte ist der Verlust geringer, er umfasst nur einen 



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Theil der Lobus centralis anterior und posterior und den oberen Theil des 
Lobulus paracentralis ; seine Breite beträgt 10 mm. 

Was die Tiefe dieser Verluste betrifft, so betrügt sie je nach der Siedle 
4 — 8 mm. Da die Hirnrinde des Erwachsenen 2 — 5 mm dick ist, so könnte 
man glauben, dass in dem hier besprochenen Falle die Binde an den be- 
treffenden 8tellen vollständig vernichtet ist 

Die übrigen Theile des Gehirne bieten makroskopisch keine Verände- 
rungen; ebenso die Häute und das Rückenmark. 

Bei der mikroskopischen Untersuchung der defecten Stellen des Gehirns 
erwies es sich, dass die Gehirnrinde an diesen Stellen völlig intaot wnr. 
Nur das eine fiel auf, dass die im unteren Theile der Schicht grosserer pyra- 
midaler Zellen gewöhnlich anzutreffenden Gruppen von pyramidalen Bieewn- 
zellen beinahe vollständig fehlten. Die Defeote sind also eigentlich nur Bin- 
tiefangen, welche, wie es durch Untersuchung von früheren Stadien desselben 
Prooesses erwiesen worden ist, durch Blutextravasation zwischen den Hirn- 
seheiden intra partum erzeugt werden. Ausserdem sind nur noch abnorme 
Verhältnisse in den lateralen pyramidalen Bündeln gefunden worden, und 
zwar bestand hier das Abnorme in einer stärkeren Neurogliawuoherung und 
in einer Myelinarmuth in zahlreichen Nervenfasern dieser Bündel. Diese 
Veränderungen sind als seoundäre, durch die primäre Rinden Veränderungen 
bedingte Erscheinungen aufzufassen. 

Verf. wäre geneigt, in den Pseudodefecten der Hirnrinde eine für die 
Little'sohe Krankheit charakteristische Erscheinung zu erblicken, welche 
dieselbe von anderen Formen cerebraler Diplegten des Kinderalters unter- 
scheidet 

11) Dr. I*. Kryriski, Ueb'er Lymphangiome. S. 143—174. 

Das Material des Verf.'s bildeten 10 Fälle von Lymphangiomen, welehe 
in der chirurgischen Klinik des Herrn Prof. Rydygier operativ entfernt 
waren. Ohne in die Einzelheiten des klinischen Bildes und mikroskopischen 
Befundes in jedem einzelnen Falle einzugehen, wollen wir die Hauptergeb- 
nisse des Verf. 's resumiren. 

In der Entstehung der Lymphangiome kann etwaigen oentripetnlen 
Hindernissen im Lymphkreislaufe keine ursächliche Bedeutung zugemessen 
werden. Die eigentlichen Ursachen müssen in localen Veränderungen der 
Gefösswände gesucht werden, Veränderungen, die wahrscheinlich embryonalen 
Ursprungs sind, wofür auch die Angeborenheit dieser Gebilde oder ihre 
Entwicklung im Kindesalter spricht. 

Die Lymphangiome sind Neubildungen, in welchen neben Erweiterung 
der normalen Lymphgeftsse und Lymphräume auch Neubildung selcher statt- 
findet. Diese Neubildung ist der Hauptsache nach heteroplastischer Art» 
indem das fibröse und adipöae Bindegewebe die Zellen liefert, aus welchen 
das Endothel der nougebildeten Bäume entsteht. 

Nur in exeeptionellen Fällen lässt sich eine andere besondere Ursache, 
wie z. B. Entzündung, nachweisen. Dabei ist auch der Mechanismus der 
Tumorbildung ein anderer, als bei den gewöhnlichen Lymphangiomen, er 
ist eine seoundäre Erscheinung, eine Folge des entzündlichen Prooeases. 

Die Makroglossie ist nicht immer eine einfache Form des Zungenlymph- 
angioms (Lymphangioms simples); zuweilen bestehen hier zwei verschiedene 



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- 27? - 

Typen (L. simples, L. cavernosus*) oder auch sind es M isohformen : einerseits 
Wucherung von Lymphräumen, andererseits Bindegewebsneubildung. 

12) Dr. W. Janowski, Ein Fall Ton spinaler Monoplegie der 
unteren Extremität. S. 175—181. 

Der Fall des VerL's betrifft einen 66-jährigen Greis, welcher 4 Monate 
Tor dem Eintritte in das Krankenhaus plötzlich von einer Monoplegie der 
reehten unteren Extremität befallen war, ohne dass irgend ein anderer Körper- 
theü gelähmt wurde, ohne jede Schmerzen, ohne Pertarbationen in der 
Harnabsonderung und Detacation. Im Yerlaufe von 4 Monaten trat ausser 
Atrophie der Muskeln der Extremität keine neue Erscheinung auf. 

Ausser einer unbedeutenden Hebung des Obersehenkels (m. psoas) konnte 
keine Bewegung der Extremität erzielt werden. Intra vitam wurde ein aus- 
lehlieeslieh in dem rechten Vorderhorne des Rückenmarkes loealisirter Proeess 
ak Ursache der Lähmung diagnostioirt Da der Kniereflex rechts fehlte, so 
konnte man auch die Höhe, an welcher das Rückenmark lädirt war, näher 
prieisiren; es war nämlich schon die Stelle zwischen 2. und 8. Lenden- 
narvenwurseL Die Ursache der Läaion war selbstverständlich nicht zu er- 
mitteln : ob Extravasat, Embolie oder Thrombose vorhanden war, blieb ungelöst 

Der bald eingetretene Tod des Kranken ermöglichte eine Controlle der 
intra vitam gestellten Diagnose, Die Seotion ergab: Pneumonia crouposa, 
Endoearditis verrucosa in valvula bicuspidali, Erweichungsheerd im Rücken- 
marke. Letzterer war makroskopisch in denjenigen Segmenten sichtbar, von 
welchen die 2., 3., 4. und 5. Lendennervenwurzel entspringen, und zwar im 
oberen und unteren Theile des Heerdes — entsprechend dem rechten Vorder- 
hörne, in der Mitte — entsprechend dem Vordertheile der rechten Rücken- 
mtrksMlfte. Weder unterhalb nooh oberhalb dieser Stellen waren makro- 
skopisch irgendwelche Läsionen zu bemerken. 

Die mikroskopische UnterBuchung zeigte an den betreffenden Stellen einen 
Substanz verlust (wohl durch Ausspülung der feinkörnigen Zerfallsmassen bei 
der Maceration entstanden); derselbe entsprach dem vorderen Theile des 
Vorderhornes und auf der Höhe der 8. und 4. Lendennervenwurzel auch 
der vorderen basalen 8äule. In der Umgebung Hessen sich keine Verände- 
rungen bemerken. 

Gleichgültig, ob hier Embolie, Thrombose oder dergL die Ursache war, 
jedenfalls ist dies der erste Fall, in welchem eine so ausschliessliche ein- 
seitige und dabei so circumscripta Läsion des Vorderhorns, dass sie nur die 
Bewegungen einer Extremität und nicht mehr gelähmt hat, beobachtet 
worden ist. 

13) Dr. Z. Dmochoweki und Dr. W. Janowski, Zwei Fälle von 
eitriger Entzündung der Gallengänge, erzeugt durch das 
Baoterium coli commune, S. 183—198, Taf. II. (ist im Central- 
blatt für path, Anatom., 1894, No. 4 ausführlich gedruckt) 

14) Dr. 8. Klein, Die regeneratorischen Eigenschaften des 
Organismus in ihrem Verhältnisse zu den verschiedenen 
Zuständen der Anämie. Ein Beitrag zur Lehre von der pernieiösen 
Anämie, 8. 199—206. 



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- 278 — 

Verf. untersuchte längere Zeit hindurch in hämatologischem Sinne drei 
typische Fälle yon pernioiöser Anämie, deren Aetiologie vollständig unbekannt 
war und die eine ausgesprochene Tendenz zur selbständigen Besserung, viel- 
leicht selbst vollständiger Heilung aufwiesen. Da die Beobachtungen noch 
nicht abgeschlossen sind, bespricht der Verf. in Kürze nur einige wichtigere 
Erscheinungen. 

Die quantitativen Veränderungen der Blutzusammensetzung waren scharf 
ausgesprochen (1 Million tirythrooyten). Was die qualitativen betrifft, so 
notirt Verf. starke Poikilozytose und Anwesenheit von Normoblasten und 
Megaloblasten. 

Letztere, 15 — 35 ju gross, mit grossem Kern, wiesen im Protoplasma 
bei Eosin- und lfethylenblaufärbung zahlreiche blaugefärbte Körnchen auf. 
Eine gleiche Körnelung zeigten auch viele kernlose Poikilooyten. Die Zahl 
der Normoblasten war ziemlich gross (200 — 625 in 1 cmm). Diejenige dar 
Megaloblasten betrug in allen 3 Fällen etwa 60 in 1 cmm. Mit der Besse- 
rung des Allgemeinbefindens, dem Anwachsen von Erythrooyten und des 
Hämoglobins änderte sich dieses Bild wesentlich. Es wuchs nämlich die 
Zahl der Normoblasten plötzlich und sehr bedeutend (bis auf 1000), während 
diejenige der Megaloblasten gleichzeitig oder etwas später zu sinken begann, 
so dass sie nur schwer auffindbar wurden. Nach dieser starken Steigerung 
begann dann auch die Zahl der Normoblasten zu sinken, um mit der weiteren 
Besserung des Zustandes auf niedrigen Zahlenwerthen, selbst auf 0, zu ver- 
weilen. Morphologisch änderten sich daher auch die Megaloblasten: es 
verschwand die Körnelung, die Dimensionen (besonders diejenigen des Kernes) 
sanken, so dass sie von den Normoblasten nicht mehr zu unterscheiden 
waren. Auch die Poikilocytose und die violette Körnelung der Brythro- 
cyten schwand allmählich. 

Diese Befunde im Zusammenhange mit den schon bekannten Eigen- 
schaften und Bedeutung der Normo- und Megaloblasten fuhren den Yerf. zur 
Ueberzeugung, dass die Anwesenheit von Megaloblasten als eine Selbstver- 
theidigung des Organismus betrachtet werden soll. 

Wenn der Organismus bei gewöhnlicher seeundärer Anämie sich durch 
das Auftreten von Normoblasten vertheidigt, so greift er bei pernieiöser 
Anämie, wahrscheinlich unter dem Einflüsse noch unbekannter, stärkerer 
Beize, zu den Megaloblasten, welche in nooh höherem Grade regeneratorisohe 
Eigenschaften besitzen. 

15) Dr. J. Luxemburg, Ein Fall von Höhlenbildung im Büeken- 
marke nebst Bemerkungen über die Färbung des Rücken- 
marks und der peripheren Nerven. 8. 207 — 217. 

Yerf. beschreibt den zufälligen Befund am Büokenmarke, welcher bei 
der Seotion einer 51 -jährigen Frau gemacht wurde. Die Hauptergebnisse 
der Seotion waren folgende: Syneohiae durae matris cum cranio, Pachy- 
meningitis externa, Bronchitis et Peribronchitis, Pleuritis exsudativa dextra. 
Die Veränderungen im Bückenmark befanden sioh im oervicalen und 
thoraoalen (bis zum neunten Thoraoalnerven) Abschnitte und bestanden in 
der Anwesenheit von 3 länglichen Höhlen, in Neurogliawuoherung rings um 
die Höhlen, in Barefaction der weissen und grauen Bückenmarkseabstanz, in 
seeundärer Degeneration, in Asymmetrie beider Bückenmarkshälften, in Ver- 
änderungen der Ganglienzellen und in Gefässveränderungen. 



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— 279 — 

Die Höhle, welche ihrer Lage nach dem centralen Ganale entspricht 
und mit Epithel ausgekleidet ist, ist der ungewöhnlich erweiterte Central- 
canal (Hydromyelie). Ringt um ihn findet Gliose statt An den der Gliose 
entsprechenden Stellen, doch in höher gelegenen Rtiokeumarksabschnitten, 
findet sieh die «weite Höhle, welche kein Epithel besitit und in dem 
grollten Theile ihres Verlaufs mit dem Centralcanal nicht direct coramunicirt. 
Dies ist die eigentliche syringoroyditische Höhle. Die dritte Höhle endlich, 
deren Wandung den Stempel der Rarefaction an sich trägt, entspricht ihrer 
Lage nach den Stellen der grössten Rarefaction im Vorderhorne und in 
einem Theile der vorderen Bündel. 

Verf. neigt zur Annahme einer primären centralen Gliose im Sinne 

Hoffmann's. ßteinhaut (Wartehau). 



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Martin, E., Beitrag aar Lehre von der Poly- 
mastie and ihrer Besiehang aar Entwick- 
lung von BrustdrÜsengeschwülsten, p. 866. 

Karg, Ueber das Carcinom, p. 866. 

Thieme, Ueber Gliome der Retina, p. 868. 

Becker, Ein Fall von Ophthalmia pseudo- 
tuberculosa, hervorgerufen durch das Ein- 
dringen von Baupenhaaren, p. 868. 

— — , Beitrag aur Kenntnis« des Nctahaut- 
glloms, p. 869. 

Hess, Zur Pathologie und pathologischen 
Anatomie verschiedener Staarformen, p. 869. 

Peters, Ueber die Entstehung des Schicht- 
staares und verwandte Staarformen, p. 870. 

Beiträge aur pathologischen Anatomie und kli- 
nischen Medicin als Festschrift sum 70. Ge- 
burtstage des Herrn Prof. Dr. W. Brodowski 
in Warschau. 

Praewoski, Gastritis tuberculosa, p. 870. 

Dmoohowski, Z., Ueber seeundire Er- 
krankung des Nasenrachenraumes bei Phthi- 
sikern, p. 871. 

Dun in, T., Einige Bemerkungen über die 



Ursachen der sog. Zergliederung der Hei 

muskelfaseraelleo, p. 871. 
Chelchowski, K., Einige Bemerkung 

über die Ausscheidung von Jod und 8i 

cylslure unter pathologischen Umstand« 

p. 878. 
K i j e w s k i , F., Ueber Abecessus subphrenic 

p. 878. 
Elsenberg, A., Morbus Brighti syphili 

sehen Ursprungs, p. 878. 
Heryng, T., Experimenteller Beitrag i 

Frage über die Localiaation von farbif 

Flüssigkeiten, welche Thieren intim vit 

durch die Athmungswege eingeführt werd 

nebst einigen Bemerkungen Über die Mi 

lichkeit des Eindringens von Flüaaigkei 

in Cavernen und in das tuberculös entert 

Lungenparenchym, p. 878. 
Rosenthal, A., Ein Beitrag aur pst 

logischen Anatomie der Geisteskrankheil 

p. 874. 
Ruppert, H., Ein Beitrag aar patholc 

sehen Anatomie der Leber bei Cfrrh< 

vulgaris, p. 875. 
Ciaglinski, A., Ein Fall von Little'sc 

Krankheit, p. 876. 
Krynski, Ueber Lymphangiome, p. 876 
Janowski, W., Ein Fall von spinaler Mo 

plegie der unteren Extremität, p. 877. 
Dmochowski, Z., und Janowski, ' 

Zwei Falle von eitriger Entzündung 

Gallenginge, eraeugt durch das Bacteri 

coli commune, p. 877. 
Klein, 8., Die regeneratorischen Big 

scheiten des Organismus in ihrem Verb 

nisse au den verschiedenen Zuständen 

Anämie, p. 877. 
Luxen bürg, J., Ein Fall von Höhlen 

düng im Rückenmarke nebst Bemerkua 

Über die Färbung dei Rückenmarks und 

peripheren Nerven, p. 878. 

Literatur, p. 979. 



Fron 



«h« üucadruokftivi (Uirmun Fohl«) ia J«u. 



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CENTRALBLATT 



für 



Allgemeine Pathologie i Pathologische Anatomie. 



Herausgegeben 

Ton 

Prof. Dr. S. Ziegler 

In Fnibnrg i. B. 



Bedigirt 

ron 

Pro! Dr. O. y. Eahlden 

in Freiburg i. B. 



Verlag von ftustav Fischer in Jena. 



V, Band- 



Jena, 16. April 1894. 



No.7. 



Das Centralblatt für Allgemeine Pathologie u. Pathologische Anatomie erscheint in 
Nummern von zwei bis drei Druckbogen ; zweimal monatlich gelangt eine Nummer 
rar Ausgabe. Der Umfang des Jahrgangs wird 65 Druckbogen betragen. Das 
Abonnement für das Centralblatt kostet 24 Mark für den Band (24 Nummern). 
%jG>& Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und Postanstalten. %S^®^* 

Die Herren Verfasser werden gebeten, besondere Abdrücke ihrer Arbeiten 
an die Redaction des „Centralblatt für Allgemeine Pathologie und Patho- 
logische Anatomie" in Freiburg i. B., Albertstrasse a$, Arbeiten in russischer 
Sprache an Herrn Professor Dr. Lukjanow, Pathologisches Laboratorium der 
Kaiserlichen Universität in Warschau, solche in polnischer Sprache an Herrn 
Dr. /. Steinhaus, Warschau einzusenden. 



Orlglnalmlttheilungea 



Heber eine Art, die Jodreaction bei der Amyloiddegeneration 

hervorzubringen. 

Mittheilung von Dr. CL Galeottt, Assistenten. 

(Laboratorium für allgemeine Pathologie ad der Kgl. Unirersitit Floreni, Director 

Prof. A. Lastig.) 

Die Beaction der Amyloidsubstanz durch die Lugol'sche Jod- 
Jodttrlfeung ist bisweilen, wenn die Flüssigkeit z. B. nicht gehörig ver- 
dünnt worden ist, unsicher und wenig beweisend. Oft färbt sich das 
gesunde Gewebe intensiv dunkelgelb, und auf diesem Grunde treten mit 
Schwierigkeit die Amyloidschollen bervor, besonders wenn sie klein und 
weit von einander entfernt sind, wie es zu Anfang des Degenerations- 
processes der Fall ist. Dann ist der Nachweis der Amyloidsubstanz, be- 
sonders wenn er zu Lehrzwecken für Leute ausgeführt wird, welche wenig 
dann gewöhnt sind, leichte Fftrbungsunterschiede unter dem Mikroskope 
a beortheilen, schwierig. 

v. SO 



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— 298 — 

Öie folgende Art, die Jodreaction hervorzubringen, bietet einige Vc 
theile gegenüber der klassischen Methode und kann besonders zu Demo 
strationen bei dem Unterricht dienen. 

Sie gründet sich auf die Eigenschaft des Chlors, in den Jodaren j 
die Stelle des Jods zu treten und so dieses in Freiheit zu setzen. Die 
Reaction, welche von den Chemikern gewöhnlich ausgeführt wird, um 
Gegenwart von Stärkekleister kleine Mengen von Jod zu entdecken, kai 
auf ähnliche Weise auf die Amyloidsubstanz mit Vortheil angewend 
werden. 

Um diese Reaction hervorzubringen, kann man folgendermaassen ve 
fahren: 

Hinreichend feine Schnitte durch in Alkohol gehärtete und 
Celloidin eingeschlossene Amyloidstücke werden in Wasser ausgewascb 
und in eine fünfprocentige Jodkaliumlösung gebracht, wo man sie l 
— V* Stunde läßt. Dann wäscht man sie schnell in destillirtem Wass 
ab und bringt sie in chlorhaltiges Wasser. Ich habe zu diesem Zwe 
das von Merk in den Handel gebrachte Chlorwasser benutzt, welch 
ich um etwas mehr als die Hälfte verdünnte. Die Schnitte werden i 
Chlorwasser kaum gelblich und zeigen sogleich dunkle Punkte, welcl 
aus den grössten Anhäufungen von Amyloidsubstanz bestehen. Die B 
action ist sogar, wenn der Degenerationsprocess weit genug vorgeschritt 
ist, mit unbewaffnetem Auge wahrzunehmen und leicht zu verfolge 
Nach einigen Minuten wäscht man die Schnitte in vielem Wasser ui 
bewahrt sie in Glycerin auf. 

Uebirgens kann man keine genauen Zeitgrenzen für die Einwirkui 
der verschiedenen Flüssigkeiten angeben. Von besonderer Wichtigkt 
ist das Waschen in Wasser nach dem Jodkalium, denn die Amyloidsu 
stanz scheint das Jodsalz, mit dem sie getränkt ist, etwas länger zurüc 
zuhalten als das gesunde Gewebe. So kann man durch Entnehmt 
mehrerer Proben während der Auswaschung die Entfernung des Jo 
kaliums aus dem gesunden Gewebe und sein Zurückbleiben in den Am 
loidschollen erreichen. Auf diese Weise wird das Jod nun an di 
Amyloidstellen durch das Chlor ersetzt und das ganze freigewordei 
Jod auf ihnen befestigt. So kann man Präparate erhalten, in denen d 
gesunde Gewebe ganz oder fast ganz ungefärbt bleibt und die degen 
rirten Theile braunroth werden. 

Wie ich oben angegeben habe, besteht der Hauptvortheil dieser M 
thode darin, dass die Amyloidtheile sehr deutlich gemacht werden, au< 
wenn sie sehr klein sind, und dass man ihre Beziehungen zu den gesund« 
Theilen leichter studiren kann; denn in diesen erkennt man die ve 
schiedenen Partieen besser, wenn sie ungefärbt, als wenn sie stark v< 
Jod gefärbt sind, vorausgesetzt, daß man die Beleuchtung zweckmäss 
einrichtet. Uebrigens wird in Alkohol gehärtetes Gewebe durch Chi 
nicht verändert, wenn es nicht zu lange darin bleibt. 

Endlich ist diese Methode auch schnell auszuführen und sicher, ui 
wenn man nicht gleich bei den ersten Präparaten das vorgesteckte Zi 
vollkommen erreichen sollte, so wird jedenfalls später die Amyloidsu 
stanz sichtbar werden, und nach zwei oder drei Versuchen wird mi 
sehr deutliche Präparate erhalten. 



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- 299 - 

Ich habe in der Literatur nachgeforscht, ob schon von Anderen eine 
Ähnliche Methode angegeben worden sei, aber nichts hierüber gefanden. 
Ich bediente mich zu diesem Zweck besonders der ausführlichen Arbeit 
ton 6. Wich mann 1 ), welche kürzlich erschienen ist und worin alle 
bis jetzt gebräuchlichen Methoden genau beschrieben sind. Darum habe 
ich mich entschlossen, die gegenwärtige Mittheilung zu machen, welche 
vielleicht denen nützen kann, welche zu Unterrichtszwecken sehr deut- 
liche und leicht zu verstehende mikroskopische Präparate vorzulegen haben. 

Florenz, Februar 1894. 



Ueber das Vorkommen von eosinophilen Zellen 
im malignen Lymphom und bei einigen anderen Lymphdrüsen- 
Erkrankungen. 

Von Dr. J. Kanter in Berlin. 

(Abs dem Laboratorium der dermatologischen Abtheilung des Allerheiligenhospitals su Breslau*) 

Yor einiger Zeit hat Goldmann eine sehr eingehende histologische 
Untersuchung eines Falles von malignem Lymphom veröffentlicht, bei der er 
durch die Anwendung der Biondi-Heidenhain'schen Färbung besonders 
interessante Befunde erhalten hat Am aulfallendsten war in diesen Tumoren 
dsa massenhafte Auftreten von eosinophilen Zellen; in zweiter Linie wird 
der grosse Reiohthum an Mitosen hervorgehoben, ferner als mehr neben- 
•ichliehe Befunde Biesenzellen, deren Kerne, deutlich von einander abgegrenzt, 
der Peripherie der Zelle genähert lagen und schliesslich extra- und intra* 
esUnlar gelegene, besonders gefärbte kugelartige Gebilde, über deren Be- 
deutung der Verfasser ein bestimmtes TTrtheil nicht abgeben konnte. Gold- 
ntnn warf damals auf Grund dieses Ergebnisses die Frage au£ ob das 
▼ernährte Auftreten von eosinophilen Zellen in den Lymphdrusen in differen- 
tittt-diagnostischer Beziehung für das maligne Lymphom bezw. die Pseudo- 
takamie zu verwerthen sei 

Da eine Nachuntersuchung dieser Befunde noch nicht bekannt geworden 
▼sr, übergab mir Herr Primärarzt Dr. Ja das söhn von einem auf der 
chirurgischen Abtheilung des Allerheiligenhospitals zu Breslau beobachteten 
und als malignes Lymphom diagnosticirten Falle Halslymphdrüsen, in 
tonen er sehr reichlich eosinophile Zellen gefunden hatte, zu eingehenderer 
Untersuchung. 

Aus der mir von Herrn Primärarzt Dr. Biegner freundlichst über- 
httenen Krankengeschichte lasse ich nur einen Auszug folgen, da ich auf 
die klinische Seite dieses von mix nicht beobachteten Falles nicht eingehen 
hau. 

Bs handelte sich um einen dreijährigen Patienten, der schon l 1 /, Jahre 
Tarher wegen Drüsensehwellung am Halse operirt worden war. Kurze Zeit 



1) Die Amyloiderkrankung. Ziegler's Beitrage sur pathologischen Anatomie und 
tu lOgem. PathoL, Bd. Xffl, Heft 4. 

20* 



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- 80Ö - 

nach der Operation *ären die DrÜBentnmoren wieder aufgetreten und hatten 
allmählich solche Dimensionen angenommen, dass der Patient wegen Athem- 
noth in das Krankenhaus gebracht werden musste. Hier wurde im Wesent- 
lichen folgender Status erhoben: 

An der linken Halsseite befindet sich eine fast faustgrosse Geschwulst, 
über der die Haut unverändert und leicht verschieblich ist. Der Tumoi 
besteht aus einzelnen bis hühnereigrossen Knoten, welche gegen einandei 
leicht verschieblich sind. Der Ernährungssustand ist leidlich, die Haut ha! 
eine blassgelbe, waohsartige Farbe, das Gesicht ist gedunsen, die Lippen 
Schleimhaut wund. Eine Kehlkopfuntersuchung ist nicht möglich, da dei 
Mund nicht weit genug geöffnet werden kann. Auch in der rechten Hai* 
seite, in der linken Achselhöhle und in den Leistenbeugen fühlt man untei 
normaler und vollständig verschieblicher Haut in Gruppen beisammen liegende, 
im Durchschnitt etwa bohnengrosse Drüsen. Die Untersuchung des Blut« 
ergab eine massige Leukocytose, die eosinophilen Zellen waren nicht ver- 
mehrt. Der Knabe hatte so starke Dyspnoe, dass noch am Tage der Auf- 
nahme die Tracheotomie vorgenommen wurde. 

Vierzehn Tage nachher trat plötzlich der Exitus letalis ein. 

Die Section bestätigte lediglich die auf malignes Lymphom gestellte 
Diagnose. Als Todesursache wurde Degeneratio oordis festgestellt 

Zur histologischen Untersuchung des Halstumors wurden Stücke aui 
verschiedenen Theilen desselben theils in Sublimat, theils in Müller'schi 
Flüssigkeit, theils in Flemming's Chromosmiumessigsäure-Gemisch gebracht 
In Sublimat blieben die Stücke 24 Stunden, wurden dann ausgewaschen 
nachdem das überschüssige Sublimat durch Jodtinotur ausgefällt worden war 
in Alkohol naohgehärtet und in Celloidin eingebettet. Die Schnitte wurdet 
zum grössten Theile (nach Entfernung des Celloidin« durch Nelkenöl) mil 
dem von Ehrlich zur Färbung von Blutpräparaten empfohlenen „triaoiden* 
Gemisch behandelt ; ein Tropfen der (nicht filtrirten 1) Flüssigkeit auf 1 oen 
destillirten Wassers genügte, um sie binnen 10—20 Minuten intensiv si 
färben. Aus der Farbe kamen die Schnitte in destillirtes Wasser, in den 
sie verblieben, so lange sie noch Farbe abgaben, dann in absol. Alkohol, 
Xylol, Canadabalsam. Naoh derselben Methode wurden auch die in Müller 
scher Flüssigkeit fixirten Stücke tingirt. Die Färbung gelang bei ihnen sehi 
gut; um so weniger eignet sich aber die triaoide Flüssigkeit für in Alkohol 
gehärtete Präparate, wenigstens färben sich in ihnen die eosinophilen Granu- 
lationen, von denen im Folgenden die Bede sein wird, sehr schlecht, untei 
Umständen garnicht 1 ). 



1) Man kann sich hiervon leicht fibersengen, wenn man Knochenmark theils in Alkohol 
theils in Sublimat härtet. Die eosinophilen Granulationen treten nach der E hr 1 ich'sehei 
Färbung in Sublimatpr&parsten vorzüglich hervor, in den Alkoholprftparaten sehr wenig 
nach mehrtägiger Einwirkung des Alkohols färben sie sich gar nicht mehr. Eine Mischung 
von Alkohol und Aether zu gleichen Theilen als Härtungsflüssigkeit hatte dieselbe Wirkonj 
wie reiner Alkohol. Auffallender Weise verhalten sich Trockenpr&parate von Knochenmark 
(oder auch von gonorrhoischem Eiter, der sehr reichlich eosinophile Zellen enthielt) gsm 
anders, als Schnitte von im ganzen fixirten 8tficken: ich habe solche tagelang im Alkohol 
liegen lassen und gefunden, dass sich dann die acidophilen Granulationen in der Ehrlich' 
sehen Flüssigkeit ebenso gut färbten, als wenn ich die Präparate unmittelbar nach den 
Eintrocknen tingirte oder wenn sie 24 Stundeu in Sublimat gelegen hatten, bevor sie ii 



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— 301 — 

Die in Sublimat ftrirten Präparate worden ferner nach der Heiden- 
hain-Biondi 'sehen Methode, mit Haematoxylin nnd wässeriger Eosinlösung, 
nit L öffl er 's Methylenblau and alkoholischer Eosinlösung, mit Ehr lieh 's 
•snrem Hftmatoxylin-Eosin, mit Thionin nnd Sänrefachsin gefärbt. Schliess- 
lich worden noch ans besonderen, später anzuführenden Gründen die ran 
Gieson'sche, die Russel'sohe und die Weigert'sohe Fibriofarbungs- 
aethode versucht Sämmtliohe Methoden ergaben gute Resultate, besonders 
soweit sie die Färbung der eosinophilen Zellen bezweckten. Die nach 
Flemming behandelten Stücke wurden in der bekannten Weise mit Saffranin 
tingirt Der Vollständigkeit wegen erwähne ich, dass einige Schnitte nach 
dem Gab bat 'sehen Verfahren gefärbt wurden, ohne dass Tuberkelbaoillen 
gefunden werden konnten. Die folgende Beschreibung bezieht sich zum 
grtesten Theile auf die mit der triaciden Flüssigkeit gefärbten Präparate. 

An erster Stelle ist zu bemerken, dass im Gegensatze zu dem Gold- 
mann 'sehen Falle die bindegewebigen Elemente gegenüber den zelligen 
safmllend in den Hintergrund traten, so dass wir histologisch die „weiche 
Feim" des malignen Lymphoms der Autoren diagnostioiren mussten. In den 
meisten Schnitten sah man nur hin und wieder einen etwas oompakteren 
Bindegewebsstrang, der von der Kapsel aus in das Gewebe trat, um sich 
■ehr bald in ein äusserst feinmaschiges Betioulum aufzulösen. Das Retieulum 
bedingte eine Anordnung der Zellen in einlachen Reihen. Die Zellen des 
Betioulume waren gleiohmässig yertheilt; ein Uebergehen dieser spindeligen 
Elemente in Granuladonsgewebe, wie es Goldmann beobachtet hat, habe 
ich nicht bemerkt Wie das Bindegewebe, trat auch das Gefässnetz nicht 
■ehr in den Vordergrund. An der bindegewebigen Kapsel war niohts Auf- 
fälliges zu sehen, insbesondere fehlte jede Infiltration, die auf periadenitische 
Proeesse hingewiesen hätte. In Bezug auf die Anordnung der Zellen muss 
ieh es wie Zehnder als sehr bemerkenswerth oonstatiren, dass ich nur in 
•ehr wenigen Schnitten Lymphfollikel (nach der Flemming 'sehen Nomen- 
elatur Lymphknötehen), die typische Form der Rindensubstanz normaler 
Lymphdrüsen, antreffen konnte. Auch in diesen wenigen habe ich Keim- 
eentra nur spärlich gesehen. 

Der Hauptmasse nach sind die Zellen gewöhnliche Lymphooyten, wie 
sie Hoyer als die grosse Mehrzahl der normalen Lymphdrüsenzellen be- 
schreibt: ein kaum merklicher Protoplasmasaum umgiebt den grossen Kern 
allseitig oder ist als Appendix nur an einer Seite zu finden. Der Zahl nach 
die zweite Stelle nehmen die eosinophilen Zellen Ehr lieh's ein. Gewöhn- 
lich enthalten sie nur einen, manchmal gelappten, oder auch zwei Kerne. 
Die in ein homogenes Protoplasma eingebetteten azidophilen Granulationen 
muehlieason den Kern, der meist erheblich kleiner als der der Lymphooyten 
ist, gewShnlieh nicht gleichmässig auf allen Seiten; die Zellen sind bedeutend 
kleiner, alz die im normalen Knochenmark vorkommenden acidopbilen Zellen. 
Bin Zweifel darüber, dass die roth gefärbten Granulationen eosinophiler 
Natur waren, kann wohl nicht obwalten, wenn ich auf die positiven Re- 



Alkebol kamen. Die Färbung gelang auch an Präparaten, die nach Nikiforoff'» Methode 
b Alkohol, Aether ES flxirt wurden. Ee war dabei auch gans gleichgültig, ob die Troeken- 
prlperate in der Warme flxirt worden waren oder nicht Eine Erklärung für dieses düferente 
Verhalte« weise ieh nicht in geben. 



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— 802 — 

sultate der Gontrollfärbungen mit Hämatoxylin und Eosin, Säurefuohsin et 
hinweise. — Hoyer beschreibt ferner als normale Elemente Zellen m 
grossem, in der Biondi'sohen Flüssigkeit hellrosa gefärbtem Protoplasmi 
säum, die normal in den Flemming 'sehen Eeimoentren vorkommen, andere] 
seits mit den das bindegewebige Betioulum überkleidenden Zellen übereil 
stimmen. Diese Zellen habe ich ziemlich häufig angetroffen; sie lagen g< 
wohnlich nicht vereinzelt und aeichneten sich durch schöne Kernzeiohnux 
und stark gefärbte Nuoleolen aus. Die anderen von Hoyer als norm 
angesehenen Zellen, Degenerationsformen von Leukooyten und Phdgooytei 
konnte ich in den nach Ehrlich gefärbten Präparaten mit Sicherheit nid 
oonstatiren. — Ich fasse alle Zellen, welche nicht in die erwähnten Kategorie 
gehören und nicht bestimmt als karyokinetisohe zu erkennen waren, n 
sammen, um die auffallendsten au beschreiben; um eine erschöpfende Da 
Stellung kann es sich dabei nicht handeln, da durch die angewendeten con 
plioirten Färbungen so ausserordentliche Verschiedenheiten aufgedeckt wurdei 
dass ich oft vergebens nach einem Analogon zu irgend einem besonders au 
fallenden Zellelement in den verschiedensten Schnitten suchte. 

Belativ am häufigsten fand ich grosse, in einem violetten Tone gefftrbi 
Zellen, in denen ein oder mehrere, bisweilen drei oder vier, röthlioh-gel 
gefärbte Kerne mit undeutlicher Structur zu sehen waren. Sie waren in de 
verschiedensten Formen vorhanden, bald rundlioh, bald polygonal. Trümmi 
von Blutkörperchen konnte ich in ihnen nicht wahrnehmen. Ein paar Mi 
sah ich auoh Elemente, die ich nach der Beschreibung und Abbildung Gold 
m a n n 's unbedingt für identisoh mit seinen mehrkernigen Biesenzellen halt 
Bei gewissen grossen, polygonalen Zellen, die in violettem oder röthlioh gi 
färbtem Protoplasma statt des Kernes einen Haufen von grünlichen uz 
rothen Körnern und Fäden in meist radiärer Anordnung enthielten, hat! 
auoh ich, wie Goldmann, den Verdacht, dass hier Rüokbüdungsvorgäng 
vorliegen. Dieser Verdacht, der mit der von den Autoren verlangten „Pe 
sistenz" der Elemente nicht übereinstimmen will, wird noch durch das Vo: 
kommen von Verfettungen und Vaouolenbildungen bestärkt Letztere konnl 
ich deutlich in den nach Weigert gefärbten, entere in den nach Flem 
ming gehärteten und mit Saffranin gefärbten Sohnitten beobachten. Wäl 
rend die Vaouolen in nioht bestimmt mit einer der schon geschilderten Arte 
zu identificirenden Zellformen vorkamen, lagen die schwarz gefärbten Fet 
kügelohen zumeist in den polynucleären Leukooyten, deren Kerne intensi 
gefärbt waren. 

Besondere Mühe habe ich darauf verwendet, die von Gold mann Ix 
schriebenen „Kugelzellen" in meinen Präparaten zu finden. Er sah sie aui 
schliesslich im Bindegewebsstroma und beschreibt ein röthliohes Protoplasm 
das in einzelne regelmässig gegliederte Felder zerfiel, welche sehr verschiede 
grosse Kugeln enthielten. Die etwas gesättigtere Färbung der Kugeln wi 
bald hell-, bald dunkelroth, theil weise auoh violett Goldmann schwank 
ob er diese Gebilde, die er ausser durch die Biondi'sohe Färbung aue 
durch die Saffiranintinotion sichtbar machen konnte, mit den Flemming 
sehen tingiblen Körpern in Zusammenbang bringen, oder ob er die Zelle 
als Heiden hain'sche Phagocyten auffassen solle. — Diese Kugeln, di 
von Touton mit den sogenannten Bussel'sohen Fuohsinkörperchen ident 
fioirt werden und sich namentlich in Tumoren nioht selten zu finden scheine! 
•sind .gerade in der letzten Zeit sehr vielfach besprochen worden und habe 



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wersebiedenartige Deutungen theils als normale, theils als pathologische Ge- 
bilde erfahren (Tonton, Elien u. A. 1 )). 

Da ioh in den nach Biondi (nicht in den mit Saffranin) tingirten 
Schnitten einige Zellen fand, die mioh, allerdings nnr flüchtig, an die Gold- 
n\ an n 'sehen Angaben erinnerten, färbte ich einige Präparate nach den anch 
von Tonton empfohlenen Methoden von van Gieson*), Weigert nnd 
R na sei 8 ). Namentlich die letstgenannte Methode soll die meisten Engeln 
aufdecken, wovon ich mioh an anderen Ohjeoten überzeugen konnte. Bs 
gelang mir denn auch nach langem vergeblichen Suchen, endlioh in einem 
nach Bussel gefärbten 8ohnitte eine einiige, niemlieh grosse Zelle zu floden, 
die ich unbedingt mit Goldmann 's Befunden identinoire. Dieselbe lag 
mitten unter den gewöhnliehen Lymphoeyten und enthielt neben einem 
wandständigen Kerne drei intensiv rothviolett gefärbte, scharf oontourirte, 
kugelartige Elemente, die anch den von Touton hervorgehobenen eigen- 
thümhehen Olani erkennen Hessen. Ich bemerke noch, dass dieser im übrigen 
negative Befund nicht etwa in einem Fehler der angewendeten Methoden 
seinen Grund haben kann, da ioh mit denselben Tinetionen, auch mit der 
Eh rlio h'sohen, an später au erwähnenden Objeeten positive Besultate 
erneHe. 

Ich habe nun noch näher auf awei Punkte einsugehen, die eine differential- 
ffiagnostisehe Bedeutung haben sollen. Zehn der hat in diesem Sinne die 
grosse Zahl der Mitosen angeführt loh habe Mitosen sowohl in den nach 
Biondi und Ehrlich, als auch besonders in den nach Flemming be- 
handelten und mit Saffranin gefärbten Präparaten in sehr grosser Zahl und 
in den verschiedensten Stadien gesehen. Für meinen Fall, resp. für die 
frage der Differentialdiagnose zwischen Sarkom der Lymphdrüsen und malig- 
nem Lymphom oder Pseudoleukämie kann der Befund von Mitosen eine 
differentisJdiagnostiBohe Bedeutung natürlioh nicht haben, da bei beiden 
Krankheiten das schnelle Waohsthum der Tumoren eine reichlichere Zellen- 
proliferation voraussetzt; eine Voraussetzung, die auch dann zu Beoht besteht, 
wenn man z.B. der Anschauung Delbet's folgend, die Pseudoleukämie als 
entzündliche Affection auffasst, weil auch bei allen chronischen Entzündungen 
Wucherungen des Grundgewebes vorhanden sind. — Von viel grösserem 
Interesse ist dagegen das massenhafte Auftreten von eosinophilen Zellen, das 
in meinem Falle ebenso wie in dem Ooldm an n 'sehen zuerst ins Auge 
fifllt Goldmann hebt ihre Gruppirung in der Peripherie des Lymph- 
knötehens hervor, ihr Fehlen im hellen Eeimoentrum; ferner sollen sie gern, 
wenn auch nicht durohgehends, perivasoulär gelagert sein. In Bezug auf 
diesen Punkt kann ioh nur hervorheben, dase die eosinophilen Zellen in den 
wenigen typischen Lymphknötohen, welche ioh in meinen Schnitten zu sehen 



1) Auch beim malignen Lymphom haben Tangl und Brentano wohl Aehnliehes 
„Wir mochten an dieser Stelle erwlhnen, dass wir in den auf Tuberkelbacillen 
gatsrbten Präparaten in den grossen Zellen, die in den Lymphsinat lagen, grosse runde, 
tkafls ovale Granula fanden, welche die Fuchsinfarbung behielten, also der Entfärbung mit 
Schwefelsaure ebenso widerstanden wie die Tuberkelbacillen. Dass es nicht Tuberkelbacillen 
waren, dafür spricht ihre Grösse und ihre Form \ es durften vielleicht ahnliche Gebilde sein 
wie die, welche Flemming als tingible Körper in den Zellen der normalen Lymphdrusen 
besthrieben hat" 

S) s. Ernst Bef. Centralbl. f. allg. Pathol. etc. 1898, No. 19. 

S) s. Klien, Ziegler's Beiträge, Bd. XL 



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— 304 — 

bekam, vollständig fehlten, auoh wenn de in der Nachbarschaft reiohlieh toi 
banden waren. loh bemerke an dieser Stelle» dass ich in den zahlreiohe 
Drüsen, in welchen ich später nach eosinophilen Zellen sachte, sie nur am 
nahmsweise, und dann fast immer vereinzelt, in ausgeprägten Follikeln g< 
fanden habe. Bis au einem gewissen Grade kann ich aueh eine Beziehun 
der Zellen zu den Oefässen nicht leugnen; ich führe als ein in solcher Kta 
heit allerdings Tereimeltes Beispiel folgenden Befund an: in einem durc 
den Schnitt längs getroffenen Gelasse, einer capillaren Vene, befinden sie 
unter 25 Leukooyten 12 eosinophile Zellen; in der Umgebung des Gefassc 
sind sie in grosser Amahl angesammelt Indessen fanden sich ähnliche Ai 
Sammlungen dieser Zellen meistens, ohne dass diese Besiehung iu Gefässs 
mit Sicherheit zu constatiren war. Mitosen habe ich in den eosinophile 
Zellen niemals gefunden, lieber ihre Anordnung kann ich nichts Bestimmt« 
sagen; sie lagen seltener in stärkeren Bindegewebsbündeln und fehlten i 
der Drüsenkapsel, worauf ioh aus später anzuführenden Gründen ein gan 
besonderes Gewicht lege. Wegen dieser regellosen Yertheilung glaube ie 
auch nichts bezüglich der Herkunft der aoidophilen Zellen folgern zu können 
einerseits ist ihre Beziehung zu den Gefässen, von der beschriebenen Stell 
abgesehen, eine zu unklare, andererseits habe ich keine Zellen gefunden, di 
ich als ihre Yorstadien auffassen könnte. 

Dagegen habe ioh die Frage Goldmann 's, ob diese Zellen eine diagne 
stisohe Bedeutung für das maligne Lymphom haben, zum Gegenstand eint 
Anzahl Ton Untersuchungen an normalen und pathologisch veränderte 
Lymphdrüsen verschiedener Regionen, besonders aber Halsdrüsen gemach 
Die Objecto wurden z. Th. lebenswarm in Sublimat fbrirt und zum grössta 
Theile nur nach Ehrlich oder Biondi gefärbt , Ich lasse meine Resultat 
hier in Kürze folgen: 

I. Normale Inguinaldrüse. c Fünfmonatliches Kind. Negativer Befund a 
eosinophilen Zellen. 

II. Normale Halslymphdrüse. Dreijähriges Kind. Eosinophile Zelle 
spärlich und vereinzelt. 

1H. Normale Halslymphdrüse. Dreissigjähriger Mann. Negativer Befun< 

IY. Tuberculöse Gervioaldrüse. Mann. Sehr starke Yerkäsung. Viel 
Riesenzellen. Eosinophile Zellen spärlich, nur in anscheinend normale 
Partieen. 

V, Tuberculöse Gervioaldrüse von demselben Falle, weniger erkrank 
Negativer Befund. 

YL Tuberculöse Mentaldrüse. Elfjähriger Knabe. 8tarke Yeränderungei 
Eosinophile Zellen sehr spärlich, nicht in der Kapsel. 

YIL Tuberculöse Gervioaldrüse von demselben Falle, weniger veränderi 
Eosinophile Zellen in der Drüse nur vereinzelt, in einer in die Kapsel eil 
gesprengten Insel lymphatischen Gewebes zahlreicher, hier auoh in de 
Gefässen. 

VIIL Halsdrüse, achtjähriger Knabe, Fall von Tuberculöse. In de 
Drüse sind tuberculöse Veränderungen nicht mit Sicherheit zu erkennex 
Stark verdiokte Kapsel. In der letzteren sind die eosinophilen Zellen zahl 
reich, stellenweise sind alle Kerne von aoidophilen Granulationen umgebet 
In der eigentlichen Drüse im Ganzen 2 — 8 eosinophile Zellen. 

IX. Halsdrüse von demselben Fall, ebenfalls ohne charakteristische tubei 
culöse Veränderungen, aber mit einzelnen Herden, in denen sich die Kern 



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auffallend schlecht färbten. Starke Vermehrung des intraglandulären Binde- 
gewebe!. Keine Kapselverdickung. DrÜsensubstanz viel reicher an eosin- 
ophilen Zellen als im vorigen Objeek Die Marksubstanz enthält mehr alt 
die Bindensubstanz ; in den Eeimoentren fehlen sie ganz. Sie sind um so 
zahlreicher, je dichter das bindegewebige Stroma ist Bedeutendste Ansamm- 
lang in der Kapsel. In den zahlreichen Gelassen selten und vereinzelt. 

X. Achseldruse, achtjähriges Mädchen. Verdacht auf Tuberoulose. Ver- 
schiedene Stücke: a) Eosinophile Zellen in der anscheinend normalen Kapsel 
sehr reichlich, spärlicher in den lockeren Partieen derselben, in der Mark- 
fobstanz weniger, in dem Follieulartheil keine, b) Starke Infiltration der 
Kapsel, die einen grossen Theil des Präparates umfeset. Eos. Zellen sehr 
reichlich, in den Gefässen spärlioh, in der Drüsensubstanz fast ganz fehlend. 
t) Eos, Zellen vereinzelt und zwar in der Peripherie der Lymphknötehen. 

XL Inguinaldrüse von zehnmonatlichem tuberculösen Kinde. Eos. Zellen 
sehr spärlich. 

XIL Tuberculöse Bronohialdrüse, Kind. 8ehr starke Veränderungen. 
Negativer Befund. 

X1TT. Bronohialdrüse, Mann. Tod an PhthisiB. Sehr viel Biesenzellen. 
Viel Kohlenpigment. Eos. Zellen nicht zu finden. 

XIV. Tuberculöse Halsdrüse (unmittelbar nach der Operation in Subli- 
mat gebracht), a) Sehr starke tuberculöse Veränderungen. Eos. Zellen 
sehr selten, in der Umgebung von Riesenzellen gar nicht Kapsel frei, 
b) Stück mit ausgedehnten käsigen Herden ; völlig negativer Befand. 

XV. Bronchialdrüse, Mann; Phthisis pulm. Keine sicher tuberculösen 
Herde. Negativer Befund. 

XVI. Tuberculöse Halsdrüsen (lebenswarm nach der Operation fizirt). 
8tsrke Verkäsung. Viel Biesenzellen. Negativer Befund. 

XVII. Inguinaldrüse, l 1 /,-jähriges Kind. Congenitale Lues. Eoainoph. 
Zellen sehr spärlich. 

XVIIL Halsdrüse, zweimonatliches Kind. Congenitale Lues. Eosin. 
Zellen in massiger Menge, allenthalben vertheilt In den Gefässen nicht 
in ooostaüren. 

XIX. Bubo suppurativus inguinalis. (Lebensweg fixirt.) Negativer 
Befand. 

XX. Bubo suppurativus inguinalis. (Lebenswaj V**-) Negativer 
Befund. ? 

XXL Bubo suppurativus inguinalis. (Lobenswert» fixirt.) Eosin. Zellen 
ztenüieh sahireich, auch in den Gefässen. Sehr viel Bussel 9 sehe Körperchen. 

XXIL Typische, stark ausgebildete, seit frühester Kindheit bestehende 
Prarigo. Zehnjähriger Knabe. lieber taubeneigrosse, derbe Drüse aus der 
ftssa ovalis ohne alle acuten Entsündungserseheinungen, unter der an dieser 
Stelle normalen Haut vollständig verschieblich. — Auffallender Gefässreioh- 
fban. Gut ausgebildete Keimoentra. Massenhaft eosinophile Zellen von 
besser h en s werther Grösse, namentlich in der Peripherie der Lymphknötehen, 
rieht in den Keimoentren. Dann und wann auch in den Gefässen, einmal 
One Gruppe in Kranzform um einen Gefaesquersohnitt. In der (normalen) 
Kapsel nicht fehlend, aber viel spärlicher als in den vorigen Objekten. Einige 
KosseT sehe Körperehen. 

XXIII. Drüse aus dem Cavum Douglasii einer vierzigjährigen Frau. 
Parametritiseher Abseess. Sehr starke Schwellung. Eosinoph. Zellen in der 



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Drüsensubstanz in massiger Anzahl, meist im Retioulum, in der Kapsel vi 
mehr, am meisten in ganz peripheren Schnitten, die nur Kapselgewet 
trafen. Stellenweise fast nnr eoeinoph. Zellen. Selbst im perioapsulärc 
Bindegewebe häufig. Auffallend grosse Formen. Bemerkenswerte Zellen m 
erheblich feineren Granulis, die ebenso intensiv gefärbt sind wie die eorii 
Zellen, zwischen denen sie liegen. 

XXIV. Halslymphdrüso. Kind. Tod an Bronchopneumonie. Im Ganze 
wenig eosinophile Zellen, stellenweise 3 — 4 in einem Gesichtsfelde. 

XXY. Bronohialdruse von demselben Falle. Aehnlieher Befund. 

XXVL Bronohialdruse. Band. Tod an Diphtherie. Kohlenpigmer 
Eosinophile Zellen ziemlich zahlreich, dann und wann in den Gefassei 
fehlen in der Kapsel. 

XXVIL Halalymphdrüse von demselben Fall. Enthält weniger eoeim 
philo Zellen. 

XXVIIL Halsdrüse. Kind. Tod an Gangrän der Haut. In einzeln« 
Stücken spärliche, in anderen gar keine eosinophilen Zellen. 

XXIX. Inguinaldrüse. Kind. Erysipel des Oberschenkels. Eoainophi 
Zellen in massiger Zahl. 

XXX. Inguinaldrüse. Frau. Eczema et uleus chronic, oruris. Eosin 
philo Zellen häufiger in der ICarksubstanz, sehr wenig in den Gelassen, keii 
in der KapseL 

Bevor ich auf die vorstehenden TTntersuohungsreaultate näher eingez 
bemerke ich, dass Heiden hain and Hoyer, bei denen allein ioh Aj 
gaben über eosinophile Zellen gefunden habe, die Zahl derselben als sei 
grossen Schwankungen unterworfen bezeichnen. Hoyer schreibt: „C 
sieht man an jeder beliebigen Stolle eine grosse Anzahl, oft muss man lanj 
suchen, ehe man eine oder mehrere zu Gesichte bekommt." Er fand i 
selten in den Axillar- und Cervioaldrüsen, vornehmlich in den Markstrfingt 
und Lymphbahnen, oder in grösseren Hänfen um die dickeren Blutgefas 
liegend. Heidenhain erwähnt denselben wechselnden Befund in Mese 
terialdrüsen, wenn auch die „Darmsohleimhaut von eosinophilen Zell« 
wimmelte". Beide Beobachtungen sind an Objeoten vom Hunde gemad 
worden. Goldmann bemerkt, dass ihm ein Beiohthum tubereulöser Lymp 
drüsen an eosinophilen Zellen nicht aufgefallen ist und kommt zu de 
Schlüsse, dass dieselben ein regelmässigen, in grosser Anzahl vorkommend 
Element der Lymphdrüsen nicht darzustellen scheinen. Irgend eine siehe 
Grundlage, von der aus man über eine Vermehrung oder Verminderung dies 
Zellen urtheilen könnte, existirt also nicht. Wenn ioh im Vorigen vc 
„reichlichem" oder „spärlichem" Vorkommen derselben gesprochen habe, 
gelangte ioh zu ersterem Drtheile, wenn ich in jedem beliebigen Gettichl 
felde eine Anzahl der fraglichen Zellen sah, während ioh im entgegengesetzt 
Falle länger suchen musste, um schliesslich ein vereinzeltes Exemplar 
finden. 

Zwei Punkte sind in der vorstehenden TTebersicht besonders bemerke! 
werth: erstens das massenhafte Auftreten eosinophil« 
Zellen in der Prurigodrüse (XXII) und zweitens die bei veraehi 
denen Objeoten im Vordergrunde stehende Infiltration der Drüse; 
kapsei mit diesen Zellen, auch wenn sie in der Drüsensubatanz seil 
nicht auffallend vermehrt waren. Sowohl in der Prurigodrüse als au 
z. B. in den unter VIII, IX, X, XXIII beschriebenen Drüsenkapseln fa 



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ieh zahlreiche Gesichtsfelder, die nooh mehr acidophile Zellen enthielten, als 
iah sie beim malignen Lymphom gesehen habe. Ferner hebe ich hervor, 
da» ieh die Zellen, von sehr wenigen Beispielen abgesehen (VII, XXI, 
allenfalls XXII), recht selten in den Gelassen antraf, auch wenn sie im Ge- 
webe sehr zahlreich waren. Schliesslich mache ich noch auf das wechselnde 
Vorkommen derselben in verschiedenen Stücken derselben Drüse aufmerk- 
■»(X). 

Die Frage, woher die eosinophilen Zellen stammen, — ich besiehe mich 
hierbei speeiell auf das maligne Lymphom und die Prurigodrüae — ist nur 
auf einer hypothetischen Basis in erörtern. 

Ehrlich hat als ihre einiige Bildungsstätte das Knochenmark be- 
saiehnet Müller und Bieder wenden dagegen ein, dass sich die im 
Knochenmark enthaltenen aoidophilen Zellen morphologisch von den im 
stiemenden Blute befindlichen unterscheiden ; sie führen Differenzen der Be- 
sskaffeaheat und Grösse des Zellleibes, der Kerne und der vitalen AeuBserungen 
aa und betrachten daher das Knochenmark nur als ihre Ablagerungsstätte, 
indem sie ihre Entwicklung im strömenden Blute annehmen. Auch N e u s s er , 
dar bei Pemphigus und Lymphodermie eine starke Vermehrung der eosino- 
philen Zellen im Blute und in der Haut oonetatirte, sieht das Knochenmark, 
das er ganz normal fand, wenigstens nicht als einzige Bildungsstätte der 
Zellen an, sondern verlegt dieselbe für seine Fälle an den Ort der Er- 
krankung selbst, in die Haut Zappert glaubt Neusser's Befund zur 
Genüge erklären iu können, ohne der Haut die Rolle eines blutbildenden 
Organs su ertheilen, wenn er annimmt, daas ein am Orte der Erkrankung, 
hier also in der Haut, erzeugtes Gift die Umwandlung neutrophilen Proto- 
nlasmas in eosinophiles, die normalerweise nur im strömenden Blute ge- 
sahieht, beschleunigt habe '). Ein am Orte der Erkrankung erzeugtes Pro- 
dis* macht auch Goldmann verantwortlich, um seinen Befund am malignen 
Lymphom und eine ähnliche Beobachtung Jadassohn's zu erklären, der 
eine starke Vermehrung der eosinophilen Zellen im Lupusgewebe nach der 
Sinwirkung des Tuberoulins beschreibt : G o 1 d m a n n glaubt, dass die eosino- 
philen Zellen auf den Beiz gewisser chemotaktisch wirkender Produote hin 
in solcher Menge aus der Blutbahn in das Gewebe hinübertreten s ). 

Ich habe diese Beobachtungen und ihre Erklärungsversuche hier ange- 
führt, weil sie die Gesichtspunkte berücksichtigen, die wir bei der Beant- 
wortung unserer Frage in Betracht ziehen müssen. Dabei mache ich die 
a priori gewiss berechtigte Voraussetzung, dass sich die Zahl der eosino- 
philen Zellen im Blute sowohl beim Prurigo als auch beim malignen Lymphom 
innerhalb der normalen Grenzen hält. 

Denken wir zunächst daran, dass die eosinophilen Zellen in beiden 
Drüsen durch eine vermehrte Proliferation gerade der wenigen normaler- 
vorhandenen oder durch eine Umwandlung der Retioulumzelle